Reduzierte Ferienangebote in Corona-Zeiten – Horte sollen einspringen

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ERFURT/WEIMAR. Die Corona-Pandemie hat viele Urlaubspläne durcheinander gebracht. Auch etliche Ferienangebote für Kinder und Jugendliche fallen weg. Was bleibt an Programm? – Eine Umfrage aus Thüringen.

Sommerzeit ist Ferienzeit, doch viele der geplanten Ausflugsangebote für Kinder und Jugendliche sind wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. «Leider mussten sämtliche Freizeiten und Treffen mit internationalem Bezug gestrichen werden», sagte der Sprecher der Naturfreunde Thüringen, Martin Gerlach, in einer Umfrage. Insgesamt betreffe das allein bei seiner Organisation acht geplante Ferienfreizeiten, sechs Wochenendseminare und -Camps sowie zahlreiche Tagesveranstaltungen. Auch von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und dem Deutschen Familienverband (DFV) in Thüringen ist Ähnliches zu hören.

Zahlreiche Sommerferienangebote müssen in diesem Jahr wegen Corona-Auflagen ausfallen. Foto: Pressestelle BFK Urfahr-Umgebung / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Dennoch gibt es für die in zwei Wochen beginnenden Sommerferien zahlreiche Angebote – auch bei diesen Organisationen. Die Nachfrage sei hoch, hieß es. Gerade Familien, die von der Corona-Pandemie stark belastet seien und bei denen die Eltern keine Urlaubstage mehr zur Verfügung hätten, würden zumindest ihren Kindern ein paar Tage erholsamer und erlebnisreicher Ferien ermöglichen wollen, sagte DFV-Geschäftsführerin Susanne Zwiebler. Unter den Angeboten ihres Verbandes seien vor allem Reit- und Angelferien stark nachgefragt.

Das Landesjugendwerk der AWO plane unter anderem eine fünftägige Ferienfreizeit an der Saale, sagte AWO-Sprecher Dirk Gersdorf. Wie bei allen anderen Ferienangeboten in diesem Jahr müssten dabei zahlreiche Hygienevorschriften eingehalten werden. Zum Beispiel dürfe nur in Zwei-Personen-Zelten übernachtet werden, während in den vergangenen Jahren bis zu Sechs-Personen-Zelte erlaubt gewesen seien.

Auch dürfe nicht in Gruppen gegessen werden. Ein Grund dafür, dass bei der AWO unter anderem Ferienausflüge nach Hamburg und auf die Insel Föhr abgesagt wurden und stattdessen Angebote innerhalb Thüringens gemacht würden sei, dass Kinder mit Erkältungssymptomen von den Veranstaltungen ausgeschlossen werden müssten. Innerhalb des Freistaats könnten die Betroffenen schneller von ihren Eltern abgeholt werden als etwa aus Hamburg, erklärte Gersdorf.

Die Naturfreundejugend plant nach Angaben Gerlachs etwa eine Kinderfreizeit in Gießübel im Thüringer Wald. Zwar sei die Nachfrage nach diesem Angebot ebenso wie nach Tagesausflügen wie Wasserwanderungen hoch. Gleichwohl gebe es bei den Interessenten große Unsicherheiten. «Uns erreichen verstärkt Nachfragen, was beispielsweise unsere Hygienekonzepte anbelangt.»

So wie bei den Naturfreunden, der AWO und dem DFV noch Plätze für Freizeitangebote kurzfristig frei sind, hoffen auch die Thüringer Jugendherbergen auf mehr Buchungen in den Ferienmonaten als bislang eingegangen sind. Es sei noch nicht absehbar, wie stark oder wie schwach die Häuser in den Sommerferien tatsächlich ausgelastet sein werden, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands des Deutschen Jugendherbergswerks, Peter Kraft. «Die Buchungsanfragen laufen noch.»

Auch in den Jugendherbergen gelten umfangreiche Hygieneregeln. So seien Spender zur Desinfektion der Hände aufgestellt und die Verpflegung der Gäste neu organisiert worden. Denn es darf den Angaben nach kein Buffet angeboten werden. Schon jetzt zeichne sich aber ab, dass zum Beispiel ein Ferienlager in der Jugendherberge Plothen (Saale-Orla-Kreis) besonders beliebt sei. Dabei werden die Teilnehmer ein Floß bauen.

Thüringer Schulen wollen ebenso ihren Beitrag zur Betreuung von Kindern in den Ferien leisten – wenn auch wegen der Corona-Pandemie in geringerem Umfang als in der Vergangenheit. «In den Sommerferien soll für Kinder, die für den Besuch eines Schulhortes angemeldet sind, ein eingeschränktes Hortangebot vorgehalten werden», sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Felix Knothe. Der gesetzliche Betreuungsanspruch von 10 Stunden täglich werde allerdings nicht gewährleistet werden können, «weil weiter bestimmte Infektionsschutzmaßnahmen gelten». Die Betreuungsangebote organisiere jedes Schule im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst. (dpa)

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