Wiedergewählte GEW-Chefin fordert höhere Gehälter für Grundschullehrer

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SUHL. Kathrin Vitzthum soll weitere vier Jahre an der Spitze des Thüringer Landesverbands der Bildungsgewerkschaft GEW stehen. Auf ihrer Agenda stehen die Gehälter von Grundschullehrern.

Die am Samstag wiedergewählte Thüringer Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Kathrin Vitzthum, hat höhere Löhne für Grundschullehrer gefordert. Für gleiche Arbeit müsse gleiche Bezahlung gelten, sagte Vitzthum am Rande der Landesvertreterversammlung der GEW Thüringen in Suhl. Sie plädiert für eine Anhebung der Gehälter auf das Niveau der Gymnasiallehrer.

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Nach der Angleichung der Gehälter von Regelschul- und Gymnasiallehrern will sich Thüringens wiedergewählte GEW-Vorsitzende Kathrin Vitzthum nun verstärkt für die Grundschullehrer einsetzen. Foto: Marco Verch / flickr / CC BY 2.0
Nach der Angleichung der Gehälter von Regelschul- und Gymnasiallehrern will sich Thüringens wiedergewählte GEW-Vorsitzende Kathrin Vitzthum nun verstärkt für die Grundschullehrer einsetzen. Foto: Marco Verch / flickr (CC BY 2.0)

Vitzthum wurde am Samstag mit 89 Prozent der Stimmen als GEW-Landeschefin wiedergewählt. Die 42-Jährige wolle sich unter anderem für die Abschaffung prekärer Arbeitsverhältnisse – etwa durch geringe Löhne oder ungewollte Teilzeitbeschäftigung.

In der Bekämpfung des Lehrermangels sieht Vitzthum eines der wichtigsten Themen der kommenden Jahre. Die Angleichung der Gehälter von Thüringer Regelschullehrern an das Niveau der Gymnasiallehrer-Gehälter ab 2020 bezeichnete Vitzthum als größten Erfolg ihrer bisherigen vierjährigen Amtszeit.

Erst vor wenigen Tagen hatte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) zusammen mit Finanzministerin Heike Taubert (SPD) angekündigt, verbeamtete und tarifbeschäftigte Regelschullehrer künftig nach der Besoldungsgruppe A13/E13 zu bezahlen. Darauf hatte zuvor unter anderem die GEW immer wieder gedrängt.

«Jetzt geht es darum, dass auch Grundschullehrer A13 bekommen sollen», sagte Vitzthum. Nach Angaben eines GEW-Sprechers würde dies – je nach Erfahrungsstufe des verbeamteten Lehrers – ein Plus von 450 bis 500 Euro monatlich bedeuten. Für den Thüringer Haushalt würde die Angleichung rund 24 Millionen Euro Mehrkosten im Jahr bedeuten, erklärte der Sprecher.

Bei den Hochschulen will sich Vitzthum dafür einsetzen, dass es weniger befristete und mehr feste Verträge für das Personal gibt. Es gehe nicht darum, zeitlich begrenzte Einstellungen auszuschließen. «Aber befristete Verträge werden oft immer wieder verlängert und ersetzen so feste Verträge», sagte Vitzthum. Das müsse sich ändern. (dpa)

Regel- und Gymnasiallehrer künftig in gleicher Besoldungsgruppe

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3 KOMMENTARE

  1. Lehrer an Brennpunktschulen, aber auch viele andere scheint sie eher nicht zu vertreten. (Wir wissen ja, nur von Gehaltserhöhungen profitieren auch die Gewerkschaftsmitarbeiter selbst.)

    “Für eine gute Schule brauche es “die drei P…”, sagt die erfahrene Direktorin: “Pädagogik, Platz und Personal. Wenn eines fehlt, ist das Mist.” Gerade fehle an den Schulen zu oft Personal. Deshalb sei es gewiss gut, dass die Lehrer mehr Geld bekommen sollen. “Das ist eine Form der Anerkennung”, sagt Busse. “Lange Zeit hat man ja Pädagogen nicht wertgeschätzt. …

    Allerdings hört sie gerade von Lehrern, denen an den schwierigen Schulen besonders viel abverlangt wird, einen anderen Wunsch. “Viele hätten lieber eine Reduzierung ihrer Stunden”, von derzeit 28 auf vielleicht 23. Denn über ihre Unterrichtsstunden hinaus gebe es so viele aufreibende Aufgaben. “Die Anforderung ist sehr hoch.”

    https://www.sueddeutsche.de/bildung/lehrer-mehr-lohn-fuer-paedagogische-schwerstarbeit-1.4122344-2

      • Na, das formulieren die Kollegen doch im Zitat.

        ““Viele hätten lieber eine Reduzierung ihrer Stunden”, von derzeit 28 auf vielleicht 23. Denn über ihre Unterrichtsstunden hinaus gebe es so viele aufreibende Aufgaben.”

        Wer soll das sonst einfordern und durchsetzen, wenn nicht unsere Berufsverbände und Gewerkschaften? Gesprächsthema war es zumindest auch schon, wurde nur wegen Lehrermangels zurückgewiesen.

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