Martin will Demokratiebildung schon in den Klassen 5 und 6 verstärken

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SCHWERIN. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält – wie er in seiner Weihnachtansprache betonte – Beteiligung und Mitgestaltung für Grundelemente der Demokratie. Und auch den Streit, aber mit Regeln und mit Respekt. Dies zu erlernen, kann nicht früh genug beginnen, meint Bildungsministerin Bettina Martin, Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern.

Nimmt sich des Themas Demokratiebildung an: Bettina Martin, Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Regierungsportal M-V / Ute Grabowsky

Demokratieverständnis und Streitkultur sollen nach dem Willen von Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) früher als bisher in den Schulunterricht einfließen. «Demokratische Strukturen kennenzulernen und die eigene Wirksamkeit zu erfahren, das ist eine ganz zentrale Aufgabe von Schule», sagte Martin in Schwerin.

Derzeit arbeite ihr Ministerium mit der Rostocker Universität daran, die Lehrpläne für die Klassen 5 und 6 anzupassen. Damit solle erreicht werden, dass Inhalte des in Klasse 8 einsetzenden Faches Sozialkunde schon in diesen Stufen vermittelt und das Verständnis für demokratische Entscheidungsfindungen verankert werden.

Demokratiebildung: Kostenloser Online-Kurs für Lehrer

„Schule ist ein zentraler Ort, an dem junge Menschen Demokratie und Engagement lernen, erfahren und gestalten können.“ Foto: Shutterstock

Die Demokratiebildung in der Schule hat im Zuge der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen an Bedeutung gewonnen. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sich als Part der Gesellschaft zu begreifen, der diese aktiv verändern kann. Doch wie können Lehrkräfte dies erreichen? Unterstützung bietet der kostenlose Online-Kurs „Citizenship Education – Demokratiebildung in Schulen“, den die Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Institut für Didaktik der Demokratie an der Leibniz Universität Hannover entwickelt hat.

Hier gibt es weitere Informationen.

«Es geht um die Erfahrung, dass man unterschiedlicher Meinung sein kann, sich darüber auseinandersetzt und am Ende einen Kompromiss findet, bei dem keiner verliert und bestenfalls alle gewinnen», sagte Martin. Damit könne man nicht früh genug anfangen und die Möglichkeiten seien oft simpel, aber wirkungsvoll. So gebe es Kitas, in denen die Betreuer mit den Kindern regelmäßig über den Speiseplan der nächsten Woche diskutierten. «Es können alle mitreden und am Ende müssen sie sich auch einigen. Das sind ganz kleine Übungen, die dann auch in der Schule fortgeführt werden müssen», sagte Martin.

Wertevermittlung muss fächerübergreifend im Unterricht erfolgen

Demokratie funktioniere nur, wenn man mitmacht und sich einmischt.
Gerade in Zeiten zunehmender Konfrontation gelte es, von früh an Dialogfähigkeit zu vermitteln. «Denn auch junge Menschen sind nicht immun gegen antidemokratische Entwicklungen», sagte die Ministerin.

Wertevermittlung dürfe aber nicht auf ein Fach wie Sozialkunde beschränkt sein, sondern müsse fächerübergreifend erfolgen. «Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Schuljahr deshalb auch das Fach Informatik und Medienbildung eingeführt, das auf alle anderen Fächer ausstrahlen soll», sagte Martin.

«Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung, mit all ihren Chancen und Risiken.» Wie sie die Technik bedienen, lernten Kinder schnell. Sie müssten aber auch lernen, mit der Informationsflut umzugehen, die eigenen Daten zu schützen, richtig von falsch, seriöse Nachrichten von Fake News zu unterscheiden, betonte die Ministerin. Die Gefahr, sich in Filterblasen zu isolieren und ein einseitiges Weltbild aufzubauen, sei groß. «Ich glaube, der einzige Weg aus dieser Gefahr ist Bildung, die Erziehung junger Menschen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern», sagte Martin. dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

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