Aufgaben zu schwer – Bremen hebt Mathe-Abitur-Noten um zwei Punkte an

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BREMEN. Weil der Notendurchschnitt bei den Abiturprüfungen im Fach Mathematik schlechter ist als üblich, hebt die Bremer Schulsenatorin die Noten um jeweils zwei Punkte an. Die Aufgaben aus dem zentralen Abitur-Pool der Bundesländer seien offenbar wegen des Aufbaus und der Verständlichkeit der Texte sehr schwierig gewesen.

Wird von der Leiterin eines Bremer Gymnasiums verklagt: die Bildungsenatorin der Handestadt, Claudia Bogedan (SPD). Foto: Senatorin für Kinder und Bildung
Gibt einen Bonus: die Bildungsenatorin der Hansestadt, Claudia Bogedan (SPD). Foto: Senatorin für Kinder und Bildung

«Wir gehen davon aus, dass es sich weniger um ein Corona-bedingtes Phänomen handelt, als vielmehr um die Schwere der Aufgaben», sagte Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) am Montag. In vielen anderen Bundesländern seien diese Aufgaben entweder nicht ausgewählt oder sprachlich erheblich modifiziert worden. Die Maßgabe, vom kommenden Schuljahr an die Pool-Aufgaben des Berliner Instituts für Bildungswesen (IQB) nehmen zu müssen, werde ausgesetzt.

Schon im vergangenen Jahr gab es Debatten um das Mathe-Abi

Schon im vergangenen Jahr seien die Noten angehoben worden. Gemeinsam mit Kultusministern anderer Bundesländer habe sie das IQB zum Handeln aufgefordert, aber es sei bislang dort so gut wie nichts passiert, kritisierte Bogedan. Das Thema solle weiter diskutiert werden. Die Aufgaben sollten auch konsequenter angepasst werden; beziehungsweise sollten mehr eigene Aufgaben konzipiert und mit anderen Bundesländern ausgetauscht werden. In anderen Fächern werde es keine pauschale Anhebung der Abiturnoten geben.

In der vergangenen Woche hatte bereits Sachsen die Abiturnoten im Fach Mathematik um jeweils einen Punkt angehoben. Eine Erhebung bei den Gymnasien habe ergeben, dass der Notendurchschnitt im Leistungskurs im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Punkte schlechter gewesen sei, hatte das Kultusministerium den Schritt begründet. Die gestellten Aufgaben entsprachen laut Ministerium zwar grundsätzlich dem sächsischen Lehrplan. Allerdings musste in einigen Aufgaben das erworbene Wissen auf neue und unbekannte Sachverhalte angewendet werden. dpa

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6 KOMMENTARE

  1. Solange ich die Aufgaben nicht gesehen habe, stelle ich die Beschwerden der Schüler erst einmal infrage. Schüler beschweren sich nur dann dann nicht, wenn die Aufgaben einfach sind. Gelackmeiert sind jetzt die Schüler, die aus eigener Vorbereitung die 14 oder 15 Punkte geschafft haben.

  2. „Allerdings musste in einigen Aufgaben das erworbene Wissen auf neue und unbekannte Sachverhalte angewendet werden.“

    Dazu fällt mir nur eines ein: „Reifeprüfung“

    Vielleicht wird einigen Bundesländern durch die zentral gestellten Aufgaben klar, wie viel schlechter ihre Schüler im Durchschnitt eigentlich sind. Wir können aber auch einfach mal diese Vergleichbarkeit in Frage stellen, denn Bayern hat beispielsweise andere Voraussetzungen als Bremen.

  3. Warum fällt denn bei der Aufgabenauswahl niemandem auf, dass, diese zu schwer sind? Vielleicht waren die Aufgaben nicht zu schwer, sondern die Schüler „nur“ zu schlecht?

  4. Soviel zur Vergleichbarkeit des Abiturs in Deutschland. Gerade der zentrale länderübergreifende Teil war also zu schwer. Wers glaubt. Wo befindet sich Bremen bei nationalen Vergleichsstudien immer wieder???

  5. Grundsätzlich passt das Niveau der IQB-Aufgaben, nur sprachlich sind sie manchmal sehr kompliziert konzipiert, so dass Schüler manchmal Schwierigkeiten haben, überhaupt zu erfassen, was zu tun ist.
    Da in Schleswig-Holstein ein großer Teil der Abituraufgaben vom IQB kommt und kam und wir ganz leicht überdurchschnittliche Ergebnisse hatten, sagt das viel über das Niveau in Bremen aus.

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