BLV: Die Verbände wurden von Ministerin Eisenmann außen vor gelassen

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STUTTGART. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will die Schulverwaltung auf Qualität trimmen. Maßgebliche Akteure, die die neuen Konzepte umsetzen sollen, fühlen sich dabei aber übergangen.

Hober sagt, dass auch GEW und Philologen außen vor waren.                                 Foto: TBB-Bilder / flickr / CC BY-SA 4.0

Der Berufsschullehrerverband (BLV) wirft dem Kultusministerium beim geplanten Umbau der Schulverwaltung Geheimniskrämerei vor. «Weder Personal- noch Verbandsvertreter sind mit im Boot – so ein Geheimprojekt passt nicht in unsere Zeit», kritisierte der Landeschef Herbert Huber. «Das ist alles andere als ein Musterbeispiel für Beteiligung», sagte er im Gespräch. Nicht nur der BLV bleibe außen vor, sondern auch die GEW und der Philologenverband.

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Die Verbände seien in die zwölf Arbeitsgruppen nicht eingebunden gewesen, die ein Konzept zur Verbesserung der Unterrichtsqualität entworfen haben. Deren Ergebnisse stellt Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) nun dem Kabinett und anschließend der Öffentlichkeit vor. Entgegen der Darstellung des BLV sprach Eisenmann bislang von einem «breit angelegten Diskussionsprozess», der zu den neuen Weichenstellungen geführt habe.

Kernbestandteile des Qualitätskonzepts sind zwei geplante Einrichtungen: das Institut für Bildungsanalysen sowie das Institut für Schulentwicklung und Lehrerbildung. Letzteres solle Aufgaben der Regierungspräsidien übernehmen, erläuterte Huber. Die dort angesiedelten Fachberater für Schulentwicklung und Lehrerfortbildung seien verunsichert. «Sie wissen nicht, wie ihr künftiges Aufgabenfeld aussieht», meinte der Leiter einer kaufmännischen Schule in Lahr. Allein für die beruflichen Schulen liege die Zahl der Fachberater-Stellen bei rund 650.

Huber hält den Zeitplan für die Einrichtung der beiden Institute für sehr ehrgeizig. Er befürchtet deswegen Brüche beim Übertragen der Verantwortlichkeiten. Die Institute sollen Anfang kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Die Lehrerbildung für die beruflichen Schulen habe bislang nichts zu wünschen übrig gelassen, betonte Huber.

Nach seiner Auffassung kann jede Verbesserung der Unterrichtsqualität nur gelingen, wenn das Ministerium die Schulleiter mit ins Boot holt. Diese bräuchten zwingend Entlastung durch angemessen ausgestattete Schulleitungspools. Aus diesen könnten die Rektoren schöpfen, um Aufgaben an ihre Stellvertreter oder Assistenten zu übertragen. dpa

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