Tonne verwirft Expertenrat: Arbeitszeit von Grundschullehrern wird nicht gesenkt!

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HANNOVER. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will die Unterrichtsverpflichtung für Grundschullehrer nicht senken. Die Arbeitszeit-Analyse im Auftrag seines Ministeriums habe ergeben, dass Grundschullehrer im Schnitt ihre wöchentliche Arbeitszeit um neun Minuten überschreiten würden, sagte Tonne am Donnerstag im Landtag. Nehme man aus dieser Gruppe die Schulleiter heraus, würden Grundschullehrer statistisch gesehen sogar 26 Minuten pro Woche zu wenig arbeiten. «Inwieweit dieses Ergebnis eine Absenkung des Deputates von einer Unterrichtsstunde rechtfertigen soll, erschließt sich nicht.»

Sieht eine Entlastung von Grundschullehrkräften nicht als erforderlich an: Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Foto: Foto-AG Melle, derivative work Lämpel – Own work / WIkimedia Commons / CC BY 3.0

In ihrer Ende Oktober vorgestellten Arbeitszeit-Analyse hatte die Expertenkommission vorgeschlagen, die Unterrichtsverpflichtung für Grundschullehrer um eine Stunde zu senken. Derzeit müssen Lehrer an Grundschulen in Niedersachsen 28 Stunden die Woche unterrichten, für Haupt- und Realschullehrer liegt der Wert bei 26 Stunden, für Lehrer an Gesamtschulen bei 24,5 Stunden und an Gymnasien bei 23 Stunden. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Man sollte die Arbeitszeiterhebung mal bei allen Schulformen um die Schulleitung bzw. die erweiterte Schulleitung bereinigen. Jedenfalls jammern die Grundschullehrer gemäß der Statistik auf hohem Niveau. Sie sollen froh sein, dass Tonne die Unterrichtsverpflichtung aufgrund des Lehrermangels und der Unterschreitung der mittleren Arbeitszeit nicht sogar um eine Wochenstunde erhöht.

    (In NRW beträgt das Deputat an Gesamtschulen und Gymnasien jeweils 25,5 Stunden.)

  2. Zitat: “Die Arbeitszeit-Analyse im Auftrag seines Ministeriums habe ergeben, dass Grundschullehrer im Schnitt ihre wöchentliche Arbeitszeit um neun Minuten überschreiten würden, sagte Tonne am Donnerstag im Landtag. Nehme man aus dieser Gruppe die Schulleiter heraus, würden Grundschullehrer statistisch gesehen sogar 26 Minuten pro Woche zu wenig arbeiten.”

    So ist das beim genauen Hinsehen bei einer Studie. Jeder legt sie so aus, dass sie ihn in seiner vorher schon vorhandenen Argumentation unterstützt – notfalls werden ihre Inhalte/Ergebnisse angefochten, schlecht- oder kleingeredet oder einfach ignoriert.

    Wenn Lehrer das Sehen der Tagesschau als Teil ihrer Unterrichtsvorbereitung angeben oder das Pausengespräch mit einem Schüler als Arbeitszeit abrechnen wollen, dann muss man sich nicht wundern, dass Studien infrage gestellt werden.

    Trotz allem meine ich, dass vor allem unser Stundensoll gesenkt werden muss, was ja auch eine “Gehaltserhöhung durch die Hintertür” bedeutet, weil wir “mehr pro Stunde” verdienen, was aber nicht meine Intention ist. Um das in Zeiten des Lehrermangels zu realisieren, brauchen wir

    a) mehr Seiteneinsteiger und
    b) womöglich eine Reduzierung auch des Stundensolls der Schülern.

    Wenn ich sehe, wie viel Unterricht nicht stattfindet wegen Ausflügen, Projekten, außerunterrichtlichen Veranstaltungen jeglicher Art, dürfte es da ja noch Luft geben!

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