„Alarmsensoren wieder anschalten“: Drosten warnt, das Coronavirus wird unbemerkt bald wieder überall sein – auch in Kitas und Schulen

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BERLIN. Wie ist die Corona-Situation aktuell in Deutschland einzuschätzen? Überaus beunruhigend, sagt der Berliner Virologie-Professor Christian Drosten mit Blick auf lokale Ausbrüche wie im Kreis Gütersloh. „Wir müssen alle Alarmsensoren wieder anschalten.“ Das betreffe insbesondere auch die Kitas und Schulen. Drosten übt scharfe Kritik an Kultusministern, die vollständige Schulöffnungen damit begründen, dass Kinder am Infektionsgeschehen nicht beteiligt seien. Das ist ihm zufolge schlicht: falsch. Er fordert eine ehrliche Debatte.

Im Augenblick scheint das Infektionsgeschehen in Deutschland relativ ruhig zu sein – noch, warnt der Virologe Prof. Christian Drosten. Foto: Shutterstock

„Der zeitweilige Verlust von vertrauten Bezugspersonen hat für viele Schülerinnen und Schüler einen tiefen Einschnitt bedeutet – trotz des großartigen Engagements der Pädagoginnen und Pädagogen und der Unterstützung durch das Lernen auf Distanz“, so heißt es in einer Mail des Schulministeriums NRW, die gestern alle Schulen im Land erreichte (und die mit ähnlichen Formulierungen wohl von den meisten Kultusministerien in diesen Tagen verschickt wird). „Umso wichtiger ist es nun, den Kindern und Jugendlichen eine weitgehende Rückkehr zur schulischen Normalität zu ermöglichen. Das Ziel der Landesregierung ist es daher, im kommenden Schuljahr 2020/2021 unter Beachtung des Infektionsgeschehens wieder einen Regelbetrieb als Präsenzunterricht zu ermöglichen.“

„Kinder sind in deutlich geringerem Umfang infektionsgefährdet“

Woher das Schulministerium seinen Optimismus zieht, dass „der Unterricht in Präsenzform den Regelfall“ im kommenden Schuljahr darstellt, wie es wörtlich heißt, wird in dem Schreiben durchaus erklärt: „Vertreter von vier medizinischen Fachgesellschaften haben (..) mit Stellungnahme vom 19. Mai 2020 die nachdrückliche Empfehlung einer Wiederöffnung von Schulen mit Primarstufe ausgesprochen, da jüngere Kinder in deutlich geringerem Umfang infektionsgefährdet seien, zudem auch in geringerem Maße Überträger des SARS CoV-2-Virus. Diese wissenschaftliche Empfehlung wird durch die jetzt bekannt gewordene Stellungnahme von vier südwestdeutschen Universitätskliniken bestätigt.“

Fazit: „Das Ministerium für Schule und Bildung hat schon in den vergangenen Monaten die Lage permanent intensiv analysiert und regelmäßig neu beurteilt. Da sich das Infektionsgeschehen positiv entwickelte, konnten die Schulen schrittweise den Regelbetrieb wiederaufnehmen und immer mehr Schülerinnen und Schülern Präsenzunterrichtanbieten. Die aktuelle Lage gebietet es nun, nach den Sommerferien den Regelbetrieb in allen Schulformen und allen Schulen wiederaufzunehmen.“

Gebietet das die aktuelle Lage beim Infektionsgeschehen tatsächlich – nach dem Ausbruch in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, wo nun alle Kitas und Schulen schon wieder geschlossen wurden? Virologe Drosten blickt in seinem aktuellen NDR-Podcast skeptisch in die Zukunft: «Ich bin nicht optimistisch, dass wir in einem Monat noch so eine friedliche Situation haben wie jetzt, was die Epidemietätigkeit angeht.» Man müsse alle Alarmsensoren wieder anschalten. Die Bevölkerung müsse einsehen, dass die Gesundheitsbehörden Unterstützung und Konsens bräuchten. Und das sieht für Drosten so aus: „Nicht zu viele Personen, nicht in einem geschlossenen Raum, die Enthemmung durch Alkohol spielt sicherlich eine Rolle, laute Musik, gegen die man laut anschreit, wo dann natürlich noch mehr Aerosol im Rachen gebildet wird – alle diese Dinge sind nicht gut.“

Drosten: „Es gibt eindeutig Schul-Ausbrüche in Israel“

Das Coronavirus war laut Drosten niemals wirklich verschwunden und werde „demnächst unbemerkt wieder überall sein“ – auch in Schulen und Kitas. Mit Reihentestungen von Schülern und Lehrern allein lasse sich die Pandemie nicht in den Griff bekommen. „Man kann ein Virus nicht wegtesten.“ Und zu viele positive Fälle könnten eben dazu führen, dass „wir plötzlich feststellen: Die Konsequenz ist, dass wir überall die Schulen wieder schließen müssen.“

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Drosten hält fest: „Es gibt eindeutig Schul-Ausbrüche in Israel.“ Es gebe aktuelle Meldungen aus dem australischen Melbourne, dass dort Schulen von Corona-Ausbrüchen betroffen seien – nachdem dort eine ruhige Situation wie in Deutschland bestanden habe. Es gebe aktuelle Fälle in Schulen in Münster, Dortmund und Frankfurt, „Situationen, wo man ganz genau hinsehen muss, ob das wirklich Ausbruchsgeschehen sind oder ob es Einzeleinschleppungen waren“. In Berlin-Charlottenburg herrsche tatsächlich bereits eine Situation, die man Ausbruch nennen könne. Drosten: „Es gab dort, wenn ich richtig informiert bin, Weiterübertragungen. Es sind Schüler und Schulbeschäftigte betroffen.“ Und das sei nur erklärbar durch Ansteckungen innerhalb der Schule.

In seinem letzten Podcast hatte Drosten zudem auf Schweden verwiesen, wo die Schulen (bis auf die Oberstufen) nicht geschlossen wurden – und sich einer aktuellen Studie zufolge sogar mehr Kinder und Jugendliche angesteckt haben als Erwachsene (News4teachers berichtete ausführlich darüber – hier geht es zum Bericht).

„Wir werden eine andere Situation nach den Sommerferien haben“

Und was ist mit Studien wie der von vier baden-württembergischen Kinderkliniken, auf die sich Landesregierungen wie die baden-württembergische und eben auch das Schulministerium NRW berufen – und die laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) belegen, dass Kinder nicht nur seltener krank, sondern wohl auch seltener infiziert sind als Erwachsene? Untersuchungen, deren Daten unter Lockdown-Bedingungen erhoben worden seien, könnten nicht „das anzeigen, was man später sehen wird“, erklärt Drosten. Die Studienautoren selbst seien auch deutlich zurückhaltender in ihren Schlussfolgerungen. „Nach einem Lockdown verteilt sich das Virus anders in Altersgruppen. Wir werden eine andere Situation haben, wenn wir aus den Sommerferien herauskommen“, sagt Drosten voraus.

Deshalb könne eine Schlussfolgerung so simpel wie niederschmetternd lauten: „Vielleicht können wir keine virusfreien Schulen haben.“ Was bedeutet eine solche Erkenntnis – was heißt das für die Lehrer? Muss daraus die Konzequenz erfolgen, dass die Schulpflicht in Deutschland nicht mehr haltbar ist? In jedem Fall, so Drosten, müssten die Folgen Gegenstand einer zeitnahen breiten Diskussion in der Gesellschaft sein. Wichtig sei, dass bis zum Herbst die „Debatte gesellschaftlich geführt“ sei und „Vorüberlegungen getroffen“ würden. „Wir müssen unbedingt damit aufhören, zu sagen, die Kinder sind ja gar nicht betroffen – das ist eine Fehlinformation. Die kann uns auf die Füße fallen.“

Da nütze es auch nichts, wenn bestimmte Interessengruppen immer wieder erklärten: „Kinder haben ein Recht auf Bildung – das stimmt ja“, so Drosten. „Aber ich bin Wissenschaftler. Wissenschaft hat keine Meinung. Wissenschaft ist eine Faktenlage.“ Und dieser Realität müsse sich die Politik nun mal stellen. News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Kultusminister geben sich kämpferisch: Regelbetrieb in den Schulen nach den Sommerferien „ist das Ziel, das wir haben“

 

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50 KOMMENTARE

  1. Ich kann ihm nur in allen Punkten zustimmen. Und viele weltweite Entwicklungen bestätigen ihn, in seiner Mahnung zur Vorsicht.

    Nun sagt der „führende“ Experte für Infektionskrankheiten in den USA – Dr. Anthony Fauci – folgendes:

    Fauci warnt vor “immer mehr” Coronavirus-Komplikationen bei jungen Menschen.

    Zu Beginn des Ausbruchs in den USA gaben Forscher an, dass das Virus offenbar junge Menschen schont, während es für ältere Menschen und Menschen mit zugrunde liegenden Gesundheitszuständen besonders schwerwiegend ist.
    Das ist nicht der Fall, sagte Fauci am Dienstag.
    https://www.cnbc.com/2020/06/23/fauci-warns-of-more-and-more-coronavirus-complications-in-young-people.html?__source=twitter%7Cmain

    Es gibt auch weltweite Forschungen, warum bei Kindern Infektionen schlicht auch oft übersehen werden (beispielsweise durch geringere ACE2 Rezeptoren Konzentration im Nasen/Rachenbereich , Kinder bilden allgemein seltener/später Ig Antikörper) denn das Virus findet man häufiger im Verdauungstrakt. Ich bleibe auch da bei meinem Mantra: Wir wissen viel zu wenig über die Langzeitfolgen des Virus!
    Hinzu kommt, selbst WENN Kinder nur halb so empfänglich für Infektion sind, wird dieser biologische Vorteil locker dadurch ausgehebelt, dass sie an Schulen/KiTas ohne entsprechende Schutzvorkehrungen mehr als doppelt so stark exponiert sind.

    Fälle von Langzeitschäden auch bei leichtem Verlauf bei jungen Menschen mehren sich. Dazu passt, dass bei bis zu 2/3 der leichten Fälle trotzdem Schäden in der Lunge oft nach Monaten zu sehen sind. Auch die kleinen Blutgefässe in Niere und Gehirn trifft es.

    https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-antibody-idUSKBN23T1CJ

    https://www.spiegel.de/gesundheit/covid-19-spaetfolgen-drei-patienten-und-ihre-mysterioesen-rueckfaelle-a-68b89da4-22a8-4aff-97dc-c6c74daa064f?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph

    Eine wichtige Studie legt nahe, dass das neuartige Coronavirus leichter aerosolisiert wird als SARS oder MERS und in dieser Form über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt. Luftübertragung ist plausibel.

    …vollbesetzter Klassenraum?!

    https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/9/20-1806_article

    „Genesene“ COVID-19-Patienten leiden unter anhaltenden körperlichen und kognitiven Problemen;
    Gedächtnisverlust, psychische Probleme, starke Müdigkeit, Phantomschmerzen sowie Lungen, die nicht heilen, wurden Monate nach der Genesung entdeckt, selbst bei denen, die nur leichte Symptome hatten
    https://www.timesofisrael.com/recovered-covid-19-patients-suffer-major-ongoing-physical-cognitive-problems

    Französische Forscher berichten über eine Zerstörung des Immunsystems durch den CoronaVirus wie bei HIV.

    Allerdings erholt sich Anzahl der Lymphozyten nach 3 Monaten, so zumindest die ersten Ergebnisse.
    https://france3-regions.francetvinfo.fr/nouvelle-aquitaine/haute-vienne/limoges/chercheurs-limoges-revelent-effets-covid-defenses-immunitaires-1845152.html?sfns=mo

    Während der „beste Virologe“ weiterhin einen Medienkrieg führt…

    Dieses Papier wird die Sicht auf Corona verändern…Diese chinesische Studie legt transparent die Wucht, die in diesem Virus steckt dar:
    https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.05.24.111823v1

    Regelbetrieb inmitten einer Pandemie geht nicht und damit verantwortungslos in alle Richtungen.

    • „Fälle von Langzeitschäden auch bei leichtem Verlauf bei jungen Menschen mehren sich. Dazu passt, dass bei bis zu 2/3 der leichten Fälle trotzdem Schäden in der Lunge oft nach Monaten zu sehen sind. Auch die kleinen Blutgefässe in Niere und Gehirn trifft es.“ DAS sollte uns alle wachrütteln. Ich wiederhole meine Forderung, für die ich vor mehr als einem Monat von rüpelhaften Kommentatoren als „Jammerer“ betitelt wurde: Wir müssen die Kinder schützen!

  2. Im gegensatz zu Wissenschaften ist Politik nicht faktenbasiert. wäre es anders, könnten Populisten keine Politiker werden.

    • Trump… davon sind manche Politiker hierzulande auch nicht so weit entfernt. Wenn die Faktenlage verdreht wird, um bestimmten Bevölkerungsgruppen oder Lobbygruppen zu gefallen, ist das m.E. auch Populismus.

  3. Seit Anfang Juni finde ich nach intensiverem Suchen permanent Links im Internet, die jeweils aktuelle Schulschließungen in ganz Deutschland dokumentieren. Ich sende sie regelmäßig an eine Freundin, die im Schuldienst tätig ist. Heute habe ich nachgezählt: Es waren seit o.g. Zeitpunkt ca 70 Links, da jedoch in manchen mehrfache Schulschließungen beschrieben sind, muss ich mindestens 100 Schulschließungen wegen Covid19 für den Monat Juni vermuten. Wobei viele Schulen noch gar nicht den beworbenen Regelbetrieb ohne Abstandsregeln praktizieren. Wie verträgt sich dies mit den Aussagen, Kinder seien nicht sonderlich infektiös?? Was mich besonders nachdenklich stimmt: Warum gehen Meldungen zu coronabedingten Schulschließungen kaum an die Öffentlichkeit?

    • Warum gehen Meldungen zu coronabedingten Schulschließungen kaum an die Öffentlichkeit?

      Zu der Frage oben von Ihnen:

      Ich denke, die Politik möchte es so, scheinbar versucht man eine Herdenimmunität
      aufzubauen. Allerdings deuten einige Forschungen darauf hin, dass die Immunität nicht lange vorhält und von den Langzeitfolgen, die nicht seriös eingeschätzt werden können, ganz zu schweigen.

      Hier wird eine Karte von privater Seite gepflegt, sie gibt eine gewisse Übersicht. Heute sind übrigens drei Einrichtungen hinzugekommen, die noch nicht eingepflegt sind……und dies alles geschieht derzeit schon ohne Regelbetrieb.
      Die zweite Welle wird kommen und dann werden die Kommentare derer, die sich so aus dem Fenster lehnten, auch hier verstummen. Was ist dann der Gewinn für die Eltern, die einen uneingeschränkten Regelbetrieb fordern, wenn es im Herbst zu großflächigen Sperrungen kommen wird? Es ist für mich nicht nachvollziehbar.

      https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=10IVv3Ecs_Jd2F5OKKoMlMVeOsl7RuQ9G&hl=de&ll=51.1518541000212%2C10.221774999999987&z=6

    • Diese Schulausbrüche zeigen doch vor allem, dass sich das Virus jetzt gleichmäßig überall verteilt. Wir tanzen auf der Rasierklinge.

    • Ja, warum wohl wird der breiten Öffentlichkeit weitestgehend verschwiegen, wenn es in Schulen neue Infektionen gibt…??? Damit die politische Augenwischerei nicht auffällt und Eltern nicht doch noch auf die Idee kommen (könnten), dass die überstürzte Schulöffnung nur wirtschaftliche Hintergründe hat und wenig mit dem Recht auf Bildung. Denn wenn das so wäre, würde erstmal viiiiel Geld investiert (und zwar sofort!!! Und unbürokratisch, ohne, dass erst 1000-de Medienkonzepte erstellt werden müssten – nämlich von jeder Schule im Land einzeln und extra…)
      Und eben jene Eltern daraufhin doch noch entscheiden, ihr Kind diesen Gefahren lieber nicht auszusetzen. … Nicht auszudenken!!!

  4. Sehr erhellend ist diese Aufnahme von Herrn Laschet in seiner Plexiglas-KABINE! Eine Ungleichbehandlung in Sachen Gesundheitsschutz, die sprachlos macht. In unseren Grundschulen sitzen bis zu 28 Kinder in engen, schlecht belüfteten Räumen dicht an dicht. Ohne Abstand, ohne Mundschutz. Es ist ein Skandal!

  5. Selbst wenn es den Lehrer/innen gelingen sollte, Präsenzunterricht in Form von Frontalunterricht auf Abstand, ggf. mit FFP- Maske, zu geben, frage ich mich, wie der Betrieb einer OGS mit nachmittägigen AGen umsetzbar sein soll. Ich selbst arbeite an einer OGS als päd. Mitarbeiterin, bin jedoch zzt. als Angehörige der Corona-Risikogruppe mit ärztlichem Attest vorerst freigestellt.( wann werde ich zwangsrekrutiert?) Im Nachmittagsbereich kann ich unmöglich AGen geben, ohne dass ich engen Kontakt zu den SuS haben werde, z.B. im Werkraum beim Hantieren mit Werkzeugen o.ä…Im Sommer wären noch Ausflüge ins Freie oder Schulgartenarbeit möglich; in der kälteren Jahreszeit wird es schwierig. Was nützt mir eine Testung, wenn ich schon infiziert wurde? Selbst wenn nicht…wie oft soll ich in Quarantäne gehen, wenn im Herbst immer wieder Infektionen an meiner Schule auftreten sollten? Ich wünsche mir nichts mehr, als dass alles wieder so läuft wie vor der Corona-Krise, für die SuS, für die Eltern und auch für mich, doch entbehrt es für mich jeglicher Logik, dass wirklich überall zu Recht auf die Einhaltung der Abstandsregeln hingewiesen wird, während ein Regelbetrieb in Schulen unter Aufhebung der Abstandsregeln als durchaus machbar propagiert wird. In den Medien werden Schlachtbetriebe angeprangert, in deren Kantinen null Abstandsregeln eingehalten wurden.
    Eine weitere Freundin von mir arbeitet an einer Grundschule. Sie meint: Solange die Infektionszahlen niedrig seien, kö ne man die Schulen doch im Regelbetrieb laufen lassen. Meine Meinung: Wenn wir dies so umsetzen, wird es spätestens im Herbst nirgends mehr niedrige Infektionszahlen geben….

  6. Großbritannien muss sich auf die zweite Viruswelle vorbereiten, Gesundheitsführer – Covid-19 Top Stories heute Morgen – BBC

    ….wir nicht!

  7. Gut lassen wir die Schulen und Kitas zu, bis zu einer Impfung? In 5, 6, 7 Jahren? Oder Kleingruppen? Alle 2 Wochen 3 Tage zur Schule. Damit kann nur ein Elternteil noch arbeiten. Im Hinblick auf die Klimaveränderung habe ich einen Bericht über gesellschaftliche Auflösung verfasst….Homeschooling ohne Perspektive? Kinder und Jugendliche ohne Sozialkontakte? Oder vormittags Hygiene Schule mit Abstand und Mittags zum Judo, Fußball etc…ab 1. Juli alles erlaubt, auch Wettkämpfe bis 100 Peraonen. Das Problem scheint an deutschen Schulen zu sein, unsere meisten Nachbarländer schicken ihre Kinder längst ohne Abstand zur Schule. Kennt Herr Drosten die Niederlande? Die Schweiz? Tschechien? Norwegen?Nun auch Frankreich? Slowenien? Schweden? Finnland? Dänemark?

    • Weshalb wird alles in dieser Absolutheit betrachtet: Entweder / Oder…..ich bin da mehr dem hebräischen Denken verhaftet. Sowohl als Auch.

      Schule muss während einer pandemischen Viruserkrankung ( deren Spätfolgen niemand derzeit serös einschätzen kann, aber es zeigen sich immer mehr ) anders organisiert werden, als einen Regelbetrieb wie vor der Pandemie zu verkünden.
      Man muss einen Weg finden, der sowohl der Pandemie Rechnung trägt, als auch dem Bildungsanspruch der Kinder. Ist dies so schwer zu verstehen?

      Zu den Ländern, die Sie anführen, wäre einiges zu sagen. Frankreich hat über 70 Schulen wieder schließen müssen etc..
      Ich halte das Virus nicht für harmlos, wie manche Verschwörungs – Agitatoren lauthals verkünden / Beispiele:

      16 jähriger Junge vorstellig mit Brustschmerzen und niedrigem Fieber, keine weiteren Symptome. Sein EKG sah aus wie bei einem Herzinfarkt.
      Endgültige Diagnose: Herzmuskelentzündung durch SARS-CoV-2. Wie viele Kinder fallen unter den Radar und werden evt. nicht als Covid-19 Opfer erkannt?
      https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)31307-6/fulltext

      Das vielleicht verblüffendste Ergebnis eine Befragung war, dass 85% der befragten Patienten sich selbst für gesund hielten, bevor sie an Covid-19 erkrankten. Einen oder mehrere Monate nach dem Auftreten der Krankheit halten sich nur 6% für gesund.
      https://www.forbes.com/sites/joshuacohen/2020/06/13/report-suggests-some-mildly-symptomatic-covid-19-patients-endure-serious-long-term-effects/#68b9c0fa5979

      Was macht SARS-CoV-2 im Gehirn? Ergebnisse der Autopsie von 18 Covid-19 Toten. Anschaulich erklärt von einem Mediziner.

      In der Videobeschreibung befindet sich der gesamte Text.
      https://www.youtube.com/watch?v=NQ0FaaJ73xc&feature=emb_logo

      Kinder und #COVID19: Ein frisch erschienener Bericht mit 582 Kindern aus 25 europäischen Ländern.
      8% ITS, CFR 0,7%, Alter <1 Jahr 5fach erhöhtes Risiko für ITS.
      https://www.thelancet.com/journals/lanchi/article/PIIS2352-4642(20)30177-2/fulltext

      If he is right – we are rushing into a CATASTROPHY…
      Wenn er Recht hat – wir stürzen uns in eine KATASTROPHIE …
      SARSCoV2 in red blood cells?

      20% are asymptomatic and antibody tests are not working properly…
      https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.06.23.20137596v1

      ARD-DeutschlandTrend: Sorge vor Corona-Infektion bleibt gering
      Ungeachtet jüngster Corona-Ausbrüche macht sich nur Viertel der Deutschen ernsthaft Sorgen über eine Ansteckung
      Sars-CoV-2: Corona ist nicht weg, nur weil viele es ignorieren, es könnte ein böses Erwachen folgen.

      • Einfach zumachen, schließen, die Lehrer brauchen wir nimmer, können wir auch nicht zahlen. Frieden, die Lehrer sind zu Hause…klar ohne Lohnfortzahlung….aber alles gut…

        • Warum studieren sie nicht Medizin, dann würden sie diese Symptome auch bei anderen viralen Erkrankungen bemerken und wahrnehmen.
          Das Eppstein-Barr-Virus, das Grippevirus und andere Viren bieten die selben Möglichkeiten an Nebenwirkungen mit einem Abfall der intrazellulären Mitochondrien und nachfolgend einer eingeschränkten Belastungsfähigkeit, einer Myokarditis, neurologischen Folgeerkrankungen etc.
          Wollen sie noch mehr lesen.
          Herr Drosten hat übrigens das Verfahren der PCR-Testung 2000 bis 2003 beim DRK in seiner Anwendung überprüft, um Blutkonserven auf die Kontamination mit infektiöser Mononuleose, Pfeifferschen Drüsenfieber und Hepatitis C zu testen.

          • Sind Sie nicht derjenige, der den Lesern dieses Forums Schweden als leuchtendes Beispiel vorgestellt hat, weil das Land seine Schulen nicht geschlossen hat?

            Der „Spiegel“ berichtet aktuell: „Schweden wollte seinen eigenen Weg durch die Coronakrise gehen. Nun hat das Land pro Kopf mehr Todesopfer als Frankreich und nähert sich Italien. Die Eindämmung des Virus ist gescheitert.“

            Vielleicht wäre es langsam mal an der Zeit für Sie, AvL, die Klappe etwas weniger weit aufzureißen – und ein wenig Demut zu zeigen. Gehen Sie mit Fehldiagnosen in Ihrem Beruf eigentlich genauso ignorant um, wie Sie sich hier zeigen?

            Quelle: https://www.spiegel.de/politik/ausland/corona-krise-warum-schweden-so-viele-covid-19-tote-hat-a-d27c6640-06d4-4b28-8b5e-3ea5fa8e9941

          • In Schweden ist der Anteil der älteren Generation an den Covid-19 Infektionen und entsprechend an den schwereren Verlaufsformen der SARS-Erkrankung sehr viel höher als bei uns.
            Deshalb wurden auch die Altenheime abgeriegelt.
            Und nein, es gab trotz der Kita- und Schulöffnungen bis zur 9. Klasse keine größeren Ausbrüche an Kitas und Schulen.
            Übrigens beträgt die Rate der stillen Infektionen an Covid-19 im Hotspot Ischgl nach Antikörpernachweis 40 %.

          • Wie kann man so realitätsblind sein? Es gab keine nachgewiesenen Ausbrüche an schwedischen Schulen, weil niemand dort getestet hat – das ganze Land steht wegen Corona in Flammen. Eine aktuelle Studie fand bei 7,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Schweden Corona-Antikörper im Blut, Studien unter deutschen Kindern (wo es, wohlgemerkt, Schulschließungen gab) kommen lediglich auf ein bis zwei Prozent.

            Aber nein, das Coronavirus liest das Schild „Schule“ und bleibt draußen – Ansteckungen finden nur in Eisdielen statt. Was für ein Humbug, den Sie hier verzapfen.

            Quelle: https://www.news4teachers.de/2020/06/fussen-schuloeffnungen-auf-falschen-studien-drosten-schwedische-untersuchung-weist-bei-jungen-menschen-sogar-haeufiger-corona-infektionen-nach/

          • Lehrerberlin 26. Juni 2020 At 16:32
            Ok. Aber ich meinte due Vorrednerin.

            Hallo,

            ist nicht immer ersichtlich, wer angesprochen wird.
            Deshalb vielleicht Name reinkopieren.

            LG

  8. … und warum gibt es die Probleme abseits der Sozialbedingungen in vielen deutschen Schlachthöfen und in der Fleischverarbeitung?

    Komisch, jeder kennt sich mit den Maßnahmen der europäischen Nachbarländer aus, nur in Bezug auf die hygienemaßnahmen z.B. im Kampf gegen MRSA liegt Deutschland weit hinten und niemand kommt darauf z.B. Konzepte der holländischen Nachbarn zu übernehmen.

    Wer die hygienischen Bedingungen der ANchbarn übernehmen möchte, der sollte dann auch die schulischen Konzepte übernehmen. Ansonsten landen wird wieder bei PISA und dem D/FIN-Vergleich, also dem Vergleich von Äpfeln und Birnen. Vergleichen Sie doch einmal die Raumkonzepte, die Schüler-Lehrer-Relationen, die Zahl nicht-lehrender Personen in den Kollegien, die Lehrpläne sowie die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen etc. – Und nicht zu vergessen, die Ausgaben je (Schüler-)Kopf, die die unterschiedlichen Systeme in die Kinder und Jugendlichen bereit sind zu investieren.

    You get what you pay for. – Also zusummengefasst: Ohne Moos nix los!

    Wie so also (Achtung: Schleichwerbung) Plexiglaswände im Landtag aber keinerlei Schutzmaßnahmen an Schulen für die dort eingesetzten Mitarbeiter (m/w/d)?
    PS Plexiglas ist ein geschützter Markenbegriff – die allgemeine Produktbezeichnung ist Acrylglas.

  9. Haben wir jetzt eine Eppstein-Barr-Pandemie?
    Wenn nicht, interessieren mich (und vermutlich die allermeisten) deren Nebenwirkung nicht ansatzweise.

    Im Übrigen frage ich mich schon lange, warum Avl nicht Lehramt studiert – wo er doch laut eigener Aussage soo gerne im Stuhlkreis sitzt…..

    • Wenn der Biologe mit dem Pseudonym Stephan beständig mögliche Nebenwirkungen einer schweren Veraufsform hier als etwas Besonderes anbringt, so kann ich wohl Hinweise auf ähnliche Verlausfformen bei anderen viralen Erkrankungen anbringen.
      Und Ironie kann man verstehen oder auch nicht.

      • Ich würde auch von einem Mediziner erwarten, dass er etwas mehr zur Aufklärung beiträgt, als null Wissen zu Langzeitfolgen einzugestehen.

        In Israel und anderen Ländern beschäftigen sich nunmehr auch Mediziner intensiv mit den Langzeitfolgen, die auftreten.

        Und eine ganz persönliche Bemerkung zu ihrer medizinischen Arroganz. Seit meiner Kindheit plagten mich regelmäßig Herpesinfektionen, zahlreiche Arztbesuch waren geprägt vom Nichtwissen dieser „Fachleute“, Salben etc. wurden verschrieben.
        Erst ein Besuch bei einem Heilpraktiker brachte den Durchbruch, er empfahl mir zwei natürliche Substanzen die absolut hilfreich sind.
        Er hatte viel umfassenderes Wissen über Ernährungsphysiologie als die vorher aufgesuchten Mediziner. Mit diesen Wirkstoffen beschäftigte ich auch privat auf zellulärer Ebene und habe sie auch schon vielen anderen Leidensgenossen mit sehr großem Erfolg empfohlen, die ähnlich Erfahrungen mit der Schulmedizin hinsichtlich dieser Virusinfektion ( Herpes ) machten.

  10. Kein Problem, bleibt alle zu Hause Schulpflicht aufheben, Mama bleibt zu Hause, ganz viele Lehrer können umschulen, toll! Für Blättlein bereit stellen brauchen wir wenig pro Landkreis. Und was ist die Perspektive? Ausgebildet wird gerade nicht, Studium ist eingeschränkt, wir bleiben zu Hause, ohne Geld . Cool das!

  11. Zum Thema Schweden ist noch hinzuzufügen, dass das Land sehr wohl so etwas wie Schulschließungen hatte. Die gesamte Sek. II wurde nämlich nicht im Präsenzunterricht beschult. Die Oberstufenschüler waren/sind alle im Fernlernunterricht.

  12. Ich teile die Angehensweise von Stefan: Sowohl als auch….überlegen, wie wir unter den hier dargelegten offensichtlichen Fakten ( Spätfolgen etc.) eine Lösung finden können. Und richtig: Es müsste eine breite Diskussion hierüber stattfinden. Wo findet diese statt außer in Foren wie diesen? Mein Lehrerkollegium war entsetzt, als ich ihm die Links zu Schulschließungen für den Monat Juni präsentiert habe – es war ihnen in dieser Dimension nicht bewusst. Wir wissen schon mehr als in den vergangenen Monaten, aber gewiss bei Weitem nicht alles zu dieser Erkrankung. Daher ist es doch naiv, mit der Einstellung: ,,wird schon klappen“ eine so elementare Angelegenheit wie Bildung anzugehen. Hier ist jetzt meiner Ansicht nach eine Mischung aus Faktenlage, Risiko und Kreativität sinnvoll zu planen. Unsere Kinder haben ein Recht auf Bildung….wenn die äußeren Umstände jedoch hierzu konträr sind, so, wie es jetzt zu sein scheint, muss ein Kompromiss gefunden werden. Wir merken gerade, dass das Leben nicht immer ein Ponyhof sein kann..( es gibt Länder auf diesem Planeten, die das schon länger wissen)…so müssen wir sehen, wie wir das Bestmögliche derzeit daraus zaubern..100% gehen einfach nicht immer, von diesem Gedanken müssen wir uns sowieso spätestens zu einer drastischen Klimawandelsituation verabschieden…also: üben wir jetzt schon mal, wie es ist, nicht mehr von einem Wunschkonzert der Selbstverständlichkeit auszugehen. Es müssen Lösungen her, gut durchdachte, Schnellschüsse bringen uns unter den gegebenen Voraussetzungen nicht weiter.

  13. Sowohl als Auch…
    Genau dies wäre de Ansatz. Ich habe mit mir bekannten Medizinern gesprochen, sie befürchten ebenso wie ich, dass eine “ zweite Welle “ in die Grippesaison rein schlägt und damit ganz andere Forderungen an das Gesundheitsmanagement stellen wird, als es die erste Welle tat, da die Grippesaison schon im Rückzug begriffen war.
    Ebenfalls wird man zunehmend mehr über die Langzeitfolgen Erfahrungen sammeln, die mögen aber auch noch zusätzlich das Gesundheitssystem belasten.
    Es geht nicht nur um die tödlichen Fälle, sondern um alle Folgen, die evt. nun über Jahrzehnte die Gesundheitssysteme belasten werden und Menschen ihrer Lebensqualität berauben.
    Die Schulen in den Regelbetrieb zu überführen ist verantwortungslos. Wenn der Landtag in RLP seine Sitzung schon streicht, wenn nur ein Verdachtsfall vorliegt, was mutet man dann Lehren und Schülern zu? Überall wo zu früh und zu viel geöffnet wird steigen die Zahlen….Meine Prognose für Spätherbst ist nicht gut, ich sehe weitflächige Lockdowns, die dann absolut die Wirtschaft an den Rand bringen werden und damit die Gesellschaft insgesamt.

    „Wissenschaftler fanden heraus, dass das Covid-19-Virus infizierte Zellen veranlasst, strähnig hervorstehende Äste wachsen zu lassen – eine höchst ungewöhnliche Struktur, die es dem Virus erlaubt, mehrere Zellen gleichzeitig zu attackieren.“
    https://www.ft.com/content/2690623a-6824-4837-a36d-73519b77aa7a?utm_medium=Social&utm_source=Twitter#Echobox=1593198363

    Verdacht von Ärzten
    Covid-19 könnte Diabetes auslösen
    Dass Diabetes-Patienten ein höheres Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken, ist bekannt. Doch nun warnen Ärzte: Die Krankheit könnte sogar Diabetes auslösen.
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-koennte-covid-19-diabetes-verursachen-a-cfb5d40e-9655-44c7-a32e-f19990e8fa04

    Menschen, denen die Gesundheit von Kindern / Eltern und Lehrer / Fachkräften nicht egal ist und erkennen, dass es andere Lösungen als den Regelbetrieb an Kitas und Schulen geben muss, wünsche ich mehr Mut vor Ort!

    • Richtig ein weiterer Lockdown würde unsere Gesellschaft auflösen, ein längerer Lockdown hätte die Renten und Gehälter der Beamten ab September/ Oktober in Frage gestellt. Es ist auch jetzt nicht gesichert, ob unsere Gesellschaft in ähnlicher Form weiter existiert. Die Folgen des Lockdowns in Deutschland, Europa und aus aller Welt spüren wir ab 2021. Den Politikern bleibt nichts anderes übrig als alles zu öffnen.

  14. Leider habe ich hier noch keinen konstruktiven Vorschlag, als Perspektive zum Thema Schule gelesen. Ganz viele Gründe warum Schule z.t. geschlossen bleiben sollte. Das führt dazu, dass bei Familien mit Kindern unter 12 Jahren nun definitiv in Zukunft das Alleinverdienermodell angesagt ist. Es wird definitiv viel weniger Kinder geben, dies ist keine Perspektive für potentielle Eltern. Also in BW ist ab 1. Juli Zeltlager, Freizeiten, Wettkämpfe bis 100 Personen, ab 1. August bis 250 Personen OHNE Abstand erlaubt, Trainer dürfen im Verein wieder Hilfe geben, also richtig anfassen und so….In der Niederlande war bis 12 Jahre nie eine Abstandsregel, in der Schweiz läuft es auch gut …Ich habe Bekannte in Stockholm, ihre Schule und Kita war nie geschlossen, sie haben sich mal nach der Studie von Drosten umgehört, also diese Studie ist in Schweden nicht veröffentlicht. Wissen Sie wann Sie die Schweden verurteilen dürfen? In 2 Jahren….vielleicht, denn vielleicht gleicht sich die Todesrate an?! Ich staune über die “ Experten“ die heute die Schweden verurteilen. Denn ohne Impfung ist Durchseuchung angesagt. Aber manche „Glaskugeln“ zeigen die Impfung in Jahresfrist. Aber vielleicht lese ich demnächst eine Perspektive für künftigen Schulunterricht.

    • Konstruktive Vorschläge gibt es, die gehen aber (so in meinem Umfeld) direkt an die Personalräte oder an Abgeordnete des jeweiligen Landtages – in der Hoffnung, auf diesem Wege die Entscheidungen der Ministerien beeinflussen zu können.
      Ich fürchte, von den Entscheidern liest hier kaum einer mit, um Ideen zu sammeln…

      Konkrete Vorschläge hier zu posten halte ich auch deshlab für wenig nützlich, da alles gleich wieder zerrissen wird und sich immer genug Leute finden, die einem das Gegenteil beweisen und die Unsinnigkeit der eigenen Meinung vorhalten.
      Es gab aber auch hier schon durchaus gute und brauchbare Vorschläge.
      Nicht jeder muss alle Vorschläge gut finden, aber es wäre schon nett, wenn dies hier einfach als Ideenpool betrachtet werden könnte.

      Viele Kollegen machen sich Gedanken, wie Schule TROTZDEM funktionieren kann – vor allem langfristig, wenn es eben (noch lange) keine Impfungen geben würde.
      Dann muss m.E. aber die ganze Gesellschaft mit ins Boot. Das kann (sollte) man nicht allein den Schulministerien überlassen, schon gar nicht allein den Lehrern und/oder den Eltern aufbürden. „Nach den Ferien Regelbetrieb“ kann ncht der richtige Weg sein … wenn es dann, ohne Regeln und Vorgaben und Kenntnis der Situation vor Ort – nicht so läuft, wie man es den Eltern jetzt verspricht, sind es am Ende wieder die Lehrer schuld…

      Ohne breiten Konsens über die Schlüsselfunktion der Bildung und die Bedingungen, die nicht erst seit gestern schlecht sind, würde es tatsächlich auf den Konflikt „Alleinverdienermodell“ versus „Schule (Kita) als Betreuungseinrichtung“ und auf weitere endlose und haltlose Schuldzuweisungen hinauslaufen.

      Wir alle müssen entscheiden, wie wichtig uns Bildung und Betreuung der Kinder sind.
      Entsprechende Entscheidungen müssen fallen: in den Bildungs- und Finanzminsterien (wenn man es denn weiterhin den Ländern überlassen will), aber auch für den Einzelnen, wenn es um berufliche Orientierung geht. (Und damit jetzt niemand sagt, die Pflege sei noch schlechter aufgestellt… das eine darf das andere nicht ausschließen, schlechte Bedingungen überall

      Wer denkt ernsthaft darüber nach, die Wirtschaft auf breiter Ebene mit einzubeziehen?
      Viele Arbeitgeber könnten sicherlich Arbeitszeiten flexibilisieren, sodass Mütter und Väter sich um Kinder kümmern könnten.
      Natürlich darf es nicht drauf hinauslaufen, dass die Mütter allein zurückstecken müssen.
      Genau das aber wird passieren, wenn die Problemlösung nur den Schulen überlassen wird. Dann werden immer wieder Arbeitnehmer ausfallen, weil Kinder betreut werden müssen, Quarantäne verhängt wird etc.
      Vielleicht würde auch die Bedeutung der erweiterten Familie (oder Nachbarschaft etc.) als Grundlage für die Erziehung und Betreuung der Kinder wieder steigen.
      Mehr Erziehung und mehr Zuwendung für viele Kinder in ihrem häuslichen Umfeld würde bewirken, dass Schule im Zweifel in weniger Zeit viel mehr leisten könnte. Heute müssen unter unglaublich großem Personal- und Zeitaufwand in der Schule Probleme bearbeitet werden, die aus fehlender Grunderziehung (Respekt, Konfliktfähigkeit, Sozialverhalten etc.) und Grundbildung (Konzentrationsfähigkeit, Selbstorganisation, mit Freizeit umgehen…) erwachsen.

      Andererseits denke ich aber auch, „die Politik“ müsste ehrlicher sein und klar sagen:
      Egal mit welchem Erreger wir es zu tun haben – solange wir den Focus drauf legen, möglichst schnell wieder reisen und feiern, Fußballstadien, Shopping-Center und Kirmesplätze füllen (nutzen ja, füllen nein…) und viele Kinder gleichzeitig in zu enge Räume bringen wollen, wird die Infektion nicht zu beherrschen sein.
      „Die Gesellschaft“ muss m.E. entscheiden, was wirklich wichtig und unverzichtbar ist.
      Dies wird angesichts weltweiter Reisen und weltweitem Handel (und das bisher ohne Vorsichtsmaßnahmen) nicht die letzte (gesundheitliche) Krise sein. Jetzt ist es eine Corona-Infektion, irgendwann eine Tierseuche, ein Schädling uam. Beispiele dafür gab es genug, gelernt hat man nicht ausreichend daraus.

      In diesem Rahmen wird niemand konkrete Lösungen präsentieren können.
      Ich halte diese Situation für so komplex, dass es bestenfalls Ideen sein können, die in fachübergreifenden, nur der Ethik und dem Leben verpflichteten Gremien auf ihren Nutzen überprüft werden müssten.
      Dazu müssten wir aber sofort aufhören, ausschließlich parteipolitisch oder karriereorientiert zu handeln, immer nur die passende Statistik zu zitieren, bequeme und billige Lösungen zu suchen, den folgenden Shitstorm auf die jeweils unterste Ebene zu lenken (hier gerne die Lehrer).
      Wir sollten annehmen, dass wir präventiv für den schlimmsten Fall handeln müssen.
      Solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, birgt die Pandemie eine noch nicht einschätzbare Gefahr für uns alle.
      Schulen sind Großveranstaltungen.
      Aus meiner Sicht wäre das der erste und wichtigste Ansatzpunkt:
      Lieber mehr kleinere Schulen als wenige große, lieber mehr kleine Klassen mit weniger Unterricht als wenige große Klassen mit vollem Ganztag, stabile Teams im Kollegium und Prinzipien des Arbeitsschutzes/der Arbeitsmedizin auch für Kinder (Fläche pro Person, Be-/Entlüftung, Lärmschutz, Licht, ergonomische Stühle und Tische).
      Allein das würde schon mehr Abstand schaffen, der die Gefahr von Infektionen verringern würde.

  15. Ich muss mal eben kurz dazwischengrätschen mit einer Preisfrage, die nur bedingt mit der Thematik zu tun hat:
    Im Liveticker von Schulen.de vom 26.06.20 lese ich: …nach Angaben des hessischen Kultusministeriums gab es bislang keine Infektionsfälle an einer der 1159 hessischen Grundschulen…(Zitatende)…Mit
    „bislang“ ist in diesem Bericht der Zeitraum seit der kompletten Schulöffnung Hessens am 22.06.20 bis zum 26.06.20 gemeint. (so verstehe ich es jedenfalls). Meine Recherchen für diesen Zeitraum ergeben jedoch mindestens 4 Grundschulschließungen in Hessen
    (Frankfurt, Hanau, Wirtheim und Offenbach), jeweils an unterschiedlichen Tagen. Wer erklärt mir das?

    • Zu Mary-Ellen:
      hier wurde eindeutig Schulen vergessen – es gab in Kassel zwei Schulschließungen von Grundschulen wegen Corona -Infektionenen. Weiterhin waren Kitas betroffen….mir ist auch aufgefallen, dass man nicht mehr darüber informiert wird durch z.B. Nachrichten. Wenn man allerdings selber sucht im Netz nach Infektionsvorfällen, dann wird man auch fündig!

  16. An: kanndochnichtwahrsein 29.Juni 8:31 Uhr:

    Hut ab, wie sie die Komplexität des Problems dargestellt haben!!! Das nenne ich konstruktiv. Viele Passagen unterschreibe ich gern!

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