Wie sinnvoll wäre ein Kopftuch-Verbot an Schulen? Alice Schwarzer: “Das ist kein Kleidungsstück, das ist ein Signal!”

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FRANKFURT/MAIN. Für die einen ist es ein Zeichen von Identität, für die anderen eine Kampfflagge: Das islamische Kopftuch ist ein kontroverses Thema, das nun auf einer Konferenz in Frankfurt diskutiert wurde. Alice Schwarzer fordert ein Kopftuchverbot an Schulen. Wie sinnvoll wäre das?

Gezielte Willenserklärung, in Mehrheitsgesellschaft nicht aufgehen zu wollen? Schülerin mit Kopftuch. Foto: Shutterstock

Die Polizeifahrzeuge vor dem Universitätsgebäude sollen auch die freie wissenschaftliche Debatte schützen. Drinnen geht es an diesem Mittwoch bei einer ganztägigen Veranstaltung des Forschungszentrums globaler Islam um das islamische Kopftuch. «Symbol der Würde oder der Unterdrückung?» lautet die Frage, über die Politik- und Religionswissenschaftler diskutieren.»

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Im Vorfeld hatte es Proteste und Anfeindungen gegen Susanne Schröter, die Direktorin des Forschungszentrums gegeben, darunter den Vorwurf eines «antimuslimischen Rassismus». Daher die Polizeiwagen an der Universität, die Namens- und Taschenkontrollen. Doch auch das Interesse an der Veranstaltung ist unerwartet hoch – mit 700 Anmeldungen reicht der Veranstaltungsraum längst nicht aus. Ein Livestream im Internet soll eine möglichst große Öffentlichkeit bieten.

Nach «Schroeter raus!»-Forderungen in sozialen Medien bleibt lauter Protest am Mittwoch aus. Nur eine kleine Gruppe, überwiegend junge Frauen mit Kopftuch, aber ohne Transparente, hat sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite versammelt. «Alles sehr friedlich», betont ein Polizist.

Die Forderung nach einer Abschaffung des Kopftuchs liegt Schröter fern: «Es steht niemandem zu, eine Frau herabzuwürdigen, weil sie ein Kopftuch trägt.» Sie kritisiert aber ein «System Kopftuch mit stark repressiven Elementen» und religiöses Mobbing schon an Grundschulen, an denen Mädchen ohne Kopftuch sozial von der eigenen Gemeinschaft geächtet werden. «Es ist vollkommener Unfug, dass der sogenannte Orient schon immer unter dem Schleier war», sagt sie mit Blick auf eine Frauenbewegung auch in islamischen Ländern seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.

Deutlich harscher äußert sich die feministische Publizistin Alice Schwarzer, die unter lautem Applaus gegen «Werterelativierung» zu Felde zieht. «Das Kopftuch ist die Flagge des politischen Islam», sagt sie. «Das ist kein Kleidungsstück, das ist ein Signal». Dabei betont sie ausdrücklich, dass sich ihre Kritik nicht gegen den Islam richte, sondern gegen einen Islamismus, der Frauenrechte beschneide und Frauen Verhaltensweisen aufzwinge – von der Zwangsverschleierung bis hin zu Verboten, nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Haus zu gehen. Sie setzt sich für ein Kopftuchverbot an Schulen ein und kritisiert einen Umgang mit zugewanderten Menschen, in dem nicht auf die Einhaltung der grundsätzlichen Werte des Grundgesetzes gepocht werde.

Und was genau schreibt der Koran zu dem Thema Kopftuch beziehungsweise Verhüllung vor? Exegeten seien sich nicht einig, wie sich die Frauen zu bedecken haben, erläutert die islamische Theologin Dina El-Omari. Doch auch wenn einige von Vollverschleierung ausgingen, sei mehrheitlich von einem Kopftuch die Rede gewesen, so die Wissenschaftlerin der Universität Münster. Die historisch-kritische Lesart komme zudem zu dem Schluss, dass es sich «nicht um ein Gebot, sondern eine Empfehlung» handele. Im Übrigen seien die entsprechenden Koranverse erst weit hinten im Text zu finden – allzu große Priorität habe das Thema offenbar nicht gehabt.

“Es muss Freiheit herrschen”

Von Verboten hält El-Omari nichts. «Es muss absolute Freiheit herrschen, das Kopftuch auf- oder abzusetzen», sagt die Theologin, die selbst ein Kopftuch trägt. «Gleichzeitig muss eine offene und freiheitsliebende Gesellschaft Frauen die Möglichkeit geben, sich aus freiem Willen für ein Kopftuch zu entscheiden.»

Oder eben dagegen, wie der Theologe Abdel-Hakim Ourghi entgegnet, Autor des Buches «Ihr müsst kein Kopftuch tragen». Er hat islamische Gemeinden in Großbritannien untersucht und kommt zu dem Schluss: «Verschleierung ist eine körperliche Aktionsform, die deutliche Abgrenzung von Menschen der Mehrheitsgesellschaft erreichen will.» Entgegen der ursprünglichen Absicht mache sie Frauen nicht «unsichtbar» gegen lüsterne Männerblicke oder Übergriffe, sondern führe bei muslimischen Minderheiten in Europa zur «übersteigerten Sichtbarkeit», die das Anders-Sein betone. «Das ist eine gezielte Willenserklärung, in Mehrheitsgesellschaft nicht aufgehen zu wollen.»

Für Khola Maryam Hübsch, Kopftuch-Trägerin aus Überzeugung, stehen Schleier oder Kopftuch hingegen für emanzipatorische Freiheit und bewusster Ausdruck von Spiritualität. Der freiheitlich-säkulare Rechtsstaat müsse alle Religionen gleich behandeln, fordert die Journalistin, die sich nach eigenen Angaben erst nach anfänglichen Zweifeln entschlossen hatte, an der Tagung teilzunehmen.

«Es ist wichtig, sich jenseits der eigenen Bubble zu bewegen», sagt sie angesichts der anderen Teilnehmer, die ein Kopftuchgebot kritisch sehen. «Wer den Zwang zum Anlegen des Kopftuchs verurteilt, muss auch das Verbot verurteilen», fordert Hübsch. «Die Verschleierung der Frau mag verstörend für die Mehrheitsgesellschaft sein, verstörender wäre die Zwangsentschleierung.» Von Eva Krafczyk, dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

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34 KOMMENTARE

  1. Das demonstrativ getragene Kopftuch ist, wie Alice Schwarzer es beschreibt, ein Zeichen gegen eine aufgeklärte Denk- und Lebensweise, in der die Frau sich in ihr Schicksal der Unterordnung des arabische Patriarchats mit klaren Geschlechterrollen erziehungsbedingt freiwillig einfügt.
    Damit ergibt sich nur eine soziale Sicherheit, in der Rolle die Frau als Versorgerin der Kinder der Familie dient. Bei der Totalverschleierung kommt die vollständige Besitznahme durch den Mann hinzu, die in ein Leben voller Einschränkungen mündet, einer vollständigen Bewegungseinschränkung der Frau, die nur noch im Beisein des Mannes möglich ist.
    Das ist der sichtbare Salafismus, der sich gegen die Grundwerte unserer demokratischen Grundordnung richtet.
    Der Begründer der Türkischen Republik, Mustafa Kemal Pascha , genannt Atatürk, hat bewusst aus Kopftuch aus den öffentlichen Gebäuden verbannt, die arabische Schrift konsequent durch das lateinische Buchstabensystem ersetzt, so dass die neue, heranwachsende Generation nicht mehr die Bücher ihrer Eltern und Vorfahren lesen konnte, um sich bewusst von der archaischen Tradition abzuwenden, um sich Europa zuzuwenden, die Emanzipation der Frau einzuleiten, alles unter dem Einfluss eigener Erfahrungen und dem Einfluss seiner ersten Frau geschuldet.
    Das Kopftuch galt ihm als Symbol der ungebildeten Frau, hatte er doch bei seinen Kurbesuchen in Deutschland, gebildete Frauen kennengelernt und war seine erste Frau eine begnadete Pianistin, die gleichfalls wie eine Europäerin lebte.

    • Salafistisch orientierte Menschen orientieren sich als quasi zeitreisende der Menschheitsgeschichte an den Schriften ihrer Altvorderen aus dem 7.Jahrhundert nach Christus, verstehen deren schriftliche Aufzeichnungen und Verse aus dem Leben des Propheten als direkte Schriftwerke Gottes aus dessen Hand, sie sind überzeugt, dass beim Lesen dieser schriftlichen Aufzeichnungen der Übertritt eben in diesen Religionsverbund erfolgt.

      • Pierre Vogel , alias Abu Hamsa, und A. Sasi sind geistige Vertreter dieser salafistischen Sekte, die über ortsansässige arabische Gemeinden versucht, junge Menschen für ihre Ausrichtung des Islam zu rekrutieren. Dies erfolgt durch die Aneignung seitenlanger Suren, meist über das Internet heruntergeladen, die dann ständig rezitierend eingepaukt werden, um diese dann bei den Freitagsgebeten den unkritische Glaubensanhängern als Gottes Wahrheit zu predigen.
        Man beteiligt sich aktiv an der Missionierung im Sinne der vermeintlich ursprünglichen Lehren des Religionsbegründers und interpretiert dessen Lehren in ihrem Sinne, die ein sehr einseitiges Bild des Islam widergeben.
        Dabei bedient man sich einer klaren Trennung in gut und böse, also auch eines klaren Feindbildes, wobei man die eigenen Anhänger dieser Auslegung des Islam dazu auffordert sich von dieser feindlichen Welt deutlich abzugrenzen.
        Und was geschieht tagtäglich mit deren Kindern. Man lehnt die Evolutionstheorie und die Theorien der Artenbildung Darwins kategorisch als Teufelswerk ab.
        Dabei grenzen sich diese Herren in der Denkweise vorgeblich vom IS ab, predigen sie aber die selben Interpretationen dieser islamistischen Vereinigung.
        Pierre Vogel rühmt sich vorgeblich ein Gegner des IS zu sein, da dieser IS ein inszeniertes Video über einen Mordaufruf gegen ihn ausgesendet hat.
        Die Bezeichnung eines Schläfers, der sich irgendwann einmal,als Folge seiner selbstgewählten Isolierung und seiner Familie gegen eine feindliche Umwelt abgrenzt, ist beim zweiten deutlich gegeben.
        Die Nikap ist das deutlichste Zeichen der inneren Radikalisierung.
        Anfeindungen von Außen werden nur noch als eine Bestätigung der selbst gewählten Isolation gedeutet. So ist es sehr schwer diese Menschen wider aus dem selbst gewählten Gefängnis herauszulösen und diese in eine selbst bestimmte Freiheit in unserer Welt zu überführen. Der kulturelle Unterschied und ist einfach zu groß und die Denkweisen einfach zu gegensätzlich.
        Gleichzeitig ist es unerträglich zu erleben, wie derartige Menschen dann über ihre Kenntnisse und rhetorischen Fähigkeiten Andere, naive Mitmenschen gegen einen selbst aufzuwiegeln, um diese auszugrenzen und zu diffamieren.
        Da wird die christliche Toleranz der Liebe des Feindes schon stark strapaziert.
        Man kann nur hoffen, dass sich die Situation in den derzeitigen Kriegsgebieten irgend wann bald wieder beruhigt, damit derartige Personengruppen wieder in ihre gewohnte Umgebung des 7. Jahrhunderts zurückkehren können.

        • Leidvolle Erfahrungen zu sammeln entspricht auch einer Möglichkeit auf den Weg der Erkenntnis zu gelangen.
          Besser ist es aber von den Erkenntnissen anderer zu profitieren und daraus seine Lehren zu ziehen.
          Liebe deine Dir nächsten Mitmenschen, aber versuche auch alle dir feindselig gesinnten Mitmenschen zu verstehen und zu lerne selbst diese zu lieben, denn aus Unverständnis erwächst häufig Zorn, Verachtung und Hass, und so geräts Du in Versuchung selbst zu hassen.

  2. Wenn Frau Schwarzer männlich, heterosexuell und keine ausgewiesene Feministin wäre, wäre bei diesen Äußerungen der Teufel los. In diesem Sinne ist es gut, dass sie sie gesagt hat.

    • Wie aber soll es bei all dem affektiv geschürten Aufruhr gelingen, jenen Trägerinnen des Symbols der eigenen Unfreiheit die Erkenntnis zu vermitteln, dass sie sich erziehungsbedingt selbst dem Patriarchat freiwillig unterwerfen.
      Diese Situation entspricht in etwa der Situation, als würden deutsche Hausfrauen auf ihr Recht der Unterwerfung unter das Joch des Ehemanns pochen, um am heimischen Herd das Leben einer Hausfrau nachzugehen. Kann dies aber das Lebensziel einer emanzipierten und aufgeklärten Frau sein, die ein selbst bestimmtes Leben ohne vollständige Abhängigkeit von Männern führen will?

      • Sie war naiv in ihrem Glauben an diese Menschen, diese ließen sich im Verlauf einer unvorbereiteten Situation durch ihre Rhetorik beeinflussen, dabei erkannt sie auch nicht, dass jene gar nicht aufnahmefähig waren, um ihrem Denken folgen zu können, noch dass diese es wollten.
        Die Reaktionen der Demonstranten mündeten in einer verbalen Eruption von missliebigen Worten, die weder von Geist, noch von Verstand getragen waren.

        • Kritik “am Islam” (gibt’s den einen Islam?) ist nicht rechtspopulistisch, sondern theologisch. Hetze gegen Muslime ist rechsspopulistisch.

          • Schreiben Sie das als Kritik an mich oder weil Sie die Feministin Alice Schwarzer nicht ohne sich zu sehr zu verbiegen kritisieren können?

          • “gibt es den einen Islam?”
            Natürlich, Bernd, es muss ihn geben. Den Islam, der in aller Munde ist. Der Islam, mit dem die vielen Selbstmordattentate oder die salafistischen Hassprediger oder die Missbräuche in Rotherham oder die diversen Gottesstaaten NICHTS ZU TUN HABEN. Da selbst Claudia Roth und Margot Kässmann wiederholt so von “dem Islam” sprechen, kann man seine Existenz kaum leugnen. Zu unterscheiden ist nur: KIRCHENKRITIK ist niemals Hetze! An diversen Unis haben in den 80ern und 90ern ASTA-Leute “antiklerikale Wochen” mit Aufruf zum Kirchenaustritt veranstaltet. An eine wohlfeile Unterscheidung von KRITIK und HETZE dachte da niemand, aber es ging ja auch nie um den Islam…

          • Es gibt nicht den einen Islam, was man bereits am Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten sieht, und so bietet auch der Koran viele Arten der Auslegung und Deutungen der Schriften, so wie salafistisch orientierte Muslime nicht ihren Absolutheitsanspruch gegenüber anderen Muslimen äußern sollten, indem diese sich anschicken durch die Lebensweise der Altvorderen, Gott näher zu sein als alle anderen Muslime.

          • Es ist doch klar, dass sich Kritik am Islam immer auf die Formen bezieht, die mit dem Grundgesetz unvereinbar sind. Deswegen verstehe ich auch die Frage nicht “gibt’s den einen Islam?” Sie kommt mir künstlich vor, um wie gewohnt aus jeder Kritik am Islam rechtspopulistische Hetze machen zu können.

          • Das gesellschaftliche Zusammenleben mit Scientologen gestaltet sich ähnlich schwierig wie mit der bereits beschrieben radikalen Minderheit der Salafisten, wobei laut Verfassungsschutzbericht von 2018 10.800 Personen dieser Szene zugerechnet werden, wobei ca. 1300 Personen als radikale Gefährder gelten.
            Die salafistische Auslegung des Koran bildet die ideologische Grundlage dieser radikalen Gruppen und ihrer Netzwerke, die sich sehr deutlich von allen anderen Auslegungen des Islam unterscheiden.
            Laut Verfassungsschutzbericht von 2018, können salafistische Netzwerke mit ihrer extremen Auslegung des Koran, Menschen soweit radikalisieren, dass sie zu Gewaltbefürwortern der Gewaltanwendern sich entwickeln.
            Der Bericht unterscheidet zwischen politischem und dschihadistischen Salafisten, von denen erste nur die radikale Ideologie verbreiten wollen, während die zweite Gruppe glaubt, ihre Ziele nur mit Gewalt erreichen zu können. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/verfassungsschutzbericht-salafisten-phaenomen...

          • Wenn es DEN ISLAM nicht gibt, gibt es auch nicht DIE ISLAMFEINDLICHKEIT oder DIE RECHTEN. Ansonsten schliesse ich mich den weißen Worten von m.n. an.

          • Nochmal: Wer oder was soll “der Islam” denn sein? Mein türkischer Gemüsehändler um die Ecke? Die Millionen von friedliebenden Muslimen in Deutschland? Der Islamische Staat? Sunniten? Aleviten? Schiiten? Der Islamwissenschaftler Prof. Korchide? Oder das Zerrbild, das die AfD und andere Rassisten gerne aus “dem” Islam machen, um auf der Hasswelle surfen zu können?

          • “Der Islam” bzw. “die Muslime” ist die Gruppe muslimischer Menschen, deren Verhalten mit dem hierzulande gewohnten Umgang nicht zusammenpasst.

          • Wieso ist “der Islam” eine Gruppe von Menschen? “Der Islam” ist erstmal eine Religion – oder sind Sie “das Christentum” (oder als Lehrer “das Schulsystem”)?

            Und was ist mit Muslimen, deren Verhalten sehr gut mit dem hierzulande in den größten Teilen der Gesellschaft gewohnten Umgang (außer vielleicht auf AfD-Parteitagen) zusammenpasst – sind die nicht “der Islam”?

            Oder ist es nicht eher so, dass Leute wie Sie ein Feindbild brauchen und sich eins aus Klischees und Vorurteilen gegenüber Menschen, denen Sie sich überlegen fühlen, zusammengebastelt haben – und zwar eins, das in seiner Schlichtheit mit der Realität praktisch nichts zu tun hat?

          • @Bernd
            Da Ihr Interesse am Islam und dem Koran so groß ist, dass Sie permanent dieselbe(n) Frage(n) nach ihm stellen, kann ich nur die unzähligen Bücher und Artikel über diese Religion empfehlen. Sie können Ihren Wissensdurst viel besser befriedigen als Einzelauskünfte hier im Forum.
            Rein formal kann höchstens und mit Sicherheit darauf hingewiesen werden, dass der Islam KEIN Mensch und auch keine Gruppe von Menschen (wie etwa Gemüsehändler) ist, sondern eine Religion bzw. religiöse Lehre. Menschen mit dieser Religion nennt man deswegen nicht Islam, sondern Muslim, Muslima oder in radikalen Fällen auch Islamisten.
            Wie gesagt: Ihr Kommentar, der nur aus Fragen besteht, zeigt so viel Interesse am Islam und was er denn sein soll, dass Erkundigung an ergiebigerer Stelle empfehlenswert erscheint.

          • Bermerkenswert ist, dass diejenigen, die hier so gerne “den Islam” kritisieren, nicht mal wissen, was sie überhaupt meinen – die Religion? Muslime? Bestimmte Muslime? Oder irgendwas und irgendwen, das oder den sie für “den Islam” halten (wie’s halt gerade so passt)?

          • Sie wissen ganz genau, dass mit “Der Islam” die konservative Auslegung gemeint ist, die die Religion vor alles andere setzt.

          • Aha. Jetzt ist “der Islam” also weder die Religion noch die Menschen – sondern eine Auslegung.

            Und dieses Geschwurbel halten Sie für eine Grundlage, mit der sich eine auch nur halbwegs sinnvolle Diskussion führen ließe?

          • Wieso bemängeln Sie hier unzulässige Verallgemeinerung, während Sie dies bei Ihren Kritikern selbst andauernd selbst tun?

          • “Wer oder was soll DER ISLAM denn sein?”
            “Gibt es DEN Islam?”
            Irgendwann ist es auch mal gut mit diesen rabulistischen Spielchen. Fragen wir die Muslime selbst. Sawsan Chebli twittert wörtlich “Der Islam ist eine wunderschöne Religion.” Lamya Kaddor sagt wörtlich: “Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar.”
            Da ist er also wieder: DER Islam. Was den Apologeten recht ist, sollte den Kritikern billig sein dürfen.

          • Was haben Sie schon gegen Frau Sawsan und Frau Lamya Caddor schon an Negativem vorgetragen, außer dass diese den Islam anders verstehen als die oben von mir beschriebenen Richtungen des politischen und des dschihadistischen Salafismus, die sich auf die Altvorderen berufen, ohne deren Lehren verstanden zu haben.
            Die zielen in ihrer Deutungshoheit nur auf die äußeren Formen des Islam an, wie die Geschlechtertrennung, die Unterdrückung der Frau und deren Erziehung zu einem unterwürfigen Wesen, das zum Diener ihrer Männer wird, die zudem noch sich ungeahnt in ihren Männerphantasien ergehen die unterwürfigen Frauen, allein für ihre Zwecke missbrauchen, der sexuellen Triebhaftigkeit und der Fortpflanzung. Wie müssen diese Männer gar die Tuareg hassen, bei denen die Männer sich verschleiern müssen und die Männer sich wohlfeil sich gegenüber den Frauen verhalten müssen, damit sie nicht von ihren Frauen verstoßen werden.
            Man kann den Koran so oder so auslegen, eine Deutungshoheit sprechen sich alleine die radikalen Kräfte zu.
            Ihre einfachen Zitate sprechen nicht gerade dafür, dass Sie sich sehr intensiv mit dem Islam beschäftigt haben, um diesen zu verstehen.
            Liebe deine Feinde lautet stark verkürzt eines der abgewandelten Zitate des großen Humanisten, Aufklärers und Gottessohnes , gleich wie man ihn bezeichnet um andere zu verstehen zu lernen.

          • “Was haben Sie schon gegen Frau Sawsan und Frau Lamya Caddor schon an Negativem vorgetragen…”
            Wer? Ich? Gar nichts, werter IgnazWrobel. Ich denke, mein Posting war deutlich genug zu verstehen als Kritik an der rabulistischen Fehlzündung, Islamkritik darf nicht pauschalieren, Islamwerbung aber schon. Weder habe ich pauschalen Zorn gegen alle Muslime, noch will ich notorischen Fremdenhass verteidigen. Aber ich sehe, dass hier mit Argumenten nichts zu bewegen ist, daher steige ich aus dieser Debatte jetzt aus.

          • @Christian
            Mein Kommentar bezog sich mehr auf den anderen Kommentar, da ihrer eigentlich nur euphemistische Statements betroffener Frauen aus diesem Kulturkreis bezog und so auch von mir verstanden wurde, denn schließlich bringen diese Statements nur zum Ausdruck, wie wenig sich selbst diese mit dem Phänomen des Islam auseinandergesetzt haben.
            Werten Sie bitte meine Bemerkung nicht als Affront gegen sich selbst. Immerhin habe ich danach direkten Zugang zu diesen beiden Frauen gesucht, die anscheinend gar nicht bemerken, ich für etwas instrumentalisieren zu lassen, was gegen ihre Selbstständigkeit steht. und wirkt.

    • Man sollte sich da gar nicht mehr einmischen. Wenn jemand gerne ein Kopftuch trägt, dann soll er es machen. Warum sollte ich mich noch dafür einsetzen, dass keine Schülerin unter einem möglichen Patriarchat leiden muss, wenn einem dann die gut gemeinten Hilfestellungen sofort im Munde verdreht werden und man sich dann noch als fremdenfeindlich beschimpfen lassen muss. Das Gleiche gilt doch auch bei der Sprachkompetenz. Warum sollte ich noch Schülern raten, mehr deutsche Literatur zu lesen? Warum sollte ich Eltern raten, bei Zeiten auch mal Deutsch mit den Kindern zu sprechen, wenn einem auch hier sofort Assimilation und rassistische Beweggründe untergeschoben werden? Dann gibt es halt nur den Hauptschulabschluss, keine Ausbildung und wenig Perspektive. Das ist dann aber auch nicht mehr mein Problem.

      • Man muss sich da einmischen, wo derartige Neubürger ihre Wut an den Symbolen anderer Religionen auslassen oder sich ihr Hass gegen altertümliche Abbildungen und Baudenkmäler richtet, Zeitschriften und Zeitungen mit leicht bekleideten Menschen zerknittert, verknüllt und zerfetzt werden, abfällige Bemerkungen über das freizügige Tragen sommerlicher Bekleidung durch Frauen herabwürdigend kommentiert wird oder homophile und lesbische Paare übelst abgeurteilt und verurteilt werden, unsere westliche Musik, sei es die Wiener Klassik oder eben auch Pop- und Rockmusik oder andere Musik, verachtend beurteilt wird.
        Das derartige Zeitgenossen dann ausgerechnet auch noch von linksorientierten Frauen Unterstützung erfahren, ist an schizophrenem Verhalten nicht mehr zu überbieten und aus meiner Sicht auch nicht mehr verständlich.
        Die Denkweise dieser Salafisten ist derart aus der Zeitschiene geraten, dass ich mir ein weiteres friedliches Zusammenleben mit diesen Zeitreisenden nicht mehr vorstellen kann.
        Diesen Reisenden kann ich nur empfehlen: Meidet Europa !

  3. @Bernd, 11.Mai at 22:51
    Zitat: „Zwei Begriffe haben in den Medien Hochkonjunktur: Hass und Hetze. Ich möchte hier nicht über Flüchtlinge und/oder Politik sprechen, sondern aus textlicher Sicht darauf hinweisen, dass die ausschließliche Nutzung dieser beiden Worte eine gefährliche Verengung der sprachlichen und gedanklichen Möglichkeiten darstellt.
    Schnell ist man medial mit Hass und Hetze zur Hand, wenn über kritische Äußerungen oder feindselige Handlungen zu berichten ist. Ich frage mich: Kann es wirklich immer so einfach sein? Wo bleiben Differenzierungen, wie es sie im Halbdutzend gibt, von Vorbehalt, Vorsicht, Skepsis bis zu Zurückhaltung oder Ablehnung? Nein, stattdessen nur noch Hass und Hetze. Da wirkt die sprachliche Behandlung reflexhaft und primitiv.“
    https://www.better-media.de/bmwp/2016/06/nur-noch-hass-und-hetze/

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