Beauftragter: Umgang mit Antisemitismus in Lehrerausbildung verankern

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MAINZ. Der Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sollte nach Auffassung des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, zu einem verbindlichen Teil der Lehrerausbildung werden. Um israelbezogenem Antisemitismus zu begegnen und vorzubeugen sei es zudem sinnvoll, «die Geschichte Israels und des Nahostkonflikts viel stärker in den Lehrplänen zu berücksichtigen», sagte Klein am Donnerstag bei einer Präventionsveranstaltung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums in Mainz. «Und wir müssen das Lehrpersonal dazu ausbilden und befähigen, diese Diskussion zu führen anstatt sie zu meiden.»

Seit April Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung: Felix Klein. Foto: BMI

«Aber auch in der Aus- und Fortbildung von Juristen und Beschäftigten des öffentlichen Dienstes muss das Thema Umgang mit Antisemitismus intensiver behandelt und prüfungsrelevanter Gegenstand werden», sagte Klein bei der Tagung mit dem Thema «Jüdisches Leben in Rheinland-Pfalz stärken – Antisemitismus erkennen und begegnen».

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Der rheinland-pfälzische Antisemitismusbeauftragte, Dieter Burgard, forderte die Menschen auf, bei antisemitischen Bemerkungen «klare Kante zu zeigen» und Anzeige zu erstatten. Als Beispiele nannte er «ein Hassvideo eines Islamisten aus Kaiserslautern» sowie einen Facebook-Post eines Eiscafé-Betreibers aus Pirmasens.

«Antisemitismus zu erkennen und diesen zu bekämpfen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, denn er stellt unsere demokratischen Grundwerte in Frage», betonte Burgard. Der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden, Avadislav Avadiev, sprach sich dafür aus, dass Christen, Juden und Muslime gemeinsam mehr gegen Antisemitismus und Fremdenhass unternehmen sollten. dpa

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