Niedersachsen erlaubt Schülern künftig den Tablet-Einsatz bei Prüfungen – im besonderen Modus

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HANNOVER. Niedersachsen will Tempo machen beim Ausbau des flächendeckenden schnellen Internets für alle. Auch vor den Schulen macht der technologische Wandel nicht halt. Für Schüler und Lehrer bedeutet das den Beginn einer neuen Ära bei ihren Prüfungen.

Tablet-Klassen werden zunehmend in Deutschland üblich sein. Foto: Brad Flickinger / flickr (CC BY 2.0)
Tablets und Co sollen künftig auch in Prüfungen zum Einsatz kommen – in Niedersachsen jedenfalls. Foto: Brad Flickinger / flickr (CC BY 2.0)

Niedersächsische Schüler werden noch in diesem Schuljahr bei Prüfungen mobile Endgeräte wie Tablet-Computer einsetzen dürfen. Das Kultusministerium in Hannover bestätigte auf Anfrage entsprechende Pläne. Voraussetzung seien letzte Klärungen zum Aspekt des Datenschutzes. «Sobald die letzten Details hierzu geklärt sind, kann der Erlass in Kraft treten», so ein Ministeriumssprecher. Das soll noch in diesem Schuljahr sein. Die Lehrergewerkschaft GEW dagegen erneuerte ihre Skepsis und will die Entscheidungsbefugnis der Lehrer beim Tablet-Einsatz stärken.

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Ziel der Ministeriums-Initative des Kultusministeriums ist es, Prüflingen Zugriff auf zugelassene Hilfsmittel wie Formelsammlungen, Taschenrechner oder Wörterbücher über ein mobiles Endgerät zu erlauben. Das Ministerium hat daher klare Regeln erarbeitet, die vor allem den Prüfungsmodus der Geräte betroffen. Der soll ausschließlich Zugriffe auf zugelassene Hilfsmittel ermöglichen. Jeglicher Zugriff auf Netzwerke soll dagegen unterbunden werden; auch Schnittstellen zu externen Speichern oder Peripheriegeräten sind blockiert, interne Kameras und Mikrofone deaktiviert.

«In der Abiturprüfung 2018 gab es einzelne Schulen, die auf Grundlage dieser Belastungstests bereits Abiturprüfungen mithilfe elektronischer Hilfsmittel geschrieben haben», erklärte Sprecher Sebastian Schumacher. Die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth sieht die Entwicklung dagegen skeptisch und erklärte: «Noch immer gibt es keine umfassenden Untersuchungen, die den Nutzen von Tablets im Unterricht belegen; im Gegenteil: Zweifel sind angebracht.»

Skepsis bei der GEW

Pooth verweist auf einen Trend im kalifornischen Silicon Valley, das als technisch besonders fortschrittlich dargestellt wird. Dort würden gerade solche Schulen regen Zulauf haben, die genau auf den Einsatz solcher Geräte verzichten. «Aus Sicht der GEW sollten die Lehrkräfte vor Ort entscheiden, was für die Lernerfolge pädagogisch entscheidend ist», meinte Pooth und betonte: «Das Geld müsste in die individuelle Förderung der Kinder, in die maroden Gebäude sowie in mehr und besser bezahlte Schulbeschäftigte investiert werden.»

Die Landesregierung plant, digitale Endgeräte wie Tablets und Smartphones als Lernmittel in den Schulen anzuerkennen. Dies würde bedeuten, dass sie für die Schüler zur Pflichtausstattung werden. dpa

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1 KOMMENTAR

  1. der gesperrte modus im ipad war unter ios11 leicht umgehbar und wiederherzustellen – sogar ohne Kenntnis und Verlust des Entsperrcodes. So weit werden die Bildungspolitiker aber nicht denken, weil der gesperrte Zugang per Erlass prüfungssicher ist.

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