Masern-Impfpflicht kommt – VBE kritisiert: Schon wieder neue Aufgabe für Schulen

1

STUTTGART. Schulen müssen künftig überprüfen, ob alle Schüler gegen Masern geimpft sind – bundesweit. Darauf hat aktuell das Kultusministerium Baden-Württemberg die Schulen im Land hingewiesen. Am 1. März tritt die Impfpflicht in Kraft. Kritik kommt vom VBE.

Jedes Jahr treten in Deutschand mehrere Hundert Fälle von Masern auf – die Impf-Pflicht dürfte helfen, die Zahl zu senken. Foto: Shutterstock

Als Grund nannte das Kultusministerium am Donnerstag in Stuttgart das neue Masernschutzgesetz, das zum 1. März bundesweit in Kraft tritt. «Damit wird die Masernimpfung für alle Kinder, die in die Kita oder Schule gehen, verpflichtend.» Schüler und Lehrer, die bereits an der Schule sind, müssen den Impfnachweis bis zum 31. Juli 2021 vorlegen. Schüler, die neu aufgenommen werden, müssen die Impfung spätestens vor Beginn des ersten Unterrichtstags nachweisen. Bei neu eingestellten Lehrern überprüfen die Regierungspräsidien den Impfstatus. Schüler, die nicht geimpft sind, müssen laut Ministerium trotzdem von der Schule aufgenommen werden. Dann müsse aber das Gesundheitsamt benachrichtigt werden. Den Eltern droht ein Bußgeld – ungeimpften Lehrern ebenfalls.

„Wie viel Mehrarbeit für Schulen denn noch?“

Der VBE erkenne durchaus die Wichtigkeit, sich dem Thema Masernschutz anzunehmen, zugleich darf die Umsetzung nicht an den Schulen hängen bleiben – meint Gerhard Brand, Landesvorsitzender des Verbands in Baden-Württemberg. „Es ist absolut richtig, dass die Politik den Masernschutz in den Blick genommen hat. Sie sollte sich jedoch genau überlegen, wie viel Mehrarbeit sie den Schulen noch auflasten will.“  Die drastische Zunahme an Aufgaben stelle die Schulen ohnehin bereits vor erhebliche Herausforderungen und lasse ihnen immer weniger Zeit für ihr eigentliches Kerngeschäft, dem Unterrichten.

„Enormer Mehraufwand gerade für große Schulen“

„Nun sollen sich die Schulen auch noch darum kümmern, dass die Kinder geimpft sind. Hier darf die Frage erlaubt sein, warum man diese Aufgabe nicht komplett dem Gesundheitsamt überlassen hat. Nun wird den Schulleitungen eine weitere Aufgabe übergestülpt, die insbesondere für großen Schulen einen enormen Mehraufwand bedeutet. Wir müssen aufpassen, dass die Schulen nicht zum permanenten Reparaturbetrieb der Gesellschaft werden und sollten ihnen stattdessen wieder mehr Zeit für die Bildung unserer Kinder lassen“, meint Brand. News4teachers / mit Material der dpa

Masern-Impfpflicht – Schulen müssen Kinder auch ohne Schutz nehmen

Anzeige


1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here