Das KMK-„Lüftungskonzept“ für Schulen: Billig, leicht umsetzbar – und mangelhaft

52

MÜNCHEN. Mit einem neuen „Lüftungskonzept“ (gemeint ist die schlichte Vorgabe, alle 20 Minuten für drei bis fünf Minuten die Fenster aufzureißen) versucht die KMK, das Infektionsgeschehen in den Schulen in den Griff zu bekommen. Wissenschaftler vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Universität der Bundeswehr München haben dazu geforscht, wie die Aerosol-Belastung in Klassenräumen wirksam gesenkt werden kann. Ihre Analyse zeigt die Schwächen der KMK-Vorgabe deutlich auf.

Nur mit Fensteröffnen werden sich Ansteckungen mit dem Coronavirus in Schulen nicht vermeiden lassen – sagen die Wissenschaftler. Zumal sich im Winter das Dauerlüften verbietet. Illustration: Shutterstock

Das „Konzept“ der Kultusministerkonferenz (KMK) für die nächsten Monate besteht im Großen und Ganzen darin, den Schulunterricht ohne zusätzliche Schutzvorkehrungen durchzuführen – und lediglich durch das regelmäßige freie Lüften über geöffnete Fenster für eine Reduzierung der möglichen Virenlast im Raum zu sorgen. „Diese Variante erscheint zunächst sehr kostengünstig und einfach umsetzbar, da die Klassenräume in der Regel mit Fenstern ausgestattet sind. Es ist daher nicht verwunderlich, dass dieses Konzept häufig sehr positiv dargestellt wird“, so heißt es in dem Papier, an dem Prof. Dr. Christian J. Kähler mitgewirkt hat (den die KMK unlängst zu einer Expertenrunde eingeladen hatte – dann aber seine Erkenntnisse ignorierte. News4teachers berichtet ausführlich darüber, und zwar hier.)

Die Infizierten-Zahlen in Schulen sind niedrig – noch

Und: „Die praktische Umsetzung dieses Konzepts scheint den Befürwortern Recht zu geben, denn die Infektionszahlen steigen gegenwärtig nicht sprunghaft an.“ Die Analyse ist auf den 22. September datiert – mittlerweile gibt es dokumentierte Corona-Ausbrüche an Schulen, wie RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler unlängst eingeräumt hat (auch darüber berichtet News4teachers umfangreich – hier).

Dass es bislang keine Explosion der Infizierten-Zahlen in Schulen gibt, liegt den Autoren zufolge „nicht daran, dass dieses Konzept Sicherheit vor einer Infektion bietet, sondern daran, dass die aktuellen Infektionszahlen in Deutschland recht gering sind und daher Infektionen recht unwahrscheinlich sind“. Wenn die Infektionszahlen im Herbst und Winter zunehmen sollten, dann würden auch sofort die Schwächen und Risiken des Konzepts sichtbar. „Der größte Mangel des Schutzkonzepts besteht darin, dass keinerlei Vorkehrungen zur Verhinderung direkter Infektionen getroffen werden. Weder eine Vergrößerung der Abstände zwischen den Schülerinnen und Schülern, noch Atemschutzmasken, Mund-Nasen-Bedeckungen oder Gesichtsvisiere (Faceshields) werden verwendet. Darüber hinaus wird auch die Möglichkeit, die Virenlast im Raum durch das regelmäßige freie Lüften zu reduzieren, überschätzt.“

Die freie Lüftung sei physikalisch nur dann wirkungsvoll, wenn entweder ein großer Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen besteht oder Wind vor den Fenstern weht. „Ein Temperaturunterschied ist oft nicht vorhanden und wenn er besteht, dann wird er beim freien Lüften schnell reduziert, so dass dieser Mechanismus meist nur für kurze Zeit wirksam ist“, so schreiben die Wissenschaftler. „Der Luftaustausch wird daher entsprechend lange dauern.“ Der Wind vor dem Fenster sei auch nur selten stark genug, um eine ausreichende Lüftung zu gewährleisten.

Dauerlüften der Klassenräume ist im Winter keine Option

Im Herbst und Winter komme hinzu: Dauerlüften führe zu Erkältungen und das Wohlbefinden der Menschen werde beeinträchtigt – es sei deshalb in der kalten Jahreszeit keine Option. „Wird zum regelmäßigen Stoßlüften übergegangen, dann muss stets daran gedacht werden und die Schülerinnen und Schüler müssen es auch wollen und können (in vielen Schulen lassen sich die Fenster nicht öffnen).“ Ferner entsteht bei der Stoßlüftung die Frage, in welchen Abständen und für wie lange gelüftet werden soll.

Immer wieder werde eine CO2 Ampel als Lösung des Problems angepriesen. Die Geräte sollen anzeigen, wann die Raumluft verbraucht ist. Tatsächlich will der Freistaat Bayern Schulen damit ausstatten; Berlin denkt darüber nach. „Es wird dabei unterstellt, dass der CO2Wert mit der Virenlast im Raum korreliert. Diese Unterstellung ist aber falsch“, so schreiben die Autoren.

Denn: „Zunächst ist zu bedenken, dass die Virenlast von der Anzahl der infizierten Personen im Raum, deren Verweildauer und deren Aktivität abhängig ist. Wenn aus welchen Gründen auch immer angenommen wird, dass die Virenlast in einem Raum nach t Minuten erreicht ist, sofern nur eine einzige Person infiziert ist, dann müsste bei zwei infizierten Personen bereits nach t/2 gelüftet werden, obwohl der angenommene kritische CO2 Wert erst nach t Minuten erreicht ist. Wenn sich noch mehr infizierte Personen in dem Raum aufhalten, dann reduziert sich die Zeit weiter entsprechend der Anzahl N der infizierten Personen gemäß t/N. Dabei ist die Aktivität der Personen noch nicht einmal berücksichtigt.“ Deshalb sei eine CO2 Anzeige „allenfalls dann ein grobes Maß für die Virenlast, wenn die Zahl der infizierten Personen in dem Raum bekannt ist. Aber diese Zahl ist ja gerade unbekannt und daher ist die CO2 Ampel überhaupt kein Indikator für eine Infektionsgefahr.“

„Das Problem lässt sich auch mit einem anderen Beispiel illustrieren. Wenn 10 gesunde Personen in einem Raum sind, wird sich nach einer gewissen Zeit eine bestimmte CO2- Konzentration ergeben und die Virenlast ist Null. Wenn 5 Personen heraustreten und dafür 5 infizierte Personen eintreten, dann wird sich am Verlauf der CO2-Konzentration kaum etwas ändern, aber die Virenlast im Raum steigt sehr schnell an und damit das indirekte Infektionsrisiko.“

Die Autoren warnen vor Superspreader-Ereignissen in Schulen

Fazit der Autoren: „Der Wunsch, eine Lösung für 25 Euro pro Klassenzimmer in Aussicht zu stellen, die Sicherheit suggeriert, ist nachvollziehbar, aber diese vermeintliche Lösung erfüllt nicht den Zweck. Es könnte eingewendet werden, dass die Zahl der infizierten Personen klein ist und daher zu erwarten wäre, dass sich in den meisten Klassen keine oder allenfalls eine infizierte Person statistisch befindet. Das ist gegenwärtig sicherlich richtig, allerdings müssen zwei Dinge berücksichtigt werden. Zum einen ist zu befürchten, dass die derzeit niedrige Zahl der Infizierten im Winter stark ansteigen wird. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich infizierte Personen in den Klassenräumen aufhalten. Zweitens muss berücksichtigt werden, dass ein infiziertes Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit andere Kinder anstecken wird, wenn es keine ausreichenden Schutzvorkehrungen gibt. Dies lässt sich damit begründen, dass die Kinder sehr vertraut sind und sich im Unterricht über lange Zeit nahekommen. Es ist daher zu befürchten, dass gerade in Schulen bei ungenügendem Schutz Superspreader-Ereignisse eine große Bedeutung gewinnen werden.“

Und noch eines spricht aus Sicht der Wissenschaftler gegen das Lüften als einzige Corona-Schutzmaßnahme an Schulen: der Klimaschutz. „Um Ressourcen zu schonen und die Erderwärmung zu begrenzen, werden die Häuser aufwendig und kostenintensiv isoliert und hoch effiziente Heizungen werden installiert. Es ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, erst diese Maßnahmen umzusetzen, um dann die thermische Energie aus dem geöffneten Fenster herauszulassen.“ News4teachers

In den nächsten Tagen wird News4teachers darüber berichten, welche Unterrichtszenarien die Wissenschaftler durchgespielt haben – und was sie empfehlen. Hier lässt sich die vollständige Analyse herunterladen.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers kommentiert.

Versuchen Landesregierungen, das Ausmaß der Corona-Infektionen an Schulen zu verschleiern? Drosten fordert mehr Transparenz ein

Anzeige


52 KOMMENTARE

  1. Was ich zudem mitbekomme: Ganz viele Lehrer lüften gar nicht.

    Sie lüften nicht während des Unterrichts und sie lüften auch nicht im Lehrerzimmer. Die Fenster bleiben zu, maximal werden ein paar Oberlichter aufgelassen.

    • Ja, habe ich auch festgestellt. Schüler einer Klasse sagten mir, ich sei die Einzige, die was zum Lüften sage und verlange, dass wenigstens die Kippfenster geöffnet werden. Die anderen gehen sowieso nicht auf. Lehrerzimmer ähnlich. Am besten raushalten.

    • Schüler meckern schon nach 2 Minuten, es sei zu kalt, wenn man lüftet. Aber viele sind mit viel zu dünnen Jacken unterwegs, stehen frierend auf dem Hof, haben T-Shirts oder sogar bauchfreie Tops an. Ich frage mich, ob die Eltern das ignorieren oder nicht mitbekommen. Kann ja noch heiter werden. Insbesondere wenn bei Regen die Schüler in den Pausen in den Räumen bleiben. Dann ist die Luft nach der Pause noch schlechter als vorher.

  2. Dass nicht gelüftet wird, kann ich bestätigen. An der Grundschule meines Kindes ist es genauso. Das Lüften nach Hygieneplan fand/findet an keinem einzigen Tag seit Schulstart statt. Sporadisch werden die Fenster geöffnet, teils nur angekippt.

    • Könnte daran liegen, dass Eltern denken, es WÜRDE gelüftet,
      oder dass sich bisher mehr Eltern aufregen und beschweren, die GEGEN das Lüften sind, weil das eigene Kind dann im kühleren Raum sitzen muss.

    • Solange das alle hinnehmen, wird da vermutlich nichts passieren. Kind zu Hause behalten und die Schulleitung auffordern, die nach Hygieneplan vorgeschriebene Lüftung ordnungsgemäß durchzuführen und nachzuweisen.

      • Ach was, da muss man einfach Mal durchziehen. Richtung Regierungspräsidium oder gleich KM und gleich mit vielen Unterschriften, damit diese Personen Mal richtig sanktioniert werden. Das schreckt auch bei anderen Lehrern vor Schlendrian ab. Sonst wird das ja nichts, gottesgleiche Schulleitungen nehmen Eltern gar nicht ernst, sobald die aus dem Büro draussen sind zerreißen die sich den Mund über engagierte Eltern. Warum sollten die Schüler ernst nehmen, SMV-Schüler denken die haben was zu melden und sind wichtige Organe im Schulleben. Ne ne, sie dienen nur als Lachnummer für die langjährigen Kollegen. Da wird auch im Namen der SMV Geld gesammelt für einen Wasserspender für die Schüler. Wo steht er jetzt? Richtig im Lehrerzimmer. Also immer gleich grosse Geschütze auffahren, sonst ist es zu spät.

  3. https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videos/schaeuble-bundestag-corona-maske-100.html
    (0:20 Minuten)

    Im Deutschen Bundestag gilt ab sofort Maskenpflicht für Abgeordnete, wenn sie nicht am Rednerpult stehen oder wenn sie nicht am Platz sind.
    Bundestagspräsident Schäuble begründete die Entscheidung mit der weiterhin ernstzunehmenden Entwicklung der Corona-Pandemie.

    Schäuble hat diese Anordnung befristet bis zunächst Mitte Januar.

    Ah ja …
    Warum fächeln die sich nicht einfach etwas Frischluft durch die Tür? (Sicher könnte man den Herrschaften das Lüftungskonzept der KMK zugänglich machen?)

  4. So einfach ist das mit dem „Fenster aufreißen “ gar nicht, da der in die Klasse hereinragende, scharfkantige Aluminiumfensterflügel für 4 Kinder ein nicht unerhebliches Verletzungsrisiko darstellt, sollte er sich bewegen.
    Ich habe das große Glück, meist im Erdgeschoss zu unterrichten, und da gibt es einen Notausgang in jeder Klasse. Der befindet sich natürlich außerhalb des Sitzbereiches der Kinder und steht immer offen.
    Ich hoffe nur, dass die Aerosole sich dahin verziehen und zum Spielen nach draußen verschwinden.

  5. Halbe Klasse bereits stark erkältet. Jacken werden im Unterricht angelassen, trotzdem frieren alle. Wie dick sollen sich im Winter alle anziehen?

  6. Von der Sache her völlig problemlos (wenn die „technischen“ Voraussetzungen gegeben sind): Fenster aufreißen – Kuscheldecke überstülpen (mittlerweile hat jeder Schüler, inklusive Lehrperson eine dabei) – Heizung auf Volllast laufen lassen – zusehen, dass alle entzündungsrelevanten Körperteile hinreichend geschützt sind – Aufstehen nur noch für existentiell relevante Hilfestellungen. Bei Erkältungssymptomen Durchhaltekompetenz motivieren, auch bei Klassenarbeiten und sonstigen Überprüfungen. Total easy. Was habt ihr euch alle so? Läuft in anderen Berufen nicht anders.

    • Upps, Maske aufsetzen, auf Maske aufsetzen und Händewäsche, Abstand halten und Herbstferien-Urlaubsroutine-Hinweis vergessen. Undiszipliniert und fürsorgevergessen ich bin…

  7. Wir Lüften nach Vorschrift mit dem Ergebnis, dass bei 12 Grad Außentemperatur in der Kasse nicht mehr als 18 Grad zu erreichen sind. Leider fliegen uns die Fenster im heftigen Wind dauernd zu, so dass wir gezwungen sind, bei Dauerwind und Regen auf Kipplüftung umzusteigen, wenn wir zumindest Sauerstoff für die 30 Personen im Raum haben wollen. Ich freue mich auf den Winter und lade alle KMs zum Hospitieren ein. Sie bekommen dann auch einen Platz am Fenster.

  8. „Lob für Hygienekonzepte der Schulen
    Dem Winter in den Schulen sieht Karliczek optimistisch entgegen. Die Schulen seien zwar sehr unterschiedlich ausgestattet, „wichtig ist aber, dass sich jetzt alle vorbereitet haben und ich glaube, das ist der Fall. Alle haben sich intensiv Gedanken gemacht, wie es am besten gehen kann.“ Die Ministerin lobte die Hygienekonzepte der Bundesländer, die je nach Infektionsgeschehen in den Regionen Regelbetrieb, hybride Schule oder Distance Learning bei geschlossenen Schulen regelten.“

    https://www.rtl.de/cms/bundesbildungsministerin-anja-karliczek-macht-ansage-schulen-und-kitas-bei-neuer-infektionswelle-zuallerletzt-schliessen-4626074.html

    Diese realitätsferne Selbstbeweihräucherung und Lobhudelei in Richtung KM ist einfach nur noch unerträglich. Unser Hygienekonzept „vorbeugender Infektionsschutz“ in Phase Grün besteht nur noch aus Handdesinfektion am Morgen und Masken im Flur. Lüften wird von vielen Kollegen ignoriert und geht auch gar nicht überall mit weit geöffneten Fenstern.

  9. Wie wäre es, wenn alle streiken?
    Stellt euch vor es ist Schule und keiner geht hin??
    Diese Umstände kann man doch nicht stillschweigend akzeptieren bis alle krank werden ! Diese Minister sollten sich selber mal für eine Woche in die Schulen begeben um zu sehen, dass ihre Konzepte schwachsinnig sind .

    • KM’er und KM’innen zum Erfahrungserwerb und zur Weiterbildung in praktischer Schulerfahrung in die Schulen kommen? @Cathrin, ich bin entsetzt über ihre Bildungslücke! Es ist doch hinreichend bekannt, dass dieser Berufszweig unter massiven Allergien leidet, wenn es um die Kompetenzerweiterung im eigenen Beruf geht.
      Ich kann nicht einmal “ Ironie aus“ schreiben, weil ich durch das, was wir seit März erleben, mittlerweile fest davon überzeugt bin. Schaut man sich die Berufe mancher KM und – innen an, die sie vor ihrem Wechsel in die Politik hatten, verwundert es nicht, das Schüler, Eltern und Lehrer unter solchen verqueren und ignoranten Haltungen und daraus folgenden Anweisungen leiden müssen. Ich schreibe das Wort „leiden“ hier bewusst: eine Kollegin hat mir aus ihrer ersten Klasse erzählt, wie gestern eines der Kinder weinte, weil es mit kalten, zitternden Händen nicht sauber schreiben konnte.
      So etwas zu erleben tut weh, eine Sache , welche nicht pressewirksam ist und die sich deshalb kein KM antun wird.
      Verbitterung aus! ( keine Ironie !)

      • Und wenn sie sich dann doch mal trauen, ist es garantiert irgendeine Vorzeigeschule, in der der Regelbetrieb ganz wunderbar läuft…

        • Das hatte ich noch vergessen, danke @Marie. Genauso wegen der Coronaproblematik, wie bei der IT Geschichte. KM’in Eisenmann (BW) besuchte, nach einer Talkshow, kürzlich mit einer Fachfrau dabei, medienwirksam eine Schule, die natürlich klasse mit Geräten ausgestattet war. An meine Schule, wo eigentlich nicht mal in der Schule etwas mit Computern richtig funktioniert und nicht einmal die Ausstattung reicht (nicht ein einziges Gerät für die Schüler falls Fernunterricht nötig würde, beispielsweise), kommt keiner. Warum dann zu einer Corona-Besichtigung, wenn sowieso alle Fenster vernagelt sind oder nur spaltbreit geöffnet werden können- darum auch das Dauerlüften…das eigentlic nichts bringt, aber das Gewissen etwas beruhigt. Unsere armen Schüler!

  10. Mich wundert es echt, dass alle noch Ihre Kinder in diesem Zustand schicken, als ob es Corona gar nicht geben würde… wir streiken schon…

    • Wir Eltern werden gezwungen unsere Kinder zu schicken-nennt sich dann Schulpflicht.
      Elternrechte gibt es nicht mehr. Wir werden beleidigt vom Schulamt die schön diese vorsätzliche Körperverletzung unter den Teppich kehren. Ist mir wirklich passiert und ich bin sprachlos, haben Sie einen Tipp wie man sich da noch wehren kann als Elternteil, wenn die zuständigen Einrichtungen so handeln können ohne Konsequenzen zu erleben??
      Bin seit März 2020 an dem Problem dran und nichts ändert sich. Habe Kultusministerium, Schulamt und Schule tausende Male angeschrieben und nichts passiert. Schulboykott wäre gut, aber finden Sie mal eine Mehrheit dafür.

      • Sie können das Kind doch erst am krank melden und die Klassenleitung bitten, Ihnen das Material der Woche zu geben. Da hätten Sie schon einmal ein paar Wochen. Das Schlimmste, was irgendwann passieren kann, ist eine Attestpflicht. Da ja Hausärzte bekanntlich Dienstleister sind, dürfte das auch kein Problem sein.
        Parallel natürlich Absprachen mit dem Klassenlehrer. Und schon sind wir in den Sommerferien.
        Sie müssten halt nur sicherstellen, dass das Kind auch den Stoff vermittelt bekommt.

        • Oder Sie gehen auf Reisen, da Sie im Ausland ein Schaustellergeschäft haben. Es reicht eine Pommesbude, Waffelstand oder ähnliches. Das wird im Ruhrgebiet gerne angegeben, um von Februar bis November von der Schulpflicht befreit zu werden.

      • Ich kann jeden Satz unterschreiben. Die anderen Eltern aus unserer Grundschulklasse bringen ohne Wenn und Aber ihre Kinder in die Klasse – scheinbar völlig sorglos. Und wir werden als Sonderlinge angesehen….

  11. Bei uns klappt es gut mit dem Lüften. Genug meiner Alufenster aus den 1960 ern gehen noch auf (einige leider nicht mehr zu). Die Heizung heizt gegen an. Alle 20 min schließen wir die Fenster zum aufwärmen. Noch geht es. Durch offene Fenster im Flur bläst mir der Wind um die Ohren. Leider öfter auch mein Material. Die Masken vergessen meine Kinder immer häufiger. Sollte jetzt der eine oder andere vom Wochenendetrip (zu Oma nach Berlin, nach Holland, etc.) das Covid Virus mitbringen werden wir wohl alle etwas davon haben.

  12. Lüften als Konzept gegen das Virus! Ist das noch ein hochentwickeltes Industrieland?Das ist ein Armutszeugnis! Wo sind die produzierten FFP Masken in ausreichender Anzahl für alle Schüler und Lehrer? Wo sind die Luftfilter? In Bayern können die Schulen immerhin nächstes Jahr damit rechnen. Wo sind die entwickelten Home Schooling Rezepte? Wo bleibt die Differenzierung Kinder und erwachsene Schüler? Die Berufsschulen stellen sich gerade als Katalysator für Infektionen in Betrieben heraus. Wer hat sich das nur ausgedacht? Wurde das bei Schnaps und Häppchen entschieden?

    • In Bayern können NICHT alle Schulen damit rechnen. 37 Millionen sind viel zu wenig. Sowohl an meiner Schule als auch an der Grundschule unseres Kindes wurde bereits gesagt, dass es keine Luftfilter geben wird, weil es zu teuer käme. Bayern tut nur so, als ob es aktiv wird. Und ist dabei keinen Deut besser als andere Bundesländer. Leider!

    • Das Lüften war aber der einzige Schutz, jetzt wird er auf 5 min gekürzt, damit das Märchen vom Regelunterricht auch im Winter Bestand hat.

      Schutz? … in Schulen gibt es den nicht.

  13. Ich finde die Angst absolut übertrieben und kann das Gejammere bald nicht mehr hören. An unserer Schule läuft alles normal. Die Kinder und Lehrer sind froh, dass sie wieder normal lernen und unterrichten können. Die meisten halten sich an die Hygieneregeln – bis jetzt war noch keiner infiziert. Ich habe überhaupt keine Angst, mein Kind dahinzuschicken, es ist doch nicht die Pest. Das Virus wird nicht mehr verschwinden und ein Impfstoff wird auch nicht zu 100 % schützen. Die Panik, die jetzt wieder veranstaltet wird, ist doch nicht mehr normal.
    Übrigens muss man doch nicht die ganze Zeit das Fenster auflassen. Jede halbe Stunden mal 5 min lüften, sorgt doch für ausreichend Frischluft. Ich finde es sowieso unmöglich, dass die Kinder früher in stickigen Räumen sitzen mussten – da hätte man ja auch mal öfter auf Idee kommen können zu lüften.

    • Jetzt reicht’s! Nein, früher ist nie gelüftet worden, weil lehrkräfte einfach zu doof dazu sind …
      Geht’s noch?
      Das lüften ist ein ewiger Kampf, weil die SuS, die am Fenster sitzen, friren und es nach kurzer Zeit wieder zu machen. Dass viele fenster sich überhaupt nicht öffnen lassen bzw. nur kippen lassen, ist natürlich die Schuld der Lehrkräfte.
      Dass selbst Lötarbeiten an Arbeitsplätzen durchgeführt werden müssen, an denen es keien Absugeinrichtung gibt, haben natürlich Lehrkräfte zu verantworten.

      Dass die Schulministerien in ihrer Ahnungslosgkeit ein Thema wie Lüften als erfolgreiche Maßnahme propagieren, das ist der Aufreger. – Und das nur weil ja alles Andere – AHA – aufgrund der derzeitigen Erlasslage an Schulen außer Kraft gesetzt worden ist.
      Ohe Maske, ohne Abstand und ohne ausreichende Mögichkeiten zum Händewaschen bzw. zur Handdesinfektion kann man das Lüften auch weglassen, ebenso wie dei Warnapp, da die Nutzung von Handys an Schulen ja nur zu unterrichtlichen Zwecken ausnahmsweise gestattet ist. Außer Heißer Luft aus den Ministerien gibt es nämlich keine Vorkehrungen gegen das Virus in Schulen.

      Vielleicht sollte man in Folge der apndemie die Kinderarbeit wieder einführen. Erstens würde es einer großen Zahl von Low-performern ihre Einzelbüros und geheizten Arbeitsplätze entziehen und zweitens ließen sich an Schulen aufgrund geringerer Schülerzahlen kleinere Lerngruppen umsetzen.

    • „kann das Gejammere bald nicht mehr hören.“

      Da hat wohl jemand Angst, dass es Gehör finden könnte und die Aufsichtspflicht am Ende womöglich selbst übernommen werden muss.

  14. Ich liebe das Lüften im Altbau. Da die Heizung kaputt ist haben die Kinder eh schon Jacken an und frieren jetzt schon. Wenigstens geht in jedem Raum noch ein Fenster auf.Was stört da schon noch der Lärm der Hauptstraße mit Ampel, Tankstelle und Riesenkreuzung? Der Presslufthammer an der Baustelle heute morgen war noch das Beste, ich mag meine Stimme manchmal eh nicht und wer will schön hören, was die Kinder sagen.? Gut dass die Kinder eh 20 Minuten Schlange stehen müssen zum Händewaschen, weil Waschbecken ja nicht mehr in Klassenräume eingebaut werden, da brauche ich meinen Unterricht gar nicht anzufangen.

  15. St72,
    Sie sind ein typischer Vertreter der Wohlfühleltern, die alles ausblenden, was Ihnen nicht genehm ist. Ihren Kindern tun Sie damit keinen Gefallen. Was würden Sie sagen, wenn Ihnen ihr Vorgesetzter mitteilt, dass Sie ab sofort im Gromraumbüro ohne Maske sitzen werden und die einzige Schutzmaßnahme in der Lüftung besteht? Sie würden hoffentlich zum Betriebsrat gehen und die Einhaltung der Arbeitsschutzgesetze einfordern! Als Nichtbetroffener denjenigen, die einem immensen täglichen Risiko ausgesetzt sind, Jammerei vorzuwerfen ist unverschämt!

  16. @St72:

    Stimmt! Sie haben völlig recht…man hätte in den Klassenräumen schon vor Corona ( also früher) öfter mal lüften müssen!!!

    Ist wirklich nicht gut für die Denke, wenn die Frischluft fehlt!

    Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass das sog. „Lüftungskonzept“ wenigstens bei Ihren Kindern sauerstoffbedingt eine Horizonterweiterung bewirkt.

    OMG!

    • KMK und Lüftungskonzept:-(

      Wird auch dringend Zeit, dass der Laden mal durchgelüftet wird! Die stecken doch gedanklich noch im Mief der 60er Jahre und dem damals entfesselten Kulturkampf von „Kein KOOP“ fest.

  17. Es mag erstaunen, aber selbst an Schulen gelten das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung und die davon abgeleiteten Arbeitsstättenrichtlinien ASR A3.5 „Raumtemperaturen“ und ASR A3.6 „Lüftung“. Und die sagen unter anderem: Mindesttemperatur im Klassenraum 20°C, im Lehrerzimmer 21°C und Zugfreiheit in den Räumen, im Lehrerzimmer mehr als im Klassenraum.
    Also einfach das, was an allen anderen Arbeitsplätzen berücksichtigt wird, wo die Aufsichtsbehörde sofort auf der Matte steht, wenn der Chef sagen sollte „machichnich“.

    • Aber der Arbeitgeber/Dienstherr der lehrkräfte hat doch überhaupt keine Möglichkeit die Arbeitsstättenrichtlinien umzusetzen. Die Gebäude (Schulen) sind doch im Zuständigkeitsbereich der Kommunen als Schulträger …
      Die Raumtemeperatur im Sekretariat und der Hausmeisterloge muss von den Kommunen eingehalten werden, den ekrätariatskräfte und Hausmeisternde sind deren Personal.

      Sie sehen, bei wohl organisierter Verantwortungslosigkeit muss man das alles nicht so genau nehmen. Wenn die Schulen „offen“ bleiben, dann ist doch im eigentlichen Wortsinne auch für Durchzug gesorgt und es wird ausreichend gelüftet.

  18. Doch, kann er. Als Aufsichtsbehörde. Er kann den Betrieb schließen. Er kann für den Betreiber Bußgelder verhängen. Und als Arbeitgeber: er kann Mitarbeiter abziehen, wenn die Verstöße gravierend sind.
    Wenn der Betrieb Thönnies und nicht Schule heißt, alles kein Problem.

    • Das Land verhängt gegen sich selbst ein Bußgeld? – Was haben Sie denn geraucht?

      Das, was gerade in Solingen passiert, ist der einzige Weg. Der Bürgermeister (m/w/d) einer Gemeinde schließt die Schule als städtische Veranstaltungsstätte, dann muss das Land sich nämlich Räumlichkeiten suchen, um den Schulbetrieb weiterführen zu können.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here