“A13 für alle Lehrer”: VBE-Petition mobilisiert bereits mehr als 30.000 Unterzeichner

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DÜSSELDORF. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Nordrhein-Westfalen hat die schwarz-gelbe Landesregierung aufgefordert, für mehr Gerechtigkeit in den Lehrerzimmern zu sorgen – und alle Lehrkräfte gleichermaßen nach A13 beziehungsweise EG13 zu bezahlen. Das Lehrerausbildungsgesetz, mit dem die Ausbildungen der Lehrämter zeitlich angeglichen wurden, gelte bereits seit zehn Jahren. Trotz aller Ankündigungen habe es die Politik in NRW noch immer nicht geschafft, dies bei den Gehältern zu berücksichtigen. 

Mit diesem Logo bewirbt der VBE seine Petition. Screenshot

“Wer die gleichwertige Arbeit verrichtet, wer eine gleichwertige Ausbildung vorzuweisen hat, der muss auch gleich bezahlt werden. Und dies schließt selbstverständlich auch alle sogenannten Altlehrkräfte in der Sekundarstufe I und den Grundschulen ein, die jeden Tag vollen Einsatz in unseren Schulen zeigen und die ständig steigenden Herausforderungen meistern“, betont Stefan Behlau, Vorsitzender des VBE NRW.

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Der VBE macht durch seine Online-Petition “Stau auf der A13” auf die ungleiche Bezahlung aufmerksam und fordert A13 für alle Lehrkräfte aller Schulformen. Schon jetzt sei das Sammelziel der VBE-Petition erreicht, heißt es: Über 30.000 Menschen fordern A13/EG13 für alle Lehrkräfte aller Schulformen. „Die Unterschriften und Kommentare zeigen deutlich: Wertschätzung muss jetztkommen. Wir erwarten, dass der Ministerpräsident Armin Laschet die Ungerechtigkeit der unterschiedlichen Bezahlung aufhebt“, so Behlau.

Unterzeichner der Petition haben Begründungen für ihre Unterstützung der Aktion geliefert – darunter:

  • “Da ich selbst davon betroffen bin und mittlerweile zahlreiche Gymnasiallehrer unter uns Grundschullehrern als Quereinsteiger arbeiten, die tagtäglich überrascht sind, wie anspruchsvoll und zeitintensiv unsere Arbeit ist und mehrfach bestätigen, dass wir mindestens gleichwertige Arbeit leisten.”
  • “Der monetäre Unterschied darf nicht darüber entscheiden, welche Schulform von einem Lehrer gewählt wird.”
  • “Weil gute Bildung der Schlüssel zu beruflichen Chancen des Einzelnen und einer mündigen Gesellschaft ist. Hierfür braucht es gut ausgebildete Lehrkräfte und eine hohe Attraktivität des Lehrberufes!”
  • “Ich arbeite als Sonderpädagogin mit A 13 in einer Grundschule und muss sehen, dass meine Kollegen sich extrem abrackern und weniger Geld bekommen als ich.”
  • “Komplexe, kreative und persönlichkeitsbeeinflussende Unterrichtsinhalte bedürfen zeitintensiver Unterrichtsvorbereitung. Korrekturintensive Fächer und höhere Klassenstufen bedürfen zeitintensiver Nachbereitung. Wie viel Zeit und Engagement welcher Lehrer in seinen Beruf investiert, lässt sich von einer Landesregierung von außen kaum beurteilen. Deswegen ist eine einheitliche Bezahlung von Bedeutung, die allen ein Gefühl von Wertschätzung und Gerechtigkeit verschafft.”

Hier geht es zur Petition.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

“A13 für alle”: GEW kämpft mit Hochdruck (und zunehmendem Erfolg) für eine finanzielle Gleichstellung aller Lehrkräfte

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22 KOMMENTARE

  1. ZITAT von Facebook: “Paul Lahner: Dass es viele Grundschullehrer gibt, ist wohl keine Frage. Aber ist die Anzahl der Grundschullehrer ein inhaltliches Argument für eine höhere Gehaltsgruppe? – Wohl kaum.”

    30.000 Unterschriften bei 800.000 Lehrern deutschlandweit. Ist das nicht ein bisschen zu früh gejubelt?

    Es läuft doch nun eine Klage. Warten wie das Urteil ab! Oder sollen die Politiker ggf. rechtswidrig handeln, weil es dem Eigeninteresse der Grundschullehrer entspricht?

  2. Ich halte auch nichts von A13 für alle Lehrer. Vielmehr sollte man das Studium in ein duales Studium mit viel Praxis umwandeln und dann allen Lehrern im Anschluss E9 bezahlen.

    • Sind Sie mit dem Krokodilstreichler verwandt oder verschwägert? 🙂

      Wie sieht Ihr Konzept für die anderen Berufe aus? Alle weniger als bisher oder nur die Lehrer? Interessiert mich.

  3. Gelbe Tulpe 6. Februar 2019 at 12:25

    Ich halte auch nichts von A13 für alle Lehrer. Vielmehr sollte man das Studium in ein duales Studium mit viel Praxis umwandeln und dann allen Lehrern im Anschluss E9 bezahlen.
    ——————————————————

    Meine Frage nochmal hier (oben sind wir etwas vom Thema abgeglitten), wie sieht Ihr Konzept aus bzgl. der anderen Berufe? Oder sollen nur die Lehrer weniger verdienen, damit mehr Lehrer eingestellt werden können? (siehe auch Polizisten, Juristen, Altenpfleger, diverse Behördenmitarbeiter …)

  4. Ich glaube nicht, dass wir auf wenig intelligente Provokationen wie die von „gelbe Tulpe“ auch noch reagieren sollten. Der Lehrberuf erfordert eine hoch differenzierte Ausbildung und ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit, fachlich und nervlich. Dass die Bezahlung dementsprechend sein muss ist wohl außer Frage. Wäre sie zu hoch, dann gäbe es nicht (wieder einmal) diesen massiven Mangel an Lehrkräften.

  5. Also sollte man lieber warten bevor man auf eine A13 Beförderungsstelle reagiert oder?
    Denn wenn in einem Jahr zB. alle auf A13 gehoben werden, ist man der Dumme oder wird man dann auf A14 nachgeschoben? Eher nicht….

          • Bei uns bekommen sie mit Glück A13 … und das ist die einzige “Beförderungsstelle” im Grundschulbereich,
            bei großen GS gibt es manchmal noch eine Konrektorinnen-Stelle.

          • @palim – nein, das ist dann eine Funktionsstelle.

            SL-Mitglieder haben Funktionsstellen inne, alles andere sind bis auf wenige Ausnahmen Beförderungsstellen.

          • Wenn man es so definiert, wie dickebank es schreibt, gibt es für Grundschullehrkräfte keine Beförderungsstellen, sondern allein die Funktionsstelle “Schulleitung” und “Stellvertretende Schulleitung”.

            Für Seminarleitungen gibt es hier nur eine Zulage (,die von den Fahrtkosten aufgefressen wird,) und Stundenermäßigung entsprechend der Größe des Seminares.
            Alles andere bleibt ohne Beförderungsamt, ohne Zulage, ohne Entlastungsstunden die Aufgabe der Grundschullehrkräfte.

            Sonderpädagoginnen erhalten A13, solange sie von der FöS an die GS abgeordnet werden.
            Werden sie an die Grundschule versetzt, was seit Kurzem möglich ist, werden sie dort als GS-Lehrkraft geführt und auf A12 zurückgestuft.
            Nahe NRW wandern etliche FöS-Lehrkräfte von Niedersachsen ab, da sie im anderen Bundesland eine Klasse führen auch an der GS eine Klasse führen können, statt an 2-4 Schulen eingesetzt zu sein, und A13 behalten.

          • Sonderpädagogen, die an Grundschulen abgeordnet wurden, bekommen ebenfalls A13. Und an Schulen, an denen es keine SoPä gibt, machen halt einfach weiter die GS-Kolleg*innen mit A12 den Job mit – ist doch ein super Sparmodell für das Land.

      • In Bayern.
        Ein normaler Grund- und Mittelschullehrer kann leistungs- (und dienstzeit)abhängig ausgehend von A12 über A12Z bis zu A13 gelangen. D.h., die Leistung zählt, in der Regel kommt man aber nicht zu früh nach A13 und nicht jeder bekommt A13; ich vermute einmal so 10-20 Prozent.
        Konrektoren bis A13Z und Rektoren bis A14 je nach Schulgröße.
        Allerdings gibt es nach wie vor kein Einstiegsamt A13 für Grund- und Mittelschullehrer. Alle anderen Lehrämter steigen mit A13 ein.

        • “Alle anderen Lehrämter steigen mit A13 ein”
          … während die GS-Lehrkräfte in BY viele zusätzliche Aufgaben erbringen müssen, bevor sie nach Jahren zunächst eine Zulage erhalten,
          und GS-Lehrkräfte in anderen BL gar keine Aussicht darauf haben, obwohl sie die Aufgaben auch schultern müssen.

          Für Beförderungsstellen werden ja in der Regel keine zusätzlichen neuen Aufgaben geschaffen. Die Aufgaben müssen ohnehin erledigt werden, werden aber nicht überall honoriert.

        • In NRW steigen alle “grundständigen” Lehrkräfte außer Sonderpädagogen und Lehrkräften der SekI+II mit A12 respektive E12 ein, da es keine “Realschullehrer” gibt. Da es keine Regelbeförderungen gibt, geht eine Lehrkraft der Laufbahngruppe II im ersten Einstiegsamt auch mit A12/E12 in den Ruhestand – außer sie bewirbt sich auf ein Beförderungsamt und erhält dieses auch. Die Zahl der Beförderungsstellen im Bereich der Primarstufe geht gegen Null, in der Sekundarstufe I sieht es je nach Schulkapitel etwas besser aus.

          Bei der Übernahme besonderer Aufgaben gibt es hier in NRW ja nur zwei Möglichkeiten, diese Übernahme zu vergüten,
          erstens Entlastungsstunden aus dem allgemeinen Topf oder
          zweitens einen Beförderungsaufstieg.

  6. in hamburg umfasst ein lehramtstudium sowohl die primar- als auch sek 1, so dass a13 unabhängig von der schulform angemessen erschien. 2002 bekamen alle, die sich für die grundschule entschieden, mit der richterlichen begründung “der staat sei pleite” plötzlich nur noch a12. zeitgleich wurden sog. funktionsstellen geschaffen, die zusätzliche anforderungen stellen und mit a13 quittiert werden.

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