Berliner SPD sagt Nein zur Verbeamtung von Lehrern und will stattdessen die angestellten Kollegen gleichstellen

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BERLIN. Seit 2004 werden in Berlin keine Lehrer mehr verbeamtet. Angesichts des Lehrermangels könnte sich das ändern. Nun hat sich der SPD-Parteitag gegen die Wiedereinführung der Verbeamtung ausgesprochen und damit auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres eine Absage erteilt. Mit den Koalitionspartnern weiß sich die Fraktion dagegen einig.

Nach langer und kontroverser Debatte hat sich die Berliner SPD gegen eine Rückkehr zur Verbeamtung von Lehrern ausgesprochen. Auf einem Parteitag am Samstag erteilte eine knappe Mehrheit der Delegierten einem Antrag auf Wiedereinführung dieser 2004 abgeschafften Praxis eine Absage. Sie ließen aber eine Hintertür offen. Denn Senat und SPD-Fraktion sollen nun «ergebnisoffen» prüfen, wie angestellte Lehrer ihren Kollegen im Beamtenverhältnis gleichgestellt werden können.

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In Berlin werden vorerst keine neuen Lehrer verbeamtet. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) (Ausschnitt)
In Berlin werden vorerst keine neuen Lehrer verbeamtet. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) (Ausschnitt)

«Dabei sollen die Erfolgsaussichten innerhalb der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) mit den Vor- und Nachteilen einer außertariflichen Entgeltgestaltung für Berliner Lehrkräfte, einer Wiedereinführung der Verbeamtung oder anderen Lösungsansätzen miteinander abgewogen werden», heißt es in einem zweiten Antrag, den der Parteitag beschloss. Eine Lehrerverbeamtung könnte also am Ende doch wieder diskutiert werden.

Allerdings wäre eine Umsetzung wenig wahrscheinlich. Denn die Koalitionspartner der SPD, Grüne und Linke, lehnen eine Rückkehr zum Beamtenmodell ab. Im Koalitionsvertrag ist ein solcher Schritt nicht vorgesehen.

Mit den Beschlüssen stellten sich die Delegierten mehrheitlich gegen den erklärten Willen von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) und Fraktionschef Raed Saleh. Diese hatten mit Blick auf den Lehrermangel vehement für eine rasche Rückkehr zur Verbeamtungspraxis geworben. Aus ihrer Sicht ist der Schritt nötig, um im Vergleich zu anderen Bundesländern, die alle verbeamten, im Wettbewerb um Fachkräfte wieder konkurrenzfähig zu sein. Hintergrund ist der bundesweite Lehrermangel.

Scheeres sagte, jährlich verliere Berlin schätzungsweise 450 Lehrer, weil sie in anderen Ländern verbeamtet würden. Im letzten Sommer sei jede zweite eingestellte Lehrkraft ein Quereinsteiger gewesen. Über die Verbeamtung werde Berlin wieder konkurrenzfähig, sagte Scheeres. Ähnlich äußerte sich Fraktionschef Raed Saleh. Es sei dumm, nicht zu verbeamten, während das alle anderen 15 Bundesländer tun.

Gegenredner monierten in der Debatte, Beamtentum sei nicht das richtige Mittel, um gegen den Lehrermangel vorzugehen. Finanzsenator Matthias Kollatz sagte, das Beamtenmodell sei das teurere Modell. Die Verpflichtungen, die sich für das Land aus der Verbeamtung und die fälligen Zahlungen in Pensionsfonds ergäben, würden eine deutliche Mehrbelastung bedeuten. Nach Berechnungen der Senatsfinanzverwaltung erhalten verbeamtete Lehrkräfte bis zum Pensionseintritt im Laufe ihres Berufslebens rund 84 400 Euro mehr als Tarifbeschäftigte.

Seit 2004 werden Lehrer in Berlin nicht mehr verbeamtet. Die SPD hatte sich lange Zeit gegen eine Rückkehr zu dieser Praxis gestemmt. Mittlerweile ist Berlin aber das einzige Bundesland, das Lehrer nur anstellt. Jedes Jahr werden in der Hauptstadt 2500 bis 3000 neue Lehrer gebraucht.

Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel hält eine Wiederverbeamtung von Lehrern nicht für zielführend. «Das wird den Lehrermangel nicht beheben», sagte sie. Statt neue Ungerechtigkeiten an Schulen zu schaffen, müssten Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter an den Schulen zusammengebracht und für alle Anreize geschaffen werden. «Die Verbeamtung ist keine Antwort auf die Frage, wo wir für das neue Schuljahr 500 fehlende Lehrer herbekommen.»

Linke-Fraktionschefin Carola Bluhm äußerte sich ähnlich. «Wir halten an unserer Position fest; eine Wiedereinführung der Verbeamtung wird den Lehrkräftemangel nicht lösen», sagte sie. «Die anderen Bundesländer verbeamten und haben trotzdem dieselben Probleme wie Berlin. Durch Verbeamtung wird die Zahl der Lehrkräfte nicht größer, da hilft nur mehr ausbilden.» Eine erneute Verbeamtung würde dem Land höhere Kosten verursachen. (dpa)

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Lehrermangel drückt: Scheeres spricht sich für Verbeamtung von Lehrern aus

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19 KOMMENTARE

  1. ZITAT: “Scheeres sagte, jährlich verliere Berlin schätzungsweise 450 Lehrer, weil sie in anderen Ländern verbeamtet würden.”

    Das ist außerdem eine unehrliche Argumentation, denn niemand hat erhoben, WARUM diese 450 Lehrer Berlin verlassen. Es können ganz andere Gründe sein, als der, dass man in Berlin nicht verbeamtet wird. In Berlin studieren viele junge Leute von außerhalb, es wäre nachvollziehbar, dass ein Teil von ihnen auch einfach in die alte Heimat zurück will, wo Familie und Freunde, vielleicht auch Partner warten.

    Der Artikel unterschlägt auch, dass in Sachsen erstmal nur für 5 Jahre wieder verbeamtet wird. Wenn man dann feststellt, dass das keinen großen Effekt hat (oder es wieder reichlich Lehrernachwuchs gibt), wird vielleicht auch wieder nicht mehr verbeamtet. Man sagt jetzt schon, dass es zwar Zugänge nach Sachsen gäbe (rund 150?), aber auch weiterhin Abgänge (rund 50?).

    Und in die unterbesetzten ländlichen Regionen wollen auch die wieder verbeamteten sächsischen Lehrer nicht.

    • Wer jetzt in Berlin Lehrer wird, bekommt unabhängig von der Schulart 5300,- brutto (als Angestellter). Das ist das höchste Lehrereinstiegsgehalt Deutschlands. Und das bekommen alle die auch, die schon da sind und nicht erst angeworben werden sollen (heißt ist ohne Effekt auf den Lehrermangel).

      Wann werden die endlich mal zufrieden sein?

    • Merken Sie den Widerspruch in ihrer Argumentation nicht?
      In Sachsen wollen die verbeamteten Lehrer nicht aufs Land. Dieses Problem hat Berlin nicht. Grundsätzlich zieht die Großstadt Lehrer an, dass ist in anderen Bundesländern auch so. In Schleswig-Holstein haben die Schulen in Kiel und Lübeck kaum Personalprobleme, während es an der Westküste Grundschulen gibt, in denen nicht mal die Hälfte der Lehrkräfte eine normale Grundschullehrerausbildung hat.

      Natürlich gehen die meisten der 450 Lehrkräfte aus Berlin weg, weil sie woanders 500 Euro netto mehr bekommen. Und das Monat für Monat, Jahr für Jahr. Macht mal locker über 200.000 Euro im Arbeitsleben.
      Würde ihre Argumentation stimmen (Rückkehr in die Heimat etc.) müsste Hamburg die gleichen Probleme haben. Hat Hamburg aber nicht, die ziehen im Gegenteil Personen von außen an.

      • Nein, tatsächlich sehe ich keinen Widerspruch in meiner Argumentation. Worin sollte er denn bestehen?

        (1) Ich habe gesagt, die Verbeamtung löst die Probleme nicht, die Sachsen bei der Besetzung von Schulen im ländlichen Raum hat.

        (2) Außerdem habe ich gesagt, dass man nicht weiß, warum die 450 Lehrer Berlin verlassen haben, von denen da immer die Rede ist. In allen Artikeln dazu habe ich das so gelesen, es seien zwar rund 450, aber niemand habe sie gefragt, warum sie gehen. Es sind also auch andere Gründe möglich als die Nicht-Verbeamtung. Einen weiteren nannte ich. Aus welcher Quelle wissen Sie, dass es an der Verbeamtung liegt?

        Würde Ihre Argumentation stimmen, müsste man sich fragen, warum die allermeisten Lehrer in Berlin bleiben? Und warum die allermeisten Lehrer in den ostdeutschen Bundesländern blieben, als dort nach der Wende nicht verbeamtet wurde, während ja im Westen weiterhin verbeamtet wurde. Gehaltsunterschiede gibt es unabhängig von der Verbeamtung der Lehrer zwischen allen Bundesländern. Warum sind nicht alle dort, wo man am meisten verdient, wenn nur das zählt (Sie behaupteten das ja gerade)!?!

        Ich empfehle auch mal diesen Artikel:
        https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-und-der-paedagogenmangel-die-verbeamtung-ist-ein-geschenk-an-junge-lehrende/24163248.html

        AUSZUG: “Wie wäre es, wenn es in Berlin die kleinsten Klassen gäbe, oder für alle Lehrer Dienstrechner für die Arbeit zu Hause. Wie wäre es, wenn der Arbeitgeber in Berlin die Tickets für den ÖPNV finanzierte, oder alle Lehrer eine Jahrespauschale von 500 Euro für Lehrmittel bekommen?”

        • ZITAT: “Hat Hamburg aber nicht, die ziehen im Gegenteil Personen von außen an.”

          Reden Sie da jetzt von Lehrern im Besonderen oder von Personen im Allgemeinen? Berlin hat auch einen Zuzug von Personen. Woher stammen Ihre Daten? Ich habe hier hingegen einen Beleg. Aber vermutlich werden wir weiter nichts dazu lesen von Ihnen.

          “Wobei der Abwanderungseffekt vergleichsweise schwach bleiben dürfte, weil eine Grundannahme der Kultusminister nicht zutreffe, sagt Dirk Zorn: “Außerhalb der unmittelbaren Grenzregionen zwischen Bundesländern sind die allermeisten Grundschullehrer gar nicht bereit, wegen ein paar Hundert Euro Gehaltsunterschied in weite Ferne zu ziehen.””
          https://www.sueddeutsche.de/bildung/lehrer-konkurrenz-verdirbt-das-geschaeft-1.3996241

          • Die Quelle bestätigt doch nur, dass Geld durchaus eine Rolle spielt. Dieser Herr Zorn behauptet doch auch nur Dinge, die er durch nichts belegt.
            Hamburg hat – wie schon oben gesagt – ebenso wie Kiel und Lübeck eine erheblich bessere Lehrerversorgung als das ländliche Schleswig-Holstein (https://www.hamburg.de/bsb/pressemitteilungen/12127930/2019-02-01-lehrkraefteausbildung/). Für das ländliche S-H habe ich keine Quelle, kenne aber die Situation in meinem Landkreis.

            Stadt zieht immer (deshalb bleiben auch so viele Lehrer in Berlin), nur in Berlin nicht in ausreichendem Maße. Da muss man sich doch fragen, woran das liegen könnte. Vielleicht doch an 500 Euro mehr woanders?

            Wenn der Markt gerade im Grundschulbereich leergefegt ist, ist es doch absurd zu glauben, erhebliche Gehaltsunterschiede würden nicht die Lehrer von Ländern mit schlechtem Gehalt in Länder mit gutem Gehalt treiben. Natürlich nicht alle, aber eben so viele, dass Berlin es deutlich zu spüren bekommt.

          • @ Küstenfuchs, Ihre Quelle besagt, dass Hamburg derzeit mit Lehrern gut ausgestattet ist. Sie besagt nicht, dass das an der Verbeamtung liegt.

            Sie selbst verweisen auf einen Mangel im ländlichen Raum (den hat Hamburg nicht) nebenan in SH. Aber dort wird doch verbeamtet. Also kann nach Adam Riese und Eva Zwerg die Verbeamtung nicht daran schuld sein, ob es einen Lehrermangel gibt oder nicht (auch wenn sich Einzelne ihre Ortswahl auch davon abhängig machen).

            Die ganzen Jahrezehnte zuvor zeigten ja, dass es im Osten aufgrund der Nicht-Verbeamtung zu keinem Lehrermangel kam. Da wurden Tausende entlassen und die Übriggebliebenen mussten in Zwangsteilzeit gehen. Und die Masse ist nicht dorthin, wo man verbeamtet wird.

            Der Lehrermangel liegt einfach am Abbau von Stellen in der Ausbildung und in der Schule in den letzten Jahrzehnten und einem zu späten Umsteuern. Ich stelle fest, dass Sie weiterhin keinen Beleg präsentieren können, dass die 450 Lehrer, die letztes Jahr (?) Berlin verließen, gegangen sind, weil sie nicht verbeamtet wurden.

            Irgendwer muss ja auch dorthin zurück, wo außerhalb der Universitätsstadt auch noch Lehrer gebraucht werden. Es ist ja unrealistisch zu glauben, alle bleiben dort, wo sie studiert haben.

          • Mit ihnen zu diesem Thema zu diskutieren ist ja wie mit einem Impfgegner oder einem Chemtrail-Fanatiker.

            Hamburg hat keinen Mangel, weil es eine Großstadt ist. Der ländliche Bereich hat Mangel, weil er keine Großstadt ist und wir zu wenig Lehrer haben. Das hat zunächst nichts mit der Verbeamtung zu tun und der Verweis auf frühere Zeiten ist – vorsichtig formuliert – kaum durchdacht.

            Mein Argument: Alle Großstädte haben erheblich weniger mit dem allgemeinen Lehrermangel zu kämpfen als die ländlichen Regionen. AUSNAHME: Berlin.

            Erklären Sie doch mal das Phänomen, dass Hamburg, Köäln, München oder Frankfurt diese Probleme nicht haben. Auch da studieren ganz viele angehende Lehrer, die zum Teil diese Städte wieder verlassen.

            Liegt das Berliner Problem vielleicht doch an der Nichtverbeamtung und dem geringeren Verdienst von einem Einfamilienhaus über die Lebensarbeitszeit?

            Das zu leugnen ist doch völlig bescheuert und – ich komme zum Anfang – erinnernt an “Argumente” von Impfgegnern (“Also, ich hab noch kein Masernvirus gesehen, das ist eine Erfindung der Pharmakonzerne!”). Ihr Kreuzzug für eine schlechtere Lehrerbezahlung ist jenseits jeder rationalen Argumentation!

          • @ Küstenfuchs, immer wenn man Ihrer Argumentation nicht folgt, werden Sie ausfällig. Gehen Sie als Lehrer mit Ihren Schülern und Kollegen auch so um?

            Wir gelangen gerade vom Hundersten ins Tausendste. Ausgangspunkt war, dass ich gesagt habe, dass die 450 Lehrer, die Berlin (wann?) verlassen haben, womöglich nicht alle Berlin wegen einer Nicht-Verbeamtung verlassen haben, weil auch andere Gründe denkbar sind und vor allem, weil sie niemand gefragt hat, was die Gründe waren. Sie haben keinen Beleg für Ihre Behauptung gebracht und weichen aus in Nebendiskussionen.

            Stattdessen eiern Sie nun herum, mutmaßen, spekulieren; bringen aber keine Belege und fangen an zu unterstellen, wie z.B. den Quatsch, dass ich für eine schlechtere Lehrerbezahlung als bisher wäre, nur weil ich mit meinem Gehalt zufrieden bin und meine, jetzt sollte mal in bessere Arbeitsbedingungen investiert werden. Ist das jetzt Ausdruck einer Art von Hilflosigkeit in der Argumentation?

            Nochmal zurück zum Kern: 450 Lehrer haben Berlin verlassen. Woher wollen Sie wissen, dass es wegen der Nicht-Verbeamtung war, wenn es doch sonst niemand weiß?

          • Sie legen sich die Argumente so, wie Sie sie brauchen.

            Hat nur Berlin einen Lehrermangel?
            Haben andere Großstädte im Osten keinen Lehrermangel?
            Haben alle ländlichen Regionen im Westen einen Lehrermangel?
            Warum gab es keinen Lehrermangel nach der Wende, als größtenteils in Ostdeutschland nicht verbeamtet wurde?
            Warum gibt es einen Lehrermangel auch dort, wo verbeamtet wird?

            PS: Wenn ich es vorhin richtig gesehen habe, bekommt ein neuangestellter Grundschullehrer derzeit in Berlin 5300,- brutto; im nun wieder verbeamtenden Brandenburg nebenan rund 4000,- brutto. (Man möge mich korrigieren.) Ob das wirklich so viele aus Berlin nach Brandenburg lockt?

  2. Die Entscheidung der Berliner SPD ist richtig! Verbeamtung ist kein Garant für mehr Lehrer, bessere Bildung und schon gar nicht für weniger Kosten! Es wird leider viel zu oft nicht beachtet, welch immensen Kosten all die “gebührende Alimentation” der Beamten im und vor allen Dingen nach dem aktiven Dienst (Stichwort Pension vs. Rente) dem Steuerzahler bereiten.
    Auf der anderen Seite wird auch kaum realisiert, welch enormen Unterschiede auf Lebenszeit gesehen in den Einkommen von Lehrern bestehen, die Tag für Tag vor den gleichen Schülern nahezu identische Arbeit machen!
    Eine Gleichstellung der Angestellten beim Einkommen in der aktiven Zeit ist in allen Bundesländern lange überfällig! Besser noch wäre eine Besserstellung der Angestellten zur aktiven Arbeitszeit [TVL E14/15 – in Anbetracht der nun in 2 Gutachten von Dr. Popp festgestellten Nachteile zwischen 270.000 und über 300.000 € auf Lebenszeit gerechnet) – erst dies würde die Situation verbessern, da manch ein schlaues Köpfchen, was sonst in die Wirtschaft gehen würde, wohl Lehramt studieren würde. Das völlig unnötige Lehrerbeamtentum würde zum Auslaufmodell und die Rentenkassen langfristig gestärkt.
    Schätze nur, da werden neben anderen Parteien auch die von Beamten dominierten Lehrergewerkschaften nicht mitspielen (siehe verlogenes und halbherziges Auftreten von GEW u. Co. bei den letzten Tarifverhandlungen)!

    • Angestellte verdienen weniger. Stimmt. Auf die Lebenszeit gerechnet sind sie aber derzeit teurer für die Länder aufgrund der Sozailabgaben. Würden die Länder für Beamte vergleichbare Pflichten haben, wäre die Rechnung eine andere. Derzeit aber ist es “in”, Folgekosten auf die nächste Heneration zu verschieben.
      Und dennoch: Für alle anderen Bundesländer ist die Berliner SPD mit ihrem Beschluss auf der Suche nach guten Lehrern Gold wert. Danke nach Berlin, wir freuen uns auf die guten Lehrer!

      • Ach, wer als angestellter Lehrer in Berlin neueingestellt wird, ist mit 5300,- Euro brutto gut bedient. An einer “80%-Brennpunktschule” können es sogar 5600,- Euro brutto sein. (Und das alles noch ohne den letzten Berufsabschluss.)

        Wo verdient man in Deutschland als Lehrer mehr (neueingestellt)? Ältere Lehrer wechseln doch eh nicht nur wegen des Gehalts, sondern wenn Lebensumstände das nötig machen. Wenn Sie dann anderswo tatsächlich ein paar “ewig Unzufriedene” bekommen, ob das auch wirklich die guten Lehrer sind?!? (Ich frage ja nur.)

        • Wieso bekommt ein neu eingestellter Lehrer in Berlin 5300 Euro brutto? Die gehen doch nicht gleich in Erfahrungsstufe 5!

          • Mein Gott, das ist doch schon sooooo oft gesagt und geschrieben worden: Seit 2013 bekommen neuangestellte Lehrer in Berlin sofort Erfahrungsstufe 5; seit 2018 (?) bekommen alle neueingestellten und angestellten Lehrer in Berlin außerdem E 13.

            Das sind in Berlin jetzt A/E 13 mit 5300,- brutto; in Brandenburg bekommen sie rund bei A 13 derzeit rund 4000,- brutto.

            Googeln Sie doch mal selbst, bevor Sie immer was behaupten!

          • Ich beziehe mich natürlich auf ausgebildete Lehrer mit 2. STX und jene, die ihnen gleichgestellt sind.

  3. Meiner Meinung nach ist die Bildungspolitik – damit meine ich besonders diese “Kleinstaaterei” der Länderhoheit in Bildungsfragen – eine einzige Katastrophe. Unterschiedliche Bezahlung von Lehrkräften sorgt nicht nur für Neid und Unruhe in den Kollegien, sondern auch für Abwerbung zwischen den Bundesländern.
    Ich wäre für Bundeshoheit, Verbeamtung und Eingangsamt A13 für alle Lehrer.
    Wenn ich vergleiche, wie lange ich Ende der 60er Jahre an der PH studieren musste, um Hauptschullehrer A12 zu werden und miterlebt habe, was jetzt verlangt wird (9 Semester incl. Prüfungssemester) für das Lehramt an Haupt-, Real- und Gesamtschulen, dann ist Eingangsamt A12 (NRW) eigentlich ein Witz, bzw. ein fröhliches Sparmodell für die Finanzen des Landes. Rechne ich noch die durch Inklusion eingesparten Stellen an Förderschulen hinzu (die A13 sind), ist das ganze ein Offenbarungseid der Politik. Was sollen die Wahlkampfsprüche von “Bildungsoffensive” oder “Wir lassen kein Kind zurück” wenn an den Schulen Lehrermangel, Überlastung etc. herrscht.

  4. Auszug:
    “Er betonte aber, dass das nicht reichen werden, sondern weitere Schritte notwendig seien. Als Beispiel nannte Kleebank den Numerus Clausus für Lehramtsstudiengänge: Der NC führe dazu, dass Berliner Bewerber abgewiesen würde, während unter Umständen Bewerber mit besseren Noten aus anderen Bundesländern einen Platz bekämen. Bei ihnen sei aber die Gefahr, dass sie nach dem Studium aus Berlin weggingen viel größer als bei Berliner Bewerbern, sagte der frühere Leiter der Spandauer Heinrich-Böll-Schule. Der NC habe somit einen “doppelt negativen Effekt”. Wie berichtet, hat Berlin in der Vergangenheit tausende Bewerber abgewiesen. Plätze für das Grundschullehramt gab es fast gar nicht.”
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule-in-berlin-countdown-zur-verbeamtung-der-lehrer/24033468.html

    Noch ein interessanter Artikel zum Thema Wiederverbeamtung Berliner Lehrer, der beide Seiten beleuchtet und mit Gerüchten zumindest ein wenig aufräumt. Auch meine Lesart, dass natürlich nicht jeder Lehramtsstudent, der von außerhalb kommt, in Berlin bleibt, weil der einfach in seine Heimat zurück will, finde ich dort wieder.

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