Neues Pädagogik-Institut: Direktorin fordert A13 für Grundschullehrer

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ROSTOCK. Die Universität Rostock hat neues Institut für Grundschulpädagogik, mit dem die Ausbildung von Grundschullehrern auf neue Füße gestellt werden soll. «Grundschulpädagogen haben mit den Jüngsten zu tun, sie brauchen eine besonders gute, wissenschaftliche Ausbildung», sagte Thomas Häcker, Direktor des Instituts für Schulpädagogik und Bildungsforschung, von dem sich das neue Institut nun abkoppelt. Inhaltlich solle die Kooperation aber ausgebaut werden, sagte Nina Kim Dunker, Professorin für Grundschulpädagogik und Direktorin der neuen Einrichtung mit derzeit rund 700 Studierenden.

Die materielle Gleichstellung? Steht für Grundschullehrer in Mecklenburg-Vorpommern noch in den Sternen. Foto: birgitH / pixelio.de

Mit dem Institut soll die Ausbildung der Grundschullehrer wissenschaftlicher werden und die Pädagogen gezielter auf ihren späteren Beruf vorbereiten. «Wir betrachten die Akademisierung der sogenannten kleinen Lehrämter als große Errungenschaft», sagte Häcker. Im Studium müssten die Grundlagen gelegt werden und die Studierenden eine Haltung «hin zum Kind» entwickeln. Dazu zähle etwa der Umgang mit Diversität. Bevor diese Grundlagen nicht gelegt seien, sollten die Studierenden nicht an die Schulen gelassen werden.

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Pensionierungswelle unter Lehrern

Das neue Institut soll auch dazu beitragen, den Grundschullehrer-Nachwuchs im Land zu sichern. «Wir können nicht damit rechnen, dass Grundschulpädagogen nach Mecklenburg-Vorpommern kommen», sagte Häcker. Man bilde vor allem den eigenen Nachwuchs aus, was angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle bei Lehrern auch nötig sei.

Die Quoten von Abbrechern und Fachwechslern sei niedriger als in anderen Fächern, konkrete Zahlen wurden jedoch nicht genannt. Die meisten Absolventen bleiben Dunker zufolge in Mecklenburg-Vorpommern, auch wenn es dennoch Probleme gebe, den ländlichen Raum zu versorgen. Das Land müsse in den nächsten Jahren «hochkreativ» werden, um diese Gebiete attraktiver zu machen, betonte Häcker. Er und Dunker sprachen sich zudem dafür aus, die Gehälter von Grundschullehrern an die anderer Lehrer anzugleichen.

A13 auch für Grundschullehrer? Schwesig zögert noch

Hintergrund: Im Ringen um dringend benötigte Lehrer haben einige Bundesländer die Vergütung für Grundschullehrer bereits kräftig aufgestockt. Die von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig geführte rot-schwarze Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern zögert aber noch, ihnen die an weiterführenden Schulen gezahlte Gehaltsstufe A13/E13 zu gewähren (News4teachers berichtete). News4teachers / mit Material der dpa

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2 KOMMENTARE

  1. A13 ist völlig überzogen und würde auch zu viele Mittel aus dem Haushalt abziehen, die für wichtigere Dinge wie Sanierungen von Schulen und Brücken oder einer anständigen Bezahlung von Pflegekräften benötigt werden.

  2. Die Frage wäre ja mal, inwieweit das “Allheilmittel” Gehaltserhöhung (A/E 13 für alle), den Lehrermangel nicht nur noch weiter verschärft hat, wie ich immer denen entgegenhielt, die behaupteten, DAMIT den Lehrermangel zu bekämpfen. In Berlin ist die Teilzeitquote gesteigen (Einstellungsgehalt derzeit rund 5300,- Euro).

    “Der Anteil der Lehrkräfte, die in Teilzeit arbeiten, ist von 24 Prozent im Schuljahr 2014/15 auf 29 Prozent im laufenden Schuljahr 2018/19 gestiegen. … Momentan arbeiten 9492 von 32.321 Lehrkräften mit einer Stundenreduzierung, 2014/15 waren es 6944 von 28.751.

    “Würde jede Teilzeitlehrkraft nur zwei Stunden Unterricht in der Woche mehr erteilen, wäre etwa ein Drittel des Einstellungsbedarfs zum neuen Schuljahr gedeckt”, teilte Kittler mit.”

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/schulen-in-berlin-immer-mehr-lehrer-arbeiten-in-teilzeit/24419670.html

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