Medienkompetenz: Safer Internet Day rückt Thema Fake News in den Fokus

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WIESBADEN. Der Safer Internet Day stellt einmal im Jahr den Umgang mit dem Internet in den Fokus. Das betrifft die Schulen massiv. Denn Trends im Netz verändern die Anforderungen an den Unterricht.

Das Internet ist voll von Inhalten - aber was davon ist für den Unterricht einsetzbar? Illustration: Shutterstock
Das Internet ist voll von Inhalten – aber was davon ist seriös? Illustration: Shutterstock

Die Vermittlung von Wissen über Fakenews und Hassreden im Internet ist für Schulen eine relativ neue Herausforderung. «Das ist ein großes Thema», sagte Daniel Hildebrandt, Medienpädagoge von Medienblau im Vorfeld des Safer Internet Day (5. Februar). Die gemeinnützige Agentur bietet im Auftrag der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien Kurse an hessischen Schulen an. Man könne zwar Jugendlichen Hilfen an die Hand geben, Fake News zu entlarven. «Wichtig ist aber vor allem, eine Bereitschaft zu entwickeln, etwas überprüfen zu wollen».

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Der Safer Internet Day ist ein internationaler Tag für den sicheren Umgang mit dem Netz. An den Schulen ist das ein Dauerthema: «Das ist eine kontinuierliche Arbeit, weil neue Aspekte hinzukommen», erklärte Hildebrandt. Dauerbrenner der Beratung sind Cybermobbing und Datenschutz. Da spielten Klassen-Chats eine große Rolle, also virtuelle Gruppen, bei denen alle Beteiligten mitlesen und -schreiben können. Damit solche Chats nicht aus dem Ruder laufen, seien klare Regeln nötig. Ein weiterer Ansatz sei, ältere Schüler zu Medienscouts auszubilden, die aus dem Hintergrund solche Gruppen moderierten.

Keine Lobbyinitiativen

Angesichts der Herausforderungen fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Schulen besser auszustatten. «Wir müssen da massiv in die Lehrerfortbildung investieren, um Kompetenz in die Schulen zu bekommen», sagte René Scheppler von der GEW in Wiesbaden. Kinder im Umgang mit neuen Medien zu schulen, müsse eine staatliche Aufgabe bleiben. Diese könne man nicht Lobbyinitiativen überlassen. So gebe es beispielsweise Unterrichtsmaterialien von IT-Firmen, bei denen man «schnell merkt, dass eine bestimmte Idee von Digitalisierung in die Schülerköpfe gebracht werden soll».

Die Qualität des Unterrichts hänge bisher oft vom Lehrer und seiner Affinität zum Thema Internet ab. Auch fehlende technische Ausstattung von Schulen sei «ein riesengroßes Einfallstor» für Lobbyismus. So gebe es Schulen, die über Digitalthemen nur theoretisch unterrichten könnten. Beispielsweise werde ein Tag lang über Facebook gesprochen, ohne das soziale Netzwerk direkt zu nutzen. «Eine stabile Ausstattung ist in diesem Bereich bis auf wenige Vorzeigeschulen nicht vorhanden», sagte Scheppler.

Der Bildungsbedarf bei den Jugendlichen sei weiter hoch: Zwar hätten die Schüler oft bestimmte Kompetenzen beim Surfen und Kommunizieren über das Netz. Doch Wissen über Hintergründe und Zusammenhänge müssten sie genau so lernen wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Die Vermittlung von Medienkompetenz ist in Hessen im Lehrplan verankert. «Demzufolge sollen Schülerinnen und Schüler Zugang zu unterschiedlichen Medien finden und eigenverantwortlich das Recht wahrnehmen, selbst über die Preisgabe und Verwendung ihrer personenbezogenen Daten zu bestimmen», erklärte ein Sprecher des Kultusministeriums. In Hessen sei dazu ein Netzwerk aufgebaut worden, das durch den Landeskoordinator für Jugendmedienschutz gelenkt werde. Es gebe unter anderem landesweite Fortbildungsreihen für Lehrkräfte, Beratungsangebote der Schulämter und der hessischen Medienzentren.

Zusätzlich unterstütze das Land finanziell Kooperationen mit externen Partnern. Schulen erhielten Informationsmaterialien, etwa zum Umgang mit sozialen Netzwerken in der Schule. Wie viel Geld Hessen für das Thema sicherer Umgang mit dem Internet aufwendet, gibt das Land nicht an. Durch das Programm «Schule@Zukunft» stünden sowohl personelle Ressourcen als auch Sachmittel zur Verfügung. dpa

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