Studie: Jungs begeistern sich weiterhin stärker für MINT-Fächer

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Unter Jungen ist die Begeisterung für die sogenannten MINT-Fächer weiter messbar höher als unter Mädchen. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung PwC. Die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Frauen in technischen Berufen sind in der Minderheit.                                       Foto: Junge Tüftler / flickr / CC BY-SA 2.0

Laut der Studie wählen in der Schule zum Beispiel drei von fünf Jungs (61 Prozent) Mathe als Leistungskurs oder Abi-Fach. Bei den Mädchen sind es nur knapp die Hälfte (49 Prozent). In anderen Fächern ist der Unterschied zum Teil noch größer: So entscheiden sich nur 8 Prozent der Schülerinnen für Physik oder Informatik als Leistungskurs oder Abi-Fach, aber 27 beziehungsweise 20 Prozent der Jungen. In Biologie gibt es dagegen fast doppelt so viele Mädchen (39 zu 21 Prozent).

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An den Hochschulen zeigt sich ein ähnliches Bild: 60 Prozent der männlichen Studenten können sich eine Karriere im MINT-Bereich vorstellen. Von den Studentinnen denkt nur etwa jede Dritte (35 Prozent) darüber nach.

Der Grund für den Frauenmangel in der MINT-Welt ist der Studie zufolge vor allem fehlende Begeisterung: 37 Prozent der Schülerinnen, die keine entsprechenden Fächer belegen, haben nach eigener Aussage schlicht keinen Spaß daran. Zu schwer finden die Fächer dagegen nur 16 Prozent der Mädchen ohne MINT-Fachbelegung. Von den Studentinnen, die keine MINT-Karriere machen wollen, sagen sogar 80 Prozent der Befragten, dass es ihnen an Interesse und Begeisterung fehlt. Zu schwer findet diese Fächer nur jede Vierte (25 Prozent).

Für die Studie hat PwC in Januar und Februar 2018 rund 2.000 Schüler und Studenten im Alter zwischen 15 und 30 Jahren befragt. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Ach, ich dachte, das liegt alles nur an der strukturellen Unterdrückung der Mädchen durch die dominante Männerwelt, an den traditionellen gesellschaftlichen Erwartungen und den verflixten Gender-Rollen. Sollen wir jetzt plötzlich wieder umdenken? Dann müsste vielleicht auch der gerade in Kraft getretene Bildungsplan 2016 in Baden-Württemberg wieder revidiert werden, denn dort heißt es:
    “Aus dem Stellenwert des Faches Mathematik erwächst die Verantwortung, im Unterricht seine Bedeutung durch häufigen Bezug zur realen Welt herauszuarbeiten. Mit geeigneten, anwendungsorientierten Aufgaben und durch die Art der Behandlung können Aspekte der Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt aufgegiffen werden.”
    “Während der Entwicklung ihrer mathematischen Fähigkeiten erkennen die Schülerinnen und Schüler auch ihre Interessen und Potenziale im mathematisch naturwissenschaftlichen Bereich und werden in
    der Erkenntnis gefördert, dass es hier keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zu geben braucht.”
    Also: Das Ergebnis der im Artikel genannten Studie dürfte es eigentlich gar nciht geben. Fehlende Begeisterung? Faule Ausrede, Mädels. Es ist längst beschlossen, dass ihr mehr MINT-Fächer studieren sollt. Also jetzt los, ihr könnt doch unsere progressiven Politiker nicht enttäuschen.

  2. Die “Zwangsbegeisterung” wird hier ganz offen postuliert:
    https://www.news4teachers.de/2017/02/microsoft-studie-maedchen-koennen-durch-weibliche-vorbilder-und-mehr-praxiserfahrungen-fuer-mint-disziplinen-begeistert-werden/
    Zitat:
    “Dabei liegt gerade bei jungen Frauen ein großes Potenzial, um dem akuten Mangel an digitalen Fachkräften entgegenzuwirken. Nach aktuellem MINT-Report vom Institut der Deutschen Wirtschaft fehlen bundesweit rund 212.000 Arbeitskräfte im MINT-Bereich. Aber nicht nur dort sind digitale Kompetenzen gefragt: In naher Zukunft, so die Einschätzung der EU-Kommission, werden sie in rund 90 Prozent aller Berufe erforderlich sein. Umso wichtiger also, Mädchen und junge Frauen für diese Berufe, die noch immer von Männern dominiert werden, zu begeistern.”
    “Digitale Fachkräfte” werden also gesucht, sagt sogar die EU-Kommission. Dann müssen die Mädchen einfach brav folgen, ob mit oder ohne Begeisterung. An Vorbildern sollte es insofern nicht fehlen, als inzwischen selbst an Gymnasien tendenziell bald die Hälfte der Mathelehrer weiblich sind. Bei dem Nachwuchs (also den Studierenden) steht es schon 60:40 zugunsten der Frauen.

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