Eisenmann bietet Lehrern für freiwillige Sommerferien-Nachhilfe 40 Euro pro Stunde

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STUTTGART. Hurra, endlich Ferien? Nicht so schnell! Die Corona-Krise hat Spuren hinterlassen bei vielen Kindern. Zehntausende Schüler sollen in den Sommerferien Wissenslücken schließen, die in der Corona-Pandemie entstanden sind. Das baden-württembergische Kultusministerium hat Details eines freiwilligen Nachhilfeprogramms vorgestellt. Lehrer sollen dafür angeworben werden – mit 40 Euro Aufwandsentschädigung pro Stunde.

Lockt Lehrer: Baden-Wüttembergs Kultusmnisterin Susanne Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Warum sollen die Schüler in den Ferien pauken?

Weil sie bedingt durch die Schulschließungen so manches verpasst haben an Stoff. Das hat nach Angaben des Kultusministeriums vor allem bei leistungsschwächeren Schülern zu Lernlücken geführt. Auch der Fernunterricht daheim konnte das nicht wettmachen. Das Ministerium bietet deshalb kostenlose Nachhilfe in den Ferien an und spricht dabei von «Lernbrücken». Gemeint sind dabei Lern- und Förderkurse in den letzten beiden Wochen der Sommerferien. Das soll schwächeren Schülern ermöglichen, den Stoff aufzuholen und gut vorbereitet ins nächste Schuljahr zu starten.

An welche Schulen richtet sich das Angebot?

Es geht schwerpunktmäßig um Schüler an Grundschulen, in der Sekundarstufe I der weiterführenden Schulen, an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ), Berufsfachschulen, Berufskollegs sowie beruflichen Gymnasien, die durch das Fernlernen schlecht oder nicht erreicht werden konnten.

Müssen alle Schüler in die Ferien-Nachhilfe?

Nein. Die Klassenlehrer entscheiden gemeinsam mit den Fachlehrern, welche Schüler Förderunterricht nötig haben. Es geht vor allem um Schüler, die in Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen aufholen müssen. Zu den Auswahlkriterien zählen schlechte Noten schon vor der Pandemie, schlechte Erreichbarkeit während der Schulschließung, Defizite im Fernlern- und Präsenzunterricht sowie eine erkennbare Gefahr des Wiederholens im nächsten Schuljahr.

Ist der Förderunterricht verpflichtend?

Nein. Es handelt sich um eine Empfehlung von der Schule, die der Klassenlehrer dem jeweiligen Schüler persönlich mitteilen wird. Das Kultusministerium betrachtet die Teilnahme an der Nachhilfe dann aber als «pädagogisch erforderlich und verbindlich eingeplant». «Wir sind zuversichtlich, dass viele Eltern die pädagogische Empfehlung ernst nehmen», sagt Ministerin Susanne Eisenmann (CDU). Das Ministerium rechnet damit, dass bis zu 150 000 Schüler die «Lernbrücken» wahrnehmen könnten.

Wie wird die Nachhilfe konkret aussehen?

Lehrerkalender 2020/21
nicht vergessen!
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Die Kurse finden in der letzten und in der vorletzten Ferienwoche statt, also in den ersten beiden Septemberwochen. Drei Stunden pro Tag soll vormittags intensiv gebüffelt werden. Grundkompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathe stehen dabei im Fokus – an weiterführenden und beruflichen Schulen sind auch weitere Kernfächer möglich. Die Lerngruppen an den allgemeinbildenden Schulen sollen maximal 16 Schüler umfassen, an den beruflichen Schulen maximal 20. Je nach Teilnehmerzahl können auch jahrgangsübergreifende Lerngruppen gebildet werden. Die Förderkurse sollen in der Regel in den Räumen der sogenannten Stammschule stattfinden.

Und wer steht an der Tafel?

Vorzugsweise die Lehrer, die die jeweiligen Schüler bereits kennen oder im nächsten Schuljahr unterrichten werden. Allerdings werden auch die Pädagogen in den Sommerferien nicht zur Nachhilfe in die Klassenzimmer gezwungen. Der Einsatz soll freiwillig sein. Das Ministerium lockt allerdings mit 40 Euro «Aufwandsentschädigung» pro Stunde – zusätzlich zum Gehalt. «Als kleines Honorar oben drauf», sagt eine Sprecherin. Dabei gehe es um einen Anreiz und auch darum, das außerordentliche Engagement der Lehrer in den vergangenen Monaten zu honorieren.

Lehramtsbewerber, die bereits ein Einstellungsangebot zum kommenden Schuljahr in der Tasche haben, können für ihren Nachhilfe-Einsatz zudem schon früher in den Schuldienst des Landes eintreten. Auch Pädagogische Assistenten können die «Lernbrücken» unterstützen. Der Aufruf an die Pädagogen, sich in solchen Kursen zu engagieren, laufe gerade an, heißt es aus dem Ministerium.

Was halten Gewerkschafter von dem Konzept?

Nicht viel – zumindest nicht Doro Moritz, die Landeschefin der GEW. Zum Teil hätten die Familien bereits ihre Sommerferien verplant, sagt sie. Die Ungleichheit unter den Schülern habe sich in der Corona-Zeit zwar massiv verschärft. Sie zweifle aber daran, dass das mit zwei Wochen Nachhilfe in Deutsch und Mathe aufgeholt werden könne. Moritz fordert hingegen ein verpflichtendes Förderkonzept für das nächste Schuljahr. Für das brauche es mehr Personal – etwa zusätzliche Pädagogische Assistenten und Lehramtsstudenten.

Und wie viel kostet das Ganze?

Für das Förderangebot nimmt das Kultusministerium nach eigenen Angaben rund 13 Millionen Euro in die Hand. Von Nico Pointner, dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Wie soll der verpasste Lernstoff aufgeholt werden? Kultusminister setzen bislang nur auf freiwillige „Lernferien“ – und auf die Lehrer

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53 KOMMENTARE

  1. Und wann bereiten die Lehrer das neue Schuljahr vor? Wann erholen sie sich?
    Und wo ist die Grenze? Wer „darf“ in den Ferien zum Unterricht kommen und wer nicht? ALLE müssen dann dieses Recht haben. Schade, dass die Leute in Stuttgart ein bisschen Pech beim Denken haben…

    • Die Sommerferien dauern 6,5 Wochen an, nicht 2 Wochen. Die Kollegen müssen im Schnitt pro Tag 1 Zeitstunde unterrichten. Es ist so krass, wie hier einige Personen sich immer gleich empört geben und alles schlecht reden. Ich unterstelle einfach mal den meisten Kollegen, dass man trotz 1h Unterricht am Tag trotzdem noch das neue Schuljahr planen kann – und sich in den vorherigen 4,5 Wochen gut erholen kann von dem aktuellen Schiljahr.

    • Und was genau soll dieses „Unterricht vorbereiten“ sein?!
      Lehrer unterrichten jahrein jahraus ein und dasselbe.
      Das einzige was sich ändert sind die Schüler nicht der Unterrichtsstoff.
      1 + 1 = 2.
      Das war im letzten Schuljahr so & das wird auch im nächsten Schuljahr so sein.
      Sie wollen den Unterricht vorbereiten?
      Dann tun sie das gefälligst in der Schule.
      41 Stunden lang mit Anwesenheitspflicht.
      Eine perfekte Gelegenheit für Elterngespräche. Und es muss noch nicht einmal der Unterricht ausfallen.
      Sie stimmen doch wohl zu, oder nicht?

      • Lächerlicher Kommentar,
        viele Lehrer, die ich kenne, und auch ich wären die ersten, die einer Präsenzpflicht mit 41 Wochenstunden zustimmen und diese mit Kusshand nehmen würden.

        Der Autor dieses Beitrages würde sich wundern, wie selten er nur noch Lehrer zu Gesicht bekommen würde. Alles was außerhalb meiner Dienstzeit wäre, würde nicht mehr stattfinden. Elterngespräche nach 17 Uhr gäbe es dann nicht mehr, geschweige denn eine Privatnummer.

        Also immer Herr damit Herr Steiger! Schade nur, dass sie ein Opfer der Medien geworden sind.

      • Ja, finden die meisten von uns hervorragend.
        Bitte gleich mit Zeiterfassungssystem am eingerichteten Arbeitsplatz samt Dienstrechner.

        In diesen 41 Std. Anwesenheit werden alle Unterrichtsstunden liegen, alle Pausenaufsichten, alle Konferenzen und Fachgespräche, gerne auch Elterngespräche und Elternversammlungen.
        Zudem die Vorbereitung des Raumes, der Unterrichtsinhalte, die Bereitstellung von Materialien, die Einarbeitung in Neues, die Anpassung an neue Vorgaben und die Anpassung an neue Klassen, die Einbeziehung von DaZ und Inklusion und die Einarbeitung in weitere Förderschwerpunkte, sämtliche Korrekturen und Dokumentationen, das Führen der individuellen Lernentwicklung, das Erstellen der Förderpläne samt Materialien, das Erstellen von Berichtszeugnissen, weitere bürokratische Aufgaben wie auch die Aufgaben im Zusammenhang mit irgendwelchen Beauftragungen, die man übernehmen muss.
        Sollte das nicht in 41 Std. zu leisten sein, muss dann irgendjemand entscheiden, ob der Unterricht, das Elterngespräch oder etwas anderes wegfallen soll.

        Und wenn alles, was über die 41 Zeitstunden hinaus geht, mit Zeitausgleich ausgeglichen wird, sind demnächst die Wochenenden UND die Sommerferien frei und womöglich auch noch weitere Wochen dazwischen.

        Wer die Arbeitszeitstudie liest, kann das ja gerne mal überschlagen oder überlegen, warum das Land lieber ein paar Entlastungsstunden in ferner Zukunft spendieren möchte, statt eine flächendeckende Zeiterfassung umzusetzen.

      • Ich bereite meinen Unterricht gern in der Schule vor – wenn mir mein Arbeitgeber dort einen adäquaten Arbeitsplatz mit entsprechenden Materialien und Geräten zur Verfügung stellt. Im Moment gibt es genau 1 Uralt-PC mit win7 für 20 Kollegen, dazu pro Kollege ca. 0,5 qm Arbeitsfläche…

      • Lieber Thomas, nichts für ungut aber ich würde mich über eine 41 Stunden Woche freuen, wenn ich danach zu Hause nichts mehr machen müsste… Das einzige Privileg das wir haben ist unsere Arbeit ab dem Unterrichtsende frei einzuteilen. Oft komme ich dann erst nach Mitternacht aus dem Büro raus… Am Anfang der Corona Pandemie war ich oft bis 2.30 in meinem Büro. Nur damit sie einen Überblick bekommen worüber hier geredet wird.
        Übrigens am diesem Freitag hatte ich um 19 Uhr das letzte Elterngespräch geführt und heute am Sonntag bereits drei Eltern E-Mails beantwortet.
        Viele Grüße

      • Nicht zu vergessen, die Klassenfahrten. Jede Menge Überstunden. Und vielleicht würden meine Kosten dann mal voll vom Arbeitgeber erstattet. Und Büromaterial vielleicht auch. Ich hätte zu Hause ein Zimmer mehr, weil ich kein Arbeitszimmer mehr bräuchte. Mein privat finanzierter PC und mein privat finanzierter Telefonanschluss würden auch nur privat genutzt. Und kein Zeugnisse schreiben mehr am Wochenende, gibt eben keine Zeugnisse, wenn es in der Arbeitszeit nicht zu schaffen ist. Ich wäre sofort dabei.

  2. 16-20 Schüler pro Gruppe, ggf. jahrgangsübergreifend bringt wenn man es (individuelle) Förderung nennen möchte, reichlich wenig. Sogar Fünfergruppen sind schon eher viel für das, was sie Ministerin verspricht. Immerhin ist das Honorar halbwegs angemessen, wobei natürlich bei angestellten Lehrkräften deutlich weniger übrig bleibt als bei verbeamteten.

      • Es geht mir nur um das Geld. Gezwungen wird ja niemand. Für 40€ würde ich es mir evtl. überlegen, in NRW habe ich kommunale Angebote für 20€ gesehen, was ich für lächerlich wenig halte.

  3. Immerhin sollen die Überstunden in dem Bundesland bezahlt werden.
    In Niedersachsen z. B. sollen die Lehrkräfte das ehrenamtlich machen.

    • Entschuldigung. Welche Überstunden??!
      Das ist reguläre Dienstzeit.
      Die kriegen sie sowieso schon bezahlt.
      Ferien dienen der Erholung für Schüler und nicht der Erholung für Lehrer.
      Schüler haben Ferien 12 Wochen – Lehrer haben Urlaub 30 Tage.

      • Deine Kommentsre strotzen vor Unkenntnis. Nichts für ungut, aber ließ die Arbeitszeitstudien durch, dann kannste mitreden, Kleiner.

        • Es gibt überhaupt keine seriösen Arbeitszeitstudien.
          Die eine auf die ihr euch, ach so gerne, bezieht (LG Lüneburg) ist eine reine „Selbsteinschätzung“.
          Eine andere aus der Schweiz ist auf Deutschland gar nicht anwendbar.

      • @Thomas Steiger
        Falls Sie sich doch einmal die Mühe machen sollten, und sich informieren sollten, würden Sie sehen, dass nach den jüngeren Arbeitszeitstudien LehrerInnen im Durchschnitt (ferienbereinigt) 45 Stunden pro Woche arbeiten. Also im Jahr (mit 30 Tagen Urlaub) zusätzliche 5,5 Wochen an Überstunden anhäufen.
        Wie gesagt, falls Sie sich die Mühe machen wollten, und sich informieren wollten. Allerdings könnten Sie dann nicht mehr so schön pöbeln.

  4. Die Rechnung vom KM ist wohl ein schlechter Scherz? Ein normales Schuljahr wird mit etwa 40 Wochen gerechnet. Eine halbe Anrechnungsstunde ist demnach etwa 20 Unterrichtsstunden wert. Wir sollen aber 2 Wochen = 10 Tage je 3 Stunde a 60 Minuten, also 40 Unterrichtsstunden halten. Also müssten wir für dies halbe Anrechnungsstunde doppelt so viel wie normalerweise machen. Außerdem bekommen wir die Stunde frühestens im übernächsten Schuljahr, also 2021/22 zurück.

    • Setzen, 6.
      Für die halbe Stunde Ermäßigung müssen Sie 10 Tage lang jeweils 1h a 60min unterrichten und nicht jeden Tag 3h… durch solche Kommentare entstehen im WWW Gerüchte…

      • Der Teil ist im Erlass nicht eindeutig beschrieben und unsere Schulleitung hat angekündigt, dass die halbe Stunde nur Einsatz des ganzen Tages, also drei Stunden gilt.

  5. Da merkt man mal wieder, dass die Entscheider keine Ahnung haben vom Arbeitspensum eines Lehrers.
    Die können zahlen, was sie wollen, trotzdem braucht ne Pause nach dem ganzen Corona-Irrsinn und den ganzen zusätzlichen Stunden der letzten Wochen.

  6. Ich lese u. höre in den letzten Monaten…. Steht zur Diskussion, oder soll getätigt werden. Über die viele, viele Arbeit und, und etc.
    Lasst endlich Taten folgen und sprechen, Das wäre dann eine Grundlage zur Diskussion….. Mehr ist zur Sache nicht zu sagen.

  7. Keine Ahnung was noch lächerlicher ist.
    Der Bericht an sich oder die Kommentare darunter.
    Jeder Lehrer hat 30 urlaubstage.
    Ferienzeiten sind Arbeitszeiten für Lehrer.
    Da muss überhaupt nichts extra bezahlt werden.
    In NRW arbeiten Lehrer ohnehin 25 Stunden statt 41.
    Der Rest dient der Vorbereitung von Unterrichtsstunden und Konferenzen.
    Kein einziger Lehrer bereitet in den sommerferien Unterricht vor.
    Lehrer unterrichten jahrein jahraus ein und dasselbe. Da muss nichts umfangreich wochenlang vorbereitet werden.
    Wenn das so wäre könnten sie es in den Ferien 41 stunden lang machen – aber in den Schulen!
    Diese sind aber merkwürdigerweise geschlossen.
    Nachtigall ick hör dir trapsen….

    • Hallo Thomas.
      Schön, dass Sie die Nachtigall schon tapsen hören. In Anbetracht dessen, dass es je nach Schultyp unterschiedliche Präsenzstunden gibt, zeigt ja schon Ihre Kenntnis über diesen Beruf.
      Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, warum wir als Lehrer keine Zeiterfassung haben? Ihre ausdrücklichen 41 Stunden würden nämlich bei weitem überschritten werden. Werden Sie nicht? Dann dürfte einer Zeiterfassung ja nichts mehr im Wege stehen. Regen Sie dies doch einmal im Ministerium an. Wäre gerne mit Zeiterfassung dabei.
      Den Unterricht in der Schule vorzubereiten würde aber auch bedeuten, dass ich einen Arbeitsplatz bräuchte, an dem ich mich im Durchschnitt über 8 Stunden am Tag vorbereiten könnte.
      Mit 36 Kollegen und zwei PCs schwer umzusetzen. Bitte auch hier Ihren Vorschlag mal ans Ministerium richten. Gerne können Sie hier auch die BGH Entscheidung zur Leberausstattung vortragen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen darstellen, warum Ihre Argumente ins leere laufen.
      Ihre Anregungen sind aber in Düsseldorf herzlich Willkommen.

    • Ihre Kommentare sind lächerlich Herr Steiger, weil sie schlichtweg einfach keine Ahnung haben, sich hier aber so aufspielen, als hätten sie diese.

      Begleiten Sie mich doch mal eine komplette Woche auf der Arbeit danach könnten wir uns auf Augenhöhe unterhalten.

    • Doch, ich bereite in den Ferien Unterricht vor. Und meine Kollegen , zum Teil, auch. Ihre Rechnung,kein Einziger, geht also schon bei mir nicht auf. Hören Sie auf solch populistischen Unsinn zu posten und machen Sie den Job doch selber wenn er so einfach und entspannend ist.

    • „In NRW arbeiten Lehrer ohnehin 25 Stunden statt 41.“

      Ja, klar.
      Und der Pastor arbeitet sonntags von 10-11 Uhr, alles andere ist Freizeit.

    • Lieber Thomas Steiger, bei aller Begeisterung auszuteilen:
      Sie haben schlicht keine Ahnung, nur eine Meinung.
      „Ferienzeiten sind Arbeitszeiten für Lehrer.“
      Sie können sich gerne einmal in die Arbeitszeitkalkulation reinfuchsen.
      Die Ferienzeiten müssen vorgearbeitet werden.
      Die zusätzlichen freien Tage wurden also umgelegt auf die Arbeitswochen.
      Sollte man wissen, wenn man sich in einem Forum aufplustert.

      „Kein einziger Lehrer bereitet in den Sommerferien Unterricht vor.“
      Was eine Ahnung.
      Bei uns hat jeder Lehrer alle 6 Jahre wieder die gleiche Jahrgangsstufe vor sich.
      Die Lehrer sollen nämlich mit den Klassen wachsen.
      Es mag Ihnen entgangen sein: Das ist mittlerweile verbreitet.
      Und ja: Das bereitet man dann auch mal vor, denn eine Schulklasse ist kein VW Golf, den jeder Monteur vielleicht alle drei Wochen auf der Bühne hat.

      „Lehrer unterrichten jahrein jahraus ein und dasselbe. Da muss nichts umfangreich wochenlang vorbereitet werden.“
      Tja, dann machen meine Kollegen und ich was falsch. Die Schwerpunkte werden jährlich neu abgesprochen, in der Tat konnte ich im letzten Schuljahr bei drei Deutschklassen mit 13 zu schreibenden Arbeiten genau eine aus dem Vorletzten Schuljahr angepasst nochmals nehmen.

      Die aktuelle inhaltliche Entwicklung in Schule ist demnach vollkommen an ihnen vorbeigegangen.
      Wie schön, dass sie sich selbst nicht daran stören.

      Alos: Packen sie lieber mal mehrer Pfund Ahnung trauf, bevor Sie hier Stammtisch spielen.

    • @ Herr Steiger
      Wie sagt doch gleich Dieter Nuhr?
      „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fr…e halten!“ Zitatende!

    • @Thomas Steiger
      Wäre schön, wenn Sie sich informiert hätten, bevor Sie ihre Beiträge abgesendet haben. So würden Sie zum Beispiel erfahren, was die 25 Unterrichtsstunden mit den 41 Zeitstunden zu tun haben. Dann könnten Sie zum Beispiel erfahren, wie hoch die durchschnittliche Arbeitszeit von LehrerInnen nach den neueren Arbeitszeitstudien ist.
      Ein Tipp:
      Wäre die Arbeitszeit von Lehrern wirklich so, wie Sie denken, dann wäre es für die Ministerien ein Leichtes, diese unter dem Beifall der Bevölkerung zu erhöhen. Jetzt raten Sie mal, warum die Ministerien das nicht machen. Weil sie sonst -aufgrund eines Gerichtsurteils – die Arbeitszeit der LehrerInnen genau erfassen müssten. Davor scheuen sich die Ministerien, weil sie genau wissen, was herauskommt – nämlich, dass die Arbeitszeit von LehrerInnen verringert werden müsste. Selbst „Pisa-Papst“ Schleicher fordert eine Reduzierung der Stundenzahl für LehrerInnen in Deutschland, da diese im Vergleich zu anderen Ländern hoch ist.
      Das alles könnten Sie erfahren, wenn Sie sich informieren wollten. Aber informiert lässt es sich nicht so schön pöbeln.

  8. Ach Thomas… mal wieder einer dieser Kommentare
    Ferienzeiten=Arbeitszeiten, na gut, dann nehmen wir die 30 Urlaubstage zur Abizeit. Gut dass ich als Angestellter nur 25 Stunden (sie haben vergessen, dass das nur je 45 Min sind) arbeite, sonst müsste ich mich über den Unterschied zum Rest des öffentlichen Dienstes ärgern.
    Egal, nur um sie noch etwas zu bestätigen: alle meine Schüler hatten von mir jede erdenkliche Möglichkeit, Hilfe, Unterstützung, aber 20% waren trotz vorhandener IT nicht erreichbar (man kann es auch unmotiviert nennen). Ich würde nie zur Abiturzeit streiken, aber jetzt redet mir keine Ministerin ein schlechtes Gewissen ein, um diese Schüler ‚nachzuschulen’. Selbstausbeutung aus sozialer Verantwortung wie in Kliniken und Pflegeberufen darauf bauen diese Ideen, Danke, nein.
    Die letzte Monate Ministeriumsmails reichen für ein freundliches ‚wie man in den Wald hineinruft…‘

  9. Sehr geehrter Herr Staiger, Ihnen ist der Lehrerberuf und dessen Arbeitsunfeld offensichtlich fremd. Sie können mir sicherlich leicht erklären, in welchem nicht vorhandenen Arbeitszimmer in der Schule- das jeder Finanzbeamte selbstverständlich zur Verfügung hat- Lehrer etwas vorbereiten sollen. Dass in der Privatwohnung ein solches vorgehalten und größtenteils selbst bezahlt wird, wissen Sie offenbar nicht.

  10. Danke Frau Eisenmann, ich bin ein alleinerziehender Vater, der dieses Geld gut gebrauchen könnte. Hiermit stelle ich Antrag auf auf täglich 3 Unterrichtsstunden Nachhilfe. Immerhin haben Sie mich von Mitte März 2020 bis Ende Juni als Lehrer eingestellt.

    Mfg. Harald Liebscher

    • Das ist doch eine sehr gute Idee, dass Eltern, die der Ansicht sind, sie hätten monatelang Unterricht erteilt jetzt auch mal die Realität in einer richtigen Schule kennenlernen können. Ich hoffe, Sie meinen das nicht ironisch, sondern bewerben sich tatsächlich. Viel Spass dabei!

    • Zitat:
      „Immerhin haben Sie mich von Mitte März 2020 bis Ende Juni als Lehrer eingestellt.“

      Wenn mein Job als Lehrer so aussehen würde, hätte ich wirklich nen lockeren Job. Nur um ein Kind (nicht um 30) kümmern und nicht mal das Unterrichtsmaterial aussuchen müssen, sondern nur darauf achten, dass mein Kind seine vom Lehrer gestellten Aufgaben erledigt.
      (Übrigens kommt es relativ häufig vor, dass auch LehrerInnen Kinder haben, die sie in dieser Zeit im Home-Office nebenbei betreut haben – nur mal so am Rande).

  11. 40 Euro pro Stunde, ja geht’s noch????
    Ich würde sagen , dass diese Nachhilfe eigentlich unentgeltlich stattfinden sollte. (Zum Wohl unserer Kinder im internationalen Vergleich) und im Vergleich zu Handwerksbetrieben, deren Beschäftigte im Vergleich normal weiter arbeiten mussten….Sieht so gerechte Lastverteilung aus????

    • In welchem Vergleich? Mit wem?
      Außerdem: Ich habe während der Corona-Zeit mehr als mein Soll erfüllt, habe auch „normal“ gearbeitet, was auch immer unter „normal“ zu verstehen ist. An jedem Wochentag war ab 7:30 Uhr mein Computer an und ich war online bis ca. 18:30 Uhr, immer verfügbar für meine Schüler. Ich habe mir aber auch mal die Freiheit genommen, auf Anfragen um 23:30 Uhr (per Chat) nicht mehr zu antworten. Ich faule Socke!
      Frage noch am Schluss: Ich hatte eine Handvoll Schüler, die sich aber sowas von konsequent ausgeklinkt haben, obwohl digital ausgestattet. Trotz Anrufe und Gespräche mit ihnen und deren Eltern haben die SuS ihre Aufgaben nicht erledigt und sind mit dem Stoff nicht auf Gleichstand. Soll ich jetzt wegen diesen Kindern, die freigefeiert haben, ehrenamtlich arbeiten gehen? Wie fänden Sie es denn, wenn wir Lehrer diese Schüler (samt deren Erziehungsverpflichtenden!!!) mal melden würden und das Corona-Kindergeld für diese „Nasen“ nicht ausgezahlt werden würde? Fänd ich mal gerecht!!!!!!

    • Warum sollte ich Kindern in den Ferien kostenlos Nachhilfe erteilen, wenn diese während der letzten Wochen im Unterricht keinerlei Anstalten gemacht haben, nur irgendetwas für die Schule zu tun geschweige denn, etwas für den Unterricht beizutragen???

  12. Danke Frau Ministerin. Da wir in BaWü nur gute und engaggierte Lehrkräften haben, wird das kein Problem sein. Es gibt sicher Familien, die das Angebot in Anspruch nehmen.

    • Hallo Walter.
      Was sich Netto toll anhört, ist Brutto schon wieder anders. Zudem, wer bereitet den die zehn Stunden Unterricht für die heterogene Schülerschaft vor? Ist das keine Arbeit und demnach Arbeitszeit?
      Da die Schülerschaft ja individuell gefördert werden soll, sind das dann vermutlich 15-20 Stunden reine Arbeitszeit, abzüglich Steuern? Nein danke.
      Übrigens freuen sich meine eigenen Kindern auch über ihren Papa daheim. Das vergessen aber viele Kommentatoren hier. Und wenn dies egoistisch ist: nach den letzten Monaten reglich verdienter Egoismus.

    • Dann würden diese aber verhungern und sämtliche Komik wegfallen. Also immer kleine Stückchen zuwerfen.
      Grüße aus dem wohlverdienten Familienurlaub.

  13. Ich finde auch, dass man Trolle füttern sollte…
    Es ist so lustig, diesen geballten Frust zu erleben.
    Es entspannt richtig, dass man den richtigen Beruf gewählt hat und wegen der hochwertigen Ausbildung so cool abgesichert ist.
    Der Neid zeigt ja, wie unzufrieden die Trolle mit ihren nicht so tragfähigen Lebensentwürfen sind. 🙂 🙂 😉
    Zuwenig Geld, zuwenig Zeit und zu wenig Selbstbestimmung erzeugen hier echt gute Comedy. Zum Totlachen, ehrlich…..

  14. Die Schüler brauchen mehr Zeit den Stoff nachzuholen.Aber da man Vertretungslehrkräfte und fertige Referendare lieber für einen Monat zum Jobcenter schickt und somit Geld spart, halte ich die zwei Wochen für reine Farce. Zudem man die Stunden mit jeweils 40 Euro nur im nächsten Jahr angerechnet kriegt. –> Aber für den Wahlkampf sieht es schön aus Frau Eisemann.

  15. Unfassbar!

    Als zuständiger IT-Admin für eine Infrastruktur mit etwa 90 Schulen, > 30.000 Schülern, > 3.000 Lehrern, > 4.000 iPads, > 3.500 PC, mehr als 1800 Accesspoints, der Personalverantortung für 10 Kollegen und einem Jahresbudget von etwa 6 Millionen Eure verdiene ich mit EG13 Stufe 4 (6 Jahre) etwa 3100€ netto in Stkl. 4.

    Ich arbeite 39 Stunden die Woche, realistisch aber seit Monaten > 45 um die Coronasituation abzufangen und davor um die Digitalisierung voranzutreiben und habe 30 Tage Urlaub.

    Meine Frau, frisch ausgebildete Lehrerin verdient mit A13 etwa 3200€ netto, hat zu Coronazeiten beinahe 2 Monate gepimmelt und krönt diese „Auszeit“ nun mit 6,5 Wochen Ferien…

    Ich bin schockiert, welche Einstellung hier manche Lehrer an den Tag legen…

    Heulen rum, weil sie sich mit 40€ einen guten Zuverdienst ranholen können…

    • Entweder ist Ihre Frau eine der wenigen Lehrerinnen und Lehrer, die sich bewusst der Situation nicht gestellt und wirklich jedes Schlupfloch zum rumpimmeln gesucht haben, oder Sie erzählen dermaßen Stuss, dass Ihnen bei Ihrer angeblichen vielen Arbeit so manche Realität verloren gegangen ist.
      Aber ich gehe mal davon aus, dass Sie die Überstunden ehrenamtlich gemacht haben. Ansonsten habe Sie ja freie Tage aufgebaut, die Sie ja nehmen werden.
      Und ein Gegenbeispiel von meinem Freund.
      Beschäftigt bei Thyssen, Kurzarbeit seid Juni, aktuell 10 Stunden die Woche im Home-Office, mit Aufstockung von Thyssen 93% Gehalt. Bin ich neidisch? Nö! Ich gönne es ihm!

  16. Sehr geehrte Lehrer*innen,

    gerade habe ich mir sehr interessiert Ihre Kommentare durchgelesen. Grundsätzlich habe ich größten Respekt vor Ihrem Beruf, sind doch auch Lehrer in meiner Familie und ich bin durchaus froh, nur aushilfsweise in Kursen der Erwachsenenbildung zu unterrichten.
    Wenn ich (Selbstdenkerin und Akademikerin) jedoch Ihre Kommentare so lese, bin ich über die nicht zu übersehende Polemik und leider auch ein gewisses Selbstmitleid einigermaßen entsetzt. Genauso, wie über die Bissigkeit, die sich aus manchen Beiträgen herauslesen lässt, auch gepaart mit – ich bitte um Entschuldigung- Unwissenheit über die Einkommenssituation, Arbeitszeitregelung und das persönliche Homeoffice-Zeitmanagement von Nicht-Lehrern, die hier als faulenzende, sich in Kurzarbeit gutbezahlt ausruhende Menschen dargestellt werden.
    Hier wird eine außergewöhnliche Situation – und diese war ebenfalls für Kinder und Eltern, nicht nur für Sie, außergewöhnlich- bis zum Geht-nicht-mehr aufgebauscht.
    Ich glaube nicht, dass die Kultusministerin Sie zwingt, diesen Förderunterricht abhalten zu müssen, zumal die Zusatzzahlungen ja nicht gerade als Anreiz dienen können, freie oder Vorbereitungszeit dafür zu opfern. Nebenbei bemerkt, werden zum Beispiel in Kursen für die Erwachsenenbildung für freie (hochqualifizierte) Mitarbeiter lediglich 20-25 € pro Stunde gezahlt- ohne ein laufendes Monatsgehalt im Hintergrund, mit selbst zu finanzierenden Unterrichtsmitteln, ohne Erstattung von Büromaterial oder Fahrkosten etc. Und komplett zu versteuern ist das dann auch noch. Das ist letztendlich Arbeiten für nicht mal den Mindestlohn. Aber natürlich muss man dazu sagen, dass sich halt jeder seinen Beruf selbst gewählt hat.
    Und damit bin ich wieder beim eigentlichen Thema. Natürlich bin ich der Meinung, dass Sie für den harten Job, den Sie mit und an unseren Kindern leisten, jederzeit ein Dankeschön erhalten sollten (was von Elternseite leider nie oder wenig erfolgt) und adäquat für diese Leistungen, auch geleistete Überstunden, bezahlt werden müssen. Meine Erfahrung mit dem sogenannten Homeschooling als Mutter zweier Söhne war jedoch die, dass nicht alle Ihrer Kolleg*innen sich in der Unterstützung der Kinder besonders arbeitseifrig hervorgetan haben. Da hätte ich manchmal schon einiges mehr erwartet… Lediglich Aufgaben auf einer Plattform einzustellen, die Erledigung aber nicht zu kontrollieren und nur max. ein paar Stunden pro Woche erreichbar zu sein, kommt m. E. dem Bildungsauftrag nicht so ganz nahe. Die Kinder wurden mit dem Lernen alleingelassen. Und wenn ich dann Ihre bissigen Kommentare bzgl. der Eltern, die nun ja mal sehen können, wie das ist, Kinder zu unterrichten, lesen muss, bin ich ehrlich entsetzt über Ihre Einstellung. Wie wäre es denn, wenn Sie zum Beispiel auch mal diesen bemühten Eltern Respekt zollen würden, denn diese mussten zum größten Teil neben ihrer beruflichen Tätigkeit eine Aufgabe erfüllen, die sie weder gelernt/ studiert haben noch im „normalen Alltag“ ausüben müssen.
    Ich selbst würde mich sehr freuen, wenn sich engagierte Lehrer für die Ferien-Nachhilfekurse bereit erklären würden und meine Kinder die trotz intensiven Zuhause-Lernens aufgebauten Defizite nachholen könnten, um dann mit fundierten Grundlagen in das neue Schuljahr zu starten, zumal mein großer Sohn im kommenden Jahr seine Prüfungen ablegen soll. Aber uns als „bildungsnaher“ Familie ist das sicherlich nicht vergönnt (die Kinder sind weder versetzungsgefährdet noch lernunwillig) und wir müssen uns entweder als Eltern weiterhin selbst bemühen oder Nachhilfestunden bei privaten Anbietern aus eigener Tasche finanzieren.
    Ich weiß, dass ich jetzt sicherlich von Ihnen auch mit kritischen Kommentaren bedacht werde. Ich bitte Sie jedoch dabei zu beachten: audiatur et altera pars.

    Mit freundlichen Grüßen

    K. Foitzik

  17. Hallo zusammen,

    Die Schulleitung arbeiten seit jeher in den Ferien.
    Nach vier Wochen geht es ab in die Schule,
    Den Stundenplan erstellen, Kalender und vieles mehr.

    Der Junge ist mit A13 eingestellt wird verdient genauso viel.
    Das Bild Software dafür Geld bekommen dass sie in den Ferien arbeiten diskreditiert die arbeit als Schulleiter.

    Warum soll man bei einer Schulleitung übernehmen?
    Frau Eisenmann das ist so nicht in Ordnung.
    Auch nicht als Wahlgeschenk

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