Nur «dringende Empfehlung» für Masken an Schleswig-Holsteins Schulen

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KIEL. Keine Pflicht, aber dringend empfohlen: Bildungsministerin Prien verzichtet zum neuen Schuljahr in Schleswig-Holstein auf eine Maskenpflicht – anders als die benachbarten Bundesländer Hamburg und Niedersachsen. Offen ist noch, wie viele Lehrer risikobedingt vom Präsenzunterricht befreit werden.

Schutzmasken nützen – sagt das Robert-Koch-Institut. Foto: Shutterstock

Im Gegensatz zum Nachbarn Hamburg verzichtet Schleswig-Holstein zum neuen Schuljahr auf eine allgemeine Maskenpflicht in den Schulen. Es gelte aber die «dringende Empfehlung, in den ersten beiden Schulwochen in der Schule eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen», teilte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Montag in Kiel mit. Eine Ministeriumssprecherin ergänzte auf Nachfrage, diese dringende Empfehlung beziehe sich auf die Schulgebäude, den Schulhof und auch auf den Unterricht. Für die Jahrgangsstufen eins bis sechs ist der Unterricht von der dringenden Empfehlung, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, ausgenommen.

Auf dem Schulweg sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In Schulbussen und öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, solange die Maskenpflicht gilt.

Auf den nordfriesischen Inseln, den Halligen und auf Helgoland begann die Schule am Montag, eine Woche später beginnt sie landesweit.

Neben Hamburg haben unter anderem auch Niedersachsen, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. In Nordrhein-Westfalen gilt zunächst bis zum 31. August eine Maskenpflicht – in weiterführenden Schulen auch im Unterricht.

Besonders zum Schuljahresbeginn ist Vorsicht geboten

Prien betonte, dass gerade nach dem Ende der Sommerferien zu Beginn des Schuljahres besondere Vorsicht geboten sei. «Die Aufteilung der Schülerinnen und Schüler in Kohorten, also feste Lerngruppen, wird helfen, Ausbruchsgeschehen lokal zu begrenzen und soll komplette Schulschließungen in den meisten Fällen überflüssig machen. Genau deshalb gilt unsere dringende Empfehlung, in den ersten beiden Schulwochen in der Schule eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, damit sich die Kohorten etablieren können.» Ihr sei bewusst, «dass es nicht angenehm ist, aber angesichts des Infektionsgeschehens müssen wir im Moment besonders vorsichtig sein».

Die SPD reagierte mit Unverständnis: «Die Kohortenregelung, die teilweise sogar mehrere Jahrgänge betrifft, verstehen vermutlich nur Experten im Ministerium. Und warum Masken im Supermarkt angeordnet, in der Schule aber nur empfohlen werden können, bleibt das Geheimnis der Ministerialbürokratie», kritisierte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Habersaat, und er legte nach: «Warum werden in der Schule die Kohorten getrennt, aber nach der Schule alle Kinder wieder in einen überfüllten Schulbus gesteckt?» So ganz optimal scheine die Ministerin die fünf Ferienwochen nicht genutzt zu haben – das Chaos drohe sich fortzusetzen. «Viele Probleme werden schlicht auf die Eltern abgewälzt», sagte der SPD-Politiker.

Prien erläuterte, dass die Schulen in ganz Schleswig-Holstein derzeit in den letzten Vorbereitungen für das neue Schuljahr seien. Das gelte sowohl für die Umsetzung der Hygieneregeln als auch für die verstärkten digitalen Unterrichtsmöglichkeiten.

Leichte Grippesymptome? Schüler sollen zu Hause bleiben

In dieser Woche sollen laut Ministeriumssprecherin die Schulen die Eltern ihrer Schüler anschreiben. In dem Informationsschreiben werden die Eltern noch einmal genau über die Hygieneregeln informiert. «Die wichtigste Regel ist: Ihr Kind darf nicht in die Schule gehen, wenn es krank ist oder auch nur leichte Grippesymptome zeigt.» Zudem wird auf die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten aus dem Ausland hingewiesen. Dem Schreiben ist ein Belehrungsformular beigefügt, das die Eltern unterschreiben und deren Kinder in der ersten Schulwoche in der Schule abgeben sollen. Die Schulen können das Schreiben auch auf Russisch, Englisch, Türkisch und Arabisch im Internet runterladen und Eltern in einer der Sprachen schicken.

GEW: Lehrer aus Risikogruppen auch wirklich vom Präsenzunterricht befreien

Unklar ist noch, wie viele Lehrer zum Schuljahresstart vom Präsenzunterricht befreit werden, weil sie zu Corona-Risikogruppen gehören. Stand 18. Juni hatten die Schulen 1609 Lehrkräfte gemeldet, die zu coronabedingten Risikogruppen gehören. Stand 19. Juni konnten 790 Fälle begutachtet werden. Lediglich in 32 Fällen habe der betriebsärztliche Dienst Lehrer aufgrund von Gefährdungsbeurteilungen vom Präsenzunterricht befreit, kritisierte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer. Es dürfe nicht sein, dass solche Anträge «einfach abgebürstet werden», sagte Schauer am Montag. Laut Ministerium soll ein neuer Stand hinsichtlich vom Präsenzunterricht befreiter Lehrer nach dem Schulbeginn am 10. August erhoben werden.

In Schleswig-Holstein erhöhte sich die Zahl der offiziell erfassten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zuletzt innerhalb eines Tages um 4 Fälle auf 3467. Wie die Landesregierung auf ihrer Homepage mit Stand Sonntagabend berichtet, lag die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen weiterhin bei 156. Rund 3100 der seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten gelten inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt 20 an Covid-19 Erkrankte behandelt.

Tagesaktuelle Zahlen der Kreise fließen am Folgetag in die Gesamtzahl der Landesregierung mit ein. dpa

Jetzt doch: Nordrhein-Westfalen erlässt als erstes Bundesland Maskenpflicht auch im Unterricht – VBE: Die Nervosität steigt

 

 

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4 KOMMENTARE

  1. Ja, ja… es laufen bereits alle Vorbereitungen. Die Fortblidungen für die neue Lernplattform „itslearning“, welche eigentlich erst in drei Jahren eingeführt werden sollte und nun vorgezogen wird, laufen ab Dienstag. Es werden etwa 100 Schulen pro Woche angeschlossen. Ab Schulstart versteht sich. Die fangen auch jetzt erst wieder an zu arbeiten. Irgendwie sehen die das im Norden alle recht locker im Ministerium. Wird schon …

  2. Die armen Lehrer*innen in der Risikogruppe… die Betriebsärztin kam, hat sich keinerlei Atteste zeigen lassen, von unserem Bundesminister als „Spahnferkel“ geredet und allen Kolleg*innen gesagt, das Herr Drosten eh keine Ahnung hat und das alles Blödsinn sei, nach 10 Minuten war der Spuk vorbei und es gab keine Risikogruppen mehr… Absolut unprofessionell… Selbst eine förmliche Beschwerde bringt da nix… leider!

  3. Schön für prien denkt sie auch an kinder die im haushalt nit risiko personen leben wie sollen die in die schule ohne maskenpfkicht bei Allen kindernim unterricht wie kann bei sowiso schon lehrermangel und weiteres auf hygidne geachtet werden schulhof ect es ist lächerlich ein gesetz von 1919 es sind nur zahlen bis es einen selbst betrifft pfui! Schleswig holstein

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