Autorität des Lehrers – Übel oder Notwendigkeit? Was Schüler in der Pubertät wirklich brauchen

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OLCHING. Lehrer müssen die ihnen anvertrauten Schüler beim Reifungs- und Übergangsprozess des Erwachsenwerdens adäquat begleiten. Daher sind Klarheit und eine echte Autorität des Lehrers gerade für Schüler in der Pubertät wichtig. Eine Grundvoraussetzung, dass dies gelingen kann, ist, dass der Pädagoge selbst im Tiefsten seiner Persönlichkeit erwachsen geworden ist. Ein Gastbeitrag.

Eine unvergessliche Lehrerfortbildung
Vor vielen Jahren nahm ich im Rahmen meiner Ausbildung in Themenzentrierter Interaktion (TZI) mit noch 30 anderen Lehrkräften an einem Persönlichkeits-Fortbildungskurs in der Lehrerakademie in Dillingen teil. Geleitet wurde der Kurs von einem Psychotherapeuten, der zugleich TZI-Lehrer war. Schon der Titel der Veranstaltung hatte für viele den Nerv ihres Lehrerberufes getroffen: „Autorität als Lehrer – Übel oder Notwendigkeit?“ Entsprechend der selbstaktivierenden TZI-Methode gab es dabei kaum Vorträge, wohl aber viele Übungen in Kleingruppen, deren Ergebnisse dann im Plenum vorgetragen wurden. Dies gab anschließend enormen weiteren Gesprächs- und Diskussionsbedarf.

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Klarheit und echte Autorität des Lehrers sind für Schüler wichtig. Foto: WikimediaImages / Pixabay (CC0)
Klarheit und echte Autorität des Lehrers sind für Schüler wichtig. Foto: WikimediaImages / Pixabay (CC0)

So geriet der ganze Kurs immer tiefer in die Autoritätsproblematik, mit der es Lehrer* beruflich notwendigerweise zu tun haben. Denn ihr „Klientel“ – Jugendliche in der Pubertät, in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und in ihrem Reifungsprozess – sind ja gerade auf dem Weg, herkömmliche Autoritäten wie Eltern oder Lehrkräfte in Frage zu stellen, um sich selbst finden zu können. Uns Teilnehmern half es sehr, uns der Lehrkräfte mit einer wirklichen Autorität zu erinnern, die wir in unserer eigenen Schulzeit gehabt hatten und uns bewusst zu machen, worin das Geheimnis ihrer „echten“ Autorität und Ausstrahlung bestand. Von dem Kurs nahm ich bezüglich einer positiven Lehrerautorität folgende Erkenntnisse mit:

• Eine reine Kuschelpädagogik ist besonders in Jungenklassen der falsche Ansatz, wenn klare Ansagen und harte Grenzziehungen erwartet werden. Die Schüler haben es dann verdient, dass diese Grenzen vom Lehrer auch gesetzt werden.

• Es ist eine verständliche, oft aber eine ganz falsche Haltung, sich als Lehrer von den Schülern auf der Nase herumtanzen zu lassen, nur um sich bei ihnen ja nicht unbeliebt zu machen. Genau das Gegenteil ist dann meist der Fall: Die Schüler verlieren den Respekt vor ihrem Lehrer.

• Es sollte nicht das Ziel als Pädagoge sein, von den Schülern geliebt zu werden oder sich mit ihnen gar zu „verbrüdern“. Diese wollen in der Regel gar keinen Kumpel als Lehrer. Sie wollen ihn vielmehr respektieren können als ein erwachsenes Gegenüber, an dem sie sich orientieren und reiben können, der sie ernst nimmt, auch indem er Verstöße ahndet oder Konsequenzen zieht, wenn über die Stränge geschlagen worden ist.

• Als Lehrer trage ich die Verantwortung für den Unterricht und für die mir anvertrauten Schüler. Darum ist es meine Pflicht, in jeder Situation Herr im Hause zu bleiben – in meiner inneren Autorität und auch ganz wörtlich gesehen im Klassenzimmer.

• Echte und verantwortliche Liebe des Lehrers zu seinen Schülern kann daher auch heißen, konsequent zu sein, klare Grenzen zu setzen und auf deren Einhaltung zu bestehen. Auch dies gehört meiner Ansicht nach zu einer wirklichen Pädagogik des Herzens.

• Es ist gut, neben dem lehrerzentrierten Unterricht viele andere Unterrichtsmethoden zur Verfügung zu haben und zu beherrschen: Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Projektarbeit usw. Dennoch darf ich als Lehrer auch bei diesen anderen Unterrichtsformen niemals die eigentliche Leitung aus der Hand geben – keine einzige Minute lang.

Schüler brauchen Klarheit und Orientierung
Zu einer menschlichen und lebendigen Pädagogik gehört es, als Lehrer klar und konsequent zu sein, selbst wenn dies von den Schülern dann vordergründig als garstig und abweisend empfunden werden sollte. Es ist wohl die pädagogische Kunst schlechthin, als Lehrer (s)einen klaren Weg zwischen echter Autorität (Ausstrahlung) und nur autoritärem Gehabe zu finden. Schüler haben dafür sehr empfindliche Sensoren und können durchaus unterscheiden, ob diese Ausstrahlung des Lehrers überzeugend oder nur vorgespielt ist.

Sie wünschen sich zu Recht einen Lehrer mit echter Autorität, der sie beachtet, liebt, ernst nimmt, fördert, unterstützt und den sie gleichzeitig respektieren können. Auch sollte er neben fachlichem Wissen echte Empathiefähgigkeit und Mitgefühl besitzen. Gleichzeitig erwarten gerade Jungen, dass ein Lehrer sich durchsetzen und überzeugend Grenzen setzen kann, wenn diese von der Klasse oder von einzelnen Schülern in Frage gestellt werden sollten. Indem Heranwachsende die Autorität des Lehrers testen, loten sie gleichzeitig aus, wie weit sie selbst gehen können. Dies gehört zur Pubertät im Allgemeinen und zum „Spiel“ des Unterrichts zwischen Schülern und Lehrer im Besonderen. Da dieser Aspekt der Pädagogik eine Grundvoraussetzung für einen guten Unterricht ist, in einer reinen „Kuschelpädagogik“ jedoch kaum zu finden sein wird, möchte ich im Folgenden dem Thema „Grenzen setzen“ noch etwas mehr Aufmerksamkeit widmen.

Peter Maier ist Gymnasiallehrer in Bayern. (Foto: privat)

Ein Lehrer muss Grenzen setzen können
Die Grundlage für einen guten (Fach)Unterricht ist eine geklärte Beziehung zwischen den einzelnen Schülern, der ganzen Klasse und dem Lehrer. Beide Ziele des Bildungskanons – die Wissensvermittlung und die gleichzeitige Begleitung der Schüler bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung – können nur erreicht werden, wenn der Grundsatz „Erziehung durch Beziehung“ konkret Wirklichkeit wird. An dem Lehrer liegt es, dass innerhalb der bestehenden Schulstrukturen ein pädagogischer Raum eröffnet wird, in dem Fachunterricht stattfinden, die einzelnen Schüler individuell gefördert und ein möglichst gutes Arbeitsklima herrschen kann.

Eine Grundvoraussetzung, dass dies gelingen kann, ist jedoch, dass der Pädagoge selbst im Tiefsten seiner Persönlichkeit erwachsen geworden ist. Nur dann kann er die notwendige und würdevolle „Königsaufgabe“ erfüllen, die mit seinem Beruf verbunden ist: seinen Schülern Orientierung zu geben, ihnen ein Vorbild bei ihrer eigenen Persönlichkeitsentfaltung zu sein und sie dabei kompetent zu begleiten. Zu dieser Rolle gehört auch die Fähigkeit, einzelnen Schülern oder ganzen Klassen klare Grenzen setzen zu können.

Manche Schüler schreien förmlich danach, durch den Lehrer solche Grenzen zu erleben, weil sie diese zu Hause von überforderten oder selbst noch nicht ganz erwachsen gewordenen Eltern nicht mehr bekommen können. Heute wollen viele Eltern von ihren Kindern geliebt werden. Nicht selten machen sie ihren Kindern deshalb unangemessene Zugeständnisse, statt ihnen notwendige Grenzen zu setzen – nur um nicht ihre Liebe zu verlieren. Sie biedern sich ihren Kindern förmlich an. Verkehrte Welt! Eltern sollen ihre Kinder immer lieben. Es ist schön, wenn Kinder ihre Eltern ebenfalls lieben, das weiß ich selbst als Vater. Aber sie müssen dies nicht tun. Dazu sind sie nicht auf die Welt gekommen, um es einmal ziemlich drastisch und plakativ auszudrücken. Was aber Eltern ihren Kindern unbedingt beibringen sollten: den Eltern den notwendigen Respekt zu zollen.

Der Prozess des Erwachsenwerdens erfordert Begleitung und Orientierung
Warum aber ist die Klarheit und eine echte Autorität des Lehrers so wichtig, gerade für Schüler in der Pubertät? Die Antwort darauf kann an folgenden beiden Skizzen verdeutlicht werden. Während die Schüler mit Einsetzen des Pubertäts-Prozesses aufgrund ihrer biologischen Reifung ganz von selbst vom Kind zum Jugendlichen werden, gelingt der nächste Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen in der Regel nicht so leicht. Hier braucht es erfahrene Mentoren beim Erwachsenwerden. Wir Lehrer sind eigentlich solche dafür prädestinierten Mentoren. Aber dazu müssen wir uns auch darüber bewusst sein, wenn wir die uns anvertrauten Schüler bei ihrem Reifungs- und Übergangsprozess des Erwachsenwerdens adäquat begleiten wollen. In der zweiten Skizze mit den vier „Lebensübergängen“ wird dieser entscheidende Übergang mit „Erwachsenwerden“ bezeichnet.

 

Ein konkreter Fall: Stefan, der unruhige Junge
Der folgende Fall ist keine Seltenheit. Er zeigt auf, dass sich hinter Störungen oft eine konkrete Ursache verbirgt.

„Vor vielen Jahren unterrichtete ich in einer 8. Klasse Religionslehre. Schon in der ersten Stunde zu Beginn des Schuljahres fiel mir Stefan, ein großer Junge, auf, der laufend störte. Er war sehr unruhig und lenkte auch die Nachbarschüler immer wieder ab. Von jungen Kollegen erfuhr ich, dass er zudem öfter ziemlich beleidigende und verletzende Äußerungen von sich gab. Daher hatte Stefan  schon eine Reihe von Strafarbeiten und Verweisen kassiert und wurde immer wieder kritisiert für sein Verhalten. Selbst ich als erfahrener Lehrer musste meine ganze Klarheit und Strenge aufbieten, um ihm die notwendigen Grenzen zu setzen. Mir war immer bewusst, dass es wegen dieses Jungen anstrengend werden konnte, wenn ich das Klassenzimmer betrat. Man konnte nie vor Unterrichtsstörungen durch ihn sicher sein. Was war mit ihm los?

Dann erfuhr ich gegen Ende des Schuljahres von der Schulleitung, dass seine Mutter am Tag zuvor gestorben war. Sie hatte Krebs und ein langes Leiden war vorausgegangen. Dies tat mir sehr leid für den 14-Jährigen und in diesem Moment verstand ich etwas Grundsätzliches: Er war die ganze Zeit unter großem Druck gestanden wegen seiner Mutter und musste seine Angst unterdrücken, dass sie womöglich sterben könnte. Diese Befürchtung war nun eingetreten. Seine Mutter war die letzten Monate entweder im Krankenhaus oder zu Hause gewesen. Damit musste Stefan fertig werden, aber wie sollte so etwas gelingen? Stefan hatte also die ganze Zeit versucht, im Unterricht etwas Dampf abzulassen. Dies war offensichtlich seine Art und Weise, mit dem Unlösbaren umzugehen und irgendwie damit zurechtzukommen.

Instinktiv wusste ich, was jetzt zu tun war. Vor der nächsten Stunde bat ich den Jungen vor die Türe des Klassenzimmers und sagte ihm unter vier Augen Folgendes: ‘Ich habe gehört, dass Deine Mutter an Krebs gestorben ist. Das tut mir unendlich leid für Dich. Mein herzliches Beileid.’ Ich schaute ihn an und gab ihm die Hand, die er erst überrascht, dann aber fest drückte.

Ab diesem Zeitpunkt war Stefan in meinem Unterricht völlig verändert: Er war nun sehr ruhig. Vielleicht spürte er, dass zumindest ein Lehrer ihn und seinen Schmerz verstanden hatte. Doch kann man diesen Schmerz überhaupt verstehen oder nachfühlen? Ich finde, dass der Tod eines Elternteils für ein Kind oder für einen Jugendlichen in der Pubertät ein unendlicher, irreversibler Verlust ist, der durch nichts ersetzt oder ausgeglichen werden kann. Er hinterlässt in der Seele eines Jugendlichen eine klaffende, blutende Wunde.

Fazit
Störungen von Schülern können ganz unterschiedliche Ursachen haben – auch solche wie in dem soeben geschilderten Fall. Wichtig ist es, wenn irgendwie möglich, einen persönlichen Zugang zu solchen Schülern zu bekommen. Meine Erfahrung ist die: Nicht immer, aber oft löst sich eine solche Störung dann auf, wenn man auf die wahre Ursache gestoßen und einen vertrauensvollen Kontakt zu dem Schüler gefunden hat.

Peter Maier
(Gymnasiallehrer für Physik und Religion)

*Hinweis: Mit „Schüler“ sind natürlich immer Schülerinnen und Schüler gemeint, mit „Lehrer“ Lehrerinnen und Lehrer und mit „Kollegen“ Kolleginnen und Kollegen.

Über den Autor

Peter Maier ist Gymnasiallehrer, Jugend-Initiations-Mentor und Autor. Weitere Infos und Buch-Bezug unter: www.initiation-erwachsenwerden.de

Bereits erschienene Bücher:
• „Initiation – Erwachsenwerden in einer unreifen Gesellschaft. Band I: Übergangsrituale“. ISBN 978-3-86991-404-6 (18,99 €, Epubli Berlin)

• „Initiation – Erwachsenwerden in einer unreifen Gesellschaft. Band II: Heldenreisen.“ ISBN 978-3-86991-409-1 (19,99 €, Epubli Berlin)

• „Schule – Quo Vadis? Plädoyer für eine Pädagogik des Herzens“. ISBN: 978-3-95645-659-6 (20,99 €, Epubli Berlin)

Das aktuelle Buch des Autoren ist im Epubli-Verlag erschienen.

Weitere Texte von Peter Maier auf News4teachers:
Der Lehrer ist nicht nur Lernmanager, sondern auch als Lebensbegleiter gefordert – doch die Schulpolitik ignoriert das!
Aufwachsen in einer unreifen Gesellschaft – warum Jugendliche Mutproben brauchen
Acht Gründe, warum Jungen das schwache Geschlecht in der Schule sind – und was wir dagegen tun können
Schule unter Reformdruck – Plädoyer für eine Pädagogik des Herzens
Krieger, Kind, Magier und König: Diese Eigenschaften der Persönlichkeit braucht jeder Lehrer – ein Erfahrungsbericht
Gastbeitrag: Was ist ein guter Lehrer? Oder: Der Lehrer als Wissensvermittler – und Magier
Herausforderungen als Pädagoge in heutiger Zeit: Vergiss die Freude nicht – Lehrer aus Berufung

“Nicht autoritär sein, sondern Autorität zeigen”: Wie Lehrer mit schwierigen Schülern umgehen sollten

 

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51 KOMMENTARE

  1. Herr Maier rehabilitiert unseren sofawolf in Sachen “Kuschelpädagogik”.
    Was wohl dessen Meinungsgegner hier im Forum dazu sagen?

    Ist das nur mein Eindruck, oder stellt sich N4t nach anhaltender Kritik an einer einseitigen Berichterstattung in jüngster Zeit breiter auf?

    • Gerade am Begriff “Kuschelpädagogik” entzündeten sich hier ja immer wieder heftige Debatten.
      Herr Maier, der bei N4t bereits etliche Texte veröffentlicht hat, benutzt ihn offensichtlich ganz selbstverständlich.

  2. Herr Maier spricht über den Umgang mit Pubertierenden.
    Auch er definiert “Kuschelpädagogik” nicht, ebenso wie sofawolf.
    “Kuschelpädagogik” bleibt eine Worthülse, ein Begriff, von dem man sich abgrenzen möchte, ohne klar zu schreiben, worum es dabei überhaupt geht. Da wird die Abgrenzung nicht einfacher, sondern beliebig.

    Sofawolf behauptet häufiger, dass es “Kuschelpädagogik” in Grundschulen gäbe.
    Herr Maier führt dies gar nicht an. Es geht ihm um den Umgang miteinander.
    Dass ein Lehrer wie im Beispiel nach etwa einem Jahr Unterricht die Hintergründe für Fehlverhalten noch nicht erfragt hat, obwohl es viele Grenzen und Sanktionen gegeben haben müsste, gehört wohl nicht zur “Kuschelpädagogik”, oder? Ob das zu “Erziehung durch Beziehung” gehört?

    Im übrigen halte ich es für falsch, dass “gerade Jungen” Grenzen benötigen.
    Mädchen benötigen sie ebenso.

    • Mal abgesehen davon, dass sofawolf meiner Erinnerung nach diverse Male seine Definition von Kuschelpädagogik erläutert hat (und dafür immer wieder angegriffen wurde), haben wir jetzt auf N4t auf jeden Fall auch einen “offiziellen” Beitrag außerhalb der Leser-Reaktionen, der diese “Worthülse”, wie Sie es nennen, benutzt.

      • Nun, Palim hat’s ja nicht so sehr mit dem korrekten Widergeben der Aussagen anderer. 🙂 Das wissen wir ja alle inzwischen.

        Erst neulich wurde hier ein typisches Beispiel für Kuschelpädagogik gebracht, als darüber berichtet wurde, dass Klassenarbeiten ggf. nicht gültig sind, wenn 30% der Schüler eine 5 oder 6 erhielten.

        Als weiteres Beispiel für Kuschelpädagogik wurde auf Bayern verwiesen, wo es verboten ist, störende Kinder vor die Tür zu stellen und auf die komplizierten Verfahren, wenn man jemanden etwas nacharbeiten lassen will.

        Ebenfalls wurde in diversen Berichten / Brandbriefen darüber gesprochen, dass man in Konfliktfällen mit Schülern oft als Lehrer den Kürzeren ziehe, von den Leitungen alleine gelassen werde und Maßnahmen durch Anwälte kassiert werden usw. Auch das ist ein Bestandteil von Kuschelpädagogik, denn der Gesetzgeber könnte ja die entsprechenden Bestimmungen in den Schulgesetzen und Verordnungen ändern. Macht er aber nicht.

        Palim nimmt eben nur wahr, was sie wahrnehmen will, um dann zu behaupten, dass es das andere, was sie ausblendet, nicht gäbe.

        • Kuschelpädagogik ist auch, was wir hier über Berlin lasen. Da wird Eltern von Schulschwänzern ein Strafgeld angedroht und gleichzeitig liest man, dass viele Bezirke das aus Mitleid aber nicht anwenden.

  3. Wunderbarer Artikel. Danke.

    Am liebsten würde ich alles zitieren, aber das steht ja oben bereits. Die 6 Punkte finde ich genau richtig und fasse das hier mal als Zusammenfassung auf:

    “Sie wünschen sich zu Recht einen Lehrer mit echter Autorität, der sie beachtet, liebt, ernst nimmt, fördert, unterstützt und den sie gleichzeitig respektieren können. Auch sollte er neben fachlichem Wissen echte Empathiefähgigkeit und Mitgefühl besitzen. Gleichzeitig erwarten gerade Jungen, dass ein Lehrer sich durchsetzen und überzeugend Grenzen setzen kann, wenn diese von der Klasse oder von einzelnen Schülern in Frage gestellt werden sollten. ”

    Den Artikel mögen bitte die jungen Kollegen lesen, die zu Lehrern ausgebildet werden, aber vor allem wohl auch ihre Mentoren und Studienleiter.

    • “Kuschelpädagogik” ist für mich auch, wenn Schüler eine Aufgabe nicht erledigen bzw. eine Anweisung des Lehrers nicht erfüllen wollen und dann auch nicht müssen.

      Z.B.
      (1) Der Lehrer verweist den Schüler wegen Störungen aus dem Raum. Der Schüler will nicht rausgehen und muss nicht rausgehen.

      (2) Der Lehrer bittet den Schüler, die Ergebnisse einer Aufgabe vorzustellen. Der Schüler will nicht und braucht dann auch nicht.

      (3) Der Lehrer gibt auf, ein Gedicht zu lernen. Der Schüler will aber keine Gedichte vortragen und muss es dann auch nicht tun.

      Das alles erlebe ich bei Kollegen oder kenne ich vom Hörensagen.

    • Aber die zu Tränen rührende Geschichte von dem Tod der Mutter soll doch hoffentlich nicht suggerieren, dass die Schwierigkeiten typischerweise von solchen herben Schicksalsschlägen herkommen, oder? Von den eigentlich typischen Schwierigkeiten wird leider nicht gesprochen. Die müssen mehr alltagsnah sein.

  4. Zu sofawolfs Kuschelpädagogik:
    Wieder keine Eingrenzung oder Definition von „Kuschelpädagogik“, dafür aber Beispiele, die als Beleg gelten sollen:
    30%-Hürde der Klassenarbeiten (per Erlass geregelt)
    Verbot, Kinder vor die Tür zu stellen in BY (per Erlass geregelt)
    komplizierte Verfahren, wenn man jemanden nacharbeiten lassen möchte (wer legt das fest?)
    in Konflikten mit Schüler den Kürzeren ziehen, da man von Leitungen alleine gelassen werde (auf welcher Grundlage?)
    Anwälte kassieren die Beschlüsse (auf Erlass bezogen)
    Androhung von Strafgeld bei Schulschwänzern (Ordnungswidrigkeit)

    Ein interessanter Ansatz, “Pädagogik” zu definieren!
    Es geht in allen Punkten um Gesetzgebung.

    Nachträglich gab es noch 3 Beispiele, zusammengefasst zu
    Schüler leistet den Anordnungen der Lehrkraft nicht Folge oder erledigt die Aufgaben nicht, teilweise wird der Schüler dann von der Aufgabe befreit.
    An dieser Stelle kann man pädagogisches Handeln der Lehrkraft erkennen.
    Begründung und Bewertung des Verhaltens fehlen.

    • @ Sehen Sie, Palim, das ist es eben, es geht Ihnen nur darum, zu beschönigen, zu leugnen und kleinzureden. Jeder weiß, was man unter “Kuschelpädagogik” zu verstehen hat. Sogar bei Wikipedia finden Sie was dazu, aber auch das werden Sie sicherlich abzuqualifizieren wissen (Stichwort Wikipedia).

      ZITAT: “Kuschelpädagogik ist ein Schlagwort, mit dem im gesellschaftlichen Bildungsdiskurs des deutschsprachigen Raumes eine schulische Erziehung bezeichnet wird, die durch geringe Leistungsorientiertheit und übertrieben hohe Rücksichtnahme auf vermeintliche Bedürfnisse des Kindes gekennzeichnet sei.”

      https://de.wikipedia.org/wiki/Kuschelp%C3%A4dagogik

      Wieso Ihre Bemerkungen in Klammern bedeuten sollen, dass das keine “Kuschelpädagogik” ist, leuchtet mir nicht ein. Oder was sollen Sie bedeuten. Sage ich ja, dass in Schulgesetzen und Verordnungen (aller Art) Kuschelpädagogik festgeschrieben ist und auch da muss sich also was tun, denn auf deren Grundlage dürfen und müssen wir Lehrer handeln. Alle Beispiele passen zu dem, was z.B. bei Wikipedia als Kuschelpädagogik definiert worden ist: geringere Leistungsorientiertheit (30-%-Regelung); übertrieben hohe Rücksichtnahme (mag keine Gedichte aufsagen = braucht keine Gedichte aufzusagen) usw.-usf.

      Wofür brauchten Sie eigentlich eine Definition? Was wollen Sie damit beweisen oder widerlegen?

      • @ Palim, ach herrje, mir schwant inzwischen, worauf Sie hinaus wollen. Gesetzeshandeln sei keine Pädagogik und deshalb sei der Begriff falsch. Mein Gott, wir diskutieren doch hier über Inhalte und nicht über die “Zutreffenheit” von Bezeichnungen … Kuschelpädagogik ist das, was man mit Kuschelpädagogik verbindet (siehe oben).

        Als Nächstes sagen Sie uns, wir dürften das Handtuch nicht fürs Gesicht benutzen, weil es ja schließlich HAND-Tuch heißt. Was soll das? Meinetwegen können wir die Kuschelpädagogik künftig auch “Propukatepetl” nennen. Ist mir völlig wurscht. Es geht um das, was damit gemeint ist (siehe oben).

        Oder verstehe ich Sie falsch? (Dass es Ihnen um die Begrifflichkeit geht?)

        • “Pädagogik” wird in den Schulen durch Lehrkräfte ausgeführt.
          Dabei sind Lehrkräfte an Gesetze, Erlasse, Verordnungen gebunden.

          Wenn Ihnen etwas nicht gefällt, sind Sie schnell dabei, es mit “Kuschelpädagogik” zu titulieren. Das sieht man auch an den Beispielen, die Sie oben statt einer Definition zur Eingrenzung genannt haben.
          Dabei geht es mit wenigen Ausnahmen um Gesetze, Erlasse, Verordnungen, in deren Rahmen sich Lehrkräfte bewegen müssen.

          Es ist ein Unterschied, ob Sie sagen: “Die Lehrer” agieren zu lasch.
          oder ob Sie sagen: “Die Vorgaben” führen dazu, dass Grenzen von Lehrkräften nicht deutlich genug gesetzt werden können.
          Ersteres intendiert, dass Lehrkräfte durchaus anders handeln könnten, dies aber nicht wollen, letzteres zeigt, dass der Rahmen eng gesteckt ist und IHRER Meinung nach nicht ausreicht.

          “Jeder weiß, was man unter “Kuschelpädagogik” zu verstehen hat.”
          Nein. Das weiß nicht jeder.
          Der Beitrag auf Wikipedia zeigt ja deutlich, dass der Begriff “Kuschelpädagogik” nicht einheitlich verwendet wird.

          Offenbar geht es Ihnen um “zu lasche Gesetze” oder darum, durch den Arbeitgeber rechtssichere Vorgaben zu erhalten, die ein konsequenteres Eingreifen der Lehrkräfte unterstützen.

          • @ Palim (ZITAT):

            “Es ist ein Unterschied, ob Sie sagen: “Die Lehrer” agieren zu lasch.
            oder ob Sie sagen: “Die Vorgaben” führen dazu, dass Grenzen von Lehrkräften nicht deutlich genug gesetzt werden können.”

            Beides, Palim, beides! Ich sehe da eine Wechselwirkung. Ich sehe Vorgaben, die es uns erschweren, konsequenter aufzutreten und ich sehe Kollegen, die das gar nicht wollen. Ich kritisiere beides! Die Wechselwirkung besteht darin, dass die laschen Pädagogen einen großen Einfluss auf die Gestaltung der Vorgaben (Gesetze und Verordnungen) hatten/haben; die wiederum anderen anheimstellen, genauso lasch aufzutreten, weil es anders kaum möglich ist und man dafür sogar noch an den Pranger gestellt wird (siehe Musikehrerfall u.a.), wenn man es nicht tut.

            Das führt am Ende dazu, dass die jungen Kollegen diese Du-du-du-Pädagogik (= Kuschelpädagogik) an den Unis vermittelt bekommen. Die schließen dann mit 1-er Prüfungen ab, scheitern aber im Arbeitsalltag und schmeißen hin, weil sie mit den Kindern nicht zurechtkommen.

            Alles schon erlebt.

  5. Es kommt selten vor, aber in diesem Fall muss ich sofawolf einmal zustimmen (, auch wenn ich meine eigenen Worte gerade mit Erstaunen lese 😉 ).
    Als Lehrkraft ist es (unter viiieeeelem anderen) meine Aufgabe zu unterrichten. Neben dem Fach und der zugehörigen Didaktik gehört die Erziehung dazu – also grob gesagt: die Pädagogik.
    Sie ist nötig, um ein angemessenens Klima zu schaffen, indem alle miteinander lernen können.
    Dieses Klima basiert auf Regeln, welche spätestens von der Lehrkraft eingeführt und von ihre durchgesetzt werden sollen. Diese Regeln dienen langfristig betrachtet nicht nur als notwendige Basis erfolgreichen Unterrichts, sondern auch als Grundlage für ein gesellschaftliches Miteinander.
    In diesem Zusammenhang stellt Kuschelpädagogik eine antiautoritäre Form der Erziehung dar, bei der Kinder bzw. Jugendliche und Lehrkräfte bzw. Eltern gleichberechtigte Partner auf dem gemeinsamen Weg zum Lernerfolg sind. Basis dieser Partnerschaft sollen Interesse, Vertrauen und Freundschaft sein. Die Verantwortung für den Lernerfolg ist dabei verteilt, so dass die Erwachsenen den Schülern den nötigen Freiraum für Individualität lassen, während die Lehrkräfte gleichzeitig die Verantwortung für auftretende Probleme übernehmen.
    Als Kritiker dieser Philosophie formuliere ich zugespitzt (-ähnlich wie es im Artikel im Ansatz dargestellt wird):
    Die heutige (Kuschel-)Pädagogik biedert sich den Kindern an.
    Eltern versuchen im Sinne einer besseren Beziehung mehr Freunde als Erzieher ihrer Kinder zu sein. Regeln und Vorschriften sind dabei (oder daher) teilweise zweitrangig. Natürlich ist dies auch anderen Faktoren geschuldet, wie dem Umstand, dass beide Elternteile arbeiten und so eventuelle Vernachlässigung kompensieren wollen.
    Diese Philosophie wird von Lehrkräften ebenfalls erwartet und/oder von ihnen gelebt. Man soll bzw. möchte Freund, Ansprechpartner und Vertrauter sein und nicht ein Gegenspieler der Klasse.
    Ironischerweise wird diesbezüglich auch immer mehr vermeintliche Verantwortung für den Lernerfolg an die Schüler übergeben. Durch Gruppen-, Wochenplan- und andere Form der Arbeit sollen Lerner ihr eigenen Tempo finden und so optimal gefördert werden. Die Verantwortung für den eventuell auftretenden Misserfolg tragen die Schüler dann aber widerum nicht. Nehmen wir die von Sofalwolf angesprochene 30%-Regelung als Beispiel: Die Lehrkraft bereitet einen Arbeitsplan vor. Individuell wird der Inhalt vermeintlich abgearbeitet. Dazu kommen noch eine Gruppenarbeit mit anschließenden Vorträgen. Anschließend wird eine Arbeit geschrieben und dieses muss wiederholt werden, weil die Lehrkraft das Lernziel nicht ermöglich hat – nicht weil die Schüler sich nicht angemessen mit den Inhalten auseinandergesetzt haben.
    Meine Lieblingsbeispiele sind hier immer wieder:
    – Bei einem Interview wurde eine Grünen-Politiker (Vertreterin der Einheitsschule) nach dem Verlassen des Gymnasiums nach Klasse 6 befragt. Sie gab an, dass das Abschulen eine ungerechte Strafe für die Kinder ist, die aber von den Gymnasien zu verantworten sei, da die Gymnasien ihrem Autrag der individuellen Bildung nicht nachkommen.
    – Bei einer Fortbildung wurde ich darauf hingewiesen, dass das Wort “faul” in der heutigen Schule tabu ist. Es impliziert, dass Kinder sich gewollt und bösartig nicht dem Unterrichtsstoff zuwenden. Vielmehr heißt es “mangelt motiviert”, was die Verantwortung der Lehrkräfte beinhaltet den Unterrichtsinhalt interessanter zu gestalten.
    Um zum 30%-Beispiel zurückzukommen: Es ist also nie die Schuld der Kinder, wenn eine Arbeit nicht zufriedenstellend ausgefallen ist, sondern die der Lehrkräfte, die vielleicht zu langweilig sind.

    Zusammengefasst (und zugespitzt) zeigt sich Kuschelpädagogik dort, wo sich Schule den Kindern anbiedert und sich für sie verbiegt, aber gleichzeitig keine Ansprüche bezüglich Leistung an sie stellt oder die Übernahme der Verantwortung für den eigenen Misserfolg einfordert.

    • Ich habe kein Problem, Ihnen zuzustimmen, PeterPan. 🙂
      (siehe auch meinen Kommentar von 12.24 Uhr)

      Meiner Meinung nach fragt sich ein guter Lehrer beim Versagen der Kinder bei einer Aufgabe (auch: Test oder Klassenarbeit) immer zuerst selbst, was er versäumt oder falsch gemacht hat, dass die Kinder scheiterten, und nicht die anderen. Das Ergebnis kann aber durchaus sein, dass der Fehler nicht auf der eigenen Seite liegt, sondern bei doch den anderen! Der Unterschied besteht lediglich in der Herangehensweise, aber ich halte ihn für fundamental.

      Die Illusion der “Kuschelpädagogen” besteht doch eben darin, dass man die Schüler nur richtig motivieren müsse, dann wollten sie alle IMMER GERNE lernen. Dazu gehört auch, dass Lernen immer Spaß machen soll, sonst kriegt man Schüler ja nicht dafür motiviert. So wird im Unterricht immer mehr “gespielt”. Lernen macht aber nicht immer Spaß. Zum Lernen gehört auch Anstrengung, Aufmerksamkeit, Konzentration, Zuhören, Mitdenken, (langweiliges) Üben (weil spaßiges Üben oft von den Übungsinhalten zu weit wegführt, sodass der Lerneffekt nahezu ausbleibt). Selbst bei den interessantesten Themen gibt es doch immer wieder Kinder, die das nicht interessiert und bei den abwechslungsreichsten Methoden doch wieder Kinder, die darauf jetzt gerade keinen Bock haben.

      Seien wir ehrlich, die allermeisten Kinder würden, egal, was wir gerade machen und was gerade unser Thema ist, in diesem Moment lieber etwas anderes tun. 🙂 Das ist einfach so, aber das müssen sie auch lernen für ihr späteres Leben, dass man auch mal Dinge tun muss, die man in diesem Moment gerade nicht tun möchte und die keinen Spaß machen, aber notwendig sind.

      • Einige Gedanken:
        Vielen Kindern in Deutschland macht Schule keinen Spaß/keine Freude und sie empfinden Hausaufgaben und Lernen als Quälerei. Dieser Gedanke ist bei uns schon seit Jahren Mode geworden. Wenn ich morgens vor den Ferien die Radiomoderatoren höre, dann wird hier ins gleiche Horn geblasen: Juhu Ferien! Keine Hausaufgaben! So wie Schule immer eine Qual wäre. Das war einmal anders und ist in einigen Ländern anders. Da ist Schulbildung ein Privileg.

        “Kuschelpädagogen” sind für mich ebenfalls Lehrer, die sich den Kindern anbiedern. Und die habe ich auch schon vor Jahren an den Hauptschulen gesehen. Und genau dieses Phänomen, was der Autor beschreibt, war eingetreten. Solche Kollegen wurden von pubertierenden Schülern nicht ernst genommen.

        “Kuschelpädagogen” sind für mich aber nicht diejenigen, die für ihren Unterricht eine sinnvolle Motivationsphase einbauen. Das ist für mich das Handwerkszeug des Lehrers. Wenn man statt einer extrinsischen noch eine intrinsische Motivation schafft, dann ist das doch toll! Und das geht nur, wenn der Lehrer selbst hinter dem Thema steht. Das hat doch nichts mit Spielen zu tun! Man hat einige Möglichkeiten aus der methodischen Palette die Schüler zu motivieren. Wichtig ist, dass man das auswählt, was die Schüler anspricht. Klar kann einmal ein Spiel dabei sein, muss es aber nicht.

        Außerdem bin ich bei Spielen nur für einen sinnvollen Einsatz – die Spiele müssen schon viele Fähigkeiten schulen, die man braucht. Sinnvoll eingesetzte Spiele sind nicht ohne – für ein englisches Vokabeltraining kann ich z.B. auch einmal zusätzlich ein Memory einsetzen, dabei schule ich zusätzlich noch die räumliche Merkfähigkeit und das Langzeitgedächtnis. Man muss sich eben den sinnvollen Einsatz von Spielen überlegen und sich damit beschäftigen.

        Ansonsten weiß ich das selbst von Rückmeldungen der Schüler über den Unterricht, dass nicht alle gleich gerne bestimmte Themen machen. Es gibt bestimmte Favoriten und Fächer – z.B. Sport – aber wenn man als Allroundlehrer einmal eine Umfrage bei den Schülern macht, sind das je nach Kinder ganz unterschiedliche Sachen. Anstrengende Dinge macht kaum jemand gern.

        Zum vor die Tür stellen: Wegen der Aufsichtspflicht ist es wirklich schwierig, ein Kind unbaufsichtigt vor die Tür zu stellen. Wir bringen solche Störer dann in andere Klassen oder in den Trainingsraum. Das ist genauso eine Konsequenz/Strafe. Wichtig ist, dass solche Konsequenzen eine Verbesserung des Verhaltens bewirken.

        Verantwortung für sich selbst und seine Leistungen:
        Das wird bei uns in den aktuellen Lehrplänen von den Schülern eingefordert – nämlich die Selbstreflektion.
        Diese bildet in den Lernentwicklungsgesprächen, durchgeführt in den Grundschulen statt Halbjahreszeugnis, eingefordert mit anschließenden Zielvereinbarungen in Richtung Verbesserungen eigener Leistungen bzw. Verbesserung des eigenen Verhaltens einen wichtigen Baustein. Durch diese Art wird viel mehr Eigenverantwortung an den Schüler gegeben wie früher. In meinen Augen auch zwingend notwendig!

        • Konkretisierung:
          Die Aufgabe und mitunter das Problem, die richtige Distanz zu den Schülern zu finden haben in meinen Augen Lehrer aller Schularten. Es gibt sicher überall “Kuschelpädagogen”. Gerade bei Pubertierenden halte ich es für schwierig. Und ich habe in den Hauptschulen gesehen, dass gerade die Lehrer, die zu nachgiebig waren, nicht für ernst genommen wurden und einen schweren Stand hatten. Ich vermute, das Problem gibt es auch an Realschulen und Gymnasien. Das gab es übrigens schon immer, hat man selbst als Schüler auch schon so erlebt.

        • “Die Illusion der “Kuschelpädagogen” besteht doch eben darin, dass man die Schüler nur richtig motivieren müsse, dann wollten sie alle IMMER GERNE lernen. Dazu gehört auch, dass Lernen immer Spaß machen soll, sonst kriegt man Schüler ja nicht dafür motiviert.” (sofawolf)

          “aber wenn man als Allroundlehrer einmal eine Umfrage bei den Schülern macht, sind das je nach Kinder ganz unterschiedliche Sachen. Anstrengende Dinge macht kaum jemand gern.” (ysnp)

          Meine Beobachtung ist eine andere.
          Es geht nicht darum, dass alles “Spaß” machen muss, das ist ein Vorwurf, der gerne an Grundschulen herangetragen wird, weil dort andere, aktivierende Methoden eingesetzt werden. Diese sind aber nicht dafür eingesetzt, dass es “Spaß” macht… wobei es nicht ausgeschlossen sein muss und Kinder nach einer anregenden Stunde, die wie im Fluge verging, sagen: “Das hat Spaß gemacht.”, selbst wenn die Inhalte und Aufgaben anstrengend waren.

          Immer mehr Schüler müssen zu Beginn der Schulzeit LERNEN, dass man sich für etwas anstrengen muss. Diese Beobachtung teile ich. Man muss ihnen beibringen, dass man auf diesem Weg etwas lernt, dass es sinnvoll ist, etwas zu üben. DAS muss man in Klasse 1 üben, erläutern, besprechen, erfahrbar machen, indem die Kinder Erfolge erzielen, die für sie sichtbar werden. Und häufig braucht es diese Erfahrung auch in späteren Schuljahren.
          Wissbegierde und Lernhunger sind bei wenigen Kindern vorhanden, schon gar nicht, wenn vor der Schule das Interesse der Kinder keine Beachtung fand und keine Interessen geweckt wurden… und auch nicht, wenn Eltern dem, was in der Schule passiert, ebensowenig Beachtung schenken und selbst unentwegt vor sich hertragen, dass sie Schule immer doof fanden.

          Dennoch gibt es auch unter schwachen SuS eine Menge Kinder, die sich anstrengen, die gerne Aufgaben machen, die sie fordern, sofern dies nicht aussichtslos erscheint!

          Das, was “anstrengend” und unattraktiv erscheint, machen die Kinder nicht gern, wer macht das schon?
          Aber das, was als “anstrengend” empfunden wird, ist auch sehr unterschiedlich. Für die einen sind es von Beginn an Motorikübungen, für die anderen Rechnen, für die dritten Sport oder auch Unterrichtsgespräche, weil man sich nicht gerne vor anderen äußert. In der Grundschule sind die Bezüge und die Hintergründe unmittelbarer, man kann für die einzelnen Kinder recht gut einschätzen, welche Aufgaben ihnen schwer fallen und weiß meist auch, warum das so ist. “Unlust” aus “Unlust” gehört nur sehr selten dazu.

          Dabei lernt man dann, dass es auch solche Aufgaben gibt, die zu erledigen sind. Und man kann als Lehrkraft durchaus motivieren oder unterstützen, sodass die Aufgabe weniger schwieriger erscheint oder weniger schwierig ist, weil Herangehensweisen, Tipps zum Bewältigen o.a. das Kind befähigen, auch diese Aufgabe zu schaffen.

          “”Die Illusion der “Kuschelpädagogen” besteht doch eben darin, dass man die Schüler nur richtig motivieren müsse, dann wollten sie alle IMMER GERNE lernen. ”
          Das Bestreben der Pädagogen, die häufig als “Kuschelpädagogen” verunglimpft werden, besteht darin, dass ihnen Motivation wichtig ist und sie Pädagogik in ihr Handeln mit einbeziehen. Sie sind bemüht darum, dass die Kinder IMMER GERNE lernen, weil sie wissen, dass das Lernen unter der Prämisse besser gelingt. Das schließt aber Motivation und Anstrengung nicht aus.

          • Bei deinen Ausführungen ist mir bewusst geworden, dass man “Anstrengung” unterschiedlich sehen kann. Ich meinte die Anstrengung, die Schüler als mühsam empfinden.
            Wenn man motiviert ist, empfindet man die Anstrengung nicht unbedingt als Anstrengung (im Sinne von mühsam), weil man Spaß an der Anstrengung hat und quasi motiviert mit Freude an die Aufgabe herangeht. (klassisches Beispiel: Knobelaufgaben, die man unbedingt lösen möchte.)
            Ich meinte die Anstrengung, die man als Pflicht und unmotiviert leisten muss. Da fehlt es an Pflichtbewusstsein – früher hat man das durchaus mehr in Kauf genommen.

          • Ja, das ist mir auch klarer geworden in der Auseinandersetzung darüber.
            Aber was wäre eine klassisches Beispiel dafür, dass man etwas machen muss?
            Ich habe Beispiele genannt, finde aber kein allgemein gültiges: während ein Kind die Übungen zur Handmotorik lästig, ätzend, schwierig findet und unmotiviert ist, finden andere Kinder genau das als wunderbar.
            Bei so ziemlich jeder Aufgabe gibt es Kinder, die genau diese Aufgabe mögen.

  6. “Kuschelpädagogik”, “Einheitsschule”… da packen sie wieder die polemischen Kampfbegriffe aus, um ihr Weltbild zu verteidigen. Auch ich habe jedenfalls keine Ahnung, was damit genau gemeint sein könnte und der Hinweis, “was man damit verbindet”… das ist so dürftig! Aber sei´s drum, der Artikel enthält viel wahres und empirisch gesichertes, was wohl 90% der Lehrerschaft im Großen und Ganzen unterschreiben würden; insbesondere an weiterführenden Schulen. Aus dem Blick geraten sollte aber nie das Primat der Pädagogik. Kinder unterrichten wir, später Jugendliche und junge Erwachsene, nie Fächer. Wer das vergisst, wird scheitern oder zumindest nicht alle Potentiale abrufen. Das Fallbeispiel “Stefan” wirkt auf mich seltsam holzschnitzartig, konstruiert- als wären Kinder binäre input-output-Systeme: Auf a folgt b worauf mit c reagiert werden muss um d zu erzielen. Ein gutes Wort in einer Krisensituation ist hübsch und gut und richtig aber echte pädagogische Herausforderungen erfordert pädagogisch systematisiertes und vernetztes Handeln auf verschiedenen Ebenen.

  7. Was vor allem männliche Jugendliche in der Pubertät brauchen:
    Verzicht auf aufreizenden Kleidung bei den weiblichen Lehrkräften und männliche Lehrer als Vorbilder.
    Lehrerinnen sollten darauf achten ihre weiblichen Reize (Haare, Gesicht, Brüste, Arme, Hände, Beine) zu bedecken damit sie ihre Schüler nicht verwirren.
    Zusätzlich sollten die Länder vermehrt männliche Lehrkräfte ausbilden und einstellen. Etwa durch eine Quotenregelung bei der Vergabe von Studienplätzen und Stellen, aber auch in dem mehr Geflüchtete – etwa aus Nordafrika und dem nahen Osten – fit für die Tätigkeit als Lehrer gemacht werden.

  8. @ Von Lehrern, die ihren Job hinschmeißen, schrieb ich oben. Hier steht auch was dazu:

    AUSZUG: “Ich unterrichtete, während Kinder sich prügelten, mit Stühlen warfen, auf den Tischen standen und schrien. In meinem ersten Jahr an dieser Schule ging ich in der Pause auf die Toilette, um zu weinen. Gegen Ende meiner ersten Schwangerschaft tickte ein sonst ruhiger Junge aus, schubste mich und drohte mir damit, mir in den Bauch zu boxen, damit mein Baby stirbt. Der Junge musste die Klasse verlassen.”

    AUSZUG 2: “Wenn es gut läuft, unterrichte ich 20 Minuten in einer Schulstunde, die restlichen 25 Minuten verbringe ich mit Ermahnen, Erziehen und Beruhigen. Ein Schüler wälzt sich auf dem Boden hin und her. Ein anderer steht auf und bespuckt seine Mitschüler. Ein Junge schreit so laut, dass ich denke, mir platzt das Trommelfell. Ein Schüler fängt an zu singen, ein anderer führt Selbstgespräche. Einer leckt die Wand ab. Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich arbeite nicht mehr mit den Schülern, sondern gegen sie.”

    AUSZUG 3: “An der Gesamtschule, an der ich anfing, gab es immer wieder Stress und Schlägereien. Von der Schulleitung hieß es dazu: “Schreib das auf. Erst wenn die Akte voll ist, können wir etwas machen.” Selbst mit einer vollen Akte bekamen die Schüler aber nur eine Mahnung – nichts, was sie beeindruckt hätte. Ich hätte mir gewünscht, dass wir Schüler schneller suspendieren, also zu Hause lassen. Damit die Eltern sehen, wie die sich benehmen. Mit leeren Drohungen erreicht man die Schüler nicht. Die lächeln dich an und machen weiter.”

    https://www.zeit.de/arbeit/2018-04/lehrer-schule-bildung-ueberforderung-traumberuf-aufgabe/komplettansicht

    Gerade Auszug 3 zeigt wieder, was mit Kuschelpädagogik gemeint ist, aber Palim will ja vor allem über Begrifflichkeiten diskutieren und das Thema am liebsten kleinreden. Palim, so helfen Sie Betroffenen nicht, so fallen Sie ihnen in den Rücken !!!

    • Was ist denn der Gegenentwurf?
      WAS genau hätten SIE denn gerne, sofawolf?

      Ich unterrichte auch Kinder mit ESE-Gutachten und auch ich muss mich damit auseinandersetzen. Nicht vom Hörensagen, sondern täglich. Das jetzige Kind ist nicht gewaltbereit, aber es gibt auch im GS-Alter Kinder, die aggressiv sind oder (sexuell) übergriffig, nicht nur an Brennpunktschulen, dort aber sicher um so mehr.

      Ja, mich nervt, dass ich alles notieren muss, täglich, jede Stunde, jede Pause, jeden Vorfall, aber nur das hilft und zeigt letztlich auch über Monate, was vorgefallen ist.
      In einer Klassenkonferenz wird verlesen, was vorgefallen ist, und jede Lehrkraft kann ergänzen.
      Eltern und Kind können Stellung dazu nehmen.

      Einfacher ist es, wenn Eltern mitarbeiten, schwieriger ist es, wenn Eltern oder Jugendamt jegliche Sanktion anzweifeln oder sogar dagegen angehen.

      Gibt es Vorfälle, bei denen Gefahr in Verzug ist, kann das Kind sofort suspendiert werden. Die Maßnahme kann im Nachhinein gerechtfertigt werden und eine Ordnungsmaßnahme kann dennoch erfolgen.

      Der Ausspruch “Schreib das auf. Erst wenn die Akte voll ist, können wir etwas machen.” ist schlichtweg falsch.
      Richtig daran ist, dass man alles notieren muss.
      Wichtig daran ist, dass dies möglichst alle Kolleginnen machen sollten, dann ist es einfacher, in einer Konferenz zu einem Beschluss zu kommen. Die Konferenz, in der es um Erziehungsmittel geht (auch Androhung von Ordnungsmaßnahmen), wird von der Klassenlehrerin einberufen und geleitet. Das hat man somit ja selbst in der Hand!

      Entscheidend ist, dass die Akten gerichtsfest sind. Stimmt. Da geht es um Termine, Fristen und häufig auch um Formulierungen und viel zu häufig ist es so, dass Lehrkräfte und Schulleiter Lehrgeld bezahlen, weil die Bestimmungen Anwälten klar sind, Lehrkräften aber viel zu wenig.
      Dafür gibt es allerdings, wie ich inzwischen weiß, eine Rechtsabteilung bei der Landessschulbehörde, die hilft, WENN man da anruft!
      Und wenn die Akten in Ordnung sind und die Maßnahmen womöglich mit der Dezernentin vorab besprochen, wird auch ein Gericht diese Maßnahmen nicht zurücknehmen.
      Zudem gibt es Möglichkeiten, das Verfahren so zu gestalten, dass selbst ein Widerspruch keine aufschiebende Wirkung hat und die Maßnahme schon vollzogen ist, bevor ein Gericht etwas entscheidet.

      Das ist zermürbend, das finde ich auch, aber es ist eben nicht so, dass man nichts machen könnte.
      Schlimm daran ist, zu suggerieren, man könne nichts machen.
      Und mit jedem Vorfall, der geschieht, ohne dass etwas unternommen wird, wird dieses Signal größer – für Täter UND Opfer!

      Über die Begrifflichkeit von “Kuschelpädagogik” muss man sich dennoch unterhalten, denn diese ist nicht so klar gesetzt, wie Sie vorgeben (siehe Wikipedia) und in Ihrem Sprachgebrauch offenbar ganz anders besetzt als in anderen Medien.
      Und bevor man nicht definiert hat, worum es geht, kann das auch niemand “kleinreden”.

      Die Frage vom Anfang bleibt: Was ist denn IHR Gegenentwurf, sofawolf?

    • Zunächst mal dürfte klar sein: Je mehr solcher erschreckender Meldungen es in Zeitungen gibt, desto spärlicher wird der Lehrernachwuchs werden. Etwas anderes kann ich mir nicht vorstellen, egal ob A13 oder nicht.

      Zum zweiten muss man mal fragen, warum solche Brennpunktschulen überhaupt zusätzlich mit der Inklusion derart belastet werden, dass bis zu 5 solcher Kinder in einer Klasse sind. Das müsste wohl nicht sein. Hier könnte man tatsächlich durch Verkleinerung der Klassen (notfalls auch eigene Förderklassen wie in Schweden) die Situation erleichtern.

      Zum dritten aber fagt man sich, was das für Brennpunkte sind, von denen die Rede ist. Da gibt es rein soziale Brennpunkte (etwa deklassierte und frustrierte Leute in den neuen Bundesländern), aber es gibt auch solche mit hohem Migrantenanteil und “interkulturellen” Problemen, speziell in westdeutschen Großstädten. Klassische Beispiele sind Hamburg-Wilhelmsburg und Köln-Chorweiler. Für Wilhelmsburg weiß Wikipeda, dass es dort 20 % Hartz IV gibt und unter den jungen Leuten 79 % Migranten. Zu Chorweiler steht was von 40 % Hartz IV und 40 % Ausländeranteil, das lässt vermuten, dass unter den jungen Leuten auch mindestens 75 % Migranten sind. Folglich werden es dort kaum die einheimischen Deutschen sein, die die Hauptprobleme auslösen. Das wird aber gern verschwiegen, auch in dem ZEIT-Artikel steht nur etwas verschämt folgendes:
      “Manche Schüler sagen: Meine Eltern kriegen seit dreißig Jahren Sozialhilfe, wir fahren trotzdem in den Urlaub, warum soll ich mich anstrengen? Das kann ich nicht kontern. Wenn ich mit einer Sechs drohe, ist denen das egal. Zu Kolleginnen sagen manche Jugendliche mit Migrationshintergrund: Von einer Frau lasse ich mir sowieso nichts sagen.”
      Vielleicht darf man feststellen: Für die Probleme mit Migrantenkindern könnten sich ja auch mal die Migrantenorganisationen verantwortlich fühlen, die es reichlich gibt und die immer sehr selbstbewusst auftreten. Es gibt ja auch eigene Zeitungen, z.B. die Deutsch-Türkischen Nachrichten, eine eigene deutsch-russische Zeitung, eine deutsch-arabische Zeitung “Abwab” usw.
      Bei der türkischen Zeitung findet sich dann aber nichts zu den Disziplinproblemem, vielmehr klagt man über angeblich zu geringe Förderung und pflichtschuldigst auch mal über religiöses Mobbing, außerdem ist viel vom Kopftuch die Rede:
      http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/thema/schule/
      Ich denke, die Migrantenorganisationen könnten sich sehr wohl auch mal mit den Problemen beschäftigen, die von ihren eigenen Leuten verursacht werden, statt immer nur die deutsche Gesellschaft anzuklagen. Es gibt auch schon Lehrer mit Migrationshintergrund. Die könnten aus der Schule plaudern und vielleicht auch Vorschläge machen.
      So ganz nebenbei gibt es auch schon türkische Privatschulen, in denen die “besseren Leute” unter sich sind. Sie laufen unter der Bezeichnung BIL oder Tüdesb. Wie es da um die Inklusion stehen mag? Das Motto scheint zu sein: “Segregation ist nur schlecht, wenn sie von Deutschen betrieben wird. Und nur Deutsche sind Schuld am schlechten Benehmen von Kindern mit Gewalt gegen Lehrer schon in der Grundschule. Der andere “kulturelle Hintergrund” ist ganz und gar unschuldig an allem. Die andere (Leit-)Kultur ist nur positiv zu sehen, die deutsche (Leit-)Kultur dagegen ist grundsätzlich schlecht.”
      Vgl. auch den Beitrag von Alreech oben, nach dem deutsche Lehrerinnen, die ihre Haare nicht verhüllen, angeblich die armen Schüler verwirren. Das zeigt so richtig die Tendenz zu Ausreden, was das Benehmen betrifft.

      • Wenn man diese Brennpubkte entschärfen wollte, müssten ja mehr Migranten und Beeinträchtigte auf andere Schulen gehen.
        Da würde sich vermutlich noch mehr Protest regen, denn ans Gymnasium sollen diese SuS ja nicht, obwohl diese bei einer Quotenregelung sicherlich ausgleichend aufnehmen könnten.

        Zustimmen würde ich, dass genau diese Schulen, die so viele SuS aufnehmen, die zusätzliche Unterstützung benötigen besonders gut ausgestattet werden müsste – im Interesse aller.

        • In Berlin gibt’s bereits Gymnasien mit einem Migrantenanteil über 90 %:
          https://www.gymnasium-berlin.net/migrationshintergrund
          Die beiden in der Liste ganz obenan liegen in Neukölln, die nächsten beiden im Wedding (auch so ein Problembezirk). Und wer nicht lesen und schreiben kann, den können Gymnasien auch bei gutem Willen nicht “ausgleichend aufnehmen”. Zur Inklusion am Gymnasium gab’s schon eine extra Diskussion hier bei n4t. Zu den Privatschulen der bildungsorientierten Türken hatte ich schon was gesagt.

          Übrigens: Köln-Chorweiler ist eine Vorstadt weit draußen (Betonburg von Sozialbauwohnungen) mit eigenen Schulen. Sollen Grundschulkinder mit der S-Bahn in die City fahren und von dort mit der Straßenbahn weiter?
          Ich finde, es wäre schon was gewonnen, wenn die jeweilige Community der MIgranten ihren eigenen Leuten und besonders den Kindern mal klar und eindringlich sagen würde, dass auch Lehrerinnen, Polizistinnen etc. in Deutschland zu respektieren sind und dass überhaupt den Lehrern Folge zu leisten ist. Das könnte man auf das übrige Benehmen ausdehnen. Aber ich fürchte, manche Eltern sind gar nicht dieser Meinung. Sie kommen in die Schule und beschimpfen Lehrer/innen. Sowas könnte z.B. in den entsprechenden Zeitungen stehen (tut es aber offenbar nicht, schauen Sie in die Türkischen Nachrichten). Wer von den Migranten liest schon die ZEIT?

          • Es war doch Ihr Punkt 2, dass Brennpunktschulen nicht mit Inklusion belastet werden müssten.
            Dann müssen die Kinder mit Beeinträchtigungen eben zudem Schulen gehen, an denen bisher weniger andere i-Kinder sind und wenige andere Konflikte bestehen.
            Habe ich Ihren Vorschlag falsch verstanden?

          • “… nicht mit Inklusion belastet werden müssten.”
            Jedenfalls nicht in dieser bürokratischen Art. So meinte ich das, ich dachte, es stünde oben schon. Wenn die “normalen” Schüler schon Problemfälle sind, kann man eben nicht noch beliebig draufsatteln. Was nicht geht, geht nicht. Also dann lieber (kleine) Extraklassen mit den i-Kindern oder überhaupt kleinere Klassen in solchen Fällen. Oder die Förderschulen nicht so hastig auflösen. Man geht da mit dem Rasenmäher vor nur wegen bürokratischer (!) Vorgaben von Mindestgrößen (!), das muss man den Schulbehörden vorhalten, z.B. hier:
            https://www.ksta.de/koeln/inklusion-foerderschulen-droht-das-aus-3974182
            Im ganzen Kölner Norden gibt’s noch eine einzige Förderschule, und der Problembezirk Chorweiler gehört dazu.

            Ich weiß, der Transport von Kindern in Nachbarbezirke ist der Traum vieler, aber wie weit soll das jeweils gehen? Wollen Sie geistig behinderte Kinder dem (oft überfüllten) öffentlichen Nahverkehr anheimgeben mit mehrmaligem Umsteigen? In Frankreich verfügte man übrigens eine “carte scolaire”, und die Schüler durften gar nicht raus aus dem Bezirk, in dem sie wohnten. Das gab auch Ärger. Nehmen Sie Köln, da gab’s lt. Wikipedia schon 2015 einen Migrantenanteil von 37 % insgesamt, bei den unter 18-jährigen 52 %, heute vermutlich schon mehr. Da geht gar nicht mehr so viel an Umverteilen. Man müsste schon raus aus der Millionenstadt, aber das sind weite Wege.
            Ein Experte für Inklusion bin ich ganz und gar nicht, aber ich habe den Eindruck gewonnen, so wie man das macht, geht es eben nicht. Sonntagsreden über Menschenrechte können nicht wichtiger werden als die traurige Realität aus dem Zeit-Online-Artikel. Überlegen Sie selbst: wären Sie als Kind bereit gewesen, in solch eine Klasse zu gehen? Für mich wäre das ein Albtraum gewesen.

            Gegenfrage: Das Einfordern eines besseren Benehmens der nicht direkt verhaltensgestörten Kinder, z.B. das Respektieren auch von Lehrerinnen, das halten Sie nicht für erforderlich? Der Artikel bei Zeit-Online legt das aber nahe.

          • “Gegenfrage: Das Einfordern eines besseren Benehmens der nicht direkt verhaltensgestörten Kinder, z.B. das Respektieren auch von Lehrerinnen, das halten Sie nicht für erforderlich? ”
            Wie kommen Sie darauf?
            Ich fordere eine Menge ein.
            Das Problem sind aber nicht allerorten Migranten, die sich nicht anpassen wollen oder radikale Islamisten. Hier sind das Problem eher Eltern, die sich um gar nichts kümmern wollen.
            Da sind die Eltern mit Migrationshintergrund tatsächlich engagiert und um ihre Kinder stärker bemüht.

            Was die Inklusionsschüler betrifft:
            Es sind auch sonst gern weite Wege, wenn die nächste Förderschule 30 km oder 100 km entfernt ist.
            Da überlegen sich Eltern, ob sie ihr Kind als Erstklässler morgens und mittags/nachmittags 1 Stunde mit dem Taxi dahin schicken oder ob es nicht auch vor Ort gelingen könnte.

            Was mich betrifft: Ich kann mir im Nachhinein nicht vorstellen, in einer “solchen” Klasse gewesen zu sein. Mein Ref war in einer “solchen” Klasse, die geschilderten Probleme gab es nicht. In meiner jetzigen Schule sind Kinder mit Migrationshintergrund und es gibt nur sehr selten Konflikte mit diesen Eltern. Für diese Eltern ist eine Lehrkraft viel eher eine Respektsperson als für andere Eltern, die mit Schule nichts zu tun haben wollen, weil Schule und Lernen “uncool” sind oder weil sie ihre eigene Schulzeit gehasst haben oder weil ihnen so ziemlich alles egal zu sein scheint.

            Was ich persönlich als Kind wirklich nicht gelernt habe, ist der Umgang mit Behinderungen und Beeinträchtigten. Das war etwas sehr Außergewöhnliches. Eine andere Schülerin hatte einen geistig behinderten Bruder und ich war zu Hause bei ihr beeindruckt, wie selbstverständlich alle mit ihm umgingen.
            Ich finde, dass es in Deutschland in dieser Hinsicht noch an vielem fehlt – AUCH an Unterstützung, egal um welche Schule es letztlich geht.

          • “besseres Benehmen”
            Ich meinte das nicht als Vorwurf, aber Sie haben mehr vom Transport der Kinder in andere Schulen gesprochen. Dadurch allein wird das benehmen nicht besser.
            In dem Link von sofawolf zum Zeit-Artikel stehen so haarsträubende Dinge drin, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass die nur von wirklich Verhaltensgestörten herrühren. Es gibt doch so viele Unverschämtheiten, die nicht nötig wären. Aber keiner redet davon. Unter “Wie lernen Kinder Werte …” steht jetzt was bei n4t. Aber wie man das konkret erreicht, steht dort nicht.

          • @Palim
            Sie sagen: “Was ich persönlich als Kind wirklich nicht gelernt habe, ist der Umgang mit Behinderungen und Beeinträchtigten.”
            Soll die Billig- und Schlechtbeschulung behinderter Kinder in Regel- statt Förderschulen dazu dienen, dass die anderen Kinder diesen Umgang lernen und mit ihm wichtige Erfahrungen fürs Leben sammeln?
            Weiter sagen Sie, dass die Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund an Ihrer Schule den Lehrkräften kaum Probleme bereiteten, weil sie in Lehrern viel eher eine Respektsperson sähen als andere Eltern.
            Ist daraus zu schließen, dass Migrantenkinder und deren Eltern entgegen der Behauptungen anderer Schulen im äußerlichen Benehmen eine Wohltat für Lehrer und Mitschüler sind?

          • Wenn ich oben von “Albtraum” gesprochen habe, dann meinte ich nicht die Anwesenheit von Behinderten, sondern dasjenige Benehmen, das in dem Zeit-Online-Artikel beschrieben wird (Link von sofawolf). Man kann “normale” und sich besser benehmende Kinder auch zugrunde richten, indem man sie in eine solche Umgebung steckt. Das ist vermutlich ohnehin ein Problem (bildungsfernes vs. bildungsnahes Benehmen).
            Im übrigen habe ich wahrgenommen, dass in westdeutschen Großstädten (auch Berlin) die sog. “Problembezirke” immer auch (zufällig oder nicht) diejenigen mit einem hohen Migrantenanteil unter Kindern und Jugendlichen sind. Stimmt das nicht?
            Und ordentlich benehmen sollen sich natürlich alle, auch die einheimischen Deutschen. Früher war das nahezu selbstverständlich. Irgendwann muss es eingerissen sein, dass man ein anderes Benehmen toleriert hat, z.B. Respektlosigkeiten gegenüber Lehrern. Zufällig oder nicht — das scheint gleichzeitig mit der großen Zuwanderung gewesen zu sein.

          • Speziell Berlin-Neukölln. Hier (und in Mitte) liegt der Hatz-IV-Anteil unter den 8- bis unter 14-Jährigen bei 50 %:
            https://www.welt.de/regionales/berlin/article176343299/Jeder-dritte-Minderjaehrige-in-Berlin-lebt-von-Hartz-IV.html
            Gleichzeitig liegt der Migrantenanteil in Neukölln bei 45 % insgesamt, also bei den kleineren Kindern sicher deutlich darüber, im Norden bei 90 % (sagt Buschkowsky). Soll man wirklich die Grundschulkinder weit weg in andere Bezirken transportieren, wo sie dann mit einer anderen Welt konfrontiert sind? Die Entfernungen sind enorm.

          • @cavalieri 22:32
            Wenn man die Gerichtsverhandlung betrachtet, weil das Amt einem Schüler den Weg zum Gymnasium nicht bezahlen wollte, weil eine Oberschule fußläufig erreichbar war, kann ich mir kaum vorstellen, dass das passieren wird. Es sind ja äquivalente Schulformen in der Nähe vorhanden.

          • xxx: Das sind nur bürokratische Vorschriften, die man auch ändern könnte. Palim hatte oben den Transport von Schulkindern ins Gespräch gebracht. Den Vorschlag kann man öfter lesen, der Fachausdruck lautet “busing”. Hat sich aber bislang wohl nicht bewährt. Und kostet natürlich auch Geld.

          • Das war kein Vorschlag, das ist Realität und meint nicht das tägliche Mama-Taxi, somdern die Beförderung zur nächsten weiterführenden Schule oder Förderschule.
            Wenn ein Flächenland wie NDS. drei oder vier Standorte für die Förderschule Hören hat, sind die Wege weit und 1 Std Fahrt notwendig … oder die Unterbringung im Internat.
            Wenn das Gymnasium in der nächsten Stadt ist und die Oberschule oder IGS bisher keine Oberstufe anbietet, fahren die SuS in die nächste Stadt, um dort zur Schule zu gehen… für die Oberstufe oder für die Wahl der geeigneteren Schulform ab Klasse 5.
            Wenn nur wenige Ganztagesgrundschulen eingerichtet sind mit einer Betreuung bis 15.30 Uhr und es keinerlei Hörte gibt, werden die SuS morgens eingesammelt und nachmittags zurückgebracht… auch in Flächengemeinden.

            Geändert hat sich aktuell nur, dass Förderschulstandorte Lernen geschlossen wurden und die Schüler, die zuvor schon 20 km transportiert werden mussten, nun noch weitere Wege haben, wenn Sie ab Klasse 5 in die neu zu gründenden, da wieder erlaubten FöS Klassen gehen möchten.

          • Die Frage nach dem Transport der Schüler um eine andere Verteilung der Schüler mit speziellen Bedarfen zu erreichen, ist eine, die darüber hinaus geht.
            Wie kommt es denn dazu, dass bestimmte Kinder aus bestimmten Vierteln heraus an andere Schulen angemeldet werden? Die haben ja auch weite Wege.
            Man kann doch nicht einerseits feststellen, dass die Segregation durch Brennpunktschulen Integration und Inklusion erschweren und gleichzeitig fordern, dass diese SuS besser an ihren Schulen in ihren Vierteln bleiben sollen.

            Gefragt war nach einer Quotenregelung, die dann aber für alle Schulen gleichermaßen gelten müsste.

            Anders herum muss man die Brennpunktschulen in doppeltem Maße ausstatten, da dort erheblich mehr Kraft, Zeit und Anstrengung in die Beschulung, Erziehung und Begleitung der Kinder bzw. Jugendlichen notwendig ist, die an anderen Schulen ja nicht in diesem Maße erforderlich sind, da sie diese SuS nicht aufnehmen (müssen). Da ist es unzulänglich, nicht einmal die Mindestanforderungen der Erlasse zu gewähren. Auch diese Schüler werden in ein paar Jahren ihre Kinder zur Schule schicken.

          • Der Transport mit öffentlichen Verkehrsmittaln war nach meine Einschätzung nicht gemeint, die Mama-Taxis auch nicht. Ich weiß auch um die jammervollen Busverbindungen in der Fläche (einmal pro Stunde, oft weniger). Es geht um ein gezieltes und von Staats wegen organisiertes Transportieren von Schulkindern in Nachbarbezirke, um die soziale oder auch rassische (USA!) Segregation abzumildern. In USA hat man sowieso überall Schulbusse, da ist das relativ leicht organisierbar. Insofern ist das Realität, aber ich habe noch nichts davon gelesen, dass man die angestrebten Ziele damit auch wirklich erreicht hat. Hier äußert sich jemand am Schluss skeptisch (“haben international keinen Erfolg gehabt”):
            http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/auslaendische-kinder-an-grundschulen-eltern-treiben-spaltung-voran-a-869849.html
            Leider kommt es eben nicht nur auf die gute Absicht an. Wo wird denn mal von nachweisbaren Erfolgen berichtet?

  9. Abteilungsleiter an Gesamtschulen haben es in der Tat schwer, Disziplinarmaßnahmen anzuwenden, wenn es keine entsprechende Aktenlage gibt. Bei schwerwiegenden Verstößen wie Gewalt gegen Mitschüler oder Drogenkonsum gehen die oberen Schulaufsichtsbehörden zumeist auch auch so mit. Das nennt man aber nicht “Kuschelpädagogik”, sondern “Rechtsstaat”. Es geht dabei auch nicht um lasche Schulleitungen, sondern um gewiefte Rechtsanwälte, die naiv herbeigeführte Maßnahmen zum Frühstück verspeisen (lassen). Abgesehen davon ist es pädagogische Intervention und noch besser Prävention, die im Regelfall zu einem sozialkompatiblen Verhalten führen muss. Ohne päd. Begleitung helfen nämlich auch Law & Order-Maßnahmen bestenfalls nur kurzfristig. Dass man Lehrern sowas erklären muss…

  10. Es ist alles schon etliche Male gesagt worden. Oben versuchen Sie den Spieß einfach nur umzudrehen, Palim. Sie verwahren sich gegen die Verunglimpfung der “Kuschelpädagogen” und verunglimpfen dann selbst die “Nicht-Kuschelpädagogen”. Die Kuschelpädagogen setzen auf Motivation und die anderen auf Drill. Und schon können Sie sich wieder auf der guten Seite fühlen.

    Und fragen Sie nach, wie es denn anders laufen könnte, aber von vornherein steht ja für Sie schon fest, dass es nicht anders ginge. Dabei ist der andere Umgang sehr einfach zu erkennen. Wenn man die 30%-Regel bei Klassenarbeiten schlecht findet, ist das Gegenteil “keine 30%-Regel”. Wenn man kritisiert, dass in Bayern Schüler nicht aus dem Unterricht geschickt werden dürfen, wenn sie massiv stören, dann ist das Gegenteil, dass man das doch machen darf (natürlich am besten in eine andere Klasse bzw. ihn unter eine andere Aufsicht stellen, notfalls eben abholen lassen). Wenn kritisiert wird, dass jemand kein Gedicht lernen und aufsagen muss, der sagt, er mag Gedichte nicht lernen, dann ist das Gegenteil, dass es dafür entsprechende Bewertungen gibt (es sei denn, irgendwelche ärztlichen Atteste o. dgl. bescheinigen, dass Gedichte lernen für diesen Schüler nicht zumutbar ist) usw.-usf.

    Wenn juristische Grundlagen so sind, dass Anwälte unsere Lehrerentscheidungen aushebeln können, dann kann man ja auch die juristischen Grundlagen entsprechend ändern (Schulgesetze und Verordnungen u.Ä.), denn Gerichte entscheiden nunmal auf der Grundlage von Gesetzen. Da ist in den letzten Jahren vieles in eine Schieflage geraten – zuungunsten der Lehrer. Die Folgen sehen wir nun (Zitate oben!).

    Sie sehen immer nur Probleme, Palim, warum Veränderungen nicht möglich sind: aber Sie sehen nicht, dass Änderungen, die die heutigen Zustände hervorbrachten, ja auch möglich waren. Wie kann / konnte das sein? Warum ging das “damals”, aber jetzt geht es nicht?

    Und ich bin gespannt, aber nicht wirklich, mit welchen neuen Bedenken Sie nun ankommen. 🙂

    • Ich habe ein sehr einfaches Beispiel für Sie. Gerichte haben entschieden, dass Noten (normalerweise) von Gerichten nicht überprüfbar sind, weil die Notengebung im Ermessensspielraum der Lehrer liegen, d.h. dagegen können Eltern nicht klagen und insofern müssen wir Anwälte nicht fürchten. So einfach kann das “geregelt” sein.

      (Um die Ausnahmen weiß ich.)

    • Sie sind herausragend im Unterstellen, sofawolf.

      Ich habe gar nichts von Drill geschrieben.
      Ich habe auch nicht gesagt, dass es anders nicht ginge.
      DAS ist IHRE Unterstellung!

      Ich habe gefragt, wie es anders gehen soll. Was Sie denken, wie es anders laufen soll … und dabei ging es um den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern und entsprechenden Gesetzen, die es ja bereits gibt.

      Bestehende Gesetze ermöglichen jeder Lehrkraft schon jetzt bestimmtes Vorgehen:
      Sie wollen Kinder aus der Klasse schicken? Dann bleiben Sie dabei und sichern sich rechtlich ab: Das Kind bleibt unter Aufsicht, wenn es in einer anderen Klasse sitzt. Noch besser: Regeln Sie es gleich mit dem Kollegium: alle Lehrkräfte wissen Bescheid, alle Kinder wissen Bescheid – die störenden, die Kinder der Klasse, aus der das Kind kommt, und die Kinder der Klasse, in die das Kind geht.

      Wenn Sie Kinder haben, die Aufgaben verweigern, dann stellen Sie die Kinder deutlich vor die Wahl: Du erbringst die Leistung oder du trägst die Konsequenzen, die im folgenden genau genannt werden. Dann entscheidet das Kind und die Eltern werden womöglich darüber informiert.
      Dass Sie sich dennoch darum Gedanken machen, warum das Kind an dieser Stelle die Aufgabe nicht erledigen konnte oder wollte, bleibt Ihnen ja offen.

      Das sind alles Sachen, die man als Lehrkraft SELBST in der Hand hat.
      Aber stattdessen wird geäußert, man könne nichts machen.
      DAS ist falsch!
      Man wartet auf andere, die etwas unternehmen sollen, obwohl Möglichkeiten bestehen.

      Wieder einmal kommt von Ihnen ein Vorwurf, aber keine klare Ansage:
      Wollen Sie das Gesetze geändert werden? Wenn ja, welche, warum und wie?
      Wie sind die Bestimmungen in Ihrem Bundesland und was müsste geändert werden?
      Da Sie sich nicht klar äußern, kann man nur mutmaßen, was sie gemeint haben könnten.
      Stattdessen frage ich wiederholt: Was stellen Sie sich vor?

      Wobei, eine Aussage kann man konkret nehmen:
      “Wenn juristische Grundlagen so sind, dass Anwälte unsere Lehrerentscheidungen aushebeln können, dann kann man ja auch die juristischen Grundlagen entsprechend ändern (Schulgesetze und Verordnungen u.Ä.), denn Gerichte entscheiden nunmal auf der Grundlage von Gesetzen”
      Gesetze sollen also so geändert werden, dass Lehrerentscheidungen nicht ausgehebelt werden können? Das mag Ihr Traum sein, aber wollen Sie das wirklich?

      • Hilfe, das ist ja furchtbar. Es wird immer mehr und immer länger … 🙁

        Ich belasse es bei einem Zitat (von Sofawolf): Und Sie fragen nach, “wie es denn anders laufen könnte, aber von vornherein steht ja für Sie schon fest, dass es nicht anders ginge.”

        • Ich frage nach, wie es anders laufen könnte, aber Sie, sofawolf, wollen sich da offenbar selbst nicht klar äußern.
          Da kann es mit dem Willen zu Änderungen ja nicht so weit her sein.

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