Ärzte fordern, Kitas und Schulen schnell komplett wieder zu öffnen – weder Abstandsregeln noch Schichtunterricht seien nötig

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BERLIN. Bisher war immer die Rede davon, dass ein Regelbetrieb in den Schulen und Kitas noch monatelang nicht möglich sein wird. Ärzte stellen das nun infrage: Mehrere medizinische Fachgesellschaften sprechen sich dafür aus, Kitas und zumindest Grundschulen «zeitnah» wieder vollständig zu öffnen – und zwar ohne Abstandsregeln oder Schichtunterricht. Widerspruch kommt vom Virologen und SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach. Auch Bundesfamilienministerin Giffey warnt: Noch gebe es «keine gesicherten Erkenntnisse» darüber, inwieweit Kinder zum Infektionsgeschehen beitragen.

Ist regulärer Unterricht bald wieder möglich – ohne Abstandsregeln? Foto: Shutterstock

Mehrere medizinische Fachgesellschaften fordern ein Ende des Notbetriebs in Kindergärten und Schulen und eine umgehende unbeschränkte Wiederöffnung der Einrichtungen. In einer gemeinsamen Stellungnahme rufen unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte trotz Corona-Pandemie dazu auf. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Hygieneregeln stünden dem nicht entgegen, heißt es in dem Papier.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht den Vorstoß skeptisch. Aus Sachsen, wo Kitas und Grundschulen inzwischen wieder für alle Kinder geöffnet haben, kommt dagegen Zustimmung. «Wir fühlen uns bestärkt, den Kindern wieder zu ihrem Recht auf Bildung und Teilhabe zu verhelfen», sagte der sächsische Kultusminister Christian Piwarz (CDU) laut eines Tweets seines Ministeriums (Sachsen hat als bislang erstes Bundesland die Kitas und Grundschulen für alle Kinder wieder geöffnet und verzichtet dabei auf Abstandsregeln und Schichtunterricht – wir berichten hieer ausführlich über das durchaus umstrittene Modell).

Die sozialen Folgen der Schulschließungen sind gravierend

«Insbesondere bei Kindern unter 10 Jahren sprechen die aktuellen Daten sowohl für eine geringere Infektions- als auch für eine deutlich geringere Ansteckungsrate.» Im Gegensatz dazu seien die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Schließung gravierend, schreiben die Medizinerverbände.

Wochenlang waren in ganz Deutschland Schulen und Kitas wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Seit Ende April wurde der Schulbetrieb stufenweise wieder aufgenommen. Schüler werden abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet und in kleinere Gruppen eingeteilt, um die Abstandsregeln einzuhalten. Der Deutsche Lehrerverband hatte die Prognose abgegeben, dass dies womöglich noch bis weit ins nächste Schuljahr so weitergehen könnte. In den Kitas wird derweil die Notbetreuung weiter ausgeweitet. Wann sie in den Regelbetrieb zurückgehen, entscheiden die Bundesländer selbst, ebenso über das weitere Vorgehen an den Schulen.

In ihrer Stellungnahme schreiben die Deutsche Gesellschaft für
Krankenhaushygiene, die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland: «Kitas, Kindergärten und Grundschulen sollen möglichst zeitnah wiedereröffnet werden» – und zwar ohne massive Einschränkungen. Es müssten keine kleinen Gruppen gebildet werden. Auch müssten die Kinder weder Abstand wahren noch Masken tragen. Für Lehr- und Betreuungspersonal wird das dagegen empfohlen.

«Entscheidender als die individuelle Gruppengröße ist die Frage der nachhaltigen Konstanz der jeweiligen Gruppe und Vermeidung von Durchmischungen», heißt es in dem Papier. Soll heißen: Es könnte durchaus eine komplette Klasse unterrichtet werden, solange man etwa in den Pausen darauf achtet, dass sich die Schüler in der Pause dann nicht mit anderen Klassen treffen.

Kein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Kinder – aber was heißt das?

Zu der umstrittenen Frage, wie ansteckend Kinder seien, schreiben die Autoren: «Zahlreiche Erkenntnisse sprechen gegen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Kinder.» Verschiedene Untersuchungen und Auswertungen «ergeben ein zunehmend schlüssiges Bild, dass Kinder in der aktuellen Covid-19-Pandemie im Gegensatz zur Rolle bei der Influenza-Übertragung keine herausragende Rolle in der Ausbreitungsdynamik spielen.»

Der Arzt und SPD-Experte Lauterbach schrieb bei Twitter: Die Kinderärzte meinten es sehr gut. Leider sei es aber falsch, dass Kinder eine geringe Bedeutung für die Pandemie hätten. Sie steckten sich und andere pro Kontakt weniger oft an. Da sie aber so viele Kontakte hätten, sei der Gesamtanteil wahrscheinlich hoch.

Schulchließungen haben einen großen Einfluss

Lauterbach bezieht sich dabei offenbar auf eine Studie von chinesischen, italienischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern, die unlängst in der wissenschaftlichen Zeitschrift Science veröffentlicht wurde. Danach stecken sich zwar Klein- und Schulkinder bis 15 Jahre deutlich seltener mit dem neuen Sars-Virus an als ältere Menschen. Ihr Corona-Risiko beträgt demnach nur ein Drittel gegenüber dem von anderen Altersgruppen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Andererseits zeigt die Studie auch: Schüler haben unter normalen Bedingungen bis zu zehnmal mehr Kontakte mit anderen Menschen als Erwachsene. Wenn Kinder also infiziert sind, stecken sie womöglich deutlich mehr Menschen an. Die Schlussfolgerung der Forscher: Schulschließungen „haben einen großen Einfluss auf die Dynamik des Ausbruchs“.

Eine weitere Studie von Charité-Wissenschaftlern um den Virologen Prof. Christian Drosten war zu dem Ergebnis gekommen, dass Kinder das Coronavirus vermutlich genauso wie Erwachsene verbreiten (News4teachers berichtet ausführlich darüber – und zwar hier). „Kinder könnten genauso infektiös sein wie Erwachsene“, so heißt es in der Arbeit. Und: „Was die unbegrenzte Wiedereröffnung von Schulen und Kindergärten angeht, müssen wir in der gegenwärtigen Situation, in der immer noch ein Großteil der Bevölkerung nicht immun ist und die Übertragung allein durch nicht-pharmakologische Maßnahmen niedrig gehalten werden muss, äußerste Vorsicht walten lassen.“

Giffey: Keine gesicherten Erkenntnisse

Eine Simulation, über die der „Spiegel“ unlängst berichtete, hat darüber hinaus die Schritte in Deutschland zur Eindämmung des Infektionsgeschehens nachvollzogen. Danach war „tatsächlich das volle Ausmaß der Interventionen zur sozialen Distanzierung notwendig, um die Welle so schnell abflachen zu lassen“ – einschließlich der Schließungen von Kitas und Schulen. Dieser Schritt, verbunden mit der Schließung der meisten Geschäfte, habe die Wachstumsrate der Virusverbreitung von zwölf auf zwei Prozent sinken lassen. Eine Wachstumsrate von null Prozent enspricht einer Reproduktionszahl von eins.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärte mit Blick auf die Forderung der Ärztegesellschaften: «Wenn sich wirklich bewahrheiten sollte, dass Kinder eine geringere Infektions- und Ansteckungsrate haben, können wir anders über die Rückkehr zum vollständigen Regelbetrieb diskutieren.» Noch gebe es dazu aber «keine gesicherten Erkenntnisse», sagte sie der «Neuen Osnabrücker Zeitung». News4teachers / mit Materiall der dpa

Hochschulmediziner warnen

BERLIN. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) und renommierte Hochschulmediziner haben davor gewarnt, die Gefährlichkeit der Covid-19-Erkrankung zu unterschätzen. Vertreter mehrerer Unikliniken zogen am Dienstag Zwischenbilanz – zwei Monate nach Gründung eines Netzwerks der deutschen Hochschulmedizin zum Austausch von Behandlungsverfahren und Patientendaten in der Corona-Pandemie. Ende März hatten die Universitätskliniken einen entsprechenden Austausch vereinbart.

Kommt am Freitag zur KMK - und wird sich dort einiges anhören müssen: Bundesbildungsministerin Karliczek. Foto: Bundesregierung / Guido Bergmann
„Nicht mit zu spaßen“: Bundesbildungsministgerin Anja Karliczek. Foto: Bundesregierung / Guido Bergmann

Es handele sich bei Covid-19 nicht um eine klassische Lungenentzündung wie bei einer Grippe, sagte Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden. Die Erkrankung stelle etwas Besonderes dar und sei «höchstkomplex». Das hätten viele Fälle mit schwerkranken Patienten in den vergangenen Wochen an den Kliniken gezeigt. Bei Patienten mit schweren Verläufen träten Erkrankungen des zentralen Nervensystems, des Rückenmarks oder der Gefäße auf. Es komme sogar zu vorübergehenden Querschnittslähmungen oder auch zu Organversagen von Niere und Leber.

«Es ist so gut organisiert und so gut gemacht worden in den letzten Wochen, dass der Blick auf diese grässlichen Folgen und Auswirkungen nicht nur für Einzelne sondern für ganze Gesellschaftsschichten verloren gegangen ist», sagte Albrecht mit Blick auf die Kritik an den Anti-Corona-Maßnahmen.

Die Pandemie sei kein Hirngespinst, sondern eine reale ernsthafte Bedrohung, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). «Mit dieser Krankheit ist definitiv nicht zu spaßen, und je mehr wir über sie lernen, umso deutlicher wird das.» Sie rief dazu auf, die Abstands- und Hygieneregeln weiter einzuhalten. dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Ist Corona in Schulen und Kitas ungefährlich? UKE will tausende Kinder testen

 

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47 KOMMENTARE

  1. So lange es widersprüchliche Ergebnisse, Erkenntnisse und Aussagen gibt, sollte man noch warten, bis sich eine klare Aussage abzeichnet. Frankreich und die Schweiz öffnen zuerst Kitas und Grundschulen, da wird man ja sehen, wie das das Infektionsgeschehen beeinflusst.

  2. Mam sieht schon an Skandinavien, dass die Öffnung der Kitas und Grundschulen unproblematisch in Bezug auf das allgemeine Infektuonsgeschehen ist.

      • Es ist schon ein Unding, dass die in Bezug auf die Eindämmung des SARS-CoV-2 getroffenen Rechtsverordnungen ohne eine parlamentarische Anhörung im Niedersächsischen Parlament angewiesen wurden, was gegen die Verfassung dieses verstößt. Die Parlamentarier erhielten über eine Twitter-Nachricht die Benachrichtigung über diese Anweisungen.
        Grüne und FDP reichen bereits eine Klage beim Niedersächsischen Landeserfassungsgericht ein.
        Wenn man dann noch berücksichtigt, dass diese Verordnungen ohne eine valide wissenschaftliche Expertise getroffen wurden, dann liegt die Beweislast für derartige drastische Maßnahmen von Kitaschließungen bei den anordnenden Behörden.
        Nicht wir müssten eigentlich die Unangemessenheit der Maßnahmen nachweisen, sondern die Anordnenden Behörden, weil eben sehr integrale Bestandteile der verfassungsgemäß garantierten Grundrechte eingeschränkt werden, ohne dass ein gesicherte Evidenz für die Schließungen vorliegt.
        Zudem wird den betroffenen Kindern ein erheblicher Schaden zugefügt.

      • Nein. Mam sahb in Spanien, Italien etc. dass die Zahlen trotz Schulschließungen hoch sind. Über den Effekt der Schulschließungen kann man da gar nichts sehen

        • Die Schulen in den genannten Ländern wurden – gemessen an der Zahl der Infizierten – viel später als in Deutschland geschlossen. Und sie sind es dort bis heute. Den Einfluss der Schulschließungen auf das Corona-Geschehen in Deutschland haben Wissenschaftler eruiert – Egebnis: Er war erheblich.

          Hier nachzulesen: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/coronavirus-in-deutschland-so-effektiv-ist-die-pandemie-politik-a-0493acde-b466-4ed1-875c-6b7feb31378a

        • In Deutschland ist der Anstieg der Infektionsrate gut eine Woche nach Schulschließung eingebrochen, er hat sich halbiert. Das ist mit einfacher Mathematik der 10. Klasse leicht nachzurechnen. Wie kann man da behaupten, die Schulen würden nichts zum Infektionsrisiko beitragen?

          • In Schweden und Island gab es keine Schulschließungen bis einschließlich der 9. Klassenstufe, Herr Tenell verneint entsprechende Ausbrüche an den schwedischen Grundschulen.

          • Wie man das behaupten kann?
            Man verweist auf Länder, in denen Kinder nicht getestet werden. Damit sind Infektionen bei Kindern nicht belegt, woraus manche Menschen den Schluss ziehen, es gäbe keine Infektionen bei Kindern.

            Mit der Logik kommt man auch zu dem Schluss, dass das Schließen von Praxen und Abteilungen von Kinderärzten dazu führt, dass Kinder gesünder leben können.

          • @Avl: ja hier geht es jedoch nicht nur um Öffnungen der <10 Jährigen…. sondern eben auch um ältere Schüler, die ja selbst in fer von Ihnen zitierten Studienlage eine vergleichbares Infektionsgeschehen wie Erwachsene augweist.
            Die Politik allen voran in NRW fällt gerade falsche Entscheidungen.

  3. Werden jetzt plötzlich die Abstandsregeln, die sich in allen Verordnungen finden, für nichtig erklärt?! Gilt Gesundheitsschutz für Kinder und Lehrer jetzt plötzlich nicht mehr? Warum bitte soll er dann noch anderswo gelten? Dann bitte alle Bereiche sofort wieder öffnen! Supermärkte ohne Mundschutz! Läden und Frisuere ohne Mundschutz! Verwaltungen, Sparkassen, Banken, bitte alles wieder öffnen! Bitte alle Abstandsregeln abschaffen! Das, was für uns in der Schule (und bei kleinen Kindern) gelten kann, solte auch anderswo gelten!

  4. Achso, ich vergaß: Bitte auch das Homeoffice abschaffen und alle ohne Mundschutz und Abstand zurück ins Großraumbüro! Gleiches Ansteckungsrisiko für alle!

    • Ich gehe sehr gerne wieder ins Großraumbüro so meine Kinder in die Grundschule dürfen. 30 Stunden Präsenzunterricht in 6 Monaten ist ein Skandal und widerspricht gegen das UN Kinderrecht auf Bildung. Zudem ist Homeoffice keine adäquate Kinderbetreuung, da die Eltern arbeiten müssen und sich nicht um die Kinder kümmern können.

  5. Die angesprochenen Fachgesellschaften sind die 1. Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, 2. die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, 3.Die Deutsche Akademie für Jugend- und Kindermedizin und 4. der Berufsverband der Kinder- und Jugendmedizin.
    Kindertagesstätten und Grundschulen sei eine Öffnung ohne Einschränkungen und ohne die Einhaltung der derzeit praktizierten Hygienemaßnahmen und der Abstandsregeln zu ermöglichen, da diese zum geringsten Teil zur Verbreitung des SARS-CoV-2 beitragen und auch nicht schwer erkranken.
    https://www.evangelisch.de/inhalte/170292/19-05-2020/fachgesellschaften-kitas-und-schulen-schnellstmoeglich-oeffnen

    • Das ist eine Argumentation von A****löchern. Es wird nur auf die Kinder geschaut, das Risiko von Lehrern, schwer zu erkranken, wird völlig ausgeblendet. Gibt es momentan eine Berufsgruppe, die ohne jede Schutzmaßnahme mit 30 Personen in einem Raum arbeiten muss?

        • Sie haben aber einen komischen Supermarkt, der ca. 50 qm hat und wo die Kunden stundenlang an einem festen Platz sitzen. Zudem hat mein Supermarkt kompletten Spukschutz in Form von Plexiglas, Ihrer nicht?

  6. Mit „könnte“, „wahrscheinlich“ und „sieht so aus“ will man doch nicht ernsthaft Bildungspolitik und Schule machen?!
    Entweder gibt es belastbare Studien, die belegen, dass keine Gefahr mehr besteht, oder überall – auch in den Schulen – wird alles menschenmögliche getan, die Infektionszahlen in allen Bevölkerungskreisen so niedrig wie möglich zu halten.
    Dazu gehört aber auch, dass Eltern ihren Kindern klar machen, dass nach einem Vormittag in kleinen Lerngruppen und Abstand auf dem Schulhof etc. nicht hinter der nächsten Ecke Verbrüderung gefeiert wird. Die Kids schaffen das nicht mit dem Fremd- und Selbstschutz! Sobald keiner daneben steht, aufpasst und mit Sanktionen droht. Sobald sie sich unbeobachtet fühlen, beglückwünschen sie sich gegenseitig in direktem physischem Kontakt zu ihrer Unerschrockenheit und Stärke gegen das, vor der alle Angst haben, nur sie nicht…
    Man muss nur morgens an Schulparkplätzen oder Bushaltestellen vorbei fahren, nachmittags in den Park gehen oder abends über Gartenzäune blicken.

    Noch können wir uns entscheiden:
    Wollen wir vorausschauend präventiv handeln (auf die Gefahr hin, dass man vielleicht irgendwann sagt, man hätte auch mit etwas weniger Vorsicht auskommen können) – oder wir gehen das Risiko ein, dass sich die schlimmsten Befürchtungen der Experten bewahrheiten.
    Ja, es gibt verschiedene Einschätzungen, aber keiner weiß bisher, welche sich letztendlich bestätigit.
    Wenn wir jetzt für die Öffnung entscheiden, können wir vielleicht nicht mehr zurück.

    Nebenbei: Öffnen wir jetzt die Schulen weiter, können wir nicht einmal sicher sein, dass evtl. hochgehende Zahlen in dieser Tatsache begründet lägen. Sie könnten auch daraus entstehen, dass die gleichen Kids, die vormittags von uns in Schach und voneinander fern gehalten werden, vor und nach der Schule „ihre Freiheit genießen“.

    • Es ist in unserer Gesellschaft schwer vermittelbar, dass Indoorspielanlagen für Kinder wieder geöffnet sind, während die Kitas und die Grundschulen weiterhin geschlossen bleiben !
      Man kann in einer Indoorspielanlage bei tobenden Kindern ein Kontaktverbot nicht einhalten.

      Es ist unumstritten, auch von Herrn Drosten wird es so gesehen,dass das SARS-CoV-2 Virus nicht durch eine Schmierinfektion übertragen wird, da das aus Stuhlproben von Kindern extrahierte Virus sich nie anzüchten ließ.

    • Es kann doch nicht wahr sein, um ihr Pseudonym zur Anwendung zu bringen, dass Fachleute der genannten Fachgesellschaften und betroffene Eltern außer den bereits bekannten Studien, weitere valide Studienergebnisse anbringen müssen, um die äußerst geringe Effektstärke der Kita- und Grundschulschließungen auf die Ausbreitung des Coronavirus zu untermauern, während Befürworter der Einschränkung der Grundrechte der Kinder unter 10 Jahren, wie Herr Lauterbach, unentwegt jedwede Kritik an der Schließung der Kitas ohne valide Studienergebnisse weiter öffentlich wirksam kategorisch abzulehnen.
      Dieses Vorgehen entspricht keinem wissenschaftlichen Dialog, schon gar nicht die diffamierenden Entgleisungen und öffentlichen Anfeindungen, denen man als elterlicher und medizinischer Rechtsvertreter ausgesetzt ist.
      Es wird von der Gegenseite sogar angestrebt, diese abstruse Überreglementierung bis ins nächste Schuljahr fortzuführen, während kommerzielle Indoor-Spielanlagen bereits schon wieder geöffnet wurden.
      Das passt doch alles nicht zusammen !
      Wie stark Kinder in diesen Hallen toben und dabei laufend Aerosole freisetzen wird jeder wissen, der einmal in einer derartigen Anlage verbringen musste, ganz zu schweigen vom dort herrschenden Lärmpegel.
      Der berechtigte Protest von betroffenen Eltern, wie in Stuttgart geschehen, wird medienwirksam diskreditiert, indem diesen Eltern eine versuchte Einflussnahme durch Rechtsextremisten, Impfgegner, Esoterikern und andere Extremisten unterstellt wird.

      • So langsam wird bei Ihnen deutlich, wohin der Hase läuft. Sie selbst picken sich immer nur die Informationen aus Texten heraus, die Ihre Meinung stützen – und ignorieren konsequent alle zuwiderlaufenden Ergebnisse. Allein im Beitrag oben sind drei Studien genannt, die zur Vorsicht bei Schul- und Kitaöffnungen mahnen.

        Dann bringen Sie plötzlich Verständnis für Leute auf, die gemeinsam mit Verschwörungstheoretikern, Impf-Paranoikern und Rechtsextremisten demonstrieren – und behaupten, dieser „Protest“ inmitten von Wahnsinnigen werde diskreditiert, und der für jeden sichtbare Zusammenhang mit genannten Gruppen nur von Medien „unterstellt“. Damit wären wir dann bei der „Lügenpresse“.

        Merken Sie was? Bei Ihnen lässt sich die schrittweise Radikalisierung von Menschen feststellen, die mit der Krise augenscheinlich überfordert sind und nur noch Schwarz vs. Weiss, Freund vs. Feind, Ich vs. der Rest der Welt sehen. Dass die Wahrheit iim Graubereich liegt – im aktuellen Thema von Bundesfamilienministerin Giffey auf den Punkt gebracht: Wir wissen es aufgrund widersprüchlicher wissenschaftlicher Befunde nicht – hat in Ihrem Kopf keinen Platz mehr. Sie haben Recht. Punkt.

        • Ihr Kommentar verdeutlicht, welch aroganter und bornierter Umgang hierzulande mit berechtigter Kritik gepflegt wird.
          Sie unterstellen mir eine zunehmende Radikalisierung.
          Ihr bisheriger Umgang hier ist eine bodenlose Unverschämtheit.
          Der diffamierende Umgang ist Exemplarisch, ihre Anschuldigungen sind das Letzte.
          Ersparen sie es uns, ihre Danksagungen über uns zu ergießen.
          Was ist das wieder für ein erbärmlicher Kommentar !

          • … und mit dieser Reaktion bestätigen Sie das Geschriebene. Sie können offenbar nur noch mit Schaum vorm Mund kommunizieren.

          • Und: Ich bin dann nicht mehr nur jemand, der Ihnen widerspricht – sondern gleich das gesamte System („welch arroganter und bornierter Umgang hierzulande mit berechtigter Kritik gepflegt wird“).

            Damit sind wir dann fast bei der „Meinungsdiktatur“.

          • So ist er, der Bernd, mit dem letzten Satz erfolgt dann noch die Verhöhnung des geistigen und argumentativen Widerparts, zu keiner reflektierenden Sichtweise fähig, wird die sprachliche Axt angelegt, um anders Denkende mit Hohn und Spott zu übergießen, und das ständig sich erneuernde Füllhorn über Kritiker zu ergießen.
            Ich Danke für die Offenbahrung die sie mir gewährt wurde.
            Mit gebührenden Dank verabschiede ich mich in meine eigentliche Tätigkeit.

          • Es gerät hier langsam zur Posse. Karl Eduard von Schnitzler scheint wieder auferstanden zu sein.

          • Damit ist es dann auch gut mit den Beschimpfungen, AvL.

            Weitere Posts dieser Art werden wir nicht veröffentlichen.

            Die Redaktion

      • Dass kommerzielle Indoorspielanlagen geöffnet werden, ist eventuell auch falsch. Aus einer falschen Entscheidung per Analogie darauf zu schließen, dass eine andere eventuell ebenso falsche Entscheidung getroffen werden müsse/solle, ist bestimmt auch unter ärztlichen Gesichtspunkten nicht zulässig.
        Diese Art der „Argumentation“ sollte hier nicht sein. Es ist vielmehr die Frage nach möglichst validen Ergebnissen zu Übertragungswegen. Und dann bitte auch zwischen den Altersgruppen unterscheiden.
        Es schrieben ja schon mehrere: Jugendliche ab ca. 12 – 15 unterscheiden sich wohl nicht so sehr von Erwachsenen in der Ansteckungscharakteristik, halten aber vielfach die Regeln ungern und schon gar nicht im Freizeitbereich ein, dürften dann also für andere – also auch LehrerInnen, die nicht wie ärztliches Personal Schutzkleidung tragen, eine nicht unerhebliche Gefahr darstellen.

        Leider ist zu allen diesen Fragen die Datenlage noch strittig. Und wenn etwas noch nicht klar ist, was eventuell gefährlich ist, verhält man sich üblicherweise zunächst einmal vorsichtig. Das ist ein sinnvolles Vorgehen, selbst wenn sich herausstellt, dass man zu vorsichtig war.
        Die sogenannten „Kollateralschäden“ können nur schwer gegeneinander aufgewogen werden.

      • Fachgesellschaften im medizinischen Bereich sind aber nicht Experten auf diesem Gebiet, sondern Wissenschaftler und Virolgen sind die Experten, die sich forschend mit der Materie auseinandersetzen. Bitte keine Verdrehungen! Nicht jeder, der Arzt ist, kennt sich automatisch auf dem Gebiet der Mikrobiologie aus! Nach dem Motto: „Ärzte können alles.“ Da muss man sehr skeptisch sein.

      • Indoor-Spielhallen:
        Der Besuch dort ist eine rein freiwillig gewählte Option, in eigener Verantwortlichkeit der Eltern. Niemand wird dazu gezwungen, hin zu gehen… Das gilt auch für viele andere Freizeitangebote.
        In der Schule besteht SCHULPFLICHT.
        Ist das irgendwem entgangen?

      • Der von Ihnen eingeforderte wissenschaftliche Dialog findet gar nicht statt, wenn man sich durch eigene Annahmen leiten lässt und Quellen entsprechen selektiert, statt unterschiedliche Positionen gegenüberzustellen und den Hintergrund von Expertisen zu beachten.

        Wünschen wir allen, dass die Öffnung in unterschiedlichen Bereichen unter Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes erfolgt und dieser nicht dem Sparen geopfert oder zwischen unterschiedlichen Zuständigkeiten zerrieben wird.

        Lehrer sind in dieser Hinsicht gebrannt, vielfach, jahrzehntelang. Alle Einsparungen erfolgen zu ihrem Nachteil, auf ihrem Rücken, unter Missachtung von Vorgaben, die in anderen Berufszweigen selbstverständlich sind.
        „Den Kindern zuliebe“ tragen Lehrkräfte vieles, arbeiten dennoch engagiert und hochmotiviert, um bei nächster Gelegenheit vom Dienstherren wieder vorgeführt oder benachteiligt zu werden (siehe Notbetreuung in den Ferien ohne Ausgleich oder gestrige Ankündigung der nds. Fraktionen zum Angleich auf A13).

        Wenn die Bildung und Sozialisation von Kindern derart wichtig ist, sollten sich Eltern für eine entsprechende Ausgestaltung der Schulen einsetzen und für gute Arbeitsbedingungen derjenigen, die täglich viele Stunden mit den Kindern verbringen, um sie anzuleiten, zu motivieren und zu ermuntern.

  7. Dass Kinder nicht schwer erkranken, stimmt nicht. Zudem gibt es schlicht keine ausreichenden Daten. Aus mangelnden Daten kann man nicht schließen, dass sich keiner ansteckt. Mit den Kindern kann man es machen, sie können sich nicht wehren oder die Situation, in die sie sich begeben, objektiv einschätzen. Wer haftet für den Fall, dass ein Kind soch schwer erkrankt? Dafür müssen die Eltern dann jeden Tag den Gesundheitszettel ausstellen (Eltern sind keine Ärzte). Damit wird letztlich die Verantwortunh komplett auf die Eltern übertragen. Bei aller Vorfreude auf mögliche Öffnungen, sollte Eltern das immer im Hinterkopf behalten. Die Ministerien und Schulbehörden sichern sich nach allen Seiten juristisch ab.

    • “ Dass Kinder nicht schwer erkranken, stimmt nicht,“ schreiben sie ! Es stellt eine absolute Ausnahme da, wenn Kinder beatmungspflichtig werden.
      Da würde ihnen sogar der Labormediziner Herr Drosten widersprechen .

      • Meine Aussage ist vollkommen korrekt: Es trifft nicht zu, dass Kinder nicht schwer erkranken. Daher glaube ich auch nicht, dass Herr Drosten mich dafür kritisieren würde. Er hat zur Zeit, glaube ich, auch Wichtigeres zu tun.

  8. 1. Ich halte es für dringend geboten die Schulen zu öffnen. Die Kinder leiden sichtlich unter der Situation und ich möchte nicht abschätzen welche psychischen Folgen es für die Kleinen hat. Allerdings haben wir zur Zeit nur das 1/2 Kollegium zur Verfügung.
    2. Die Zahlen sinken massiv. In meinem Heimatort ist die Meldeziffer bei 0. weshalb sollten also die Kinder die seit Wochen zu Hause sitzen und so gut wie keine Außenkontakte haben, nicht endlich in die Schule dürfen, während in der Notbetreuung Kinder sitzen, die husten und niesen….
    3. Es kann so nicht weiter gehen, die Eltern müssen ihrem Job wieder nachgehen und ich sehe an den Müttern in meinem Umkreis (seltener die Väter), dass sie am Ende ihrer Kräfte sind.
    4. Ich möchte meinen Beruf zurück! Ich wollte nie im Homeoffice arbeiten, nur am Schreibtisch arbeiten und das 3-4 fache der üblichen Arbeitszeit leisten.
    5. Risikopatienten unter Lehrern und Schülern sollten zu Hause bleiben dürfen. Und Überstunden der restlichen Lehrer sollten bezahlt werden wie in jedem Beruf.

    Ich denke die Folgeschäden durch Bildungslücken und die Belastungen zu Hause sind sehr hoch. Die Mütter in Kurzarbeit haben dann noch größere Lücken in ihren Renten.
    Ich finde den Weg den Sachsen geht richtig.

  9. Und in den Schulen muss man dann keine Strafen zahlen, wenn man Abstandsregeln und Mundschutz und Hygieneregeln missachtet? Warum zahle ich dann , wenn ich falsch geparkt habe? Soviel ich weiß, vom Falschparken ist noch keiner krank geworden:)

    • Der Erlass sieht (in meinem Bundesland) vor, dass Schüler 1x verwarnt werden und beim nächsten Verstoß für den Rest des Schuljahres vom Unterricht auszuschließen sind.

      Trotzdem ist nicht nachvollziehbar, warum es in Supermärkten, Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr Maskenpflicht braucht, in Klassenzimmern jedoch nicht.

  10. Gerade wurde verüffentlicht, dass der Profifußball wohl Geld vom Bund bekommt, um fehlende Einnahmen zu kompensieren: „Mit Bundeswirtschafts- und Bundesinnenministerium streben wir ein Paket an, das den Vereinen hilft, die in den nächsten Monaten leiden werden.» (https://www.msn.com/de-de/sport/fussball/bund-plant-offenbar-millionen-hilfspaket-f%c3%bcr-proficlubs/ar-BB14ljFZ?li=BBqg6Q9&ocid=ACERDHP17).
    Es handelt sich hier um den Profifußball, wohlgemerkt. Für diejenigen, die starke Lobbyverbände haben, ist genug Geld da! Für die Kinder, Lehrer und Erzieher gibt es weder Masken, noch Tests. Und jetzt sollen wir auch noch die Schulen komplett öffnen, ohne auf Abstandsregeln und Hygiene zu achten!? Das ist an Menschenfeindlichkeit nicht zu überbieten! Der Profifußball bekommt das, was die Schulen und Kitas bräuchten! Man solle es von politischer Seite bitte nicht mehr wagen, so zu tun, als sei man um das Kindeswohl besorgt. Die Strategie ist allzu leicht zu durchschauen.

    • Wenn Sie die Meldung zu Ende lesen, stellen Sie fest, dass es um Profifußball eben nicht geht, sondern um andere Sportarten wie Handball oder Volleyball, die eben nicht über die Möglichkeiten wie der Fußball verfügen. Die gewachsene Sportlandschaft oder auch die Kultur nicht sterben zu lassen, dafür spricht schon einiges – Sie sollten nicht versuchen, die gesellschaftlichen Bereiche gegeneinander auszuspielen.

  11. Über die Familienministerin Giffey ist zum Thema „Schulöffnungen“ Folgendes zu lesen:
    „Bundesfamilienministerin Franziska Giffey bremst dieses Vorhaben jedoch aus. In der Neuen Osnabrücker Zeitung stellte die SPD-Politikerin klar, dass „über die Rückkehr zum vollständigen Regelbetrieb“ erst diskutiert werden könne, wenn gesichert sei, dass Kinder einem geringeren Infektions- und Ansteckungsrisiko ausgesetzt seien. Dazu gebe es allerdings noch „keine gesicherten Erkenntnisse“.“(https://www.merkur.de/politik/coronavirus-schulen-deutschland-lockerungen-kita-unterricht-abitur-betreuung-lohnfortzahlung-spahn-zr-13757918.html)

  12. Kitas geschlossen zu halten und Spielplätze zu öffnen ist unverständlich. Die infektionskette lässt sich in Kitas nachvollziehen und auf Spielplätzen nicht. Viele Eltern halten sich nach eigener Erfahrung nicht an Abstandsregeln in Parks etc. Die Verbindung zu Beratungsstellen ist definitiv unterbrochen, da kann der direkte Abstand nicht das einzige Kriterium zum Wohle aller sein! Kinder kommunizieren durch viel körperlichen Kontakt, wie stark der Schaden bei den Kindern ist, welchen dieser Kontakt untersagt wird ist nicht belegt.

  13. Bei uns wurde mitgeteilt, dass in den Sommerferien keine Betreuung möglich ist. Es war bis jetzt nicht möglich, unser Kind in die Notbetreuung zu geben, obwohl beide Elternteile in der Schule selbst Notbetreuung und Unterricht anbieten, es wird in den Sommerferien nicht möglich sein und vor den Sommerferien wird es auch keine Ausweitung der Betreuungsmöglichkeiten geben. Begründet wird das damit, dass zum einen derzeit ein Großteil des Personals erkrankt sei und diese in den Sommerferien ihren Jahresurlaub nehmen würden.
    Wie wir und andere das hinbekommen sollen, ist mir schleierhaft.

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