Charité-Studie: Kinder übertragen das Coronavirus wohl genauso wie Erwachsene

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BERLIN. Kinder verbreiten das Coronavirus vermutlich genauso wie Erwachsene. Dies ist das vorläufige Ergebnis einer Analyse von Wissenschaftlern um den Virologen Prof. Christian Drosten von der Berliner Charité. Sollte sich der Befund bestätigen, hat das Folgen für die geplanten Schul- und Kita-Öffnungen – sie werden nicht so schnell kommen können, wie viele Menschen sich das wünschen. Entsprechend warnen die Forscher auch bereits davor, die Beschränkungen vorschnell aufzuheben.

Die Forscher haben mehrere Tausend Blutproben ausgewertet (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Bisher sind viele Fragen zur Rolle von Kindern bei Sars-CoV-2 offen. In vielen Studien dazu seien zu wenige Kinder eingeschlossen, so dass die Ergebnisse nicht statistisch signifikant seien, schilderte Drosten eine grundsätzliche Problematik.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zeigten in vielen Ländern Wirkung, schreiben die Forscher. Mit Lockerung der Kontaktbeschränkungen gebe es vermehrt auch Diskussionen darüber, inwieweit die Schließung von Schulen und Kindergärten zu diesem Erfolg beigetragen hat – und wie sich eine Wiedereröffnung auf die Ausbreitung des Virus auswirken könnte. Bisher sei unklar, inwieweit Kinder das Virus an andere weitergeben. Die Untersuchung dieser Frage sei schwierig, gerade weil die Schulen früh geschlossen wurden und weil das Virus vor allem in der Anfangsphase der Epidemie vor allem von erwachsenen Reisenden weitergegeben wurde.

Die Zahl der Viren unterscheidet sich bei Kindern nicht

Umso wichtiger erscheint nun der aktuelle Befund: Die Zahl der Viren, die sich in den Atemwegen nachweisen lässt, unterscheide sich bei verschiedenen Altersgruppen nicht, wie die Forscher in einer vorab veröffentlichten und noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie berichten. „Kinder könnten genauso infektiös sein wie Erwachsene.“ Die Wissenschaftler warnen aufgrund ihrer Ergebnisse aber bereits vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland.

Wörtlich heißt es: „Was die unbegrenzte Wiedereröffnung von Schulen und Kindergärten angeht, müssen wir in der gegenwärtigen Situation, in der immer noch ein Großteil der Bevölkerung nicht immun ist und die Übertragung allein durch nicht-pharmakologische Maßnahmen niedrig gehalten werden muss, äußerste Vorsicht walten lassen.“

Das Team um Drosten hatte nun in Proben von 3712 Infizierten, die zwischen Januar und 26. April in einem Berliner Testzentrum untersucht wurden, die Menge an Sars-CoV-2-Viren bestimmt. Sie fanden keinen Unterschied in der Viruslast zwischen verschiedenen Altersgruppen. Bei der Beurteilung der Ansteckungsgefahr in Schulen und Kindergärten müssten die gleichen Annahmen zugrunde gelegt werden, die auch für Erwachsene gelten, schreiben die Forscher.

Bei der Grippe und vielen anderen Erkältungskrankheiten wisse man, dass Kinder sehr hohe Virusmengen im Rachen hätten, so hatte Drosten bereits vor zwei Tagen erläutert. Ihr unerfahrenes Immunsystem habe nichts gegen Erreger auszurichten, so dass sich diese stark vermehren könnten. Im Vergleich zu Erwachsenen könne die Viruskonzentration im Rachen bei Kindern 10 000-mal höher liegen, schilderte der Virologe.

Sollte in Deutschland wieder mehr Kita-Betreuung ermöglicht werden, sprach er sich am Dienstag für klare Handlungsempfehlungen an Eltern aus: Zum Beispiel, dass man sich der möglichen Infektions-Einschleppung bewusst ist und bei Symptomen gleich zu Hause bleiben und sich testen lassen sollte. Zudem sollte man keine älteren Menschen besuchen.

Sind Kinder unter 10 immun? Offenbar nicht

In der vergangenen Woche startete eine gemeinsame Studie von vier Universitäts-Kinderkliniken in Baden-Württemberg (News4teachers berichtete). Sie soll die Frage klären soll, ob Kinder bis zu zehn Jahren sogar immun gegen das Coronavirus sind. Damit werde eine isländische Studie zu diesem Thema überprüft, hieß es. Die isländischen Wissenschaftler hatten demnach in ihrer Studie herausgefunden, dass von 13.000 Probanden kein einziges Kind unter zehn Jahren mit dem Coronavirus infiziert war. Bei Menschen ab zehn Jahren waren es 0,8 Prozent, wie das Fachjournal «New England Journal of Medicine» berichtet.

Der Chef der nun beteiligten Heidelberger Kinderklinik, Prof. Georg Hoffmann, sagte der «Rhein-Neckar-Zeitung», er hoffe, dass die isländischen Befunde valide seien. Aber: «Es gibt auch eine Studie aus China, die wiederum zeigt, dass Kinder ähnlich infiziert sind wie Erwachsene – und das Virus auch übertragen, was ja in Island nicht der Fall war.» Leider scheint sich der Befund aus China nun zu bestätigen. News4teachers / mit Material der dpa

Robert-Koch-Institut befürchtet steigende Corona-Zahlen durch Schulöffnungen

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93 KOMMENTARE

  1. Ach das freut hier sicher viele, lassen wir die Schulen zu und bleiben bequem zuhause!
    Das ist ja was offenbar die meisten Lehrer wollen…
    Man muss zu dieser Studie sagen, dass die Gruppe der Kinder unter 10 aus weniger als 50 Kindern bestand. Repräsentativ? Und das Ergebnis besagt lediglich, dass die wenigen Kinder, die es schaffen sich zu infizieren genau so viele Viren tragen wie Erwachsene (möglicherweise sind sie trotzdem weniger infektiös,da sie in der Regel nicht Husten) . Die Studie sagt rein gar nichts über die Frage aus ob sich Kinder überhaupt so häufig infizieren wie Erwachsene oder nicht doch insgesamt einfach deutlich weniger betroffen und auch seltener infiziert sind. Das scheinen die isländische und niederländische Studie nahe zu legen. Und auch das wird in einer Studie der Uni Heidelberg überprüft. Also abwarten und nicht zu früh Frohlocken, nach dem Motto: wir haben es ja gewusst. Lasst die Schulen zu, bleiben wir alle bis 2021 zuhause ….das ist nicht realistisch

    • Die Problematik der Untersuchung wurde vom Virulogen deutlich benannt. Er verweißt auch auf gegenteilige Ergebnisse aus GB und China, es wird aber auch auf Ergebnisse aus China hingewiesen, die ähnliche Ergebnisse hatten.

      Was also wollen sie sagen????

        • Dachte ich mir auch! Nirgendwo geht es darum, was „die Lehrer“ wollen, die haben das überhaupt nicht zu entscheiden. Das klingt schon wieder so danach als seien die Lehrer Schuld an allem
          „bequem zu Hause“ arbeiten derzeit tatsächlich auch viele andere Berufsgruppen….

          • Ich schätze, sein Kind verkloppt ihn oder schmeißt den Laptop, wenn er Mathe nicht gut genug erklärt….
            Heftig, was die grade alles gegen Lehrer raushauen, auf die sie zur Zeit und vor allem nach Corona angewiesen sind af.
            Immer schön die Motivation von der/dem zerflexen, der dann wieder die Haupterziehungsarbeit übernimmt….
            Vollkommen verrückt…

          • Ich arbeite tatsächlich in der Klinik, je nach Dienstplan 48- 64 , selten 72 Stunden. Das ist aber völlig ok und nicht der Punkt. Es ärgert maßlos wie bequem und egoistisch hier die Denkweise vieler Lehrer ist.
            Alle müssen sich umstellen und anpassen und dieses permanente Gejammer, dass nichts organisiert sei und die Lehrer so wahnsinnig gefährdet, dass auf gar keinen Fall die Schulen wieder öffnen können ist wirklich peinlich. Dann noch die Entrüstung wenn über eine Änderung der Arbeitszeit ( Stichwort Samstag, geteilte Klassen etc.nachgedacht wird.) Glauben Sie es ist in anderen Berufen alles einfach und bequem? Die Kliniken versuchen jetzt parallel zur Covid 19 Versorgung auch den Normalbetrieb für die anders Erkrankten wieder aufzunehmen, was bitter nötig ist.
            Das Abstandsgebot gilt aber weiterhin auch in Kliniken und die Covid Sicherheitsmaßnahmen müssen aufrecht erhalten werden. Ambulanzen etc.müssen sich auch selbst organisieren. Da nicht viele Patienten gleichzeitig im Wartezimmer sitzen dürfen müssen Sprechstunden entzerrt werden und werden jetzt teilweise statt bis 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr geplant, was natürlich auch für das Personal geänderte Arbeitszeiten und Überstunden bedeutet. Ich höre aber in den Kliniken niemanden jammern, alle sehen die Notwendigkeit in der jetzigen Situation und versuchen es irgendwie zu organisieren und mit anzupacken und tatsächlich haben auch diese Menschen Familie und Kinder. Etwas mehr Arbeitsbeteitschaft bitte, liebe Lehrer….

          • Wenn die Lehrkraft ganz ohne Dienstplan 48-70 Std. in der Woche arbeitet, ganz ohne Zeiterfassung und ohne Ausgleich, muss sie sich hier sagen lassen, man erwarte mehr Arbeitsbereitschaft.

            Was wird wohl die Lehrkraft erwidern?
            Egal, was sie daraufhin sagt, am Ende ist es ja nur Gejammer und Egoismus und realitätsfremd.

          • @G -„Ich arbeite tatsächlich in der Klinik, je nach Dienstplan 48- 64 , selten 72 Stunden.“

            Dann heulen Sie sich doch bei Ihrem Arbeitgeber aus und lassen andere in Ruhe. Beschwere ich mich darüber, dass ich nicht im Präsensunterricht eingesetzt werden soll, während Sie sich zum Helden versuchen zu stilisieren. Wenn Sie nicht in der lage sind ihre Arbeit in der Klinik mit Ihren verpflichtungen als Elternteil in Einklang zu bringen, ohne auf subalterne Hilfskräfte wie Lehrer und Erzieher angewiesen zu sein, dann haben Sie ein Problem – nicht aber ich und meine Kollegen sowie Kolleginnen. Wenn Sie überarbeitet und infiziert sterben sind wir immer noch vollkommen relaxed und vor allem gesund am Start, um uns um ihren nachwuchs zu kümmern. So ist das mit der aufgabenteilung in einer Gesellschaft in der post-industriellen Zeit.

          • @Dickebank
            Ihre und die anderer Berufskollegen hier zum Teil hier abgedruckten Kommentare sind von herablassenden und zynischen Charakter getragen, und diese sind Kommentare sind überflüssig, vollkommen daneben, und sie fördern damit nicht gerade den Zusammenhalt in der Gesellschaft.
            Ich kann ihrer aller Gefühle zum Teil verstehen, weil diese Ängste von Unwissenheit und Angst vor dem Ungewissen getragen sind.
            Es wird ihnen aber nur Ablehnung entgegenschlagen, wenn man sich so in dieser Weise über Klinikpersonal und anderes medizinisches Personal äußert.
            Ich bringe meine Kinder nicht in die schulische Betreuung, und diese wird sowieso vom Mütterzentrum oder einer kirchlichen Organisation gestellt, also wären sie sowie so raus aus dem Risiko, sich das totbringende Virus einzufangen.

          • @AvL
            Dann kann man ja davon ausgehen, dass Klinikpersonal Ihre Ausführungen berücksichtigt und in Zukunft für den Zusammenhalt der Gesellschaft förderlich die Arbeitsweise und den Arbeitsumfang von Lehrkräften sowie die Aussagen dazu als Beschreibung des täglichen Berufsalltages zur Kenntnis nehmen, statt diese als Jammerei, Egoismus und geringe Arbeitsbereitschaft zu bezeichnen.

          • @AvL – der Zynismus ist doch begründet. Genauso wie die Ärzteschaft – egal ob niedergelassen oder an staatlichen oder kommunalen oder privaten Krankenhäusern beschäftigt – Angehörige von Pflegeberufen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Pflegediensten sowie medizinische Fachangestellte werden lehrkräfte schon seit Jahren bezüglich der verbesserung der Arbeitsbedingungen hingehalten. Warum mussten Ärzte gegen die Anrechnung bzw. Nicht-Erfassung der Bereitschaftsstunden bis zum EUGH klagen, warum ist die tatsächliche Arbeitszeit von Lehrkräften seit den 80ern ein Dauerthema, warum ist die Zahl der Pflegenden so stark gesunken bzw. der betreuungsschlüssel so stark gestiegen?

            Der Staat hat die Daseinsvorsorge zugunsten der „Schwarzen Null“ und des Neoliberalismus – Privat vor Staat – hinten angestellt und die oben genannten bereiche zu Tode gespart. Es wurde gespart – koste es, was es wolle – war die Devise. Survival of the fitest und damit verbunde Selbstoptimierung waren mit einem Mal die höheren gesellschaftlichen Ziele. – Und da wundern sich jetzt viele, u.a. auch Sie, dass vor dem Hintergrund der jetzigen Krise jeder versucht sein Schäfchen ins trockene zu bringen?

            Da meldetz.B. BMW Kurzarbeit an, zukünftige Entlassungen wegen mangelnder Nachfrage stehen im Raum und die beiden Hauptaktionäre sollen jeweils 8 Mio an Dividenden für das vergangene Geschäftsjahr ausgezahlt werden. Die band arbeiter bei BMW mit 100% Kurzarbeit erhalten die 60%/67% vom AG aufgestockt bis 90%/97% bekommen je nach Eingruppierung eine Prämie für das abgelaufene Geschäftsjahr und lachen sich wie andere im Metallbereich über die Gehälter von staatlich geprüften Intensivschwestern, Erieherinnen etc. ins Fäustchen.

            Soviel zur viel gelobten Solidarität. Das Ausspielen einzelner Berufsgruppen gegen einander ist das, was mich nervt. Daher der Zynismus.

  2. Zitat:
    „Ach das freut hier sicher viele, lassen wir die Schulen zu und bleiben bequem zuhause!
    Das ist ja was offenbar die meisten Lehrer wollen…“

    Quatsch: weder das eine noch das andere stimmt.

  3. Tauchen Sie hier nur auf, um ihren Frust an Lehrern oder Schulen abzulassen, oder kommt da noch was.

    Wir dürfen sicher noch viel zum Thema Kinder als Verteiler der Coronaviren erwarten….
    Wieso sich dieser neue Coronavirus allerdings in seinen Übertragungseigenschaften von den bekannten Coronaviren, die ebenfalls Erkrankungen des Respirationstraktes auslösen, unterscheiden soll, erschliesst sich mir nicht. Die bekannten Coronaviren werden sonst auch von alt und jung übertragen.
    Auch wenn Kinder nicht erkranken sind sie Träger und Überträger.
    Vielmehr scheint doch wohl immernoch das Problem der Testspezifität und Empfindlichkeit zu bestehen?

    • Die Isländische Studie mit 13.000 Probanden hat es immerhin geschafft im veröffentlich zu werden, und diese Studie konnte nachweisen, dass kein einziges Kind unter 10 Jahren an SARS-COVIT-19 erkrankte. Lediglich Kinder über 10 Jahren erkrankten mit einem Anteil von 0,8 % anteilig an der Gesamtbevölkerung.
      Herr Drosten Arbeit zielte darauf ab die Viruslast von 3712 Infizierten zu untersuchen, und er konnte keine Unterschiede in der Viruslast der unterschiedlichen Altersgruppen feststellen.
      Aus seinem Ergebnis zieht er nun den Schluss, dass Kinder das Virus mutmaßlich auf andere Personen übertragen. Das ist kein Beweis für die Übertragung.

      • Die Isländische Studie hat es immerhin mit der sehr großen Zahl von 13.000 Probanden geschafft, im New England Journal of Medicine veröffentlicht zu werden !
        Wann werden schon mal Deutsche Studien in diesem oder dem British Journal of Medicine veröffentlicht ?

  4. Bin ich im falschen Film?! Ab Montag öffnen doch schon die Schulen! Unsere Schule war die gesamte Zeit geöffnet auf Grund der Notbetreung. Die Kultusminister haben Tatsachen geschaffen, bevor überhaupt klar war, welche Rolle Kinder bei der Übertragung spielen. Man nimmt leichtfertig in Kauf, dass die Schulen zu Infektionsanstalten werden!

  5. Ja, lieber Kollege! Wir werden zu Versuchskaninchen und haben laut Personalamt im Fall einer Infektion im verordneten Dienst nur sehr geringe Aussichten, das uns diese als Dienstunfall anerkannt wird – ist ja bei der Influenza auch so. Nur hier sind die Folgen u. U. weitaus schlimmer. Und das Ganze für wen oder was?

    • Das frage ich mich auch! Für wen das Ganze??? Ich gehöre keiner Risikogruppe an, habe aber Familie und kleinere Kinder, so wie viele meiner jungen Kollegen. „Viele“ ist nicht richtig, wir sind nur 4 (von 18). Sollte ich erkranken, ist das dann mein eigenes, privates Problem. Was ist dann mit meinen Kindern? Wir Lehrer haben nicht die Option Homeoffice, wir stehen jeden Tag in schlecht belüftbaren Räumen und haben enge Kontakte zu hunderten Menschen. Warum werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht im schulischen Bereich berücksichtigt???

  6. Grundsätzlich – wir haben diese Woche alle Schüler im Haus gehabt, allesamt über 15 Jahre alt und somit in der Gruppe, die sich von den Erwachsenen nicht unterscheidet: Na toll.

  7. Ah ja… der Herr Drosten. Heinsberg-Studie von Prof. Streeck kritisieren, obwohl es nur vorläufige Ergebnisse waren und jetzt selber vorläufige Ergebnisse präsentieren. Kritisieren, dass die Ergebnisse doch lieber zu erst in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden und dann selber seine Ergebnisse bei Twitter hochladen a la Trump!
    Gut das eine Studie jetzt (in einer Fachzeitschrift) aus England zeigt, dass dieser Sachverhalt auch anders zu deutet wäre. 1/3 geringer Infektionswahrscheinlichkeit der Kinder. Gleiche Virenlast, heißt also nicht, dass sie genauso infektiös sind: „Junge Personen (0-14 Jahre) hatten ein geringeres Infektionsrisiko als Personen im Alter…“ (https://science.sciencemag.org/content/early/2020/04/28/science.abb8001).
    Fakt: Genaues weiß man immer noch nicht, aber alle Leute mal wieder verrückt machen, verunsichert mit unreifen Studienergebnissen.

  8. Ja man darf sich schon mehr als nur wundern, wie hier mit dem Gut Gesundheit und den Möglichkeiten der Selbstbestimmung in diesen Tagen des Ausnahmezustands umgegangen wird.

    Aber wieso sind wie alle so überrascht? Das ganze Szenario spitzt sich doch bereits seit der Veröffentlichung der Heinsberg Studie ganz offensichtlich zu.

    • Was ist es für ein inhaltsloses Leben, wenn der Fokus all zu lange auf das reine physische Überleben unter Ausblendung der Würde des Menschen über einen längeren Zeitraum gerichtet ist, ohne dass diesem die Verwirklichung einfachster menschlicher Bedürfnisse zugestanden wird, wie etwa der Kontakt zu engsten Verwandten und den besten Freunden.
      Es wird von Amts wegen das vorsorglich behütete Gut der Erhaltung der gefährdeten Gesundheit über die Grundrechte und das Selbstbestimmungsrecht dieses Individuums gestellt, um eine vermeintliche Bedrohung von Teilen der Bevölkerung abzuwehren.
      Demgegenüber könnte man auch deutlich verstärkt auf eine konsequente Aufklärung über eine angemessene Verhaltensanpassung des Einzelnen setzen und valide Methoden zur Infektionsabwehr in der Anwendung fördern.

      • Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, bei uns geht es auch während der „Corona-Zeit“ nicht um das alleinige, physische Überleben! Wir haben Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Kindergeld. Wir spannen umfangreiche Rettungsschirme. Wir haben eine funktionierenden Sozialstaat und staatliche Unterstützung. Bei Menschen in Kriegsgebieten, in defekten Staaten, geht es um das alleinige, physische Überleben. Und auch wenn es so wäre, dass es um das alleinige, physische Überleben ginge, rechtfertigt das noch lange nicht, den Tod von Menschen mit Vorerkrankung, Behinderung oder älteren Menschen in Kauf zu nehmen. Das wäre eine Bankrotterklärung an für zivilisierte Gesellschaft.

      • Ein Zitat von Cicely Saunders, Begründerin der modernen Hospizbewegung, ist dafür wegweisend:
        „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“.

        Das kann doch nur bedeuten: Schule muss unter diesen umständen nicht unbedingt sein! Oder anders ausgedrückt:

        Non vitae sed scholae discimus.
        Dieses berühmte Zitat des römischen Schriftstellers und Philosophen Seneca (4 vor Christus bis 65 nach Christus.) steht im 106. der Briefe an Lucilius über Ethik (Epistulae morales ad Lucilium) und beklagt, dass die Erziehung in der Schule kaum dazu geeignet ist, die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Er widersprach damit der Auffassung von Aristoteles, der in seiner Politik VIII, 3, 2 für die Pädagogik gefordert hatte: “Immer nur nach dem Nützlichen zu fragen, ziemt sich gar nicht für großzügige und freie Menschen”. Wer diesen Satz und aus welchen Gründen ummer umgestellt hat, ist nicht nachweisbar, aber aus dem Briefwechsel Senecas mit Lucilius über Ethik geht hervor, dass Seneca dabei die mangelnde Lebensorientierung der Schule kritisiert hat. […] (Stangl, 2020).

        Verwendete Literatur
        Stangl, W. (2020). Stichwort: ‚Non vitae sed scholae discimus‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
        WWW: https://lexikon.stangl.eu/15365/non-vitae-sed-scholae-discimus/ (2020-05-01)

  9. @AvL:
    Diese Pandemie ist eine Phase. Die mit einem Medikament beendet sein wird.
    Ich weiss nicht, weshalb sie davon ausgehen, dass in Deutschland nur psychisch Kranke leben, die mit dem Gebot der Stunde, sich zurückzuziehen nicht leben könnten. Schon mal was von Resilenz gehört?
    Welche Auswirkungen es auf die emotionale Entwicklung eines jungen Menschen haben wird, der einen Risiko-Angehörigen (z.B. Elternteil) ansteckt und der dann wiederum im schlimmsten Fall verstirbt, möchte ich mir auch nicht vorstellen. Aber dabei geht es ja nur um ‚die vermeintliche Bedrohung von Teilen der Bevölkerung‘.
    Ernsthaft? 16.6 Mill sind schon eine Hausnummer, finde ich. Ja und was die Erhaltung der ‚reinen physischen Gesundheit‘ angeht: ja es lohnt sich schon diese erhalten zu wollen. Die Langzeitfolgen von Covid 19 sind nicht unerheblich. Mit z.B. einem Herzschaden nach Herzmuskelentzündung zu leben ist auch nicht so erfreulich. Auch ist die eingeschränkte Lungenfunktion nach einem schweren Verlauf keine lebensverbessernde Folge. Wie sie sicher auch wissen sind bereits weitere Langzeitfolgen zu erwarten.
    Ich denke doch, dafür lohnt es sich schon mal mit dem Allerwertesten zu hause zu bleiben für diesen begrenzten Zeitraum.
    Die so viel besungenen Hygieneempfehlungen können in Schulen nicht einghalten werden.
    Das liegt schon darin begründet, dass kein Konsens zwischen den Beteiligten darüber besteht, wie gefährliche diese Situation einzuschätzen ist. Zudem führt das Missachten dieser Regeln derer, die das Risiko nicht anerkennen, dazu dass diejenigen die sich schützen wollen, gefährdet werden.
    Ganz abgesehen davon sind bekanntlich die Hygienebedingungen in den Schulen schon vorher mehr als bedenklich gewesen. Wie sollen sie dem derzeitigen eingeforderten Standard genügen?

    Ein Weg aus dieser Krise wäre, den Menschen die Möglichkeit zu geben selbstbestimmt zu entscheiden, wie sie damit umgehen wollen.
    Bildungspflicht anstelle der Präsenzpflicht wäre eine Möglichkeit der Selbstbestimmung in diesen Zeiten.

    • Da stimme ich zu! Man sollte den Eltern die Wahlfreiheit lassen, ob sie ihre Kinder in die Schule zum Präsenzunterricht schicken, oder die Aufgaben gemeinsam zu Hause erledigen. Ich habe mit etlichen Eltern gesprochen, die diesen Weg präferieren würden, wenn sie die Wahlfreiheit hätten. Viele Grundschuleltern finden es verstörend, ihre Kinder diesem Risiko auszusetzen. Es braucht dazu ein „Corona-Elterngeld“, um wenigstens etwas Finanzielle Unterstützung hierfür bereitstellen zu können.

    • @Illy
      Haben sie den oben im Artikel den Abschnitt zur Isländischen Studie gelesen ?
      Diese im New England Journal of Medicine mit immerhin 13.000 Probanden veröffentlichte Studie wies nach, dass Kinder unter 10 Jahren nicht am Corona-Virus erkranken und entsprechend das Covid-19 nicht an andere Personen übertragen.
      Die Anzahl der Probanden ist sehr hoch, seine Aussagekraft entsprechend hoch einzuschätzen.
      Herr Drosten hat in seiner Untersuchungen lediglich die Viruslast in den Rachenabstrichen von 3.712 Personen bestimmt, wobei nur eine sehr geringe Anzahl an Kindern vertreten war, weil diese Personengruppe eben nicht an Covid-19 erkrankt.
      Jeder Mitmensch kann für sich eigenverantwortlich entscheiden, ob man zu Hause bleibt, welche Kontakte man aufrechterhält oder ob man unter Wahrung des 1,5 Meter, aber besser des 2 Meter Abstandes, sich in die Außenwelt begibt.
      Andere Mitmenschen bleiben eben weiterhin besser zu Hause, als dass sie sich mit selbstgebastelten Rotzfängern all morgentlich in die dichtgedrängten Geschäfte stürzen, um gegebenenfalls unter Missachtung des Mindestabstandes andere Mitbürger erzieherisch anzugehen, eben wegen der Missachtung eines staatlich verordneten Gebotes des Tragens virusuntauglicher Gesichtsvorhänge. Obwohl diese Zeitgenossen eigentlich durch diese Masken in Anbetracht der aggressiven Gesichtsmimik verpflichtet werden sollten immer eine Maske zu tragen.
      „Schließlich muss Ordnung ja sein, und wo kommen wir da hin, wenn jeder seine eigenen Regeln aufstellt.“
      Vor 5 Wochen hat das RKI auf Grund von Studienuntersuchungen mit großen Probandenzahlen noch gegen Gesichtsmasken argumentiert.
      Da stellt man sich doch schon mal die Frage, woher dieser widersprüchliche Sinneswandel kommt.

  10. „Was ist es für ein inhaltsloses Leben, wenn der Fokus all zu lange auf das reine physische Überleben unter Ausblendung der Würde des Menschen über einen längeren Zeitraum gerichtet ist, “
    Wow,
    …ja sie kennen sich ja aus. Sicher ist es für Sie (als Arzt) betriebswirtschaftlich besser, nicht auf die Erhaltung der physischen Gesundheit der Menschen diesen Tagen hinzuarbeiten.
    Besser ist es den Menschen zu erklären sich nicht so anzustellen,: alles nicht so schlimm. Es handelt sich nur um eine „vermeintliche“ Bedrohung von Teilen der Bevölkerung……wenn es dann zu Langzeitfolgen kommt ( weil man vllt bewusst oder unbewusst doch der vermeintlich gefährdeten Bevölkerungsgruppe angehört) gibt es ja genug Möglichkeiten die Zeit ‚inhaltvoll‘ zu gestalten und als Langzeirpatient in Arztpraxen zu verbringen, um die verlorene „physische“ Gesundheit wiederherzustellen. Was aber leider nicht möglich wird. Daher ein netter Gewinn für die Ärzte.
    …Sie sind gut!

    Wie lautet ihre Empfehlung?
    Rausgehen , schön Händedesinfizieren und einen unwirksamen Atemschutz anziehen, dann bei IKEA in 1.5 m Abstand anstellen und Köttböller essen gehen. Kinder nicht im Bällebad vergessen.
    Die lieben Kleinen gehen Montag endlich wieder in die Schule, die haben beim Aufbau von PAX ja so genervt. Endlich wieder Ruhe. Ohje Anruf vom Sekretatriat in der Schule: Kind hat Fieber und kotzt, aber hat es denn die Abstandsregeln und Hygieneempfehlung nicht eingehalten? Dabei haben wir es doch immer wieder erklärt.
    Mist wieder nichts mit Frühstücksfernsehen…
    Schnell Oma anrufen und als kurzfristigen Babysitter aktivieren….schliesslich beginnt ja gleich der eigene Dienst.
    Huch, war doch Covid 19. Oma krank…. aber naja, sterben müssen wir ja alle.
    …Schatz wir brauchen einen neuen Babysitter.

    Ja, ich weiss wie verhöhnt sie sich fühlen. So geht es auch mir.

    • Ärzte in Krankenhäusern mussten während der letzten Jahre ihren Blick auf Patienten gravierend ändern. Nicht die Genesung des Menschen stand hier im Zentrum, sondern der Blick auf Zahlen in Form von Fallpauschalen. Jeder Patient/Mensch ist dabei zu einer betriebswirtschaftlich abrechenbaren Größe geworden. Man kann auch von einer Entmenschlichung der Medizin sprechen. Den meisten Ärzten bereitet das nach Auskunft eines guten Freundes ethische Konflikte, einigen jedoch auch nicht.

      • Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu schützen ist die Aufgabe jedes Einzelnen und des Staates, also auch die des Klinikpersonals.

        Meine Blicke fallen allenfalls auf die Verwaltungsleitung abfallend aus, da diese sich uns gegenüber arrogant verhalten, eigentlich froh sein können, dass das medizinische Personal sich derart schlecht bezahlt und herabwürdigend behandelt abspeisen lässt, und so fiele ohne dieses DRG-System deren Bedeutungslosigkeit im Hinblick auf die Versorgung der Patienten deutlich mehr auf.
        Diesen Personen geht es nur noch um Zahlen, und sie haben keinen Arsch in der Hose, um der Politik Paroli zu bieten und die Verantwortlichen für dieses System zu benennen.
        Kein Mensch ist eine wirtschafliche Berechnungsgröße.
        Ausstralien hat das DRG-System eingeführt- und wieder abgeschaft.
        Deutsche Politiker haben dieses ruinöse Entgeldsystem in der Absicht eingeführt, die Kosten für gesundheitdienliche Leistungen zu senken, die Anzahl der Krankenhäuser über einen künstlich erzeugten wirtschaftlichen Kostendruck zu vermindern, eine Spezialisierung der Kliniken in die Wege zu leiten, um wie in Industriebetrieben möglichst kosteneffektiv Leistungen auf höchstem Niveau zu erreichen.
        Irgendwann ist die Zitrone ausgequetscht.
        Eigentlich muss man auch nicht jeden Kommentar beantworten.

        • Wo ist eigentlich Ihr Problem?
          Niemand hier verteilt pauschale Arztschimpfe,
          hier werden vorwiegend Lehrer beschimpft,
          das allerdings gerne auch von Ärzten.

          • Es ist unredlich und schlicht falsch zu behaupten, Ärzte in den Krankenhäusern würden allein ihren Blick auf Fallpauschalen richten, denn wir weisen uns die Patienten nicht selbst zu. Wie Krankenhäuser sich spezialisieren hängt vom Krankenhausmanagement ab, ob neue Betätigungsfelder eröffnet werden.
            Hier jammert jedenfalls niemand herum, weil sich die Arbeitszeiten ändern und zusätzliche Dienste anfallen.
            Wenn man keine sachliche Kritik vertragen kann, so hat man ein Problem.

    • Wenn Oma tot, dann muss weniger rente gezahlt werden und die beiträge zur gesetzlichen RV können fallen. Nach der Grenzöffnung von den eingesparten Beiträgen ein billiges und williges Aupair beschäftigen oder eine südosteuropäische Minijoberin einstellen.

    • Sie sind aufs physische Leben komzentriert, Illy, und AvL hat daneben noch anderes im Blick. Beide Sichtweisen sind legitim und werden dieser Tage auf allen Kanälen diskutiert.
      Nicht legitim ist, sich dabei über Andersdenkende lustig zu machen und sie zu verunglimpfen. Ein solcher Diskussionsstil wirkt nicht überzeugend, im Gegenteil, und das ist auch gut so.

      Ich teile die Sichtweise von AvL. Dabei liegt mir fern (wie offensichtlich auch ihm), Personen mit anderer Meinung zu verhöhnen. Wenn diese Menschen jedoch sagen, dass sie sich durch meinen Standpunkt verhöhnt fühlen, kann ich aus Rücksicht nichts anderes machen als nur noch schweigen. Dann steht allerdings nur noch eine Meinung als scheinbar unumstritten im Raum.
      Diese Vorstellung von allein richtiger Meinung bzw. Meinungsdurchsetzung ist mir zuwider.
      Es gibt zudem einen deutlich sichtbaren Unterschied zwischen tatsächlichem Verhöhnen und einem gefühlten, das behauptet wird.
      Der Diskussionskultur und dem Finden einer sachlich ausgewogenen, möglichst guten Problemlösung schaden beide Vorgehensweisen. Sie fördern nicht verschiedene Meinung, sondern bringen sie zum Schweigen.

      • @nora, vielen Dank für ihre Belehrung. Wie gesagt fühle ich mich genauso verhöhnt von den verachtenden Aussagen, von Avl. Interssant ist dass diese Be- und Abwertung der anderen Sichtweise legitim ist.
        Mit ist schon klar, dass es zynisch und provokant ist die Dinge so zu benennen, wie ich es getan habe. Dennoch ist es ein Ausdrucksmittel meines Standpunktes, der nicht dem Ihren entsprechen muss. Er muss Ihnen auch nicht gefallen!
        Mit ist „zuwider“ wie bestimmte Maßstäbe eingefordert werden, die tatsächlich selbst nicht eingehalten werden. Wie gesagt Aussagen wie die zitierten empfinde ich als zynisch.

    • Typische Sichtweise einer Lehrerin. Die meisten Leute müssen tatsächlich auch jetzt in der realen gefährlichen Welt arbeiten um sich ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Anzahl der Jobs, in denen man komplett homeoffice machen kann ist dich sehr überschaubar. Aber schön, dass diese Eltern jetzt auch noch den Lehrerjob nebenbei machen sollen . Man hat ja sonst nichts zu tun außer Pax aufzubauen…

      • Also mein Partner, der in der „real gefährlichen“ Welt lebt, kann sich in seinem Büro viel besser schützen als ich in der Schule. Abstand wird eingehalten, er hat seinen Arbeitsplatz mit seinem PC – ich muss einen PC mit 30 anderen Kollegen teilen, er hat täglich mit ca. 3-5 Kollegen Kontakt – auf 1,5 m, versteht sich – ich habe demnächst wieder die Kleinen an mir kleben… Ich mag meinen Job sehr gern, aber bei so einem sich leicht verbreitenden Virus sind wohl eher die Lehrer in der „real gefährlichen Welt…“ (aber sonst natürlich nie, nein, sonst ist alles völlig realitätsfremd in der Schule, insbesondere die Abkömmlinge unserer Gesellschaft, hat rein gar nichts mit realem Leben zu tun!!).

        • Lehrer und Kita-Erzieherinnen sind an vorderster Front in der „real gefährlichen Welt“. Ohne Schutzmasken, ohne Abstände, ohne vernünftige Hygienestandards (ohne gesellschaftliche Anerkennung). Nicht diejenigen, die im Homeoffice sitzen. Viele der Kolleg/innen wären froh, wenn sie angesichts der Infektionsgefahr für sich und ihre Angehörigen im Homeoffice sitzen könnten.

          • Mir als Kollegin sind die Jammereien der Lehrer und ihre mitleiderregende Selbstdarstellung als Kämpfer „an vorderster Front in der ‚real gefährlichen Welt‘ “ langsam peinlich.
            Herr Grundschullehrer, sitzen denn nicht viele Ihrer Kollegen und Kolleginnen im Homeoffice oder haben dort über Wochen hinweg gesessen? Saßen Sie selbst dort nie?

            Warum also jammern: „Viele der Kolleg/innen wären froh, wenn sie angesichts der Infektionsgefahr für sich und ihre Angehörigen im Homeoffice sitzen könnten“?

            Gesellschaftliche Anerkennung gibt es nicht für widerwilliges, von Empörung und Wehklagen begleitetes Tun.

  11. @AVL: Aufklärung wird geleistet. Nur haben viel zu viele Schwierigkeiten sich entsprechend zu verhalten. Verhaltensanpassung wird als Gängelung, als Eingriff in die Persönlichkeit empfunden. Die Warnung Sars-erfahrener Viologen ins Lächerliche gezogen. Mir sind hochintelligente Menschen bekannt, die angesichts der Maskenpflicht beim Einkaufen das emotionale Niveau von Dreijährigen zeigen. Tolles Vorbild für ihre Kinder! Schade nur für diejenigen, die vernünftig sind, über den eigenen Tellerrand schauen und verantwortungsvoll handeln. Schulen in dieser Situation vorschnell zu öffnen ist grob fahrlässig. Der Hygieneplan für das Bundesland, in dem ich unterrichte (Hamburg) liest sich wie utopische Literatur. Und das muss jeder der Beteiligten wissen.

  12. @nora, vielen Dank für ihre Belehrung. Wie gesagt fühle ich mich genauso verhöhnt von den verachtenden Aussagen, von Avl. Interssant ist dass diese Be- und Abwertung der anderen Sichtweise legitim ist.
    Mit ist schon klar, dass es zynisch und provokant ist die Dinge so zu benennen, wie ich es getan habe. Dennoch ist es ein Ausdrucksmittel meines Standpunktes, der nicht dem Ihren entsprechen muss. Er muss Ihnen auch nicht gefallen!
    Mit ist „zuwider“ wie bestimmte Maßstäbe eingefordert werden, die tatsächlich selbst nicht eingehalten werden. Wie gesagt Aussagen wie die zitierten empfinde ich als zynisch.

  13. @dickebank
    Ich habe eben gerade nicht gejammert, das ist der Unterschied zu vielen Lehrern hier sondern darauf hingewiesen, dass auch in anderen Bereichen nicht alles bequem und von anderen durchorganisiert läuft.
    Aber an anderen Stellen wie z.B.Kliniken wird einfach vom Personal die Notwendigkeit eingesehen, dass die jetzige Situation teilweise nur mit Unbequemlichkeiten und teils auch Mehrarbeit und geänderten Arbeitszeiten gemeistert werden kann.
    Wenn wir so denken würden wie viele Lehrer hier würden wir sagen: ok, es dürfen wegen der gesetzlichen Kontaktbeschränkungen nur wenige Leute ins Wartezimmer. Behandeln wir einfach weniger, sollen die Leute weiter zuhause bleiben. Da der Bedarf aber da ist und sogar was Termine abgeht noch Nachholbedarf der letzten Wochen besteht werden eben teilweise die Ambulanzzeiten und damit auch Dienstzeiten bis in den Abend verlängert um möglichst viele Patienten versorgen zu können. Das ist an einigen Stellen zur Zeit nunmal eine vernünftige Lösung und genau so ist es legitim an den Schulen über solche Modelle nachzudenken.
    Man kann doch nicht bei allem von vornherein schreien: das geht nicht , das ist mit Aufwand und evtl.Mehrarbeit und Restrisiko verbunden.
    Der Präsenzunterrich wird nicht brachliegen können bis es irgendwann einen Impfstoff gibt.

    • Also der Kardiologe am Ort hat seine Praxis geschlossen seit 3 Wochen…ebenso der Hautarzt….
      Ärzte schützen sich und ihre Teams auch.
      Wieso sollen andere Berufsgruppen nicht selbst abwägen?
      Schulen können nicht die erforderlichen Standards einhalten….
      Wir stehen am Beginn der Pandemie.

      • In der VR-China wurden die Menschen familienweise in gesonderte Lager verfrachtet, und als die Lager voll waren , da wurden dann die Haustüren zugeschweißt.
        Wenn Kollegen ihre Praxen schließen, dann nur deshalb, weil diese Quarantänemaßnahmen umsetzen und nicht aus Lust und Laune oder panischer Angst.
        Wir pflegen hier in Europa einen kommuniziert aufgeklärten Umgang mit der Pandemie unter der Wahrung der Grundrechte der Mitbürger, und es erfolgt bitte weiterhin ein wissenschaftlich fundierter Umgang mit dieser Pandemie, als dass derartige Szenarien wie in der VR-China umgesetzt werden oder panikartige Verhaltensmuster aktiviert werden.

      • Es gibt überall schwarze Schafe.
        Aber es werden sicherlich nicht dauerhaft die Praxen geschlossen bleiben u.a. auch weil der Arzt kein Einkommen mehr hat wenn er nicht arbeitet und weil er wenn er kassenärztlich tätig ist und nicht nur rein privatärztlich einen Versorgungsauftrag hat, den er erfüllen muss. Er kann also gar nicht einfach aus Lust und Laune über längere Zeit schließen. Vielleicht hatte ihr Hautarzt einfach Urlaub? Stichwort Osterferien? Mal daran gedacht?
        Und auch im Urlaub muss jeder kassenärztlich tätige Arzt einen Vertreter angeben um seinen Versorgungsauftrag zu erfüllen .
        Tja, erst informieren und nachdenken…

          • Mit 100%Sicherheit nicht aus Angst vor Corona. Das ist nämlich schlicht nicht möglich und nicht erlaubt. Möglicherweise ist der Kollege selbst schwer erkrankt (auch Ärzte können z.B.Krebs bekommen) . Kein Arzt (mit Kassenzulassung) kann für ein halbes Jahr einfach seine Praxis schließen , das geht schlicht und ergreifend nicht . Rein privatärztlich tätige können natürlich schließen wenn sie möchten , haben dann aber auch keinerlei Einkommen .

    • @G
      Wo soll der Unterschied sein, ob Lehrkräfte oder Klinikpersonal auf Mehrarbeit verweisen?

      Wirft Ihnen jemand vor, Sie würden zu wenig arbeiten, weil OPs verschoben werden?
      Zählt bei Ihnen lediglich die Arbeit direkt am Patienten, quasi auf Tuchfühlung, als Arbeitszeit und kommen Sie damit auf Ihre 48 Stunden?

      Warum sollte das bei Lehrkräften so sein?

      Es ist schon erstaunlich, was Lehrkräften gerne unterstellt wird.
      Der Hinweis, man könne mehr Arbeitsbereitschaft erwarten, kam von Ihnen!
      Da ist er wieder, der Spruch von Lehrkräften als „faule Säcke“. Sachlich … ist das nicht! Realistisch … auch nicht.

      Lehrkräfte stellen, ebenso wie Sie, dar, dass die Arbeitszeit seit Jahren überzogen ist, dass der Arbeitgeber nicht der Fürsorge nachkommt, dass die Arbeitsbedingungen seit Jahren nicht stimmen und äußern sich gegen anderslautende Unterstellungen.

      Sie äußern ihren Unmut darüber, dass an „die Schule“ viele Forderungen gestellt werden, bei der Umsetzung aber Land und Kommune gerne den Schwarzen Peter hin und her schieben, Erlasse entsprechend formulieren, dass möglichst keine zusätzlichen Kosten entstehen und sich niemand zuständig fühlt.
      Am Ende sollen es die Lehrkräfte gerichtet haben und die eigentlich Zuständigen verlassen sich gerne darauf, ohne entsprechende Bedingungen zu schaffen.

      Dass in der Krise anders gearbeitet wird, ist so. Das ist auch bei Lehrkräften nicht anders.
      Nur weil sie nicht im Präsenzunterricht stehen, bedeutet dies nicht, dass die Arbeit wegfällt. Die außerunterrichtlichen Aufgaben, die auch sonst sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, bleiben ohnehin bestehen. Da sollten Sie sich mal mit den Erhebungen zur Arbeitszeit beschäftigen.

      Hinzu kommen jetzt zum einen vielfältige Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit dem Lernen zu Hause stehen, die viel Vorbereitung und viel Kommunikation erfordern.
      Das liegt auch daran, dass der Arbeitgeber diese Möglichkeiten nicht rechtzeitig geschaffen hat und Lehrkräfte durchaus mit viel Engagement und Kreativität unterschiedliche Möglichkeiten finden und sich zu Nutze machen, wie sie die Schülerinnen und Schüler sowie Eltern/ Erziehungsberechtigte analog oder digital erreichen können und das Lernen zu Hause organisieren und unterstützen, auch wenn es keinen Präsenzunterricht geben kann.

      Hinzu kommt zum anderen die Beschäftigung mit unzähligen neuen Vorgaben, die gerne über Nacht und sehr kurzfristig verteilt werden und plötzlich umgesetzt sein sollen, aber in jeder Schule zur Umsetzung genaue Überlegungen und ebenfalls viel Kommunikation erfordern.
      Einerseits muss jede Vorgabe auf die Umstände an jeder einzelnen Schule angepasst werden, andererseits kann nicht jede Schule nach eigenen Vorstellungen den Alltag organisieren, sondern muss auf die Bestimmungen der Landesschulbehörde warten und darf jedes Mal neu beginnen, wenn die Politiker nach kurzer Zeit anders entscheiden.

      • Der Unterschied ist das Gejammer …
        Hier verlangt ja auch kein Mitarbeiter, dass Ambulanzen etc.geschlossen bleiben oder lehnt kategorisch ab, dass sich Arbeitszeiten in der jetzigen Situation auch mal vorübergehend zum schlechteren verändern können.
        Alle müssen mit dem Personal jonglieren weil die Corona Regeln überall Kapazitäten binden und ja das kann eben mal vorübergehend Mehrarbeit und unbequemere Arbeitszeiten hervorbringen, auch in den Schulen ,wenn man irgendwie teilen und staffeln muss um Präsenzunterricht zumindest im Ansatz zu gewährleisten und den können wir nunmal definitiv nicht aussetzen bis es einen Impfstoff gibt.

        • Im übrigen habe ich mit keinem Wort über meine Arbeitszeit gejammert. Ich habe sie lediglich genannt aber sie ist für mich ok, auch das habe ich geschrieben.
          Und auch die zur Zeit teils in unbequeme Arbeitsstunden verlagerte Regelarbeitszeit ist zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll um die Patientenversorgung sicher zu stellen und trotzdem die Corona Schutzmaßnahmen beachten zu können. Ich verlange lediglich von den Lehrern eine ähnliche Arbeitsauffassung und Bereitschaft in der jetzigen Lage und das ist das kategorische Ablehnen jeglicher Vorschläge ,die Unterricht an Samstagen, etc.ins Gespräch bringen um Versäumnisse geringer zu halten und das Rufen danach möglichst lange den status quo mit home schooling beizubehalten sicherlich nicht.

          • Der Unterschied liegt darin, dass Lehrkräfte entgegen der Regelarbeitszeit schon vor der Krise verheizt wurden und es trotz Urteil keinerlei Zeiterfassung gibt, damit der Arbeitgeber keine Anpassung jedweder Art vornehmen muss.
            Der zweite Unterschied ist, dass Sie den Lehrkräften pauschal eine mangelnde Arbeitsbereitschaft unterstellen.

            Lehrkräfte wehren sich so vehement, weil sie genügend Erfahrungen gesammelt haben ,dass jegliche Forderung in den Schulen abgeladen wird, ohne dass sich irgendjemand um entsprechend angepasste Bedingungen auch nur im Ansatz kümmern will.

            Weil Sie sich das offenbar nicht vorstellen können, erkläre ich es Ihnen auf Ihrem Gebiet: Lassen wir doch den Arzt und das Personal die Patienten eines weiteren Fachgebietes zusätzlich zu den schon vorhandenen Aufgaben und Patienten übernehmen, natürlich ohne Erweiterung der Fachausbildung, schließlich haben alle eine medizinische Vorbildung und können sich neben bzw. nach den üblichen Diensten einarbeiten. Zudem schaffen die Zeiterfassung aller Beteiligten ab. Das wird schon irgendwie zu schaffen sein und regelt sich dann schon untereinander, wer die zusätzlichen Dienste und Aufgaben schultert und auf gesetzlich vorgeschriebene Erholungszeiten verzichtet. Weiters Personal kann eingestellt werden, wenn es möglichst keine medizinische Ausbildung hat, es kann dann von Ärzten und Pflegenden nebenher ausgebildet werden. Ausstattung und Räumlichkeiten können bleiben wie sie sind, Mängel kann man melden, die Behebung derselben kann warten. Mit dem Verbrauchsmaterial sollte man haushalten oder es selbst aus eigener Tasche bezahlen.
            Sollte Ihnen das merkwürdig erscheinen, dürfen Sie darüber nicht klagen, schließlich wollen Sie ja nicht jammern, es ist doch alles nur zum Wohl der Patienten und die wollen Sie doch nicht wirklich sich selbst überlassen, oder? Arbeitsschutz und -recht sind da nicht so wichtig, aber Sie können sich ja einen Anwalt suchen, der Sie vertreten möchte.
            Und wenn es dann in der Krise eng wird, motivieren wir einfach mal zu ein bisschen Mehrarbeit. Das wird doch nicht so schlimm sein.

            Der große Unterschied ist, dass hier keiner Ärzten generell Untätigkeit unterstellt oder behaupten würde, Bereitschaften oder Nachtdienste seien Freizeit, weil man womöglich nicht gebraucht würde und tatsächlich in der Zeit seinen Schlaf bezahlt bekäme. Sollte Sie allein diese Äußerung aufregen, weil sie der Wirklichkeit entgegensteht, ist das ggf. der notwendige Impuls, sich vor den nächsten Behauptungen über Lehrkräfte mit dem Arbeitsfeld und den alltäglichen Anforderungen auseinanderzusetzen.

  14. Man sollte auf die Bedenken der Praktiker vor Ort hören. Sie kennen die Bedingungen am besten und können einschätzen, ob Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können oder nicht. Die Kita-Erzieher sind meines Erachtens in einer noch schwierigeren Lage! Die Notbetreuungsgruppen werden auf unverantwortliche Weise vergrößert. Gleichwohl steigt der Druck auf die Leitungen, immer mehr Kinder aufzunehmen. Auf neuere Studienergebnisse bezüglich des Ansteckungs- und Infektionsrisikos von Kindern wird nicht geachtet. Die Wirtschaft muss wieder in Gang kommen. Die Kinder müssen betreut werden. Kranke Kinder, Lehrer und Erzieher sind in diesem Szenario ein einkalkulierter Schaden.

    • Nachdem gerade in Sachsen-Anhalt der Anspruch auf Notbetreuung derart großzügig gelockert wurde, gehe ich fast davon aus, dass hier nach den Pfingstferien in Kitas und Schulen wieder Normalbetrieb laufen wird.

      • Der Hintergrund ist, dass man für die Eltern eine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder bereitstellen will. Die Arbeitsbesaltung vervielfacht sich gerade: tägliche Notbetreuung, Betreuung in den Ferien, zusätzliche Förderangebote für Schüler, „normaler“ Präsenzunterricht bis 14.00, nachmittags Unterrichtsvorbereitung, digitale Lernangebote für Klassen, die nicht im Präsenzunterricht sind, Kontrolle und Korrektur der Leernaufträge am Nachmittag/Abend/Wochenende… da kommt man locker auf 55-60 Wochenstunden. Achja, Kinder haben wir selber auch, die in die Schule gehen. Will jemand von den zynischen Kommentatoren tauschen?

  15. @AvL:die Island Studie habe ich gelesen. Jedoch stehen wir alle noch am Anfang der Erkenntnisse und Datensammlung. Die bereits (alt) bekannten Corona-Viren haben sich bisher auch ohne Altersneschränkung in der Bevölkerung ausgebreitet. So waren auch immer Kinder im Verteilungsprozess beteiligt. Mir ist nicht klar, weshalb das neue Corona Virus da eine Ausnahme machen sollte.
    Ich könnte mir vorstellen, dass uns hierzu noch viel Studienmaterial „geliefert“ wird, wobei sicher jede Seite „ihre eigenen“ bestätigenden Ergebnisse präsentieren wird.
    Ich könnte mir vorstellen, dass ausserdem die Sensibilität der Tests nicht in jeder Phase des Infekts ausreichend ist. So war es doch in Heinsberg so, dass der erste männliche Patient ins KH kam und positiv getestet wurde. Schnell wurde er in die Intensivstation gebracht. Seine Frau hingegen hatte ebenfalls Symptome, war jedoch lange noch negativ getestet.
    Kinder sind wahrscheinlich ohne Symptome zu entwickeln Virusträger und -überträger, denke ich.
    Grundsätzlich ist Island mit 3 peoples/km2 das dünnst besiedelte Land Europas…. dies hat sicher eine Rolle gespielt bei der Verbreitung und der erfolgreichen Eindämmung der Pandemie. Ich bin im Moment nicht im Bilde wie gross die Klassenstärken sind.
    Ebenso in Neuseeland. Dort wird ja z.Z. nur beschult wer freiwillig kommt. Es besteht derzeit keine Präsenzpflicht. Auch sind die Klassenstärken nicht vergleichbar mit unseren.
    Will sagen : obwohl dort eine geringere Klassendichte besteht und zudem das Virus dort durch Lockdown eingegrenzt wurde, lässt dort ein Grossteil seine Kids zu hause.

    Das Maskendilemma finde ich persönlich auch mehr als denkwürdig.
    Jedoch glaube ich auch hier, dass wir durch politisches Kalkül wahrscheinlich über den Sinn dieses Schutzes im unklaren gelassen wurden. Nicht weil es kein Schutz wäre. Aber es gibt ja immenoch keine massenberfügbaren ffp3 Masken. Also was für eine Wahl hat unsere Politik dann, als erstmal zur Beruhigung der Massen diese über den Sinn im unklaren zu lassen.?

    Den so viel bemängelten „Sinneswandel“ der beratenden Virologen kann ich ehrlich gesagt nur bedingt nachvollziehen. Letzlich beschreiben doch alle verwendeten Zahlen und Größen den gleichen Umstand und erklären somit das bisherige Ziel. Ich denke das Ziel vieler Politiker und Bürger hat sich verändert. Aus dem Grunde werden Botschafter zur Botschaft gemacht und sogar bedroht. Was wäre übrigens Wissenschaft, wenn diese neue Ergebnisse zur Bewertung nicht einbeziehen würde….dann wäre die Erde immernoch eine Scheibe.
    Die Menschen leiden unter „disaster fatique“
    Unser System in Deutschland beruht darauf, dass Bildungseinrichtungen schlicht auch als (ganztags) Betreuungseinrichtung für arbeitenden Eltern dienen.
    Das Problem der Eltern in diesen Zeiten ist hinreichend bekannt. Alle stehen gerade vor massiven Problemen und haben Existenzängste.
    Jedoch stehen wir ja gerade erst am Beginn der Pandemie.
    Alles was ich auch hier im Forum erlebe macht mich persönlich sehr betroffen.
    Es gibt gerade nich DIE Lösung. Jedoch könnnen wir auch nicht zur von uns allen herbeigesehnten Normalität zurück.
    DIe politischen Ansätze zur „neuen“ Normaltät, so wie es jetzt begonnen hat sind sehr chaotisch und letzlich wird hier auf dem Rücken von Lehrern, Eltern und Schülern ein politisch wirtschaftlicher Machtkampf ausgetragen.
    Als ob ein Feuer gelegt wird, damit man vom eigentlichen Brand ablenkt.

    Ich weiss, dass ich mit meiner Endlos-Schleife alle endlos nerve.
    Aber ich würde es sehr befürworten, wenn wir frei entscheiden dürften, wie wir individuell mit diesem Ausnahme Zustand leben und umgehen wollen.
    Eine Bildungspflicht sollte die Präsenzpflicht ersetzen.
    Für diejenigen, die das Risiko für sich abschätzen können, sollen Möglichkeiten der Betreuung ihrer Kinder geschaffen werden, durch diejenigen, die ebenfalls das Risiko für sich für überschaubar halten.
    Es gibt so viele kreative und gute Ideen bei unseren Nachbarn zum Thema Schule.

    Es muss doch möglich sein alte Strukturen zu überdenken und diesem Ausnahme Zustand geschuldete Veränderungen (z.B. temporäres Aussetzen der Schulpflicht) herbeizuführen.

    Nein ich bin kein Lehrer!
    Langjägriges politisches Versagen wird gerade an die falsche Adresse gesendet. Weder Lehrer noch Schulen sind für diese Situation verantwortlich. Diese haben aber auch ein Recht sich zu schützen und nach ihren Lösungen zu suchen ohne sich den abwertenden Äußerungen derer, die aus einem anderen Umfeld stammen aussetzen zu müssen.
    Ich finde die Debatte wirklich unfair und verfehlt.

    • Als Lehrer sollte man diese Debatte meiner Meinung nach gar nicht führen. Ab und zu sticheln, ok. Aber echt diskutieren mit Leuten, die frustriert sind? Was bringt das?
      Lieber Lachen und Mitleid im Umgang mit diesen sehr gestressten Menschen. Sie werden es noch ein ‚bisschen“ aushalten müssen und haben nicht wie wir die Möglichkeit, sich einzufuchsen ins homeoffice und noch nen einigermaßen erträglichen Sommer freizuschaufeln.
      Und ich hab mit vielen Kolleginnen festgestellt: Die die jetzt meckern (weil die scheitern und leiden), sind jene Eltern, die bei jefem Problem, dass ihr Sternchen hatte, gesagt haben: „Das kann ich mir nicht vorstellen…. Das kann nicht passiert sein…“
      Jetzt passiert es ihnen, jetzt können sie es sich vorstellen.
      🙂

  16. …auch wenn es gleich wieder hagelt:
    Susanne Laschet war wohl in einer Talkshow und hat das Home Office Szenario ihres Mannes kurz beschrieben….
    …ich habe keine Fragen mehr…Sie?

    So ich muss jetzt auch wieder in meinen Elfenbeinturm…..

  17. G ist doch nur ein Beispiel für die (vielen) Ärzte, die das Virus überhaupt nicht ernst nehmen. Am Ende halten sie es noch für eine Erfindung der Lehrer, den faulen Säcken. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass so viele Menschen, die eindeutige Symptome aufwiesen und z.B. Kontakt hatten zu Menschen, die in Ischgl waren, nicht getestet wurden. Immer wenn die Diskussion aufkommt, finden sich Leute, die in den letzten Wochen sehr vom Gesundheitssystem und den Ärzten enttäuscht waren. Sei es, dass sie sehr krank waren mit den typischen Symptomen und nicht zum Hausarzt vorgelassen wurden, bei der Hotline nicht durchkamen usw. oder dass man einen Test nicht für notwendig hielt, obwohl alles für eine Coronavirusinfektion sprach. Da fragt man sich auch, was man eigentlich als Mensch und Patient wert ist.

  18. Es geht hier weder um Meinungen, Glauben oder irgendeine Seite, die vertreten wird.

    Fest steht, dass der Ansatz der Islandstudie ein anderer ist als die Teste von Herrn Drosten an der Charité hinsichtlich der Viruslast, während die Islandstudie die fehlende Erkrankung der unter 10 Jährigen und deren fehlende Übertragungsfähigkeit auf Erwachsene nachweist.
    Und diese Untersuchungen widersprechen sich auch nicht, weil andere Eigenschaften untersucht wurden.
    Es wird schwer sein, zu rechtfertigen, warum man diese Personengruppe der unter Zehnjährigen weiterhin in ihren Grundrechten beschneidet !
    Das erklären sie einmal einem Verfassungsrechtler, und ich denke mir, dass diese große aussagefähige Studie ein gewaltiges Argument für die Öffnung der Grundschulen und Kindergärten ist.
    Auf der anderen Seite wird man sich rechtfertigen müsse, warum man das Selbstbestimmungsrecht bevormundend gegen deren eigene Willensäußerungen einschränkt.
    Die werden dann eben, so diese es wünschen, dort ausziehen dürfen.

    • Was sie da über Ärzte schreiben, sagt mehr über ihre Beziehung zu diesem medizinischen Personal aus, als dass es den Empfindungen und Denkweisen dieser Berufsgruppe entspricht.
      Dass nicht genügend Testkapazitäten vorhanden waren oder ärztliches Personal entweder selbst krank war oder über keine Schutzausrichtungen verfügte kommt ihnen anscheinend gar nicht in den Sinn.
      Im Moment werden Fußballspieler auf das Wuhan-Virus getestet, damit sie arbeitsfähig sind, medizinisches Personal wird dagegen nicht getestet, damit es arbeitsfähig bleibt- einfach toll.
      Da stellt man sich auch Fragen.

      • Ich habe mich nur dem Niveau angepasst, auf dem hier sehr oft über Lehrer hergezogen wird. Das müssen Sie jetzt schon auch mal aushalten. Tests für Fußballer scheint es ja ausreichend zu geben, während andere, die berufsbedingt viele Kontakte haben, in die Röhre gucken.

    • Seltsam nur, dass nach den ersten Schulöffnungen diese Meldung erscheint:

      Coronavirus: NRW meldet die meisten Neuinfektionen +++ Maas kommentiert Ende der Reisewarnung
      https://www.ruhr24.de/nrw/coronavirus-nrw-live-ticker-heute-news-nachrichten-aktuell-corona-kitas-schulen-laschet-zr-13747681.html

      „Die Lockerungslobby erweckt einen falschen Eindruck“
      Was uns die Lockerungslobby als Exitstrategie verkauft, führt nur in eine zweite Infektionswelle. Der Preis wird hoch sein.

      Wenn ich darüber nachdenke, welche historischen Katastrophen meine Vorfahren meistern mussten, beschleicht mich ein Gefühl von Fassungslosigkeit bei dem hier oftmals formulierten Anspruchsdenken und dem Schreien nach dem Staat. Eigene Kinder mal nicht in die Fremderziehung abschieben zu können, da man ja nur am Wochenende wirklich Zeit für die eigenen Kinder hat, erscheint eine Katastrophe zu sein. Bildung umfasst viel mehr als nur die Vermittlung schulischer Inhalte.

      Lasst die Zahlen steigen, die zweite Welle wird grüßen, dann wird wieder alles geschlossen……das Unheil nimmt seinen Lauf.

      • Hier lohnt auch ein Blick in die Geschichte. Die Spanische Grippe hat auch erst im Winterhalbjahr ihre tödliche Wucht so richtig entfaltet. Das Virus verbreitet sich jetzt den ganzen Sommer über, während wir uns in Sachsen-Anhalt sorgslos in Fünfergruppen tummeln. Im Winterhalbjahr überrollt uns, wenn es schlecht läuft, die Pandemie. Die Bundesregierung sollte die Kompetenzen an sich ziehen. Der Föderalismus richtet hier im Falle einer globalen Katastrophe mit seiner fürstentumartigen Kleingeistigkeit großen Schaden an!

  19. „Auf der anderen Seite wird man sich rechtfertigen müssen, warum man das Selbstbestimmungsrecht der Senioren in den Altenheimen bevormundend gegen deren eigene Willensäußerungen weiter einschränkt, “ sollte dort im vorletzten Satz stehen.

    • Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dszu zählt auch, Menschen, egal welchen Alters, einen Tod in Würde zu gewähren. Wenn ihre oder andere Freiheitsgefühle sich dadurch beleidigt sehen, dass Menschen auch ein Abschied in Würde zusteht, dann treffen hier zwei Grundrechte zusammen. Und dann gibt es die Grundrechtsschranke, die ihr Recht auf „Freiheit“ eindeutig in die Schranken weißt. Das gehört auch zur Demokratie.

  20. Doch, AvL, es geht eben um unterschiedliche Seiten, die vertreten werden.
    Während Ihnen die Rechte von Kindern, Senioren und Ärzten am Herzen liegen, sind es bei uns Schutz und Arbeitsrecht von Lehrkräften, die ihren Beruf angemessen ausüben wollen, vor, während und nach der Krise.
    Um alles unter einen Hut zu bekommen, wird man unterschiedliche Möglichkeiten abwägen müssen. Wie immer zählen die Bedingungen hinzu, die aber in Schule häufig vergessen werden oder im Hin und Her der Kostenträger verloren gehen.

    Wer weiß, dass die zu normalen Zeiten nicht funktioniert, kann in Krisenzeiten wenig Hoffnung auf Besserung aufbringen. Sie selbst haben vor ein paar Tagen auf Singapur verwiesen, wo notwendige Schutzausrüstung gestellt würde. Und? Wie sieht es damit an den Schulen aus? Tatsächlich wurden bei uns nun Seifenspender an die Wand geschraubt, teilweise gleich neben den Heißwasser-Boiler aus den 80ern. Vielleicht wurde auch die Drosselung des kalten Wassers an den Waschbecken auf den Schülertoiletten zurückgenommen.

    Wer zu Ostern schon zu hören bekommt, die unterrichtsfreie Zeit müsse mit zusätzlichen Aufgaben einher gehen, Wochenenden und Feiertage erforderten Notbetreuung und der Erholungsurlaub könne zu anderen Zeiten genommen werden, wer ohnehin weiß, dass diese Erholungszeiten den Arbeitgeber auch sonst überhaupt nicht interessieren, der wird die Ankündigung von Unterricht am Wochenende und in den Sommerferien für weitere Schläge in die gleiche Kerbe halten und sich fragen, ob derartige Ausweitungen je zurück genommen werden. So schnell, wie plötzlich Seifenspender angeschraubt werden können, darf man auch die längst überfällige Zeiterfassung umsetzen, damit Lehrkräfte ihre Arbeitszeit an unterschiedlichen Wochentagen an unterschiedlichen Arbeitsplätzen Tag wie Nacht erfassen können und Arbeitgeber entsprechenden Ausgleich schaffen.

    Wer sich nach jahrelangem Bohren und Nachhaken und Vertrösten-Lassen und Aufschieben ohne technische Ausstattung und entsprechende Fortbildung nun mit Eigenmitteln nebenher in digitale Werkzeuge einarbeitet, wird sich nicht wundern, wenn das am Ende als Digitale Revolution verkauft wird. Fortbildung oder Einarbeitszeit mit Zeitausgleich braucht es dann nicht mehr und die Anpassung der Curricula kann über Nacht erfolgen.

    Wer weiß, dass Unterricht an Schulen kaum mit Lehrkräften abgedeckt werden kann, weil sie nicht eingestellt wurden, und über Jahre mit einem verminderten Stamm-Kollegium den Schulbetrieb wie auch die andauernde Einarbeitung von Aushilfen unterschiedlicher Art stemmt, wird sich nach Aufhebung der zahlreichen Teil-Abordnungen und dem Schutz von Lehrkräften in Wiedereingliederung bei schwerer Krankheit nicht wundern, dass für Unterricht in Teilgruppen und zusätzliche Notbetreuung und zusätzliche Aufgaben für das Lernen zu Hause nicht genug Personal vorhanden sein kann.

    So eindeutig, wie Sie sich Studien aussuchen und zurechtlegen, ist es eben nicht.
    Hat Ihr Arbeitgeber zu regulären Zeiten einen Hort für die Kinder der Angestellten geschaffen, die zu sehr unterschiedlichen Zeiten arbeiten müssen, in dem nun die notwendige Betreuung erfolgen kann?
    Sind die staatlichen Schulen in Ihrem Bundesland als Ganztagesschulen für den ganzen Tag mit zusätzlichem Personal ausgestattet worden, sodass Verpflegung und Betreuung gewährleistet werden kann?

    Es wird nicht ausreichen, eine Studie zu zitieren, und deshalb zu meinen, alle würden sich danach richten und die notwendigen Bedingungen schaffen.
    Mit Vehemenz Rechte für Kinder und Ältere einzufordern, sollte mit gleicher Vehemenz zur Forderung angemessener Bedingungen zur Umsetzung begleitet werden.

    • Die isländische Studie zur Übertragung des Wu Han-Virus wird unter der Koordination der Uni Heidelberg auf Betreiben vom Ministerpräsidenten Kretschmar mit Unterstützung mehrerer anderer Universitäten in Baden-Württemberg auf ihre Validität hin untersucht.
      Ist es für sie beunruhigend, wenn derartigen positiven Ergebnisse vermittelt werden, oder haben sich doch die Bilder aus der VR-China, Italien, Frankreich und den USA zu sehr in das Bewusstsein gedrängt, dass derartiges sich hier wiederholt, wenn nur irgendwo wieder ein Stück Normalität gelebt zu werden versucht wird.
      Inzwischen weiß man sehr viel mehr über dieses Virus.

    • Uns ALLEN sollte der Schutz von Kindern am Herzen liegen! Es besorgt mich, dass weder im Grundschul- noch im Kitabereich ausreichend Schutz gewährleistet werden kann. Besonders in den Kitas sind die Gruppen viel zu groß! Die Situationen, die in den Kitas herrschen, würde man Erwachsenen nie zumuten bzw. sind sie in der Lage, eine Maske/ein Visier zu tragen und auf Abstands- und Hygieneregeln zu achten. Wir müssen den Kindern eine Stimme geben, da sie keine Lobby haben und ausreichenden Schutz für sich einfordern können! Es wird in Sonntagsreden immer viel davon geredet, dass Kinder unsere Zukunft sind. Folglich sollte ALLES dafür getan werden, dass auch sie eine Zukunft haben und ausreichend geschützt sind!

      • Heute ist zwar Sonntag, ich argumentiere aber trotzdem sachbezogen.
        Kinder unter 10 Erkranken nicht an dem Virus und über 10 jährige Kinder nur zu 0,8 %! Sie brauchen sich nur die Statistiken anzuschauen.

        Anscheinend haben sie die isländischen Studienergebnisse und andere Statistiken nicht gelesen, denn so, wie es aussieht, so wollen sie den Istzustand weiter für die unter 10 Jährigen beibehalten, obwohl diese auf Grund ihrer sehr stark ausgeprägten unspezifischen Immunabwehr gar nicht an dem COVID-19 Virus aus Wu Han erkranken bzw. dieses auch nicht übertragen.

        Es wird von ihnen trotzdem immer wieder ein Schutz der unter Zehnjährigen vorgeschoben, obwohl für diese Gruppe dieses Virus harmloser ist als etwa das alljährlich auftauchende Grippevirus , an deren Folgen jährlich auch Kinder dieser Altersgruppe Gruppe versterben.
        Sie können nicht ernsthaft verlangen, dass diese Kinder mit untauglichen Mitteln, wie diesen selbstgebastelten Rotzfängern und jeder alleine für sich von Gleichaltrigen abgetrennt in Isolation aufwächst.

        • Wenn Kinder unter 10 Jahren gar nicht an Covid-19 erkranken, wie konnte dann in der Studie der Charité die gleiche Virenlast bei infizierten Kindern nachgewiesen weden?

          Ein Artikel, der mehrere Seiten beleuchtet, steht beim SWR:
          https://www.swr.de/wissen/corona-kinder-100.html

          So eindeutig, wie Sie, AvL, es mit einer Studie aus Island darstellen möchten, scheint es nicht zu sein.

          • …im übrigen löst das (Isaland Studie) auch nicht das Problem der Schüler ab 10 Jahren.Die werden ja wieder fröhlich in die Schulen einbestellt.
            Die Datenlage verändert sich gefühlt stündlich. Zu viel ist noch ungeklärt. Daher wären gut überlegte und überschaubare Massnahmen gefragt.
            Das geschieht leider nicht. Die Menge tobt ….aus Unwissenheit oder Ignoranz….ich möchte ja nicht Dummheit unterstellen…
            Ich wünsche uns allen in der anrollenden 2 Infektionswelle viel Glück und gute Gesundheit.

        • „Heute ist zwar Sonntag, aber ich argumentiere trotzdem sachbezogen…“
          ???
          Wie argumentieren sie denn montags?

      • Genau deshalb müssen Schulen und Kitas wieder öffnen. Die Schließung schadet Kindern mehr als sie nützt und ist aufgrund der aktuellen Erkenntnisse und Dstenlage nicht dauerhaft zu rechtfertigen, schon gar nicht für die Jüngeren. Kinder sind durch das neue Corona Virus nicht relevant gefährdet im Gegensatz übrigens zur Influenza, an der jedes (!) Jahr 100-200 Kinder in Deutschland versterben.
        Und auch das sind im Übrigen für das RKI nicht genügend Fälle, als dass die Stiko vom RKI eine generelle Impfempfehlung für junge Kinder aussprechen würde, die dann die
        GKV für alle Versichterten bezahlen müsste (Stichwort Kosten-Nutzen).
        Für jüngere Kinder ist die jährliche Influenza weitaus gefährlicher als das jetzige Virus und es wäre kein Problem sie zu impfen. Passiert aber in den seltensten Fällen. Also sollten die Bedenkenträger hier folgerichtig auf jeden Fall zusehen, dass sie für den Grippeimpfschutz ihrer Sprösslinge sorgen. Denn auch da gibt es ein Risiko für gesunde Kinder (gering aber höher als beim Corona Virus)

        • Dann fordern Sie genau das bei ihrem örtlich zuständigen Bürgermeister sowie dem Landrat Ihres Kreises ein.

          Noch einmal, Schulen sind keien Betreuungseintichtungen. Für die Betreuung an der OGS und in der Kita sind die Schulträger zuständig.
          Für die Abhaltung des Unterrichtes ist das jeweilige Bundesland zuständig. Der Unterricht muss nicht zwangsläufig als Präsensunterricht durchgeführt werden. Um den Unterricht als Fernunterricht mit Hilfe digitaler Mittel zu organisieren, fehlt es an einer landeseinheitlichen, den Datenschutzbedingungen entsprechenden, sowohl Eltern und Schülern als auch Lehrkräften vertrauten Lernplattform. Der Umgang mit diesem Tool muss ja jeden vertraut sein, damit er damit arbeiten kann.

          Die Speicherung von personenbezogenen Daten von Schülern – und dazu gehören auch die Kontaktdaten wie Telefonnummer und Email-Adresse – auf dem heimischen, privaten Rechner einer Lehrkraft stellen ja bereits einen Verstoß gegen die datenschutzbestimmungen dar, die dienstrechtlich geahndet werden müssen.

          Die schulöffnung ist doch nur erforderlich, da die Länder die technischen und organisatorischen Voraussetzungen, die benötigt werden, um die derzeitige Situation zu meistern, nicht getroffen haben. Es sind die gleichen Länder, die jetzt erwarten, dass Lehrkräfte sowohl von zuhause das Lernen auf Distanz organisieren, in der Schule den Präsensunterricht der Abschlussklassen durchführen und sich in der restlichen Zeit darum kümmern, dass in irgendeiner Form die anderen Jahrgänge „in einem rollierenden Schichtsystem“ wieder in die Schule kommen, ohne dass gegen das Abstandsgebot, die Hygieneregeln und die Vorgaben der APO-SI sowie APO-GOSt verstoßen wird. Gleichzeitig sollen die halbierten Klassen nicht gleichzeitig Pause machen, sich die Unterrichtszeiten (Anfang und Ende) mit den Busfahrplänen vereinbaren lassen und das genügend Zeit zwischen den Schichtwechseln für die Reinigung zur Verfügung steht.

          Wegen der ständig wechselnden Lerngruppen bedarf es der ständigen Anpassung von Stundenplänen, da die Zahl der zur verfügung stehenden Lehrkräfte und Räume hinten und vorne nicht ausreicht.

          Ob z.B. die Turnhalle oder der Sportplatz genutzt werden können, um eine Ausweichmöglichkeit zu haben, hängt wiederum von der zuständigen Gemeinde ab.

          • Was genau soll der Bürgermeister damit zu tun haben? Ist die Entscheidung eines jeden einzelnen. Ich wette, der überwiegende Teil ,der jetzt wegen Corona übertriebene Angst um seine Kinder hat (oder dieses vorschiebt) hat noch nie über eine Grippeimpfung für diese nachgedacht. Womit ich nicht sagen will , dass diese zwingend nötig ist. Sinnvoll ist sie allemal. Aber wenn man schon Angst um die Gesundheit der Kinder hat, dann ist für diese Altersgruppe die Influenza eindeutig gefährlicher und da sind sich ausnahmsweise auch mal die Experten einig. Ich wollte damit nur das irrationale Verhalten vieler hier aufzeigen aber ich glaube das ist vergebene Mühe. Sie können es offensichtlich nicht verstehen.
            Und gerade für Grundschüler ist der Unerricht nunmal nicht digital ersetzbar egal wie gut die technischen Voraussetzungen sind.

          • „Der Unterricht muss nicht zwangsläufig als Präsensunterricht durchgeführt werden,“ betonen sie, obwohl es sich doch nur um eine zeitlich begrenzte Ausnahmesituation handelt.
            Und niemand außer ihnen betont beständig, dass Schulen keine Betreuungseinrichtungen sind- was auch niemand behauptet hat, außer in dieser von ihnen verwendeten Negierung.

    • Ja mein Arbeitgeber tatsächlich vor Corona Betreuungsmöglichkeiten für den Notfall für Mitarbeiterkinder geschaffen, da die Kitas und Schulen ja öfter mal schließen . In den Freien…wenn schlechtes Wetter ist(Sturm)…an Brückentagen etc. Da die Klinikmitarbeiter auch an diesen Tagen bei der Arbeit erscheinen müssen gibt es entsprechende Möglichkeiten. Das hat aber nichts damit zu tun dass der Präsenzunterricht an Schulen gerade für benachteiligte Kinder zeitnah weitergehen muss.

  21. Mein Eindruck zum Stichwort „Jammern“:
    Der Lehrerberuf ist bestimmt nicht einfach. Ich gebe aber den wenigen Stimmen hier Recht, die meinen, es würde reichlich viel gejammert, ob mit oder ohne Corona. Von anderen Berufen kennt man das nicht so.
    Das bringt aber nicht mehr Verständnis und nicht mehr Anerkennung. Es macht nur fragen, ob Lehrer nicht ein wehleidiges Völkchen sind.
    Obwohl viele Menschen meinen, dass sie in der heutigen Zeit niemals Lehrer sein möchten, mögen sie keine Klagelieder. Nüchterne Beschreibungen von Problemen und schwierigen Alltagssituationen sind o.k., aber nicht die Tonart: „Wir vermissen Anerkennung, denn wir tragen die Last der Welt. Von allen werden wir im Stich gelassen, keiner kann wirklich nachempfinden, was wir zu leisten und zu ertragen haben.“
    Das führt nur zu Widerspruch, weil keiner sich gern sagen lässt, dass sein Beruf viel leichter ist und er nicht mitreden könne.
    Ich erinnere nur an die immer wieder aufflammenden Auseinandersetzungen hier zwischen Gymnasial- und Grundschullehrern, wer mehr leiste, mehr Zeit und Kraft investiere und daher mehr Geld verdienen müsse.
    Sogar unter den Lehrern balgt man sich um die gewünschte Anerkennung. Das führt aber nur zum Gegenteil.

    • „ Von anderen Berufen kennt man das nicht so.“ Dem möchte ich dann doch mal widersprechen. Vor allem, wenn es um anstehende Gehaltsverhandlungen geht, sind z.B. Ärzte, Piloten, Banker etc. auch stets lautstark jammernd in der Öffentlichkeit wahr zu nehmen. Ja, Lehrer*innen beklagen seit Jahren die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen. Schade, dass wir das immer noch tun müssen, was nämlich nichts anderes bedeutet, als dass sich an den Bedingungen nichts geändert hat. Im Gegenteil, sie sind eher noch schlechter geworden. Und um auch noch das letzte Klischee zu bedienen: Wenn unser Beruf sooooo super ist und wir einfach nur ein bisschen vor uns hinjammern – warum sind Sie dann nicht Lehrerin geworden? Ich kann jedem, der meint, es besser zu wissen, nur empfehlen, mal -nur ein paar Tage- in einer Schule hospitieren zu gehen. Wenn ich lese, dass manche Eltern hier mit 1 Kind zu Hause überfordert sind, dann stellen Sie sich das Ganze mal 30 vor, rechnen noch ein paar Förderschüler und ständig neue Ministeriumsvorgaben ein und haben eine ungefähre Vorstellung davon, was unser „täglich Brot“ ist.

  22. Beschweren sich denn die Lehrer auch mal mutig auf dem Dienstweg in die Chefetagen? Ich habe oft den Eindruck, dass man sich hier wenig zu sagen traut. Dabei sitzen dort doch die Verantwortlichen für die vielen Unzulänglichkeiten und Erschwernisse.
    Im Kollegium erlebe ich immer wieder berechtigte Kritik und Empörung, doch wenn es darum geht, diese mal gemeinsam an die richtigen Stellen in Politik oder Schulbehörde zu richten und Gesicht zu zeigen, duckt man sich lieber weg und meint schnell: „Nützt ja doch nichts.“

    • Meiner Meinung nach sind es nicht viele, sondern nur andere Trolle. Die Nachrichtenlage hat sich ja dramatisch geändert. Sie müssen nur schauen, wer noch immer kommentiert und wer komplett weg ist. Dennoch ist die Atmosphäre in den Kommentaren bei weitem nicht so angespannt wie noch vor sechs Monaten. Die Redaktion braucht auch nicht mehr beruhigend einzugreifen.

      • Doch – und zwar so häufig wie nie zuvor. Niemals hatten wir eine solche Flut von „Leser“-Posts, die die Voraussetzung für eine Veröffentlichung nicht erfüllen: Beschimpfungen, Hetze (auch gerne gegen Lehrer), Behauptungen ohne jegliche Belege, offensichtliche Lügen, Drohungen.

        Liebe Trolle, Rechtsradikale, Verschwörungstheoretiker, Corona-Leugner (gibt’s tatsächlich), militante Impfgegner – Sie können sich das Schreiben und Versenden dieses Quarks sparen. Wir stellen Ansprüche an die Veröffentlichung in unseren Foren – die hier nachzulesen sind: https://www.news4teachers.de/uber-uns/

        Kurzgefasst:

        Wir veröffentlichen keine Leserbeiträge, in denen ungeprüfte, unbelegte oder falsche Tatsachenbehauptungen verbreitet werden.
        Wir veröffentlichen keine Hetze gegen Menschen oder Menschengruppen.
        Wir veröffentlichen keine Werbung, ob nun für Produkte oder Parteien.
        Und wir veröffentlichen keine Links auf unseriöse Quellen.

        Wir behalten uns darüber hinaus vor, Leserbriefe, die lediglich der Stimmungsmache dienen, zu löschen.

        Andersherum: Die Redaktion legt Wert darauf, nur Leserzuschriften zu veröffentlichen, die erkennbar darauf abzielen, einen inhaltlichen Beitrag zur Diskussion des darüberstehenden Artikels zu leisten.

        Und um dem dann stets folgenden Gezeter um angebliche Zensur zu entgegnen: Wir zensieren gar nichts. Jeder ist frei, alles Mögliche im Internet zu veröffentlichen. Nur stellen wir halt nicht die Plattform für alles Mögliche zur Verfügung.

        Herzliche Grüße
        Die Redaktion

        • Ernsthaft? Zumindest beim politischen links-rechts überrascht mich das, weil das in den Artikeln bei n4t kaum noch stattfindet. Auch nehmen die Zustimmungswerte für die Parteien an beiden Rändern seit der Pandemie deutlich ab.

          So oder so machen Sie im Hintergrund einen so guten Job, dass mein obiger Eindruck entand.

    • Und wer ist ihrer Meinung nach ein Troll ?
      Sind es etwa alle diejenigen, die ihre Meinung nicht unterstützen und widerspiegeln ?
      Vielleicht deckt sich wissenschaftliche Grundlagen nicht mit ihren Angstgefühlen ?

  23. Ja, auch ich habe den Eindruck, dass sich derzeit viele wegducken, obwohl sie mit ihrer Gegenwehr etwas bewirken würden.
    Jeder hat Angst um seine Reputation. Dabei wäre es jetzt an den Lehrern die bestehenden Probleme der Einhaltung der eingeforderten Hygienemassnahmen immer wieder zu thematisieren, so lange bis es auch der letzte Politiker in seiner Seifenblase mitbekommen hat. Schule ist derzeit nicht der Ort, wo diese Bedingungen erfüllt werden können.

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