Wie „Bild“ und Söder gegen eine Kita hetzen, die vorurteilsfrei Karneval gefeiert hat

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HAMBURG. Als Indianer oder Scheichs verkleidete Kinder? In einer Hamburger Kita sind diese Kostüme zur Faschingszeit in diesem Jahr unerwünscht gewesen. Die Leitung der Einrichtung im Stadtteil Ottensen hatte sich in einem Schreiben an die Eltern stattdessen für vorurteilsfreie Kostüme eingesetzt. «Wir achten im Kita-Alltag sehr auf eine kultursensible, diskriminierungsfreie und vorurteilsbewusste Erziehung» und das solle sich auch an Faschingstagen nicht ändern, hieß es. Deshalb bat sie um Verkleidungen, die keine Stereotype wie Geschlecht, Hautfarbe und Kultur bedienen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) empört sich derweil öffentlich über das Ansinnen. Die „Bild“-Zeitung schreibt von „Indianer-Kostüm-Irrsinn“.

Verkleidet sich selbst gern: Markus Söder – hier als Prinzregent Luitpold von Bayern (mit seiner Frau Karin Baumüller-Söder) Foto: Stefan Brending, Wikimedia Commons, CC by-sa-3.0 de

Wohl kaum jemand käme heutzutage noch auf die Idee, zu Karneval als „Neger“-Karikatur auf die Straße zu gehen. Im vergangenen Jahr benannte sich der Kölner Karnevalsverein  „Frechener Negerköpp“ um – statt mit schwarz geschminkten Gesichtern feiern die Jecken nun in Tierkostümen. Aus gutem Grund, wie das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in NRW (IDA-NRW) beschied. „Die Vereinsbezeichnung ‘Negerköpp’ hielt ein altes, unwürdiges Afrika-Bild am Leben, das schwarze Menschen diffamiert“, sagte IDA-NRW-Leiterin Karima Benbrahim gegenüber dem WDR. Mit solchen Vereinsnamen werde eine Normalität geschaffen, die es scheinbar erlaube, schwarze Menschen abwertend zu benennen.

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Entsprechend steht die Trägerin der Hamburger Kita, die städtische Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas, hinter dem Schreiben an die Eltern, in dem um stereotypfreie Verkleidungen gebeten wird. «Es geht dabei überhaupt nicht darum, die Moralkeule zu schwingen», sagte die pädagogische Geschäftsführerin Franziska Larrá am Dienstag auf Anfrage. Vielmehr gehe es um Sensibilisierung. «Wir wollen inklusiv sein und nicht mit Stereotypen Menschen verletzen.» Eine Faschingsvorgabe an die 185 Elbkinder-Kitas habe es nicht gegeben. Von einem Verbot könne also keine Rede sein.

Söder: Wir müssen wieder vernünftig werden

In seiner Rede beim politischen Aschermittwoch der CSU empörte sich Söder trotzdem über die Initiative der Kita – nachdem die “Bild”-Zeitung auf der Titelseite über den “Irrsinn” berichtet (und in ihrer Überschrift falsch behauptet hatte, “Erste Kita verbietet Indianer-Kostüme”). „Wenn die Welt wüsste, über welchen Quatsch wir streiten, hätte die Welt keinen Respekt vor uns. Wir müssen wieder vernünftig werden“, polterte Söder.

Allerdings hat überhaupt niemand in der Hamburger Kita über das Ansinnen stereotypfreier Kostüme gestritten. Beschwerden über den Wunsch der Kita-Leitung, Fasching ohne Indianer und Scheichs feiern zu wollen, habe es nicht gegeben, sagte Larrá. Im Gegenteil: «Es haben sich bei der Leitung nur Eltern gemeldet, die das total gut fanden. Die haben sich gefreut, dass dafür eine Sensibilität geschaffen wurde.» Ob am Ende doch Scheichs oder Indianer auf der Faschingsfeier in Ottensen waren, konnte Larrá nicht sagen: «Wenn ein Indianer gekommen ist, ist er sicherlich willkommen gewesen.» News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Ein Leser hat auf der Facebook-Seite von News4teachers einen längeren Beitrag veröffentlicht. Darin heißt es:

 

Rassismus-Debatte: Biologie-Lehrplan sieht vor, dass Schüler „Merkmale von europiden, negriden und mongoliden Menschen“ lernen

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80 KOMMENTARE

  1. Abgesehen davon, dass die Verbannung bestimmter Titulierungen eklatant an das Orwell’sche “Neusprech” erinnert (in meinem alten Studienort Mainz war seinerzeit tatsächlich eine Diskussion
    darüber entflammt, ob der im Karneval aktive Enkel des legendären Ernst Neger nur dann noch als
    Sänger geduldet werden könne, wenn er das Traditionslogo des familiären Dachdeckerbetriebs, das
    einen die Leiter hochkraxelnden Mohren präsentierte, abwracken wollte), schwingen sich ja häufig
    jene in vorauseilender Empörung zu Rächern vermeintlich Diskriminierter auf, bevor die eigentlich
    Betroffenen sich zur Sache äußern – falls diese es denn überhaupt tun.

    Was mich freilich trotz mehrmaliger Lektüre des obigen Artikels immer noch wundernimmt, ist der
    nonchalante Gebrauch der Vokabel “Hetze”, der der flapsigen Oberflächlichkeit des Herrn Söder
    in nichts nachsteht.

    • Sorry, ein Politiker, der im Bierzelt gegen eine Kita poltert oder eine Boulevard-Zeitung, die schon in ihrer Überschrift auf der Titelseite Fake News verbreitet – hetzen. Es geht nur darum, Stimmung zu machen (und nicht eine seriöse Diskussion mit Für und Wider zu führen). Die Redaktion

      • Mit Verlaub, Redaktion, man kann’s auch übertreiben mit der sog. politischen Korrektheit. Ich finde Ihre Empörung reichlich herbeigezerrt und den Umgang mit dem Begriff “Hetze” wie auch “Milch…” überaus leichtfertig.
        Sie scheinen sich gar nicht mehr vorstellen, geschweige denn akzeptieren zu können, dass man auch anderer, weniger moralapostolischer Meinung sein kann und deswegen noch lange nicht hasst oder hetzt.
        Nicht so zu denken und zu urteilen wie Sie und Auswüchse im Korrekt-Sein-Wollen als “Irrsinn” bezeichnet, sollte jeder demokratisch denkende Mensch hinnehmen können, ohne gleich zu schäumen und zu urteilen, dass es nur darum gehe, “Stimmung zu machen (und nicht eine seriöse Diskussion mit Für und Wider zu führen)”.
        Machen Sie denn mit Ihrem Artikel und Ihrem Leserbeitrag nicht auch Stimmung? Und ist das dann auch Hetze oder weisen Sie diese Anklage weit von sich?

        • Wir vertreten auf dieser Seite die Perspektiven von Leherinnen/Lehrern und Erzieherinnen/Erziehern – wie fänden Sie es denn, wenn Sie als Lehrer (sind Sie einer?) sich mit falschen Behauptungen auf der Titelseite der “Bild” und in der bundeweit wahrgenommenen Bierzelt-Rede des CSU-Vorsitzenden wiederfinden würden?

          • Liebe Redaktion, Lehrer sind schon oft Opfer von Kabarettsendungen geworden. Beim Karneval wurden die Lederflicken und Cordhosen auch schon oft persifliert. Außerdem müssen wir bei den ganzen Abigags dran glauben. Ich glaube, wir Lehrer können das aushalten und sogar drüber lachen.

          • @Redaktion:

            Dann würde ich solcherlei Narrengeschwätz jedenfalls nicht mit der Munition “Hetze” niederkartätschen, womit ich als “Pauker” nämlich viel zu tun hätte, da meinem Berufsstand ja Krethi und Plethi an den Karren fahren zu können glaubt, nur weil er selbst
            in grauer Vorzeit einmal die Schulbank gedrückt hat – das “Vorbild” des proletarischen Herr Schröder steckt tief genug im kollektiven
            Gedächtnis (das in diesem Fall albere Verdikt “Hetzer” hat ihm seinerzeit, soweit ich’s erinnere, freilich niemand verpasst).
            Mein Rat: ein dickes Fell, mehr stoische Gelassenheit und weniger Krampf; ich weiß: dies gilt auch zuweilen für mich selbst ;).

          • Sie vertreten nur bestimmte “Perspektiven von Lehrerinnen/Lehrern und Erzieherinnen/Erziehern”. Sie müssen Ihrer eigenen Einstellung entsprechen und als Gesinnungsbotschaft willkommen sein. Das ist jedenfalls häufig mein Eindruck.

          • Dann werden wir in einigen Wochen bei der Kita mal nachfragen, ob Sie den Shitstorm von Rechtsradikalen – der zweifellos gerade über sie hereinbricht – so lustig fand. Die Redaktion

          • Diesen Shitstorm hat die KiTa aber auch selbst verschuldet. Wer mit langjährigen Traditionen aufgrund des aktuellen Mainstreams bricht, muss die Konsequenzen aushalten können.

            Liebe Redaktion, welche konkreten politisch korrekten Kostüme wurden eigentlich von den Eltern ausgewählt? In dem Artikel habe ich nichts dazu gelesen.

          • @Redaktion
            War ja zu erwarten, dass es wieder “Rechtsradikale” heißt.
            Bildzeitung, Herr Söder und viele andere, die diese “kultursensiblen” Verkleidungswünsche für idiotisch halten, sind natürlich alle rechtsradikal. Unfassbar!

        • Wir haben weder Herrn Söder noch die “Bild”-Zeitung als rechtsradikal bezeichnet. Wir haben beschrieben, was derzeit vermutlich auf die Kita hereinprasselt (wie auf jeden heutzutage in Deutschland, der sich öffentlich für Toleranz und Vielfalt einsetzt – übrigens hin und wieder auch auf unsere Redaktion): eine Flut rechtsradikaler Mails, Briefe und Posts in den sozialen Medien, bestehend aus Beleidigungen und Bedrohungen.

          Dabei haben die Kita-Verantwortlichen nicht mal die Öffentlichkeit gesucht. Sie wurden von “Bild” namentlich an den Pranger gestellt, weil sie einen Elternbrief geschrieben haben, der lediglich eine Bitte enthielt – schon zu viel offenbar für Menschen, die ihre Piefigkeit bedroht sehen. Diese Stimmung anzuheizen, wie es Herr Söder tat (wohlwissend, welche Reaktionen er damit hervorruft) – das ist für uns Hetze. Die Redaktion

  2. «Wir wollen inklusiv sein und nicht mit Stereotypen Menschen verletzen.»

    Ich möchte inklusiv sein und zu Karneval an die Unterdrückung von Indianern, Piraten, Cowboys, Rittern, Prinzessinnen, Einhörnern, Marios, Luigis erinnern. Ich kann das am Besten durch Tragen ihrer traditionellen Gewänder.

    Mal ernsthaft: Als was verkleiden sich die Kinder denn dann? Verkleidungen sind doch eigentlich immer satirische Überhöhungen offensichtlicher Merkmale irgendwelcher Charaktere, Tiere usw.

    • Wär’s denn auch lustig, wenn Kita-Kinder von ihren Eltern als “Ostdeutsche”, als “Penner” mit Schnapsflasche oder als Behinderte verkleidet würden?

      • Was würden Sie denn akzeptieren? Bitte konkrete Beispiele nennen.

        Ostdeutsch ist übrigens ganz einfach: Man muss nur Fotos aus DDR-Zeiten heraussuchen und passende Klamotten der 1980er oder 1970er Jahre anziehen. Fertig. Die Verkleidung könnte man dann aber auch gleichzeitig “Mensch in uralten Klamotten” nennen.

        • Steht doch alles im Beitrag oben – Humor ist immer dann daneben, wenn er sich Schwächere zur Zielscheibe macht und Andersartigkeit karikiert. Warum sollten Kinder das nicht früh lernen?

          • Nein, steht es nicht. Da steht höchstens, welche Kostüme unerwünscht sind, aber nicht welche doch. Beantworten Sie bitte meine Frage ganz konkret.

            Ach ja: Der durchschnittliche ausgewachsene Indianer dürfte so ziemlich jedem als Indianer verkleideten Kind körperlich weit überlegen gewesen sein. Wer ist dann der/die/das Schwächere?

      • @Bernd
        Quatsch! Mein Sohn hat sich in seiner bevorzugten Verkleidung als Indianer immer stark und mutig gefühlt. Gerade deswegen liebte er sein Indianerkostüm.
        Kinder wählen sich ihre Kostüme nicht, um “Schwächere zur Zielscheibe” zu machen.
        Auch Erwachsene tun das in der Regel nicht. Es ist traurig, was sich misstrauische Köpfe, die alles nur mit “rechts” und “rassistisch” verbinden, an Verdächtigungen und Diffamierungen einfallen lassen, wenn es um andere Denkweisen als die Ihrigen geht.

        • Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass bescheuerte Wildwestfilme mit wahlweise edlen oder blutrünstigen Wilden seit mindestens 30 Jahren nicht mehr produziert werden? Das hat Gründe.

          Wir können natürlich so tun, als lebten wir immer noch im Hintertupfingen der 70-er Jahre, als wir Karl-May-Filme für Dokumentationen hielten. Mittlerweile ist die Welt aber eine andere, und viele Menschen sind schlauer – auch weil die Mehrzahl der Deutschen nunmal mittlerweile recht weit gereist ist, weil deutsche Unternehmen in der ganzen Welt ihre Produkte verkaufen und weil sie deshalb eben wissen, dass es überaus dumm ist, Menschen auf Stereotype zu reduzieren. Und Kita und Schule sind als Bildungseinrichtungen nun mal gefordert, darauf hinzuweisen.

          Ihr Sohn würde sich als “Sternenkrieger” oder Superheld zweifellos ebenso stark und mutig fühlen – nur dass er (für ihn auch erkennbar) dann eine Fantasiegestalt und keinen Menschen darstellt. Wo ist also das Problem?

          In einem belgischen Karnevalszug wurden auf einem Karnevalswagen Karikaturen von orthodoxen Juden beim Geldscheffeln gezeigt – gehört das auch immer noch zum lustigen Karneval? Oder zeigt das Beispiel nicht vielmehr, dass selbstverständlich auch “Traditionen” nicht davor gefeit sind, sich kritisch hinterfragen lassen zu müssen?

          • Neben dem Genre der Neo-Western, das durchaus auch Stereotypen zu bieten hat, wäre da nochmal darüber nachzudenken, warum viele Marvel-Verfilmungen von US-Bürgern nicht als Fantasy oder Fiction erkannt werden.
            Mal so viel zur Rezeptionskritk der “bescheuerte Wildwestfilme”.
            Ähnlich abgemeiert wurden und weren auch Leser von Trivialliteratur.
            Die lese ich auch gerne, trotz der Studienleistungen.

  3. Ich mache mir große Sorgen um unser Land. Und zwar nicht wegen bestimmter Wörter oder Traditionen, sondern dahin gehend, dass zunehmend mehr Wörter und Begriffe und Traditionen Deutschlands angeblich voller Vorurteile sind und deswegen doch nicht mehr gesagt werden dürfen. Wo bitteschön soll denn das enden?! Darin. dass wir bald gar keinen Fasching mehr feiern, weil bestimmte Gruppen (?) dadurch vielleicht eventuell beleidigt sein könnten?! Ist nicht immer irgendwer irgendwie betroffen?! Wo bleibt denn er Humor? Es wird so getan, als sei unsere Gesellschaft voller Homosexueller, Behinderter oder Migranten, die geschützt werden müssen. Sollte nicht jeder sich selbst verteidigen und schützen? Diese grün-linke Sch…e geht mir so auf die Nerven! Und jetzt bläst sogar 4teachers ins selbe Horn!!! Gut, dass es noch die BILD und die CSU gibt, die etwas gegen den Schwachsinn tun, der gerade in unserem Land vor sich geht!!!

  4. Seit wann stellt das Tragen eines Indianerkostüms ernsthaft einen Angriff auf die persönliche Integrität oder gar eine Karikatur von Andersartigkeit dar ?
    Im Übrigen hat sich Herr Trump, dessen Verteidiger ich wahrlich nicht bin, vom “Protokoller” der großen
    freitäglichen Mainzer Fernsehfastnachtssitzung als Kanalratte, die es den Abfluß herunterzuspülen gelte,
    beschimpfen lassen müssen; auf das eigentlich angezeigte öffentliche Empörungsgeheul’ warte ich bis
    zur Stunde immer noch.

    • Wie gesagt, Humor ist immer dann übel, wenn er auf Kosten Schwächerer stattfindet, und der US-Präsident gehört sicher nicht in diese Kategorie. Die Stürmer-Karikaturen über Juden waren auch nicht lustig.

      Geradezu absurd wird es, wenn hier – in einem Lehrerforum (sic!) – aufgeatmet wird, dass es die “Bild”-Zeitung als Hüterin der deutschen Kultur noch gibt. Au weia.

      Übrigens: Indianer finden im Kinderkarneval ohnehin kaum mehr statt, weil Kinder seit ungefähr 500 Jahren keine Karl-May-Filme mehr gucken (deren ethnologische Präzision ja damals schon zu wünschen übrig ließ). Es ging der Kita grundsätzlicher um “Verkleidungen, die keine Stereotype wie Geschlecht, Hautfarbe und Kultur bedienen”. Wie kann man daran ernsthaft Deutschland zugrunde gehen sehen? Schönes Beispiel dafür, wie hierzulande Kampagnen von rechts gedrechselt werden.

      • Ich wiederhole meine Bitte, dass Sie mal konkrete Kostüme nennen, die Sie akzeptieren würden. Ich denke, diese Aufregung ist eher ein Zeichen darüber, wie Nichtigkeiten von links gedrechselt werden. Deutschland scheint keine wichtigeren Probleme zu haben …

        (Doch hat es, die dürfen aber von links nicht benannt werden.)

        • Ich bin gerade im Kopf unseren Verkleidungsfundus durchgegangen und könnte folgendes in Kindergrößen anbieten:
          Löwe, Marienkäfer, Prinzessin, Polizist, Polizistin, Feuerwehrmann/-frau, Apfel, Biene, Gespenst, Tiger, Zauberer und Hexe, Vampir, Reiter/Reiterin mit Pferd, Fußballerin, Fußballer, Ballerina, Roboter, Koch, Köchin, Heidi und Peter (oder Hänsel und Gretel), BauarbeiterIn, HandwerkerIn

          • Mit etwas gutem Willen kann man für all diese Beispiele eine Diskriminierung sehen. Beispielsweise sind das bei den Berufen auch alles Minderheiten. Warum dürfen die Jungs tolle Zauberer sein, Mädchen dagegen hässliche Hexen? Wenn Sie das albern finden, gebe ich Ihnen Recht, anders geht die KiTa mit den Piraten, Indianern usw. aber auch nicht vor.

          • Ich bin gerne eine coole Hexe a la Bibi Blocksberg oder Hermine Granger ^^
            Und nein, eine Diskriminierung von Menschen ist für mich nicht vergleichbar mit Berufen. Das finde ich jetzt von Ihnen herbeigezogen. Tut mir leid.
            Von Piraten war in dem Artikel oben gar nicht die Rede, es ging um Scheichs und Indianer, in die Reihe würde noch Eskimo und Mohr passen, aber nicht Berufe.

          • In Nevada gibt es eine Menge hauptberufliche Indianer …

            Sie sehen, dass man mit etwas Kreativität und bösem Willen in allem und jedem eine Diskriminierung hineinquatschen kann.

          • Ich sehe das Ganze halt sehr nüchtern und mache mir mehr Sorgen um Dinge, die in diesem Land aktuell wirklich schief laufen und dringend angegangen werden müssen.

          • Gegenseitiger Respekt, Achtung anders Denkender , Schöpfung von gewinn aus der anderen Sichtweise, sind Koordinaten, die zunehmend verloren gehen.

          • als hauptberuflicher deutscher zudem sehr bleichgesichtig und offensichtlich fernab jeglicher diskrimierungserfahrung mag es sachlich einfacher sein, auf vermeintlich “wirklich” wichtigeres zu verweisen. ignoranz beginnt mit der verallgemeinerung – eine traurige wahrheit bestätigt sich einmal mehr in dieser verachtender haltung.

          • Unverzagte, woher wissen Sie eigentlich, dass ich männlich, weiß, heterosexuell, christlich und deutsch bin? Eines davon bin ich nämlich nicht.

            Unten steht ja etwas über Bigotterie. Diesen Vorwurf müssen Sie, Bernd und Anna sich auch gefallen lassen. Entkräften Sie ihn bitte.

            Wirklich wichtiger als Kostüme beim Karneval finde ich alles, was mit Kriminalität, Mieten in Großstädten, Entwertung der Schulbildung usw. zu tun hat. Was daran nur “vermeintlich” sein soll, verstehe ich nicht. Liegt wohl an meiner Art, die Ihnen nicht schmeckt.

          • @unverzagte
            Galt der Kommentar mir ?
            und wie darf ich gegebenenfalls diese abwertende Bemerkung bezogen auf den allgemeingültigen mitmenschlichen Umgang einordnen ?
            Wie kann man sich derart verrennen, in der Aburteilung des Tragens von Karnevalkostümen , die als Ausdruck einer Diskriminierung fremder Menschengruppen bewusst missverstanden werden und interpretiert werden, und dann gleichzeitig derart übereinander herfallen, wegen der Kostüme.
            Gibt es sonst keine Probleme, wie etwa diese desaströse Zwangsinklusion, die durch Schließung von Förderschulen noch katastrophaler für die Förderschüler wird.

  5. Stereotype gehören zur Kultur. Sie sind ‘Texte’ im weiteren Sinne, wie Stühle, Tassen, Tische, … mit ihren typischen Formen, anhand derer wir sie als das erkennen, was sie in einer Kultur sind. Ebenfalls gehören Kostüme, sogar Vorurteile, dazu. In der Schule kann man das ergänzen um sachgerechte Informationen.

  6. Ich finde es erstaunlich, dass sich derart viele Menschen davon bedroht fühlen ein wenig mehr Achtung und Respekt vor einer Minderheit zu zeigen und einmal vielleicht deren Perspektive einzunehmen.

    Für mich ist es nur ein kleiner Schritt, manche Formulierungen und Floskeln aus meinem Wortschatz nicht aktiv zu benutzen- dazu zähle ich übrigens auch “Indianer”, ich bin mit einigen Mitgliedern des Volkes der Miccosukee befreundet und verwende das von ihnen gewünschte “amerikanische Ureinwohner”.

    Klischeebehaftete Darstellungen einer ganzen Volksgruppe, die noch dazu keine Machtposition einnimmt ist Diskriminierung. Diese möglichst zu vermeiden sollte als Mitglieder einer kleiner werdenden, vernetzten Welt doch unser Ziel sein.

    Ich bin jedenfalls voll auf Seiten der Kita und finde wieder sehr interessant, wie auch hier in den Kommentaren wieder Gaslighting betrieben und liberale Ansichten mit extremen Positionen gleichgestellt werden.

    • Für mich sind das keine liberalen Ansichten, im Gegenteil. Es geht mal wieder um Verbote, weil irgendwelche Leute päpstlicher als der Papst sein wollen und überall Diskriminierung sehen, obwohl keine da ist und künstlich herbeigeredet wird.
      Diese Diskriminierungssucher sind alles andere als liberal. Ständig setzen Sie neue Sprachregeln und Vorschriften für korrektes Verhalten in die Welt.
      Ich finde es geradezu traurig, dass der schöne und sympathische Name “Indianer” einem so nichtssagenden Begriff wie “amerikanische Ureinwohner” Platz machen soll.
      Werden die Minderheiten eigentlich mal gefragt, ob sie sich durch ihre traditionellen Bezeichnungen überhaupt respektlos behandelt fühlen? Es kann auch respektlos sein, wenn Besserwisser voller Selbstherrlichkeit darüber entscheiden, was die Menschen selbst denken und fühlen. Namensänderungen über den Kopf Hinweg zeugen von Bevormundung auch der Betroffenen und keineswegs von Liberalität.

      • Lesen Sie eigentlich auch die Kommentare, auf die Sie antworten? “Ich bin mit einigen Mitgliedern des Volkes der Miccosukee befreundet und verwende das von ihnen gewünschte ‘amerikanische Ureinwohner'”, schreibt Lia – womit Ihre Frage, geli, ob jemand “Minderheiten eigentlich schon gefragt hat”, in diesem Fall eindeutig mit Ja zu beantworten ist.

        Namensänderungen? “Indianer” haben sich nie “Indianer” genannt – das ist die Bezeichnung, die ihnen Europäer verpasst haben. Bekanntlich nach einem geographischen Irrtum.

        Und: Wer hat wem was verboten?

      • @Anna
        Zitat: „Und trotzdem: Meine Herkunft ist meine Privatsache. Ich bin glücklich und stolz, ein echter Zigeuner zu sein – wie es in dem Lied des spanischen Flamenco-Sängers Cameron de la Isla „Soy gitano“ heißt. Aber ich bin gleichzeitig auch Ungar und Europäer. Und jetzt – ich hoffe, dass das kein Kannibalismus ist – esse ich ein Zigeunerschnitzel.“
        http://www.taz.de/!5012673/

        • Und weil ein Sinti oder Roma sich selbst gerne als Zigeuner bezeichnet (kann ja auch eine böse Ironie drin liegen – wie z. B., wenn sich amerikanische Schwarze selbst als Nigger titulieren), müssen sich alle amerikanische Ureinwohner deshalb Indianer und alle Schwarzen deshalb Neger nennen lassen? Sind Menschen mit Behinderungen für Sie dann auch Krüppel – war ja früher auch üblich, sie so zu nennen.

          Ist das denn sooooo schwer, einfach ein bisschen sensibel mit anderen Menschengruppen umzugehen, dass man gleich den Untergang des Vaterlandes herbeireden muss?

  7. Wie wäre es, wenn wir bei der Erziehung der Kinder neben der kulturellen Sensibilität auch mal an die Geschlechtersensibilität dächten?
    Wenn Kindergärten und Schulen künftig auch noch dazu aufforderten, dass Jungs in typischen Frauenkostümen wie z.B. Prinzessin aufträten und Mädchen in Männerverkleidungen, wäre viel an Befreiung von anerzogenen Geschlechterrollen gewonnen. Für diese wichtige Erziehungsaufgabe sind Karnevalsfeiern blendend geeignet.

    • Dazu muss man niemanden zwingen. Gehen Sie an Karneval einfach mal raus. Da sehen sie alle 2 Meter einen Mann als Prinzessin o.ä. verkleidet, genauso wie Frauen als Kampfpilot. Im übrigen sollte man mit dieser Thematik vorsichtig umgehen. Es gibt sowohl Studien, die positive Effekte, als auch Studien, die negative Effekte feststellen konnten. Pauschal alle Kinder geschlechtsneutral zu erziehen oder eine besondere Sensibilität zu erwirken, sollte man erst, wenn das Ausmaß davon auch bekannt ist. Aber auch hier würde wieder gelten: Wer soll das machen? Noch eine Aufgabe für Lehrer?

  8. Mich nervt diese Doppelmoral einfach nur noch… Vorn herum wird wie mit solchen Schreiben an die Eltern politisch korrekt gespielt und hinten herum im Lehrerzimmer über die Schüler gehetzt. Das erlebe ich oft genug.
    Die Kita-Leitung hat anscheinend nur positives Feedback bekommen. Es ist schwierig zu sagen, ob es Kritiker gibt, wenn diese stumm sind.
    Hätte ich als Mutter solch einen Brief von der Kita bekommen, hätte ich gefragt, was das soll. Meinen Kindern würde ich nie von Kostümen abraten. Mein Großer wollte Feuerwehr-Mann (Stereotyp!) sein und das durfte er auch. Mein Kleiner war Marienkäfer. Bevor Sie jetzt schimpfen -beide Jungs dürfen auch rosa und lila Sachen anziehen oder mit Puppen spielen.
    Ich selbst war als Indianer und Zigeuner-Frau (stand auf dem Schild des Kostüms) verkleidet, weil ich diese Personen toll fand und bewundert habe… Bei mir gab es (fast) gleich aufgeteilte Elternzeit und was mir da an Vorurteilen und Stereotypen entgegen schlug, war erschreckend. Übrigens auch von Seiten, die sich anders verhalten sollten.
    Stereotype und Vorurteile beginnen nicht bei Kostümen und enden da, weil man diese als unerwünscht deklariert (klingt besser als verboten). Man muss darüber mit den Kindern reden, aber muss man nicht mehr, wenn keiner damit auftaucht. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

  9. Ich habe bei den Kindern eher das Gefühl, dass sie sich gerne mit einer Identifikationsfigur verkleiden. Vor allem Cowboy, Polizist und auch Indianer finden Jungs und auch Mädchen besonders gut, weil sie dabei “Waffen” tragen können und mit ihnen “kämpfen” können. Dasselbe gilt für Fantasiegestalten wie Starwarsfiguren (Lichtschwerter). Mädchen, die nicht gerade so sich mit den “hübschen” Prinzessinnen identifizieren wollen, sind dann lieber Zigeunerin oder sogar eine Gruselgestalt, was jetzt wegen Halloween auch immer mehr in Mode kommt. Kinder verkleiden sich in Gestalten, die sie lieben aus Film, Fernsehen oder Büchern oder in Gestalten, die ihnen Mut machen oder einfach, weil man dieses Jahr etwas anderes machen will als letztes Jahr und dieses Kostüm käuflich gut erwerbar war. Manche mögen einfach die extreme Verkleidung und Schminke (Geisha z.B.). Sie schlüpfen dadurch in andere Rollen. In diesen Rollen fühlen sie sich stark bzw. identifizieren sich kurzfristig damit. Das erinnert auch an das beliebte Kinderschminken. Kinder schhlüpfen gerne in andere Rollen und diese haben etwas mit ihnen persönlich, mit ihren Bedürfnissen zu tun. Sie schlüpfen ja nicht in die Kostüme, um sich über denjenigen, den sie darstellen, lustig zu machen. Das ist zu viel erwachsen gedacht.

    • Alles richtig. Aber warum sollte man Kindern nicht vermitteln, dass hinter manchem Kostüm eben ein falsches, verzerrendes Bild von echten Menschen steckt?

      Wir erziehen Kinder doch auch in anderen Lebensfragen – und merkwürdigerweise sind es gerade die Politiker wie Söder und Kramp-Karrenbauer, die an anderer Stelle am lautesten nach Erziehung und Strafe rufen (z. B. Klima-Demos), die jetzt aber plötzlich ihr Herz für eine vermeintlich freie Kindheit entdecken.

      Das sagt mir: Es geht bei diesem Streit gar nicht um die Kinder.

      • Dass es bei diesem Streit gar nicht um die Kinder geht, denke ich auch oft – besonders dann, wenn mehr moral-ideologisch als kindgerecht argumentiert wird.
        “ysnp” geht ganz richtig vom Kind aus und beschreibt das, was auch ich immer wieder beobachte: Kinder verkleiden sich gern als Personen, die sie toll finden und mit denen sie sich deswegen gern identifizieren.
        So gesehen sind Sie für mich jemand, der es “bei diesem Streit gar nicht um die Kinder geht”, sondern um frühzeitige Erziehung zu einer miesepetrigen ideologischen Haltung im Gewand von Nächstenliebe und Respekt vor Minderheiten.
        Lasst doch die Kinder fröhlich Fasching feiern und sich als Personen verkleiden, die sie mögen! Ganz oft sind es Angehörige von Minderheiten, was Ihnen eigentlich gefallen sollte.

        • Was ist denn, bitteschön, an Sensibilität gegenüber anderen Menschen “miesepetrig”? Jede Wette: Die Kinder aus der Hamburger Kita hatten bei ihrem Karneval keinen Deut weniger Spaß.

          Ist es auch “miesepetrig”, Kinder dazu anzuhalten, sich rücksichtsvoll gegenüber Schwächeren zu verhalten? Im Unterricht nicht zu stören? Die Lehrerin nicht zu beleidigen? Keinem mal so herzhaft auf die Rübe zu hauen? Lachen bestimmt auch viele drüber.

          Andersherum: Wie miesepetrig ist es eigentlich tatsächlich, Strafen für Schülerinnen und Schüler zu fordern, die sich für die Zukunft unserer Erde engagieren – auch mal während der Schulzeit? Sind Sie da auch so locker?

      • @ der, die, das, dem, des Anna
        Ein verzerrtes Weltbild über kindlichen Spieldrang und Phantasien scheint Ihnen eigen zu sein.
        Die Obererziehungsministerin will den natürlichen Spieltrieb der Kinder einschränken, mit selbst improvisierten Wertvorstellungen über Moral und Werte trüben, vergiften und zerstören, weil man sich auf ein neues Thema eingeschossen hat, weder die eigentlichen Traditionen dieser untergegangenen Kulturen kennt (Die Reise des Prinzen zu Wied/Maler Karl Bodmer zu den Prärieindianern Nordamerikas), och deren Bezug zur Natur, Gott und der Natur versteht oder verstand.

          • Kennen Sie den Reisebericht des Prinzen zu Wied und seines Hofmalers zu den Prärieindianern Nordamerikas, denn auf diese Reiseberichte gestützt und von persönlichen Erfahrungen getragen, verfasste diese kleine Reisgruppe ein sehr umfassendes Zeugnis einer längst verloren gegangenen Kultur.
            Karl May stützte sich auf diese Reiseberichte, und so empfinde ich nichts schlechtes daran, wenn heutige Schulkinder sich an diesen Figuren orientieren, obwohl die ursprüngliche Bevölkerung sehr verschiedenen Kulturen mit sehr abweichenden Sprachen und Lebensformen hervorbrachten.
            Es bleibt zu vermerken, dass die Engländer sich mit den nordamerikanischen Ureinwohnern besser vertrugen als die vielen weißen Neuankömmlinge in den heutigen USA, die sogar den Besitz von Waffen in ihre Grundrechte aufnahmen, um sich mit Gewalt zu nehmen, was ihnen nicht gehörte und somit systematisch die Vernichtung der angestammten Bevölkerung, wie auch deren Grundlagen zu zerstören beabsichtigten und fast vollendet hätten.

          • danke für diesen sachdienlichen bericht, der sich als würdige pflichtlektüre für weitere kommentare dieser debatte empfiehlt.

            eine derartige feierkultur, deren traditionelle werte vorzugsweise das zu “bierernste” hinterfragen rassistischer motive erfolgreich zu verschleiern gelernt hat, kann zwangsläufige nur zu einer ignoranten haltung führen.

          • Der ideologische Schulterschluss ist deutlich gelungen, war nicht anders zu erwarten und so wird der Blick auf eine einseitige Sichtweise freigelegt.

          • Der Begriff des “Indianers” leitet sich aus dem vermeintlichen Ziel Indien ab, das Christoph Kolumbus auf dem Seeweg in westlicher Richtung zu erreichen versuchte, um an die damals sehr teuren Gewürze zu gelangen. Da man durch Nikolaus Kopernikus und Galileo Galilei wusste, das die Erde eine Kugel ist, nahm man an, auf Inder zu treffen, als man in Westindien anlegte.
            Der Begriff “indigen” leitet sich sprachlich aus dem selben Wortstamm ab. Wo sind hier sprachliche Probleme zu eruieren, es sei denn man konstruiert diese als solche?

          • Diese ideologische Pflichtlektüre werde ich mir schenken, denn als geeigneter erweisen sich da schon eher Reiseberichte, die sich wissenschaftlich mit diesen Kulturen auseinandersetzen und ein wirklichkeitsgetreueres Bild entwerfen, als dass diese Seite dem realen Bild nahe käme. Dafür sei im übrigen auf ethnologische Forschungen verwiesen, die gleichfalls zu einem anderen Ergebnis kommt.

          • Wieso sollte man Karl May lesen, um einen realen Eindruck einer untergegangen Kultur zu erhalten. Dessen Romane entsprechen freien Phantasien als Leseextrakte aus der Primärliteratur.
            Die Primärliteratur des Prinzen Wied und die Zeichnungen und Bilder seines Hofmalers Karl Bodmer stellen ein Zeitdokument einer vernichteten Kultur der Prärieindianer dar.
            Es sind nicht die künstlich geschaffenen Reservate, in die man große Teile der überlebenden Urbevölkerung steckte, damit diese endgültig ihrem Untergang zugeführt werden sollten.

            Und so durchleben Kinder andererseits in ihren bunten Kostümen ihre eigenen Phantasien vom eigenen Prärieindianerleben, wenn diese das in ihrer Welt überhaupt noch ausleben dürfen.

          • Stimmt, Avl! Kinder, die sich mit Indianern identifizieren und so verkleiden, tun alles andere als diese Menschen gering schätzen und veräppeln.
            Sie tun genau das, was Sie in Ihrem letzten Absatz beschreiben.

  10. @Anna:

    Da haben Sie sich nicht zum ersten Mal im Dickicht Ihres ideologieverwucherten Sherwood Forest
    verrannt – oder ist Ihnen nur die grüne Kappe Ihres allzu eng sitzenden Robin Hood-Kostüms ins
    Gesicht gerutscht, um Ihnen den klaren Blick zu trüben ?
    Es ist nämlich mitnichten ein Zeichen von Übellaunigkeit oder Missvergnügen, wenn man Schüler,
    die ihren klimatischen Idealismus vorrangig freitags entdecken und öffentlich zur Schau stellen,
    ab und an sanft an die Schulpflicht erinnert, sondern vielmehr ein Signal dafür, den ach so
    vielbeschworenen Rechtsstaat nicht völlig vor die Hunde gehen zu lassen oder ihn auf dem Altar
    der massentauglichen, politisch korrekten Beliebigkeit zu opfern.

  11. @Redaktoion
    Am 06.03. um 18:45 schrieben Sie über Herrn Söder und die BILD-Zeitung, dass es bei ihnen nur um Hetze und Stimmungsmache ginge statt um seriöse Diskussion mit Für und Wider.
    Dank des Hinweises von „Aufmerksamer Beobachter“ auf Alexander Grau im Deutschlandfunk habe ich ein Gespräch mit dem Redakteur Andreas Main über Moralismus gelesen. Ein Ausschnitt daraus mag Ihnen zeigen, warum ich Ihre moralischen Urteile – nicht nur bei diesem Thema – als problematisch und keineswegs als seriöse Diskussionsbeiträge mit sachlichem Für und Wider ansehe.

    MAIN: Der Moralismus duldet neben sich keine Götter. Der Moralapostel weiß immer, was das Beste für alle Menschen ist. Aber was will er denn eigentlich inhaltlich?

    GRAU: Er will inhaltlich vor allem Macht. Da brauchen wir nicht drum herum zu reden. Dahinter steht ein politisches Interesse. Der Hypermoralismus ist ja nicht politisch neutral, sondern wir kennen ihn vor allem eigentlich aus dem linken oder linksliberalen Lager. Er ist der Versuch, die Gesellschaft anhand linker Ordnungsvorstellungen und eines weitestgehend links konnotierten Menschenbildes auszurichten …
    MAIN: Ja, könnten wir das Gespräch einfach darauf zusammenfassen, dass Sie rechts sind?

    GRAU: Nein, um Gottes willen. Darum geht es mir überhaupt nicht, sondern mir geht es um die Aufrechterhaltung eines Pluralismus. Was mich tatsächlich stört, aber ich glaube nicht, dass das automatisch rechts ist, ist, dass wir eine gewisse Hegemonie eines linksliberalen hochmoral- oder hypermoralistischen Diskurses in vielen Bereichen der Gesellschaft haben, und dass diese Hegemonie aufgebrochen werden muss.

    MAIN: Wieso fällt eigentlich niemandem auf, dass das tendenziell totalitär ist?

    GRAU: Ich glaube, das fällt vielen auf. Und daran stören sich eben auch viele. Aber wie das häufig ist, es ist auch ganz schwierig, Nonkonformist zu sein und sich dagegen zu erklären, weil man sich dann automatisch aus dem herrschenden Diskurs ausklammert und eben Gefahr läuft, selber wieder diskreditiert zu werden und in diese ungünstige rhetorische Situation zu geraten, in die einen ja der Hypermoralist hineinbekommen möchte.

    https://www.deutschlandfunk.de/lust-an-der-empoerung-moralismus-mit-totalitaeren-zuegen.886.de.html?dram:article_id=399565

    • Sehr geehrte Frau Prasuhn,

      es geht nicht um Moralismus – es geht darum, dass Erzieherinnen einer Kita mit einer Falschinformation (man könnte auch sagen: mit einer Lüge) von “Bild” und Söder an einen öffentlichen Pranger gestellt wurden. Oder, ums mit dem oben von der News4teachers-Facebook-Seite zitierten Leser zu sagen, “einem empörten Pöbel zum Fraß vorgeworfen” wurden. Haben Sie eine Vorstellung davon, wie es ist, namentlich auf der Titelseite der “Bild”-Zeitung in einer angeblichen Skandalgeschichte aufzutauchen? Ich als Journalist schon. Sorry, wer das hier rechtfertigen will, braucht uns mit Moral nicht zu kommen. Schon gar nicht mit einem abstrusen Totalitarismusvorwurf.

      Ich finde es allerdings erstaunlich, wie leichtfertig von rechts moralische Maßstäbe in der Politik zunehmend diskreditiert werden. Was wollen Sie? Eine Politik ohne Moral? Was dabei herauskommt, können Sie derzeit in den USA beobachten – ein US-Präsident, der die sozialen Medien jeden Tag aufs Neue mit Prahlereien, Beschimpfungen, Halbwahrheiten und Lügengeschichten füllt, dessen Affärenliste so lang ist wie andererleuts Klopapierrolle, der aber getragen wird von einer evangelikalen Rechten, die einerseits für Jungfräulichkeit vor der Ehe wirbt, andererseits die milliardenschwere Waffenlobby stützt.

      Ehrlich gesagt: Angesichts solcher Bigotterie sind mir Politiker, die sich für Menschlichkeit einsetzen und dabei einem klaren moralischen – zum Beispiel: christlichen – Kompass folgen, tausend mal lieber. Auch wenn das natürlich nicht bedeutet, dass sie mit ihren politischen Entscheidungen immer richtig liegen. Aber darüber lässt sich ja dann streiten.

      Mit freundlichem Gruß
      Andrej Priboschek
      Herausgeber News4teachers

      • “Ich finde es allerdings erstaunlich, wie leichtfertig von rechts moralische Maßstäbe in der Politik zunehmend diskreditiert werden.”
        Natürlich heben Sie wieder auf “rechts” ab. “Rechts” als Schreckensbegriff scheint Ihnen immer willkommen.
        Wer sagt denn, dass Andersdenkende nicht auch moralische Vorstellungen haben, die allerdings anders aussehenals Ihre? Sie, Herr Priboschek, haben moralische Vorstellungen nicht gepachtet! Wer so tut, als ob, bildet sich was ein.

        “Was wollen Sie? Eine Politik ohne Moral?” ist eine billige rhetorische Frage. Jeder möchte natürlich eine Politik mit Moral. Es muss aber nicht Ihre sein, die andere Meinung unterdrückt, diffamiert und ständig in die Rechtsradikalen-Ecke verschiebt.

      • @A. Priboschek
        Der Duden bezeichnet Bigotterie als Scheinheiligkeit und „kleinliche, engherzige Frömmigkeit und übertriebene Glaubenseifer“.
        Können Sie sich nicht vorstellen, dass man als Leser auch Ihre Einlassungen als bigott empfindet?

        Übertriebener und engherziger Glaubenseifer kennzeichnet Menschen, die in Empörung ausbrechen, wenn jemand eine abweichende Meinung vertritt.
        Es sind Eiferer, die ihre Weltanschauung mitsamt deren Feindbilder als einzig richtig und anständig ansehen und oft sogar stolz sind auf die Verunglimpfung Andersdenkender.
        Sowohl in den Artikeln bei n4t als auch in Ihren Beiträgen wünsche ich mir manchmal weniger Missionierungseifer und Agitation sowie weniger von dem, was Sie anderen vorwerfen: Bigotterie.

        • Danke für den Kommentar, auch wenn ihm nur eine begrenzte Lebensdauer zur Verfügung stehen dürfte. Wenn nicht, hat er sein Ziel erreicht.

          • …die haltbarkeit von nicht ubeschränkten kommentaren ist natürlich begrenzt: abgelaufenes gehört in die tonne mit unverwertbaren: der weg ist immer noch das ziel.

          • Exakt. Leider ist der Begriff “unverwertbar” stark Auslegungssache. In Deutschland abgewrackte Autos können in Osteuropa oder Afrika noch ziemlich lange durchhalten. Nicht verstandenes oder einfach unerwünschtes macht man so auch zu unverwertbar und kann es entsorgen. Derzeit sehen das aber immer mehr Menschen in Deutschland anders als die Presselandschaft.

            Unverzagte, kommen wir mal zum eigentlichen Artikel zurück: Welche Kostüme würden Sie denn als nicht abgelaufen deklarieren? Bitte nennen Sie konkrete Beispiele und zählen Sie keine Dinge auf, die das Kostüm _nicht_ sein darf. Das hatten wir schon zu genüge.

          • Wie kann man sich derart versteigen, Indianerkostüme als diskriminierend einzustufen ?
            Ich habe das Ganze zunächst als inszenierten Fake verstanden.
            Wer hat sich denn nicht gerne als Kind als Prärieindianer verkleidet und sich dann durch die heimischen Wälder an die bösen Cowboys herangeschlichen. Das alles sind einfach kindliche Ausdrucksformen des freien Spiels.
            Regt man sich denn demnächst auch über Mozarts “Entführung aus dem Serail” auf, unterstellt diesem rassistische Denkweisen, wo dieser doch mit Joseph de Boulogne, einem Sohn eines französischen Plantagenbesitzers und einer schwarzfarbigen, ehemaligen Sklavin befreundet war, von dessen musikalischen Fähigkeiten und Innovationen im Violinspiel inspiriert wurde.

          • Wer Dieselfahrzeuge “abwrackt”, weil diese keine entsprechende Plakette mehr erhält, dieses Handeln finanziell unterstützt , der handelt fahrlässig, weil diese Fahrzeuge dann eben in anderen Ländern noch sehr lange ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden.
            Im Kreis Soest gab es im vergangenen Jahr noch niemals so viele Neuanmeldungen an älteren Dieselfahrzeugen, die im Schnitt 5,5 bis 7 Liter Diesel auf 100 km verbrauchen.

          • Eine ausgewählte Methode sollte einen zu einem definierten Ziel bringen oder sie ist ungeeignet und führt einen nicht dorthin, es sei denn man hat gar kein eigentliches Ziel erklärt, denn dann wird der Weg eben sehr ungezielt und ungerichtet sein, weil man die Lernenden nicht strukturiert anleitet und so erreicht man eben zumindest eben mal gar kein Ziel, weil der Weg ja das Ziel ist.
            Aber wo wollte man nun eigentlich hin, wenn man vollkommen losgelöst von definierten Zielen losarbeitet, an einem vermeintlich natürlichen Weg festhaltend mal eben nicht ein nicht definiertes Ziel erreicht.
            Und so erweist sich mancher Weg nicht als der geeignete Weg um Ziele zu erreichen.

        • Sehr geehrte Lisa,

          welche “Meinung” darf denn Ihrer Meinung nach nicht im Forum von News4teachers geäußert werden?

          News4teachers hat für sein Leserforum (wie für seine Beiträge) klare Regeln, was geht und was nicht geht – hier nachzulesen: https://www.news4teachers.de/uber-uns/

          Kurzgefasst:

          Wir veröffentlichen keine Leserbeiträge, in denen ungeprüfte, unbelegte oder falsche Tatsachenbehauptungen verbreitet werden.
          Wir veröffentlichen keine Hetze gegen Menschen oder Menschengruppen.
          Wir veröffentlichen keine Schleichwerbung, ob nun für Produkte oder Parteien.
          Und wir veröffentlichen keine Links auf unseriöse Quellen.
          Wir behalten uns darüber hinaus vor, Leserbriefe, die lediglich der Stimmungsmache dienen, zu löschen.

          Wer mit diesen Regeln nicht klarkommt – nun, niemand ist gezwungen, News4teachers zu lesen oder in unserem Forum zu posten.

          News4teachers ist darüber hinaus eine Nachrichten- UND Diskussionsseite. Und auch die Redaktion und unsere Gastautoren diskutieren mit – wir stellen immer wieder Beiträge zur Diskussion. Sie sind herzlich eingeladen, den vertretenen Positionen zu widersprechen. Aber, wie gesagt: den Regeln einer zivilisierten Gesprächskultur entsprechend.

          Mit freundlichem Gruß
          Andrej Priboschek
          Herausgeber News4teachers

        • Zu Ihren Regeln, Herr Priboschek:
          Leider werden diese bei n4t sehr einseitig angewendet und damit zum Instrument von Meinungszensur. Dass Sie mit zweierlei Maß an die Leserbeiträge rangehen, wurde immer wieder festgestellt und kritisiert.
          1) Hetze gegen Menschen oder Menschengruppen wird beispielsweise dem einen erlaubt, dem anderen aber verboten. Oft werden sogar sehr sachliche Beiträge als Hetze bezeichnet, um sie durch böse Etikettierung „unschädlich“ machen und die Schreiber diskreditieren zu können.
          2) Als “unseriöse Quellen” gilt alles, was Informationen und Meinungen enthält, die Ihnen gegen den Strich gehen, weil sie Meinungen gefährden, die Sie den Lesern beibringen möchten.
          3) Schließlich ist auch die Stimmungsmache (mit übelsten Beschimpfungen!) entgegen Ihrer Regeln nicht nur erlaubt, sondern unübersehbar willkommen, wenn sie Ihrer Agenda nützt. Was sich manche hier an groben Regelverstößen erlauben dürfen, ist abenteuerlich.

          Kurzgefasst: Wenn mit Regelverstößen dermaßen willkürlich und selektiv umgegangen wird, entsteht zu Recht der Eindruck, dass Regeln primär anderem dienen als einer „zivilisierten Gesprächskultur“.

          • … und weil das Ganze jetzt frucht- und uferlos wird, beende ich die Debatte hiermit mit einem nochmaligen Verweis auf unsere Regeln: “Grundsätzlich gilt: Niemand hat einen Anspruch darauf, in den Foren zu den einzelnen Artikeln eine eigene Wortmeldung zu veröffentlichen. Die Redaktion legt Wert darauf, nur Leserzuschriften zu veröffentlichen, die erkennbar darauf abzielen, einen inhaltlichen Beitrag zur Diskussion des darüberstehenden Artikels zu leisten.”

            Wir sind keine Administratoren eines E-Mail-Dienstes. Wir sind eine Redaktion, die die Inhalte auf dieser Seite kuratiert (dafür ist eine Redaktion da). Andersherum: Sie können jederzeit alles Mögliche veröffentlichen – auf Ihrer eigenen Homepage, unter Ihrem Echt-Namen, unter eigener presserechtlicher Verantwortung.

            Mit freundlichem Gruß
            Andrej Priboschek

          • Repekt Herr Priboschek und Hut ab, bei diesen sich wiederholenden in der Tat wutschnaubenden Meckereien beweisen Sie eine beeindruckende Geduld, an der ich versuchen werde, mir eine Scheibe abzuschneiden.

            Vielen Dank Ihrem scheinbar unermüdlichen Einsatz und auf viele Weitere!

  12. Zitat aus der NOZ: “Jetzt mischen sich auch die Osnabrücker Jungsozialisten (Jusos) in den Streit ein. Die Verkleidung sei eine ‘rassistische Projektion’ und eine ‘Form der Gewalt’, die sie verurteile, twitterte die SPD-Nachwuchsorganisation am Aschermittwoch. Wer sich im Karneval wie ein ‘Indianer’ anziehe, nehme den amerikanischen Ureinwohner ‘die Deutungshoheit über ihre Geschichte’.

    Ein Standpunkt, der nicht lange unwidersprochen blieb. Über 1000 Reaktionen ernteten die Osnabrücker Jusos bislang auf ihren Tweet – die wenigsten davon fielen wohlwollend aus. […]

    Gleichwohl ruderten die Jusos am Freitagnachmittag unter dem Eindruck der geballten Kritik in den sozialen Medien zurück. Nur eine halbe Stunde nach Veröffentlichung unseres Artikels löschten sie zunächst ihren umstrittenen Tweet, um ihn anschließend als Screenshot in einen neuen Eintrag einzufügen.

    Darin bedauern sie, der Arbeit ihrer Organisation mit dem Indianer-Tweet geschadet zu haben.”

    https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1673302/osnabruecker-jusos-auf-kriegspfad-indianerkostuem-rassistisch

  13. “Wir veröffentlichen keine Hetze gegen Menschen oder Menschengruppen.
    Wir veröffentlichen keine Schleichwerbung, ob nun für Produkte oder Parteien.
    Und wir veröffentlichen keine Links auf unseriöse Quellen.”

    Das Problem ist, sehr geehrter Herr Priboschek, dass in der aktuellen Presselandschaft alles zur Hetze gemacht wird, was nicht der aktuell in der Presse als “gut” empfundenen Haltung entspricht. Faktenbasierte Hinweise auf wichtigere Probleme als Karnevalskostüme und Gendertoiletten in der Grundschule werden gelöscht oder totgeschwiegen.

    Wenn man sich das politische Spektrum unter den Journalisten anschaut, könnten die Grünen locker mit einem kleinen Juniorpartner den Kanzler (w/d) stellen, sogar die CSU ist im Zweifel schon zu rechtsextrem.

    Diese Meinung teilen zunehmend weniger Menschen, was auch ein Grund für das Zeitungssterben ist.

    Durch Löschen dieses Beitrages bestätigen Sie, dass ich recht habe, und dass Sie leider auf derselben Welle schwimmen.

    • Sehr geehrter xxx,

      ich vermute, dass in Ihrem Unterricht auch Regeln gelten – und dass Sie es sind, die über die Einhaltung wachen. Wenn einige Ihrer Schüler nun gar nicht mehr zum eigentlichen Unterrichtsthema arbeiten wollen, sondern nur noch darüber diskutieren möchten, ob die Regeln denn überhaupt fair sind, ob sie immer auch objektiv angewendet werden, ob Fritz anders behandelt wurde als Franz, ob Sie nicht vielleicht als Lehrer völlig ungeeignet sind, ob sie eigentlich lieber über etwas ganz anderes sprechen würden … dann werden Sie irgendwann sagen müssen: Stopp – mein Wort gilt. Sonst kämen Sie nicht mehr zum Unterrichten.

      Sehen Sie, so ist das hier eben auch. Wir haben Besseres zu tun, als erwachsenen Leserbriefschreibern zu erklären, was eine Beleidigung ist und wo die Würde von gesellschaftlichen Minderheiten beginnt.

      Und was den Zuspruch zu News4teachers angeht: Wir können uns nicht beklagen, danke – News4teachers wächst Jahr für Jahr im satten zweistelligen Bereich.

      Mit freundlichem Gruß
      Andrej Priboschek
      Herausgeber News4teachers

      • Sehr geehrter Herr Priboschek,

        vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich bitte Sie erneut darum, konsequent zu handeln und nicht mindestens gefühlt inkonsequent, wie Gudrun oben kommentiert hat. In Bildungsfragen konservative Lehrkräfte sind eine gesellschaftliche Minderheit, die ebenfalls eine Würde besitzen. Ihr Pass, Geschlecht, Herkunft, Religionszugehörigkeit usw. sollen auch bei denen keine Rolle spielen dürfen. Andere Gruppen scheinen ja aus Gründen politischer correctness ebenfalls gefühlte Narrenfreiheit zu besitzen, obwohl diese deutlich mehr Stress in der Gesellschaft machen als Lehrkräfte. Ansprechen darf man das leider nicht.

        • Ein Letztes: Wer auf News4teachers seine Meinung öffentlich kundtut, muss natürlich akzeptieren, dass das auch andere tun – und Kritik an seiner Position äußern.

          Wer mit Kritik nicht umgehen kann, auch der ist hier falsch.

          Mit freundlichem Gruß
          Andrej Priboschek

      • Ihr Beispiel von Regeln in der Schule hinkt insofern, als kein Lehrer es sich leisten kann, so offensichtlich bei einigen Schülern immer wieder Verstöße durchgehen zu lassen und bei anderen auffällig streng zu sein.
        Das würde zu Aggressionen führen, die Schülerschaft spalten und dem Lehrer den Ruf einbringen, völlig ungerecht zu sein und seinen Lieblingen das fragwürdige Recht zum Regelbruch einzuräumen.
        Bald stünden erzürnte Eltern auf der Matte, die eine Gleichbehandlung und vielleicht sogar eine Entschuldigung forderten. Wahrscheinlich gäbe es auch die Drohung: “Wenn Sie so weitermachen, können Sie was erleben!”
        “Mein Wort gilt” würde keiner verstehen, geschweige denn akzeptieren, und Schüler und Eltern nur noch mehr auf die Barrikaden treiben.
        Ist das so unverständlich?

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