GEW nennt Piazolos Konzept für eine neue Oberstufe einen “Bauchplatscher”

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MÜNCHEN.  Als “einen Bauschplatscher” hat der Vorsitzende der Landesfachgruppe Gymnasium der GEW Bayern, Andreas Hofmann, die von der Staatsregierung vorgelegten Neuerungen für die Oberstufe im G 9 bezeichnet. Das Konzept sei nicht zukunftsweisend. Festhalten an Mathematik und Deutsch auf erhöhtem Niveau für alle führe zu einer überfrachteten Stundentafel. Die möglichen Differenzierungsstunden und der mögliche Vertiefungskurs in diesen Fächern erinnerten an die „missglückten Reformen namens ‚Mittelstufe plus‘ und ‚Flexi-Jahr‘. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Die Belegung zweier fünfstündiger Fächer auf erhöhtem Niveau, die nach den Vorgaben der Kultusministerkonferenz gewählt werden können, wäre der inhaltlich bessere Ansatz und strukturell einfacher“, erklärt Hofmann.

In der Kritik: Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Foto: Bayerisches Kultusministerium

Die Leidtragenden seien die Schülerinnen und Schüler, denen dieses Konzepts auf verschiedene Weise nicht gerecht werde.

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Die GEW kritisiert im Einzelnen:

  • „Bayern bleibt das einzige Land mit äußerst geringer Wahlmöglichkeit der Fächer auf erhöhtem Niveau. Die Reformen in Baden- Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren waren weiterführender.
  •  Bayern bleibt auch das Land, in dem zwei Kurse auf erhöhtem Niveau nur vierstündig angeboten werden. Die GEW Bayern fordert dafür generell fünfstündige Fächer. Sie erleichtern ein intensives Arbeiten in einem Fachbereich, bieten also 25 Prozent mehr Zeit zur Vertiefung. Dies bleibt den Schüler*innen nach dem jetzt vorgelegten Planungen in Deutsch und Mathematik verwehrt.
  • Das Konstrukt mit Deutsch und Mathematik schränkt die Wahlmöglichkeit ein. Musik, Kunst, die Naturwissenschaften und auch die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer bleiben untergeordnet. Das benachteiligt die bayerischen Schüler*innen sowohl in der Persönlichkeitsbildung als auch in ihrer Vorbereitung auf ein Hochschulstudium.
  •  Die mindestens 33 Wochenstunden und erst recht die 35 Wochenstunden in der Q 12 bei Belegung des Vertiefungskurs in Deutsch oder Mathematik sind zu viel.
  •  Die Einrichtung von Differenzierungsstunden in der Q 13 zeigt, dass dem Kultusministerium bewusst ist, dass es für viele Schülerinnen und Schüler kaum möglich ist, sich in vier Unterrichtstunden adäquat auf das Abitur auf erhöhtem Niveau vorzubereiten.“

Mit der verfrühten Festlegung der 11. Jahrgangsstufe seien unnötig Spielräume zur Gestaltung der Oberstufe blockiert worden. Das jetzt vorgelegte Konzept verspiele die letzte Chance für eine für die Schülerinnen und Schüler „facettenreiche, interessante und zukunftsfähige Oberstufe mit hohem Gewinn für die ganze Gesellschaft“. News4teachers

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