Bildungsverwaltung lässt sich ab sofort Fälle von Antisemitismus an Schulen melden

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BERLIN. Berliner Schulen müssen künftig antisemitische Vorfälle melden. Ab dem Schuljahr 2019/2020 sind die Bildungseinrichtungen dazu aufgefordert, Fälle von Judenfeindlichkeit der Polizei oder dem Schulamt mitzuteilen. Das sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung, Beate Stoffers am Montag.

Schulen seien wichtig für die Ausbildung eine jüdischen Identität, befindet etwa Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Foto: zeevveez / flickr (CC BY 2.0)
Antisemitische Angriffe werden in Deutschland wieder zunehmend zum Problem. Foto: zeevveez / flickr (CC BY 2.0)

Verfassungsfeindliche Äußerungen seien zwar bereits jetzt meldepflichtig, aber mit der expliziten Nennung von Antisemitismus wolle man die Aufmerksamkeit für das Problem in den Schulen schärfen und konkrete Zahlen über Vorfälle liefern können, erklärte Stoffers. Die Ergebnisse sollen regelmäßig veröffentlicht werden. Mit belastbaren Zahlen könne man dann Antwort auf die Frage geben, ob Antisemitismus um sich greife. Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) sagte der Zeitung: »Die Schulleitungen sollen damit ermutigt werden, Mobbing-Vorfälle aufgrund von Religion und Nationalität offensiv zu thematisieren und nicht unter den Teppich zu kehren.»

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Antisemitismus soll künftig neben Rechts- und Linksextremismus als Kategorie verfassungsfeindlicher Äußerungen in den sogenannten «Notfallplänen für Berliner Schulen» aufgeführt und damit separat erfasst werden. Die Notfallpläne liefern den Bildungseinrichtungen neben Erfassungsdokumenten Hilfestellungen für den Umgang mit Gefahren- und Krisensituationen.

Zuletzt hatte der Fall eines jüdischen Jungen an einer Elite-Schule in Berlin-Zehlendorf Wellen geschlagen. Der Neuntklässler war über Monate von Mitschülern antisemitisch gemobbt und bedroht worden. dpa

Zentralratspräsident Schuster: Antisemitismus noch immer in Schulbüchern präsent

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