Aha-Erlebnisse durch gemeinsames Erleben: Soziales Lernen auf der Klassenfahrt

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DÜSSELDORF. Als Team arbeiten, ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln, sich wirklich kennenlernen – im Schulalltag fehlt dafür häufig die Zeit. Deshalb sind Klassenfahrten der perfekte Rahmen, um die sozialen Kompetenzen in der Klasse zu stärken. Das gemeinnützige* Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) Rheinland unterstützt Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Arbeit – und bietet jetzt schwerpunktmäßig Schülerreisen an,  die Kindern und Jugendlichen den wertschätzenden Umgang miteinander vermitteln.

Wie formt man aus Einzelschülern ein Team? Programm in der Jugendherberge Essen. Foto: DJH Rheinland / Jugendherberge Essen
Wie formt man aus Einzelschülern ein Team? Programm in der Jugendherberge Essen. Foto: DJH Rheinland / Jugendherberge Essen

„Eine Klassenfahrt braucht Aktivität, wir sind viel mit den Kindern draußen“, stellt Ulrich Koj von „Skills4life“ gleich klar. Er ist einer der Trainer, die das Programm „Kumpel über Tage“ der Jugendherberge in Essen betreuen. Er möchte jedem Missverständnis vorbeugen, es könnte sich um eine Klassenfahrt handeln, bei der nur geredet wird. Im Gegenteil! Rollenspiele, sportliche Teamaktionen und Spiele aus der Erlebnispädagogik sind wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Tage. „Dort erlebt man am besten authentisches Sozialverhalten, die Kinder werden emotional gepackt“, sagt Ulrich Koj.

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Das Bild vom „Kumpel über Tage“ haben er und sein Team gewählt, weil es sich gut auf Klassen übertragen lässt: Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, deren Mitglieder sich trotz aller Unterschiede während der gemeinsamen Arbeit aufeinander verlassen können. „Die Idee ist, dass die Schülerinnen und Schüler in den Austausch kommen: Wie stellen sie sich eine gute Klassenatmosphäre vor, wie möchten sie ihre Gemeinschaft weiterentwickeln?“ erklärt Koj. Die individuellen Ideen zur Verbesserung werden von den Schülern aus den Spielen heraus entwickelt.

Damit die Klassenfahrt auch nachhaltig erfolgreich ist, werden die Lehrkräfte schon vorher in die Konzeption einbezogen. Ulrich Koj sieht es dann als seine Aufgabe an, Impulse zu setzen: „Wir wecken die Motivation der Kinder durch positive Verstärkung. Die Lehrkräfte können im Schulalltag daran anknüpfen.“ Dadurch, dass Schülerinnen und Schüler mehr Zeit in der Schule verbringen, werde soziales Lernen und Wertevermittlung wichtiger, ist sich Ulrich Koj sicher. „Klassenfahrten sind für diesen Prozess eine sinnvolle Ergänzung, wegen ihres informellen Rahmens.“

Konzipiert ist „Kumpel über Tage“ für fünfte und sechste Klassen – eine Phase in der noch um Rollen und Gruppenstruktur gerungen wird. Für die Mittelstufe hat der DJH Rheinland zusammen mit „Skills4Life“ ergänzend das Angebot „Hey, chill mal“ entwickelt, das andere Aktionen beinhaltet, aber das gleiche Ziel hat: Das Klassenklima für alle zu verbessern.

Die Angebote zum sozialen Lernen sind im neuen Katalog „FahrtFinder“ (1. bis 6. Klasse) mit dem Siegel „klasse Klasse“ versehen.  Dazu gehören beispielsweise

  • „KennenlernCamp – 5. Klassen auf dem Weg zum Dreamteam“ in der Jugendherberge Kevelaer
  • „Klasse im Fokus – Spielend zum klasse Team“ in der Jugendherberge Lindlar
  • „Start-up für 5. Klassen – Aus Einzelschülern werden Lernteams“ in der  Jugendherberge Hellenthal

Weitere Angebote zum sozialen Lernen finden sich im Katalog „Klasse Aktiv“ (ab 7. Klasse).

Interessant in diesem Zusammenhang: Gegen Cybermobbing (Medienkompetenz für Jugendliche) in der Jugendherberge Essen.

Hier sind die Kataloge herunterladbar: jh-klassenfahrt.de

Weitere Informationen: https://rheinland.jugendherberge.de/

*Hintergrund

Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH), Landesverband Rheinland, ist als gemeinnütziger, eingetragener Verein anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Das DJH bietet seinen Gästen aus aller Welt in Jugendherbergen Möglichkeiten der Begegnung sowie des Kennenlernens und dient so dem gegenseitigen Verständnis und friedlichen Miteinander von jungen Menschen und Völkern. Getragen vom Jugendherbergsgedanken und einer 100-jährigen Tradition sind die Förderung der Jugendhilfe, der Jugendbildung, von Familien mit Kindern und Alleinerziehenden, der Heimatgedanke sowie Umwelt- und Landschaftsschutz Zwecke des Vereins.

Japan ist angesagt – bei Schülerreisen nach Düsseldorf

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15 KOMMENTARE

  1. Das ist ja ein häufiges Argument, dass Klassenfahrten die soziale Gemeinschaft der Kinder stärken würden. Ich kann das so nicht bestätigen. Ich führe seit Jahrzehnten jedes Jahr eine Klassenfahrt durch. Die sozialen Beziehungen sind davor, währenddessen und danach immer die gleichen. Die gleichen Kinder sind Meinungsführer, die gleichen Kinder sind Außenseiter, wer sich im Unterricht nicht benahm, benimmt sich auch auf der Klassenfahrt nicht und hinterher wieder in der Schule nicht.

    Auch die Lehrgänge zum sozialen Lernen brachten in diesem Sinne nicht mehr, als dass die Verantwortlichen (Referenten) mich zu Hilfe riefen, weil es von Mal zu Mal mehr über Tische und Bänke ging.

      • Lieber Sofawolf,

        “Service” bedeutet, dass es sich um eine Pressemitteilung handelt, die die Redaktion auf die Seite genommen hat, weil sie für Lehrkräfte interessant sein dürfte. Darüber hinaus handelt es sich bei den Jugendherbergen nicht um einen kommerziellen Anbieter.

        Herzliche Grüße
        Die Redaktion

        • Werbung ist dieser Beitrag aber unabhängig davon, ob diese Jugendherbergen kommerzielle Anbieter sind oder nicht. Ihre Betten wollen auch sie voll kriegen.

          • Dann ist hier alles Werbung: Statements von Politikern, die gewählt werden wollen, Stellungnahmen von Lehrerverbänden, die Mitglieder haben wollen, Kommentare von Lesern, die Zustimmung haben und für ihre politischen Überzeugungen werben wollen …

            Sorry, aber den Schuh ziehen wir uns nicht an. Natürlich informieren wir auf News4teachers über neue und besondere Angebote, die für Bildungsinteressierte relevant sind – wie es jede Tageszeitung und jedes Fachmedium für ihre jeweiligen Leser tun.

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • “Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen […]”
            (Hanns Joachim Friedrichs)
            https://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Joachim_Friedrichs

          • Ist es ernsthaft notwendig zu diskutieren, ob es sich hier um “Werbung” handelt?
            Diese Angebote können für Lehrkräfte interessant sein, haben aber natürlich auch Werbungscharakter. Aber wo ist das Problem? Eine studierte Lehrkraft sollte in der Lage sein, Vor- und eventuell auch Nachteile dieses Angebots zu erfassen und zu schauen, ob es für die eigene Klasse in Frage kommt.
            Wozu also jetzt die sinnbefreiten Angriffe auf die Redaktion, gerne auch mit Hilfe von in der Sache völlig unpassenden Zitaten?

            @ Aufmerksamer Beobachter: Wollten sie gerne mal ein Zitat von Hajo Friedrichs bringen, egal ob mit oder ohne Sinn und Verstand, um einen auf schlau zu machen? Ich kann versichern, das Gegenteil ist der Fall.

          • Es geht um die Wortwahl. Formal hat die Redaktion mit ihrer Haltung recht – sofawolf aber auch.

            Ich persönlich gehe zum Service im Supermarkt, wenn ein Problem mit irgendetwas habe, z. b. ein falsch berechneter Artikel. In Zeitschriften stehen unter der Rubrik Service oft Haushaltstipps. Werbund und redaktionelle Beiträge müssen durch das Wort “Anzeige” voneinander getrennt werden. Bei n4t ist es offenbar “Service”. Im Rahmen der Transparenz wünsche ich mir aber eine deutliche Kennzeichnung aller Artikel, bei denen Geldmittel oder andere Vorteile geflossen sind.

          • Es geht darum, dass die Redaktion ihre Tätigkeit selbst als “Bildungsjournalismus” begreift, was sie gemäß der Kriterien des Herrn Friedrichs nicht ist.
            Das ist hier im Forum auch schon des öfteren thematisiert worden.
            Die Macher von N4t sind Partei, sie sind Teil der Bildungsindustrie und wollen ihre Produkte verkaufen. Das ist auch völlig okay, sollte jedoch nicht mit unabhängigem Journalismus, der jährlich mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet wird (unter immer wiederkehrendem Hinweis auf das von mir angebrachte Zitat), verwechselt werden.

          • Ich habe das schon einmal gesagt, ich vstehe in keiner Weise, warum diejenigen, die hier (nicht nur) über die Redaktion moppern und so unzufrieden sind,dass sie hier täglich irgendwen anmeckern und “eines -natürlich ihres- Besseren” belehren möchten, sich nicht andere Foren suchen. Ansonsten hat Küstenfuchs nach wie vor völlig recht.

          • @ emil: Vielleicht verstehen Sie einfach nicht, dass man sehr wohl das informative Angebot von N4t schätzen und gleichzeitig dessen angeblich rein journalistischen Charakter infrage stellen kann.

            Das ist übrigens ein Unterschied, den eine qualifizierte Lehrkraft ihren Schülern im Unterricht beibringt.

    • “Die sozialen Beziehungen sind davor, währenddessen und danach immer die gleichen.”
      Früher hieß das “Klassengemeinschaft” und meinte in der Praxis oft genug die Zementierung der bestehenden Hackordnung unter den Schülern. Heute heißt es “soziales Lernen”.

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