Elternverbände fordern Betreuung und Förderung von Schülern in den Sommerferien

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DÜSSELDORF. Bald sind Sommerferien – doch wie sollen Eltern nach den coronabedingten Schulschließungen auch noch diese sechs Wochen überbrücken? Verbände fordern ausreichend Betreuungsangebote, bei denen die Kinder zudem etwas lernen sollten.

Einen echten Urlaub wird es für viele Familien in den Sommerferien nicht geben. Foto: Shutterstock

Elternverbände fordern qualifizierte Betreuungsangebote für Schulkinder in den Sommerferien. Wegen der wochenlangen Schulschließungen in der Corona-Krise hätten Eltern häufig ihren Jahresurlaub aufgebraucht, gleichzeitig ende für zahlreiche Arbeitnehmer nun die Kurzarbeit. «Viele Familien sind in den Ferien auf Betreuungsangebote angewiesen, um ihren Job retten zu können», sagte die Vorsitzende der Landeselternkonferenz (LEK) NRW, Anke Staar.

«Urlaubskontingente sind aufgebraucht, Homeoffice und Kinderbetreuung sind nicht wirklich zu vereinbaren und die Großeltern müssen immer noch geschont werden», erklärte auch der Vorsitzende der Landeselternschaft der integrierten Schulen in NRW (LEiS), Ralf Radke. Deshalb müsse es während der gesamten Ferien Betreuungsangebote für Schüler bis zur achten Klasse sowie für alle Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf geben. «Andernfalls haben viele Eltern keine Chance, ihre Arbeitszeiten nachzuholen», meinte Radke.

Ministerium plant Angebote für förderbedürftige Schüler

Dem Schulministerium zufolge kann es an den Grundschulen Ferienangebote des Offenen Ganztags (OGS) geben, sofern diese bereits vorgesehen waren. Wo dies nicht in vollem Umfang möglich sei, plane das Ministerium ein entsprechendes Zusatzangebot, über das zeitnah informiert werde. «Darüber hinaus prüft das Schulministerium derzeit, unter welchen Voraussetzungen zum Beispiel Schülerinnen und Schülern mit besonderem Unterstützungsbedarf auch in den Sommerferien Bildungs- und Erziehungsangebote gemacht werden können.»

Die LEK-Vorsitzende Staar forderte «qualitativ hochwertige Bildungsangebote», bei denen etwa studentische Hilfskräfte oder freiwillige Lehrer eingesetzt werden könnten. Das Land müsse dafür finanzielle Mittel bereitstellen.

Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist der Wunsch von Eltern nach pädagogischer Betreuung zwar verständlich. «Gleichwohl können das die Schulen nicht verantwortungsvoll stemmen, weil Schulleitungen und Lehrkräfte nach wochenlangem Corona-Stress die Ferien nicht nur für den eigenen Urlaub gebrauchen, sondern auch für die Planungen für das neue Schuljahr, das ja auch nicht normal anlaufen wird», teilte die GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern mit. dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

„Die Überforderung, die Eltern mit ihren Kindern zu Hause erleben, wird den Lehrkräften angelastet“: GEW-Chefin Tepe zeigt sich besorgt

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40 KOMMENTARE

  1. Betreuungsmöglichkeiten während der Öffnungszeiten:

    Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
    Völklinger Str. 49
    40221 Düsseldorf

    Achtung: Öffnungszeiten und Angebote können abweichen

  2. Wieso müssen die Grosseltern noch immer geschont werden? Alter ist doch für Kultusministerien kein Risikofaktor mehr. Oder gilt das nur für Lehrer? Und was ist dann mit Lehrern, die auch Grosseltern sind?

      • „Es soll sogar Lehrer geben, die auch Eltern sind…“ Wahrscheinlich nicht mehr lange. Vielleicht wird als nächstes wieder eingeführt, dass eine Grundschullehrerin unverheiratet und kinderlos sein muss, damit sie ihr ganzes Leben der Erziehung und dem Unterricht widmen kann.

      • Ist mir bekannt. Mein Post bezog sich auf den Widerspruch, dass Lehrer über 60 ja angeblich nicht zur Risikogruppe gehören und darum Kinder notbetreuen sollen, deren Grosseltern geschont werden müssen, obwohl sie oft jünger sind.

    • Die Großeltern müssen vielleicht nicht immer geschont werden, sondern arbeiten selbst noch Vollzeit oder wohnen weit weg.

  3. Die logische Fortentwicklung der Politik der letzten Jahrzehnte: nicht mehr die Familie (die ja systematisch in ihrer Bedeutung reduziert wird), sondern der Staat ist für die Betreuung der Kinder zuständig, Elternverbände fordern das sogar. Davon haben Hitler und Stalin geträumt …

  4. Ferienbetreuung kann ja gerne stattfinden. Nur eben ohne die Kollegen. Vielleicht finden sich ja ein paar Eltern, die diesen Job gerne übernehmen.

      • Alle Lehrer haben 6 Wochen unterrichtsfreie Zeit. Ferien haben nämlich nur Schüler*innen. Ein Teil der unterrichtsfreien Zeit ist Freizeitausgleich, Urlaubsanspruch lt. TV-L 30 Arbeitstage.

        Wenn Sie nicht wüssten, dass sie nur Polemik verbreiten, würden Sie eine Klage als Steuerzahler einreichen, da Lehrkräfte ja so viele „Freizeit“ haben.
        Dabei käme dann aber heraus, dass die Länder gute Gründe haben, dass Urteil des EuGH zur Arbeitszeiterfassung nicht umzusetzen.

    • Ja. Ich habe bis zu 60 und mehr Wochenstunden gearbeitet. Inklusive Wochenenden. Meine KollegInnen an der Grundschule auch. Meinen Kleinen habe ich meist mitgenommen, als ich die Aufgaben für meine Schüler mit meinem privaten PKW ausgefahren habe. Kommen Sie endlich mal in der Realität an! Wer NULL Ahnung hat, wie das hier zur Zeit abläuft, sollte am besten schweigen.

      • Das war doch bestimmt ironisch gemeint, gehen Sie einfach nicht drauf ein!

        Keine Antwort ist bei solchen Posts manchmal die beste Antwort…

    • So offensichtlich, dass hier jemand ohne Verstand gepostet hat.
      Ja, Lehrer hatten Jobstress. Die Betreuung der Lerngruppen, das Homeschooling mit den eigenen Kindern und die Versorgung der eigenen Kleinkinder.
      Und der Stress ist noch lange nicht vorbei. Und wenn es so weiter geht, kommt ein neuer Engpass auf uns zu, wenn nämlich die Lehrer völlig ausgebrannt sein werden.

      Ein erster sinnvoller Schritt wäre übrigens, wenn die Eltern ihren Kindern das mit den Hygieneregeln mal ernsthaft erklären würden – zu viele Kinder sehen das als Witz und halten sich nicht daran. Wir unterrichten Kinder, die sich vorm Schulgebäude umarmen im Schulgebäude in gedrittelten Klassen, um den Abstand einhalten zu können. Ist doch sinnlos.

      • „Ein erster sinnvoller Schritt wäre übrigens, wenn die Eltern ihren Kindern das mit den Hygieneregeln mal ernsthaft erklären würden – zu viele Kinder sehen das als Witz und halten sich nicht daran.“ Dem stimme ich zu. Meine Grundschüler waren am letzten Freitag der Meinung, dass sie sich ja ab Montag dann gar nicht mehr an irgendwelche Abstandsregeln zu halten brauchen. Hatten einige Eltern ihnen erzählt. Was die Politik hier losgetreten hat, ist eine Zumutung!

        • Hygieneregeln: Kinder können sich nicht an diese Regelung halten besonders Grundschulkinder, sie fassen sich unbewusst ins Gesicht, haben sie Kinder? Dann müssten sie das wissen. Erkläre es ständig und mein Sohn kann das einfach nicht er ist schon zehn Jahre alt.

  5. @Natalya: Was soll denn solch ein Kommentar? Natürlich gibt es auch schwarze Schafe (wie in jeder Branche), ich habe aber zuhauf – mir eingeschlossen – unzählige viele Kolleg:innen erlebt, die sich im Lernen zu Hause den Allerwärtesten aufgerissen haben! Erklärvideos konzipieren und drehen , ordentlicher digitaler Unterricht, Konferenzen, Feedback abseits von Musterlösungen etc.. Meine Arbeitszeit uberstieg locker die 45 Stunden. Schulleitungen und Koordinator:innen haben noch viel mehr gelitten.

    Immer schön Lehrerbashing. Es nervt einfach nur.

    • Beides nervt, sowohl Lehrerbashing als auch so mancher wehleidige Kommentar von Lehrerseite. Ihr Beitrag ist wenigstens sachlich, aber die jammervollen Klagen und breit ausgeführten Todesängste einiger Lehrer in den vergangenen Wochen und Monaten waren auch kein Genuss.

      • Weshalb hat man eigentlich die Schulen geschlossen? Und wer hat dies veranlasst und weshalb? Waren es am Ende die Lehrer selbst?

        Mit Neugierde schaue ich auf den Herbst, wenn sich dann eine zweite Welle etablieren sollte, könnte der Lockdown ganz andere Ausmaße wie derzeit annehmen.

        • Studie: Schulschluss hat Ausbreitung von Corona um 40 Prozent gesenkt
          Göttinger Studie eines Teams um Viola Priesemann. Dort wurde untersucht, welche Auswirkungen Coronamaßnahmen in Deutschland auf die Ausbreitung des Coronavirus hatten.
          Zu der Schlussfolgerung, dass Schulschließungen die Ausbreitung um 40-50% verringerten, kamen ja nun schon mehrere Studien aus verschiedenen Ländern. Aber sowas wird in D ja gerne ignoriert. Aus zahlreichen Ländern sickern die Berichte von Ausbrüchen an Schulen durch (Israel, Kanada, Japan, Südkorea usw.), aber deutsche Kinder sollen angeblich niemanden infizieren können, wenn man bestimmten Kommentaren folgen soll?
          https://science.sciencemag.org/content/early/2020/05/14/science.abb9789.full

          • Danke für den Link! Die meisten „Leugner“ und „Zweifler“ werden einen solchen Artikel nicht ansatzweise lesen oder verstehen können und sich doch eher bei der BILD-Zeitung „informieren“ bzw. aufhetzen lassen. Und ja, die Berichte aus anderen Ländern stehen in krassem Gegensatz zur in Deutschland offenkundig weitverbreiteten Haltung, dass Kinder sich und andere nicht anstecken könnten. Man klammert sich regelrecht daran, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

          • Die OECD hat doch schon mehrfach auf fehlende Kompetenzen bei deutschen Schülerinnen und Schülern hingewiesen. Vermutlich bezieht sich das auch auf die weitergabe von Viren.
            Oder wer weniger defizitorientiert ist, kann natürlich vermuten, dass deutsche Schülerinnen und Schüler besonders kompetent sind, bei der Bildung von Antikörpern.

  6. Wieso lässt sich Homeoffice denn nicht mit Kindern verbinden? Homeoffice ist doch gar kein arbeiten, versucht man uns doch auch immer zu erzählen.

    Nebenbei belache ich mich gerade über die Forderung „bis zur 8. Klasse“. Die Eltern hätten die Zeit ja nutzen können ihren Kindern beizubringen, wie das so alleine zu Hause abläuft, das war früher auch allerspätestens ab der 5. Klasse möglich, eigentlich schon früher. Ebenso waren meine Eltern immer sozial soweit integriert, dass ich auch zu Mitschülern oder Nachbarn gehen konnte…… Handy gab es damals übrigens noch nicht liebe Eltern.

    • Ist eigentlich schon einmal jemandem aufgefallen, dass LehrerInnen auch zu 50 % ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen und das immer, ihr ganzes Lehrerleben lang
      ? Sie haben meist auch mehrere Kinder, die sie nebenher aufziehen. Da hat noch niemand gemeckert, im Gegenteil, die meisten LehrerInnen empfinden doch die Möglichkeit, einen Großteil der Aufgaben zu Hause erledigen zu können als Vorteil.

  7. Freiwillige Lehrer – ja ne, ist klar!
    Wie wäre es mal mit freiwilligen Ministeriumsmitarbeitern, Ministerin vorneweg!!
    Ach, geht ja nicht, die sind im Homeoffice – wegen Infektionsgefahr.
    Oder bauen gerade Plexiglas im Plenarsaal auf – Wegen Infektionsgefahr.
    Blöd….

  8. Wo sind denn die ganzen Schulen und Kitas, die schließen müssen, weil ein Corona Fall aufgetreten ist? In Sachsen und Thüringen gehen Grundschüler wieder zur Schule in der normalen Gruppenstärke…also einfach wieder aufmachen und gut ist.
    Funktioniert und Schluss mit dem rumgeheule, ja es ist ein schwerer Job, aber momentan übernehmen das die Eltern – unbezahlt! Also ran und nicht hier den ganzen Tag sinnlose Kommentare posten

    • „Wo sind denn die ganzen Schulen und Kitas, die schließen müssen, weil ein Corona Fall aufgetreten ist?“ – Wo sind denn die ganzen Supermärkte, Verwaltungen und Großraumbüros, in denen ein Coronafall aufgetreten ist? Ihre Antwort passt da ebenso wunderbar: „also einfach wieder aufmachen und gut ist. Funktioniert und Schluss mit dem rumgeheule“ Fällt Ihnen was auf…?

    • Ich habe es an anderer Stelle schon mal geschrieben: Schon nach der Teilöffnung gab es in NRW an 118 Grundschulen mindestens 1 bestätigten oder Verdachtsfall. Wenn Sie Schulschließungen sehen wollen, müssen Sie im übrigen nur nach Göttingen schauen.

  9. Jeder Lehrer kann gerne Mal eine Woche meinen Job machen.
    Non Food Grosshandel.
    Bis zur Einführung der Maskenpflicht völlig ungeschützt, seit Ostern ständig gut voll.
    Seit Einführung der Maskenpflicht 8Std. am Tag mit Mundschutz teilweise körperlich anstrengende Arbeit.
    Rückverfolgung irgendwelcher Infektionsketten kaum möglich….
    So sieht die Realität der anderen aus.
    Wir müssen das trotzdem die ganze Zeit des Lock Dies durchziehen.
    Ach und das schlechte Gewissen den unbetreuten Kindern und der Oma ( ja, ohne Oma geht das monatelang nicht) gegenüber, davon sprechen wir nicht….

    • Welchen Bildungsabschluß haben Sie denn?
      Haben Sie studiert?
      Beispiele wie es schlechter geht gibt es immer. Sie können ja mal eine Woche den Job eines Bauarbeiters machen.

  10. Ich verstehe nicht weshalb Eltern ihren Schulschließungsfrust an uns Lehrern auslassen. Wir haben die Schulen nicht geschlossen, dass war die Politik. Wir haben weder Einfluss auf die Öffnung, noch werden wir über Abläufe informiert. Dass wir uns fragen, wie ein sinnvoller Gesundheitsschutz aussehen soll, steht uns zu. Übrigens sind wir Lehrer fast alle in der Schule im Einsatz, nämlich in der Notbetreuung. Nebenher versorgen wir unsere eigene Klasse analog, digital etc…
    Ich jammere nicht, denn ich weiß zu schätzen, dass ich arbeiten darf und mir nicht Sorgen um meinen Job machen muss. Ich verstehe auch den Frust und den Neid von Eltern, die nicht begriffen haben, dass Schule nicht nur in der Schule statt findet und das schulfreie Zeit nicht immer gleichbedeutend mit Urlaub ist. Ich arbeite jetzt seit Fasching fast non-stop durch, inklusive Wochenenden und versuche den Eltern möglichst viel abzunehmen, bin ständig ansprechbar über email und Telefon.
    Ich benötige einen Teil der Sommerferien, um meinen Stoff vorzubereiten für das nächste Schuljahr, nämlich auch für den Fall, dass dann wieder Lernpakete benötigt werden. Dass heißt ein höherer Aufwand und die Vorbereitung einsetzbarer digitaler Lösungen. Ich kann dabei nicht noch in der Schule unterrichten, denn ich benötige dafür einfach Zeit. Urlaub habe ich tatsächlich auch noch, wie jeder Arbeitnehmer, ich verreise im Sommer zwei Wochen. Dafür brauche ich mich nicht zu rechtfertigen.
    Ja, due Eltern benötigen für die Sommerferien eine Unterbringung für ihre Kinder, denn tatsächlich mussten viele Urlaub nehmen. Doch es ist nicht meine Aufgabe die Kinder zu betreuen. Dafür gibt es Erzieher in Horts, Freizeitangebote von Vereinen, Angebote vom Stadtjugendring etc. Hier wäre die Politik wirklich gefragt ein Finanzpaket zu schnüren mit Unterstützung von Studierenden, die zur Zeit keine Jobs finden. Die können eine Verdienstquelle benötigen. Damit müsste jedem Kind eine Sommerferienbetreuung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Stadtranderholung, Waldspiele inklusive. Das brauchen Kinder jetzt nach der langen Coronazeit.
    Wissenslücken haben hauptsächlich die Kinder, deren Eltern sich (Entschuldigung dass ich es so direkt sage) schon vorher nicht gekümmert haben (aus welchen Gründen auch immer).
    Chancengleichheit ist ein Hohn, denn diese Kinder sind schon defizitär, wenn sie in den Kindergarten kommen.
    Es ist aber jetzt sehr leicht allen anderen die Schuld am Versagen am eigenen Kind zu geben, statt die eigenen Strukturen zu Hause in Frage zu stellen. Es gab auch erstaunlich viele Familien, die gut klar kamen mit dem Homeschooling ihrer Kinder, da sie sich schon vorher für dass schulische Geschehen interessiert haben.
    So kann ich also als Lehrer leicht den Spieß umdrehen. Das schafft aber keine Lösungen.
    Ideen hab ich viele, schlicht scheitert es an einer Sparpolitik in Sachen Bildung und Familie. Deutschland hat politisch gesehen eben ein wirtschaftliches Interesse und stützt die Großkonzerne. Daran wird sich nichts ändern, solange Politiker neben ihrem Amt noch in den Aufsichtsräten großer Konzerne sitzen dürfen.
    Kinder haben eine zu kleine Lobby und die Politik schafft es hervorragend den Zwist zwischen Lehrern und Eltern zu schüren. Wäre nämlich eine Katastrophe, wenn die sich einig wären und für eine bessere Bildung und eine bessere Ausstattung der Schulen gemeinsam auf die Straßen gingen.
    Und ich rede nicht davon, dass ich mehr Gehalt wünsche, ich rede davon, dass meine Schule saniert wird und das Geld aus dem Digitalpakt endlich unten ankommt. Dass ich endlich Förderstunden habe, die nicht bei der nächsten Krankheitswelle für Vertretungen genutzt werden müssen, dass Kinder ein digitales Endgerät in der Schule leihen können wie jetzt die Schulbücher. Dazu braucht es aber auch Eltern, die Eltern sein wollen und ihren Erziehungsauftrag nachkommen und ihre Kinder zu vernünftigen Zeiten ins Bett schicken, den Ranzen mal ansehen und nicht mit Erstklässlern Computerspiele für Erwachsene spielen, statt ihren Kindern vorzulesen oder mit ihnen ein vernünftiges Spiel zu spielen.
    Fakt ist: Ich freue mich wieder in die Schule zu dürfen mit allen meiner Kids. Ich bin nicht bereit nach den Osterferien und Pfingstferien auch noch in den Sommerferien durchzuarbeiten.
    Für alle die hier jetzt gleich Lehrerbashing betreiben wollen. Wenn wir es dich so gut haben, weshalb schult ihr nicht um. Wir suchen zur Zeit Kollegen in der Grundschule. Dann könnt ihr ja zeigen, dass ihr es besser macht.

    • Liebe OlleSchachtel, ich könnt‘ Sie küssen für diesen Kommentar (aber darf ich ja gerade nicht 😉 )!!! DANKE!

  11. Das, was Sie schildern, kann man auch auf den Lehreralltag beziehen:
    1. „ungeschützt“
    2. „ständig gut voll“
    3. „teilweise körperlich anstrengende Arbeit“ (jupp, haben wir im GS- und Förderschulbereich auch, man glaubt es kaum – lassen Sie sich mal von einem körperlich aggressiven Kind im Alter von 10 Jahren treten und gehen Sie mal bei Streits und Konflikten von mehreren Kindern dazwischen)
    4. „schlechtes Gewissen und Kinder von der Oma betreut“ – wenn ich die Großeltern nicht hätte, würden meine Kinder jedes Wochenende, wenn ich stundenlang am Schreibtisch sitze, unbetreut sein.
    Unsere Realitäten sind also nicht weit voneinander entfernt!
    Bei der ganzen Debatte wird immer wieder deutlich, wie wenig über den Berufsalltag eines Lehrers bekannt ist und dass das „Wissen“ darüber nicht selten auf Vorurteilen, Klischees und Mutmaßungen basiert.

  12. Es hat momentan tatsächlich Vorteile, in den neuen Bundesländern zu leben. Wir haben von jeher eine gut organisierte Ferienbetreuung, die sich die Horte der Stadt aufteilen, so dass alle Erzieher in den Ferien Urlaub haben.

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