Öffnet NRW seine Schulen doch früher? Gebauer spricht von „wenigen Tagen“

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DÜSSELDORF. Die Schulen in NRW sollen nach den Osterferien kommende Woche schrittweise wieder den Betrieb aufnehmen – zunächst für Schüler, die unmittelbar vor einem Abschluss stehen. «Nach einer Vorbereitungszeit für Schulleitungen, Lehrkräfte und anderes Personal ab dem 20. April 2020 sollen die Schulen wenige Tage später für die Schülerinnen und Schüler wieder öffnen, für die Abschlussprüfungen anstehen», teilte das NRW-Schulministerium am Mittwochabend mit. Ministerin Yvonne Gebauer wolle an diesem Donnerstag den Schulausschuss des Landtags über Details informieren.

War vorgeprescht: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: MSB/ Susanne Klömpges

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, dass es für die meisten Jahrgänge erst ab dem 4. Mai wieder Unterricht geben soll (News4teachers berichtete). Gebauer erklärte im Anschluss: „Die Vorbereitungen zur Wiederaufnahme und konkreten Ausgestaltung des Schulbetriebs für die Zeit bis zum 4. Mai 2020 werde ich morgen im Schulausschuss des Landtags den Abgeordneten vorstellen und ebenso auch alle Schulen und Schulträger im Land informieren.“

Ankündigung von gestern: Schulen öffnen nächste Woche

Gleichzeitig erklärte sie: „Die Entscheidung der Ministerpräsidenten zusammen mit der Bundeskanzlerin bieten eine verlässliche Grundlage für unseren Fahrplan, die Schulen nach den Osterferien schrittweise wieder zu öffnen, um so insbesondere die Durchführung von Prüfungen, Prüfungsvorbereitungen und die Vergabe von Abschlüssen zu ermöglichen“ – ohne auf den zeitlichen Widerspruch einzugehen. Die Bund-Länder-Einigung hält allerdings für NRW ein Hintertürchen offen: Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen für Schüler, die jetzt vor dem Abschluss stehen, sind in den Schulen auch vor Anfang Mai schon unter strengen Auflagen möglich.

Gebauer selbst hatte gestern angekündigt, bereits in der kommenden Woche den Schulbetrieb für die Abschlussklassen wieder aufnehmen zu wollen (News4teachers berichtete).

Mehr noch: NRW-Familienminister Joachim Stamp hatte in Aussicht gestellt, dass Kinder, die kurz vor der Einschulung stehen, wieder betreut werden. In der kommenden Woche werde die Notfallbetreuung noch fortgesetzt, sagte Stamp gestern. «Danach schlage ich vor, den letzten Jahrgang vor der Einschulung wieder zuzulassen.»  Davon war heute allerdings keihe Rede mehr. Gebauer und Stamp gehören beide der FDP an.

Abiturprüfungen sollem am 12. Mai beginnen

Die Abiturprüfungen in NRW sollen wie geplant am 12. Mai beginnen. Das hat Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch klar gestellt. In der kommenden Woche sollen an den NRW-Schulen Prüfungen und Vorbereitungen der Abschlussklassen wieder stattfinden. «Genau die Klassen sind es, die in der nächsten Woche wieder in den Unterricht gehen können», sagte Laschet. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Bündnis gegen Gebauer-Plan: Schulen können nicht am 20. April wieder öffnen

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11 KOMMENTARE

  1. Und wie soll das bitte funktionieren ? Ich bin momentan selber Abschlussschüler in NRW und das würde an unserer Schuler schon allein aufgrund von Lehrermangel garnicht klappen. Bei uns sind einige Lehrer bereits über 60 Jahre alt. Und wie soll man das mit den Busunternehmen so vorschnell planen ? Ich sage jetzt schon vorraus das die Schulen ein bis zwei Wochen aufhaben werden, allerdings aber dann wieder schließen werden weil die Zahl der Neuinfektionen rapide ansteigen wird.

  2. Es ist mir unverständlich, warum die ZPs nicht gestrichen werden, es gab eine Zeit vor den ZPs, in der wir unseren Schülern auch wunderbare Abschlüsse geben konnten!
    Auf Biegen und Brechen diese Prüfung durchführen zu wollen, ist für mich unverständlich!
    Zudem könnten die Prüfungen fürs nächste Jahr verwendet werden und so Lehrerstunden eingespart werden, die sonst für die Vorbereitung dieser Prüfungen benötigt werden!

    Die Abiturienten sind gut vorbereitet, sie hätten eh keine Schule mehr gehabt!
    Den 10ern fehlen drei bzw. vier Wochen Unterricht! Den kann man auch nicht mit Home Office aufholen!

  3. Abschlussklassen am Montag? Wie soll das bitte gehen?! Wer überprüft die neuen Hygienestandarts, woher kommt der Mundschutz, oder braucht man den hier nicht?! Wer kontrolliert den Abstand im Bus, auf dem auf dem Schulhof woher kommen die ganzen zusätzlichen Busse, Lehrer… Und wer übernimmt die Verantwortung wenn es schief geht?! Ganz zu schweigen, daß diese Prüfungen NICHT Chancengleich sind. Leute die keine Kinder in der Situation haben, können leicht sagen hatten doch Zeit… Dann bekommen nächstes Jahr auch alle vor den Prüfungen Kontaktverbot, Homeschooling und in der Prüfung Mundschutz und einen Infizierten in die Klasse?! Nicht?! Wäre nicht gerecht? Aber dieser Jahrgang soll das. Das ist ein Corona Abschluss mit oder ohne Prüfung, nur das es hier um die Gesundheit der Kinder geht.

  4. FDP – der Markt regelt eben alles. Ein „Gesundheitsmarkt“ (Markt für Gesundheitsdienstleistungen und Produkte) muss ganz liberal geöffnet werden. Ohne Nachfrage kein Geschäft! Maßnahmen zur Nachfragesteigerung führen zu einem höheren BIP. Die Corona-Folgekosten müssen ja auch wieder refinanziert werden.

  5. Erinnert sich noch jemand daran, dass es jahrzehntelang Abitur und „Mittlere Reife“ ohne zentrale Prüfungen gab? Noten gab es eben aufgrund von Leistungen IM Unterricht und Klausuren, die sich auf den TATSÄCHLICH erteilten Unterricht bezogen. Die FDP war es, die die Landtagsfraktionen ALLER Parteien ( Linke gab es damals nicht im Landtag) so lange vor sich her trieb, bis sie auch meinten, zentrale Prüfungen wären Heilmittel gegen den Pisa-Schock. Das war früher? Nein, so war’s bis vor fünfzehn Jahren. Gebauer und Laschet selbst haben keine zentralen Abschlussprüfungen absolviert.

    • Man muss allerdings dazu sagen, dass das Niveau der Abiturprüfungen in NRW nach Einführung des Zentralabiturs bei gleichem Lehrplan dramatisch abgenommen hat.

      • … und dazu muss man sagen, dass es ja wohl heute deutlich schwerer für die Schüler ist, sich auf eine ganze Bandbreite von möglichen Themen vorbereiten zu müssen. Früher konnte der Lehrer, der die Aufgaben ja selbst stellte, seinen Kurs auf den Punkt vorbereiten und dann natürlich ein höheres Niveau dabei voraussetzen.

        Dieses ewige Märchen „früher war alles besser“ nervt – ich muss mir nur die Fremdsprachen anschauen, dann weiß ich, dass das Niveau in der Breite heute ungleich höher ist als vor 20, 30 Jahren.

  6. Eine Abiturprüfung kann nicht einfach so wegfallen.

    Jede Abiturklausur zählt fünffach und die gesamten vier Abiturprüfungen machen 1/3 der Gesamtnote aus. Dementsprechend haben sich die Kinder in den letzten drei Jahren auf die Prüfung vorbereitet. Die Kinder hatten doch genug Zeit und es gab keine Ablenkung. Wer nicht schreiben möchte, kann es ja lassen.

    Wir können auch die Führerscheinprüfungen und viele andere belastende Prüfungen wegfallen lassen. Dann fehlt aber auch das geile Gefühl nach der bestandenen Prüfung.

    • Ach was! Zu meinen Zeiten (Abi 77) gab es in NRW noch keine Facharbeiten, obwohl die als Einzelleistung vorgesehen waren in der damaligen APO-GOSt. Anstelle wurde auch eine Ersatzleistung – also eine andere Note bzw. die entsprechenden Punkte entsprechend des damaligen Erlasses – gesetzt.

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