Prien will den Musikunterricht stärken – wegen der Digitalisierung

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KIEL. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien will den Musikunterricht an den Schulen stärken. Die CDU-Politikerin gab dazu am Dienstag ein Bündel von Maßnahmen bekannt, um mehr Musiklehrer an die Schulen zu bringen. Die Bedeutung der kulturellen Bildung und namentlich der Musik könne man nicht hoch genug wertschätzen. «Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz kommt es zentral auf die Fähigkeiten an, die den Menschen eigentlich ausmachen», sagte Prien.

Stärkt das Fach Musik: Karin Prien. Foto: Frank Peter / Landesregierung

Folgende Maßnahmen stellte Prien konkret vor:

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  • Das Fach Musik ist als Unterrichtsfach des besonderen Bedarfs eingestuft; das führt dazu, dass Bewerberinnen und Bewerber 50 zusätzliche Punkte im Ranking-System des Bewerbungsverfahrens bekommen.
  • Zusätzlich zum Lehramtsstudium mit zwei Unterrichtsfächern wird das so genannte „Ein-Fach-Lehramtsstudium“ für das Lehramt an Gymnasien an der Musikhochschule in Lübeck angeboten. Damit wird eine Bewerbung mit dem Doppelfach Musik auf Stellen des Vorbereitungsdienstes möglich. Mit dem Doppelfach Musik ist eine Bewerbung und Tätigkeit bis zur Verbeamtung in Gymnasien auch mit dem Doppelfach Musik möglich.
  • Die Zahl der Musik-Referendarinnen und -Referendare wurde zum August 2019 verdoppelt.
  • Ein Seiteneinstieg ist in allen Schularten auch mit nur einem Fach (ohne Doppelfach) möglich; allerdings können diese Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger nicht den Beamtenstatus erlangen.
  • Auch der Quereinstieg kann bei entsprechender Bewerbungslage für das Unterrichtsfach Musik geöffnet werden.
  • Musikerinnen und Musiker können mit befristeten Verträgen beschäftigt werden. Das hilft Schulen zum Beispiel in der Vertretung bei Krankheitsfällen, gleichzeitig kann es auch den Musikerinnen und Musikern entgegen kommen, die ihre Haupttätigkeit in der Ausübung ihrer Musik sehen.
  • Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH) bietet Lehrkräften an, eine Unterrichtsgenehmigung in dem Unterrichtsfach Musik für die Grundschule im Rahmen einer Weiterbildungsmaßnahme zu erwerben. Grundschullehrkräfte werden durch diese Maßnahme qualifiziert, Musik als zusätzliches Fach unterrichten zu können.

„Das Bildungsministerium braucht für ein besseres Musikunterrichtsangebot zusätzlich die Kooperation mit den außerschulischen Bildungs- und Kulturpartner“, sagte Kultur- und Bildungsministerin Prien. „Hier gilt es, ein Bündnis zu schmieden.“ Der Seiten- und Quereinstieg in Schulen sei auch ein Angebot an die Dozentinnen und Dozenten der Musikschulen. Schon heute kooperieren die Musikschulen mit rund 180 Kitas und Grundschulen. Die Dozentinnen und Dozenten unterrichten bei Bedarf im „Tandem“ mit Lehrkräften oder – in den Kitas – mit Erzieherinnen und Erziehern.

Lebendiges Musizieren an Schulen

Prien hob hervor, dass praktisches Musizieren als ein Schwerpunkt des Unterrichts in den Fachanforderungen verankert sei, aber nicht alle Aktivitäten in der Schulstatistik erfasst würden. Bläser-, Streicher- und/oder Chorklassen gebe es je nach Schwerpunkt und Profil von Schulen an einigen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen, musikalische Angebote in offenen und gebundenen Ganztagsschulen würden in Kooperation mit Musikschulen gemacht. Musikalische Zusatzaktivitäten – Schulchor, Schulorchester, Bigband, Musiktheater/Musical, Schulbands – seien landesweit Bestandteil des Schullebens.

Die Ministerin betonte auch, dass die Landesförderung der freien Kulturszene – aktuell 500.000 Euro jährlich – sowie eine gute Vernetzung von Musik- und Kulturschaffenden dazu führen könne, dass mehr junge Menschen motiviert würden, zu musizieren und sich mit Musik zu beschäftigen – und dann vielleicht auch ein Lehramtsstudium im Fach Musik anzustreben. News4teachers

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1 KOMMENTAR

  1. ZITAT: “usätzlich zum Lehramtsstudium mit zwei Unterrichtsfächern wird das so genannte „Ein-Fach-Lehramtsstudium“ für das Lehramt an Gymnasien an der Musikhochschule in Lübeck angeboten. Damit wird eine Bewerbung mit dem Doppelfach Musik auf Stellen des Vorbereitungsdienstes möglich. Mit dem Doppelfach Musik ist eine Bewerbung und Tätigkeit bis zur Verbeamtung in Gymnasien auch mit dem Doppelfach Musik möglich.”

    Diesen Punkt verstehe ich nicht. Es ist davon die Rede, dass ein Ein-Fach-Lehramtsstudium Musik ermöglicht wird, d.h., man kann sich nur für das Fach Musik ausbilden lassen und Lehrer werden (während doch sonst immer zwei Fächer nötig sind und die Anerkennung ausländischer Lehrerausbildungen oft daran scheiterte, weil die nur für ein Fach ausgebildet sind). Aber dann ist immer vom Doppelfach Musik die Rede.

    Was bedeutet Doppelfach Musik, wenn man Musik als nur ein Fach studiert?

    (Weiter unten steht dann, dass diese Lehrer aber nicht verbeamtet werden können. Na gut, dann sind sie angestellte Lehrer, wie rund 200.000 andere von deutschlandweit 800.000 Lehrern auch. Aber welche Logik steckt dahinter, dass man mit einem Fach angestellter, aber nicht verbeamteter Lehrer sein darf?)

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