Kollegen abgehört: Vize-Schulleiter verwanzt Räume von Direktor und Lehrerrat – ihm drohen nun 5 Jahre Haft

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COTTBUS. Ein stellvertretender Schulleiter eines Gymnasiums in Cottbus soll seine Kollegen abgehört haben. In vier Räumen der Schulleitung und des Lehrerrates  seien Wanzen entdeckt worden, teilte das Bildungsministerium mit. Der Mann, der seit 2015 Vize-Direktor des Gymnasiums ist, sei mit sofortiger Wirkung suspendiert worden und dürfe die Schule nicht mehr betreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Lauschangriff: Vier Räume der Schule waren verwanzt (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Nach Angaben des Bildungsministeriums wurden in vier Räumen der Schulleitung und des Lehrerrates am Pückler-Gymnasium Anhöreinrichtungen, sogenannte Wanzen, entdeckt. Der Schulleiter hatte demnach direkt nach dem Fund am Donnerstagabend das Schulamt informiert, das die Polizei einschaltete. Zudem wurden der Landkreis Spree-Neiße als Schulträger, der Hauptpersonalrat der Lehrkräfte sowie die Datenschutzbeauftragte des Landes benachrichtigt.

Bildungsministerium: „Der Verdacht hat sich bestätigt“

„Der Verdacht richtete sich sehr schnell gegen den stellvertretenden Schulleiter des Pückler-Gymnasiums, er ist seit Februar 2015 in dieser Funktion an der Schule tätig“, so heißt es beim Bildungsministerium in Potsdam. „Er wurde heute Mittag zu der Sache angehört, der Verdacht gegen ihn hat sich bestätigt. Daraufhin wurde der stellvertretende Schulleiter mit sofortiger Wirkung suspendiert und darf die Schule nicht mehr betreten. Gegen ihn wurde Strafanzeige gestellt.“ Gegen ihn wurde auch Strafanzeige gestellt.

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Die Staatsanwaltschaft Cottbus gehe dem Tatverdacht der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes nach, wie Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum am Montag sagte. Darauf stünde eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Wer allerdings als Amtsträger oder im öffentlichen Dienst besonders verpflichtet sei, bei dem erhöhe sich der Strafrahmen auf bis zu fünf Jahre.

Stellvertretender Schulleiter galt als schwierig

Der 60-Jährige ist laut „Lausitzer Rundschau“ Lehrer für Mathematik, Physik und Astronomie. Zuvor sei er stellvertretender Direktor an einem 25 Kilometer entfernten Gymnasium gewesen. Dort habe er nach Aussagen von Eltern seiner früheren Schüler als schwierig gegolten. Er sei durch „wechselhafte Stimmungen und herablassendes Verhalten gegenüber Mädchen“ aufgefallen, so heißt es in dem Bericht. Deshalb habe er die Schule verlassen müssen. dpa

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3 KOMMENTARE

  1. Vernünftig. Nachdem er seine letzte Chance – die Versetzung – hoffnungslos in den Sand gesetzt hat, soll er heftig, aber angemessen bestraft werden, nie mehr im Schuldienst tätig sein dürfen und ggf. aus dem Beamtenverhältnis entfernt werden.

  2. Er ist ein Kind seiner Zeit geblieben, eingeschliffene Erlebnisse aus Kindheit und Jugend.
    Schickt ihn, den 60-Jährigen, in den Ruhestand, das ist eine gerechte Lösung und verurteilt angemessen juristisch sein Verhalten.

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