“A13 für alle”: GEW kämpft mit Hochdruck (und zunehmendem Erfolg) für eine finanzielle Gleichstellung aller Lehrkräfte

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FRANKFURT / MAIN. Mit bundesweiten Aktionen erhöht die GEW den Druck auf die Kultus- und Finanzminister der Länder, sich für die gleiche Bezahlung aller voll ausgebildeten Lehrkräfte einzusetzen. „Gleichwertige Arbeit muss gleich entlohnt werden. Immer noch werden in den meisten Bundesländern Grundschullehrkräfte und in einigen Lehrkräfte in der Sekundarstufe I schlechter bezahlt als Lehrerinnen und Lehrer etwa am Gymnasium. Deshalb müssen alle Lehrkräfte nach A13 (Beamtinnen und Beamte) und E13 (Angestellte) bezahlt werden“, sagt Frauke Gützkow, im GEW-Vorstand für die „JA-13-Kampagne“ verantwortlich, mit Blick auf die heute startenden Aktionstage, die bis zum 23. November laufen sollen.

Trotz sich angleichender Ausbildungsdauer ungleiche Gehaltstufen? Das ist kaum mehr vermittelbar. Foto: Shutterstock

Gützkow sieht „Rückenwind“ für den Vorstoß der GEW, weil mehrere Bundesländer die Grundschullehrkräfte jetzt nach A13/E13 bezahlen – wie Berlin und Brandenburg – oder eine Höhergruppierung zumindest angekündigt haben – etwa Sachsen (ab dem 1. Januar 2019) oder Schleswig-Holstein (schrittweise bis 2026). „Einige Landesregierungen haben bereits verstanden, dass es höchste Zeit für eine bessere Bezahlung der Grundschullehrkräfte ist. Die anderen Länder müssen jetzt nachziehen“, betont das GEW-Vorstandsmitglied. Gützkow, die auch für Frauenpolitik verantwortlich ist, unterstreicht zudem, dass zurzeit insbesondere Frauen benachteiligt würden: „Über 90 Prozent der Grundschullehrkräfte sind Frauen. Frauenarbeit ist genau so viel wert wie die Arbeit der Männer.“

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Neben der Grundschule stehe die Sekundarschule im Fokus der Aktionen, sagt Gützkow. Vor allem Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Bayern und Hamburg zahlten auch an anderen Schularten nach wie vor A12/E11. Aber auch hier gebe es Bewegung: In Thüringen sollen die Regelschullehrkräfte, die dortige Sekundarschule, ab 2020 mit Lehrkräften an Gymnasien, berufsbildenden Schulen und Förderschulen bei der Bezahlung gleichziehen. Der thüringische Kultusminister Helmut Holter (Die Linke), zugleich amtierender Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), ließ zudem im Sommer durchblicken, dass er die Durchlässigkeit für Lehrkräfte zwischen den Schulen erhöhen wolle. „Ein richtiger Schritt“, so Gützkow, „dafür braucht es eine Lehrkräfteausbildung, die für alle Lehrämter gleich lang ist und sich nicht an Schulformen, sondern an Klassenstufen orientiert.“

Berlin und Brandenburg kündigten nach Gewerkschaftsangaben nur wenige Tage nach den “GEW-JA13-Aktionen 2017” an, alle voll ausgebildeten Grundschullehrerkräfte nach A13/E13 zu bezahlen und setzten dies um – übrigens auch für die Lehrerinnen und Lehrer, die noch nicht die neue Ausbildung absolviert haben, die zehn Semester lang ist.

Tatsächlich werden die Studiengänge für die verschiedenen Lehrämter in den Bundesländern hinsichtlich Anforderungsniveau und Dauer nach und nach vereinheitlicht, wie die GEW beobachtet. “Das folgt den gestiegenen Anforderungen an die Professionalität im Grundschulbereich, aber auch an Haupt- und Realschulen, Gemeinschafts- oder Sekundarschulen. Während in der Vergangenheit eine kürzere fachhochschulähnliche Ausbildung an einer pädagogischen Hochschule ausreichte, wird heute wie auch bei Lehrkräften der Sekundarstufe I und II ein Masterabschluss nach 10 Semestern erwartet. Ein zweites Staatsexamen ist für alle Schulformen Zugangsvoraussetzung für den Beruf.” Wenn die Ausbildung der Grundschullehrkräfte an Universitäten genauso lange dauert wie für alle anderen Schularten, gebe es keine Gründe mehr, Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen schlechter zu bezahlen, heißt es.

Tatsächlich war die unterschiedliche Dauer der Ausbildung früher das Hauptargument für die jeweilige Höhe der Bezüge – in einzelnen Bundesländern gilt das bis heute. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) nannte unlängst eine Höhergruppierung von Grundschullehrkräften auf das Niveau der Sek-II-Kollegen „nicht gerechtfertigt“. Die Höhe der Gehälter orientiere sich an der Ausbildung  – und Lehrkräfte an der Grundschule hätten nunmal eine andere, kürzere Ausbildung als die am Gymnasium. Das sei „eine Vorgehensweise wie in allen anderen Berufen auch“, so erklärte die Ministerin (News4teachers berichtete). Tatsächlich beträgt in Baden-Württemberg die Regelstudienzeit für das Lehramt Grundschule acht Semester, die für das Lehramt Gymnasium zehn.

Allerdings verlangt auch das Bundesland Sachsen nur acht Semester Studium von angehenden Grundschullehrern, während für das Lehramt Gymnasium zehn angesetzt sind – und trotzdem bekommen Grundschullehrer im Freistaat bald A13/E13. Hintergrund ist der Lehrermangel, der insbesondere die Grundschulen betrifft.

Wachsender Lehrermangel

Laut einer aktuellen Prognose der KMK fehlen im laufenden Jahr 11.500 Lehrkräfte, um den Bedarf an Neueinstellungen zu decken – zusätzliche Bedarfe etwa für eine erfolgversprechende Umsetzung der Inklusion oder den Ganztag sind nach GEW-Angaben in diesen Zahlen nicht berücksichtigt. Für 2019 und 2020 gehen die für schulische Bildung zuständigen Ministerinnen und Minister von je 3.000 fehlenden Lehrkräften aus. Bis 2030 braucht es jährlich im Schnitt 31.900 Neueinstellungen; aktuell werden jährlich jedoch nur 31.200 Lehrkräfte mit ihrer Ausbildung fertig. Besonders dramatisch fällt der prognostizierte Mangel in beruflichen Fächern der Sekundarstufe, an Berufsschulen und in den sonderpädagogischen Lehrämtern aus. Auch für Grundschulen und den Sekundarbereich I erwartet die KMK „zum Teil große Engpässe“. Regional nennt sie Berlin sowie die ostdeutschen Länder als Mangel-Zentren.

Mittlerweile denken auch Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt laut über eine bessere Bezahlung für die Mangelware Grundschullehrer nach. News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Philologen fordern Entlastung für Gymnasiallehrer – und “unter Wahrung des Abstandsgebots”: mehr Geld

 

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46 KOMMENTARE

  1. wieso ist A12 Frauendiskriminierung? Es steht jeder Frau frei, die arbeitsintensivere und fachlich wesentlich anspruchsvollere gymnasiale Laufbahn einzuschlagen.

    • Als Feststellung, dass insbesondere Frauen betroffen sind, kann man das natürlich sagen. Es ist aber auch klar, dass man da unterschwellig eine angebliche Benachteiligung der Frauen ansprechen wollte. Das ist der Zahn der Zeit. Man versucht aus allem irgendeine Benachteiligung, Diskriminierung oder Stigmatisierung zu machen.

      Sie sollten im Übrigen vorsichtig sein mit der Aussage “arbeitsintensivere und fachlich wesentlich anspruchsvollere gymnasiale Laufbahn”. Das kommt nicht so gut an. Lehrer sind alle gleich und wer da widerspricht kriegt einen drüber. Wenn wir A13 für Alle haben, können wir uns nochmals in ein paar Jahren unterhalten warum niemand mehr für die Sek II studieren möchte. Dann wird es aber auch heißen, dass das ja niemand erahnen konnte.

      • stimmt. aber glücklicherweise heißt nicht jeder emil.

        Bei A13 für alle sehe ich aber schwarz für die sek i-Schulen, weil sich diese Klientel wie derzeit ohne Zwang niemand antun möchte. die nach noten besten lehrer gehen an die grundschulr, wenn sie mit Kindern oder ans Gymnasium, wenn sie mit Jugendlichen arbeiten wollen.

        • Bei den Sek-I-Schulen haben sie sicherlich recht. Das Problem sieht man ja schon heute zwischen Gesamtschule und Gymnasium. Freiwillig unterrichten die wenigsten an einer Gesamtschule, wenn man gleichzeitig die Möglichkeit auf eine Anstellung an einem Gymnasium hat.

          Für das Gymnasium werden sie in bestimmten Fächern dennoch große Probleme bekommen. Der Mangel in bestimmten Fächern wird massiv steigen. Erklären sie mal einem Mathematikstudenten für die Sek II warum er genauso viel verdienen soll wie seine Kommilitonin, die die Mathe-Kurse für die Grundschule belegt. Wir kämpfen ja jetzt schon um jeden Mathematik-, Physik- oder Informatikstudenten. Womit werben wir? Viel Arbeit, wenig Geld und noch weniger Anerkennung…

          Gleichmacherei ist nun mal ein Schlag in die Magengrube des Leistungsprinzips.

          • Das Problem mit den Naturwissenschaftlern haben Sie natürlich an jeder Schulform. Aus finanziellen Gründen wird kein harter Naturwissenschaftler Lehrer.

            Das Leistungsprinzip wurde spätestens mit der Kompetenzorientierung zu Grabe getragen. Herr Humboldt würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das wüsste.

          • @xxx

            Naja nicht ganz. Wenn Sie ein MINT-Fach nur für die Sek I studieren, sind sie weit davon entfernt dieses Fach auch wirklich in ihrer Tiefe studiert zu haben. Wenn Sie sich jedoch für die Sek II entscheiden, sitzen sie zusammen mit den reinen Mathematikern, Physikern, Informatikern in der Vorlesung. Man hat somit einen ganz anderen Anspruch an Sie, als in der Sek-I-Ausbildung. Das ist auch völlig okay, nur wie kann man dann von einer Vergleichbarkeit sprechen?

            Man geht davon aus, dass alle Lehrer Äpfel seien, wobei man dabei vergisst, dass es auch unterschiedliche Sorten von Äpfel gibt.

            Aber was regen wir uns hier auf. Unsere Meinung interessiert niemanden und mit Vernunft und Verstand kommt man bei den Entscheidungsträgern sowieso nicht an.

          • Irgendwie vergessen Sie bei Ihrer Diskussion immer, dass man von MINT-LEHRERN nicht allein MINT verlangt, sondern auch LEHREN!

            Zäumen Sie es doch mal von der anderen Seite auf:
            Die Aufgabe des Lehrers ist es, die Schüler zu lehren, sodass sie befähigt werden, zu lernen.
            MINT-Lehrer müssen das für MINT, Musiklehrer für Musik etc.,
            Grundschullehrer für kleinere Kinder, SekI+II-LuL für ältere Kinder und Jugendliche.

            Wenn Sie Wissenschaftler werden möchten, können Sie das für jedes dieser Fächer tun.
            Wenn Sie Lehrer werden, auch, es erfordert aber Kenntnisse der Pädagogik und Psychologie, sowie im Anschluss ans Studium eine praktische Ausbildung.

          • @Palim
            Wo habe ich das denn vergessen? Das ist offensichtlich Grundlage für jede Lehrkraft. Der Unterschied zwischen Lehrkräften entsteht nun mal erst in den studierten Fächern. Bevor ich also befähigt bin etwas zu vermitteln, muss ich es erstmal selbst verstanden haben. Neben der Unterschiede zwischen den Fächern, gibt es also auch offensichtlich Unterschiede innerhalb eines Faches zwischen den unterschiedlichen Schulformen.

            Vielleicht können Sie das nicht nachvollziehen, nur zwischen einem Studium für Grundschule, Sek I und Sek II liegen in den MINT-Fächern Welten. Das mag für andere Fächer nicht so drastisch ausfallen, es macht nur mal hier einen gravierenden Unterschied. Unis kommunizieren bewusst offen, dass der inhaltliche Umfang und der Schwierigkeitsgrad für Grundschule und Sek I im Vergleich zur Sek II in MINT-Fächern abnimmt. Was auch total logisch ist, man lernt was man braucht.

            Stand jetzt unterscheiden sich die Studieninhalte der Fächer zwischen den Schulformen massiv. Wenn man eine Gleichmacherei anstrebt, muss man jedoch diese anpassen. Sprich: Es darf dann für ein Fach keine Unterscheidung mehr im Schwierigkeitsgrad geben. Es sind ja dann alle Lehrer gleich. Ich kann ihnen sagen, dass Sie damit unqualifiziertes Personal im MINT-Bereich erhalten werden. Vielleicht funktioniert dies für andere Fächer, wie z.B. Deutsch, Musik, Sport, etc. Da bin ich kein Experte, jedoch können Sie mir glauben: Fachlich sind unsere Sek-II-Mint-Referendare immer top ausgebildet. Das müsste man mit A13-Für-Alle dann opfern.

          • ersatzweise schraubt man die Ansprüche für sek i und Grundschule auf sek ii-Niveau hoch. dann würde aber so gut wie niemand mehr das studium schaffen. aus eigener erfahrung an der uni weiß ich noch, dass angehende sek i-Lehrerinnen (ja, es waren Frauen) nach der Zwischenprüfung mit dem Buchstabenrechnen ihre Probleme hatten und mit dem Beweisen auf Kriegsfuß standen. Das Niveau der Vorlesung war gemessen an den Anforderungen der Sek ii niedrig.

          • Wenn die Pädagogik Grundlage ist, dann sollten wir dort auch genau hinschauen und in jedem Studium Pädagogik mit gleichem Wert ansetzen und anrechnen.
            Ist das so? Oder ist es vielmehr so, dass man in manchen Lehramtsstudiengängen und -ausbildungen dort bisher den Umfang und die Ansprüche gesenkt hatte?
            Es darf dann für kein Fach und kein Lehramt eine Verkürzung der Pädagogik und Psychologie geben, keine Einschränkung hinsichtlich grundlegender Kompetenzen z.B. zur Inklusion, die alle mit durchführen müssen.

            Tatsächlich ist es so, dass alle Master of Education werden und dafür 300 Creditpoints vorweisen müssen. Da weiß ich nicht, wie Sie darauf kommen, dass andere Fächer oder Studiengänge weniger verlangen würden.

            Und klar, ich erinnere mich auch an Einzelheiten aus meinem Studium: Da gab es einen aus einem anderen Fach, der mit uns in den schrifltichen Klausuren saß, der offenbar Mühe hatte, seinen eigenen Spickzettel zu buchstabieren … der war zur nächsten Prüfungsleistung auf den Aushängen gestrichen, weil er durchgefallen ist. Das kam an unserer Uni in unserem Fach nicht vor, da wurden schon im 1. und 2. Semester so deutliche Anforderungen gestellt, dass manche das Fach lieber gewechselt haben. Und? Was bedeutet das für die allgemeine Anerkennung der Studienleistung? Nichts!

        • @xxx
          da muss ich widersprechen. In Berlin kann jeder Sek I und und Sek II Lehrer an eine Grundschule wechseln, ohne Gehaltseinbußen. Und es gibt keineswegs eine Fluchtbewegung an die Grundschulen. Der Mangel dort ist unverändert.

          • nicht ganz. wer bereits sek i- oder sek ii-Lehrer ist, hat sich bewusst gegen die Arbeit mit kleinen Kindern entschieden.

            Mit den finanziellen Gründen meinte ich die locker das eines Schulleiters übersteigenden Jahresgehälter von Abteilungsleitern in großen Unternehmen. Das sind je nach Branche häufig Naturwissenschaftler.

          • Ich weiß jetzt gerade nicht, ob wir aneinander vorbeireden. Ich hab mich darauf bezogen:
            “Bei A13 für alle sehe ich aber schwarz für die sek i-Schulen …”

            Und ich meinte damit, dass es keinesfalls sicher ist, dass Lehrer an die Grundschule wechseln werden, nur weil der Verdienst derselbe ist, wie in der Sek II. Die Erfahrung in Berlin unterstreicht das.

            Ich bin Sek II Lehrer und ich würde nicht auf die Idee kommen, an eine Grundschule zu gehen, u.a. weil ich nicht die Einschätzung habe, dass die Arbeit an der Grundschule weniger anspruchsvoll ist.

          • ps: Die Führungsebene großer Unternehmen sind mitnichten “häufig Naturwissenschaftler”. Wer unbedingt in die Leitung eines großen Unternehmens will, sollte BWL oder Jura studieren.

            Schauen Sie sich exemplarisch mal den Vorstand der Bayer AG an. Nur 2 von 7 sind Naturwissenschaftler. Der Rest Juristen/ BWL.

          • In Nds. würde man Gehalt einbüßen, wenn man von der SekII an die SekI-Schulen wechseln würde. In der Regel wird dies bei Abordnungen unterhälftig vorgenommen, sodass es nicht dazu kommt.
            Dennoch gibt es nur wenige, die von der SekII an die Grundschule oder SekI oder zumindest IGS wechseln. Warum?

    • Zitat: „Über 90 Prozent der Grundschullehrkräfte sind Frauen. Frauenarbeit ist genau so viel wert wie die Arbeit der Männer.“

      Diese Argumentation ist sowas von dumm. Als ob Männer als Grundschullehrer mehr verdienen im Vergleich zu Frauen als Grundschullehrer.

      Aber wenn’s um mehr Geld für einen selbst geht, ist ja eh jedes Argument recht.

      • Es gibt ja Gründe, weshalb die SPD so viele Wählerstimmen verliert. Die Anbiederung an solche Denkweisen mag in der Presse populär sein, beim Volk jedoch nicht.

    • @xxx: Das wollen Sie doch absichtlich falsch verstehen. Wenn im Grundschullehramt 90% Männer unterrichten würden, dann wäre A13 schon lange durch. Wenn Sie uns das nicht gönnen, weil Sie unsere Arbeit für weniger zeitintensiv halten, dann frage ich mich, wie Sie die Zeit für Ihre ständigen Kommentare aufbringen. Wenn Sie Angst haben, dass GS-LehrerInnen Ihnen finanziell gleich gestellt werden, dann sage ich nur, warum sind Sie denn nicht in die Freie Wirtschaft gegangen mit Ihrem Studium, da hätten Sie locker mehr verdient. Niemand hat Sie gezwungen Lehrer zu werden. Das ist Ihre Argumentation.

      • Eine seltsame Logik treiben Sie hier.

        Sollen etwa die Männer in den Gewerkschaften dafür sorgen, dass die Frauen, die nach eigener Aussage finanziell benachteiligt werden, finanziell angeglichen werden? Wenn die Frauen so gleichberechtigt und gleichgestellt sein wollen, wie sie es rechtlich bereits sind, dann können sie das auch selbst.

        Übrigens habe ich u.a. auf dem Weg von und zur Schule reichlich Zeit zum kommentieren.

      • @ Missisisppi,

        ok, etwas netter. 🙂

        woher nehmen Sie ständig Zeit zum Kommentieren, wenn doch die armen Grundschullehrer so wenig Zeit haben?

        Woher nehmen Sie die Zeit, alles zu lesen, was ich schreibe, wenn doch die armen Grundschullehrer so wenig Zeit haben. (Würden Sie aber nicht alles lesen, könnten Sie doch gar nicht wissen, wie viel ich schreibe.)

        Warum soll ich mir einen anderen Job suchen, wenn ich doch mit meinem Gehalt sehr zufrieden bin? Warum suchen Sie sich nicht einen anderen Job, wo Sie doch ständig unzufrieden sind und sich von allen gedemütigt und von jeglicher Kritik angegriffen fühlen?

        Warum verdienen Männer in anderen Berufen weniger, wenn es doch nur am Geschlecht liegt, ob man mehr oder weniger verdient? Warum sind Sicherheitskräfte so schlecht bezahlt? Es sind meistens Männer. Warum bekommen Polizisten kein A 13? Es sind überwiegend Männer?

        • Polizisten erhalten A13, sofern sie studieren und daraufhin eine Stelle als Polizeirat antreten.
          Der Mastergrad Master of Arts (M.A.) “Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement” (Public Administration – Policemanagement) berechtigt zum Aufstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst.

          • Und Polizisten mit gleichem Studiumsabschluss bekommen überall gleich viel Gehalt, egal, wo sie eingesetzt sind?

            Bei den Ärzten sahen wir schon, dass diese trotz gleichem Abschluss (Name und Länge des Studiums) je nach Einsatz und Spezialisierung SEHR unterschiedlich verdienen. Wann findet man das UNGERECHT und fordert die gleiche Bezahlung aller Ärzte?

          • Hier kann man lesen, dass man im gehobenen Dienst bei der Polizei A 9 bis A 13 bekommen kann.

            Ich bin es langsam leid, dass andere immer etwas behaupten und ich dann recherchieren muss, ob das stimmt. Und dann stimmt es wieder gar nicht so, wie der Eindruck erweckt wurde. Nicht jeder Polizist, der studiert hat, bekommt A 13 und das war der Eindruck, der von Palim erweckt wurde.

          • Der Eindruck, den Sie gewinnen wollten.
            Ein Master-Abschluss bedeutet, dass man in den _höheren_ Dienst einsteigt, der mit A13 entlohnt wird.

  2. Nehmen wir an, LehrerInnen aller Schulformen würde am Monatsende das gleiche Gehalt auf ihrem “Lohnzettel” stehen haben, dann wären die Gymnasiallehrer die am schlechtest bezahlten, da sie ja nach der neuesten Studie die meisten (Zeit-)Stunden arbeiten.

    • Die Ratszulage ändert daran nicht viel. Man könnte dann im zweiten Schritt noch die Stundenverpflichtung angleichen, natürlich nach oben, damit die Gymnasiallehrer endlich mal die Überlastung der Grundschullehrer erfahren.

    • @ GriasDi, eben.

      Die halten jetzt nur weitestgehend still, weil mehr Geld für andere ja “ihnen nichts wegnimmt”. Wenn das aber erstmal so ist, werden die Rufe, wie ungerecht das sei, immer lauter werden.

      Dann geht die Gehaltsspirale von vorne los.

      Und eigentlich brauchten wir doch etwas anderes viel dringlicher, nur dafür wird dann kein Geld mehr da sein. 🙁

    • Um den Zeitaufwand auszugleichen, kann man die Deptutatsverpflichtung entsprechend anpassen. Es soll ja keiner Überstunden machen. Das wäre dann auch eine Stressminimierung.
      Es geht nicht darum, dass die Überstunden mit einer höheren Gehaltsstufe ausgeglichen werden, sondern mit Angleichung der Arbeitszeit.

    • Das ist so nicht richtig.
      Gymnasiallehrer haben in meinem Bundesland ein Stundensoll von 23,5 Stunden, bei einem Einstiegsgehalt von A13 Z. Für Sek II gibt es, soweit ich weiß, Entlastungsstunden, die Funktionsstellen wären davon auch nicht betroffen.
      Die Grundschullehrer würden dann, bei einem Stundensoll von 28 Stunden, A13 erhalten. Funktionsstellen gibt es nur maximal zwei (Rektor und Konrektor), Entlastungsstunden existieren kaum welche.
      Wo sind denn da die Gymnasiallehrkräfte benachteiligt?

  3. A 13 wird nur dazu führen, dass die Klassen noch größer werden, alles andere kann der Staat nach dem baldigen Abschwung nicht finanzieren. A9 für Neulehrer, die in einem dualen Studium ausgebildet werden, ermöglicht hingegen die Finanzierung von mehr Lehrern. Finanziert man dieses duales Studium den Studenten noch, können auch Schulabgänger aus einkommensschwachen Familien ein Lehramtsstudium aufnehmen.

    • Vorausgesetzt der Nachwuchs gibt sich mit A9 zufrieden. Unter den jetzigen Arbeitsbedingungen eher unvorstellbar.

      Dann wären wir aber auch wieder bei dem Punkt, inwiefern das bei welchen Fächern und welcher Schulform umsetzbar ist. Sie werden keinen guten Mathematiklehrer für die Sek II durch ein duales Studium ausbilden können. Das sage ich, obwohl ich den Ansatz mit A9 und duales Studium auch für sehr zielführend halte. Andererseits ist es auch gut möglich, dass die Bedeutung des Lehrers in den nächsten 2-3 Jahrzehnten so stark abnimmt, dass man eben nicht mehr den Vollblut-Fach-Lehrer braucht, sondern, wie es momentan so schön heißt, der Lehrer mehr zum “Coach” wird. Dann könnte dieses Konzept vielversprechend sein.

      Den Punkt mit einkommensschwachen Familien verstehe ich nicht. Inwiefern können diese Schulabgänger nicht jetzt schon ein Lehramtsstudium aufnehmen? Dank Bafög sollte das für niemanden ein Problem darstellen?

      • so sehe ich das auch. mit e9 lassen sich sozialarbeiter bezahlen, aber keine Akademiker wie es Lehrer zumindest im sek II-Bereich sind.

          • Das stimmt. Aber ein Sozialarbeiter legt nach spätestens 40 Stunden pro Woche inkl. Konferenzen, Gespräche, Vorbereitung usw. den Stift hin. Die 50-60 Wochenstunden eines Lehrers während der Schulzeit können sie so vergessen.

          • Die wenigsten Soz.-Päd. sind verbeamtet. Als kommunale Beschäftigte legen die nach 38,5 Wochenstunden den Griffel aus der Hand.

    • Zitat: “A 13 wird nur dazu führen, dass die Klassen noch größer werden, alles andere kann der Staat nach dem baldigen Abschwung nicht finanzieren.”

      Nur diesem Teil stimme ich zu. Es ist ja schon die Rede vom bevorstehenden Abschwung.

      Auf alle Fälle waren und sind die Personalkosten immer die höchsten und was macht jeder Arbeitgeber? Er versucht, beim Personal zu sparen. Größere Klassen, höheres Stundensoll, späterer Renteneintritt … Das alles wird kommen und wird ja schon diskutiert.

      • Späterer Pensionseintritt – ist doch bei den Rentenempfängern schon durch. wird also Zeit, dass die beamten endlich nachziehen. Tarifbeschäftigte lehrkräfte werden in NRW übrigens erst am Ende des Schuljahres, in dem sie das gesetzliche Renteneintrittsalter erreichen, in den Ruhestand geschickt und nicht mit Erreichen des gesetzlichen Rentenalters. Die Regelung ist 1 zu 1 von den beamten auf die tarifbeschäftigten übertragen worden. Da gebietet es doch der Gleichbehandlungsgrundsatz, dass die nach 1964 geborenen Beamten auch bis zum 67. Lebensjahr aktive Bezüge empfangen.

        • Sorry dickebank,
          aber genau so ist es in NRW bereits – Pensionsalter mit 67 + die Zeit, die zum Ende des Schulhalbjahres noch fehlt. Das wurde schon vor geraumer Zeit an die Entwicklung des Renteneintrittsalters angeglichen!

  4. Ich habe ein Sek I und II Studium in einem Mangelfach absolviert. Trotzdem arbeite ich an einer Realschule. Fachlich sind hier die Ansprüche sicher anders als in der Sek II. Aber pädagogisch ist die Sek I wesentlich anspruchsvoller, da die Lerngruppen sehr heterogen u deutlich mehr Erzuehungsarbeit geleistet werden muss.
    Davon ab: Das Studium allein darf meines Erachtens nicht über die lebenslange Besoldung entscheiden. Mit zunehmender Berufserfahrung ist ein Lehrer in der Regel deutlich besser qualifiziert als ein frischer Student. Die Berufserfahrung u Leistung, welche man erbringt, müssen viel stärker berücksichtigt werden.
    In der Sek I werden in NRW manche Lehrer nach A13 besoldet, weil das früher so war oder weil sie plötzlich eine Prüfung dafür abgelegt haben, dafür sollen sie eine Zusarzazfgabe übernehmen. Der Großteil der Sek I Lehrer bekommt A12 trotz unvergüteter Zusatzaufgaben.
    Das ist ungerecht u schürt schlechte Stimmung im Kollegium.
    Noch ungerechter empfinde ich jedoch die Besoldung von Teilzeitkräften, denn das sind in der Regel Frauen: Das Gehalt wird bei halber Stelle halbiert, auch die Anzahl an zu erteilenden Stunden. Aber alle außerunterrichtlichen Verpflichtungen bleiben, vom Elternsprechtag abgesehen, in vollem Umfang erhalten. So entspricht eine 50 Prozent Stelle im Verhältnis zu einer vollen Stelle wohl eher 70 Prozent. Das wird leider nur nie gesehen u führt in der Regel zur Benachteiligung aller Mamas.

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