Tepe fordert von Kultusministern, das nächste Schuljahr endlich „seriös“ vorzubereiten – unter Mitwirkung der Lehrerschaft

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FRANKFURT AM MAIN. Die GEW hatte die Kultusminister mit Blick auf Schulöffnungen unter Verzicht auf die Abstandsregel vor „vollmundigen Versprechungen und einem Wetteifern um die schnellste und weitestgehende Öffnung von Schulen“ gewarnt. Genützt hat es nichts: Die KMK beschloss gestern, dass alle Schüler nach den Sommerferien wieder wie gewohnt in die Schule gehen sollen – ohne Abstandregel, wenn möglich. GEW-Chefin Tepe hält den Beschluss, der Erwartungen bei Eltern schürt und Lehrer verunsichert, für „nicht hilfreich“. Sie schaut gleichwohl nach vorne: Jetzt gehe es in der kurzen Zeit bis nach den Sommerferien darum, die die Schulen auf eine schrittweise Wiederöffnung vorzubereiten und zu unterstützen – unter Mitwirkung (auch) der Lehrerschaft. 

Hält an der Abstandsregel in den Schulen fest, solange sie außerhalb auch gilt: GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Foto: Ziko van Dijk / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

„Wir brauchen dringend – auch vor Ort – Runde Tische mit Vertretungen der Lehrkräfte, Eltern und Schüler sowie aus Medizin und Bildungswissenschaft, um bestmögliche Lösungen zu entwickeln und die Interessen aller an Schule Beteiligten weitgehend zu berücksichtigen“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Freitag mit Blick auf die gestrigen Entscheidungen der KMK. Hygiene- und Abstandsregeln, pädagogische Konzepte und digitale Ausstattung der Schulen seien die drei zentralen Themenfelder, die jetzt geklärt werden müssten.

Hygiene- und Schutzkonzept für Schulen wird (erst) jetzt entwickelt

Wie die Präsidentin der KMK und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nach den Beratungen mit ihren Länderkollegen ankündigte, wird ein Schutz- und Hygienekonzept nun in einem nächsten Schritt erarbeitet. Es soll bis zum Ende der Sommerferien vorliegen.

„Das Abstandsgebot und wirksame Hygienemaßnahmen sind weiterhin das A und O an den Schulen, um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern vor Infektionen zu schützen“, meint die GEW-Vorsitzende Tepe und betont: „Hier braucht jede Schule mit Blick auf die Gebäude und die sanitären Anlagen ein eigenes Konzept. Auf das Abstandsgebot von 1,5 Metern zwischen zwei Menschen in den Schulen zu verzichten, ist der falsche Weg. Solange die Abstandsregeln – aus guten Gründen – in der Gesellschaft eingehalten werden müssen, muss dies auch in der Schule gelten.“

Tepe weist auf die Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen, bei Familienfeiern oder in Gottesdiensten hin, bei denen die Abstandsregeln offenbar nicht eingehalten worden seien. Zudem seien in vielen Bundesländern Schulen kurz nach der Öffnung wegen Corona-Fällen bereits wieder geschlossen worden. „Das kann niemand wollen. Erneute Schulschließungen belasteten die Familien zusätzlich“, unterstreicht die GEW-Vorsitzende.

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Konzepte für einen Mix aus Präsenz- und Fernunterricht

„Die Schulen müssen jetzt tragfähige pädagogische Konzepte für einen Mix aus Präsenz- und Fernunterricht entwickeln. Diesen folgt die Organisation des Schulbetriebs. Dabei müssen die Schulen die personellen Ressourcen und die räumlichen Möglichkeiten berücksichtigen“, sagt Tepe. Dafür bräuchten die Schulen die Unterstützung der Schulämter sowie mehr und bessere Weiterbildungsangebote für die Lehrkräfte. „Bisher haperte es gewaltig an den Weiterbildungsangeboten für die Lehrkräfte zum Thema Digitalisierung. Laut einer aktuellen GEW-Studie sind nur 18 Prozent der Lehrkräfte mit den Angeboten zufrieden (News4teachers berichtete darüber, d. Red. – und zwar hier). Deshalb muss die Weiterbildung endlich schnell ausgebaut und passgenauer werden. Nur mit guten Konzepten können die Schulen die neuen Aufgaben gut bewältigen.“

Bei der Konzeptentwicklung müssten die Schulen von der Prüfungsfixierung wegkommen und stärker das „Lernen lernen“ in den Vordergrund stellen. „Die Corona-Krise bietet auch die Chance, Formen des selbstständigen Lernens aktiv voran zu treiben. Diese Entwicklungen müssen die Kultusministerien durch Regelungen unterstützen und den Schulen schulinterne Fortbildung ermöglichen. Damit könnte Schule die ohnehin benachteiligten Schülerinnen und Schüler, aber auch die besonders begabten besser unterstützen“, hob Tepe hervor.

Digitalisierung der Schulen muss vorangebracht werden

„Voraussetzung für alle Konzepte ist, dass die Ausstattung der Schulen mit digitaler Infrastruktur und Endgeräten zielgerichtet und schnell vorangetrieben wird. Hier müssen Bund, Länder und Kommunen noch stärker investieren als bisher im ‚Digitalpakt Schule‘ vorgesehen. Es ist ein unerträglicher Zustand, dass 90 Prozent der Lehrkräfte ihre privaten Endgeräte nutzen müssen, um Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern zu halten. Auch die Kinder und Jugendlichen müssen schnell und unbürokratisch mit Geräten und Programmen ausgestattet werden“, sagte die GEW-Vorsitzende. „Es ist richtig, dass sich der Bund jetzt auch an der Ausbildung und Finanzierung der IT-Administratoren beteiligt. Dies ist jedoch eine Daueraufgabe, die eine dauerhafte Unterstützung benötigt. Die Befristung ist nicht sachgerecht und lässt die Schulen mittelfristig im Regen stehen.“ News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

„Die Überforderung, die Eltern mit ihren Kindern zu Hause erleben, wird den Lehrkräften angelastet“: GEW-Chefin Tepe zeigt sich besorgt

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17 KOMMENTARE

  1. Als hätten die Kultusminister*innen Indien letzten Monaten irgendwas unter Mitwirkung der Lehrerschaft geplant….Warum sollten sie ausgerechnet jetzt damit anfangen, wohl wissend, dass LK auf gültigem Arbeitsschutzgesetz bestehen würden, welches sie mit einer Komplettöffnung einfach so außer Kraft setzen? Wohin das nach sommerlichen Reisen führen kann, sieht man ja derzeit perfekt bei Tönnies. Da hilft nur noch hoffen, das uns sowas in den Schulen erspart bleibt.

    • Ganz einfach, wie das Bsp. GT zeigt, lässt sich das Ereignis nicht ohne Weiteres begrenzen.
      Der ausbruch mit mittlerweile über 800 positiv getesteten hat eben nicht nur Auswirkungen auf Rheda-Wiesenbrück als (Haupt-)Sitz der Firma Tönnies und den Kreis GT sondern auf die Region. Die betroffenen Nachbarkreise sind WAF, SO und der niedersächsische LAndkreis Osnabrück sowie die kreisfreien Städte HAM und BI. Die Tönnies-Mitarbeiter sind in den genannten Kommunen untergebracht oder beheimatet. Neben den Tönnies-Mitarbeitern gibt es auch noch unzählige Mitarbeiter von Drittfirmen, die gar nichts mit der Schlachtung der Tiere und Fleischverarbeitung zu tun haben sondern zu Bau-, Wartungs-, Reinigungs-, Transportarbeiten etc. auf dem Betriebsgelände zeitweise beschäftigt gewesen waren. Dazu gehört auch Personal des Kreises GT aus den Bereichen Veterinärdienst und Lebensmittelüberwachung.
      Die von MinPrä Laschet genannten Kommunen liegen in drei Regierungsbezirken. GT und BI im Reg.-Bez. Detmold, WAF im Reg.-Bez. Münster und SO und HAM im Reg.-Bez. Arnsberg. Somit ist in NRW der gesamte Landesteil Westfalen oder zumindest große Teile des Bindestrich Bundeslandes NRW von diesem Infektions-Hotspot in Rheda betroffen.
      Muss die Rheinländer aber nicht unbedingt freuen. Da die Flughäfen Münster/Osnabrück, Dortmund und Lippstadt/Paderborn nur regionale Bedeutung haben, der meiste Flugverkehr aber über Köln und D’dorf in den Sommerferien abgewickelt wird, werden sie auch nicht verschont bleiben. Dasselbe gilt für die Niedersachsen, weil der Ostestfale auch gerne ab Hannover fliegt. Wegen der unterschiedlichen Ferienanfänge in Nds. und NRW kann das Ticket für einen Tripp von Hannover aus günstiger sein.

      In zeiten wie diesen, kann man echt froh sein, immer „negativ“ zu bleiben – aber dennoch optimistisch:)

      • Nachtrag:

        … und weil den Politikern so allmählich der Arsch auf Grundeis geht und Herr Laschet überlegen muss, ob er für große Teile Westfalens einen erneuten „Lockdown“ – der ja im Gegensatz zu anderen Ländern bis jetzt nur aus Kontaktbeschräkungen bestand – verhängen soll.

        Das ist dann so einschneidend, dass „Runde Tische“ vor Ort dazu beitragen sollen, die Gemüter zu beruhigen und die verwaltungen aus der schusslinie zu bringen. „Aber das haben wir doch gemeinsam so besprochen …“

  2. Wo bitte – außer in den Schulen – muss ich per Datenschutzerklärung meinen Arbeitgeber darum bitten, für meine Arbeit relevante (Schüler -) Daten auf meinem privaten PC verarbeiten zu DÜRFEN? Das allein sagt doch schon alles!

  3. Ich bin in zwei Schulen, habe Freunde an mehreren weiteren und staune nur Bauklötze: Bei uns will jede Lehrkraft unbedingt zu normalem Unterricht zurück, weil die Kinder so stark leiden.

    Offensichtlich sehen es unsere Sprecher und Vertreter aber völlig überraschend anders.

    • Danke für den Kommentar, auch wenn mir nicht ganz klar wird, ob Sie eher Bauklötze staunen über die Sichtweise Ihrer Kollegen und Freunde vor Ort oder über die der „Sprecher und Vertreter“.

      Ich persönlich frage mich beim Lesen von Nachrichten und Diskussionen hier in letzter Zeit auch manchmal, ob ich denn so ein ungewöhnliches Ausnahmeexemplar bin, dass ich mich mit Blick auf Bildungs-, familiäre und psychologische Aspekte eher als deutlichen Unterstützer von Lockerungs- und Öffnungsbestrebungen sehe und von den Verbänden, GEW etc. durch ihre Meinungsäußerungen momentan nur noch äußerst eingeschränkt vertreten fühle.

  4. Wann hätte die GEW in ihrer Schulpolitik je darauf geachtet, dass etwas „seriös vorbereitet wurde – unter Mitwirkung der Lehrerschaft“?
    Bei ihren ideologischen Zielen bestand sie stets auf möglichst raschen Beschlüssen – egal, wie es um die Vorbereitung und die Beteiligung der Lehrerschaft stand. Hauptsache, ihr Wille war erst einmal durchgesetzt. Wie die Praxis dann aussah, kümmerte sie wenig. Hier wusch sie sich regelmäßig die Hände in Unschuld und war nicht mehr zuständig für die Folgen von Hoppla-hopp-Entscheidungen, an denen sie emsig beteiligt war.
    Jetzt ist Corona die Ursache für eilige Entschlüsse und mangelnde Vorbereitung der Schulen.
    Einem hirnlosen Virus ist das nicht übelzunehmen, einer Gewerkschaft für Lehrer und Erzieher allerdings schon.

  5. Ach es ist ja wirklich herrlich wie hier in vielen Artikeln auf die Politiker und im speziellen auf die Kultusministerien diverser Länder geschimpft wird.
    Meine persönliche Meinung dazu: hier macht es sich die Lehrerschaft an deutschen Schulen zu einfach. Zuerst hat man jahrelange Versäumnisse beim digitalen lernen auf mangelnde Mittel geschoben, jetzt sind diese Mittel da und werden mit oder ohne Corona nicht angerufen. Dem ist nicht genug. Nun schimpft man dass man nicht genügend qualifiziert wurde.
    Ich als Vater und Nicht-Lehrer kann hier nur verwundert meine Augen reiben. In welcher Parallelwelt leben sie denn? Jeder berufstätige in unserem Land der weiter kommen will und kommt bildet sich seit Jahren neben dem normalen Berufsalltag fort. Dies gehört bei den meisten in der arbeitenden Bevölkerung zur Grundvoraussetzung um nicht im Wettbewerb auf der Strecke zu bleiben. Wenn man den Artikeln hier so folgt, dann denkt man dies sei Aufgabe der Politik, des Kultusministeriums oder wenigstens des Schulamts. Ich persönlich sehe es als Aufgabe von jedem einzelnen Lehrer in Eigeninitiative. Wie sollen sie denn sonst ihren Kunden (den Schülern und unsere Gesellschaft) lernen mit diesen Dingen umzugehen?
    Ähnlich verhält es sich mit dem Verhalten während der Corona Krise. Da wird geschimpft, es komme nichts von der Politik, vom Ministerium etc. Was denken sie denn wie es den vielen Firmen in unserem Land ergeht? Denken sie die Anträge auf Kurzarbeit und Aussetzung von Kreditraten werden von der Politik ausgefüllt? Oder denken sie die Umorganisatiin in den Unternehmen um trotz Corona weiter arbeiten zu können wird von der Politik oder einem „Chef“ für die Mitarbeiter gelöst? Wohl kaum. So etwas kann nur gemeinsam gelingen. Und dies sehe ich anhand der aktuellen Debatten und Schuldzuweisungen nicht wirklich. Und für die Lehrer mag Corona eine Episode während ihrer Schullaufbahn sein. Die Digitalisierung mag etwas sein was sich „langsam“ und „stetig“ in die Arbeit der Lehrer einfließt. Nur unsere Kinder haben diese Zeit leider nicht, denn für sie läuft die Uhr des globalen Wettbewerbs gnadenlos weiter.
    Lassen sie mich zum Abschluss noch eine Spitze formulieren, die hoffentlich Anlass ist um auch etwas umzudenken. Die Schüler von heute zahlen ihre Pensionen von morgen. Schon Mal darüber nachgedacht? Im übrigen hinterlasse ich meine E-Mail-Adresse hier nicht. Dass der Beitrag gelöscht oder erst gar nicht veröffentlicht wird nehme ich in Kauf.

    • Wozu Autofahren üben und den Führerschein machen, wenn es weder Straén noch Autos gibt?

      Wie das „Lernen auf Distanz“ gezeigt hat, haben lediglich 50% der Schülerschaft sich damit auseinander gesetzt. Die einen (60%), weil sie nicht wollten, und 40%, weil sie nicht konnten.
      Bei der letzteren Gruppe sind die Gründe:

      – es gibt zuhause keinen Computer (egal on Desktop-PC oder Labtop oder Tablet),
      – es fehlt ein Festnetzanschluss und das datenvolumen für das Smartphone ist begrenzt,
      – die technische Infrastruktur am AdW (Pampa) ist weit hinter dem LTE/4G-Standard zurück,
      – Schüler*innen und Eltern sind trotz Hilfestellungen nicht in der Lage Hardware und Software eizurichten oder zu bedienen
      – die Zahl der Endgeräte je Haushalt bei mehreren Kindern und Erwachsenen im Home-office ist begrenzt, so dass es zu Limitierungen bei der Nutzung kommt, wodurch die erreichbarkeit stark eingeschränkt ist.

      Die Schuldigen an der Misere allein in der Lehrerschaft ausmachen zu wollen, zeigt dass der Standpunkt des Posters lediglich einen Erfahrungshorizont mit dem Radius Null hat.

      Btw in einer Schule ohne WLAN und Beamern in allen Klassenräumen sowie fehlendem Glasfaseranschluss sowie sonstiger Ausstattung, muss man sich als lehrkraft um vieles gGedanken machen, nicht aber um die Digitalisierung von Unterricht. So lange die politischen Entscheidungsträger auf kommunaler Ebene, die den Schulträger stellen, die Mittel für die Digitalisierung nicht zur Verfügung stellen oder die Bundesmittel trotz seitens der Schulen vorgelegter „Medienkonzepte“ nicht abrufen, da sie zuerst die Einreichung der Medienkonzepte aller Schulen in ihrem Zuständigkeitsbereich abwarten wollen bzw. verhindern, dass eine „Taskforce“ aus Vertretern der betroffenen Schulen eine Musterkonzept für alle Schulen erarbeitet, das lediglich an die jeweilige Schule angepasst werden muss, wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern – trotz kontinuierlichen Lehrerbashings.

    • “ In welcher Parallelwelt leben sie denn?“

      In einer Welt, in der
      – die Ausstattung der Schulen allein durch die Schulträger zu realisieren ist. Wenns gut läuft, wird zumindest der Dialog mit der Schulleitung gesucht. Übrigens würde auch die Wartung der Geräte in den Aufgabenbereich der Schulträger gehören.
      – die personelle Aussattung der Schulen durch das Land realisiert wird. Ob schulscharfe Ausschreibungen oder Bezirksstellen: am Ende darf die Schulleitung den Papierkram erledigen, die Entscheidung ob und wer eingestellt wird, hat sie nicht.
      – in der nicht entschieden ist, wer für die digitale Ausstattung der Lehrerschaft verantwortlich wäre.
      – in der Datenschutz ganz groß geschrieben wird, aber keine Konzepte vorgelegt werden, diese soll jede Schule selbst schreiben.
      – in der Digitalisierung ganz groß geschrieben wird, die Bereitstellung von entsprechenden datenschutzkonformen Medien aber ganz klein beginnt.
      – die Nutzung digitaler Möglichkeiten der Schülerschaft bei häuslichen Nutzung von deren Ausstattung abhängt.

      Die Schulen vor Ort werden übrigens bevorzugt per Glasfaserkabel angeschlossen, niemand sonst in der Nachbarschaft kommt in diesen Nutzen. Das Kabel wurde zunächst vor das Schulhaus gelegt. Inzwischen liegt es IM Haus. Einen Anschluss gibt es nicht.

      Ansonsten entspricht meine Parallelwelt der Darstellung von dickebank:
      – wenige Eltern haben das digitale Angebot, das es gab, in Anspruch genommen
      – wenige Eltern waren und sind per Mail erreichbar
      – wenige Eltern sind in der Lage, eine Lernplattform anzuwählen und dort zu reagieren
      – wenige Eltern nehmen Erklärfilme und anderes, was z.B. über eine Homepage zur Verfügung gestellt wird, in Anspruch
      – einige Eltern können sich nicht auf einer ganz einfachen Plattform mit Benutzername und Passwort anmelden
      – einige Eltern haben kein WLan
      – sehr viele Eltern haben sich ausdrücklich die Bereitstellung von Papier-Arbeitsmaterialien gewünscht
      – einzelnen Eltern scheint das alles egal zu sein, sie nehmen weder schulische noch digitale Angebote noch ehrenamtliche Hilfe an

      • Nachtrag:
        Mein Eindruck ist, dass viele die eigenen häuslichen oder betrieblichen Umstände vor Augen haben und diese auf alles übertragen.

        Dass Lehrkräfte im Unterricht vielfach differenzieren und die unterschiedlichen Lebenswelten stets im Blick haben müssen, kommt vielen nicht in den Sinn.

        Nach wie vor wird von vielen eine genaue Vorgehensweise eingefordert, die für das eigene Kind passend wäre.

        Was macht die Lehrkraft, wenn von 30 SuS
        – 2 nicht in den Unterricht kommen können?
        – 7 nicht in den Unterricht kommen können?
        – 2 einen Internetzugang und ausreichend technische Möglichkeiten und Unterstützung haben?
        – etwa die Hälfte zwar den Zugang hätte, jedoch mit den vorhandenen Geräten nicht arbeiten kann, sodass ein Anmelden auf einer Plattform nicht möglich ist?
        – 2 keinerlei Ausstattung haben?

        Hinzu kommt, dass viele meinen, Lösungen zu kennen, die Vorgaben aber nicht bedenken:
        Was macht die Lehrkraft,
        – wenn Eltern sich den Einsatz sozialer Netzwerke wünschen, der Datenschutzbeauftragte des Landes dies aber untersagt?
        – der Schulträger seit Jahren immer wieder neu Ausstattung ankündigt, aber nichts davon realisiert?
        – wenn Videokonferenzen zwar technisch möglich sind, die Einwilligung etlicher Eltern aber fehlt?
        – wenn die Rückmeldung auf digitale (oder analoge) Aufgabenstellung ausbleibt, trotzdem Nachfragen, Anrufen, Mail, Hausbesuch und offiziellem Anschreiben?

  6. @dickebank
    Wenn sie meinen Post und auch die Posts anderer kritischer Leser hier Mal mit etwas Abstand gelesen hätten dann würden sie nicht in ein Muster der Konfrontation zurück fallen sondern evtl. auch auf die genannten Kritikpunkte konkret eingehen.
    Wie können sie eigentlich meinen Erfahrungsradius einschätzen obwohl wir uns persönlich gar nicht kennen. Worauf beruhen eigentlich die von ihnen genannten „Fakten“ bzgl Umgang von Schülern mit digitalen Lernen? Ist es ihre ganz persönliche Erfahrungnl oder ist es das Ergebnis einer Umfrage unter Schülern / Eltern?
    Letztere gibt es z.B. unter folgendem Link und widerspricht zumindest für Bayern ausdrücklich ihren Äußerungen. http://www.bayerischer-elternverband.de/index.php?id=281

    • Die erfahrungswerte an GY sind natürlich andere, aber da geht der überwiegende teil de schülerschaft selbst in NRW nicht hin.
      Dass die Angaben auf schulinternen Evalutionen beruhen, darauf können Sie einen lassen.
      Und was die Landeselternschaften angeht, so habe ich da meine eigenen Vorurteile. Die Klassenpflegschaften und alle weiteren Gremien der Elternvertretungen setzen sich nicht unbedingt aus einem Querschnitt aller eltern zusammen, folglich sind die Aussagen der Landeselternschaften nur bedingt repräsentativ.

  7. Ich möchte die letzte Antwort von Dickebank nicht einfach so hin nehmen. Leider habe ich Mal wieder einen Fehler gemacht. Der Fehler war das ich nach wie vor allen Lehrern unterstelle dass ihnen das Wohl ihrer Schüler und damit die Zukunft unserer Gesellschaft nicht egal ist. Ich relativiere nach dem Lesen dieser Beiträge das Ganze zu: es ist vielen Lehrern nicht egal, aber einigen leider offensichtlich doch.
    Darüber hinaus noch Folgendes an Dickebank:
    Erstens: sie glauben wiederum zu wissen wo sich mein schulisches Umfeld befindet, wie sonst kommen sie auf das Thema Gymnasium. Ich habe nie von Gymnasien geredet.
    Zweitens: sollten sie eine Lehrkraft sein, dann hoffe ich dass sie eine gepflegtere Wortwahl ihren Schülern gegenüber haben als „darauf können sie einen lassen“. Denn egal in welcher Weise Schüler oder Eltern mit ihnen kommunizieren, sie sind eine Lehrkraft und sollten wissen und vorleben wie man sich ordentlich ausdrückt.
    Drittens: ich weiss ja nicht wie es an ihrer Schule zugeht, aber bei uns ist die Elternvertretung eine bunte Mischung aus allen Teilen der Elternschaft. Und diese als nicht repräsentativ zu werten obwohl diese sogar ein per Wahl legitimiertes repräsentatives Organ in der Landesschulordnung ist, empfinde ich als sehr besorgniserregend. Was wohl ihr Dienstherr dazu sagen würde?
    Hiermit schliesse ich und wünsche ihnen noch ein erfolgreiches Berufsleben.

  8. Erstens, was verstehen sie unter dem Wohl der Schüler?
    Die Aufgaben, die ich wahrnehmen muss, sind klar geregelt. Dabei spielt die Erwartungshaltung, die Sie haben, keine Rolle. Ich muss nur das machen, was Bestandteil meines Arbeitsvertrages als tarifbeschäftigter Lehrkraft ist und entsprechend vergütet wird.
    Zweitens, Ihr berufliches Umfeld interessier mich nicht. Ich habe lediglich darauf hin gewiesen, dass es Schul- und Lebenswelten außerhalb des Erfahrungsbereiches von Eltern und Lehrkräften an GY gibt. Ja, die habe ich mir als Lehrkraft im Seiteneinstig und mittlerweile mehrjähriger Berufserfahrung am Anfang so auch nicht vorstellen können.
    Drittens, über die Zusmmensetzung von Klassen- und Schulpflegschaften sowie der Elternvertreter in Schulkonferenzen kann ich mir durch langjährige Mitarbeit in schulischen Mitwirkungsgremien sowohl als Lehrkraft als auch als Elternteil ein Urteil bilden. Und nein, diese bilden keinen repräsentativen Querschnitt der Gesamtbevölkerung. Sind sie bezogen auf den jeweiligen Schulstandort noch einigermaßen repräsentativ, so nimmt diese Repräsentivität doch schon auf der Ebene der Stadtelternschaft ab und sinkt über die ebene der Bezirkselternschaft zur alndeselternschaft immer weiter. Die Zusammensetzung der Landeselternschaft der GY ist ebenfalls eine andere als die der Landeselternschaft an Hauptschulen oder Sekundarschulen. Die Diskussion über die Zusammensetzung von Landeselternschaften und die Frage, ob diese repräsentativ sind, habe ich angestoßen. Die fehlende Anerekennung ihrer Legitimität, haben Sie mir unterstellt. Ich habe lediglich infrage gestellt, ob die Forderungen der Landeselternschaft repräsentativ sind. Ich wage nämlich anzuzweifeln, dass sie Folge einer repräsentativen Umfrage sind. Dass sie die Mehrheitsmeinung innerhalb dieses Gremiums sind, habe ich ja niemals bestritten.
    Viertens die Wortwahl unterliegt im dem Prinzip „actio = reactio“ – also der Angemessenheit von Klotz und Keil bezüglich ihrer jeweiligen Beschaffenheit.

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