Umfrage: Bildung Topthema für die Hessen im Wahlkampf

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WIESBADEN. Die Bildungspolitik ist für die Hessen nach einer Umfrage das wichtigste Thema im Landtagswahlkampf. An Nummer zwei rangiert die Flüchtlingsfrage vor den Problemen auf dem Wohnungsmarkt und im Verkehr. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Hessen im Auftrag von Hitradio FFH und der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» am Donnerstag. Dieses Ranking hatte sich auch schon im Hessentrend gezeigt, der fünf Wochen vor der Landtagswahl am 28. Oktober veröffentlicht wurde.

Darf sich über schulpolitische Debatten mit dem künftigen Koalitionspartner freuen: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons
Ob er mit dem Thema Bildung punkten kann? Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons

Bei den beliebtesten Politikern steht Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) vor Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und SPD-Partei- und Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel. Die Spitzenkandidaten der anderen Parteien seien mindestens zwei Dritteln der Befragten nicht bekannt gewesen.

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Würde am kommenden Sonntag gewählt, wäre die CDU mit 29 Prozent (2013: 38,3) stärkste Partei im Land. Die SPD erhielte nach der Umfrage 23 Prozent (30,7), die Grünen kämen auf 18 Prozent (11,1) der Stimmen. Viertstärkste Kraft wäre mit 13 Prozent die AfD (4,1). Die Linke käme auf 8 (5,2) und die FDP auf 6 Prozent (5,0) Zustimmung. Rein rechnerisch wären demnach eine große Koalition aus CDU und SPD und ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP möglich. dpa

Hessens Kultusminister meint, die Schulen seien „hervorragend aufgestellt“ – die GEW spricht von „Realitätsverlust“

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5 KOMMENTARE

  1. Na und weiter? Wie beurteilt das Wahlvolk die Situation an den Schulen? Wo drückt der Schuh? Allgemeines Blabla haben wir genug gehört, lasst uns mal was Konkretes hören.

  2. Gerade im Hinblick auf die Bildung ist das Ergebnis der heutigen Hessen-Wahl fast schon kurios: Zugelegt haben vor allem die Grünen (wollen die “eine Schule für alle” obligatorisch einführen) und die AfD (will das dreigliedrige Schulsystem beibehalten). Ähnlich verhält es sich im Vergleich Linke zur FDP. Die “Volksparteien” haben beide verloren, sie eiern in der Schulfrage auch mehr oder weniger nur herum und haben vorwiegend schulpolitische Misserfolge vorzuweisen. Es sieht fast so aus, als würde das zu einer Polarisierung des Wahlvolks führen.

    • Wenn die SPD mutig wäre, würde sie die Ampel unter einem Grünen Ministerpräsidenten versuchen. Die Mehrheit ist genauso dünn wie unter schwarz-rot und schwarz-grün, die CDU kann sich eine Blockadepolitik nicht erlauben, weil sie dann zu sehr auf AfD machen würde. Gleichzeitig dürfte das das Ende der von allen Seiten ungeliebten Großen Koalition im Bund sein.

      • Ich kann mir nicht vorstellen, dass die FDP eine Ampel mitmacht, die von roter und grüner Politik dominiert wird. Was soll ihr das bringen?

        Ich fand die Aussage damals gut, lieber nicht zu regieren als schlecht zu regieren. Da hatte die FDP für mein Empfinden “Charakterstärke” gezeigt. Dass sich ihre Umfragewerte allmählich wieder erholen, war abzusehen. Nun steht sie da als eine Partei, die um der Macht willen nicht alles mitmacht. Das schien lange Zeit anders.

  3. Im Grunde genommen hat sich doch politisch in Deutschland nichts geändert. Früher gab es Mitte-Links (SPD); Mitte (FDP) und Mitte-Rechts (CDU/CSU).

    Mitte-Links hat sich inzwischen aufgespalten in Linke, SPD und Grüne.
    Mitte ist FDP geblieben.
    Mitte-Rechts spaltet sich gerade auf in CDU, CSU und AfD.

    Rechnet man die Lager entsprechend zusammen, so ist es in Deutschland bei halbe-halbe geblieben. Wenige Prozente an sogenannten Wechselwählern entscheiden dann jeweils, welches Lager regiert. Die FDP war oft der Königsmacher. Das könnte sie wieder werden.

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