Gebauer auf der didacta: “Bei der Inklusion in den Schulen war eine Umsteuerung erforderlich”

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KÖLN. „Beste Bildung gestalten“ – mit diesem Anspruch trat die FDP-Politikerin Yvonne Gebauer vor gut anderthalb Jahren ihr Amt als Schulministerin von Nordrhein-Westfalen an. Wie diese „beste Bildung“ für sie aussieht und was sie tun möchte, um diese zu „gestalten“, legte sie nun in einem Vortrag auf der größten Bildungsmesse der Welt, der didacta in Köln, dar. Abseits des Messetrubels gab sie ein Interview über die Herausforderungen, vor denen sie steht.

Yvonne Gebauer sprach auf der didacta. Foto: Koelnmesse

Frau Ministerin, wie kann man dem Lehrermangel in Deutschland und in NRW beikommen?

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Gebauer: Indem man in den kommenden Jahren wieder mehr Menschen zu Lehrerinnen und Lehrern ausbildet, ihnen die verdiente Wertschätzung für ihre Arbeit zukommen lässt und viele weitere Möglichkeiten der Lehrergewinnung ausschöpft. Dabei geht es um kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Der Lehrermangel hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bundesweiten Problem entwickelt, das uns auch in Nordrhein-Westfalen schwer zu schaffen macht.

Unmittelbar nach Amtsantritt habe ich als Ministerin bereits Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Studienplätze für das Grundschullehramt und für das Lehramt der Sonderpädagogik. Zum Start des aktuellen Schuljahrs ist bereits ein zweites Maßnahmenpaket geschnürt worden. Wir haben den Bewerberkreis für Seiteneinsteiger erweitert und die Möglichkeiten zur Verbeamtung erleichtert. Oberstufenlehrkräfte – von denen wir in einigen Fächern zu viele haben – können sich an einer Schule der Sekundarstufe I bewerben. Dort werden sie nach einer erfolgreichen Bewerbung sofort in ein Dauerbeschäftigungsverhältnis übernommen und können nach vier Jahren auf eine Sek-II-Stelle wechseln.

Damit haben wir unser Programm „Erweiterter Einsatz für Oberstufenlehrerkräfte“ aus dem letzten Jahr – dieses war bezogen auf die Grundschule – auf die Sekundarstufe ausgeweitet. Unser Ziel ist und bleibt, dass wir Angebot und Nachfrage in Bezug auf die grundständig ausgebildete Lehrkraft wieder ins Lot bringen.

NRW hat eine millionenschwere Lehrerwerbekampagne gestartet. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, erst einmal die Arbeitsbedingungen in den Schulen zu verbessern, um Lehramtsanwärter anzulocken?

Gebauer: Hier gilt es, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. Mit der Informationskampagne sprechen wir gezielt junge Menschen an und werben offensiv für den Beruf. Die Kampagne soll uns helfen, den Lehrernachwuchs langfristig zu sichern.

Für bessere Arbeitsbedingungen in den Schulen haben wir bereits einige Maßnahmen auf den Weg gebracht. Beispielsweise durch 600 zusätzliche Stellen an den Grundschulen für sozialpädagogische Fachkräfte, die wir auch alle besetzen konnten. Noch einmal so viele sollen in diesem Jahr folgen. Gerade in der Schuleingangsphase sind sie eine große Unterstützung für die Lehrkräfte. Wir konzentrieren uns also auf beides: auf die Sicherstellung einer ausreichenden Lehrerversorgung und auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Schulen.

Diesen Weg gehen wir kontinuierlich weiter. Das zeigt sich auch im Haushalt für das Jahr 2019. Dann werden wir als einen ersten Schritt 45 zusätzliche Stellen für Schulverwaltungsassistenten schaffen. Diese übernehmen Verwaltungsaufgaben und entlasten damit die Schulleitungen. Somit werden insgesamt 384 Vollzeitstellen für Schulverwaltungsassistenten zur Verfügung stehen. Dies wollen wir in den nächsten Jahren weiter ausbauen.

Bildungserfolg hängt heutzutage noch stark von der Herkunft der Kinder ab. Wie kann man diesem Ungleichgewicht entgegenwirken?

Gebauer: Dass nicht alle Schülerinnen und Schüler mit den gleichen Voraussetzungen starten, ist für mich als Schulministerin ernüchternd und traurig zugleich. Diese Analyse muss zur Folge haben, weitere Maßnahmen zu ergreifen und neue Wege zu gehen. Mit dem „Schulversuch Talentschulen“ wollen wir in Nordrhein-Westfalen mehr Chancengerechtigkeit erreichen. Dazu werden wir bis zu 60 Schulen mit sozial schwierigem Umfeld sowohl personell als auch finanziell mit zusätzlichen Ressourcen ausstatten. Diese zusätzlichen Ressourcen sollen den Schulen dabei helfen, die Anforderungen des Schulversuchs optimal umzusetzen. Beispiele sind eine intensive sprachliche Förderung, eine verstärkte Berufsorientierung oder mehr Lernmöglichkeiten im Rahmen eines MINT-Profils bzw. eines Profils im Bereich der kulturellen Bildung.

Wie gedenken Sie, die Digitalisierung an den Schulen in NRW voranzutreiben?

Gebauer: Digitalisierung in Schulen erfordert vielfältige Maßnahmen. Dazu gehören schuleigene Medienkonzepte, die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte, eine verlässliche Infrastruktur, die zeitgemäße digitale Ausstattung unserer Schulen und die Sicherstellung eines dauerhaften Supports, der durch Fach- und nicht durch Lehrkräfte zu gewährleisten sein wird. Digitalisierung ist kein Selbstzweck! Sie bietet die Chance für ein modernes und ein noch stärker individualisiertes Lehren und Lernen. In diesem Zusammenhang spielen natürlich auch die Kernlehrpläne eine wichtige Rolle. Diese werden sukzessiv überarbeitet, auch in Bezug auf die fortschreitende Digitalisierung. Gute Beispiele für bereits praktiziertes Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter sind die digitalen Schulbücher „mBook Gemeinsames Lernen“ und „BioBook NRW“, die die Schulen derzeit kostenfrei nutzen können und die sich beide großer Beliebtheit erfreuen.

Die Rückkehr Nordrhein-Westfalens zu G9 wird teuer. Warum halten Sie die Abkehr vom Turbo-Abitur für notwendig?

Gebauer: Vorweg: Jeder Euro, den wir in beste Bildung und somit auch in die Rückkehr zu G9 investieren, ist gut angelegt. Die große Mehrheit in Nordrhein-Westfalen hat sich diese Umstellung gewünscht. Die jahrelange Debatte hat gezeigt, dass das Turboabitur in Nordrhein-Westfalen keine Akzeptanz gefunden hatte, trotz diverser Versuche der Nachbesserung. Wir haben nach Regierungsübernahme zügig gehandelt, sodass der Landtag noch vor der Sommerpause 2018 den Gesetzentwurf zur Umsetzung der Leitentscheidung beschließen konnte. Wichtig ist, dass es kein einfaches Zurück zum alten G9 sein wird. Wir nutzen die Umstellung, um die Qualität der Bildung an den Gymnasien weiter zu verbessern, aber auch, um eigene, landespolitische Schwerpunkte in Bildung zu setzen.

Welche Pläne verfolgen Sie für die Inklusion in den Schulen Nordrhein-Westfalens?

Gebauer: Bei der Inklusion in den Schulen war eine Umsteuerung erforderlich. Die Landesregierung hat vor der Sommerpause die relevanten Eckpunkte vorgestellt. Mit Beginn des Schuljahres 2019/2020 werden diese neuen Vorgaben wirksam. Bis dahin bereiten wir den Prozess im Dialog mit allen Beteiligten sorgfältig vor. Das aktuelle Schuljahr ist somit als ein Übergangsjahr zu betrachten. Wir haben bei der Umsetzung ein klares Ziel: Die Qualität muss an erster Stelle stehen.

Deshalb führen wir erstmalig auch Qualitätsstandards ein. Dazu zählen ein pädagogisches Konzept, systematische Fortbildungen, räumliche Voraussetzung sowie die Gewährleistung, dass Lehrkräfte für die sonderpädagogische Förderung an den Schulen unterrichten. Ebenfalls neu an den Schulen des Gemeinsamen Lernens in der Sekundarstufe I ist die sogenannte Inklusionsformel: 25–3–1,5. Das heißt konkret: In den Eingangsklassen der weiterführenden Schulen, an denen Gemeinsames Lernen eingerichtet ist, lernen zukünftig durchschnittlich 25 Schülerinnen und Schüler, davon durchschnittlich drei mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung. Für jede dieser Klassen erhält die Schule eine halbe zusätzliche Stelle.

Wir schaffen durch die Neuausrichtung bis zum Schuljahr 2024/2025 mindestens 6.000 Stellen mehr, als Rot-Grün für die schulische Inklusion vorgesehen hatte. Diese enormen Investitionen zeigen deutlich, welchen Stellenwert die Inklusion für die Landesregierung hat.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

So wirbt das Land NRW ab sofort für den Lehrerberuf – Verbände: Nützt nichts, wenn die Bedingungen nicht verbessert werden

 

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31 KOMMENTARE

  1. 25 – 3 – 1,5 würde ich mir vor allen auch in Grundschulen wünschen. Die aktuelle „Quote“ in einer meiner Fachklassen ist 28 – 6 – 1! Und das in einem ersten Schuljahr! Aber die Eltern von Grundschulkindern sind anscheinend nicht so wahlrelevant wie die Eltern der Gymnasialkinder….

    • Die SekI-Schulen schreien einfach lauter und schließen ihre Schultüren, teilen pressewirksam einen Aufnahmestopp mit …
      Da setzen sie dann Standards durch, die für die Grundschulen nicht gelten werden.

      Aber immerhin ist in der Politik angekommen, dass es um Bedingungen geht, dass Standards formuliert werden müssen.

      Fraglich ist, wo die anderen Kinder mit Förderbedarf bleiben, wenn in den Klassen max. 3 SuS aufgenommen werden… und wie schnell die gesetzten Standards unterwandert werden, weil es nur um den Start in den Eingangsklassen geht:
      Muss die Schule dann nach wenigen Wochen weitere 5 Kinder mit Bedarf in diese Klasse setzen?
      Bekommt die Schule auch die zusätzlichen Lehrkräfte für die nachfolgenden Schuljahre?
      Werden die zugesprochenen Lehrkräfte nur eingesetzt, wenn wirklich 3 SuS dort sitzen?
      Wie gewährleistet das Land eine entsprechende Versorgung, wenn nicht genügend Förderschullehrkräfte zu finden sind?

      • Wenn die Grundschulen auh mal protestieren und sich nicht nur ihrem Schicksal ergeben würden, sähe dort die Welt vielleicht doch etwas anders aus. Das ist für VollblutlehrerInnen allerdings schwierig, weil sie dazu über zwei Schuljahre empathielosen Dienst nach Vorschrift leisten müssten. Das bedeutet insbesondere linearer Unterricht auf dem Niveau des Leistungsmedians, sprich auf dem Übergang zwischen potenziell Gymnasium und gerade nicht mehr. Mir ist bewusst, dass dadurch alle Inklusionsschüler und alle motivationsarmen Schüler durch das Rost fallen.

        • “Das bedeutet insbesondere linearer Unterricht auf dem Niveau des Leistungsmedians, sprich auf dem Übergang zwischen potenziell Gymnasium und gerade nicht mehr.”

          Das Niveau, auf dem der lineare, empathielose Unterricht erfolgt, muss sich ja nicht an diesen orientieren.
          Wozu?
          Das Gymnasium braucht doch nur 10% der SuS. Ganz empathielos wüsste ich nicht, warum ich die dann in den Mittelpunkt stellen sollte.

      • Nicht die SekI-Schulen. Es sind lediglich die GY. Da die anderen SuS aber auch beschult werden müssen, bleiben nur sämtliche Schulformen der SekI über. Im Gegensatz zu den GY haben diese aber genau wie die GS keine Möglichkeit SuS abzulehnen.

        • Ja, Sie haben recht. Es sind Gymnasien, die schreien, und die Interessenvertretung der Philologen.

          Was würde denn passieren, wenn die anderen Schulen es den Gymnasien gleich täten und einfach sagen würden, dass sie die Inklusionsschüler nicht aufnehmen wollen?

          • Palim fragte: “Was würde denn passieren, wenn die anderen Schulen es den Gymnasien gleich täten und einfach sagen würden, dass sie die Inklusionsschüler nicht aufnehmen wollen?”

            Das können Sie sich in Hannover ansehen. Geht an den dortigen Integrierten Gesamtschulen schon los…

            Zitat: “Die IGS-Schulleiter Hannovers haben sich mit einem Brandbrief an Stadt und Landesschulbehörde gewandt. Sie drohen damit, künftig nur noch die Hälfte der Förderkinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufzunehmen.”
            http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Inklusion-Hannovers-Gesamtschulen-schlagen-wegen-Ueberlastung-Alarm

          • Wenn Sie schon dabei sind, Zitate aus Zeitungen zu schnipseln, setzten Sie doch bitte eines, das eine Erläuterung dazu gibt, wo diese SuS dann bleiben und wie sie konkret beschult werden können.

          • @ Palim: Sie fragten, die HAZ antwortete – auch wenn es Ihnen nicht in den Kram passt.

            Wenn Sie die Antwort, die sich aus dem von mir verlinkten HAZ-Artikel ergibt, nicht begreifen, dürfen Sie alternativ auch gerne den dazugehörigen Kommentar zu Rate ziehen.

            Zitat: “Inklusion, wie sie in Niedersachsens Schulen derzeit gelebt wird, hat mit der UN-Konvention nicht viel zu tun. […]
            Muss denn tatsächlich jede Schule eine Inklusionsschule sein? Das niedersächsische Schulgesetz sieht es so vor – die Behindertenrechtskonvention aber eben nicht.”
            http://www.haz.de/Nachrichten/Meinung/So-hilft-die-Inklusion-niemandem

            Oder Sie halten sich an die inzwischen hier im Forum legendär gewordene Antwort des Inklusions-Theoretikers Prof. Hans Wocken vom 11.5.2018, 12:21 Uhr.

            Zitat: “Nach Lage der Dinge wird wohl die Hauptschule auf die Erfüllung ihrer Voraussetzungen verzichten müssen und Kinder mit Lernbeeeinträchtigungen aufnehmen müssen. Das ist nicht logisch, sondern ein pragmatischer Kompromiss.”
            https://www.news4teachers.de/2018/05/inklusion-haben-geistig-behinderte-einen-anspruch-auf-einen-platz-am-gymnasium-experte-sagt-nein/

          • Da sieht man deutlich die Auswirkungen, die die Entscheidung bewirkt, Förderschulen nicht wie geplant auslaufen zu lassen, sondern dieses Datum zu verschieben,
            bei den erforderlichen Anträgen aber die ursprünglich erwarteten Konzepte nicht einzufordern, sondern einfach der Erhaltung stattzugeben. Schulen kümmern sich einfach gar nicht mehr, am wenigsten die, die sich noch gar nicht auf den Weg gemacht haben, weil sie nach wie vor meinen, es sei nicht ihre Aufgabe. (bezieht sich auf Nds.)

            Dass einzelne Schulen sagen, sie wollen die SuS nicht beschulen, bewirkt nicht automatisch, dass andere Schulen hierfür zur Verfügung stehen. Es ändert auch die Ausstattung der anderen Schulen vorerst nicht.

            Bei einer Formel wie in NRW 25-3-1,5 hieße das ja, dass in jeder Klasse nur 3 SuS mit Förderbedarf sein können … und eben nicht von den Schulen, die es nicht machen wollen auf andere verteilt werden, sodass diese eine ganz andere Quote vorweisen.

            Diejenigen, die sich selbst der Aufgabe nicht stellen wollen und die Türen schließen, denken eben nur bis zu dieser Tür. Alles, was danach mit diesen SuS geschieht, ist ihnen egal. Floriansprinzip! An anderer Stelle wird Ellenbogenmentalität verurteilt, hier aber die gesellschaftliche Aufgabe weit von sich gewiesen, ohne für eine gute Lösung sorgen zu wollen. Sie, AB, klatschen genau dafür Beifall, denn im ersten verlinkten HAZ-Artikel steht ja deutlich: “Nach Angaben der Stadt nahmen sie [die Gymnasien Hannovers] im laufenden Schuljahr gerade einmal 18 Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf auf, die IGSen dagegen das Zwölffache, also mehr als 200.”
            Die Probleme der Gesamtschulen sind deshalb so groß, weil die Gymnasien sich von Beginn an nicht gleichwertig beteiligt haben. Dazu wird auf eine Vereinbarung von September 2017 verwiesen: „Ihr zufolge haben sie sich nur für eine Übergangszeit und nur unter der Voraussetzung, dass die Inklusion am Gymnasium verstärkt wird, überhaupt bereit erklärt, jährlich so viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufzunehmen.“

            Nun halten die Gymnasien diese Vereinbarung nicht ein. Entsprechend wollen auch die Gesamtschulen sich daran nicht mehr halten und die zusätzliche Belastung schultern. Letztlich wird in den „Verteilkonferenzen“ offenbar ein ähnlicher Schlüssel wie in NRW festgesetzt werden müssen, der für ALLE Schulen gilt und der auch einen Aufnahmestopp bewirken würde, wenn die Zahl überschritten wird.

            Zwar wird auf den freien Elternwillen verwiesen, dieser hat aber auch Grenzen, wenn eine Schule bzw. deren Klassen voll sind. Eine Schule, die sehr begehrt ist, muss ja auch nicht alle SuS aufnehmen, die diese Schule wählen, sondern darf Schüler abweisen, wenn die Klassen bis zur Teilungsgrenze gefüllt sind. Zusätzlich zu dieser Grenze gäbe es dann eine Quote zur Inklusion oder Anzahl dieser SuS pro Klasse, die ebenfalls eine Grenze setzt. Und diese Grenze sollte nicht nur für die Eingangsstufe gelten, sondern auch für alle weiteren Klassen, allen voran für Schulformwechsler.

            Wenn Stadt und Landesschulbehörde sagen, die Gymnasien seinen fit für die Inklusion gemacht worden, dann ist es erstaunlich, dass diese selbst zu einem anderen Schluss kommen und eigenständig über die Aufnahme der Schüler entscheiden können auf Kosten aller anderen Schulen. Schaut die Landesschulbehörde dabei zu, dass Schulen und Lehrkräfte an einigen Schulen extrem belastet werden, weil andere sich über Erlasse hinwegsetzen, obwohl sie Hilfen zur Entwicklung erhielten?

            Wenn Schulen die Inklusion verweigern und damit auch durchkommen, sollte man Mittel dieser Schulen an andere Schulen geben, die sich entsprechend des Schulgesetzes verhalten. Konkret: Abordnungen von Schulen ohne Inklusiven Unterricht an andere SekI-Schulen, damit dort die Hilfe ankommt, die benötigt wird, um Schüler inklusiv zu beschulen, schließlich stehen den SekI-Schulen, die sich kümmern, zusätzliche Lehrerstunden zu, die andere offenbar entbehren können.

            Genauso könnte man sagen: Jede Lehrkraft schreibt im Jahr nur EINE FöS-Meldung. Hat die Lehrkraft diese eine erledigt, müssen danach andere Lehrkräfte übernehmen. Konkret: Abordnung oder Anordnungen, FöS-Gutachten zu übernehmen, an sämtliche vorhandenen Lehrkräfte, gleich welcher Schulform sie angehören. Da würden die in Brennpunkten entlastet und die Arbeit auf weitere Schultern verteilt. Alternativ kann man Freistellung bzw. Entlastungsstunden an die geben, die die zusätzlichen Aufgaben erledigen, während die anderen, die dies nicht machen müssen, mehr Unterricht erteilen. Das wird schul- und schulformübergreifend zu regeln sein, um einen Ausgleich gewährleisten zu können.

          • “Hätte, sollte, könnte, müsste…”

            Eben! Sie leben noch immer in Utopia, was Ihnen der User “mestro” bereits vor Jahren ins Stammbuch schrieb.

            Zitat: “Das bleibt wohl immer Utopie, wie auch die Darstellung der Inklusion als Selbstläufer, weil die Kinder angeblich voneinander lernen und nur Regelschulen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bieten.

            Etwas so Gravierendes wie die Inklusion mit leichtfertig geschönten Argumenten einzuführen und die traurige Realität für Schüler und Lehrer außer Acht zu lassen, ist schon ein starkes Stück von Politikern und Lobbyisten.

            Ich muss aber auch sagen, dass ich viele Lehrer nicht verstehe, die sich so leicht hinters Licht haben führen lassen und noch immer so tun, als sei alles nur eine Frage von Ausstattung und Geld.
            Sie hätten es besser wissen müssen und flüchten sich jetzt mit ihren unerfüllbaren Hilfsforderungen in faule Ausreden bezüglich ihrer moralisch zwar lobenswerten, ansonsten aber unprofessionellen, realitätsfernen Vorstellungen.

            Mir ist unverständlich, dass manche Lehrer sich so schwer tun, die Radikalinklusion als ideologischen Irrweg zu verurteilen. Gerade sie müssten es doch besser wissen und nicht weiterhin so tun, als sei die Auflösung der Förderschulen und der damit einhergehende Zwang zum Regelschulbesuch im Prinzip richtig.

            Man muss sich als Lehrer doch nicht dumm stellen und jede hehre Schnapsidee unterstützen, um durch irrationale Maßstäbe als menschlich, engagiert und kinderlieb zu gelten.

            Ich vermisse klare Kritik am radikalen Inklusionsgedanken selbst und nicht nur an dessen Ausführungsbedingungen. Ansonsten betreiben die Lehrer Rufmord an sich selbst, weil die Wunschbedingungen illusorisch sind und jeder Lehrer letztlich an dem gemessen wird, was er allein schafft oder nicht schafft trotz widrigster Umstände.”

          • Ich beziehe mich auf das, was offensichtlich in Hannover von statten geht: Gymnasien halten ihr Versprechen nicht, Gesamtschulen sprechen dies deutlich an und die Landesschulbehörde nimmt in Kauf, dass Schulen sich nicht an Erlasse halten.
            Offenbar finden Sie, Aufmerksamer Beobachter, genau das richtig, ein erlasskonformes Verhalten jedoch utopisch.

            Der Unterschied ist, dass die Gesamtschulen ihre Äußerung machen, nachdem und obwohl sie Inklusion umsetzen und dies auch weiterhin tun werden, dabei aber die anderen Schulen mit in die per Erlass geregelte Pflicht genommen sehen wollen.

            Die Gymnasien jammern herum, sie könnten, möchten, wöllten nicht, ohne sich überhaupt damit zu beschäftigen. Bei 18 im Gegensatz zu 200 SuS kann man ja von gelebter Inklusion kaum reden.
            Utopia? Klar! Wir machen die Augen zu und damit ist das Problem weg.

            Dabei geht es im Übrigen gar nicht um “Radiaklinklusion”, sondern um die Aufnahme von SuS mit bestimmten Förderbedarfen. Aber das ist eine ganz andere Diskussion.

          • @ Palim: Sie hätten auch einfach mit “Bla bla bla… Bla…bla bla…” antworten können. Das hätte die gleiche inhaltliche Aussagekraft besessen.

            Frage: Warum wohl nimmt die Landesschulbehörde (nicht nur beim Thema Inklusion) in Kauf, dass “Schulen sich nicht an Erlasse halten”?

            Kleiner Tipp: Informieren Sie sich mal, wie lange ein nds. Abiturkurs in diesem Halbjahr überhaupt stattfindet, wenn keine einzige Veranstaltung ausfällt.

            Überlegen Sie dann weiter, auf welcher (rechtlichen) Basis in dieser Zeit Klausuren geschrieben, mündl. Noten verteilt und letztlich Abiturzeugnisse vergeben werden – und zwar an die “ganz normalen” sogenannten Regelschüler!

            P.S. Das Halbjahr endet für die nds. SuS in Q2 am 26.3.19!
            P.P.S. Mein Oberstufenkurs findet in diesem Halbjahr exakt sechsmal statt. In der zweiten Sitzung mussten die SuS ihre 90-minütige Klausur schreiben (von der Schulleitung vorgegeben, da sonst “unmöglich”). In der fünften Sitzung müssen die Endnoten(!) feststehen.

          • Aufmerksamer Beobachter 27. Februar 2019 at 12:06

            @ Palim: Sie hätten auch einfach mit “Bla bla bla… Bla…bla bla…” antworten können. Das hätte die gleiche inhaltliche Aussagekraft besessen.

            Ihre Arroganz ist unglaublich!
            Können Sie auch ohne Beleidigungen kommentieren?

          • Ich bemühte exakt jene Wortwahl, welche der User “MiCha” auf der Facebook-Seite von N4t nutzte.
            https://www.facebook.com/News4teachers/

            P.S. Können Sie auch inhaltlich kommentieren? Oder ist bei Ihnen alles, was über das immergleiche “Bla Bla Bla” hinausgeht, Arroganz?

            P.P.S. Ihr Neid ist meine Anerkennung, lieber emil.

          • Ich hätte schon so manches Mal mit “bla bla bla” antworten können, bin aber durchaus in der Lage, meine Gedanken selbstständig zu äußern … im Vergleich zu anderen hier.

            Mein Beitrag hat offenbar eine zu große inhaltltiche Aussagekraft, von der Sie abzulenken suchen, indem Sie vom Thema Inklusion ablenken und neue Aspekte beklagen.
            Tatsächlich müssen an allen anderen Schulen auch viele andere Aufgaben gestemmt werden, dennoch wird dort Inklusion entsprechend der Erlasse gesehen und man ist um die Umsetzung wie auch um die SchülerInnen bemüht.

            Umso besser, wenn man den Wortlaut wiederholt.
            Zitate liegen Ihnen ja, AB:
            “Gymnasien halten ihr Versprechen nicht, Gesamtschulen sprechen dies deutlich an und die Landesschulbehörde nimmt in Kauf, dass Schulen sich nicht an Erlasse halten.”

          • Palim schrieb: “Umso besser, wenn man den Wortlaut wiederholt.
            Zitate liegen Ihnen ja, AB […]”

            Na, dann wiederhole ich doch mal extra für Sie ein schönes Zitat, das die Userin “Heike” Ihnen und Ihren Brüdern und Schwestern im Geiste vor einiger Zeit hier im Forum mit auf den Weg gab.

            Zitat Heike: „Ohne Rücksicht auf Verluste werden die Schulen seit Jahrzehnten nach ideologisch-moralischen statt realitätsnahen Vorstellungen drauflos reformiert. Und immer steht dabei das zusammengereimte statt tatsächliche Wohl der Kinder und Schüler im Mittelpunkt.

            Sieht dann nach Jahren der Kurpfuscherei das Ergebnis so ernüchternd aus, dass Schönfärberei oder Abstreiten nicht mehr hilft, wird es anderen in die Schuhe geschoben und der eigene Anteil nach dem Motto ignoriert, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.“

          • Apropos “Anteil”: Den Anteil, den z.B. allein das Gymnasium, an dem ich unterrichte, zum Thema “Inklusion” beisteuert, habe ich Ihnen hier im Forum mehr als einmal auseinandergesetzt. (Und andere haben mitgelesen.)

            Insofern disqualifizieren Sie sich mit Ihrer Behauptung “Die Gymnasien jammern herum, sie könnten, möchten, wöllten nicht, ohne sich überhaupt damit zu beschäftigen.” einmal mehr selbst.

          • Zahlen?
            Hm, im Artikel standen 18 SuS an den Gymnasien gegenüber 200 an den Gesamtschulen für die Stadt Hannover.

            Der Landesrechnunghof Nds. spricht von 0,5% Anteil der SuS mit sopäd. Unterstützungsbedarf an Gymnasien in den zur Zeit der Erhebung inklusiven Jahrgängen 5-8 und schreibt hinzu: “Demgegenüber wurden am Gymnasium, der am häufigsten angewählten weiterführenden Schulform, mit 0,5 % am wenigsten Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung unterrichtet.”

            Wenn Ihr Gymnasium dann herausragende Anteile an der Inklusion vorweisen kann, wird es an anderen Schulen der gleichen Schulform um so weniger sein. Dazu steht im Bericht des Landesrechnungshofes: “87 [von 257] Gymnasien beschulten keines der betroffenen Kinder.”

            Da wird der Unterschied dann deutlich und der Hintergrund klar,
            warum die Gesamtschulen einfordern, dass andere weiterführende Schulen mit gleichen Bildungszielen ihren Aufgaben ebenso nachkommen sollten, statt diese an die anderen Schulen zu delegieren.
            Offenbar braucht es trotz der Erlasse noch stärkere Verpflichtungen, damit einzelne Schulen oder Schulformen nicht die Inklusion allein schultern müssen, weil andere sich verweigern.
            Die Alternative wäre eine deutlich bessere Ausstattung der Schulen, die sich dieser Aufgabe annehmen. Genau an der Stelle hat die Landesschulbehörde die Möglichkeit, sich für Inklusion einzusetzen und diese wie die umsetzenden Schulen zu unterstützen.

          • Die Landesschulbehörde setzt sich aber nicht für die Inklusion (in Ihrem Sinne, Palim) ein, da die ihr übergeordnete und weisungsgebende Politik Inklusion als Sparmodell betreibt und außerdem “keiner weiß, was Inklusion genau meint” (N4t-Dossier “Das Inklusions-Chaos”, S. 11).
            https://www.news4teachers.de/2018/05/news4teachers-dossier-gratis-herunterladbar-das-inklusions-chaos/

            Dass die radikale Auslegung der UN-Konvention durch den Deutschen Bundestag – sehr vorsichtig gesprochen – höchst umstritten ist, wurde hier im Forum hoch und runter diskutiert und hier von N4t beschrieben: https://www.news4teachers.de/2015/02/inklusionsgesetz-der-bundestag-wusste-offenbar-nicht-worueber-er-abstimmt/)

            Frei nach Peter Handke könnte man auch formulieren: “Irgendwann merken auch die letzten (Inklusions-Ideologen), dass sie ein Spiel (die “deutsche” Auslegung dessen, was Inklusion angeblich alles zu sein hat) spielen, das es gar nicht mehr gibt.”

  2. Um das nochmal zusammenzufassen:

    Wie kriegt man den Lehrermangel in den Griff?

    Durch Senkung der Anforderungen in der Lehrerausbildung, mehr Studienplätzen, egal ob es da eine entsprechende Nachfrage gibt oder nicht, und teuren Werbekampagnen.

    Was wird nicht gemacht?

    Bessere Arbeitsbedingungen schaffen. Interessant ist mittlerweile die Einstellung dazu, dass ja 25 SuS (inkl. 3 SuS mit Förderbedarf) eine super Zahl sei. Vor einigen Jahren hat man sich damit gerühmt, was natürlich nicht stimmte, 23 SuS im Schnitt pro Klasse zu haben und diese Zahl noch senken zu wollen.

    Welche Zahlen wurden genannt?

    384 Vollzeitstellen für Schulverwaltungsassistenten. Davon 45 in diesem Jahr neu geschaffen.
    600 zusätzliche Stellen an den Grundschulen für sozialpädagogische Fachkräfte.
    Bis zum Schuljahr 2024/2025 mindestens 6.000 Stellen mehr, als Rot-Grün für die schulische Inklusion vorgesehen hatte.

    Was bedeuten die genannten Zahlen?

    Nur damit man das mal richtig einordnen kann. In NRW gibt es knapp 3000 Grundschulen und insgesamt knapp 6000 Schulen. Das sagt schon alles.

  3. Die Umsteuerung besteht darin, dass die Inklusionsschüler schwerpunktmäßig an “Schulen des längeren gemeinsamen Lernens” inkludiert werden sollen. Aufgrund des bestehenden gebundenen Ganztages sind GeS und SekS mit personellen Ressourcen im Bereich Schulsozialarbeit, die de facto aus kommunalen Mitteln finanziert wird – das Land also nichts kostet, ausgestattet. Da immer mehr Hauptschulen aufgelöst werden, können folglich die dort beschäftigten Schulsozialarbeiter entsprechend versetzt werden. Die Entscheidung wird also auf die kommunale Ebene deligiert. Die Ratsmitglieder der örtlichen Schulausschüsse werden schon dafür Sorge tragen, dass ihre am GY angemeldeten eigenen Kinder nicht mit der “harten Wirklichkeit” von gemeinsamen Lernen mit i-Kindern konfrontiert werden.
    Die Zahl der NRW-Schulen liegt bei ca. 5600.

    • Sind sie heute wieder mit dem falschen Fuß aufgestanden?

      “Die Ratsmitglieder der örtlichen Schulausschüsse werden schon dafür Sorge tragen, dass ihre am GY angemeldeten eigenen Kinder nicht mit der “harten Wirklichkeit” von gemeinsamen Lernen mit i-Kindern konfrontiert werden.”

      Schon ganz schön dreist so etwas zu behaupten. Was denken Sie denn, wie der Alltag an einem Gymnasium aussieht bzw. wie dieser in Zukunft aussehen wird? Schon jetzt kämpfen die Gymnasien damit, dass in einer Klasse von 30 SuS 15 dort sind, die das Mindestniveau nicht mitbringen, 4-5 kaum bis gar nicht Deutsch sprechen und 1-2 einen Förderbedarf haben. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. In NRW hat das Schulministerium die Prognosen bzw. das Ziel aufgestellt in Zukunft 60-80% eines Jahrgangs zur Hochschulreife zu führen. Das Gymnasium so wie man es mal kannte existiert nicht mehr und wird in Zukunft weiter an Bedeutung verlieren, da der Erwerb der Hochschulreife eher eine Mindestanforderung an die berufliche Zukunft der Kinder stellen wird.

      • Sag ich doch. Bei den Übertrittsquoten an die GY stellt sich doch die Frage, wer dann noch an eine GE geht bzw. welches Leistungsvermögen und welches Sozial- sowie Arbeitsverhalten diese Klientel mitbringt. Die gesamtschultypische Zusammensetzung aus Gymnasial- Real und Hauptschulempfohlenen lässt sich unter diesen Bedingungen nicht erreichen. Folglich wird die GE Gebauers Resterampe.

        Btw die Hochschulreife kann eben nicht nur an einem GY erlangt werden.

        • Ich glaube eher, dass sich zwischen einem Gymnasium und einer Gesamtschule in Zukunft nicht viel unterscheidet. Kinder aus bildungsnahen und/oder finanzstarken Familien werden dann eher auf eine Privatschule gehen und die staatlichen Gymnasien verkommen dann zu einer Gesamtschule Light. Dafür können aber die Ratsmitglieder nichts, das ist ja dann eine politische Entscheidung. Unser Gymnasium steht im besten Einzugsgebiet der Stadt. Schon jetzt gehen die Kinder, die dort wohnen, nicht auf unsere Schule. Gegenüber unserer Schule gibt es auch eine Gesamtschule. Es macht eigentlich keinen Unterschied auf welche Schule man sein Kind schickt. Wie sie ja selbst sagen: die Hochschulreife kann man nicht nur auf dem Gymnasium erwerben.

          In unserem Kollegium schicken die Lehrer ihre Kinder auf 4 Gymnasien, die noch einen guten Ruf haben. Davon sind 3 Privatschulen und nur noch 1 staatlich. Das sagt schon viel aus. Sie haben halt 4-5 Gymnasien, die sich ihre Schüler noch aussuchen können, alle anderen müssen sich den Rest halt aufteilen und haben keine große Möglichkeit Kinder abzulehnen. Dann entsteht das Problem, dass sobald das Kind auf der Schule ist, sie dieses eben nicht mehr auf eine andere Schule bekommen, sofern die Eltern das nicht auch wollen.

          • Na, dann träumen Sie bitte weiter.

            Zukünftig wird es zwei Säulen im Bildungssystem geben, das GY und die Resterampe. Die realschulen werden dazwischen zerrieben werden, wenn sie nicht eine Renaissance erleben und sich auf die Berufsvorbereitung einschließlich Ausbildungsreife (FOR) kaprizieren.

            Die Abgänger des GY mit MSA kann weder das Handwerk noch die Verwaltung gebrauchen, die Abgänger der GE mit HSA taugen zukünftig kaum für Anlernberufe und die mit MSA konkurrieren mit den Realschulabgängern.

          • Zitat dickebank: “Zukünftig wird es zwei Säulen im Bildungssystem geben, das GY und die Resterampe.”
            Ich glaube eher an das, was Cavalieri an einem SPD-Wahlkampfstand erklärt bekommen hat, nämlich an eine einzige Säule, sprich: die Einheitsschule. Sie wird vielleicht statt “Gemeinschaftsschule” den noch wohler klingenden Namen “Gemeinschaftsgymnasium” erhalten.
            Dann ist das Schulsystem endlich auf dem”gerechten” Leistungstief angelangt, das alle Schüler gleichmacht.
            “Die Gleichheit ist die Welt der Empörten.” (Emile de Girardin)

          • @popcorn – diese Schimäre wird nicht kommen, dafür ist der Einfluss des Bildungsbürgertums zu groß.

            Um das Bildungssystem zukunftsfähig zu machen, bedarf es des Kampfes gegen den Popanz der allein seligmachenden Allgemeinen Hochschulreife (AHR), die für die Aufnahme eines Hochschulstudiums lediglich für wenige Fächer vonnöten ist. Zur Studienaufnahme reicht in der regel die fachhochschulreife (FHR). An dieser Stelle muss aus meiner Sicht angesetzt werden, damit die FHR als Einstig in ein Berufsleben mit einem Hochschulabschluss von der Mehrheit der Absolventen einer gymnasialen Oberstufe oder von höheren Fachschulen akzeptiert wird. G8 für alle war ein Rohrkrepierer, die Möglichkeit die Schullaufbahn nach 8 Schulbesuchsjahren mit der FHR verlassen zu können, muss in der Bevölkerung stärker verankert werden.

            In diesem Zusammenhang kann auch das Zwei-Säulen_System gestärkt werden – GE für die Vorbereitung auf eine Vielzahl von berufsbezogenen Studiengängen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie das GY, das weiterhin bzw. wieder vermehrt auf ein wissenschaftliches Studium vorbereiten muss.

  4. Hier mal der Blick in die schulische Realität am Beispiel Bonn.

    Zitat: “Dagegen werden die Elternvertretungen auf GA-Anfrage deutlich. Die Entscheidung, keine zieldifferenten Kinder mehr aufnehmen zu wollen, sei nicht leichtfertig, sondern aufgrund der Erfahrungen seit 2015 getroffen worden, sagt Astrid Bodenschatz für die EMA-Elternvertretung.

    Bis heute seien viele Rahmenbedingungen nicht umgesetzt. Die Unterstützung durch Förderlehrer sei am EMA völlig unzureichend. Es sei aus ihrer Sicht unfair, Familien, die ein zieldifferent zu unterrichtendes Kind anmelden wollten, guten Gewissens ein den Bedürfnissen des Kindes angemessenes Lernumfeld vorzuspielen, so Bodenschatz.

    ‘Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif. Keine Schule kann zaubern.’ Schule könne nicht ohne entsprechende Mittel und personelle Ausstattung allen Kindern zu einer guten Bildung verhelfen.

    Auch die Helmholtz-Schulpflegschaftsvorsitzenden Ingeborg Schwalber-Schiffmann und Marion Theisen verweisen auf eine in ihren Augen unzureichende Ausstattung. ‘Wir fürchten, dass unsere Schule den Bedürfnissen der Schüler mit zieldifferentem Förderbedarf mit den derzeitigen personellen und sächlichen Ressourcen nicht gerecht werden kann.’ Derzeit stünden nur 1,5 Sonderpädagogenstellen für die gesamte Schule zu Verfügung. Und es sei nicht absehbar, dass kurz- und mittelfristig fürs Helmholtz-Gymnasium ausreichend Pädagogen und qualifizierte Fachkräfte für multiprofessionelle GL-Teams gefunden werden könnten. Auf dem Arbeitsmarkt seien kaum Sonderpädagogen und Fachkräfte verfügbar.

    Wenn die Landesregierung die Inklusion umsteuern und sie an den Schulen bestmöglich gestalten wolle, dann wolle die Helmholtz-Elternvertretung das für ihre Schule auch: indem nur zielgleich zu unterrichtende Kinder, also Kinder, die einen Abschluss schafften, aufgenommen werden sollten.”

    http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Zwei-Bonner-Gymnasien-%C3%BCberfordert-mit-Inklusion-article4043292.html

  5. Es ist die ganze Diskussion nicht wert. Fakt ist, Inklusion ist da. Fakt ist viele Eltern sehen ihr Kind lieber auf einer Grundschule, als auf einer Förderschule. Fakt ist, es ist ein prima Weg gewesen zu sparen. Fakt ist, in den Pilotschule wurde mit dem Zweipädagogenprinzip und kleineren Klassengrößen gearbeitet. Fakt ist, dass der Lehrermangel eine prima Ausrede bietet weiter große Klassen und Inklusion mit nur einer Lehrkraft zu betreiben. Fakt ist, dass eine ganze Generation Schüler unter den aktuellen Bildungsexperimenten leiden darf. Fakt ist, dass mit Tricks die Klassenteiler missachtet werden und zukünftig eher mehr als weniger Kinder in einer Klasse sitzen werden. Fakt ist, dass der Philologenverband deutlich mehr Einfluss auf die Bildungspolitik hat. Fakt ist, dass es somit wenig Gymnasien geben wird, die Inklusion betreiben werden.
    Da ich das nicht ändern kann, mache ich das Beste aus meiner Situation. Bemühe mich einen ordentlichen Unterricht zu halten und warte drauf, dass Deutschland der Sparwille der Politik (allerdings nicht bei der eigenen Besoldung) so richtig um die Ohren fliegt. Erste Ansätze sind schon sichtbar.
    Und die Stimme verhallt im Raum….

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