Grundschule schreibt Brandbrief (schon wieder!): Fast nur noch lernbehinderte oder verhaltensaufällige Kinder – und immer weniger gesunde Lehrer

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BERLIN. Und schon wieder ein Brandbrief … und erneut von einer Berliner Grundschule … In einem Schreiben an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat ein Kollegium aus dem Stadtteil Neukölln mitgeteilt, dass es seinem Bildungsauftrag „nur noch nebenher“ nachkommen könne. Die Inklusion und die besonders schwierige Schülerschaft eines sozialen Brennpunktes auf der einen Seite, gravierender Lehremangel auf der anderen, machten einen normalen Schulbetrieb praktisch unmöglich, so heißt es in dem Brief, der dem „Tagesspiegel“ vorliegt. Bereits im März hatten Brandbriefe einer Grundschule aus Berlin-Schöneberg an die Bildungsverwaltung für Wirbel gesorgt.

Dutzende von Brandbriefen überlasteter Kollegien kursieren bundesweit. Foto: Annie Roi / flickr (CC BY 2.0)
Die Grundschule schlägt Alarm: Sie sieht sich kaum mehr in der Lage, ihren Bildungsauftrag zu erfüllen. Foto: Annie Roi / flickr (CC BY 2.0)

An der Schule gebe es eine große Zahl verhaltensauffälliger und lernbehinderter Kinder, so teilen die Lehrerinnen und Lehrer in dem Schreiben mit. Eine „unbegrenzte und alternativlose Inklusion“, wie sie den Schulen in Berlin abverlangt würden, könne unter diesen Bedingungen nicht gelingen. Die Eltern fielen als Partner praktisch aus. Oftmals gebe es im Hinblick auf Sprache und Sozialverhalten in einer ganzen Klasse nur noch ein einziges positives Vorbild für die Kinder – nämlich den Lehrer oder den Erzieher. Die für die Inklusion versprochenen zusätzlichen personellen und materiellen Hilfen kämen dagegen im Schulalltag praktisch nicht an – und wenn doch, dann müssten sie zur Kompensation des Krankenstandes verwendet werden. Und der sei extrem hoch: Zurzeit seien von knapp 30 Lehrern acht nicht verfügbar, also etwa jeder vierte. Meist wegen Dauerkrankheit, berichtet die Rektorin dem „Tagesspiegel“ zufolge.

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Krank seien aber nicht nur ältere Lehrer. „Der hohe Krankenstand auch unter den jungen Kollegen lässt vermuten, dass auch an ihnen die extreme Arbeitsbelastung nicht spurlos vorbeigeht“, so heißt es laut Bericht in dem Brandbrief, der von 33 Lehrern und Erziehern unterschrieben wurde.

Hinzu komme: Im sozialen Brennpunkt Nord-Neukölln mit seiner Vielzahl an problembeladenen Kindern würden viel weniger von den zuständigen Instanzen eine besondere Förderung oder Therapie bewilligt bekommen als in einem sozial gemischten Stadtteil. „Die Latte hängt einfach höher”, stellt das Kollegium fest. Bevor hier eine Sprachstörung oder Entwicklungsverzögerung als solche anerkannt werde, müsse das jeweilige Kind „schon sehr aus der Masse der kaum weniger gefährdeten Kinder herausragen“. Und wenigstens diesen „extrem von Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung, Lernstörung, Schulversagen bedrohten Kindern beizustehen“, müsse ein Berg von bürokratischen Formalitäten bewältigt werden, der „nichts mit unserem Lehrauftrag zu tun hat“, erklären die Lehrkräfte.

Entlastung gefordert

Angesichts der Probleme fordern die Unterzeichner eine deutliche Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung von 28 auf 20 Stunden sowie mehr Entlastung für die Aufgaben als Klassenlehrer und als Betreuer von Quereinsteigern. Denn die Neulinge im Lehrerberuf seien auch noch in der Brennpunkt-Schule anzulernen – wo sie häufig völlig überfordert seien, wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, der das Schreiben ebenfalls vorliegt. „Wir halten es für fahrlässig, angehende Lehrkräfte an so belasteten Schulen wie der unseren auszubilden – es ist weder in ihrem noch in unserem Interesse.“ Das Kollegium fordert deshalb mehr Unterstützung bei der Inklusion, eine maximale Klassenstärke von 20 Kindern – sowie eine Reduzierung der Pflichtstundenzahl von derzeit 28 auf 20.

Der Fall erinnert an die Spreewald-Grundschule in Berlin-Schöneberg, die seit Kurzem einen privaten Sicherheitsdienst für die Pausenaufsicht beschäftigt. Zunächst hieß es, es handele sich dabei nur um eine Präventionsmaßnahme. Wie Medien dann aber berichteten, steckt doch deutlich mehr dahinter: So hat die Schulleitung gleich mehrfach Hilferufe an die Schulaufsicht, an den Bezirk und ans Jugendamt gerichtet, weil sie der Gewalt auf dem Schulhof nicht mehr Herr wird. Die Situation erinnere an die Situation der Rütli-Schule vor zwölf Jahren, die damals bundesweit Schlagzeilen machte, als das Kollegium vor brutalen Schülern kapituliert hatte, so kommentierte der „Tagsspiegel“.

Der VBE zeigte sich angesichts der Entwicklung in Sorge. Die „Schlagzeilen, in denen von Resignation und Ohnmacht der Schulen die Rede ist, weil immer mehr Schüler durch ihr Verhalten schon im Grundschulbereich massiv andere Kinder vom Lernen abhalten“, nehmen zu, stellte unlängst der Landesverband Baden-Württemberg fest. „Dieser tägliche Spagat zwischen dem eigenen hohen Anspruch an sich selbst, an einen effektiven Unterricht, und der vorgefundenen Realität ist Stress pur und macht den Pädagogen das Leben unnötig schwer und sie letztendlich krank“, hieß es. Agentur für Bildungsjournalismus

Selbst Grundschüler schon außer Rand und Band: Was läuft schief in der Erziehung? VBE schlägt Alarm

 

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34 KOMMENTARE

  1. Man fragt sich wieder und wieder, warum diese Probleme nicht aus den armen Teilen von Mecklenburg-V. oder irgendwelchen Randgebieten entlang der polnischen Grenze berichtet werden, sondern oft aus Berlin, Hamburg und dem Ruhrgebiet, und meist von Schulen mit sehr hohem Migrantenanteil. Armut allein (auch Hartz IV) macht weder gewalttätig noch intolerant gegen Kreuze: “Selbst auf Koordinatenkreuze im Mathematikunterricht an der Tafel sei schon abwehrend reagiert worden”, so der Tagesspiegel. Hier muss es einfach eine andere Ursache geben. Der Tagesspiegel schreibt außerdem:
    “Zudem gehört die als Salafisten-Treffpunkt berüchtigte Al-Nur-Moschee zur Nachbarschaft.” Dazu gibt’s den schon klassischen FAZ-Artikel hier, der allen Islam-Verstehern als Lektüre empfohlen sei:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration-in-berlin-im-schatten-der-al-nur-moschee-1773900.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

    • Die Probleme werden auch aus ostdeutschen Randgebieten beschrieben – ganz ohne Migrantenkinder:

      https://www.news4teachers.de/2018/02/dorfschule-kapituliert-vor-tyrannenkindern-sie-stoeren-und-schlagen-und-laufen-dann-einfach-aus-dem-unterricht-davon/

      … und dass sich die Probleme in städtischen sozialen Brennpunkten ballen, ist auch nicht “der Islam” schuld. Laufen Sie z. B. mal durch Skid Row, Los Angeles … Muslime gibt’s da kaum … Oder durch die Favelas von Rio …

      • Und daraus schließen Sie, dass der Islam bzw. dessen sehr konservativ-ideologische Auslegung als politisches System keine Probleme macht? Ich muss Sie enttäuschen, das ist falsch. Bei dem von Ihnen genannten Artikel stehen Erziehungsprobleme im Vordergrund. Diese gibt es natürlich auch in Großstädten.

        • Das schließe ich keineswegs daraus – natürlich gibt es Probleme mit Islamismus und Islamisten, mit zu wenig Bildungs- und Leistungsorientierung (auch) unter fundamentalistischen Bevölkerungsgruppen.

          Nur Ihre ewige Leier, der Islam sei an allem schuld, was in unserer Gesellschaft schiefläuft, ist eben ein Zerrbild, das zur Lösung von Problemen nichts beiträgt – das, im Gegenteil, Teil des Problems ist. Denn Sie stellen islamistischer Betonköpfigkeit eine deutsch-reaktionäre Engstirnigkeit entgegen, die über ein “früher war alles besser” nicht hinauskommt. Wenn Sie auch mal differenzierte Lehrerstimmen zur Frage lesen wollen, inwieweit auch gerade Migranteneltern (= muslimische Eltern) interessiert an Schule und Bildung sind, empfehle ich den Facebook-Auftritt von News4teachers (vor allem: Debatte um Özil/Gündogan). Da haben die dauerschreibenden Parolenschwinger offenbar noch nicht alle konstruktiv Denkenden und Handelnden vergrault …

          • Bernd schrieb: “Da haben die dauerschreibenden Parolenschwinger offenbar noch nicht alle konstruktiv Denkenden und Handelnden vergrault …”

            g.h. schrieb nebenan: “‘Kritik von anderen Diskutierenden einstecken müssen’ ist hier wohl nicht das Problem.
            Aber Bemerkungen wie ‘Sie sind so ekelheft’ – ‘Gibt’s bei Ihnen eigentlich eine Niveauunterkante’ oder ‘ist Ihnen – wie der AfD – alles recht, wenn’s nur fremdenfeindlich, behindertenfeindlich und/oder frauenfeindlich genug ist?’ werden auch von mir nicht mehr nur als ‘harsche Kritik’ wahrgenommen, sondern als übelste Beschimpfung.
            Ich bedaure im Übrigen, dass sich hier im Laufe der Zeit ein paar Teilnehmer verabschiedet haben, deren Kommentare ich sachlich und gut fand, die aber ebenfalls von Bernd dermaßen mit Dreck beworfen wurden, dass sie die Reißleine zogen.”
            https://www.news4teachers.de/2018/05/sind-viele-muslime-in-deutschland-ueberhaupt-integrationswillig-der-fall-oezil-guendogan-befeuert-eine-debatte-die-auch-die-schulen-betrifft/#comment-264330

          • Dann nennen Sie auch mal den Kontext, ‘aufmerksamer Beobachter’. Ich will den Dreck nicht wiederholen – nur soviel: Es ging um Migranten, um behinderte Kinder und um Inzest – und es war widerlich.

          • Ich lese und schreibe hier schon ziemlich lange, Bernd, und es ist einfach nicht wahr, was Sie über die Diskussionsteilnehmer, die sich wegen Ihrer Beleidigungen verabschiedet haben, behaupten.
            “Ich will den Dreck nicht wiederholen” ist eine billige Ausrede.
            Ich bestätige ausdrücklich, was g. h. geschrieben hat, und es ist an Ihnen, den angeblich so bösen Kontext zu nennen, wenn Sie die Hände in Unschuld waschen wollen.

      • Den Link hatte ich schon gesehen, und Teile der USA waren dafür schon immer berüchtigt, da gibt’s ja auch das hausgemachte “Rassenproblem” und Jugend-Gangs, vgl. auch die “West Side Story”. Aber bei uns ist das doch relativ neu, oder? Seit wann gibt’s solche Meldungen? Gewiss schon vor der Einführung der Inklusion, aber die Inklusion hat man noch zusätzlich “draufgesattelt”, ignorant wie die Schulbehörden waren. Und so merkwürdig viele Brandbriefe kamen aus Berlin-Neukölln, ursprünglich ein klassischer Arbeiterbezirk mit einer vergleichsweise homogenen Bevölkerung. Da gab es wenig Grund für einen Hass der einen gegen die anderen, etwa arm und reich. Seit 1970 hat es einen großen Wandel gegeben, und der hat schon etwas mit den Moscheen zu tun. Siehe den FAZ-Artikel. Was immer wir hier in der einen oder anderen Richtung schreiben: die Wirklichkeit ändert sich dadurch nicht. Und wie wird sie in 100 Jahren aussehen, wenn man das versucht zu extrapolieren?

        • Der “große Wandel” hat etwas mit Moscheen zu tun? Sie verwechseln hier Ursache und Wirkung. Gewalt und soziale Verwerfungen in Deutschland gab’s schon, bevor Muslime als Gastarbeiter angeworben wurden – immerhin hat Deutschland mit seiner “vergleichsweise homogenen Bevölkerung” ganz Europa in Schutt und Asche gelegt.

          Soziale Brennpunkte gibt es auch schon länger – ob nun im Berlin der Weimarer Zeit oder in der Pauperismuskrise im 19. Jahrhundert. Hat alles mit “dem Islam” nichts zu tun. Ist aber offenbar zu verlockend, alles, was schief läuft oder schwierig ist, einer gesellschaftlichen Minderheit in die Schuhe zu schieben …

          • Das sagen neuerdings die Linken dazu:

            “Wir lehnen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit ab. Aber wir halten die Art und Weise, wie die Regierung Merkel mit den Herausforderungen umgegangen ist, für unehrlich und inakzeptabel. Am Ende leiden vor allem die sozial Benachteiligten. Wenn die Politik dann noch zuschaut, wie Hassprediger eines radikalisierten Islam schon 5-jährigen Kindern ein Weltbild vermitteln, das Integration nahezu unmöglich macht, wird das gesellschaftliche Klima vergiftet. – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/30425108 ©2018″

          • Und hier nochmal das, was die angeblich “gemäßigte” DITIB so alles den Kindern anbietet:
            https://www.tagesschau.de/ausland/ditib-127.html
            Wenn ein rechtsradikaler Lehrer solche Heldengedenkfeiern organisieren würde, würde er sofort gefeuert. Aber unter der Überschrift “Religion” ist offenbar alles möglich. Das meinte ich so ungefähr mit “das hat was mit Moscheen zu tun”. NIcht die Menschen sind das Hauptproblem, sondern die Funktionäre mit ihrer penetranten Indoktrinierung. Aber auch DITIB wurde bislang von unseren Regierungen immer nur hofiert. Was in den als “radikal” geltenden Moscheen von Hasspredigern erzählt wird, das ist dann nochmal was anderes. Aber selbst da traut man sich nicht, dagegen wirksam vorzugehen. Folglich sind die Moscheen in ihrer Gesamtheit problematisch (nicht jede einzelne).

  2. @cavalerie
    Es ist unglaublich, dass Sie für alle strukturellen Probleme den Islam als wesentliche Ursache ausmachen.

    Was die Schule hier beschreibt, ist in mehr oder weniger Ausprägung Alltag in vielen Grundschulen. Das liegt z.B. an den 30er Klassen, an der vorgezogenen Einschulung, an Eltern die die Erziehung verweigern, am Lehrermangel, an nicht vorhandenen Sonderpädagogen, an einer mittelalterlichen Ausstattung der Schulen, an Rechtsanwälten, die Eltern bei jedem Pups vor Gericht begleiten, an abgeschafft Schulkindergärten, an einer Lehrerschaft, die insgesamt keinen gesunden Altersdurchschnitt aufweist, an alle 4 Jahren wechselnden Kultusministern, die jeweils ihre neue Kuh durchs Dorf treiben, an der Geringschätzung der Grundschulen insgesamt, an einer gesellschaftlich viel zu hohen Quote von Kindern, die von Harz leben, an der Inklusion, an immer mehr Medienkonsum verbunden mit weniger Bewegung draußen, und, und, und, und,….
    Ja, auch Kinder mit Migrationshintergrund und mangelnden Deutschkenntnissen sind ein Aspekt. EINER unter vielen. Leider muss man aber auch feststellen, dass immer mehr deutsche Kinder kaum noch korrekt sprechen, ein Viel zu kleinen Wortschatz haben und “bei Oma gehen”. Trotz deutschem Pass.
    “Die Moschee” als vorrangige Ursache ist ziemlich stark polarisiert (und meiner Meinung nach schon sehr diskriminierend).

    • emil und Bernd: Sie haben wohl den Tagesspiegel-Artikel nicht gelesen oder missverstanden. In B-Neukölln Nord gibt es kaum noch deutsche Schulkinder, die auch genannte Spreewald-Grundschule (liegt woanders) hat jedenfalls einen Migrantenanteil von 99 %. Und das rein Soziale, eine pure Armut lasse ich so nicht gelten. Da muss mehr hinzukommen. B-Neukölln war schon immer ein nicht besonders wohlhabender Arbeiterbezirk (nur den hatte ich als “homogen” beschrieben, nicht ganz Deutschland, was mir Bernd wieder unterstellt, immer schön die Worte umdrehen mit flotten Sprüchen).
      Die Moscheen kamen natürlich erst mit und nach den Migranten. Aber wenn’s den Gastarbeitern gar nicht gefallen hätte, wären sie wohl zurückgegangen. Stattdessen sind die Moscheen nachgezogen, auch die extremistische Al-Nur-Moschee. Dort gab’s einfach schon Hass-Prediger.
      Ich bin mir ziemlich sicher: Wenn das damals im gleichen Bezirk chinesische und vietnamesische Gastarbeiter gewesen wären (auch aus bettelarmen Verhältnissen), dann würden sich deren Kinder, Enkel usw. heute besser in den Schulen benehmen, auch bei sonst ungeänderten Bedingungen. Die für die neuen Länder typischen Verwerfungen durch die Wende, die gab’s in West-Berlin so nicht. Ein sozialer Abstieg ist schmerzlich, aber für die Gastarbeiter war das ganze zunächst eher ein sozialer Aufstieg. Warum sonst sind so viele nachgezogen?
      Übrigens: ganz oben im ersten Beitrag hatte ich GAR NICHTS BEHAUPTET zu den Ursachen, sondern nur gefragt. Einfache Antworten gebe ich nicht und erwarte ich nicht. Aber dann mit Armenvierteln in der weiten Welt zu argumentieren, Bernd, ist einfach daneben. Und schönreden hilft auch nicht weiter. In B-Neukölln gibt’s Probleme, die mit der Migration zusammenhängen und nicht nur mit einem allgemeinen Mangel und mit Hartz IV. Wer’s nicht glaubt: Buschkowsky hat als ehem. Bürgermeister viel Erfahrung und erzählt hier (einfach mal lesen, was er so sagt):
      https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Heinz-Buschkowsky-Was-wollt-ihr-Deutschen-hier-id33285227.html

    • Ich denke aber auch, dass die aktuellen Schulprobleme ganz wesentlich mit den vielen muslimischen Kindern zusammenhängen, was sich deutlich in den Medien niederschlägt. Heute erst las ich wieder von dem Brandbrief einer weiteren Berlinder Schule, in dem Schwierigkeiten mit islamischen Kindern erneut eine Rolle spielen. Ansonsten haben Sie natürlich Recht mit Ihrer Nennung weiterer Problemursachen.

      Ich begrüße es, wenn Probleme, die mit dem orthodoxen Islam zusammenhängen, allmählich offener zur Sprache kommen. Erst nach den ersten öffentlich gemachten antisemitischen Vorfällen an zwei Berliner Schulen trauten sich weitere Lehrer aus anderen Städten ebenfalls über ihre bereits jahrelangen Erlebnisse und Erfahrungen zu sprechen. Die Angst, als islam- und fremdenfeindlich zu gelten, hatte zuvor zum Kleinreden und Verschweigen geführt.
      Verharmlosen und Geheimhalten hilft doch nicht weiter. Im Gegenteil! Lehrer, die Schwierigkeiten mit der Inklusion zugeben und öffentlich machen, sind doch auch nicht behindertenfeindlich, sondern couragiert und verantwortungsvoll. Aber auch hier wurde anfänglich immer wieder versucht, den Lehrern am Zeug zu flicken und ihre Einstellung zu behinderten Kindern in Frage zu stellen.
      Nein, ich finde es nicht unglaublich, wenn jemand die Dinge sachlich betrachtet und bei Namen nennt, auch wenn er es immer wieder tut.

      • Zustimmung! Schönreden und Verschweigen hat noch nie geholfen, Probleme zumindest zu verkleinern. Wer Menschen verunglimpft, die Missstände bei Namen nennen und dafür sachliche Informationen liefern, verfolgt meiner Meinung nach Eigen- oder Gruppeninteressen.
        Auch muslimische Kinder können doch nur davon profitieren, wenn ihre Problematik beleuchtet und nicht unter den Teppich gekehrt wird. Nur gut integrierte Muslime fühlen sich auf Dauer wohl und haben auch Erfolg in einem westlich geprägten Land.
        In einer Parallelgesellschaft zu leben, stelle ich mir nicht gerade schön vör.

  3. ZITAT: “Krank seien aber nicht nur ältere Lehrer. „Der hohe Krankenstand auch unter den jungen Kollegen lässt vermuten, dass auch an ihnen die extreme Arbeitsbelastung nicht spurlos vorbeigeht“, so heißt es laut Bericht in dem Brandbrief, der von 33 Lehrern und Erziehern unterschrieben wurde.”

    Bedauerlicherweise ist das Einzige, was Politikern und Berufsverbändlern als Lösung einfällt: Gehaltserhöhung. Und alles ist wieder gut!

    Nein, nichts wird gut dadurch. Wir brauchen massive Entlastungen im Berufsalltag und wir brauchen dafür womöglich eine neue Berufsorganisation, die diese Forderungen aufnimmt und wirksam vertritt.

    • ZITAT 2: “Das Kollegium fordert deshalb mehr Unterstützung bei der Inklusion, eine maximale Klassenstärke von 20 Kindern – sowie eine Reduzierung der Pflichtstundenzahl von derzeit 28 auf 20.”

      Das sind die Punkte, über die zu reden ist.

      Ja, auch das kostet Geld!
      Ja, dafür braucht man noch mehr Lehrer!

  4. “wesentliche Ursache”
    Das hatte ich nicht behauptet. Wie kommen Sie nur darauf, emil? Ich hatte nur gesagt, das hat was mit Moscheen zu tun. Beispielsweise werden leider viele Kinder in Moscheen einseitig indoktriniert im Sinne einer Abgrenzung gegen alles Westliche und gegen unsere “gottlose” Lebensweise. Und das tragen sie dann in die Schulen. Das schafft (eigentlich vollkommen überflüssige) Konflikte. Ohne Religion und Moscheen geht Integration besser, denke ich.

  5. Bernd und Emil, Sie wissen vielleicht, dass in Düsseldorf etwa 6500 Japaner leben. Das sind so viele, dass das Beherrschen der deutschen Sprache für sie nicht mehr zwingend notwendig ist, also ganz ähnlich wie mit den Türken. Sie haben sogar dort einen ihrer Tempel gebaut analog zu den Moscheen. Sie können davon ausgehen, dass die Japaner längst nicht alle integriert sind und sie daher ihr traditionelles Leben führen, auch parallel zu den Türken bzw. Muslimen.

    Anders als die Muslime in B-Neukölln wird die japanische Gemeinde dort als durchgehend positiv wahrgenommen, als freundlich, fleißig, friedlich usw..

    Frage an Sie beiden: Was machen die Düsseldorfer falsch? Eigentlich müssten sie ja eine nicht integrierte Fremdgruppe wie die Muslime aus Neukölln verachten. Ersatzweise dürfen Sie auch Tipps für die Japaner formulieren, damit Sie die Düsseldorfer endlich als japanophob bezeichnen können.

    • Interessantes Beispiel. Gehen Sie mal in die Japan-Town rund um die Immermannstraße in Düsseldorf – da ist kaum jemand “integriert” (oder hat auch nur ein Interesse daran). In den japanischen Restaurants dort können Sie weder auf Deutsch noch auf Englisch bestellen. Die Japaner in Düsseldorf schicken ihre Kinder auf eine eigene japanische Schule – es gibt eigene Supermärkte, eigene Buchhandlungen, auch einen eigenen japanisch-buddhistischen Tempel.

      Warum sich niemand darüber aufregt, während Leute wie Sie in muslimischen Communities den Untergang des Abendlandes sehen? Ist doch klar. Die Japaner kommen als Respräsentanten der japanischen Konzerne, bringen also Geld in die Stadt und werden entsprechend hofiert. Es wird in Düsseldorf sogar ein allährliches Japan-Fest veranstaltet, das Hunderttausende von Menschen anzieht.

      Es gibt in Düsseldorf gar nicht weit von der Japan-Town auch ein Maghreb-Viertel. Das feiert aber keiner ab.

    • Das klingt eher danach, dass die vielen Polizeikontrollen da manche Leute vertrieben haben. Das ist doch typisch: Nach Razzien weichen die Leute aus. Wenn die Drogenszene an einem Ort sich beobachtet fühlt (z.B. durch Polizei oder Hilfs-Sheriffs in Bahnhöfen), findet das an anderen Orten statt. Und wenn es nach offiziellen Polizeierklärungen geht, dann ist ja fast alles bei uns sicher, und es gibt keine no-go-areas. Ab und an passiert es dann aber doch, dass eine Polizeistreife von 30-50 Männern aus der Umgebung umringt und bedroht wird. Was sind das nur für Leute? Japaner nicht, denke ich.

      • gut zusammengefasst zumal Polizei selten bis nie präventiv ohne vorherige Vorfälle eine deartige Präsenz zeigt.

        • XXX,Cavalieri
          In Bielefeld,Gütersloh Münster und Paderborn hat sich die britische Armee auch von der deutschen Bevölkerung isoliert. Auch dort blieb man überwiegend unter sich. Ich habe diese Menschen immer als sehr korrekt und freundlich erlebt und fand die von mir gesuchten Kontakte sehr angenehm.
          Allerdings griff dort bei Fehlverhalten von Angehörigen des Militärs auch gleich die Militärpolizei ein.

          • Es ist ganz normal, dass sich sprachlich und / oder kulturell ähnliche Gruppen bei Überschreitung einer kritischen Größe zusammenrotten, wobei ich die Begriffe “kritische Größe” und “zusammenrotten” rein biologisch verstehe. Daran ist auch nichts einzuwenden, so lange das keine negativen Auswirkungen auf die Mehrheitsgesellschaft hat.

            Ihren Hinweis mit der Militärpolizei finde ich sehr interessant, wobei ich aber nicht weiß, ob diese bei dem britischen Militärs und ihren Familien für das angenehme Zusammenleben gesorgt hat oder nur erforderlich war, weil die deutsche Polizei nicht eingreifen durfte. Bei den Problemvierteln wie z.B. in Neukölln spielen die Moscheen eine vergleichbare Rolle, nur dass die von dort ausgesandten Signale das Zusammenleben erschweren statt vereinfachen.

          • Was die Besatzungstruppen betrifft: die sollten und wollten nicht auf Dauer im Land bleiben. Sie waren wie “Gastarbeiter” und taten ihren Job. Und in West-Berlin war nach 1945 jeder Kontakt zwischen den alliierten Truppen und der Bevölkerung erstmal verboten. Das ließ sich aber nicht lange aufrechterhalten. Später gab es dann schon mal Schwangerschaften in deutsch-amerikanischer Koproduktion.
            Die Japaner in Düsseldorf sind auch nicht alle Auswanderer.sondern sie arbeiten vorübergehend für ihre Unternehmen. So wie deutsche Unternehmen in China tätig sind und einige Mitarbeiter dorthin geschickt haben (aber nicht als Auswanderer).
            In Deutschland dagegen haben wir mittlerweile Parallelgesellschaften von Einwanderern in der dritten Generation, in denen die Kinder immer noch nicht lernen Deutsch zu sprechen.

  6. Hier kann man noch mehr und teilweise Genaueres zum Thema lesen:

    “Die Lehrer beklagen eine große Zahl verhaltensauffälliger und lernbehinderter Kinder und kapitulieren vor ihrer Inklusionsaufgabe: Eine „unbegrenzte und alternativlose Inklusion“ könne unter diesen Bedingungen nicht gelingen. Die materiellen und personellen Hilfen, die der Schule angesichts der schwierigen Schüler zustehen, heben sich mit dem hohen Krankenstand der Lehrer auf. Derzeit fehlen allein an der Sonnen-Grundschule von 30 Lehrern acht – die meisten fallen nicht nur wenige Wochen, sondern für längere Zeit aus, weil sie die „unglaublichen Respektlosigkeiten und Beleidigungen“ nicht mehr ertragen. Die Anzahl der psychosomatischen Erkrankungen und Burn-outs ist unter Lehrern in den vergangenen Jahren überall gestiegen. In dem Brief der Grundschulen wird ausdrücklich davor gewarnt, angehende Lehrer gegen deren Willen an die Schule zu versetzen. Das wäre „fahrlässig“.”

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hoch-schule/berliner-lehrer-klagen-in-brandbrief-ueber-inklusionszwang-15595441.html

    • Man sollte noch mal den obigen Artikel lesen, den Link zum Tagesspiegel auch und dann auch noch die zahlreichen dortigen Leserkommentare. Da erfährt man, wie das Volk so denkt.
      sofawolf: Klar ist, dass die Art bürokratische Inklusion, die wir so haben, gerade an schon bestehenden Brennpunktschulen einfach nur idiotisch ist und daher scheitern muss. Referendare dazu zu zwingen kann nur kontraproduktiv sein (sie könnten weglaufen). Aber die regierenden Parteigenossen in Berlin haben das halt so gesehen wie sie es sehen wollten. Von Ihrem Link aus kann man folgenden anklicken:
      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hoch-schule/erfahrungen-einer-paedagogin-ueber-integration-an-schulen-15589998.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0
      Darin findet sich auch das passende Zitat für Bernd und andere:
      “Schnörkellos sagt sie, was sich spätestens bei der Abschaffung der Hauptschule in vielen Ländern gezeigt hat: dass „wir immer wieder hoffen, real existierende Phänomene mit dem Verschwinden des sie bezeichnenden Wortes gleich mit zum Verschwinden zu bringen“.”
      M.a.W.: “Hauptsache die Terminologie ist politisch korrekt, alles weitere ist nebensächlich.” Leider kümmert sich die Wirklichkeit nicht um unsere Terminologie. Sie ist so wie sie ist.

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