„Absolutes No-Go“: Lehrerverband zeigt sich empört über AfD-Denunziationsportal

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HANNOVER. Der Niedersächsische Lehrerverband  VNL/VDR hat empört auf den Plan der niedersächsischen AfD reagiert, dass Schüler ihr anonym parteikritische Lehrer über eine Internetplattform melden sollen – nach dem Vorbild der Hamburger AfD. Dort gibt es eine solche Plattform bereits (News4teachers berichtete). „Niedersachsens Lehrkräfte verdienen das Vertrauen der Gesellschaft. Sie brauchen weiterhin die volle Unabhängigkeit und Meinungsfreiheit in ihrem Beruf. Für eine demokratisch gewählte Partei ist das ein absolutes No-Go, sich gegenüber Lehrern und deren Schülern so zu positionieren“, erklärte VNL/VDR-Vorsitzender Torsten Neumann.

Kritisiert die AfD: Torsten Neumann, Vorsitzender des VNL/VDR. Foto: VNL/VDR

Aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen leisteten alle Lehrkräfte neben ihrer eigentlichen Profession, dem Unterrichten, umfassende gesellschaftspolitische Aufgaben, so Neumann. Diese bestünden im Alltag aus einer Kombination von Sozial- und Familienarbeit, Krisenmanagement, Psychologie und Therapie und dem Unterrichten. Es bedürfe daher spürbarer Entlastungen wie mehr Assistenzpersonal an allen Schulen. Hierzu gehörten zum Beispiel Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sowie multiprofessionelle Teams für die Umsetzung der Inklusion. Auch müssten bürokratische Aufgaben wie das Erstellen von Dokumentationen und Konzepten aller Art endlich abgebaut werden. „Nur so können Lehrkräfte in ihrer pädagogischen Arbeit nachhaltig unterstützt und damit auch entlastet werden. Denunziationsportale à la AfD helfen da nicht weiter“, so Neumann.

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Für den VNL/VDR ist es kein Wunder, dass immer weniger junge Menschen den Lehrerberuf ergreifen wollen. „Wir in Niedersachsen erleben gerade, dass nicht mehr alle ausgeschriebenen Lehrerstellen besetzt werden können. Das liegt nicht nur an der mangelnden Attraktivität, sondern auch an der geringen Wertschätzung des Lehrerberufes in der Gesellschaft“, meint Neumann.

Auch Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte scharfe Kritik an der Ankündigung der AfD geäußert. „Schülerinnen und Schüler werden durch diesen Aufruf für die Interessen der AfD instrumentalisiert. Das ist ein beschämender Vorgang“, sagte Tonne. Er könne nur empfehlen, sich an „solch denunziatorischen Aufrufen und Aktionen“ nicht zu beteiligen. Bei Problemen gebe es etablierte Verfahren, die allen offen stünden – etwa die Schulbehörden. News4teachers

Hunderte Lehrer nutzen das “Meldeportal” der AfD – aber anders, als sich die Partei das vorstellt…

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