Methodenstreit: Philologen werfen Grundschulen vor, sich nicht genug ums Schreibenlernen zu kümmern – und drängen auf Fibel-Unterricht

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MAINZ. Der Philologenverband bemängelt, dass bei vielen Schülern Defizite in der Rechtschreibung ausgebügelt werden müssen. “Dass Substantive klein geschrieben werden, hatten wir früher nicht. Das hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt”, so heißt es. Die Gymnasiallehrer machen Druck, dass in der Grundschule Fibel-Unterricht stattfindet. Der allerdings ist laut Bildungsministerium ohnehin die Regel.

Kinder Legasthenie und Dyskalkulie bleiben oft ohne besondere Förderng. Foto: Jennifer Scarlett / flickr (CC BY-SA 2.0)
Wird in der Grundschule die Rechtschreibung vernachlässigt? Foto: Jennifer Scarlett / flickr (CC BY-SA 2.0)

Lehrer an den Gymnasien in Rheinland-Pfalz sehen sich nach Darstellung ihres Verbands zunehmend mit Versäumnissen konfrontiert, die sie auf das Schreibenlernen in der Grundschule zurückführen. «Wir müssen Defizite aufarbeiten», sagt die Vorsitzende des Philologenverbands Rheinland-Pfalz, Cornelia Schwartz. Dies zeige sich etwa darin, dass es inzwischen an der Mehrzahl der Gymnasien eine Rechtschreib-AG gebe. Damit bleibe Lehrern wie Schülern weniger Raum für andere Arbeitsgruppen.

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«Die Kinder lernen nicht mehr, die Buchstaben zu schreiben, sondern zu malen», kritisierte Schwartz in einem Gespräch und zeigt als Beispiel eine Schüler-Handschrift mit etlichen Rechtschreibfehlern. «Dass Substantive klein geschrieben werden, hatten wir früher nicht. Das hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt.»

Der Philologenverband plädiert dafür, Buchstaben wie in der «Fibel-Methode» vorgesehen Schritt für Schritt einzuführen und zunächst einfache Wörter einzuüben. «Insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund ist das Lernen nach der Fibel ideal, weil es sehr strukturiert vom Einfachen zum Komplexen voranschreitet», sagt Schwartz.

Das allerdings findet nach Angaben des Bildungsministeriums zum überwiegenden Teil auch so statt: «Im letzten Schuljahr haben von 962 Grundschulen 948 mit Fibeln gearbeitet», sagte Ministerin Stefanie Hubig (SPD) im September in einer Aktuellen Stunde des Landtags. «In diesen Fibeln gibt es auch Anlauttabellen.» Diese sind Teil eines Konzepts, das ursprünglich für das Lesenlernen entwickelt wurde, landläufig aber als «Schreiben nach Gehör» bezeichnet wird: Den gehörten Lauten eines Worts werden mit Hilfe der Anlauttabelle die entsprechenden Buchstabenformen zugewiesen.

Nur an 14 Grundschulen in Rheinland-Pfalz werde diese Methode des lautorientierten Schreibens im ersten und zweiten Schuljahr überwiegend praktiziert, sagte Hubig. Sie plädierte dafür, Lehrern so viel Vertrauen zu geben, beim Schreibenlernen verantwortungsvoll mit einem Methodenmix umgehen zu können.

“Nicht allein ‘Schreiben nach Gehör'”

Es sei nicht allein das «Schreiben nach Gehör», das für die festgestellten Rechtschreibprobleme verantwortlich gemacht werde, sagt Schwartz. «Aber es ist ein Element, das wir unter die Lupe nehmen müssen.» Defizite in der Rechtschreibung ließen sich in allen Fächern feststellen – «das zieht sich durch bis in die Oberstufe». Am wenigsten machten sich die Probleme im Fremdsprachenunterricht bemerkbar, der meist erst in der Sekundarstufe einsetze.

Der Verband Reale Bildung (VRB) als Interessenvertretung der Lehrkräfte an den Realschulen plus sieht den Grund für nachlassende Rechtschreibleistungen eher in allgemeinen Entwicklungen der Mediennutzung. «Wenn man sieht, wie Erwachsene schreiben, muss man eine negative Vorbildfunktion annehmen», sagt VRB-Landessprecher Bernd Karst und verweist auf verbreitete schlampige Schreibweisen in der Social-Media-Nutzung. «Auch deswegen brauchen wir mehr Deutschunterricht in der Stundentafel.»

Eine Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) ergab im Oktober 2017, dass 23,4 Prozent der Viertklässler in Rheinland-Pfalz nicht den Mindeststandard der Rechtschreibung erreichen, etwas über dem Bundesdurchschnitt von 22,1 Prozent. Daraufhin wurden nach Angaben des Bildungsministeriums in Mainz mehrere Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu gehören Musteraufgaben für Deutsch, die den Anforderungen der IQB-Studie entsprechen, das Programm «Lesen macht stark» und ein verbindlicher Grundwortschatz, der im kommenden Schuljahr eingeführt werden soll. dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers heiß diskutiert.

“Es ist fachlich Blödsinn, nur noch den Fibelunterricht zuzulassen”: Streit um die Rechtschreibung spitzt sich zu

 

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64 KOMMENTARE

    • Wie kommen Sie denn auf die Aussage Herr Bergmann? Niemand hat irgendwo behauptet, dass es auf “Rechtschreibung nicht mehr so ankommt”.

      • wenn Rechtschreibung wirklich wichtig genommen werden würde, wäre sie und vor allem auch ihre Übung der Hauptteil des Grundschulunterrichts. Das beklagen im übrigen die Philologen.

        • … die damit zeigen, dass sie keine Ahnung von den Lehrplänen der Grundschulen haben. Sollen die werten Studienräte ihren Frust bitte bei der Politik abladen und nicht die Kollegen der Grundschulen anmoppern!

          • Das wird schwierig, wenn Sie jegliche Kritik an der Grundschule persönlich nehmen. Wieso geben die Grundschullehrer eigentlich nicht zu, dass der Lehrplan total für die Tonne ist? Wenn Sie ehrlich sind, wissen Sie, dass die ursächliche Aufgabe der Grundschule die Vermittlung von Lesen, Schreiben (auf Deutsch) und Rechnen ist, mehr nicht.

          • So wie Sie jede Kritik an der AfD als störend und unsachlich empfinden.
            Beschränken Sie sich mal auf die Vermittlung mathematischer Fähigkeiten.

  1. Dass mehr Kinder mit Rechtschreibproblemen aufs Gymnasium gehen, liegt eher daran, dass die falschen Kinder sich auf dem Gymnasium befinden. Da es in fast allen Bundesländern keine Zugangsbeschränkung mehr gibt, gehen eben nicht nur die Spitzen aufs Gymnasium, die in fast allen Fällen keine Probleme mit der Rechtschreibung haben. Alle meine Spitzenschüler hatten schon immer, als ich sie in der 3. Klasse übernahm, keine oder nur sehr wenige Probleme mit der Rechtschreibung. Diese sind schon vom 1. Schuljahr an gut mitgekommen. Gute Rechtschreibung sieht man auch bei Tests in Englisch.
    Es gibt noch eine 2. Art Schüler, eigentlich fürs Gymnasium geeignet, meistens Jungs:
    Die hätten, wenn sie etwas genauer arbeiten würden, keine Probleme mit der Rechtschreibung. Mit diesen ficht man ständig den Kampf aus, dass sie genauer arbeiten sollen. Da liegt es an der Oberflächlichkeit. Dennoch kann ein fürs Gymnasium geeigneter Schüler das gut auffangen, wenn es um etwas geht.
    Ich meine: Es sind die falschen Schüler auf den Gymnasien – wenn die Gymnasien weiter mit diesen Schülern arbeiten wollen oder müssen, dann müssen sie gezwungenermaßen ihre Ansprüche herunterschrauben und die Lehrpläne vereinfachen. Viele Abiturienten sind in vielen Bundesländern politisch gewollt. Von alten Zeiten kann man träumen, doch die Politik hat die Weichen anders gestellt. Damit muss man sich abfinden oder an diejenigen gehen, die diese Richtung vorgegeben haben. Dass Gymnasien die Eliteschüler der Grundschulen bekommen, diese Zeiten sind vorbei.
    Grundschule ist inzwischen eben nicht nur eine reine Pauk- und Auswendiglernschule, dessen Touch sie früher hatte, sondern sie fördert auch andere Fähigkeiten, wie logisches Denken, Kreativität, mündliche Ausdrucksfähigkeit (da sah es vor 30 Jahren noch ganz mau aus), Flexibilität in der Gedankenwelt und eigenständiges Handeln.
    Auf der anderen Seite muss sie mehr denn je an basalen Fähigkeiten im Anfangsunterricht arbeiten.

    • Zur Ergänzung:
      Uns Grundschullehrern geht es doch genauso! Wir können weder im 1. Schuljahr, noch im 3. Schuljahr auf dem Niveau einsteigen, wie wir es vor 10, 20 Jahren konnten! Es ist sehr viel Arbeit zu leisten.
      aktuelles Beispiel heute, Korrektur der reinen D Hausaufgaben: Arbeitsaufwand: 1,5 Stunden. Nahezu 60 Prozent der Schüler müssen Falsches nacharbeiten, sowohl vom Rechtschriftlichen, als auch vom Inhaltlichen her. Die Aufgabe war nicht schwer. Es war eine Grammatikaufgabe, wo es um Verben ging. Falsche Satzzeichen, falsche Groß- und Kleinschreibung…, Aufgabe nicht genau gelesen, obwohl vorher besprochen, ähnliche Aufgaben in der Schule. Beispiel stand oben im Arbeitsheft, ich habe extra nochmals darauf hingewiesen. Mit solchen Dingen hat man heute zu kämpfen und diese “Kämpfe” führe ich oft und nicht nur bei den Hausaufgaben. Das wäre vor 10 Jahren in dem Maße nicht vorgekommen. Übrigens, bei uns arbeitet man nach der Fibel.

    • In der Generation meiner Eltern war es auch bei Absolventen der Hauptschule die Regel, dass sie “normale” Wörter, Sätze und Texte großenteils fehlerfrei schreiben konnten.
      Was wir derzeit in allen Klassen des Gymnasiums erleben, ist neu und nicht ermutigend. Da wird es nicht nur eine Ursache geben, aber man muss an allen möglichen Fehlerquellen arbeiten, wenn unser Schriftstandard nicht zerfallen soll.

  2. Wir arbeiten doch die ganze Zeit an der Rechtschreibung!!! Keine Lust mehr auf Rechtfertigung. Die verschiedenen Ursachen wurden oft genug erläutert. “Fibelunterricht” hat übrigens in erster Linie mit dem Lesenlernen und dem Erlernen der Buchstaben zu tun und weniger mit dem Erwerb einer sicheren Rechtschreibung, bzw. von Rechtschreibregeln. Er findet ja nur in der ersten Klasse statt. Typisch, dass hier wieder lauter fachfremde Menschen alles besser wissen und den Grundschullehrern unterstellen, die Rechtschreibung schludern zu lassen und wirklich schade, dass sich bei dem thread “Missglücktes Mathe-Abi” die fachfremden Menschen alle respektvoll zurück halten…Eigentlich sollten wir jetzt alle auch mal alles besser wissen und den Philologen Inkompetenz oder andere Dinge vorwerfen….

    • Bin ziemlich sicher, dass ihr Grundschullehrer euch nach Kräften für das beste Lernen eurer Kinder engagiert. Wenn die Diskussion Schlagseite gegen die Lehrer kriegt, läuft etwas schief. Aber die Diskussion muss stattfinden, bis die Politik und die Grundschuldidaktik-Professoren gehört und verstanden und über die Lehrpläne gut nachgedacht haben.

    • Endlich! Die Fibel ist unbedingt für den Lese- und nicht für den Rechtschreibunterricht gedacht. Genauso wie die Methode (die ich hier nicht verteidigen möchte) “Lesen durch Schreiben”, die nur den Lese-Erwerb fördern soll. Da der Rechtschreiberwerb deutlich schwieriger ist als der Lese-Erwerb, kann man nicht Methoden für das Lesen auch für das Rechtschreiben einsetzen. Liebe Grüße!

      • “Lesen durch Schreiben” tut weder dem Lesen- noch dem Schreibenlernen gut, weil beides auf richtige Rechtschreibung angewiesen ist.
        Jeder weiß, wie schwer Sätze zu lesen und zu verstehen sind, wenn die Wörter mehrfach falsch geschrieben sind.
        Um die Buchstaben (Laute) und ihr Zusammenziehen zu Wörtern zu lernen braucht es keine Methode, die den Schülern lautgetreues und damit meist falsches Schreiben beibringt sowie ein holpriges Lesen durch immer neues Entziffern. Es erschwert die Sinnentnahme und macht das Verstehen längerer Sätze fast unmöglich.
        Der Schlüssel zu gutem Lesen und Schreiben ist und bleibt – auch wenn es noch so altmodisch klingt – die Rechtschreibung. Dass die Methode “Lesen durch Schreiben” hier versagt und in den Köpfen vieler Kinder schwer zu korrigieren ist, dürfte kein Geheimnis mehr sein.

      • @Prasuhn
        Absolut richtig, auch wenn beim Rechtschreibverfall mit seinen negativen Auswirkungen auch auf die Lesefähigkeiten noch andere Ursachen eine erhebliche Rolle spielen.
        “Noch andere Ursachen” darf aber nicht bedeuten, dass alle Schuld nur jenseits der Methode “Lesen durch Schreiben” gesehen wird. Dazu sind ihre hausgemachten Mängel zu groß und nachhaltig.

  3. Ehrlich gesagt, ich bin so froh, dass meine SuS jetzt Zweitklässler sind und einfach lesen können. Keine Buchstabeneinführungen mehr und die Schreibschrift ist auch soweit durch bei den meisten. Endlich kann man vernünftig arbeiten, das selbstständige Schreiben ins Heft klappt ganz gut, das Notieren der Hausaufgaben. Für andere hört sich das nach Selbstverständlichkeiten an, aber alle Kinder dahin zu bringen, zu allem anderen dazu, ist harte Arbeit. Wenn ich mir meine Klasse vorstelle, was sie vor einem Jahr konnten und wie es jetzt ist, haben alle einen enormen Lernzuwachs hingelegt. Ich bin es einfach leid, mir vorwerfen zu lassen, uns Grundschullehrern wären die grundlegenden Dinge egal. Bitte mal vier Wochen tauschen. Ich nehme Oberstufe. Deutsch und Kunst.

    • Aha-Erlebnis meiner Schülerin als Praktikantin in der Grundschule: in der 1. Klasse ist Unterricht viel anstrengender als in der 3. , “die können ja noch nicht mal Schuhe binden”.

        • Das stimmt, das ändert aber nichts an den Tatsachen. Wir müssen mit dem Leben, was da kommt, denn Eltern können wir nicht (um) erziehen… Die Kinder bringen immer weniger Vorkenntnisse mit und die Eltern empfinden es zum Teil als Zumutung mit ihren Kindern etwas zu üben. Das ist aber gerade beim Lesen unerlässlich. Wir haben inzwischen so viele Übungsfelder, dass die Stunden oft nicht ausreichen. Zuhören ist neu dazu gekommen (das können die Kids auch nicht mehr). Häufig sind trotz intensiven Rechtschreibtrainings nach den Sommerferien alles weg und man fängt wieder von vorne an. Das ein Drittel der Kinder sich nicht merken kann, dass man Satzanfänge und Nomen groß schreibt ist unverständlich. Das kann ich mir auch nicht erklären. Medienkonsum, Umweltgifte, weniger Intelligenz?????

          • Eine der eindeutigsten Regeln ist die Großschreibung am Satzanfang, was nicht immer sofort vermittelt wird, genauso wenig wie die Vermittlung der Nomen mit dem Artikel und dem Plural (das Blatt, die Blätter)zusammen, was auch nicht die Regel ist (siehe Rechtschreibwerkstatt mit Pleta, Pletta, Bleta, Blätta, Blätter, wie auch immer).
            Hinzu kommt die fehlende Vermittlung der Grundstruktur deutschstämmiger Wortstämme, die charakterisiert sind in ihrer Form als Zweisilber,was zumindest im Plural darstellen lässt und die sich in der Endsilbe immer mit dem Schwa-Laut e zu erkennen geben und immer sich in eines der drei verschiedene Silbenhäuser nach Röber einteilen lassen.
            Demzufolge gelten auch die Regeln der deutschen Orthographie in ihrer Anwendung der Regeln nur für diese Wortstämme: Haus A Hü te, Haus B Hüf te, Haus C Hüt-te.
            Ein langes ie gibt es nur bei Zweisilbern, wie Lie be, Zwie bel, Gie bel etc, aber nie in Wörtern mit anderen Vokalen in der Endsilbe als des Scha-Lautes e, etwa mit o in Timo oder Limo, Chi ta,Ka ba, mehr als Zweisilbern außer Pa ra dies, in Wörtern wie Li bel-le, Li mo na de, Li mo ne, Zi tro ne, außer bei den eingedeutschten lateinischen Wörtern auf -ieren, wie applaudieren, telefonieren, radieren etc.
            Warum werden derartige Regelhaftigkeiten, von denen es noch sehr viel mehr gibt , wie den Dehnungs-H nach l, m, n, oder r nach einem Langvokal oder Doppelvokal und kurzem Anlaut.
            Das sind strukturierte Ansätze , die aus meiner Sicht Schülern helfen die Regeln der deutschen Orthographie zu verstehen und in der Einübung anzuwenden..

          • Diese Antwort hat mit dem Unterricht mit der Fibel aber gar keinen Zusammenhang, da die genannten Regeln bis auf die Großschreibung am Satzanfang im ersten Schuljahr nicht im Schwerpunkt unterrichtet werden. Das hat auch seinen Grund: Die Erstklässler sind damit beschäftigt, die Buchstaben zu erlernen.
            Ob dies SuS hilft, die Rechtschreibleistung zu verbessern, ist abhängig von deren bisherigem Vermögen: Es gibt SuS, die dies alles ohne Regeln beherrschen. Und es gibt andere, die den Langvokal gar nicht vom Kurzvokal unterscheiden können.
            Genau deshalb muss man sich mit dem Thema und den Inhalten auseinandersetzten, statt Forderungen zu stellen, deren Bedeutung man gar nicht durchdrungen hat.

          • Wenn man es den Schülern weitgehend überlässt, sich den Schriftspracherwerb ohne strukturelle Hilfen unsystematisch sich selbst zu erschließen, so werden eben strukturelle Fehler nachhaltig hinterlegt, die später sehr schwer wieder abzutrainieren sind.
            Dazu diente hier als Beispiel eben auch die Großschreibung am Satzanfang, die auch nicht regelhaft vermittelt wird, ebenso wie die anderen aufgeführten strukturellen Hilfen nicht regelhaft vermittelt werden.
            Es bleibt eben dabei, dass wir Eltern uns eben weiter mit einbringen müssen, solange Selbstlernmethoden mit Anlaut-Tabellen und freiem Schreiben ihre Anwendung finden.
            Nach zwei Jahren kann man dann mit den Kindern den Sprachaufbau und die schriftsprachlichen Fähigkeiten weiter aufbauen.

          • Und dass Schüler den Langvokal nicht vom Kurzvokal unterscheiden können, ist der Methode geschuldet, dass mit den Anlaut-Tabellen bei LDS und anverwandten Methoden überwiegend die Langvokale geübt werden und sogar der Schwalaut e in der Endsilbe als langes e gesprochen wird.
            Es geht eben nicht ohne ein systematisches Lesetraining , das auch unter der Zuhilfenahme standartisierter Leselernwerke, strukturell zu erarbeiten ist.

          • Nein, das ist es nicht. Das würde ja bedeuten, dass jeder Schüler, der Lang- und Kurzvokal nicht unterscheiden kann, mit LdS oder Anlauttabelle unterrichtet worden wäre und dieses Phänomen in sämtlichen anderen Klassen nicht auftreten kann.
            Auch hier wird eine Erklärung leichtfertig in den Raum gestellt, die weder realistisch noch fachlich fundiert ist.

          • “Dazu diente hier als Beispiel eben auch die Großschreibung am Satzanfang, die auch nicht regelhaft vermittelt wird, ebenso wie die anderen aufgeführten strukturellen Hilfen nicht regelhaft vermittelt werden.”
            Auch das ist nur eine Behauptung.
            Wie und womit wollen Sie die belegen für die SuS, die die genannten Rechtschreibregeln am Ende der Grundschulezeit oder später nicht beherrschen?
            Wie steht das im Zusammenhang mit den Äußerungen der Lehrkräfte, die alle darlegen können, dass sie Inhalte mehrfach geübt haben und vielfach wiederholen müssen, was auch die KollegInnen der Gymnasien selbst feststellen?

          • Noch einmal, es ist zum Teil der unstrukturierten, selbstständigen Aneignung der Haupt- und Orthographeme durch das eigen initiative Lernen der Schüler geschuldet, dass sich systematische Fehler bei den vom Schüler entwickelten Schreibstrategien einstellen , sowie vertiefen und von den Schülern diese Strategien als eigene Regelwerke nachhaltig verinnerlicht werden.
            Besser gleich von Anfang an die direkte Unterweisung als später jahrelanges Umlernen.
            Gleiches gilt für das Erlernen des Lesens, welches durch die Beibehaltung der Dechiffriermethode bei LDS beim Lesevorgang die Ausbildung einer sinnentnehmende Lesefähigkeit behindert , wenn nicht gar diese verhindert.

          • Die Aussagen von Palim kann ich unterstreichen. Bei uns wird nach der Fibelmethode unterrichtet. Z.B. können einige Schüler nicht lang und unterscheiden.
            Ignatz, mir fällt inzwischen fast schon extrem auf: Sie und AvL versuchen alles, was man an Rechtschreibunsicherheiten so beobachtet, der LdS Methode anzulasten mit Herleitungen, die keine Praxiserfahrung erkennen lassen.

            Das Problem ist globaler und zudem gab es auch schon vor dreißig Jahren schlechte Rechtschreiber. Die wurden wirklich nach der reinen Fibel unterrichtet. Ich erinnere mich an einige schlechte Noten, die ich nach einem Diktat öfter verteilen musste.
            Wie gesagt, das, was Palim erklärt, tritt generell bei einigen Schülern auf.

          • Zu glauben dass man mit dem ABC die Laute unserer Sprache schreibt gehört zu den Halbwahrheiten im Schriftspracherwerb, die schwierig zu widerlegen sind als die Vollirrtümer.
            Natürlich lernen die Schüler im Anfangsunterricht die Zuordnung der Grapheme zu den entsprechenden Lauten.
            Diese Graphem-Phonem-Zuordnung ist aber nicht 1 : 1 übertragbar im Deutschen, wie wir schon demonstrieren konnten.
            Den 40 Standartlauten (Phonemen ) stehen etwa 26 Buchstaben gegenüber, die um ä, ü,ö und ß auf 30 Buchstaben erweitert werden.
            Die weitaus meisten Grapheme wurden aus der lateinischen bzw. der griechischen Schrift abgeleitet ,die sich aus der phönizischen Schrift entwickelten und zum Teil durch eigene Neuschöpfungen ergänzt wurden , wie das w aus zwei v.
            Gemäß der deutschen Standartlautierung gliedern sich alleine die Vokale in 19 verschiedene Laute:
            1.kurzes a in Apfel, 2. langes ai n Schal, 3.kurzes e in Geld,
            4. Schwa-Laut e in Hase,5.langes e in Esel, 6.ä in Mädchen, 7.kurzes i in Bild, 8. langes i in Biene, 9. kurzes o in Topf, 10.langes o in Ofen,11. kurzes ö in Knöpfe, 12. langes ö in Töne,13.kurzes u in Mund, 14.langes u in Hut, 15. kurzes ü in Münze,16. langes ü in Hüte, 17.ei in Eis,18. au in Auto, 19. eu in Eule.
            Das waren nur die Standartlautierungen der Vokale.
            Für diese existieren nun auch unterschiedliche Grapheme , wie für das lange i, das durch das Hauptgraphem ie bei zweisilbigen deutschstämmigen Wörtern mit dem Schwa-Laut in der Endsilbe geschrieben wird, außer bei Igel, Tiger, Tiber,Bibel, und Fibel.
            Also fliegen, liegen, Wiege, Ziege etc. Das ie ist das Hauptgraphem, in der Häufigkeit gefolgt von den Orthographemen ih in ihn, ihm, gefolgt vom Orthographem i in Igel s.o., ieh in sieht (leitet sich vom Stamm sehen ab)und Vieh.
            Somit beispielhaft erläutert existieren die verschiedensten Grapheme für die selben Laute. Zum Beispiel ein langes a in war,sah,und Hase, ein langes e in Weg, Reh, Schnee, langes i s.oben, langes o in groß, wohnen, Moor, langes u in Zug, Kuh, langes ä in schälen, fährt, langes ö in schön, fröhlich, langes ü in müde, führen. Diese liste lässt sich für die anderen Laute noch deutlich verlängern.
            Selbstständiges Schreiben mit Anlaut-Tabellen ohne eine direkte Instruktion mündet in die Katstrophe, besonders für die Risikogruppen.

            Kinder selbstständig sich dieses Gebiet mit Anlaut-Tabellen erschließen zu lassen beinhaltet ein sehr hohes Fehlerpotential. Empfehlenswert ist zu lesen von Günther Thomé das kleine Buch ABC und andere Irrtümer über Orthographie, Rechtschreiben,LRS/Legasthenie. vom isb Institut für Sprachbildung.

          • Wenn hier noch jemand behauptet, die zugelassenen Unterrichtsmaterialien im schülergesteuerten Schriftspracherwerb seinen von Fachleuten geprüft, so widersprechen alleine schon die dargebotenen Anlaut-Tabellen allein schon diesem Ansinnen.
            Bei der Abbildung der Grapheme als Bilder wird häufig der Igel, der mit dem seltenen I als Graphem abgebildet wird in den Tabellen angewendet. Das Phänomen der Endlauthärtung, wie Berg, Kalb,Wald lässt sich mit diesen Tabellen schon gar nicht beheben.
            Die Kinder hören im Endlaut das K bei Berg, p bei Kalb und t bei Wald. Erst durch die Verlängerung der Wörter in den zweisilbigen Wortstamm wird dieses Problem aufgelöst. Als Berge, Kälber und Wälder. Gleichzeitig wird das ä aus a abgeleitet sichtbar.
            Daher ist die Vermittlung der Mehrzahl zur Erfassung des zweisilbigen Wortstammes wichtig. Durch die Einteilung der Wörter in die 3 Häuser nach Röber gelingt auditiv-linguistisch die Auflösung des Problems der Doppelkonsonanten.Heißt es ko men oder kom-men, Qua len oder Qual-len, etc. ,also Haus A gegen Haus C.

          • @ AvL: Eine sehr klare, ausführliche und fundierte Darstellung. Vielen Dank dafür! Sie zeigen erneut, wie intensiv Sie sich im Interesse Ihrer Kinder mit der Materie auseinandergesetzt haben, gerade auch mit den Veröffentlichungen von Günther Thomé. Dafür gilt Ihnen meine absolute Hochachtung.

            Ich erlaube mir lediglich einen kleinen ergänzenden Hinweis in aller Anerkennung: Der “Standardlaut” hat nichts mit der militärischen Standarte zu tun, sondern mit der Standardisierung/dem Standard.

          • Es stehen aber auch Fibeln in der Kritik, denn nicht alle Fibeln sind derartig strukturiert, dass sie systematisch die Hauptgrapheme in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit und Bedeutung vermitteln.
            Am Anfang stehen häufig verwendete Dehnlaute wie das m, die mit den Vokalen zur Silbe verschleift werden,wie u zu mu, mi, me, mo, ma ,la, le, li, lo, etc.
            Anlaut-Tabellen verwende ich nur als Merkhilfen, in keinem Fall aber zum selbstständigen Schreiben von Wörtern oder zum Erlernen des Lesens. Dafür steht das Leselernbuch des Lehrwerkes zur Verfügung und die bereits erwähnten Leselehrgänge( unten), wovon es auch eines als Luka-Leselernbuch gibt.
            Modernere Fibeln bestehen aus getrennt zu bearbeitenden Arbeitsbüchern, die aus einem reinen Leselernteil und einem strukturierten Schreiblehrgang bestehen, der von den Schülern eigenständig bearbeitet wird, wobei aus meiner Sicht die Hauptgrapheme gemeinsam in der Klasse nacheinander mit der Lehrerin erarbeitet werden sollten.
            Es schließen sich Leseübungen und Schreibübungen an, die ineinandergreifen und aufbauend miteinander verbunden sind.
            Zusätzlich empfiehlt es sich bei schwächeren Schüler gezielt mit dem Kieler Leseaufbau einzeln oder zu zweit oder mit dem Intra-Akt-Plus-Konzept im Klassenverband oder in Kleingruppen gemeinsam zu arbeiten, wobei ein Schüler die Karten umlegt und gemeinsam die Phonem/Lautbeziehung der Silben und die Einzelvokale und Konsonanten lesend erlernt werden.

          • Noch einmal ist hervorzuheben, dass nicht jede Fibel einen strukturierten Zugang zum strukturierten Erlernen des Lesens und des Schriftspracherwerbs ermöglicht.
            Es sind zu trennen Fibeln mit analytisch-synthetischem Schriftspracherwerb von Fibeln mit einem Silbenanalytischen Aufbau
            und eben jene “Werke” , die in Anlehnung an den Spracherfahrungsansatz nach Brügelmann, wie z. B.Tinto oder Konfetti ,eben weitgehend auf offene Unterrichtsmethoden , wie das freie Schreiben mit Anlaut-Tabellen im eigenständigen Schriftspracherwerb und des Lesen Lernens setzen, fehlerbehaftete Graphem-Vermittlungen begünstigen und nachhaltig sich schädlich auf den weiteren Lernprozess auswirken.
            Es entspricht einer inneren Logik der Erhaltung des eigenen Ansehens, dass vehement reformpädagogische Ansätze verzweifelt verteidigt werden, damit das eigene öffentliche Ansehen bewahrt werden kann.

          • So, AvL, und nach Ihren phonologischen Ausflügen zur allgemeinen Rechtschreibung können Sie ja nun mal erläutern bzw. analysieren, in welchen Fibeln, die für das 1. SJ gelten, solche Rechtschreibphänomene und -strategien, die Sie ansprechen, eingeführt und geübt werden, wie
            – das morphematische Prinzip
            – Auslautverhärtungen
            – die Vokallänge zur Herleitung von Doppelkonsonanten
            – Regeln für den Einsatz des Dehnungs-h

            Und wenn Sie gerade beim Sichten der Fibeln sind, achten Sie doch auch darauf, in wie vielen Fibeln die 19 verschiedenen Vokallaute differenziert betrachtet und nach angemessenen Regeln in eine Verschriftlichung überführt werden.

          • Beschrieben wurde, dass es sinnvoll ist, bei der Darstellung der Nomen, diese mit dem Artikel und dem Plural ab der 1. Klasse als solchen zu vermitteln um erste Grundlagen des Wortstammprinzips zu bahnen.
            Endlauthärtungen werden aus meiner Sicht erst ab der 3. Klasse eingeübt , ebenso das Dehnung-H, allerdings werden erste Wörter , wie Ohr, Rohr und Uhr schon Ende der ersten Klasse eingeführt.
            Allerdings sind zahlreiche Schreiblehrgange und Fibeln auf dem Markt, die wichtige Rechtschreibprinzipien gar nicht behandeln und so klar strukturiert vermitteln.
            Die Vermittlung der Doppelkonsonanten erfolgt ab der 2.Klasse . Mit dem ABC der Tiere vm Mildenberger-Verlag und mit dem Karibu von Westermann kann man auch gut arbeiten.

          • @AvL
            Es ging nicht um allgemeinen Rechtschreibunterricht in Klasse 2, 3 oder 4.
            Es geht allein um FIBELN und die werden in Klasse 1 eingesetzt.
            Was danach passiert, wird gar nicht angesprochen, geschweige denn diskutiert.

            Dabei stellen Sie nachfolgend phonologische und morphematische Ansätze in den Raum, von denen Sie selbst wissen, dass diese erst ab Klasse 2 aufgegriffen werden. Warum nur?

            Und Sie selbst wissen, dass es Fibeln unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen und Ansätze gibt, sie alle aber nicht auf die von Ihnen genannten Strategien eingehen.

            Auch die Lehrwerke, von denen Sie meinen, man könne damit gut arbeiten, was Sie selbst nie in einer großen Klasse ausprobiert haben, weil Sie lediglich die Ansätze prüfen können, nicht aber die praktische Verwendung, gehen auf die von Ihnen beschriebenen Rechtschreibphänomene in Klasse 1 nicht ein.

            Der Vorwurf, dass die Rechtschreibleistungen in der Oberstufe schlecht seien, weil in Klasse 1 das Lehrwerk nicht adäquat gewesen sei, wird nicht dadurch entkräftet, dass Sie die allgemeine Rechtschreibung und ihre Hintergründe erläutern,
            auch wenn es sicher Lehrkräfte gibt, die diese Kenntnisse begrüßen, weil sie diese sonst nicht benötigten und nun womöglich besser die auffallenden Fehler analysieren, gruppieren und differenziert üben können.

          • @Palim
            Herr Günther Thomé hat 1998 eine Untersuchung bei allerdings nur 66 Schülern der ersten Klasse hinsichtlich der Fähigkeit der Lautdifferenzierung zwischen Lang- und Kurzvokalen durchgeführt.
            Testwörter waren die Wörter Äste, Ente und Elf.
            Geprüft wurde die Fähigkeit zur Lautdifferenzierung nach der 10, der 19, der 29 und der 38 Woche. Die Fähigkeit den Schwa-Laut und das kurze e zu erkennen nahm kontinuierlich als Folge des Zergliederns der Wörter in ihre Einzellaute und dem Zusammenschleifen der einzelnen Laute zu einem Wort ab.
            Das führt dazu, dass beim Lesen nur Langvokale mit einer merkwürdigen Betonung erlesen werden. Also z.B geh(e)en wie bei Schnee und Fee gesprochen.

            Wie kann es sein, dass in Lehrwerken oder Methoden bedingt beim Buchstaben der Woche zum Beispiel das c oder das y präsentiert werden und nicht zuerst die sehr viel häufigeren Basisgrapheme vermittelt werden?
            Und schließlich entspricht die ABC-Didaktik einer Nulldidaktik, denn man lernt nicht mit denTabellen nicht das korrekte Lesen und Schreiben mit willkürlich zusammengesetzten Graphemen.
            Um Lernen zu lernen muss man speziell das Lesen trainieren.
            Um Schreiben zu erlernen benötigt man Schreibübungen.
            Beides zu verbinden ist Blödsinn nach Reichen et.all.

          • @AvL
            Ihre Ausführungen sind so verkürzt, dass ich Ihnen dieses Mal nicht folgen kann.
            Was ist ABC-Didaktik?
            Auf welche oder wessen Reihenfolge der Buchstabeneinführung beziehen sie sich?
            Und wie stehen Ihre Ausführungen im Zusammenhang mit der Behauptung, die Rechtschreibleistung in Klasse 12 wäre abhängig vom Unterricht in Klasse 1 mit oder ohne Fibel gleich welchen Ansatzes?

            Untersuchungen zur Unterscheidung der Vokallängen, Vokalqualität etc. gibt es diverse mit unterschiedlichen Ansätzen und Ergebnissen.
            So oder so geht es immer um die auditive Wahrnehmung, die entsprechend ausgebildet sein muss, um Rechtschreibung erlernen zu können. Da wüsste ich gerne mal, warum im Bereich AVWS und Sprache so viele Kinder Schwierigkeiten haben.

          • Der Ansatz von Herrn Prof.Günther Thomé bezog sich auf die Übungen des phonologischen Bewusstseins mit den Anlaut-Tabellen, deren unkritischer und vom Schüler gesteuerter Gebrauch dazu führt, dass die Schüler selbständig die Langvokale trainieren, diese anwenden, sie hören und zu sprechen ,wenn sie die Buchstabensequenzen aufeinanderfolgend schreiben , um eigene Wörter im Schreiben zu trainieren.
            Das bemerkt man , wenn man diese bei der Arbeit beobachtet, denn es werden Langvokale angewendet, so dass auch der Schwa-Laut e als langes e ausgesprochen wird..

            Verwendet man hingegen als Vorgabe deutschstämmige Wörter als Ganzes beim Lesen- und Schreibenlernen, so trainiert man bei entsprechender Wortwahl die kurzen Laute mit in den Wörtern wie die Kante, die Hefte, das Zimmer, kommen und unter.

            Mit der ABC-Nulldidaktik ist der überwiegend eigenständige Gebrauch der Anlaut-Tabellen durch die Schüler gemeint, bei dem die Schüler eigenständig Schreibstrategien entwickeln, diese generalisieren allein nach den wahrgenommenen Lauten, ohne dass zum Beispiel Phänomene der Endlauthärtung durch Anwendung der Pluralform wie z. B. der Berg,die Berge, der Wald, die Wälder, das Kalb, die Kälber, eigenständig on Vornherein u.a. Phänomene der Endlauthärtung bearbeitet werden. Damit kann man auch in der ersten Klasse schon anfangen, ging doch früher auch.

          • Ich halte dieses selbstständige Schreiben der Schüler aus mehreren Gründen für obsolet.
            1. Der Lärmpegel in der Klasse ist ungleich höher als beim direkten Unterricht der Lehrerin an der Tafel mit der Klasse.
            2.Falsche Schreibstrategien werden vom Schüler selbstständig erarbeitet und neurologisch so gebahnt und gefestigt, in einer Phase, in der die Schüler sehr schnell lernen.
            Anstatt dass der Lehrer die korrekt vorgegebenen Wörter an die Tafel schreibt, diese vorliest und mit den Schülern durch deren Nachsprechen das phonologische Bewusstsein trainiert, werden falsche Schreibweisen mit den Anlaut-Tabellen zu falschen unkorrekten Laute zu geordnet. Ein Beispiel : das Wort Affe soll geschrieben werden, auflautierend hört sich das so an Aa ff ff ee, denn die Kinder lautieren Langvokale. Umgekehrt fällt es den Kindern schwer das Wort Affe zu erlesen, weil Langvokale trainiert wurden. Kinder aus einem an Sprache freundlichen Umfeld werden dieses Problem zu lösen wissen, was aber bei den Risikogruppen nicht der Fall sein wird.
            Die Zahl der auditiv schlecht geschulten Kinder nimmt aber gerade in den vergangenen Jahren weiter zu, sodass diese Methoden des selbst gesteuerten und falschen Training des Phonologischen Bewusstseins in Richtung auf die Langvokale dem Schriftsprach- und Leseerwerb nicht gerade förderlich ist.

          • Wie wollen Sie denn durch Frontalunterricht von der Tafel aus Kindern mit und ohne Störung in der auditiven Wahrnehmung im Gleichschritt das Lautsystem der Sprache vermitteln, wenn die Kinder selbst nicht eigentätig dazu angehalten werden, Lautfolgen zu analysieren und Anlaute, Vokale oder Auslaute zu benennen?
            Gerade bei diesen Übungen ist deutlich zu erkennen, wer Schwächen hat und dringend Förderung benötigt, ggf. auch mehr Hilfe. Hierbei ist es notwendig, die Kinder selbst arbeiten zu lassen, damit sie nicht nachplappern oder abgucken, was andere vormachen und sich selbst nicht damit auseinandersetzen (müssen), denn die Kinder wissen häufig schnell, dass ihnen diese Aufgaben schwer fallen oder nicht gelingen und verlassen sich dann lieber auf die Ergebnisse anderer.
            Nimmt man dies in Klasse 1 nicht wahr oder nicht zum Anlass, ist die schwache Rechtschreibung in Klasse 3 dann vorhanden und man wird sich mit 2jähiger Verzögerung damit auseinandersetzen müssen. 2 verlorene Jahre!

            “Die Zahl der auditiv schlecht geschulten Kinder nimmt aber gerade in den vergangenen Jahren weiter zu”
            Ja, sehe ich auch, und ich nehme nicht an, dass es an unserem Einzugsgebiet liegt. Die Zahl explodiert geradezu. Dies liegt aber nicht an der Methode des Erstunterrichts, sondern ist vorschulisch zu suchen.

          • @Palim
            Kinder mit auditiven Teilleistungsstörungen mit Anlaut-Tabellen selbständig sich die deutsche Sprache erschließen zu lassen, kann nicht zufriedenstellend gelingen.
            Dieser Personenkreis benötigt gerade , wie auch andere Risikogruppen, eine direkte Instruktion und sehr viel mehr Hilfen beim Aufbau sprachlicher Strukturen, dem Differenzieren der Laute und Silben und beim Erlernen des Schreibens durch ein in Silben gegliedertes Schriftsystem, die immer die selbe Struktur haben.
            Gerade dieser Personenkreis hat, auf Grund der fehlenden Fähigkeit des Verschleifens einzelner Lautkomponenten zu einem Wort,
            Hilfen in Form von Silben nötig, da diese Kinder nicht eindeutig zwischen den Lauten differenzieren können, wie ä und e, scht und st, schp und sp,oder t, dt, tt,th, d im Endlaut , ie, i, ich, ieh, Schwa-Laute e und a oder ä bei Messa statt Messer etc..
            Derartige Grapheme werden tatsächlich von Schülern benutzt und verschriftlicht.
            Da wird dann im eigenschriftlichen Schreiben statt aber aba oder Hütä statt Hütte, Käte statt Kette, Schtain statt Stein geschrieben.
            Ich könnte noch mehr schriftsprachliche Fehlleistungen im eigenständigen Schriftspracherwerb präsentieren, weil ich diese Schriftproben als Dokumente einer verfehlten Vermittlung einer einheitlichen Schriftsprache aufbewahrt habe, die sich nicht jedem erschließen und von allen erlesen werden können und einen zum dechiffrieren zwingen, so wie es vielen schlechten Lesern geht, die Grapheme und Silben nicht in ihrem Langzeitgedächtnis hinterlegt haben, um automatisiert vorgegeben, orthographisch korrekte Texte lesen zu können, denn sie haben eine eigene Struktur zum Verschriftlichen entwickelt.
            Fehler behindern schließlich den weiteren Lernfortschritt im Lernprozess des Schriftsprach- und Leseerwerbs.

            Diesen Kindern hilft die Vorgabe gleicher Strukturelemente weiter unser orthographisches System zu verstehen, da sich Silben als sprachliche und schriftsprachliche Einheit präsentieren.
            Da ermöglicht die Gegenüberstellung von Anlautsilben und Endsilben ein Einüben schriftsprachlicher Inhalte in Kombination mit dem Erlesen neuer Wörter, die immer korrekt sind oder vom Schüler als reale Wörter erkannt werden. Beispiele sind hier genannt.
            Anlautsilben Ra-,Rei-, Ru-,Re-, Rau-,Ro-,Rie-
            Endlautsilben: -ten, -ter -gen,-nen,-sen,-wen
            Diese sprachlichen Einheiten stehen sich gegenüber und werden von Schüler sprachlich verbunden. Also Rasen, reisen, Ruten, Reiter, Regen, etc.
            Und natürlich kann man zusätzlich vom Schüler erwarten, dass er erkennt , ob es ein Nomen oder ein andrer Überbegriff ist, WENN vorher beim Einführen der wichtigsten Basisgrapheme die Singularform und die Pluralform verwendet wurden.

          • @AvL
            Wer schließt denn Anlauttabellen und den Einsatz von Silben aus?
            Wer bestimmt eigentlich, dass Anlauttabellen allein und nur von den Kindern genutzt werden dürfen, wenn die Lehrkraft den Raum verlässt?
            Und sammeln Sie auch Schriftproben derer, die im Unterricht mit der Fibel Fehler machen (dürfen).

            Mit Ihren angesprochenen Übungen können Sie gerne in einer der nächsten Grundschulen anklopfen und Ihre Übungen in einer gut besetzten 1. Klasse ausprobieren.
            Was machen die Kinder denn, bis sie Rei und Rie auseinanderhalten können und KVK-Silben zusammenbringen?

            Aber nein, ein solcher Einsatz neuartiger Methoden müsste zunächst mit einer validen Studie verifiziert werden. Man kann ja nicht einfach irgendwelche Silben in den Vordergrund stellen, Frontalunterricht planen und behaupten, das sei nun das Gelbe vom Ei, ohne das wissenschaftlich erwiesen zu haben.
            Bis dahin klammern sich bitte alle an eine Fibel gleich welcher Art, damit die Rechtschreibung auch 12 Jahre später noch angemessen ist.

          • Ich habe geschrieben, dass die Basisgrapheme der Vokale und der dehnbaren Konsonanten zuerst vermittelt werden und der Wertigkeit nach sich weitere Grapheme in den Lese- und Schriftspracherwerb der Schüler nacheinander einfügen.

          • Wenn es an die Grundfesten einer etablierten Fachdidaktik des selbst organisierten Lernens geht mit Arbeitsmaterialien, die weitgehend selbst vom Schüler bearbeitet werden, greifen manche Mitstreiter zu groben Fouls und Unterstellungen einer fehlenden Praxisnähe.
            Die Begründer dieser lerntheoretischen Ansätze eines eigen initiativen, schülergesteuerten Lernens aber verbleiben in einer unangetasteten Position.

          • Das Foul sprechen Sie sich gerade selbst aus, da Sie es sind, der generell unterstellt, Anlauttabellen wären allein innerhalb Ihrer Erfindung eines “eigen initiativen, schülergesteuerten Lernens” einzusetzen und daneben nichts anderes gelten lässt.
            Das wäre so, als würde man darlegen, Fibelunterricht sei stets undifferenziert und frontal.
            Stimmt beides nicht.

          • Ich erinnere mich zu gerne an die Positionen von Frau Prof. A.Schründer-Lenzen, Frau Prof.Christa Röber, Herrn Prof. Thomé, Frau Prof.Bredel und andere zum unkritischen Umgang mit diesen Materialien.

          • Am 9.11.18 um 22 :47 habe ich weiter oben beschrieben , wie die Laute nach ihrer Wertigkeit sukzessive eingeführt werden sollten und in den bereits benannten Schreib- und Leselehrgängen entsprechend strukturiert vermittelt werden.

          • @AvL
            Dann erinnern Sie sich doch auch mal an die Äußerungen zum kritischen Umgang mit diesem, wie mit anderen Materialien. Den gibt es nämlich auch und der ist weder bei einer Fibel, noch bei einer Anlauttabelle, noch bei jedwedem anderen Material ausgeschlossen.

          • Die Kritik an entsprechenden Fibellehrgängen habe ich oben ausgeführt, wenn diese nicht entsprechend strukturiert sind .

  4. @Pälzer: Jaaaah. Und das Gemeine: Eigene Kinder werden mal größer. Wir fangen immer wieder von vorne an. Je jünger die Kinder, umso anstrengender der Vormittag. Zugegebenerweise sind die Korrekturen natürlich viel einfacher. In Klasse 4 sieht es aber schon ganz anders aus. Da ist der Unterricht nicht mehr so anstrengend, aber die Korrekturen umfangreicher.

  5. Danke ysnp und mississippi, emil und OlleSchachtel für die Kommentare.

    Genau bei diesem Thema sieht man deutlich, dass die, die Kritik üben, sich mit dem Thema an sich offenbar gar nicht beschäftigt haben. Das ist mehr als ärgerlich und wertet im übrigen jegliche Argumentation ab:
    Beim Unterricht mit der Fibel geht es vorrangig um das Erlernen der Buchstaben in Klasse 1.
    Lehrbücher ab Klasse 2 werden in der Regel nicht “Fibel” genannt, von “Flöten-Fibel” mal abgesehen.
    Rechtschreibunterricht beginnt in 1 mit kleinen Grundsätzen, genannte Regeln werden aber überwiegend ab Klasse 2 im Schwerpunkt geübt und in 3 und 4 wiederholt.
    Wer sich über Rechtschreibung unterhalten möchte, sollte (siehe emil) sich die Lehrpläne und Schulbücher der Grundschule anschauen, bevor dazu geschrieben wird.

    Im übrigen sehe auch ich es so, dass bestimmte Kinder nie Probleme mit der Rechtschreibung hatten und diese Kinder es auch heute nicht haben: Kinder, die hören und sprechen und Sprache verarbeiten können, denen vorgelesen wird, die weniger Medien konusumieren und zu Hause basteln, draußen spielen, Anregungen erhalten… und sich tatsächlich ihre Schuhe und ihre Jacke selbst anziehen können. Das werden immer weniger, die Förderung in dieser Hinsicht ist viel zu gering … und das hat mit einer Fibel im 1. SJ gar nichts zu tun.
    Das Aha-Erlebnis der PraktikantInnen, von denen Pälzer schreibt, wünsche ich ein paar mehr MitbürgerInnen!

    Wenn die Rechtschreibung bis zur Oberstufe schwach bleibt, frage ich mich, was denn von Klasse 5 – 10/11, also in 5 oder 6 weiteren Schuljahren in der Schule geschieht.
    Wenn die Gymnasien Rechtschreib-AGs anbieten können, früher hieß das Förderunterricht, dann sind sie in der günstigen Lage dafür offenbar Personal zu haben. Ich würde mir wünschen, dass alle anderen Schulformen mit weit weniger begabten SuS das auch von sich behaupten könnten.

    Wenn Philologen feststellen, dass man für Grundsätzliches und Wiederholungen erheblich mehr Zeit benötigt, dann denke ich: Ja, das ist in der Grundschule genauso. Das hat aber mit einer Fibel im 1. SJ gar nichts zu tun. Da dürfen die Philologen und alle anderen gerne mal Ursachenforschung betreiben und überlegen, ob es nicht ganz andere Gründe geben könnte.

  6. Auch meine Erfahrung besagt, dass der Grundschulunterricht schlechter geworden ist. Auch in Mathematik! Wie kann es sein, dass eine ganze (Grundschul-)Klasse ein offensichtlich falsches Verfahren zur schriftlichen Multiplikation lernt? (31*15 -> 30*15=450, 0*5=0, also 31*15=450+0=450)

    Ich glaube nicht, dass im besagten Fall die Methode das Problem ist. In meiner Region bestehen einige Grundschulkollegien zu über 50% aus Seiteneinsteigern. Die etablierten Kollegen werden verbrannt, weil sie “nebenbei” ausbilden müssen, und die neuen Kollegen haben – oft aus gutem Grund – sich früher nicht für eine Schullaufbahn entschieden und nehmen dies jetzt als Notanker.

    Nein, nicht alle Seiteneinsteiger sind schlecht und alle etablierten Kollegen gut, aber über die statistische Masse wird es ohne jeden Zweifel so sein, dass studierte Grundschulkollegen erheblich besseren Unterricht machen als Seiteneinsteiger.

    Und das bedeutet, dass viele Grundschulen ihr Niveau der Wissensvermttlung nicht mehr halten können. Nur müssen sich die etablierten langgedienten Kollegen diesen Schuh nicht persönlich anziehen.

    • Das ist wohl von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Bayern gibt es keine Seiteneinsteiger in der Grundschule, nur ein paar nachqualifizierte Lehrer (meist Gymnsiallehrer) anderer Schularten, die dort keine Stelle gefunden haben.

      Aber, das glaube ich sofort, dass Seiteneinsteiger in der Gesamtzahl das Niveau senken. Nicht umsonst studiert man einige Jahre das Lehramt Grundschule und macht eine 2jährige Referendariatszeit. Wer meint, dass Seiteneinsteiger mit etwas Unterstützung gleich geeignet sind, der täuscht sich.

      • In BY gibt es auch eine Mobile Reserve in Form von Lehrkräften.
        Wenn in anderen BL eine Lehrkraft ausfällt, kommt eine “ungelernte” Kraft, im besseren Fall eine Erzieherin oder Heilerziehungspflegerin, und übernimmt den Unterricht, den andere Lehrkräfte planen und hinlegen.
        Das kann auch immer wieder mal oder über Wochen das 1. Schuljahr treffen. Ohne Aussicht auf Vertretungslehrkräfte, die auch keine vollständige Lehramtsausbildung haben müssen, ist es den Schulen z.T. nicht anders möglich.
        Wir haben intern die Regel, dass wir den Unterricht in M+D in Klasse 1+2 nach Möglichkeit von Grundschullehrkräften erteilen lassen. Aber das wird immer enger oder ist gar nicht mehr immer möglich.

  7. Zitat: “… ein offensichtlich falsches Verfahren zur schriftlichen Multiplikation lernt? (31*15 -> 30*15=450, 0*5=0, also 31*15=450+0=450)”

    Hä?

    Geht es um das Zerlegen? Aber wieso denn 0 x 5 ? Auch wenn’s klar falsch ist, wie kommt man auf 0 x 5, wenn man 31 x 15 zerlegen soll?

    • Sorry, muss 1×5 heißen, hatte mich verguckt. Macht die Sache aber nicht besser.
      Ich musste mir noch mal in Erinnerung rufen, was die gerechnet haben, ist 12 Monate her. Die Zerlegung ist noch viel schlimmer! Also:

      31*15 -> 30*10=300, 1*5=5, also 31*15=300+5=305

      Das Problem ist, dass es 6 Schüler betraf, einige für das Gymnasium ungeeignet, aber mindestens 2 auch recht plietsch. Das wurde da im Unterricht offenbar so “gerechnet”! Ich musste nach dem Taschenrechner greifen um die Schüler zu überzeugen, dass sie ein falsches Ergebnis berechnet hatten.
      Die schriftliche Multiplikation mit einer einstelligen Zahl haben sie erstaunlicherweise dann richtig gemacht, was bei der Multiplikation einer dreistelligen mit einer zweistelligen Zahl bei dem “Verfahren” rauskam, habe ich nie ermittelt.

      • Unabhängig von der falschen Rechenweise: Haben Sie Sie schon nachgesehen, was die Curricula in Ihrem BL für den Mathematikunterricht in der Grundschule vorgeben?
        Während bei der schriftlichen Subtraktion “erarbeiten und anwenden” steht, ist es für die schriftliche Multiplikation:
        “In geeigneten Schritten den Algorithmus der schriftlichen Multiplikation mit dreistelligen Zahlen erarbeiten”
        Finden Sie das eindeutig?

        Interessant ist, dass in den Curricula für die SekI dagelegt wird, dass die SuS das Rechnen beherrschen. Zum Übergang GS-SekI wird ausgeführt:
        “Die Schülerinnen und Schüler sind insbesondere in der Lage, (…) mit bis zu dreistelligen Zahlen schriftlich zu multiplizieren”
        Dies ist also wieder ein klassisches Beispiel dafür, dass Curricula nicht miteinander abgestimmt werden.
        Warum ist das so? Warum wird erwartet, dass Lehrkräfte sich in Verbundkonferenzen u.a. mit dem Übergang zwischen GS-SekI austauschen, beim Schreiben der Curricula erfolgt dies aber offenbar nicht?

        Ab dem SJ18/19 gibt es neue Curricula, da steht nun:
        “verstehen und beherrschen alle vier Grundrechenarten.”
        Daneben konkretisiert: “Addition/ Subtraktion/ Multiplikation/Division mit einstelligem Divisor im Zahlenraum bis 1 000 000mündlich, halbschriftlich, schriftlich (schriftliche Addition mit mehreren Summanden, schriftliche Subtraktion mit mehreren Subtrahenden, schriftliche Multiplikation mit mehrstelligen Faktoren), schriftliche Division mit Rest”
        Auch sonst sind die Vorgaben nun erheblich ausführlicher und länger: vorher reichten 15 Seiten, nun sind es 60.

        Die neuen Vorgaben werden aufsteigend von Klasse 1 eingesetzt, es braucht also 4 Jahre, bis SuS, die danach unterrichtet wurden, die SekI erreichen. Alte Lehrpläne der SekI gelten nur noch eingeschränkt dieses SJ, die neuen Fachanforderungen sind seit 2014 aufsteigend gültig.
        Vielleicht sind diese ja zu denen der GS abgeglichen?
        SuS, die nach den neuen Fachanforderungen unterrichtet werden, erreichen die SekI-Schulen aber erst in 4 Jahren.

        Vielleicht haben Sie ja ein Kultusministerium, das es schafft, neue Curricula nicht im laufenden Schuljahr und rückwirkend zum Schuljahresbeginn einzusetzen.
        Die neuen Vorgaben für die GS werden in einem Erlass Ende Juni 2018 genannt, die Veröffentlichtung sollte bis August 18 erfolgen, die Umsetzung muss also quasi über Nacht erfolgen, gleichzeitig mit D, Mus, Eng … damit dürfte jeder GS-Kollege gleich mehrfach betroffen sein und zeitgleich in 2-4 Fächern neue Curricula erarbeiten und umsetzen.
        Auch das ist mir immer wieder unverständlich: Warum erhalten LuL die neuen Lehrpläne nicht vorab, Verlage aber offenbar wohl?

      • Zitat:
        “Küstenfuchs 10. November 2018 at 07:27
        Sorry, muss 1×5 heißen, hatte mich verguckt. Macht die Sache aber nicht besser.
        Ich musste mir noch mal in Erinnerung rufen, was die gerechnet haben, ist 12 Monate her. Die Zerlegung ist noch viel schlimmer! Also:
        31*15 -> 30*10=300, 1*5=5, also 31*15=300+5=305”

        ——————–

        Wieso haben Sie sich verguckt? Sind Sie denn identisch mit dem Diskutant “TAT” ?

        • Sie können unterschiedliche Namen auf dieselbe Mailadresse benutzen, der Avatar bleibt gleich. Man kann sich ja auch mal verschreiben oder einen anderen Nick benutzen, so wie man lustig ist, wie ich es jetzt absichtlich mache. (ysnp)

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