NRW-Städtetag: Schulen profitieren von den zusätzlichen Bundesmitteln für Belüftungsanlagen kaum

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DÜSSELDORF. Der nordrhein-westfälische Städtetag hat die Förderrichtlinie des Bundes zu Belüftungsanlagen heftig kritisiert. „Die bessere Belüftung von öffentlichen Gebäuden in Corona-Zeiten, insbesondere von Schulen, Unterrichtsräumen und Sporthallen, hat in den Städten aktuell sehr hohe Priorität. Ein genauer Blick auf die Förderrichtlinie des Bundes zeigt aber leider, dass gut gemeint nicht immer gut gemacht ist: Viele Schulgebäude haben gar keine Anlage, über die sich Lufttemperatur, Luftfeuchte und Luftqualität beeinflussen lassen und die sich mit zusätzlichen Filtern weiter verbessern ließe“, sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Städtetages NRW, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Die meisten Schulen verfügen nicht über Lüftungsanlagen, in die sich weitere Filter einbauen lassen. Mobile Filter sein jedoch nicht förderfähig, kritisiert der NRW-Städtetag. Foto: triosolution1 / Pixabay (P. L.)

Der Kauf mobiler Lüftungsanlagen, den viele Schulen zurzeit anstreben, sei aber nicht förderfähig: „Deshalb ist die Förderrichtlinie höchstens für einige öffentliche Gebäude relevant, nicht jedoch für Schulgebäude.“ Hinzu kommen Dedy zufolge weitere Hürden: „Um in bestehenden Anlagen zusätzliche Filter einbauen zu können, fehlt häufig der Platz.“ Oft seien auch die Ventilatoren nicht in der Lage, den durch leistungsstarke Filter erhöhten Luftwiderstand zu überwinden. Dafür seien dann weitere technische und kostenintensive Aufwendungen nötig. „Die Bundesförderung sieht aber einen Eigenanteil von 60 Prozent vor. Das ist für viele finanzschwächere Kommunen kaum bis gar nicht zu stemmen. Hier müssen vom Bund Lösungen gefunden werden, den Eigenanteil zu reduzieren“, forderte Dedy. (ots)

Vier Bundesländer fördern mobile Luftfilter für Schulen – KMK-Präsidentin redet Bedarf aber klein (und den Aufwand groß)

 

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2 KOMMENTARE

  1. Hier bei uns würde man sagen „gwollt, aber net gekönnt“.

    Bei genauerem Hinsehen deutet aber manches darauf hin, dass eigentlich auch gar nicht gewollt wird. Sonst hätte man das Förderprogramm an der Realität ausgerichtet.

  2. Welche Fachleute/ Experten haben dabei wieder mit Unkenntnis gepunktet? Halbwissen, sich vor Ort zu informiern vergessen ? dies evtl. für unnötig gehalten, einfach schlecht gemacht! Ob gewollt oder in Unwissenheit, jedenfalls mit fatalen Folgen! Warum kann man solch monströsen Vorgaben in solch einem Fall nicht einfach knicken und das anweisen, was vor Ort nötig ist?

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