Katholische Schulen in Hamburg: Erzbistum und Genossenschaft planen Zusammenarbeit

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HAMBURG. Das „größtmögliche katholische Schulwesen in Hamburg“ zu erhalten, haben sich das überschuldete Erzbistum und die zur Rettung der katholischen Schulen gestartete Hamburger Schulgenossenschaft zum Ziel gesetzt. In einem Workshop vereinbarten nun beide Partner erste Schritte zu einem Pilotprojekt.

Im Streit um die von Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg haben das Erzbistum und die Hamburger Schulgenossenschaft ein Pilotprojekt vereinbart. «Wir erproben ein Modell gemeinsamer Verantwortung mit dem Ziel, das größtmögliche katholische Schulwesen in Hamburg anzubieten», erklärte Generalvikar Ansgar Thim nach einem Workshop.

Silberstreif am Horizont für die von Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg: In einem Workshop konkretisierten Erzbistum und Genossenschaft ihre Zusammenarbeit. Foto: Daniel Zimmel / flickr (CC BY-SA 2.0)
Silberstreif am Horizont für die von Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg: In einem Workshop konkretisierten Erzbistum und Genossenschaft ihre Zusammenarbeit. Foto: Daniel Zimmel / flickr (CC BY-SA 2.0)
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An der Veranstaltung nahmen auf Einladung von Erzbischof Stefan Heße neben der privaten Genossenschaftsinitiative auch Vertreter von Schulleitungen, Eltern, Lehrern und Schülern teil. Der Austausch habe in vertrauensvoller, offener und konstruktiver Atmosphäre stattgefunden, teilte ein Sprecher des Erzbistums mit.

In den kommenden Wochen sollen Arbeitsgruppen und eine Steuerungsgruppe konkrete Schritte beraten und ein Finanzierungskonzept erarbeiten. Strategische Entscheidungen sollen gemeinsam getroffen werden. «Das Modell ist demokratisch und partizipativ. Das war unser Ziel», zitierte der Sprecher den Anwalt Christian Bernzen von der Schulgenossenschaft. Mitinitiator Nikolas Hill sieht in dem Ergebnis die Chance für einen Aufbruch in der katholischen Kirche. Erzbischof Heße erklärte: «Das Ergebnis muss so gut sein, dass andere sagen: Das wollen wir auch.»

Hamburg: Entscheidung über Schulschließungen wurde vertagt

Das Erzbistum hatte im Januar erklärt, aus Finanznot bis zu 8 von 21 katholischen Schulen in Hamburg zu schließen. Für drei Schulen wurde ein Moratorium ausgesprochen, um nach Lösungen zu suchen, wie auch diese Schulen erhalten bleiben können. Das Erzbistum ist mit knapp 80 Millionen Euro überschuldet. (dpa)

Neue Genossenschaft soll katholische Schulen in Hamburg retten

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1 KOMMENTAR

  1. “Das Modell ist demokratisch und partizipativ.”
    Das werden wir dann sehen, wenn eine geschiedene Lehrerin an einer solchen Schule wieder heiratet. Ich befürchte, von Demokratie ist dann nicht mehr die Rede, vom Grundgesetz auch nicht. Dann werden wieder die katholischen Prinzipien durchschlagen.

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