Gebauer legt „Masterplan Grundschule“ vor – ohne A13 für die Grundschul-Lehrer

44

DÜSSELDORF. Grundschüler in Nordrhein-Westfalen starten künftig erst in der dritten Klasse mit dem Englisch-Unterricht. Das ist einer der zentralen Bausteine des «Masterplans Grundschule», den Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag in Düsseldorf vorstellte. Die fast 2800 Grundschulen in NRW mit rund 650 000 Schülerinnen und Schülern sollen auch mehr Personal bekommen. Gebauer sprach von einem «Meilenstein». Der VBE zeigte sich hingegen enttäuscht darüber, dass „unsere grundsätzliche Forderung, die Bezahlung nach A13/EG13 für alle Lehrkräfte anzuheben, mit keinem Wort Erwähnung findet“.

Gibt sich gerne forsch: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: FDP NRW

Die Einzelheiten des Plans:

ENGLISCH: Bisher lernten die Grundschüler schon im zweiten Halbjahr der ersten Klasse Englisch. Für Kinder, die im Schuljahr 2021/22 eingeschult werden, beginnt der Englisch-Unterricht erstmals ab Klasse drei. Um die Reduzierung der Stundenzahl für Englisch auszugleichen, werde das Stundenvolumen künftig ab der dritten Klasse erhöht.

LESEN UND SCHREIBEN: Mit dem späteren Start des Englisch-Unterrichts will die Landesregierung in der sogenannten Schuleingangsphase – den Klassen eins und zwei – die Kernkompetenzen in Lesen, Schreiben und Mathematik stärken. So wird ab dem Schuljahr 2021/22 eine bisherige Handreichung für einen systematischen Rechtschreibunterricht und einen verbindlichen Pflichtwortschatz mit allen Besonderheiten der deutschen Rechtschreibung fest im Lehrplan verankert. Mit der Handreichung hatte Gebauer bereits Anfang 2019 eine Abkehr vom umstrittenen Prinzip «Schreiben nach Gehör» eingeleitet, ohne allerdings die Methode zu verbieten.

MATHEMATIK UND INFORMATIK: In Mathe sollen ab 2021 Orientierungshilfen und Vorlagen für Förderpläne erarbeitet werden. Um die Fächer Deutsch und Mathematik zu stärken, sollen insgesamt 106 zusätzliche Stellen für Fachkoordinatoren an den Schulämtern eingerichtet werden. Diese sollen die Umsetzung der Lehrpläne vor Ort begleiten. Die Leistungen der Viertklässler in Mathe und Deutsch seien nicht nur in NRW, sondern in ganz Deutschland schlechter geworden, sagte Gebauer. Die Grundschüler sollen künftig auch Grundzüge der Informatik lernen. Im Sachunterricht etwa sollen die Kinder schon mal «spielerisch auch einen Roboter programmieren», sagte Gebauer.

EINSCHULUNG: Schulpflichtige Kinder können um ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt werden, wenn erhebliche gesundheitliche Gründe vorliegen. Bei der Schuleingangsuntersuchung sollen auch eigene fachärztliche oder fachtherapeutische Gutachten der Eltern berücksichtigt werden. Außerdem soll künftig in besonders begründeten Fällen schon am Ende der ersten Klasse entschieden werden, ob ein Kind in der Klasse bleibt.

SCHULLEITUNGEN UND VERWALTUNG: Zur Unterstützung der Schulleitungen sollen künftig alle Grundschulen Stellvertreter-Stellen erhalten. Dazu gehören auch die kleinen Grundschulen mit weniger als 180 Schülern. Ab dem Schuljahr 2021/22 sollen rund 600 kleine Grundschulen jeweils eine Konrektoren-Stelle erhalten, sagte Gebauer. «Damit möchten wir auch die Leitungen an kleinen Grundschulen stärken.» Insgesamt sollen nach Angaben des Ministeriums rund 570 Konrektoren-Stellen zusätzlich geschaffen werden.

Die Schulverwaltungsassistenzen werden ausgeweitet und dafür ab dem kommenden Jahr 400 zusätzliche Stellen eingerichtet. Damit können dann 600 Assistenten in Vollzeit beschäftigt werden. Die Zahl der sogenannten Anrechnungsstunden für die Bearbeitung besonderer Aufgaben wird erhöht, so dass Grundschullehrer entlastet werden.

BEFÖRDERUNG: Erstmals werden auch Grundschullehrkräften Beförderungsstellen in Aussicht gestellt. Damit sollen auch Lehrer außerhalb des Schulleitungsamtes eine berufliche Perspektive bekommen. Für fünf Prozent der Planstellen – knapp 1300 – sollen diese Beförderungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das bedeutet auch mehr Geld für diese Lehrer. „Das sind erste Signale für die Grundschulen in NRW“, sagt Anne Deimel, stellvertretende Landesvorsitzende des VBE. Allerdings: Weiterhin gibt es keine Aussage zu der geforderten gleichen Bezahlung von Grundschul- und Gymnasiallehrern. „Die Einrichtung der Beförderungsstellen in den Grundschulen löst das Problem des Lehrkräftemangels nicht und bildet auch nicht die notwendige Wertschätzung für die bereits tätigen Lehrkräfte ab“, so Deimel.

Gebauer sagte, der eigentliche Grund für den Lehrermangel sei, dass es in der Vergangenheit zu wenig Studienplätze für das Grundschullehramt gegeben habe. Zwei von drei Bewerbern hätten abgewiesen werden müssen. Die CDU/FDP-Landesregierung habe seit Amtsantritt 700 zusätzliche Studienplätze geschaffen.

SOZIALPÄDAGOGISCHE FACHKRÄFTE: Diese Stellen an den Grundschulen wurden bisher laut Ministerium auf 1750 verdreifacht. Geplant ist ein Ausbau auf insgesamt 3000 Stellen bis zum Jahr 2025.

INKLUSION: Zur Stärkung des gemeinsamen Lernens in der Grundschule sollen alle mindestens zweizügigen Grundschulen Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung fest in ihrem Kollegium haben. Die Inklusionsstellen sollen in den kommenden Jahren um insgesamt 800 Stellen erhöht werden. „Die wenigen, für die Grundschulen vorgesehenen Stellen stehen auf dem Papier, können aber durch fehlende Fachkräfte nicht besetzt werden“, erklärt Anne Deimel. Als Konsequenz müsse die Arbeit von den Grundschulen geleistet werden, ohne dass dafür „annähernd notwendige sonderpädagogische Expertise vorhanden“ sei.

VBE: „Lehrpläne in zwei Jahren grundlegend überarbeiten – kaum leistbar“

Der VBE bilanziert: Der Masterplan bringe für die Grundschulen viel Arbeit mit sich. Die schulinternen Lehrpläne sollen grundlegend überarbeitet werden. „Hierfür muss den Grundschulkollegien ausreichend Zeit zur Verfügung gestellt werden, da sie sich aktuell mit der Aufstellung von Präsenz- und Distanzunterricht für das neue Schuljahr auseinandersetzen“, so Deimel. „Die Lehrpläne in zwei Schuljahren grundlegend zu überarbeiten ist zeitlich kaum leistbar.“

Viele Jahre hätten die Grundschulen bei allen internationalen Tests zum Lesen, Schreiben und Rechnen gut abgeschnitten. Die Hinweise des VBE, dass die Grundschullehrkräfte mit den vorhandenen Ressourcen die zusätzlichen Aufgaben durch gesellschaftliche Veränderungen wie zum Beispiel die Inklusion und die Integration nicht bewältigen können, seien von der Politik nicht wahrgenommen worden. „Nun sollen Handreichungen und Materialien die Qualität des Unterrichts wieder steigern.“ Aber: „Handreichungen und Materialien ersetzen keine gut ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen.“ News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

„A13 für alle“ rückt näher: Gebauer kündigt Reform der Lehrerbesoldung an – GEW und VBE fordern konkreten Zeitplan

 

Anzeige


44 KOMMENTARE

  1. Man könnte Mathe und Deutsch auch stärken, indem Informatik und Englisch als Forderschiene
    ab Klasse 3 für die Leistungsstarken (oberes Drittel bis obere Hälfte im jeweiligen Fach) gefahren wird, während die anderen währenddessen in Deutsch und Mathe gefördert werden. Englisch fängt ab Klasse 5 ohnehin bei Null an, Programmieren kann man für alle Kinder auch in einer AG anbieten.

    • Wer erzählt denn sowas? Am Ende der Grundschule befinden sich die SuS auf mind. Niveau A1. Dementsprechend müssen DORT auch die weiterführenden Schulen ansetzen. Seltsam, dass das gerade den Gymnasien so schwer fällt, die Schüler genau dort abzuholen, wo sie in der 5 stehen.
      Die Angleichung der Besoldung ist längst überfällig! Die niedrige Zahl der Grundschullehrer und -lehrerinnen (v.a. aber auch der geringen Männerquote) liegt garantiert auch an der schlechten Besoldung. Den NC kann man seit Jahren gut umschiffen, indem man zum Studium z.B. in andere BL wechselt. Aber es werden sich in NRW kaum Leute diese Mühe gemacht haben, wenn man dafür schlechter besoldet wird als die Gym- und BS-Lehrkräfte, die im Abi weniger gut sein mussten.

      • Die Botschaft ist doch deutlich:
        NRW möchte keine gut ausgebildeten Grundschullehrkräfte einsetzen, weil sie diese nicht angemessen bezahlen wollen,
        stattdessen wird über das Einfordern von Plänen und Konzepten Mehrarbeit und Druck aufgebaut, damit man dies als Qualitätsoffensive verkaufen kann.
        Den Unterricht übernehmen dann Vertretungen für noch weniger Lohn.

    • Das kann man nur, wenn man dafür Lehrerstunden hat, hat man aber nicht.

      Bei allem anderen darf man gespannt sein, was es konkret bedeutet und was tatsächlich in der Schule ankommt,
      die Mehrarbeit in jedem Fall.

      • @lehrer002
        „Seltsam, dass das gerade den Gymnasien so schwer fällt, die Schüler genau dort abzuholen, wo sie in der 5 stehen.“

        Könnte daran liegen, dass die SuS ausnahmslos alle eben woanders stehen und zum Teil eben nichtmals Grundqualifikationen mitbringen. Das muss nichtmals die Grundschule sein, die das verhauen hat, sondern kann auch schlicht an den Umständem ums Kind liegen. Daraus aber den Gymnasien einen Strick drehen zu wollen ist nur erbärmlich.

        • Na ja, von der Grundschule wird das aber auch verlangt. Wir sollen auch „ die Kinder da abholen, wo sie stehen“ und das ist zunehmend eine immer größere Schere. Die Kinder auf dem Gymnasium haben wenigstens alle eine entsprechende Empfehlung dafür.

        • Ich wollte damit nicht den Gymnasien einen Strick drehen, denn auch dort unterrichten (größtenteils) engagierte Kollegen. Ich wollte damit nur das Problem verdeutlichen, dass eine didaktisch fundierte Ausbildung bei den Gymnasiallehramtsstudiengängen i.d.R. zu kurz kommt. Interessant finde ich hingegen die Formulierung „das muss nicht mal die Grundschule gewesen sein“, die ja wiederum impliziert, dass im Regelfall die GSen die Schuldigen seien…

  2. Das Papier ist einfach nur peinlich! Da werden Stellen auf dem Papier erhöht, die schon seit Jahren nicht mehr ersetzt werden können. Das betrifft sowohl Konrektoren, Schulleiter und Sonderpädagogen. Und auch die Schulsozialarbeiter. Alles Papierleichen! Und das Leitu gsshari g ist auch gnadenlos gescheitert! Dieses Papier ist den Wert der Druckertinte nicht wert!!!

    • Im Übrigen sollen alle Schulen bis Ende August ein Konzept für digitales Lernen vorlegen. Das haben hunderte Ministeriumsmitarbeitern in 5 Monaten nicht geschafft. Aber wir Grundschullehrer schütteln das aus dem Arm! Es ist einfach nur noch frech, wie die Herren und Damen im hohen Haus hinter Plexiglas agieren!

    • GSen haben keine Konrektorenstelle. Abwesenheitsvertreter der SL ist automatisch die dienstälteste Lehrkraft, die der höchsten Besoldungsstufe angehört. Letzteres ist natürlich Realsatire vom Feinsten, da ja alle höchstens A12 haben.

      An GY und GE kann das ja funktionieren, wenn der Leitende Direktor und sein Stellvertreter gleichzeitig aushäusig sind, dann ist die dienstälteste A15-Stelle kommisarische SL.

      • Erstens haben GS ab einer bestimmten Schülerzahl Konrektoren.
        Zweitens steht im Masterplan, dass alle GS demnächst immer eine Konrektorenstelle bekommen.

        Da aber bereits die vorhandenen Stellen zu einem riesigen Prozentsatz nicht zu besetzen sind, nützen neue Stellen zwar der Selbstdarstellung, den Lehrern leider nicht.

        • Danke, Emil und dickebank, für die Erläuterung der Hintergründe, die zur Einschätzung der Versprechen wichtig sind.

          Das Versprechen, A13 für alle umsetzen zu wollen, war dann vor 3 Jahren wohl leer. Oder wurde das einfach im Masterplan vergessen, weil man es ja schon vor 3 Jahren zugesagt hatte und es längst umgesetzt hat?

          Hat der Masterplan eigentlich zeitliche Angaben, zu wann etwas umgesetzt sein soll und wann dies evaluiert wird?

          • Ich bezweifle, dass dieser Masterplan überhaupt etwas bringt. Dass das Früenglisch abgeschafft wird, ist so mit das einzig Klare. Ansonsten wimmelt es von Banalitäten und schwammigen Formulierungen. Gerade im Bereich Schulleitung sind Sätze formuliert, die alles und nichts heißen. Außerdem werden falsche Fachtermini verwendet. Und: Die Ministerin drückt sich weiter vor A13!

  3. Da stimme ich Palim zu. Es geht hier eindeutig nicht um Qualität der Ausbildung. Es soll hier wohl nur um eine Optimierung gehen und um die Motivation nicht zu erlöschen gibt man jetzt einigen wenigen die Möglichkeit auszusteigen.
    Die Politik hat immer noch nicht verstanden dass die Motivation seitens der Lehrer irgendwann weg ist. Bis jetzt trägt sich das System überwiegend über die Säulen der motivierten Lehrer*innen. Doch wenn das Geld nicht für eine solide Lebensgrundlage reichen zeigt es alle in die andern Bundesländer.
    Berlin brennt ja auch … Ist hier nur ne Frage wann verbrennt man sich ?
    Da soll man nicht meckern wenn die SuS immer schlechter werden. Das hat bestimmt nicht mit den Lehrinhalten zu tun.
    Das ganze 90er Jahre System hat zudem auch zu viele Dinosaurier in Positionen (z.b Senatsverwaltung) die nicht Mal richtige E-Mails schreiben können.
    Verbesserungsvorschläge werden sofort abgeschmettert und sinnlose Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen seitens der Verwaltungen häufen sich.
    Andere Länder haben das Problem erkannt und handeln. In Deutschland wird erst gehandelt wenn es brennt bzw am ausbrennen ist.

    • „Konzept“ – Als was dieser Schwachsinn eben verkauft wird, der dazu führt, dass jede weiterführende Schule die kaputte Rechtschreibung der SuS reparieren darf.

      Zeit dieses „Konzept“ – eher ein Verbrechen an den Fähigkeiten der Kinder – zu verbieten.

      • Jetzt wird sicher alles besser! Merken Sie es schon?

        Das Verbot einer falsch betitelten Methode führt dazu, dass an allen Grundschulen eine 100%ige Unterrichtsversorgung gegeben ist, Förderschullehrkräfte mit Schwerpunkt Sprache unterstützen, Therapeuten fördern, ausreichend Zeit und Förderung fürs Lesen implementiert sind, die Kinder bereits vorschulisch getestet und gefördert werden, sodass sie mit besseren phonologischen Fähigkeiten in den Erstunterricht starten.

        Diese SchülerInnen kommen ja bald in den Gymnasien an und ab da wird alles wie von selbst laufen.

    • Das passiert, wenn im Schulministerium Leute arbeiten, die sich zuvor noch nie professionell mit dem Themenkomplex Schule/Didaktik/Pädagogik auseinandergesetzt haben und denen ein entsprechend qualifizierendes Studium ebenso fehlt. Unfassbar!

  4. Gehbauer und Laschet…. Maskenpflicht für minderjährige Kinder in den Klassenräumen im Hochsommer bei über 30 Grad. Vorsätzliche Körperverletzung nennt man das. Was steht da noch in unserem Grundgesetz… Das Recht auf körperliche Unversehrtheit… Die ist mit diesem Beschluss nicht mehr gegeben, daher bleiben meine Kinder zu Hause bis dieser Schwachsinn ein Ende hat. Nicht zu glauben das studierte Personen so etwas zulassen können. Das müsste strafrechtlich verfolgt werden…

      • Nein, da liegen Sie leider komplett falsch… Da fragen Sie mal meinen Anwalt… Auch eine Frau Gehbauer kann das Grundgesetz nicht umgehen und hier handelt es sich um Kindeswohlgefährdung.
        Juristisch habe ich da überhaupt nichts zu befürchten und es wird Zeit, dass sich etwas bewegt in Deutschland…

      • Notfalls gehen wir bis zum BGH nach Karlsruhe… Wollen mal sehen was das Grundgesetz wert ist…
        Wir lassen und diese wirren der Politik und dieses Unrecht nicht mehr länger gefallen… Und es werden viele folgen, da können Sie sich drauf verlassen… Und schauen Sie genau hin wie viele Menschen am 29. August in Berlin sein werden.. Vielleicht ja ein bisschen mehr als 17.000….

      • Leider Sie liegen Sie hiermit falsch. Die Schulpflicht ist ausser Kraft gesetzt, da es sich hier um Kindeswohlgefährdung handelt. Beim Tragen einer Schutzmaske über mehrere Stunden im Hochsommer ist die körperliche Unversehrtheit nicht mehr gegeben. Da jedes Kind und jeder Mensch in Deutschland das Recht hier drauf hat, kann es juristisch nicht zum Nachteil verfolgt werden.

      • HERRSCHEN, PFLICHT, SchulAMT, DIENSTHERR… Preußisches Vokabular anno 2020. Was machen Sie denn, wenn das BIP in D soweit gesunken ist, dass es sich das Beamtentum nicht mehr leisten kann…? Und die Zeit wird kommen, schneller als Sie denken.

        • Ja, einige legen es darauf an, weil Regeln nicht so wichtig sind wie der eigene Spaß.

          Wenn es soweit kommt, bleiben die Schulen zu, wer braucht schon Bildung, und die Lehrkräfte lassen sich in Naturalien bezahlen.

  5. Unsere Lehrer haben ja leider nicht den Mut sich dagegen zu wehren und sich für die Kinder einzusetzen… Auch Sie haben das Recht zu demonstrieren im ein Zeichen zu setzen gegen dieses Unrecht was gegen Kinder ausgeführt wird… Aber da kann man nichts erwarten hier… Leider!!!!!!

    • Alle Lehrkräfte sind sich bewusst, dass die Umsetzung der Maskenpflicht nicht sonderlich pragmatisch ist – das hat Frau Gebauer zu verantworten. Aber uns zu unterstellen, wir würden Kindeswohlgefährdung unterstützen, da fällt mir nichts mehr zu ein. Alle Lehrer geben ihr Bestes und können sich aktuell, egal, wie sie es machen, beschimpfen lassen. Das ist doch unglaublich! Und Ihr Anwalt scheint ja enorm viel Ahnung von Schulrecht zu haben. Außer in BaWü müssen die SuS zur Schule kommen – ausnahmslos. Denn wenn wirklich eine gesundheitliche Gefährdung aufgrund von Vorerkrankungen beim Maskentragen vorläge, müssten Sie lediglich ein Attest beim Arzt beantragen. Die Schulpflicht steht auf jeden Fall weit über Ihren pesönlichen Befindlichkeiten!

  6. Die Grundschullehrerinnen schauen besoldungstechnisch mal wieder in die Röhre! Es ist diskriminierend! Während in anderen Bundesländern längst fortschrittlicher agiert wird und anerkannt wird, dass die Ladies in der Grundschule eine gleichwertig professionelle Ausbildung haben, ist in NRW die CDU/FDU rückschrittig! Man kann es nicht anders sagen. Stoppt endlich diese Ungleichbehandlung!

    • Naja Moment, andere Länder haben es erkannt, handeln aber trotzdem nicht richtig. Die Erhöhungen kommen dort, wo sie kommen, erst 2021 und gehen zu Lasten anderer Lehrer (Streichung von Beförderungsstellen an anderen Schulformen). Finde ich richtig klasse, dass immer Solidarität gefordert wird aber einige immer die ersten am Futtertrog sind, wenn mal ein Stück Zucker eingeworfen wird.

      • Die Streichung von Beförderungsstellen anderer Lehrkräfte wird die Einführung der angemessenen Besoldung in GS und SekI-Schulen sicher nicht auffangen. Das ist Quatsch und ein aufreiben der Lehrämter untereinander schadet dem Interesse aller Lehrkräfte.

        Tatsächlich streichen auch andere BL die Entlastungsstunden zusammen, die kein A13 umsetzen werden, z.B. Niedersachsen.
        Damit setzt die Koalition das Wahlprogramm der CDU um, in dem stand, dass alle Lehrkräftestunden in den Unterricht gegeben werden sollen. Das Streichen der Poolstunden ist in den Grundschulen nicht möglich, da es dort nahezu keine gibt, in den SekI-Schulen bereits erfolgt. So sieht die Statistik zur Unterrichtsversorgung gleich ein bisschen besser aus.
        Aber das ist kein Grund, das gleiche Vorgehen für die Philologen zu fordern, obwohl die Landesregierung vor deren Protest und Klientel offenbar mehr Sorge hat.

    • Sehe ich genau so! Es ist einfach eine Unverschämtheit, die sich die Schulministerin da leistet. Sie bürdet den Grundschulen wieder einmal Tausende neue Aufgaben auf, und im gleichen Papier verzichtet sie mal eben auf die verfassungsgemäße Besoldung nach A13. Da ist es dann wieder schade, dass Beamte nicht streiken dürfen…

      • Vermutlich muss angesichts der Mehrarbeit bessere Teamarbeit erfolgen: Während sich die eine Lehrkraft Plänen und Konzepten widmet, beaufsichtigt die andere Lehrkraft die soeben gebildete Kohorte in einem Raum, wer braucht schon Abstand.

        Alternativ dürfen Lehrkräfte-Verbände gerne eine Abrechnung der Mehrarbeit fordern oder die generelle Arbeitszeiterhebung, die umgesetzt sein muss, bevor sich die Lehrkräfte den neuen Aufgaben widmen.
        Vielleicht ist das Land aber auch ganz liberal aufgestellt und erwartet, dass die Schulen in eigener Verantwortung andere Aufgaben streichen und vernachlässigen. Da muss man dann mal sehen, was das sein kann.

  7. Wenn man sieht, was (sich) die Grundschullehrerinnen an der Schule unserer drei Kinder in diesem Jahr geleistet haben, wäre A16 doch die korrekte Besoldung (Vorsicht: Ironie!): in Zeiten des Lockdowns ein Brieflein samt Osterhäschen vor der Haustür, einmal musste ein Aufgabenpäckchen abgeholt werden, sonst: Totenstille.
    Mir schwillt der Kamm!

    • Dann beschweren Sie sich bitte bei der Schulleitung und scheren nicht alle über einen Kamm. Um mal ihr sprachliches Bild zu verwerten. Eltern, die nicht differenziert auf die jetzige Situation schauen können, brauchen wir derzeit am wenigsten. Sie tragen zur Lösung des Schulproblems nämlich mit Ihren Beschimpfungen auch nichts bei.

  8. Die Lehrerin ist die Schulleiterin! Und ja – wir haben uns beschwert und zehn uns bekannte andere Familien auch. Und was hat es genützt? Nichts! Meine Schwester ist selbst Grundschullehrerin und meinte, sie habe noch nie eine so entspannte Zeit gehabt. Sie war jeden Tag ein paar Stunden bei uns und hat uns geholfen, während mein Mann und ich unseren systemrelevanten Berufen nachgegangen sind.

    • Das kann ich angesichts des massiven Stresses, den wir an unserer Schule hatten, Ihnen nicht abnehmen. Ich kenne auch im Bekanntenkreis keinen Lehrer, der während dieser Zeit eine irgendwelcher Art entspannte Zeit hatte. Die Eltern hingegen, waren nicht immer kooperativ. Erreichbarkeit war während dieser Zeit auch schwierig. Ich musste einigen lange hinterher telefonieren.

    • Finde ich sehr seltsam, dass Ihre Schwester eine entspannte Zeit gehabt hat.
      Hatte sie keine Klassenführung oder irgendwelche Nebenfächer, die während der Coronazeit nicht unterrichtet wurden?
      Die einzige Entspannung war vielleicht, dass man keine Konflikte klären und nicht für Unterrichtsdisziplin sorgen musste.
      Also ich hatte mindestens genau so viel zu tun wie zu normalen Zeiten und ich hätte das noch ausweiten können, indem ich noch mehr zur Korrektur eingefordert hätte, was aber zeitlich nicht mehr machbar war. Bis ich alles mir Zugeschickte kommentiert und auf Fehler hingewiesen hatte, verging schon ganz schön Zeit. Im Unterricht ist das viel schneller mündlich erklärt. Deswegen gab es bei leichteren Aufgaben Lösungen, aber dennoch immer die Bereitschaft Fragen zu beantworten. Zeitweise erhielt noch abends um 18/19 Uhr Mails von Schülern, die nachfragten.
      Die Eltern meine Schüler und unserer Schule überhaupt waren übrigens nicht sauer, sondern wir erhielten viele positive Rückmeldungen.
      Ich glaube, dass die Bundesländer, wo es klare Anweisungen der Ministerien gab, wie das Homeschooling auszusehen hatte, leicht im Vorteil waren.
      Bei meinem Bundesland hat mich allerdings gestört, dass viele Hintertürchen für diejenigen offen gelassen wurden, die nicht bereit waren, die Aufgaben im Homeschooling zuverlässig zu erledigen. Und man musste einigen Familien permanent auf die Füße treten, sie regelrecht „nerven“, damit etwas geschah. Wie oft habe ich bestimmte Dinge bei manchen Familien „anmahnen“ müssen. Auch das kostete Zeit. Aber man will kein Kind „verlieren“.

    • Die sagt ja auch nichts, die redet halt.

      Wenn wenigstens das, was sie dagt, inhaltlich mit den Schulmails übereinstimmte …

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here