Meidinger: Prämien für Lehrer, die sich in der Corona-Krise besonders engagiert haben

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BERLIN. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat dafür plädiert, Lehrern für großes Engagement in der Corona-Krise einen finanziellen Bonus zu zahlen. «Ich bin grundsätzlich der Auffassung, dass besondere Leistungen von Lehrkräften auch mit Leistungsprämien honoriert werden sollten», sagte er dem Magazin „Focus“. KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) wies den Vorstoß umgehend zurück.

Lehrer, die sich besonders engagiert haben, sollen eine Prämie bekommen – fordert der Deutsche Lehrerverband. Foto: Shutterstock

Meidinger verwies dabei auf die Beamtengesetze der Bundesländer, die solche Prämien ausdrücklich vorsehen. „Leider werden sie aber nur in einigen wenigen umgesetzt.“, sagte er. Der Verbandschef verteidigte Lehrer zugleich gegen Kritik, während der Schulschließungen zu wenig Einsatz gezeigt zu haben. Die übergroße Mehrheit der Pädagogen habe nach den bundesweiten Schulschließungen im März gute Arbeit geleistet. Dennoch habe es gerade beim digitalen Fernunterricht auch bei Lehrkräften Versäumnisse gegeben. „Bei 800.000 Lehrern in Deutschland kann niemand bestreiten, dass nicht alle das gleiche Engagement an den Tag gelegt haben“, sagte Meidinger.

Hubig: Es gehört dazu, dass Lehrer in der Krise Einsatz zeigen

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) wies die Forderung des Deutschen Lehrerverbandes zurück. «Wir sehen, dass in der Corona-Krise sich die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Erzieherinnen und Erzieher, der gesamte öffentliche Dienst und auch darüber hinaus ganz, ganz viele Menschen über Gebühr angestrengt haben», sagte Hubig, die auch Präsidentin der Kultusministerkonferenz ist.

Dieses Engagement sei einer der Gründe dafür, dass Deutschland die Corona-Krise sehr gut gemeistert habe. Aber es gehöre dazu, dass in solchen Zeiten, in denen auch Polizisten und viele andere mehr als ihre Pflicht täten, «dass wir in solchen Zeiten diesen Einsatz erbringen, gemeinsam, ohne dafür zusätzliche Bonuszahlungen zu bekommen», betonte die Ministerin. dpa

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12 KOMMENTARE

  1. Und wie will man das messen, wo doch die Lehrer „abgetaucht“ sind, wie es heißt? Das Arbeiten auf Hochtouren zu Hause hat doch keiner gesehen …

  2. Ohje, ich lese im Geiste schon die Kommentare des „Volkes“. Wie kann man denn bitte die eh schon völlig gegen Lehrer aufgeheizte Stimmung zu diesem Zeitpunkt noch zusätzlich befeuern? Das fliegt wieder wem um die Ohren?

  3. Warum traut sich Hubig nicht, solche Worte an die Pflegekräfte zu richten?

    Sowas Verlogenes!

    Kein Lehrer rechnet ernsthaft damit, dass seine Anstrengungen in irgendeiner Weise honoriert werden. Höchstens die Berufsanfänger, die noch nicht wissen, wie es wirklich läuft.

    Aber es tut gut, dann auf solche Forderungen dann gleich zu lesen: „Vorstoß umgehend zurückgewiesen.“

    Erstaunlich. Für Konzepte, Lösungen, etc. da braucht es ewig, teilweise warten wir da noch immer..
    Aber in diesem Fall, da geht die Pressemeldung ganz schnell raus. Klasse. Schön zu lesen, dass sich Hubig um alles kümmert. Danke für Nichts.

  4. Es ist selten, aber ich muss Frau Hubig für verbeamtete Kollegen Recht geben. Nicht aber für die angestellten Lehrkräfte. Die BEamten werden allementiert, die Vorteile daraus kann der Dienstherr in Krisenzeiten druchaus geltend machen. ANgestellte allerdings stehen in einer ganz anderen Beziehung zum Arbeitgeber.
    Der Dienstherr ist aber bei den Beamten in der Pflicht, Phasen der übermäßigen Beanspruchung druch Entlastung in zeitlicher Art zu kompensieren. Wird er aber nicht machen.

    • Ich finde vor allem A13 für alle wichtig! Wie will man junge motivierte Abiturienten, die natürlich nicht nur, aber auch nach einer guten Bezahlung streben, für unseren Beruf begeistern, wenn der einzige nennenswerte Lohn für die ganzen Strapazen die leuchtenden Kinderaugen sind. Ich habe nichts gegen das Deputat von 28 Std. Auch sehe ich die Notwendigkeit von Vertretungseinsätzen und Mehrarbeit in einem gewissen Maß ein, aber dann als Dienstherr lediglich A12 zu zahlen, ist eine Frechheit!

  5. Die wenigsten werden einen Bonus wollen. Es geht um angemessenen Arbeitsschutz und Risikominimierung, und nicht um Schweigegeld bei grenzwertigem Infektionsschutz an Schulen.

  6. Der Hauptvorwurf gegen Beamte lautet doch, dass alle ohne Rücksicht auf ihren Einsatz das gleiche Gehalt bekommen.
    Vergessen wird dabei, dass in den Beamtengesetzen fast aller Länder tatsächlich die Möglichkeit vorgesehen ist, Lehrkräften Leistungsprämien zu zahlen.
    Bayern tut dies auch, auch wenn an meiner Schule das für 80 Lehrkräfte nur 5000 Euro ausmacht. Es gab vor einem Monat sogar ein Schreiben des Ministeriums, wonach Leistungsprämien, die im Zusammenhang mit Corona stehen, z.B. besonderes Engagement bei der Weiterbildung von Kolleg/inn/en in digitalen Tools, diese Prämie ausnahmsweise steuerfrei gewährt wird.

    Und in Bezug auf A 13 für alle: Meine Vermutung ist, dass angesichts des schlechten Lehrerimages – aktuell verstärkt durch Lehrerbashing in fast allen überregionalen Printmedien einschließlich Talkformasten wie Hart aber fair (einzige Ausnahme Markus Lanz) – der Zug für A 13 in den nächsten beiden Jahren weitgehend abgefahren ist. Welcher Politiker setzt sich denn schon dafür ein, nach Ansicht der Bevölkerungsmehrheit (ifo-Studie)überwiegend abgetauchten Lehrkräften eine Gehaltsaufbesserung zuzugestehen?

  7. Was für ein absurder Unsinn. Wir Lehrer werden schon so fürstlich entlohnt und haben einen Job auf Lebenszeit. Kein Wunder, dass bei solchen Forderungen das Ansehen unseres Berufsstand in der Bevölkerung immer weiter sinkt.

  8. Ich bin für einen Bonus für Politiker, die ihr Gewissen und Verantwortungsbewusstsein wieder finden und für Digitalisierung und Arbeitsschutz nach den Maßstäben der Regierungsbeamten in Schulen eintreten und einfordern!

  9. Wie wäre es denn wenigstens mit Entlastungsstunden für diejenigen gewesen, die schnellstmöglich dafür gesorgt haben, dass die Plattformen für den digitalen Unterricht in den Schulen einigermaßen laufen. Meine damit betrauten Kolleg*innen hatten einen 24/7-Stunden-Job diesbezüglich und mussten noch ihren Unterricht stemmen. Noch nicht einmal da wurde ein Zeichen gesetzt – 1 oder 2 Entlastungsstunden. – Alles selbstverständlich???? – Schade!

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