“Es ist fachlich Blödsinn, nur noch den Fibelunterricht zuzulassen”: Streit um die Rechtschreibung spitzt sich zu

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BERLIN. Eine Pressemitteilung der Universität Bonn sorgte vor sechs Wochen bundesweit für Schlagzeilen. Psychologen wollen herausgefunden haben, welche Methode Grundschülern am besten die Rechtschreibung nahebringt. Politiker bis hin zur Bundesbildungsministerin forderten Konsequenzen, die ein erstes Bundesland – Brandenburg – dann auch schon zog. Jetzt allerdings mehren sich die Zweifel an der Untersuchung auch unter Wissenschaftler-Kollegen. Den Grundschulen die vermeintlich beste Methode vorzuschreiben (wie es Brandenburg nun tut), sei jedenfalls „fachlich Blödsinn“, meint etwa der Grundschulforscher Jörg Ramseger.

Schädlich für die Rechtschreibung? Eine Anlauttabelle. Illu: Wolfram Esser / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Wird von manchen als schädlich für die Rechtschreibung gehalten: eine Anlauttabelle. Die wird aber auch häufig zusammen mit einer Fibel genutzt. Was für eine Methode ist das denn dann? Illu: Wolfram Esser / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Die Aussagen in der Pressemitteilung waren eindeutig und allgemeingültig formuliert – kein Wunder also, dass die Studie wie eine Bombe in die Presselandschaft einschlug: „Der ‚Fibelunterricht‘ führt bei Grundschülern zu deutlich besseren Rechtschreibleistungen als mit den Methoden ‚Lesen durch Schreiben‘ oder ‚Rechtschreibwerkstatt‘. Das haben Psychologen um Prof. Dr. Una Röhr-Sendlmeier von der Universität Bonn in einer groß angelegten Studie herausgefunden“, so heißt es in dem Text, den die Pressestelle der Hochschule am 10. September herausgab.

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Endlich schien Klarheit zu herrschen in einer zunehmend aggressiv geführten Debatte um die Rechtschreibung von Kindern und Jugendlichen. „Mancherorts sollen Schüler die Wörter so schreiben, wie sie klingen – eine Studie hat die Wirksamkeit der Methode nun jedoch widerlegt“, so schrieb beispielsweise die FAZ. „‘Lesen durch Schreiben‘ hat ausgedient“, titelte pointierter die Main-Post. „Schüler lernen am besten mit einer uralten Methode“, befand schlicht die „Welt“.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und der Präsident der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter (Linke), forderten Konsequenzen. Die Ergebnisse müssten „schnell in der Praxis Anwendung finden“, sagte Karliczek. Die Brandenburger Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) reagierte umgehend – und schrieb den Grundschulen in ihrem Bundesland ab sofort den „Fibelunterricht“ zwingend vor (News4teachers berichtete).

In den Grundschulen und in der Grundschulforschung rumort es seitdem gewaltig. Denn so klar, wie die Pressemitteilung und die Reaktionen darauf es vorgeben, können die Befunde der Studie kaum sein. Es sei „fachlich Blödsinn, nur noch den Fibelunterricht zuzulassen“, meint etwa aktuell Jörg Ramseger, Professor im Ruhestand der Freien Universität Berlin und Vorstandsmitglied des Grundschulverbands, in einem Interview mit der „Zeit“. Warum? „Der Schriftspracherwerb ist sehr anspruchsvoll. Lehrkräfte, die die Kinder ausschließlich Seite für Seite einer Fibel abarbeiten lassen, nutzen eine überkommene Methode. Denn sie behandeln alle Kinder gleich. Das sind sie aber nicht. Manche lernen es auf diese Weise nie, sie bräuchten mehr Zeit. Andere langweilen sich mit den oft einfältigen Fibeltexten. Kompetente Lehrkräfte nutzen verschiedene Methoden und mischen sie.“ Individuell zugeschnitten für jedes Kind eben.

Verbreiteter Methodenmix

Dieser Methodenmix scheint in der Praxis der Grundschulen verbreitet zu sein. In der Pressemitteilung zur Bonner Studie aber taucht er nicht auf – dort wird sauber zwischen den unterschiedlichen Methoden unterschieden, als würden Lehrer streng nach Vorgabe unterrichten. Ist das in der Studie auch so? Und auf welcher Grundlage? Haben sich die Lehrer selbst zugeordnet? Oder wurde ihr Unterricht begutachtet? „Über die Studie kann ich kaum etwas sagen. Sie ist noch nicht veröffentlicht worden, weil wesentliche Teile von einem Doktoranden verfasst wurden, der sein Promotionsverfahren noch nicht abgeschlossen hat“, erklärt Ramseger. „Wir wissen also nicht, ob die Kompetenz der Lehrkräfte mit erhoben worden ist oder ob erhoben wurde, ob die verschiedenen Methoden einzeln unterrichtet oder gemischt wurden. Wir wissen auch nicht, ob Fachdidaktiker an der Studie beteiligt waren und den Unterricht überhaupt beobachtet haben.“

Er, Ramseger, bezweifle das. Denn solche Studien seien hochkomplex und sehr teuer. „Aber schon jetzt wissen wir, dass die Untersuchung in der dritten Klasse aufhört. Das ist zu früh. Außerdem wurden zwar mehr als 3.000 Kinder in die Studie aufgenommen, doch am Ende lagen nur die Daten von 237 Schülerinnen und Schülern vollständig vor. Das ist zu wenig, um repräsentativ für die ganze Republik zu sein.“ In der Pressemitteilung der Universität ist von dieser Einschränkung keine Rede. Dort heißt es nur, die „Wissenschaftlerin (hat) mit einem größeren Team die Rechtschreibleistungen von mehr als 3.000 Grundschulkindern aus Nordrhein-Westfalen systematisch untersucht“.

Was aber, wenn nicht die Methode, könnte denn sonst ursächlich sein für das Nachlassen der Rechtschreibkompetenzen, die große Vergleichsstudien unter Viertklässlern in den letzten Jahren nachgewiesen haben? „Dass immer weniger Stunden dafür zur Verfügung stehen“, so antwortet Ramseger lapidar. „Wenn zum Beispiel Englisch ab der 1. Klasse eingeführt wird, muss etwas anderes dafür wegfallen. Natürlich hat es auch einen Einfluss, wenn viele Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch schreiben lernen.  Sicher ist, sie brauchen wie Kinder mit besonderem Förderbedarf einen differenzierten Unterricht und entsprechend kompetente Lehrer. Aber welche Methode besser für sie ist, wissen wir eigentlich nicht.“ bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Hier geht es zum vollständigen Interview mit Jörg Ramseger.

Was die Bonner Forscher sagen

Prof. Una Röhr-Sendlmeier und Tobias Kuhl vom Institut für Psychologie der Universität Bonn nehmen wie folgt zu den von Jörg Ramseger aufgeworfenen Fragen Stellung:

“Die Bonner Studie zur Evaluation unterschiedlicher Rechtschreibdidaktiken hatte das Ziel, anhand einer substantiellen Stichprobe die Rechtschreibleistungen von Grundschulkindern zu dokumentieren. Das Kriterium für die Zuordnung der Kinder zu den drei didaktischen Zugängen – systematischer Unterricht (Fibel), “Lesen durch Schreiben” und “Rechtschreibwerkstatt” – war jeweils die Aussage der Schule und Lehrer über die von ihnen primär eingesetzte Didaktik. Vor Ort konnte sich das Forscherteam überzeugen, dass die gemachten Angaben und die verwendeten Methoden und Materialien übereinstimmten.

Die Studie wurde als kombinierte Längsschnitt- und Querschnittstudie mit insgesamt 3084 Kindern durchgeführt. Die Längsschnittstudie zeigt die Entwicklung von 284 Kindern während der ersten drei Schuljahre. Die Vorkenntnisse der Kinder sowie die in der Familie gesprochene Sprache wurden als Kontrollvariablen in den Berechnungen berücksichtigt. Die Querschnittstudie bildet die Rechtschreibkenntnisse von 2800 Erst- bis Viertklässlern ab. Weiterführende Informationen in gebündelter Form: https://bit.ly/2NdrmiD.”

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Zweifel an Studie zu “Lesen durch Schreiben”, die bundesweit Schlagzeilen machte, wachsen – sind die präsentierten Ergebnisse sauber?

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116 KOMMENTARE

  1. “Es ist fachlich Blödsinn, nur noch den Fibelunterricht zuzulassen”, sagt – na wer? Ein Vorstandsmitglied des Grundschulverbandes.

      • 3.Versuch
        Ein möglicher Auftraggeber des Artikels äußerte sich zu einer Bonner Studie negativ.
        Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.
        Wir warten alle auf die Ergebnisse.
        Dann sieht man weiter.

        • Sehr geehrter AvL,

          es gibt keinen “Auftraggeber” des Artikels – genauso wenig, wie der Grundschulverband das Interview in der “Zeit” “in Auftrag” gegeben hat. Die Redaktion von News4teachers ist durchaus in der Lage, die Relevanz von bildungspolitischen Themen selbst zu erkennen und Beiträge aus eigenem Antrieb zu veröffentlichen. Wir verbitten uns, von Ihnen mit Verschwörungstheorien überzogen zu werden – das ist ein überaus billiger Versuch, die Redaktion dazu zu nötigen, ein Ihnen persönlich missliebiges Thema zu unterlassen. Klappt nicht.

          Mit freundlichem Gruß
          Die Redaktion

          • Verschwörungstheorie ?
            Was soll der Unsinn, derartiges habe ich weder inhaltlich noch als solches angemahnt.

    • @ A.B. eben:

      “Jörg Ramseger, Professor im Ruhestand der Freien Universität Berlin und Vorstandsmitglied des Grundschulverbands”

      Vermutlich jemand, der die Einführung der anderen Methode seinerzeit und jahrelang verfocht und sich nun dagegen verwahrt, für etwas Falsches eingetreten zu sein. Einzelmeinungen, die die eigene Position stützen, kann jeder vorbringen. Hier eine solche Einzelmeinung nun als “die Wahrheit” zu präsentieren, finde ich unseriös.

      • So – Sie vermuten. Was darf ich denn über Sie vermuten? Dass Sie keine Ahnung von der Arbeit in der Grundschule haben, aber gerne ihren Senf dazugeben? Natürlich schön anonym, damit Ihnen keiner ans Bein pinkeln kann…

        Statt sich inhaltlich mit den Aussagen auseinanderzusetzen (Ramsauer betont eben, dass niemand empirisch gesicherte “Wahrheiten” verkünden kann), wird hier versucht, jemanden mit Verschwörungstheorien auf persönlicher Ebene anzugreifen. Das ist ekelhaft – und zeigt, auf welchem Niveau diese Diskussion von einigen Ideologen geführt wird.

        • @ Anna, agieren Sie nicht genauso “ekelhaft anonym” wie wir meisten anderen?

          Wie ist denn Ihr richtiger Name? Gehen Sie doch mal mutig voran! (Aber bitte nachweisbar.)

          • Wieso sollte ich das tun? Ich kritisiere hier Gespenster, die anonym auftreten – Sie versuchen, namentlich benannte Menschen öffentlich zu diskreditieren. Was ist wohl schlimmer?

          • Sie werfen anderen vor, anonym mutig zu sein, klopfen aber selbst nur große Sprüche hinter der Maske der Anonymität. Wie billig und selbstgerecht.

          • Es reicht jetzt. Wir dulden hier keine Verleumdungen von namentlich benannten Personen. Wir sind presserechtlich für dieses Forum verantwortlich und haben mehrere Posts gelöscht.

            Die Redaktion

          • Hä? Das ist doch gang und gäbe, dass man bei Äußerungen von Personen auch diese Personen hinterfragt und ihr Eigeninteresse an ihren Äußerungen herausstellt. Journalisten tun das doch ständig, dass sie solche Verflechtungen von Entscheidungsträgern u.Ä. aufdecken (Stichwort Lobby und dgl. mehr) und es ist gut so, dass sie sowas aufdecken.

            Was ist daran presserechtlich nicht legitim?

          • sofawolf, sie googeln doch so gern: einfach mal verleumdung eingeben bes -timmt schaffen sie es, ihre schlaue frage anschließend auch ohne fremde hilfe zu beantworten.

          • “Wir dulden hier keine Verleumdungen von namentlich benannten Personen.”
            Gilt das auch für Politiker, Abgeordnete, Funktionäre von Verbänden, Lobbyisten? Ist es schon eine “Verleumdung”, jemanden einen Lobbyisten zu nennen, wenn der wirklich einer ist? Lt. Wikipedia ist “Verleumdung gem. § 187 StGB” eine wider besseres Wissen getätigte unwahre Tatsachenbehauptung.

          • @Cavalieri
            Ich habe in Teilen der Redaktion den Eindruck, dass diese sich einer kritischen Diskussion hier primär verschlossen.
            Lobbyisten konnte ich meinem Dafürhalten nach nicht ausmachen.
            Sicherlich versuchen in anderen Bereichen, etwa bei politischen Entscheidungen, Lobbyisten aller möglichen Gruppen, Einfluss auf wichtige Entscheidungen zu nehmen.
            Und so ist es unsere Aufgabe als kritisch denkende und selbst reflektierende Personen, für bessere Bedingungen im Schulsystem einzutreten, denn da kennt man sich aus und kann Veränderungen anstoßen, die dann allen helfen.
            Mir geht und ging es immer um eine effektivere und nachhaltigere Vermittlung der Grundkenntnisse der Schriftsprache und der Lesekompetenz der Schüler zu stärken, damit in den weiterführenden Schulen sich die eigenständigen Fähigkeiten der Textproduktion und der Lesekompetenz sich gut weiter entwickeln können, damit sich selbst bestimmte Persönlichkeiten entwickeln können.
            Man baut auch keine guten Motoren aus Holz, sondern aus Metall.
            Und man benötigt derartige Studien, wie der Bonner Uni, um den Lehrern Entscheidungshilfen für die Auswahl Methoden anzubieten.
            Im Bereich der Schulen ist die Methodenfreiheit noch sehr frei, was man in der Medizin berechtigter Weise nicht mehr erlebt, da Leben und Überleben von Menschen von Methoden abhängen.
            Letztendlich glaube ich an die Vernunft des Menschen , sich für bessere Wege zu entscheiden.

          • Sehr geehrte Herren,

            wir sind schon – gelinde gesagt – irritiert darüber, dass Ihnen Grundlagen zwischenmenschlichen Miteinanders offenbar so wenig vertraut sind. Hat Ihnen niemand vermittelt, dass man Menschen nicht öffentlich Taten unterstellt, die man nicht belegen kann? Und schon gar nicht, wenn man selbst den Schutz der Anonymität genießt?

            Zum x-ten Mal: Hier sind die publizistischen Grundsätze des Deutschen Presserats, die für jeden veröffentlichten Beitrag gelten – also auch für Leserbriefe: https://de.wikipedia.org/wiki/Pressekodex

            Zwei Punkte betreffen Sie besonders:

            “Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.”

            “Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. (…) Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.”

            Wer – wie Sie – Menschen ohne jeglichen Beleg vor einem großen Publikum unterstellt, Sie wären “käuflich”, also korrupt, muss auch damit rechnen, zivilrechtlich belangt zu werden. Das kann teuer werden.

            Die Redaktion

          • Auch bezahlte Lobbyisten sind nicht “korrupt”, und deren Tätigkeit ist nur dann illegal, wenn sie ein anderes Amt haben, das im Widerspruch dazu steht. Es gibt aber auch unbezahlte Lobbyisten, z.B. Leute, die ein bestimmtes Schulsystem haben wollen oder aber auch Schreiben nach Gehör. Die sind überhaupt nicht käuflich, die würden auch für Geld nie das Gegenteil sagen. Eine Frauenbeauftrage habe ich mal sagen hören, sie sei nun mal (von Amts wegen) eine “Lobbyistin”, weswegen sie nicht ganz unabhängig urteilen könne. Also: “Lobbyist” ist kein Synonym für eine bestimmte Art von Verbrechern, sondern das ist die Grundlage für unsere Gesetzgebung in Bund, Land und auch in Europa. Und ob die Bezeichnung “Lobbyist” eine Verleumdung sein kann, das ist sehr fraglich. Bei den wirklichen Lobbyisten bestimmt nicht.

          • @Cavalieri
            Allerdings gibt es auch bei Lobbyisten Interessenkonflikte, wenn nämlich ein Hauptvertreter eines Verbandes, sich für eine bestimmte Methode einsetzt, gleichzeitig in der Kommission der Kultusministerkonferenz als Berater fungiert und selber noch Lehrmaterialien zu dieser Methodik erfindet und vertreibt.

            Dieses Problem hat nämlich Herr Brügelmann, und um dieses Problem zu umgehen, so stellen sich eben befreundete und gleichlautende Kollegen, wie Herr Prof.Ramseger und HerrProf. Becker-Mrotzek für diese Methoden selbständig zur Verfügung, oder es ist eben auch einmal direkt der Geschäftsführer eines Lehrmittelverlags aus Beckum selbst.

    • logisch erfolgt diese bewertung von einem vorstandsmitglied des grundschulverbandes, wer denn bitte sonst sollte diesbezüglich befähigter sein, etwa eine möchtergern allwissende philologenvorständige oberstudienrätin?

      • Auf jeden Fall wäre die glaubwürdiger als ein Vertreter aus dem Lager, das “Schraibn nach Gehöa” lanciert hat.

        • Wieso? Verfolgt der Philologenverband in dieser Diskussion nicht auch eigene Interessen? Beispielsweise: vom Versagen der Gymnasien abzulenken. Rechtschreibung ist beileibe nicht nur ein Thema für die Grundschule.

          • Es freut mich sehr, ihr “auch”, mit dem Sie zugeben, was offensichtlich ist: dass Herr Ramseger/der Grundschulverband eigene Interessen verfolgen.

          • Natürlich tut er das – wie jeder, auch Sie! Und das ist völlig legitim, da muss man doch keine Verschwörung draus spinnen. Schon gar nicht, wenn Sie vor lauter Verschwörungstheorie die vorgebrachten Argumente gar nicht mehr wahrnehmen – Ramsegers sind nämlich gut und kompetent, im Gegensatz zu manchen Äußerungen aus Reihen des Philologenverbands.

          • Es wird ihnen bloß nichts nützen. Die Reichen-Methode hat sich nämlich äußerst erfolgreich selbst ins grundschulische Aus geschossen. Und politisch tot ist sie sowieso.

          • Was Ihnen und den Kindern wiederum nichts nützt. Durch diese albernen Verbote lernt kein Schüler besser schreiben, wetten?

            Wenn die Ressoucen für die Grundschulen nicht massiv aufgestockt werden, wird sich gar nichts ändern. Aber die Politiker, die jetzt dem Hype hinterherlaufen, können ja sagen: “Wir haben gehandelt. Haben die Philologen doch selbst gesagt: Die Methoden waren’s.”

            Und am Ende sind’s dann wieder die Lehrerinnen und Lehrer, die zu doof waren, die tollen Vorgaben einzuhalten. Und das betrifft am Ende alle Lehrkräfte – auch Sie an der weiterführenden Schule. Glauben Sie ernsthaft, es bringt Ihnen irgendeinen einen Vorteil, die Kollegen an den Grundschulen kleingemacht zu haben?

            Wie sagten die Römer noch so schön? Teile – und herrsche. Klappt immer noch.

          • @Anna
            Machen Sie sich nichts daraus, denn die Methoden erfordern einen stetigen Niedergang, da die Lehrer schlauer sind als die Leute in den Elfenbeintürmen und die Ergebnisse vergleichen und so ihre Methoden an die Schüler anpassen.
            Den letzten “kritischen”Artikel hat die “Rechtschreibwerkstatt” des Norbert Sommer-Stumpenhorst reingestellt.

      • Wo zeichnet sich denn ein Verband als wissenschaftlich befähigter aus, der ohne valide Studien derartige Methoden implementiert hat ?
        Herr Brügelmann hat sich in der frühen Zeit seines Wirkens fataler Weise auch für die “vereinfachte Ausgangsschrift VA” des Herrn Prof. Grünewald eingesetzt, die durch ihre Aufhängung der geschriebenen Buchstaben an einer gedachten Mittellinie nicht gerade das Schriftbild der Schüler positiv beeinflusst und zu einem sehr krakeligen und ungleichmäßigem Schriftbild führt.
        Über die Wissenschaftlichkeit des Duos wird auch noch geschrieben werden.
        Fakt ist, dass gerade die Risikogruppen der Schüler im Anfangsunterricht von einer strukturierten und eng geführten Steuerung durch die Grundschullehrerinnen profitieren, was eine Aufstockung des Personals im Anfangsunterricht erforderlich macht, sowie eine deutliche Aufwertung dieser Lehrkräfte.
        Denn ungeeignet sind gerade schlecht ausgebildete Quereinsteiger, die sich dann eher als Lernbegleiter mit geringeren Erfolgen einbringen können.
        Der praktischen Grundschulpädagogik muss ebenso wie der vorschulischen Vorbildung m Kindergarten deutlich mehr Gewicht zugemessen werden, weil gerade in den frühen Kinderjahren sich die synaptischen Fenster öffnen und die Verknüpfung zwischen primär nicht vorgesehenen Hirnarealen sich eben nur dann schnell ausbilden können. Wer eigenständige Lese-und Schreibfähigkeiten strukturiert fördert, der sorgt für eine bessere und schnellere Automatisierung auch auf höheren Ebenen.
        Ein Kind den Lernfortschritt weitgehend selbst gesteuert entscheiden zu lassen, bewirkt erheblich mehr systematische Fehler und eine verminderte Lesekompetenz durch eine fehlende Abspeicherung der kleinsten Spracheinheiten der Silben im schnell arbeitenden Langzeitgedächtnis und führt zu einer Beibehaltung des langsamen Dechiffrierens der Textinhalte mit dem sehr viel langsameren und nun gleichfalls überlasteten Arbeitsspeichers.

        • “…was eine Aufstockung des Personals im Anfangsunterricht erforderlich macht, sowie eine deutliche Aufwertung dieser Lehrkräfte.
          Denn ungeeignet sind gerade schlecht ausgebildete Quereinsteiger, die sich dann eher als Lernbegleiter mit geringeren Erfolgen einbringen können.
          Der praktischen Grundschulpädagogik muss ebenso wie der vorschulischen Vorbildung m Kindergarten deutlich mehr Gewicht zugemessen werden ”

          Ach so.
          Und wie genau hilft das Verbot einer einzelnen Methode hinsichtlich dieser Forderungen?

          • Fachlich gut ausgebildete Menschen erkennen vielleicht eher den Sinn oder Unsinn einer Methode. Wer nicht viel weiß, lässt sich durch rhetorisch geschulte Menschen eher zu etwas sinnlosem überreden. Siehe zum Beispiel Kaffeefahrten.

          • Dann wäre nicht das Verbot an sich sinnvoll, sondern eine Investition in gut ausgebildete Lehrkräfte der Grundschulen, die dann Vor- und Nachteile von Methoden angemessen bewerten können und auf dieser Grundlage eine der Schülerschaft entsprechende Entscheidung treffen und dank aufgestockter Kollegien differenziert in Kleingruppen arbeiten können.
            An diesem Wunsch kann man aber die Realität nicht messen.

          • @Palim
            Schlecht geschulte Quereinsteiger und Grundschullehrer, denen die Bedeutung der Regelwerke der deutschen Schriftsprache ebenso wie die Kenntnisse der Standartlaute der deutschen Sprache nicht bekannt sind, sowie die Bedeutung der unterschiedliche Gewichtung der Grapheme bei der Vermittlung dieser, erkennen mit den vom Schüler gesteuerten Methoden mit Anlauttabellen nicht den Bedarf und die Bedeutung einer erforderlichen Gegensteuerung.
            Alleine sich auf die Motivation der Schüler zu verlassen schadet gerade den Risikogruppen und ist auch den sprachlich gut vorgebildeten Schülern nicht hilfreich.
            Derartige Konstellationen von Quereinsteigern oder auch Kräften mit geringen linguistischen Kenntnissen sind mir von mehreren Schulen bekannt.

          • Ein gut durchstrukturierter , linguistisch aufgebauter Fibel-Lehrgang hat da für diese Quereinsteiger einen deutlich unterstützenden Effekt bei der Vermittlung der Haupt- und Orthographeme die sinnvollerweise auch die Struktur deutscher Wörter silbenanalytisch vermittelt .
            Damit würden aber viele unstrukturierte Fibeln ebenfalls aus dem Lehrwerkkatalog herausfallen. Deshalb hat man sich wohl auch erst einmal der Methode LDS und der Rechtschreibwerkstatt angenommen, um deren geringere Effektivität unabhängig von den unterrichtenden Lehrerinnen herauszustellen.
            Wir warten die Veröffentlichung ab.
            Die zahlreichen Erklärungen der Protagonisten des Spracherfahrungsansatzes lassen schon erahnen, auf welche Argumentationen man gefasst sein muss.

          • Schlecht ausgebildete Lehrkräfte sind schlecht für den Unterricht und für die Kinder. Wenn sie das genannte Wissen nicht haben, werden sie auch die Nachteile der Fibel – gleich welcher – nicht aufarbeiten können.

            Um gut ausgebildete Lehrkräfte in den Erstunterricht zu bekommen, wird es aber nicht helfen, aus lauter Aktionismus eine Einzelmethode, die ohne Lehrwerk auskommt, zu streichen und zu versuchen, der Bevölkerung damit zu vermitteln, man habe sich gekümmert.
            Es zeigt zudem, dass man sich gar nicht am Fachlichen orientiert hat oder orientieren will, sonst hätte man, wie Sie es vorschlagen, erheblich mehr Lehrwerke streichen müssen. Hat man aber nicht.
            So ist es eine für das Ministerium kostenfreie und die Wirtschaft nützliche Aktion, die gar nicht auf das Wohl der Schüler abzielt.

          • @Palim
            Danke für die gleichlautenden Ansichten. Langsam kommt man dem eigentlichen Problemen und Ursachen auf den Grund und derartig weiter zusammen zu arbeiten kann allen Beteiligten eigentlich nur entgegenkommen.

        • Das galt unverzagte um 20:20 Uhr.
          Wir anderen sind schließlich inkompetent.
          Niemals setzt sich besagte Person immer schon für die Methoden des Verbands ein.

        • man stelle sich nur mal vor, wie kolleginnen des grundschulverbandes sich ebenso borniert anmaßen würden, eine einzelne methode zur textanalyse für die misserfolgsquote von studienabbrüchen verantwortlich zu machen.

          • Es geht hier aber um die Vermittlung der Grundlagen des Schriftspracherwerbs, und da weist die Bonner Studie eben bereits in der vorgezogenen Stichprobe signifikante Vorteile für die Schüler im Schuleingangsbereich bei der Anwendung eines strukturierten Fibellehrgangs nach.
            Während die Schreibmotivation in allen drei verglichenen Gruppen, also der Spracherfahrungsansatz (hier die Rechtschreibwerkstatt), die Reichen-Methode und des strukturierten Fibellehrgangs gleich groß ist, schneiden Schüler in der Rechtschreibkompetenz mit Hilfe des strukturierten Fibellehrgangs eben signifikant besser ab.

  2. Ich weiß, aber danke noch einmal für den Hinweis.
    Also drei , die sich schon lange kennen und jetzt Zweifel an einer gegenteiligen Studie streuen wollen, und die beauftragen jemanden etwas zu schreiben. Und dann spucke ich in die Suppe.
    Geht gar nicht.

    • @Aufmerksamer Beobachter
      Stimmt. Eine Diskussion konnte gar nicht geführt werden, weil gleich mehrere Beiträge gestrichen wurden, obwohl nichts Verwerfliches geschrieben wurde.
      Egal, wie Sie schon sagten, es sind Teile der Methoden des Spracherfahrungsansatzes nach Brügelmann politisch erledigt und von den Eltern nicht mehr gewünscht. Mit den letzten praktizierenden Lehrern werden auch die anderen Reste der Methodik eines übergroß erschienenen und wirkenden Theoretikers verschwinden.
      Man muss Kinder eben erst am Anfang sehr strukturiert an die Grundlagen für eine Eigenständigkeit im Lesen ,Rechnen und Schreiben heranführen, was unterschiedlich schnell gelingt, aber am schlechtesten mit eigen initiativ gesteuerten Lernmethoden.
      Die meisten Schüler bleiben schließlich bei den Methoden und Tools einschließlich der Druckschrift, die sie als erstes erlernten und verinnerlichten.

    • Anscheinend werden keine weiteren Kommentare mehr gestrichen, so dass man sich wieder einer normalen und nicht einer stark verkürzten Sprache bedienen kann. Ich konnte auch nicht nachvollziehen, warum mein erster Kommentar und ein weiterer gestrichen wurden. Deshalb begegnete ich dem Zensor anschließend mit einer stark vereinfachten Sprache.

  3. Weiter geht die Diskussion! Das ist wichtig, aber leider muss man wirklich dringend darauf hinweisen, dass die Studie von Frau Prof. Röhr-Sendlmeier und Herrn Kuhn noch nicht veröffentlicht ist. Bekannt ist, dass die Ausbildung und Qualifikation der Deutschlehrkräfte eine entscheidende Rolle für die Rechtschreibleistungen der Lerner spielen. Frau Dr. Irene Corvacho del Toro hat deutlich nachgewiesen, dass besonders die schwächeren Rechtschreiber unter schlecht ausgebildeten Lehrkräften leiden: https://opus4.kobv.de/…/fi…/3579/SHUWI13corvachoopusseA2.pdf

  4. Enttäuschend ist doch wirklich, dass noch nicht einmal die Person, die das Interview geführt hat, sich über die Studie kundig gemacht hat. Auf der Homepage des Bonner Uni-Instituts sind die Ergebnisse und das Vorgehen der Studie schon lang einsehbar. Dann wäre ihr aufgefallen, dass Herr Ramseger das Design der Studie nicht einmal im Ansatz verstanden zu haben scheint und die Zahlen der Studie verfälscht. Gibt er diese vorsätzlich falsch wieder oder hat er das Design wirklich nicht versatnden? Dass ein so ideologisch argumentierender Mann über Jahrzehnte an einer vom Steuerzahler finanzierten Universität lehren konnte und nie selbst den Beweis der Brauchbarkeit des von ihm propagierten Ansatzes erbracht hat, ist ein Armutszeugnis der pädagogischen Fachwissenschaft. Die von Herrn Ramseger propagierte Methode hat für viele Kinder und deren Familien Schaden angerichtet – gerade für die, die schulisch nicht gut helfen können. Und das nun schon seit 30 Jahren. So öffnet sich die Schere nach Bildungshintergrund immer weiter. Die von Herrn Ramseger angeführten Gründe für schlechte Rechtschreibung (Englisch in der Grundschule, Anteil der Kinder mit Migrationsgeschichte) dürften doch für alle Kinder in der Studie gelten und sind daher wohl kaum mehr als Verwässerungsversuche der Ergebnisse.

    • Haben Sie Ihre Behauptungen mit einer Studie belegt oder ist Ihre Aussage womöglich selbst eine ideologische Argumentation?
      Kritisiert wird, dass die Ergebnisse der Studie nicht offen liegen und viele Fragen offen bleiben, die zur Bewertung der Ergebnisse maßgeblich sind. Da werden wir weiter warten müssen, bis die Studie zugänglich ist.

      • Mit welchen validen, vergleichenden Großstudien kann denn Herr Ramseger seine Aussagen stützen und wo erscheint denn der Kommentar von Frau Dr. Köhler einer Ideologie ?
        Die Bonner Studie belegt signifikant bessere Rechtschreibergebnisse des strukturierten Schreiblehrgangs über einen Zeitraum von drei Jahren bei einer gleichstarken Schreibmotivation in allen drei Gruppen, sowie eine geringere Varianz , d.h. Streuung, in der der Gruppe der Schüler der Fibel-Gruppe.
        Gleichzeitig unterschieden sich die Schüler eben nicht in ihrer Zusammensetzung hinsichtlich der vorschulischen Sprachkenntnisse.
        Wenn man Stichprobenergebnisse unter https://bit.ly/2Ndrmi anklickt , tauchen die beschriebenen Ergebnisse auf.

    • Ohne hier urteilen zu können, weise ich nur mal darauf hin, dass der Wikipedia-Artikel für Jürgen Reichen u.a. schreibt: “Besonders für Legastheniker, Kinder aus bildungsfernen Schichten und Kinder mit fremdsprachlichem Migrationshintergrund wird die Unterrichtsmethode als problematisch angesehen.” Und ferner:
      “Man sollte diese Befunde, die es dazu gibt, sehr ernst nehmen. Die deuten in die Richtung, dass zweisprachige Schülerinnen und Schüler größere Schwierigkeiten haben mit «Lesen durch Schreiben» als mit Fibel-Unterricht.”
      Und das stand da schon vor dieser Bonner Studie.
      Will man nicht immer zweisprachige Kinder besonders fördern? Wie passt das nun zusammen? Können sich die Befürworter bitte mal äußern?

      • Lesen Sie doch einfach den Beitrag oben – steht doch drin:

        „Der Schriftspracherwerb ist sehr anspruchsvoll. Lehrkräfte, die die Kinder ausschließlich Seite für Seite einer Fibel abarbeiten lassen, nutzen eine überkommene Methode. Denn sie behandeln alle Kinder gleich. Das sind sie aber nicht. Manche lernen es auf diese Weise nie, sie bräuchten mehr Zeit. Andere langweilen sich mit den oft einfältigen Fibeltexten. Kompetente Lehrkräfte nutzen verschiedene Methoden und mischen sie.“

        • Das Interview der Zeit habe ich auch gelesen, und da sind die üblichen Erklärungsversuche der Anhänger des Spracherfahrungsansatzes nach Brügelmann 1:1 umgesetzt, dass die Kinder erst kritzeln und dieses Vorgehen als eigene Schreibversuche erklären.etc .Es ist also nichts Neues, was im Interview gesagt wird.
          Allerdings hat er sich wohl nicht die wissenschaftlichen Ergebnisse der Stichprobe der Bonner Studie angesehen.

          • wo ist das wesentliche problem, mal abgesehen davon den beliebten sündenbock eindeutig benennen und damit lediglich verantwortung abgeben zu wollen?
            es gibt und wird voraussichtlich keine allheilmethode im schriftspracherwerb geben, die jedem kind gerecht werden könnte.
            dies ist keinesfalls notwenig ist, da es zahlreiche lehrgänge gibt, die unterschiedlichen lerntypus berücksichtigen.
            warum muss 1:1 abgerechnet werden, indem hintenrum immer abgewertet wird u.a. mit dem verweis auf vermeintlich fehlende wissenschaftlichkeit bzw. warum müssen die anderen kerzen ausgepustet werden, um die eigene als für allein leuchtend darzustellen?

          • Das könnte man Herrn Brügelmann auch fragen, warum er ohne vorherige valide Untersuchungen sich für die Einführung der Vereinfachten Ausgangsschrift eingesetzt hat, das Intra-Akt-Plus-Konzep aus “fachdidaktischen Gründen” verrissen hat und ähnliches mehr.
            Die Studie wurde auch nicht mit einer Zielvorgabe begonnen, sondern es wurden unter gleiche Einschlusskriterien 3 Methoden miteinander verglichen, währen die übrige Einflussfaktoren gleich waren. Man erhält zumindest als Lehrer einen Hinweis, wie man die Grundlagen am effektivsten vermitteln kann.
            Wahrscheinlich werden Fibelwerke , die am Spracherfahrungsansatz sich orientieren, wie Tinto, Konfetti, auch abgewertet werden.
            Letztendlich liegt es in der Entscheidungsgewalt der Kultusminister, welche Methoden und welche Fibelwerke zugelassen werden, denn ursprünglich musssten derartige Werke zugelassen werden.

          • “Wahrscheinlich werden Fibelwerke…”
            Ihre Schlussfolgerung ist gelinde gesagt “interessant”.
            Welche Fibeln wurden denn im 1. Jahrgang dieser Studie eingesetzt?
            Können Sie den Einsatz von Fibeln mit Elementen von LdS oder Spracherfahrungsansatz ausschließen?
            Können Sie ausschließen, dass derartige Elemente im Unterricht der Fibel-beschulten Klassen nicht eingesetzt wurden?

            Wieder kommt es zu Vorverurteilungen, ohne dass offene Fragen hinsichtlich der Studie beantwortet wären.
            Ist das der “valide” Ansatz, den Sie immer beschwören?

          • Zu allen anderen Methoden gibt es ebenso keine begleitenden Studien, zu den Fibelwerken auch nicht.

            Die Freigabe erfolgt über die Kultusministerien, einige BL haben Listen dazu, andere offenbar nicht. Lehrwerke müssen den Curricula entsprechen. Wie und was genau das Ministerium prüft, ist mir nicht bekannt, aber ich wüsste es gerne, vor allem im Hinblick auf die in Nds. eingeführte, maximal 4jährige Ausleihpraxis und die stetigen Neuauflagen mit minimalen Änderungen.

            Der Einsatz von Lehrwerken wird in den Fachkonferenzen beraten und entschieden. Das sollte Ihnen bekannt sein. Dabei stehen alle zugelassenen Möglichkeiten zur Debatte. Wo an der Stelle Lehrwerke oder Methoden in die Schulen gedrückt werden, kann ich nicht erkennen. Die Kollegien beraten und entscheiden.

            Die Lehrpläne werden im Ministerium von recht kleinen Kommissionen erstellt. Hier werden Hinweise auf Methoden gegeben, die jedoch stets Alternativen finden. Kompetenzorientierung und Schwerpunkte zur Leistungsmessung sind vorgegeben, Methoden hingegen nicht.

            Diese Studie liegt nach wie vor nicht offen und die genannten Fragen sind nicht beantwortet, weder durch eine Veröffentlichung noch durch Ihren Einwand.
            Die dort erhobenen Daten werden nach LdS, Spracherfahrungsansatz und Fibel unterschieden, eine klare Definition ist bisher nicht erkenntlich, aber maßgeblich für die Bewertung der Ergebnisse.

          • Die Vergangenheit gibt meiner Meinung nach der Fibelmethode recht, weil die sinngemäß seit Ewigkeiten durchgeführt wird. Erst seit 50 Jahren wird extrem experimentiert, besser wurde abgesehen von der Abschaffung der Prügelstrafe nicht viel.

          • @ Palin: Ihre “Argumentation” wird auch durch zunehmende Länge nicht überzeugender.

            Es bleibt die einfache Frage: Mit welchem Recht wagen es die Verteidiger von Reichen/Brügelmann/Schreibwerkstatt etc. überhaupt, die Veröffentlichung einer Studie einzufordern, die dazu dient, die für jeden denkenden Menschen offensichtlichen Schwächen der von Reichen/Brügelmann etc. vertretenen (und als “Berater” in den Ministerien ohne jegliche begleitenden Studien durchgesetzten) Methoden wissenschaftlich fundiert aufzuzeigen?

            Selbst dann, wenn die Bonner Studie niemals veröffentlicht werden würde, wäre das immer noch wissenschaftlicher als alles, was Reichen etc. jemals vorzuweisen hatten, denn deren “Methoden” wurden niemals überhaupt durch irgendeine wissenschaftliche Studie begleitet. Die Bonner Studie gibt es nämlich.

          • @xxx
            “Die Vergangenheit gibt meiner Meinung nach der Fibelmethode recht, weil die sinngemäß seit Ewigkeiten durchgeführt wird. Erst seit 50 Jahren wird extrem experimentiert, besser wurde abgesehen von der Abschaffung der Prügelstrafe nicht viel.”

            Aha.
            Dann können wir uns auch auf alles andere verlassen, dass vor 50 Jahren bereits bekannt war und können auf neuere Entwicklungen verzichten? Geben Sie doch einfach alles ab, was erst seit 1980 entwickelt oder verkauft wurde, einschließlich digitaler Geräte und Medizin. Streichen Sie auch Ihr Wissen, was Sie nach diesem Zeitpunkt erworben haben. Bleiben Sie bei Ihrem: “Das war schon immer so. Das ist gut!”
            Womöglich kommt der nächste Kommentator auf den Gedanken, ob die Prügelstrafe nicht zur Fibelmethode und zum angeblichen Erfolg vor 50 Jahren gehört hat und wieder eingeführt werden muss.

          • @AB
            Es ist m.E. ein neuer Ansatz wissenschaftlichen Denkens, Ergebnisse von Studien als Wahrheit einzusetzen, die nie veröffentlicht und deshalb nicht kritisch hinterfragt werden können.

            Mit diesem Ansatz ist es offenbar nicht von Interesse, bereits veröffentlichte Studien zu reflektieren.

            Gerne dürfen Sie aber dennoch Ergebnisse zu den Konzepten des Erstunterrichts vorlegen, die Sie als “Methoden” als würdig anerkennen möchten und die Ihrer Meinung nach im Unterricht Eingang finden dürfen.

          • @ Palim: Und wieder ein verzweifelter Versuch, von meiner Frage abzulenken.

            Sie schreiben: “Es ist m.E. ein neuer Ansatz wissenschaftlichen Denkens, Ergebnisse von Studien als Wahrheit einzusetzen, die nie veröffentlicht und deshalb nicht kritisch hinterfragt werden können.”

            Nochmal: Zu all dem, was Sie u.a. hier immer noch meinen verteidigen zu müssen (Reichen, Schreibwerkstatt etc.), gab und gibt es nicht einmal begleitende Studien zu Einführung, Einsatz etc.

            Keine, nichts, nada, niente!

            Und falls es immer noch nicht klar ist: Das ist weniger als “nicht veröffentlicht”. Es ist schlicht nicht existent!

            Damit verwirken aus meiner Sicht alle Vertreter von Reichen, Schreibwerkstatt etc. jegliches Recht, von der ersten wissenschaftlichen Studie zu “Schraibn nach Gehöa” überhaupt irgendetwas zu fordern.

            Unabhängig davon dürfte die vollständige Veröffentlichung der Bonner Studie tatsächlich für die Öffentlichkeit sehr interessant (und für Herrn Reichen, Herrn Brügelmann und ihre Gesinnungsgenossen vermutlich wenig schmeichelhaft) werden.

          • “Keine, nichts, nada, niente!”
            May 2001, Schründer-Lenzen 2006, Schründer-Lenzen 2013, Hüttis-Graf 1997, 2005, Weinhold 2009, Rautenberg 2012
            … abgesehen von “von der ersten wissenschaftlichen Studie zu “Schraibn nach Gehöa” ” die Sie offenbar zur Kenntnis genommen haben.

            Und da Sie ja meinen, hier würde jemand ablenken:
            Welche Studien möchten Sie denn nun für Methoden oder Konzepte des Erstunterricht anführen, in denen man Ergebnisse sowie deren Definitionen und Vorgehensweise nachlesen kann?

          • Richtig schlecht wurden die Rechtschreibfähigkeiten bei Schülern in Nordrhein-Westfalen ab dem Jahrgang, der jetzt 26 Jahre alt wird, das heißt ab etwa 1998. Da wurden mit Hilfe des Kultusministerium in Düsseldorf durch kostenlose Fortbildungen für Grundschullehrerinnen, die als Überstunden angerechnet wurden, massiv offene Unterrichtsmethoden, wie die Rechtschreibwerkstatt hier in Westfalen und anderen Landesteilen beworben und in diesen Fortbildungen vermittelt. Gleichzeitig durfte der Herr sein Konzept in den örtlichen Grundschulen vorstellen und über die Schulkonferenzen wurden die Methoden als neue Lehrmethoden dann eingeführt. Gleichzeitig wurde mit Hilfe der entsprechenden Leuten die Lehrpläne in NRW geändert.
            So saß Herr Rüdiger Urbanek, er ist Herausgeber des Werkes Tinto, als Koordinator des LWS in Soest mit Herrn Barnitzki als Kommissionsvorsitzender in der Lernplankommission Deutsch des Landes NRW in den entsprechenden Konferenzen.
            Berhard Recker, ehemaliger Rektor aus Ahlen, ein Freund des N-Sommer-Stumpenhorst, war zu diesem Zeitpunkt der schulpolitische Sprecher der CDU im Düsseldorfer Landtag und bewarb am 15.5.2003 im Landtag offen das Konzept des N.Sommer-Stumpenhorst. Reinhold Christiani , Diplompädagoge und damals leitender Ministerialrat im Ministerium für Schule und Weiterbildung in NRW gab gemeinsam mit Herrn Barnitzky das Buch “Richtig Schreiben und Lernen von Anfang an” des Autors N.Sommer-Stumpenhorst heraus. Die Quelle ist http://www.grundschulservice.de
            Elternbriefe-online Anlagen zu Elternbrief Nr. 2.

            Bis vor drei Jahren waren beide Konzepte noch extrem stark an NRW-Grundschulen vertreten.

          • @ Ignaz Weibel: So ist es.
            @ Palim: Die von Ihnen genannten Quellen wollen Sie hoffentlich nicht ernsthaft als die Einführung von “Schraibn nach Gehöa” begleitende Studien anführen.

          • @IW
            Es ist mir ohnehin offensichtlich, dass Sie sich immer wieder bei Herrn Janssen bedienen.
            Womit belegen Sie denn Ihre Behauptung, die Rechtschreibfähigkeiten seien ab 1998 in NRW gesunken? Gibt es dazu Studien?

            Geben diese Studien auch einen Hinweis darauf, warum die Rechtschreibfähigkeiten in anderen Ländern gesunken sein könnten, obwohl Sommer-Stumpenhorst dort gar nicht bekannt ist?

          • Die Ergebnisse der Vergleichsanalysen verweisen die Rechtschreib- und Leseleistungen der NRW Grundschüler auf die letzten Plätze vor Bremen und Berlin.
            Man hat schließlich in NRW mit immer neuen Entwürfen eine Vorreiterrolle einzunehmen, was in kläglichen Ergebnissen sich niederschlug.

          • @ Palim: Ihre Taktik der ständigen Gegenfragen, Ablenkungen und Aussageverdrehungen wird langsam lächerlich – und nicht nur von mir, sondern auch von anderen Usern kritisiert.

            Dann auch noch ausgerechnet Agathe Schründer-Lenzen anzuführen, die als prominente Gegnerin der Anwendung von “Schraibn nach Gehöa” gelten darf, macht Sie, Palim, vollends unglaubwürdig.

            Zitat Schründer-Lenzen: “Ich verstehe den Aufschrei der [Grundschul-]Lehrer, die Politik solle sich nicht in ihre Unterrichtsmethode einmischen. Das Thema ist dafür auch zu komplex. Dennoch sind die Vorstöße richtig […]

            Aus der Lernforschung wissen wir, dass Dinge, die einmal halbrichtig erlernt wurden, nur schwer zu korrigieren sind. […]

            Wegen der heftigen Kritik wird heute kein Lehrer mehr zugeben, dass er ‘Reichen in Reinkultur’ betreibt. Doch der Ansatz war lange sehr einflussreich, und es gibt noch immer viele Schulbücher, die sich stark daran orientieren.
            Ich bin in Berlin von Rektoren gerufen worden, weil ihre Schüler so schlecht schrieben; die sagten, helfen Sie mir, mein Kollegium zu überzeugen. Auch viele Berichte von Eltern zeigen, dass das Problem noch existiert.”
            https://www.swp.de/suedwesten/landespolitik/kritik-an-_schreiben-nach-gehoer_-in-reinform-24832864.html

            Das ist so ziemlich wortgleich das, was die Grundschul-Kolleginnen, die Reichen immer noch verteidigen, hier im Forum ständig zu hören bekommen – allerdings diesmal auf den Punkt gebracht von einer der führenden Professorinnen für Allgemeine Grundschulpädagogik und -didaktik.

          • @Palim
            Im übrigen arbeitet Herr Jansen sehr genau und detailgerecht, was eben nicht so populistisch ist.
            Allerdings musste ich für eine alternative Unterrichtsmethodik fern der des Spracherfahrungsansatzes sehr viel arbeiten, lesen, Grundlagen erarbeiten, um mich auf spezifische Probleme von Schülern real einzustellen, verstehen lernen , wie unser Gehirn dazulernt, sich erweitert im Erfassen von Wissen, Programmierung funktioniert mit kurzen Silbensequenzen in kurzen, aber wiederholten Zeiteinheiten, damit das Langseitgedächtnis Silben abspeichert beim Automatisieren des Lesens, um mit dem langsamen Arbeitsspeicher den Textinhalt zu erfassen.
            Ich beschrieb Ihnen die theoretischen Grundlagen des Intra-Akt-Plus-Konzepts und die Anwendung des Selben, sowie des Kieler Leseaufbaus, den es auch in Kurzformen gibt, und ich durfte erleben, wie Menschen damit sprechen lernten, die Sprache linguistisch zu erfassen lernten, obwohl sie diese nie vorher als solche kennen gelernt hatten. Und diese wurden zunehmend besser im Erfassen unserer wohl strukturierten Sprache.
            Unser menschliches Gehirn kann sehr viel mehr, als dass es alleine, auf Motivation basierend, sich selbst die Grundlagen erarbeiten sollte.
            Die Motivation ist, wie es die Bonner Studie in der ersten Stichprobe nachweist, bei allen Schülern unabhängig von den angewendeten Methoden gleich, was auch nicht anders zu erwarten war, da Kinder ja Lesen und Schreiben lernen wollen.
            Aber wenn dann die Erfolge durch den Einbau von Fehlern ausbleiben, dann lässt spätestens bei den Schülern nach “Spracherfahrungsansatz ” “eigen initiativ beschulten” die Motivation nach.
            Das ist dann in der dritten Klasse, denn ab der dritten Klasse gibt es Noten. Und so gibt es endlich ein Feedback, für die Gruppe der strukturiert unterwiesenen Schüler ein positives, für die anderen beiden Gruppen ein eher negatives, wenn die Eltern nicht vorher interveniert haben.
            Da weiß man auch, warum diese Neo-Reformpädagogen gegen Leistungsbeurteilungen sind, die die Orthographischen Kenntnisse mit einbeziehen, es ist alles nicht wichtig und verunsichert doch nur.
            Ja , weil die Ergebnisse einfach bescheiden sind !
            Es ist so, als würde man sich beim Erlernen des Gehens möglichst komisch über Gehwege fortbewegen.
            Genauso erscheinen auch die schriftlichen Leistungen der Schüler in den weitergehenden Schulen. Bei jenen, die weiter lautorientiert verschriftlichen, nimmt die Fehlerzahl explosionsartig zu.
            Zudem sind diese teilweise noch nicht einmal in der Lage sinnentnehmend längere Textpassagen erfassen können, da sie mühsam mit dem langsamen Arbeitsspeicher mühsam und langsam Texte dechiffrieren müssen.
            Und da helft auch beim Erfassen unbekannter Texte nicht die Methode eines “Textknackers”, wo sich die Schüler zunächst die Bilder und die Überschriften anschauen sollen, um dann durch das mühselige Anstreichen von Schlüsselwörtern den Inhalt erfassen sollen.
            Wo fanden da in der Grundschule die von mir beschriebenen Methoden der Programmierung der Silben in kurzen Zeiteinheiten statt.
            Und dann wird immer noch behauptet, dass Fehler beim automatisierten Verschriftlichen nicht resistent gegen Veränderungen wären, obwohl von Prof. M.Spitzer, Prof. Güntürkün und anderen nachgewiesen wurde , dass Umlernen schwieriger ist als sofort richtig zu Automatisieren, da alles synaptisch verknüpft ist und sich nicht wie bei einem Computer wieder einfach löschen lässt.

            Und schließlich arbeitet unser Gehirn so, dass es mit einer Zunahme der synaptische Verbindungen umso mehr abspeichert.
            Je mehr drin ist, umso mehr passt hinein durch eine Automatisierung auf höherer Ebene. Und eingebaute Fehler verlangsamen den Lernfortschritt.

          • Da wären neben Frau Prof. Agi Schründer-Lenzen noch Frau Prof.Ursula Bredel, Herr Prof. Günther Thomé, Frau Christa Röber zu nennen, die diesen weitgehend selbst gesteuerten Methoden kritisch gegenüberstehen, da die Anteil der Risikogruppen weiter zunimmt.
            Der Aufschrei der Eltern ist berechtigt und er wird Veränderungen erforderlich machen, was man jetzt schon bemerkt, denn selbst die Grundschullehrerinnen stellen ihre Methodik um.

          • Sie sind lächerlich, “Aufmerksamer Beobachter”, nicht Palim – durch Ihre ätzendes Gehabe und Ihre Unfähigkeit, sich einer Diskussion zu stellen. Gehen Sie so auch mit Schülern und Eltern um, wie Sie hier mit Kollegen umzuspringen versuchen?”Aufmerksamkeit” kann ich bei Ihnen auch nicht feststellen, trotz Ihres klingenden Indianernamens – Sie ignorieren schlicht, was eine im Schreibunterricht der ersten Klassen erfahrene Kollegin an kompetenten Aussagen entgegenhält. Sie werden von Grundschul-Rektoren um Hilfe gerufen, um deren Kollegium einzunorden? Dieses Märchen soll jemand glauben?

            Reden wir doch einmal über Ihren Unterricht – wie sieht der denn aus? Weitgehend Frontal? Und wie sind Ihre Misserfolge damit? Konkret gefragt: Wie viele Schülerinnen und Schüler bleiben aufgrund Ihrer Methodik denn alljährlich sitzen, müssen die Schule verlassen oder schaffen gar den Abschluss nicht? Wie sieht’s denn mit der Wissenschaftlichkeit Ihres Ansatzes aus – ist Ihr Unterricht mal evaluiert worden?

          • Au weia, Anna. Da haben Sie sich aber vor lauter Eifer mal wieder böse in die Nesseln gesetzt und allen hier Mitlesenden bewiesen, dass Sie offensichtlich nicht einmal in der Lage sind, ein Zitat, das klar von mir kenntlich gemacht wurde, als solches zu erkennen vor lauter Schaum vor dem Mund.

            Die Aussage “Ich bin in Berlin von Rektoren gerufen worden, weil ihre Schüler so schlecht schrieben; die sagten, helfen Sie mir, mein Kollegium zu überzeugen.” hat Frau Schründer-Lenzen in dem von mir zitierten und verlinkten Interview getätigt, nicht ich.
            https://www.swp.de/suedwesten/landespolitik/kritik-an-_schreiben-nach-gehoer_-in-reinform-24832864.html

            Einfach nochmal in Ruhe nachlesen. Dürfte allerdings nicht in ihr Weltbild passen, was diese Professorin für Grundschulpädagogik dort zum Ausdruck bringt.

          • Wie sieht es denn bei Ihnen aus, Anna? Sind Sie praktizierende Lehrerin oder, wie ich vermute, pädagogische Heilslehrerin? Sind Sie für die LdS-Methode, für Gesamt- bzw.Gemeinschaftsschulen unter Abschaffung der Gymnasien als eigenständige Schulform? Sind Sie für eine radikale Inklusion und damit die gänzliche Auflösung von Förderschulen? Sind Sie für mehr gendersensiblen Unterricht und eine Sexualerziehung der Vielfalt? Sind Sie schließlich auch für die Abschaffung von Zensuren oder Klassenwiederholungen?
            Falls Sie wider Erwarten doch im praktischen Schuldienst stehen, vorerst noch diese letzte Frage: “Wie sieht’s denn mit der Wissenschaftlichkeit Ihres Ansatzes aus – ist Ihr Unterricht mal evaluiert worden?”
            Vielen Dank im Voraus für Ihre Antworten!

          • Der Artikel über Frau Prof A. Schründer-Lenzen bestätigt unsere Beobachtungen vor Ort über den unkritischen Gebrauch dieser Methode im Anfangsunterricht.
            Und dies wird auch von Kollegen in anderen Städten so gesehen und beobachtet, die sich mit den Folgen dieser Methode auseinandersetzen müssen.
            Es wird wahrscheinlich nur durch vergleichende Untersuchungen, wie die Bonner Studie gelingen, die Lehrerschaft von anderen, erfolgreicheren Methoden zu überzeugen.
            Alleine eine Idee zu haben, Schüler könnten sich eigenständig und auf “natürliche “Weise den Schriftspracherwerb, das Lesenlernen und das Rechnen selbständig und eigen initiativ beibringen, ist schon sehr gewagt, weil es eben nicht jedem Schüler von alleine gelingt, die geeigneten Methoden und Lernwege herauszufinden, um sich effektiv Wissen anzueignen.
            Auch die Bewegung der Schule im Aufbruch wird ein gewaltiger Schuss in den Ofen werden, und diese Methode ist auch stark abhängig vom Engagement der vielen Eltern sich selbst in die Lernfortschritte der eigenen Kinder mit einzubringen.

          • @AB
            Wie hatten Sie so schön gemeint:
            ” Ihre “Argumentation” wird auch durch zunehmende Länge nicht überzeugender. ”

            Ich warte immer noch darauf, dass Sie Studien nennen, in denen der Einsatz anderer Methoden im Erstunterricht thematisiert wird.

          • @ Palim
            Wie hatte Frau Prof. Schründer-Lenzen so schön gemeint:
            “Ich verstehe den Aufschrei der Lehrer, die Politik solle sich nicht in ihre Unterrichtsmethode einmischen. Das Thema ist dafür auch zu komplex. Dennoch sind die Vorstöße richtig: Die aktuelle Debatte ist wichtig und führt hoffentlich dazu, dass sich an Schulen etwas ändert. […]
            Wegen der heftigen Kritik wird heute kein Lehrer mehr zugeben, dass er ‘Reichen in Reinkultur’ betreibt.”
            https://www.swp.de/suedwesten/landespolitik/kritik-an-_schreiben-nach-gehoer_-in-reinform-24832864.html

            Ich warte immer noch darauf, dass Sie aufhören abzulenken, wenn Ihnen die inhaltlichen Argumente ausgehen.

            Obwohl: Wenn Sie Ihren Kritikern solche Steilvorlagen liefern wie den Verweis auf Frau Schründer-Lenzen, dann nur weiter so. Das macht es für diese Kritiker umso leichter.

          • @AB
            Ich stelle fest, dass Sie immer noch keine Studie genannt haben. Dann kann es ja nicht so entscheidend sein, dass alle anderen Methoden für den Erstunterricht keine Studien zum Einsatz im Unterricht vorzuweisen haben.
            Vermutlich ist LdS damit stärker wissenschaftlich begleitet als jede andere Methode. Sollte man womöglich sämtliche Alternativen mangels Expertise in den Wind schreiben?

          • @ Palim
            Ich stelle fest, dass Sie immer noch ablenken und nicht inhaltlich diskutieren, sondern anderen Äußerungen in den Mund legen, welche diese nicht getätigt haben.

            Sie schreiben: “Vermutlich ist LdS damit stärker wissenschaftlich begleitet als jede andere Methode. Sollte man womöglich sämtliche Alternativen mangels Expertise in den Wind schreiben?”

            Antwort: “‘Schlichtweg falsch’, nennt etwa Agi Schründer-Lenzen, Professorin für Grundschulpädagogik an der Uni Potsdam, die populäre Methode.
            ‘Mit LdS geht wertvolle Unterrichtszeit verloren’, kritisiert auch Prof. Renate Valtin, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben.
            Und Christa Röber, Professorin an der Pädagogischen Hochschule Freiburg sagt sogar: ‘Den Misserfolg von LdS sieht man daran, dass die Rechtschreibung der Deutschen seit 20 Jahren immer schlechter geworden ist.’“
            http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=99

            P.S. Das war 2012.

          • Es ist schlichtweg unwissenschaftlich, einzelne Zitate aneinanderzureihen, sich aber Studien gar nicht anzusehen und deren Ergebnisse nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen. Das wird im übrigen der Arbeit der Professorinnen nicht gerecht.

            Noch unwissenschaftlicher finde ich es, Forenbeiträge anderer Menschen zu zitieren, ohne deren Hintergründe zu kennen und offenbar, ohne sie zu hinterfragen.
            Wie soll man mit solchen Ansätzen in eine inhaltliche Auseinandersetzung gehen, wenn Grundsätze unbekannt sind?

            Es ist ebenso möglich, aus den Werken der genannten ProfessorInnen einzelne Sätze zu lösen, in denen dargelegt wird, dass LdS durchaus auch Erfolge aufzeigen kann und/oder gleichwertig neben anderen Methoden steht.
            Aber dazu müsste man sich mit der Thematik beschäftigen wollen.
            Und man müsste sich im Anschluss mit den tatsächlichen Umständen beschäftigen, die schlechtere Leistungen bedingen. DAS wird aber teurer als das Verbot einer einzelnen Methode, an der die Lehrbuchverlage nicht verdienen können.

            Dass die Verschlechterung der Rechtschreibung an LdS liegen soll, ist absurd, wenn man sich anschaut, dass 97% der Schülerschaft mit Fibelmaterialien unterrichtet wird. – siehe Anmerkung von ysnp gestern

          • @ Palim: Nach Ihrer kruden Logik würde dementsprechend Frau Prof. Schründer-Lenzen ihrer eigenen Arbeit nicht gerecht, weil sie gegenüber einer Zeitung ihre Sicht auf LDS in jener Art und Weise zusammengefasst hat, die auf http://www.sprachforschung.org veröffentlicht wurde – und die ich zitiert habe.

          • Und dass die Verschlechterung der Rechtschreibung natürlich nichts mit LDS zu tun haben kann, dass weiß Palim natürlich auch besser als Frau Prof. Christa Röber von der Uni Freiburg.

          • Man kann genauso andere Zitate herauspicken und dadurch ein komplett anderes Bild zeichnen. Eine sachliche Auseinandersetzung ist in diesem Fall offenbar gar nicht gewollt.

            Schründer-Lenzen kommt in ihrem Buch 2013 zu folgender Aussage:
            „Ging es noch vor zehn Jahren in der grundschulpädagogischen Literatur vielfach darum, “Lagerkämpfe” zwischen Fibelbefürwortern und -gegnern auszutragen, hat sich diese Debatte beruhigt. Grund dafür ist, dass die Pauschalität einer Gegenüberstellung “mit-oder-ohne-fibel” weder der Differenziertheit des heutigen Wissens über den Schriftspracherwerb entspricht noch der Unterrichtspraxis.

            Die in den heutigen Klassen vorfindbare Heterogenität der Lernbedingungen ist so ausgeprägt, dass es zudem sehr schwer geworden ist, ein “sauberes” experimentelles Setting herzustellen, das einen kontrollierten Vergleich zwischen zwei Unterrichtstypen ermöglichen würde, die sich zudem kaum trennscharf unterscheiden lassen.
            Die Fibelprogramme selbst haben sich so ausdifferenziert, dass die alte Unterscheidung,,,mit-Fibel” = lehrergesteuerter Unterricht und “ohne-fibel” = offener Unterricht, nicht mehr trägt.
            Die Kontrastierung,,mit-oder-ohne-Fibel” benennt nur ein Oberflächenphänomen, das, was wirklich im Unterricht passiert, lässt sich nicht auf diese Formel bringen.“

            In einer Stellungnahme von Dez. 2013 steht nach Betrachtung der unterschiedlichen in Fibeln vertretenen Ansätze:
            “Didaktische Hilfsmittel wie eine Anlauttabelle gibt es praktisch zu jedem Fibellehrwerk, wenn auch mit unterschiedlichen Funktionszuschreibungen und von sehr unterschiedlicher Qualität (zu den sprachwissenschaftlichen Standards einer Anlauttabelle vgl. z.B. Riegler 2010). Statistisch nachweisbare Langzeiteffekte derartiger Details sind kaum zu erwarten, zumal die Unterrichtsforschung immer stärker die Bedeutung der Lehrkraft für die Unterrichtsergebnisse herausgestellt hat (Lipowsky2006, Hattie 2013). “

          • …und im Jahr 2018 (also heute) ist auch Frau Schründer-Lenzen so weit, dass sie feststellt:

            “Ich verstehe den Aufschrei der Lehrer, die Politik solle sich nicht in ihre Unterrichtsmethode einmischen. Das Thema ist dafür auch zu komplex. Dennoch sind die Vorstöße richtig: Die aktuelle Debatte ist wichtig und führt hoffentlich dazu, dass sich an Schulen etwas ändert. […]
            Wegen der heftigen Kritik wird heute kein Lehrer mehr zugeben, dass er ‘Reichen in Reinkultur’ betreibt.”
            https://www.swp.de/suedwesten/landespolitik/kritik-an-_schreiben-nach-gehoer_-in-reinform-24832864.html

          • Und bevor Sie jetzt wieder mit dem abgelutschten Hinweis kommen, dass LDS ja eh nicht mehr in Reinform zur Anwendung komme: Auch dazu äußert sich Frau Prof. Schründer-Lenzen (im Februar 2018) unmissverständlich.

            “Frage: Aber ist die Methode in dieser
            extremen Form noch im Einsatz? Lehrerverbände bestreiten das.

            Agi Schründer-Lenzen: Meine Erfahrung ist eine andere.”
            https://www.swp.de/suedwesten/landespolitik/kritik-an-_schreiben-nach-gehoer_-in-reinform-24832864.html

        • Danke! Das ist natürlich nur eine Kurzversion, es fehlen z.B. die Testitems. Auch fand ich nichts über das Abschneiden derer mit einer anderen Familiensprache. Da wird aber auch viel von der Rechtschreibwerkstatt erzählt. Von der ist weiter oben kaum oder gar nicht die Rede. Was soll ich mir unter einem “Rechtschreiblineal” vorstellen?
          Ich weiß nur, dass das folgende mich als Erstklässler verrückt gemacht hätte: Ich soll als Hausaufgabe irgendwas schreiben nach Gehör, und wenn ich dann meine Eltern frage, ob das so stimmt, müssen sie mir pflichtgemäß antworten: “das dürfen wir nicht sagen, das kommt erst später.” Da hätte ich mich “verarscht” gefühlt.

          • @Cavalieri
            Die Schüler wurden vor der Einschleusung auf ihren fremdsprachlichen Hintergrund getestet und entsprechend gleichmäßig verteilt, damit kein zusätzlicher Einflussfaktor auf das Ergebnis sich einseitig auswirken konnte. Diejenigen Schüler, bei denen man diese Frage nicht beantworten konnte , wurden ausgeschlossen.

          • Die Anlaute sind bei LdS und anderen Werken als Tabelle angeordnet, die Reihenfolge variiert, häufig werden Vokale weiter oben notiert oder farblich abgesetzt.
            Bei Sommer-Stumpenhorst sind die Anlautbilder samt Buchstaben offenbar länglich auf einem Lineal abgebildet.

      • Das gilt dann erst recht für Herrn Sommer-Stumpenhorst, den man selbst erleben durfte, keiner Kritik und Distanz fähig und unbeirrbar in seinem Glauben an sich und seine Welt.

  5. Zur Diskussion insgesamt:
    Am liebsten würde ich hier einmal heftig auf den Tisch hauen. Diese ständigen Unterstellungen und das über einen Kamm scheren.

    Warum wird immer der Gedanke hochgehalten und das dann suggeriert, dass in Deutschland hauptsächlich nach der Reichenmethode unterrichtet wird?
    Das stimmt doch überhaupt nicht! Der hauptsächliche Unterricht in Deutschland ist nach meinem Eindruck der Methodenmix mit großem Fibelanteil.
    Liebe Wissenschaftler, bitte tragt einmal zusammen, wie in Deutschland insgesamt der Anfangsunterricht gemacht wird mit prozentualen Anteilen!
    Außerdem wird getan, wie alle Grundschullehrkräfte mit den Aussagen des Grundschulverbandes konform gehen. Das stimmt ebenfalls nicht. Ich finde einige Ideen interessant, alle kann ich nicht mittragen. Als Impulsgeber finde ich den Grundschulverband gut. Aber wir sind keine ausführende Sklaven des Grundschulverbandes. :-C

    • @ysnp
      Die Schulbuchverlage sind jene, die Auskunft erteilen könnten, weil diese genau wissen , wo ihre Standartwerke verkauft werden.

  6. @AvL
    „Allerdings musste ich für eine alternative Unterrichtsmethodik fern der des Spracherfahrungsansatzes sehr viel arbeiten, lesen, Grundlagen erarbeiten, um mich auf spezifische Probleme von Schülern real einzustellen,“
    Ja, es ist deutlich, dass Sie sich eingehend mit der Problematik beschäftigt haben. Das befähigt Sie ja auch, einen differenzierten Blick auf „den Fibelunterricht“ zu werfen.

    Die von Ihnen bevorzugte Alternative hat aber zum einen auch keine validen Studien anzuführen und wird in der Regel in Einzelförderung oder Kleingruppen genutzt, weil es eine genauere Begleitung und Beobachtung beim Lernen braucht.
    Neben der Kritik, dass es nicht nur eine einzelne tragfähige und allgemein gültige Methodik geben wird, sehe ich als unangemessen, dass immer wieder anderen Themen eingebracht und Behauptungen aufgestellt werden:
    – Wer belegt, dass die Ergebnisse katastrophal sind? Lesen Sie die Studien, in denen auch LdS-beschulten Kindern nach dem 1. Schuljahr durchaus gleichwertige Leistungen bescheinigt werden?
    – Wer belegt, dass Kinder im Unterricht, so wie Sie es immer wieder behaupten, sich selbst überlassen werden?

    Zudem werden entsprechend der alternativen Methoden die Ergebnisse eng betreuten Lernens und Einzelunterrichts neben die ganzer Klassen gestellt. Wie viel besser könnten SchülerInnen sein, wenn ihnen allen eine Privatlehrkraft oder wenigstens jeden Nachmittag eine Person zum zusätzlichen Üben in Kleingruppen gestellt würden? Wenn Studien valide und Aussagen ehrlich sein wollen, müssen diese Parameter berücksichtigt sein.

    Gesucht werden also Ansätze, bei denen alle Schüler und Schülerinnen entsprechend ihres Vermögens lernen können, gleichzeitig im Klassenraum, aber nicht im Gleichschritt, da dies immer zu einer Benachteiligung vieler Kinder führen muss.

    • Genau, so ist es. Es werden differenzierende Ansätze gesucht. Die Rechtschreibwerkstatt ist ein differenzierendes Material. Was ist daran so schlecht? Die Rechtschreibphänomene werden stufenweise bearbeitet. Es fehlt allerdings die Betrachtung von den Silben her, wie man es bei der FRESCH – Methode findet.
      Wenn jetzt die Lehrkraft die falsch geschriebenen Wörter richtig bearbeiten und eingliedern lässt, dann ist an dem differenzierenden Konzept nichts falsch, vor allem, weil es die Rechtschreibentwicklungsstufen berücksichtigt.
      Den Wortschatz habe ich mir jetzt nicht angeschaut, der muss halt so sein, dass die Kinder ihn von ihrem momentanen Regelverständnis her richtig schreiben können.
      Letztendlich macht man das im Klassenunterricht auch nicht anders. Nur kann man im Klassenunterricht nicht auf die Schwächeren warten. Die müssen irgendwie so schauen – durch vermehrtes und vertieftes Üben, was nicht für alle zeitlich leistbar ist, weil bestimmte grundlegende Fähigkeiten fehlen – dass sie auf den Stand kommen.

      • Die richtige Einstellung zur Rechtschreibung zu vermitteln halte ich in der Grundschule für wichtig. Richtiges Abschreiben (dazu gibt es Abläufe, Techniken, die eingeübt werden) gehört dazu ebenso wie die Veröffentlichung von Texten in richtiger Rechtschreibung. Dazu gehört der Gebrauch des Wörterbuches und eben das Bewusstsein, dass man sich überlegt, wie ein unbekanntes Wort geschrieben werden könnte bzw. die Lehrkraft fragt. Damit der Schreibfluss nicht unterbrochen wird, brauchen Texte eine rechtschriftliche Überarbeitung vor der Veröffentlichung.
        Die Rechtschreibung wird durch alles geübt, was man liest und richtig schreibt bzw. abschreibt. Beim Abschreiben wird das Wortbildgedächtnis trainiert, denn man muss dahin kommen, dass man sich mehrere Wörter richtig auswendig merken und schriftlich wiedergeben kann und die Rechtschreibbesonderheiten sieht.

        • Der Begriff des Wortbildgedächtnisses wird oft missverständlich aufgenommen . Wenn ein visuelles Wortbild-Gedächtnis sich ausbildet, dann erst am Ende eines langjährigen Lernprozesses, weil man die abgespeicherten Wörter im Langzeitgedächtnis als gestückelte Untereinheiten in Form von Silben und Einzellauten abspeichert, die man dann wieder zusammensetzt, um das Wort im Sinn zu erfassen.
          Wenn es ein photographisches Wortbildgedächtnis gäbe, würde dies bedeuten, dass man sich auch unbekannte kyrillische Wörter oder japanische Silben visuell nach dem erfolgten Anschauen merken könnte, was aber niemanden gelingt.
          Lesen ist immer ein aktiver Vorgang des Gehirns, der das schnelle Zerlegen der Wörter in seine sprachlichen Untereinheiten erforderlich macht und das Abgleichen des visuell erfassten Wortes mit dem Sprachspeicher im Langzeitgedächtnis erforderlich macht. Erst nach dem Abgleich wird das Wort sprachlich erfasst und wieder zusammengesetzt, um dann diesem Wort nach dem Erfassen als Ganzes durch den Wortbedeutunsspeicher einen assoziativ emotionalen Bezug zuzuordnen.
          Das Phänomen wird durch den der Stroop-Effekt.
          Um das Lesen zu erlernen ist es nicht erforderlich den Wörtern eine Bedeutung zuzuordnen. Wir haben schon bevor wir das Word “Hund” erfassen bereits im Wortbedeutungsspeicher Assoziationen zum Begriff Hund abgespeichert, wie , weich, lautes Bellen, Sabbern, alles was wir mit dem Tier erlebten. Für das Erlernen des Lesens ist aber alleine die Abspeicherung der Silbe im Langzeitgedächtnis des Sprachspeichers wichtig. Deshalb bin ich gegen diese Bilder bei den Anlauttabellen, die immer gleich mit abgespeichert werden, wenn man mit bildlichen Hilfen das Lesen gelernt hat.
          Es bedeutet aber auch, dass die Erfassung der Wörter zusätzlich geblockt und verlangsamt wird.
          Bebilderten visuelle Hilfen stören bei der direkten Lautzuordnung zum Laut und der Silbe.

          • Durch das Abschreiben wird automatisch in Silben bzw. in die Bestandteile gegliedert. Allerdings müssen lange Wörter bis zum Ende durchgegliedert werden.

            Ich weiß nicht, ob das immer so abläuft, wie Sie das schreiben. Dann hätte ja früher die Ganzwortmethode überhaupt nicht funktioniert. Da hat man überhaupt nichts analysiert, sondern das ganze Wort mit dem dazugehörigen Bedeutungsinhalt abgespeichert. Auch Vorschulkinder, die sich selbst das Lesen beibringen, machen das so.
            Woher haben Sie die Aussage?

            Ich habe zu den Zeiten in der ersten Klasse unterrichtet, als die synthetisch- analytische Methode, gepaart mit ein paar Ganzwörtern, bevorzugt wurde. Die hat ganz gut funktioniert zum Lesenlernen. Dadurch, dass man analytisch Wörter mit einzelnen Buchstaben steckte und in Druckschrift verschriftlichte, wurde die Laut zu Laut Zuordnung vermittelt. Später kamen dann kompliziertere Wörter dazu. Der Schreibschriftlehrgang setzte später ein (man beschäftigte sich zuerst mit Schwungübungen) und zog dann irgendwann gleich, meistens am Ende der 1. Klasse. Schwerpunktmäßig an der Rechtschreibung arbeitete man erst ab der 2. Klasse.

          • “Schwerpunktmäßig an der Rechtschreibung arbeitete man erst ab der 2. Klasse.”
            Weshalb sich hinsichtlich sämtlicher Studien zur Rechtschreibung auch die Frage ergibt, mit welchen Materialien oder Lehrwerken ab Klasse 2 unterrichtet wurde.

          • Zu der Zeit war es das Sprachbuch mit dort enthaltenen Rechtschreibübungen, die auch Rechtschreibphänomene berücksichtigten, ein umfangreicherer Grundwortschatz (im Vergleich zu heute) und selbst erstellte, meist handgeschriebene Materialien.

  7. zum Diskussionsstrang, letzter Beitrag von Aufmerksamer Beobachter, 29.10. 10:33
    Link zu Interview mit Agi Schründer:
    Agi Schründer sagt, dass die Grundidee richtig ist und in der 1. Klasse ihre Berechtigung hat. Allerdings sehe sie die Radikalform kritisch, lange Falsches stehen zu lassen und keinen Rechtschreibunterricht zu betreiben.
    So sehe ich das auch. Ich schrieb es schon öfter: Bei uns hatten wir vielleicht einmal eine 2 jährige Phase, wo das für die 1. und 2. Klasse ebenso propagiert wurde. Man begürndete dies mit der Entwicklungsstufe im Rechtschreiben. Doch das hat man schnell verändert, denn die Erfahrungen dazu waren eben nicht positiv.

    Außerdem hatten wir in Bayern schon immer eine starke Rechtschreiblobby. Im vorletzten Lehrplan waren es Nachschriften und Lernwörter, im letzten Lehrplan die Rechtschreibkategorisierung und -strategien, vor allem nach dem Konzept von Ute Steinleitner und auch vom Ehepaar Röbe und jetzt haben wir ein weiterentwickeltes Konzept (eher silbenbasiert), wo die genannten Personen und auch Ute Spiegel ebenso eine große Rolle spielen. Wir hatten schon immer Spezialisten für Rechtschreibung, die im Auftrag der Verlage oder auch von Schulämtern ausgehend flächendeckend in gut besuchten Fortbildungen die Rechtschreibkonzepte, die sich teils in Materialien niederschlugen, erklärten. Einige der genannten Personen schrieben auch die Lehrpläne mit. Die Konzepte wurden in den letzten 20 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Das Rechtschreibtraining findet in verschiedenen Formen statt. Man findet immer wieder neue Ideen oder auch wiedererweckte alte.

    • Das Problem ist halt, dass Frau Schründer auf die Feststellung des Interviewers, dass bestimmte Lehrerverbände die Tatsache bestreiten, dass LDS in seiner Extremform überhaupt noch im Einsatz sei, ganz klipp und klar feststellt, dass ihre Erfahrung eine andere sei.

      LDS wird also nach Beobachtung von Frau Schründer leider sehr wohl noch immer in seiner Extrem- oder Reinform eingesetzt. Und das kritisiert sie – wie viele hier im Forum auch.

      • Frau Schründer ist an der Uni Potsdam und führt als Beispiel Rektoren in Berlin an. Ich nehme ihr das für ihr Umfeld auch ab.
        Für mich ist das aber nicht repräsentativ für Deutschland, d.h. man kann dies Aussage nicht auf ganz Deutschland verallgemeinern.
        Ich unterrichte z.B. im Einflussgebiet einer Uni in Bayern. Wenn es Untersuchungen und Befragungen gibt, dann kommen die Leute nur von dieser Uni. Man forscht bevorzugt in seinem regionalen Dunstkreis. Das ist auch fahrtechnisch am einfachsten.

        • Selbst wenn das so sein sollte (was durchaus vorstellbar ist), dann widerlegt es trotzdem all jene (auch hier im Forum), die LDS noch immer das Wort reden dahingehend, dass es angeblich eh nirgendwo in seiner Reinform eingesetzt wurde oder wird.

          • P.S. Berlin führt sie als Beispiel dafür an, dass dortige Rektoren sie darum bitten, die Kollegien davon zu überzeugen, LDS nicht mehr einzusetzen.

  8. Hier habe ich noch einen Kommentar von Gunnar Schupelius:
    Warum können Berliner Grundschüler nicht mehr richtig schreiben?

    An vielen Grundschulen lernen die Kinder das Schreiben nach Gehör. Gunnar Schupelius vermutet, dass das mit größter Wahrscheinlichkeit die Kinder verwirrt.

    Wissenschaftler fanden heraus, dass Berlins Grundschüler in der 3. Klasse immer noch große Probleme mit dem Schreiben haben. Eine Überprüfung von 22.000 Schülern ergab 2014, dass 64 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund und sogar 45 Prozent der deutschstämmigen Schüler kaum schreiben können.

    Die Ergebnisse wurden jetzt auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck bekannt. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) erwartet nun, dass die Fachbereichsleitungen für Deutsch „ihre Unterrichtsmethodik verändern“. Die CDU-Politikerin Hildegard Bentele stellt die Methode insgesamt infrage, nach der unsere Kinder Schreiben lernen.

    Während die Ansage der Senatorin eher vage klingt, trifft Frau Bentele den Kern. Ja, es ist mit größter Wahrscheinlichkeit das sogenannte Schreiben nach Gehör, was an vielen Grundschulen angewandt wird und was die Kinder offenbar verwirrt hat.

    Nach dieser Methode bekommen sie eine Tabelle mit Anlauten, auf der jedem Buchstaben ein Tier oder ein Gegenstand zugeordnet ist. Mittels der Bildchen sollen sie Buchstaben zusammensuchen und aus ihnen Wörter bilden.

    Die Wörter sollen sie aufschreiben, wie sie wollen, nach dem Motto: „Schreibe, wie du sprichst, der Rest kommt von allein.“

    Die Schüler schreiben also in einer frei erfundenen Lautschrift. Man korrigiert sie im ersten Schuljahr nicht. Danach sollen sie korrekt schreiben lernen und das geht dann schief. „Der Rest“ kommt eben nicht „von allein“.

    Es ist im Grunde eine vollkommen absurde Methode. Sie wurde vom Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen erfunden, der auch dafür plädierte, Kinder sollten das Alphabet in beliebiger Reihenfolge lernen.

    Seine Ideen hielten Einzug in die deutschen Klassenzimmer und verursachten enorme Probleme. 2013 erklärte der Grundschulexperte Günter Jansen in einem „Spiegel“-Interview die Methode für „falsch“. Wenn sich Kinder erst eine chaotische Art des Schreibens angewöhnt hätten, sei es eben nicht mehr möglich, ihnen danach noch die richtige Schreibweise beizubringen.

    Für Berlins Schulpolitiker kann diese Erkenntnis nicht neu sein. Warum aber wurde dann nicht längst die Notbremse gezogen und beschlossen, das Schreiben nach Gehör wieder abzuschaffen? Warum mussten die Schulkinder noch einmal tief fallen?

    Eine Reform nach der anderen wird in dieser Stadt durch die Schulen gejagt. Kein Reformpädagoge wird für die Schäden zur Rechenschaft gezogen, die er angerichtet hat. Alles wird in unserem Land sorgfältiger geprüft, bevor es in den Verkehr kommt, als eine neue Lernmethode.

    Die Pädagogen und Schulpolitiker haben es geschafft, dass unsere Kinder nicht mehr schreiben können. Das muss man sich mal vorstellen. Das geschah mitten in Deutschland, das einst für seine gute Ausbildung weltweit anerkannt und berühmt war.

    • “Kein Reformpädagoge wird für die Schäden zur Rechenschaft gezogen, die er angerichtet hat.”
      Insbesondere fühlt sich auch niemand von den Pädagogik-Professoren, die solche Reformen anstoßen, für etwaige Misserfolge oder Nachteile verantwortlich. Man findet immer eine Ausrede, warum etwas doch nicht so funktioniert hat, wie man sich das vorstellte. Und dann wird verkündet: “Weiter so, weiter so.”
      Wo sind denn mal empirische Befunde, die PRO Schreiben nach Gehör sprechen?
      Hat etwa die Einführung des einheitlichen (ungegliederten) Schulsystems in Frankreich dazu geführt, dass
      — die Leistungen besser wurden (PISA spricht dagegen),
      — die soziale Gerechtigkeit bei der Bildung zugenommen hat,
      — die Migranten (vorwiegend aus Nordafrika, sie sprachen meist schon vor Einreise Französisch) bildungsmäßig aufgeholt haben und jetzt insgesamt einigermaßen gleiche Chancen haben wie die Einheimischen ?
      Keine der drei Fragen ist mit “ja” zu beantworten. Dennoch wird uns genau dieses Schulsystem (mit Vorschule, Ganztagsschule, Gemeinschaftsschule wie in Frankreich) wärmstens als große Reform empfohlen.
      Wozu hat die Abschaffung der Noten bis Klasse 8 in Schweden geführt? Ein Erfolg war das nicht, jetzt führt man ab Klasse 6 Noten wieder ein (in China übrigens ab Klasse 1). Und wer empfiehlt weiter die Abschaffung der Ziffernnoten bis Klasse 8? Frau Tepe von der GEW.

      • Oh je, jetzt geht es eindeutig nicht mehr um die Anwendung von Lernmethoden.
        So stelle ich mir keine inhaltliche Debatte vor. Letztendlich haben sich fachlich ausgebildete Lehrer für bestimmte Methoden entschieden, diese einzusetzen.
        Es liegt in deren Entscheidung, wie diese mit den Schülern arbeiten und was sie an Methoden einsetzen. Und dafür erhalten diese auch eine Rückmeldung in Form von Ergebnissen, die diese vergleichen sollten und wohl auch so entscheiden diese einzusetzen.
        Letztendlich werden diese Lehrer Leitlinien entwickelt werden, die von eigenen Expertenteams erstellt werden und auf dem Boden wissenschaftlicher und sorgfältig konfigurierter Studien erarbeitet wurden. Und dann hört die ewige Diskussion auch auf, weil man Fakten zur Entscheidungsfindung an der Hand hat, die es einem ermöglichen, selbstständig und weiterhin verantwortlich Entscheidungen für Methoden zu treffen.
        Dieser vorherige Kommentar bringt nichts außer Abwehr bei den Betroffenen.
        Ich wünsche mir, dass hier niemand abgeurteilt wird, niemand.
        Die Politik mischt sich schließlich auch nicht in Fragen der medizinischen Therapien ein, also den Methoden, denn dafür sind die Fachleute zuständig.
        Wir Außenstehenden können nur Hinweise geben, die aber , so weit ich das beurteilen kann, auch von Lehrern aufgegriffen werden.

        • “Die Politik mischt sich schließlich auch nicht in Fragen der medizinischen Therapien ein, …”
          Völlig richtig, aber die Politik produziert leider ständig Schulreformen, das aber eben gerade aufgrund von Einflüsterungen durch die “Fachleute”. Das scheint mir ein wesentliches Problem zu sein.

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