Tarifkampf der Erzieherinnen: Lasst Euch nicht länger mit billigem Lob abspeisen!

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BERLIN. Seit den ergebnisarmen ersten Tarifrunden wächst der Unmut bei den Beschäftigten in den Kitas – er ist bereits größer, als die Arbeitgeber und viele Eltern es sich vorstellen wollen. Unsere Autorin Angelika Mauel ist selbst gelernte Erzieherin und weiß, wie es in vielen Fachkräften im Sozial- und Erziehungsdienst brodelt. Sie fordert von ihnen: Kämpft endlich konsequent für bessere Arbeitsbedingungen! Und lasst Euch nicht länger mit billigem Lob abspeisen!

Unsere Autorin rät ihren Kolleginnen: Engagiert Euch – es reicht! Illustration: Shutterstock

Es ist, als sei Corona das Vergrößerungsglas für chronisch gewordene, immer wieder ignorierte Probleme. Was wird sein, wenn Erzieherinnen diesen Streik als Ventil nutzen? Was geht eigentlich in dieser noch weitgehend unorganisierten Berufsgruppe vor? Was fühlen die Einzelnen, die wegen der Coronaviren nun gemeinsame Probleme haben? Die so genannten Notgruppen blieben nur für kurze Zeit klein und seit die weite Öffnung der Kitas angesagt ist, könnten sich die Coronaviren in unseren „Kinderparadiesen“ wie Kopfläuse exponentiell vermehren.

Während der Corona-Schließzeit wetteiferten nicht wenige Erzieherinnen darum, wer die besten Video-Anleitungen zur sinnvollen Kinderbeschäftigung zustande brachte. Besonders Engagierte haben die Fenster der Kitas dekoriert oder Schilder aufgestellt: „Kinder wir vermissen euch!“ Nichts deutete in dieser Phase auf eine Streikbereitschaft von Erzieherinnen hin.

Erzieherinnen wünschen sich bessere Arbeitsbedingungen – und Gesundheitsschutz!

Bessere Arbeitsbedingungen und neuerdings Gesundheitsschutz – das wünschen sich Erzieherinnen vor allem. Dazu selbstverständlich Betreuungskonditionen, die die Grundbedürfnisse von Kindern ernst nehmen. Der Wunsch nach einem höheren Gehalt ist zwar auch da, aber (zumindest bei allen Erzieherinnen, die ich kenne) eher nachrangig.

Ginge es bei den Verhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst um kleinere Kindergruppen und andere Verbesserungen für die Praxis, würde das die kommunalen Arbeitgeber richtig in die Bredouille bringen. Jahrelang ignorierte Probleme aber lassen sich mit mehr Geld nicht aus der Welt schaffen. Steigen die Infektionen mit Coronaviren in Kitas, werden sich ältere Erzieherinnen früher als geplant in den Ruhestand verabschieden. Teilzeitkräfte werden sich nicht so leicht dazu drängen lassen aufzustocken. Der Nachwuchs im Beruf hat die Corona-Schließzeit zum Teil schon genutzt, um ein Fernstudium zu beginnen. Voller Hoffnung, als Akademiker nicht mehr im Gruppendienst arbeiten zu müssen.

Überbelastung im Kita-Dienst nur eine Übergangsphase? Von wegen

Lange wollten die Erzieherinnen immer nur das Beste aus der Situation machen. Sie wussten nicht, was sie nach einem körperlich anstrengenden Arbeitstag mit vielen Kindern noch hätten tun können, um für bessere Konditionen in den Kitas zu sorgen. Nicht wenige erledigten nach Feierabend daheim ihre Dokumentationspflichten. Am nächsten Tag streuten Kinder dann noch Glitzer auf die Seiten ihrer „Ich-Bücher“…

Nur eine Übergangsphase, hofften Erzieherinnen, während sich in ihrem Traumberuf Missstände wie in der Alten- und Krankenpflege etablierten. Viel zu lange haben sie sich hinhalten lassen. Aus Liebe zu den Kindern und zum Beruf mochten Fachkräfte „ihre Kinder“ oder das vertraute Team allen Widrigkeiten zum Trotz nicht verlassen. Nur so ist zu verstehen, warum selbst in proppenvollen Containern und so genannten Hardcore-Kitas immer noch Erzieherinnen ausharren, die mühelos eine weniger müde machende Arbeitsstelle hätten annehmen können. Es findet sich stets ein triftiger Grund, nicht zu kündigen. Mindestens ein ihnen besonders ans Herz gewachsenes sozial benachteiligtes Kind würde unter ihrem Fortgang zu sehr leiden, befürchteten manche – Jahr um Jahr! Auch könnte eine Neue dort, wo es ganz anders aussieht als in medientauglichen Vorzeige-Kitas, schleunigst das Weite suchen. Und die Kinder stünden allein da.

Im Tarifstreik geht es in erster Linie um mehr Geld. Belastende oder auch nur anspruchsvollere Arbeitsbedingungen dienen argumentativ dazu, entsprechende Forderungen der Gewerkschaften zu untermauern. Und nun naht wieder die Zeit, wo Erzieherinnen ihre Meinungen laut sagen könnten, wenn sie die Courage dafür aufbringen. Wenn sie es drauf anlegen würden, könnte es ein zorniger Streik werden.

Erzieherinnen vermissen „Wertschätzung“? Lob gibt es für das Kita-Personal genug…

Welcher „Gruppendruck“ mag sich aus angestautem Frust aufbauen? Was wird auf den roten Westen oder T-Shirts von verdi stehen – und welche Transparente werden die Erzieherinnen frei gestalten, wenn es wieder so weit ist? Welche Gedanken haben sich Erzieherinnen in der Corona-Schließzeit in ihren Teams mitgeteilt und welche Ideen haben sie zur Verbesserung ihrer Lage entwickelt? Wie stehen sie zur GEW? Inwieweit könnte „die Lehrergewerkschaft“ ihre Interessen gut – oder besser – als verdi vertreten?

In den Lokalteilen der Zeitungen und im Internet kann man immer noch lesen, dass Erzieherinnen „die Wertschätzung vermissen“. Paradoxerweise mangelte es jedoch in den letzten Jahren ganz und gar nicht an Verklärungen ihrer Arbeitsleistungen und Fähigkeiten. Es gab gar regelrechte Wertschätzungskampagnen. Gezielt wurde um Männer für den Beruf geworben. Bundesministerien, Landesregierungen und Träger machten für Imagekampagnen Geld locker, was nicht immer gut ankam. Viel Brimborium um alltägliche und weniger alltägliche Aufgaben in einem vielseitigen Beruf.

Psychologinnen sollen sie sein und Krankenschwestern. Zudem selbstverständlich auch Coaches und Managerinnen. Bereits 2009 ließ verdi Erzieherinnen in Outfits mit der Beschriftung „Zukunftsgestalterin fordert Anerkennung“ streiken. Eine Bezeichnung, die sich heute noch auf einem für 10 Euro zu erwerbenden Plakat des Verlags Don Bosco findet. Das Plakat soll nach Angaben des Redaktionsteams für die Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden können. Auf ihm stehen auch die Begriffe „Popopflegerin“ und “Sauberkeitskonsultant“.

Nette, ausgeglichene und Kindern zugewandte Erzieherinnen, die eine solide, mittelmäßige und wirklich nicht zu beanstandende Arbeit geleistet haben, sollen anders als früher auf einmal Expertinnen für dieses und jenes sein. Ob sie wollen oder nicht. Wo die inneren Alarmglocken hätten schrillen können, scheinen jedoch viele bereitwillig auch übertriebenes Lob anzunehmen. Schade. Warum heißt es nicht „Nein, wir leisten ganz und gar keine hervorragende Arbeit, Frau Giffey. Wie sollten wir auch – bei den Konditionen, die man uns und den Kindern zumutet?“

Erzieherinnen haben ihren ersten eigenen Verband gegründet – endlich!

Nicht jeder, der lobt, meint es gut mit den Gelobten. Nicht jedes Lob ist eine echte Wohltat. Gelobt und mit Pseudo-Urkunden ausgestattet werden Erzieherinnen auf Fortbildungen im Namen der frühkindlichen Bildung. Durchfallquote 0%. Steigerung des Einkommens 0%… Bereicherung für die Praxis? Manchmal wird den Erzieherinnen Zeit gestohlen, die sie lieber mit den Kindern verbringen würden. Dafür, dass Verbesserungen in den Kitas erlebbar werden, werden sie sich nicht auf Dritte verlassen können. Gesellschaftspolitisches Engagement der Erzieherinnen ist gefragt. In Rheinland-Pfalz haben engagierte Fachkräfte einen ersten eigenen Verband gegründet. Endlich!

Das in der Steinzeit des forcierten Betreuungsplatzausbaus versprochene Bundeskitaqualitätsgesetz, das für alle Länder Standards hätte festschreiben sollen, wurde immer noch nicht geschaffen. Zu vielen Krippen und Kitas hätte andernfalls die Betriebserlaubnis entzogen werden müssen. Mancher Kita-Container hätte dann als Betreuungsort für Kinder ausgedient, könnte als Lager für ihre Fahrzeuge und andere Sachen genutzt werden.  Warum haben Erzieherinnen sich nicht früh verweigert? Warum sagen sie zwar oft „Kinder brauchen Grenzen“, aber nicht „Erwachsene brauchen Grenzen?“

Seit 2019 gibt es das „Gute-Kita-Gesetz“, das die Erzieherinnen gar nicht so gut finden, weil es vor allem Eltern finanziell entlastet. Wie soll Beitragsfreiheit für die Eltern zur Verbesserung des Alltags in den Kitas beitragen? Und wie sollen alle Fachkraftstellen in Kitas jemals besetzt werden können, wenn die Politik ungeachtet des bestehenden Erziehermangels noch den Rechtsanspruch zur Betreuung der Grundschüler durchsetzen will?

Der Herbst bringt uns die Coronaviren, die im übertragenen Sinn der Tropfen sein könnten, der für Erzieherinnen das Fass zum Überlaufen bringt. Noch immer lassen weder auf Bundes- noch auf Landesebene Politiker eine Bereitschaft zu den Veränderungen erkennen, die den Erzieherinnen wichtig sind. Um nur eine zu nennen: Weniger Kinder pro Gruppe! Ab sofort!

Sobald weniger Kinder in Kitas aufgenommen oder die Betreuungszeiten verkürzt würden, werden Eltern aufgebracht sein. Nicht alle, aber so viele, dass den Erzieherinnen kein wertsch(w)ätzendes Lüftchen mehr entgegenwehen würde. Als 2009 der Sozial- und Erziehungsdienst bundesweit gestreikt hat, war den Eltern bereits nach zwei Wochen die Belastung zu viel. In Köln bekundeten Mütter und Väter vor Journalisten, dass ihre Kinder wegen des Streiks der Erzieherinnen zu Bettnässern geworden wären. Im Streiklokal aber berichteten die Erzieherinnen, dass man diese Kinder noch nie ohne Windel gesehen hätte. 2015 wuchs dann die Empörung über die angeblich raffgierigen Kindergärtnerinnen. Sie sollten unbedingt weniger als Altenpflegerinnen verdienen. Der Lohnabstand zu Ingenieuren und vielen anderen Berufsgruppen müsse gewahrt bleiben.

Die Heldenrolle kann den Erzieherinnen im Tarifstreit um die Ohren fliegen

Falls in diesem Jahr im großen Stil Erzieherinnen für ihre Interessen auf die Straße gehen, wird ihnen die Heldenrolle vermutlich nur so um die Ohren fliegen. Erzieherinnen, die nicht mehr alles mitmachen können oder wollen, was von ihnen erwartet wird, taugen nicht mehr als „Alltagshelden“. Wichtig ist, dass sich etwas ändert: Das politische Bewusstsein der Erzieherinnen! Sie sind die Verantwortlichen in Krippen und Kitas.

Auf dem Poster des katholischen Verlags Don Bosco standen übrigens noch weitere Begriffe, mit denen sich Erzieherinnen schmücken sollen: „Sandkastenaktivist“, „Pisa-Schock-Verarbeiterin“ und „Geduldsengel“…

Unsere Autorin

Angelika Mauel, geboren 1960, hat in Bonn Jura studiert, 1993 – 1996 eine Teilzeitausbildung zur Erzieherin absolviert und ihr Berufspraktikum in einem emanzipatorischen Mädchentreff erfolgreich abgeschlossen. Sie ist freie Autorin und hat als Springerin oder Honorarkraft in Kindergärten und Schulen gearbeitet. Das Schreiben über den Alltag in Kindergärten wurde für sie zu einem besonderen Anliegen. Fachbeiträge rund um die Kinderbetreuung finden interessierte Leser im Magazin „unerzogen“, auf ErzieherIn.de und auf ihrer Website Kindergartenkritik.de.

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30 KOMMENTARE

  1. Dass die Arbeitgeber sich darüber beklagen, dass in der Corona-Zeit die Erzieherinnen streiken, ist angesichts der Tatsache, dass die Arbeitgeberseite bis heute nicht einmal ein Angebot vorgelegt hat, die größte Sauerei.

    Wenn man nicht mal bereit ist zu verhandeln – dann ist Streik das einzige Mittel.

    Alle Streikenden haben meine vollste Sympathie und Unterstützung!

    • Entscheidender ist doch, dass die Arbeitgeber eine Verschiebung der Tarifrunde auf Anfang des nächsten Jahres verbunden mit einer Einmalzahlung für die Übergangszeit abgelehnt haben. Dass sie kein Angebot vorlegen, heißt ja nur, dass sie nicht verhandeln wollen bzw. in den atrifverhandlungen Lohnkürzungen bzw. eine Ausweitung der Wochenarbeitszeiten durchsetzen wollen.

      Im Grunde geht es der Arbeitgeberseite – und das in erster Linie den kommunalen AG – darum dei AN-Seite vorzuführen, da sie darauf bauen kann, dass die breite Mehrheit zwar einen funktionierenden ÖD einfordert aber ebenfalls nicht bereit ist, dafür zu zahlen.

      Die Privatisierung öffentlicher Aufgaben findet der normale Bürger zwar nicht gut, aber eine leistungsgerechte Bezahlung der Mitarbeiter*innen des ÖD ist eine Unverschämtheit, da die ÖD-Bediensteten ja „unkündbar“ sind. Leibeigene waren ebenfalls unkündbar.

      Mir graut als Tarifbeschäftigtem des Landes NRW schon vor dem Aufeinanderprallen der TdL mit der Tarifunion im nächsten Jahr. Vor allem deshalb weil die Unbeteiligten entsetzt sein werden, dass der ÖD schon wieder – innerhalb von nicht einmal sechs Monaten – zum Streik aufgerufen werden wird. Und das nur weil keiner weiß, was eigendlich TvÖD und TV-L/TV-H heißt, warum es sowohl Tarifverhandlungen mit dem Bund und den Kommunen auf der einen Seite und den Ländern auf der anderen Seiote geben muss. In großen Teilen der Bevölkerung ist man der festen Überzeugung, dass der überwiegende Teil der ÖD-Bediensteten verbeamtet ist und die anderen entsprechend BAT vergütet werden …

  2. Frau Mauel spricht mir aus dem Herzen! Ja, die sozialen Berufe sind nicht so gut bezahlt und es ist gut, wenn sich da etwas tut. Unser Hauptproblem als Erzieher*innen sind aber die schlechten Rahmenbedingungen, die es unmöglich machen, den Anforderungen an frühkindliche Bildung und Betreuung gerecht zu werden. Für einen stressigen Arbeitsalltag, der für pädagogische Angebote und Beziehung zu den Kindern nur wenig Zeit lässt, werden wir keinen Nachwuchs gewinnen, weil es ein paar Euro mehr gibt. Deshalb haben wir den VERBAND KITA-FACHKRÄFTE RHEINLAND-PFALZ gegründet. Unser Ziel ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen. Wir wollen über die Anforderungen an einen kindgerechten KiTa-Alltag ins Gespräch kommen, informieren und diskutieren. Hier ist der Link zu unserer Seite:https://kitafachkraefteverband-rlp.de/

    • @Claudia Theobald

      „Die Heldenrolle kann den Erzieherinnen im Tarifstreit um die Ohren fliegen

      Falls in diesem Jahr im großen Stil Erzieherinnen für ihre Interessen auf die Straße gehen, wird ihnen die Heldenrolle vermutlich nur so um die Ohren fliegen. Erzieherinnen, die nicht mehr alles mitmachen können oder wollen, was von ihnen erwartet wird, taugen nicht mehr als „Alltagshelden“. Wichtig ist, dass sich etwas ändert: Das politische Bewusstsein der Erzieherinnen! Sie sind die Verantwortlichen in Krippen und Kitas.“

      Die von Ihnen angeführten schlechten Rahmenbedingungen sind natürlich ein Problem, so wie sie es auch in – sämtlichen – Schulformen schon seit vielen Jahren sind und ich wünsche Ihnen und Ihren KollegInnen viel Erfolg, wenn Sie sich jetzt organisieren.

      Aber: „… werden wir keinen Nachwuchs gewinnen, weil es ein paar Euro mehr gibt.“
      Ich fürchte, dass Sie mit dieser durchaus ehrenwerten Einstellung nicht ernst genommen werden – vielmehr dass Sie sich buchstäblich „unter Preis verkaufen“.
      Aber überall dort, wo Sie etwas bekommen möchten, zahlen Sie nun einmal in Euro, nicht mit dusseligen Urkunden, noch nicht einmal das Bundesverdienstkreuz ist ein anerkanntes Zahlungsmittel …
      Und der Heldenstatus bezahlt auch keine einzige Rechnung! Also können Sie auf den auch verzichten. (Ist weniger wert, als der Glitzer, den die Kinder verstreuen …)

      Und: Was nix kostet – is‘ nix wert!
      So denken diejenigen, die genug/mehr als genug Euros bekommen, für den hanebüchenen Mist, den sie verzapfen!

      Also: Auch mehr Euros fordern, das ist die Sprache, die verstanden wird.
      Dann werden Sie vermutlich eher ernstgenommen oder vermutlich überhaupt erst wahrgenommen.
      (Die ehrenwerte Schiene können „die da oben“ nicht verstehen, das ist quasi moralisches Feindesland 😉 .)

  3. Für zukünftige Tarifverhandlungen im ÖD befürchte ich folgendes:

    Die Chemie-Sparte muss die Abschreibungen auf Unternehmenseinkäufe und aktuelle Forschung und Investitionen refinanzieren, Metall ist sowohl in der Metallerzeugung als auch in der Verarbeitung im Bereich Automotive sowie Anlagen- und Maschinenbau in einem signifikanten Sturzflug und muss deshalb Tausende Mitarbeitende freisetzen.

    Und der ÖD wird damit abgespeist, dass er sichere Arbeitsplätze hat und das „Lohnabstandsgebot“ zu den anderen Bereichen aufrechterhalten werden muss, um nicht einen großen Anreiz für Beschäftigte der „Freien Wirtschaft“ zu generieren.

    Und Kladden und Quandt et al dürfen schließlich auch nicht an den Rand des Existenzminimums gedrängt werden, wo käme man da hin?
    Existenzminimum im Sinne von Lachsbrötchen unter dem Kaviar …

  4. Sagt doch mal dieser Angelika Mauel das es nicht nur Frauen in diesem Berufsfeld gibt.
    Die vielen Erzieher im Lande werden in dem Mauelschen Machwerk ignoriert.

    • Hallo staatlich anerkannter Erzieher!

      Danke für die Aufklärung. Ich habe schon gemeinsam mit Männern Kinder betreut und war sogar vor Jahren in Köln als Besucherin auf dem Kongress „Männer in Kitas“.
      Wäre ich ein Mann, würde ich mir denken „diese Frau findet Gendersternchen einfach nicht so wichtig.“ – In längeren Texten, die ohnehin nicht auf dem Smartphone gelesen werden, setze ich sie schon mal, aber wesentlich zum Verständnis des Textes, um den es hier geht, sind sie nicht, finde ich.

      Freundliche Grüße

      Angelika Mauel

      • Angelika Mauel

        Was geht es denn hier um längere Texte, die sie irgendwo veröffentlicht haben.
        Es geht um den vorliegenden Text. Da findet Erzieher keine Erwähnung.
        Ich habe auch schon mit Männern in dem Beruf gearbeitet. Na und? Was wollen sie damit sagen?
        Meinen sie als Frau können sie getrost nur Frauen in diesem Berufsfeld ansprechen und andere sind nicht so wichtig?
        Würde ein Autor sich so nach Kritik aufführen wäre aber der politisch feministisch korrekte Teufel los.

        Im übrigen sind mir jetzt ihre übrigen Texte ziemlich schnuppe.

        • @staatlich annerkannter Erzieher:

          Schade, dass Sie scheinen ein Vertreter von den Erziehern zu sein, die sich an Kleinigkeiten aufhängen und damit den „Gesamt-Einsatz“ von anderen Chaotisieren.
          „Sozial“ und „miteinander“ ist etwas anderes als Haarspalterei….
          BZW empfinde ich bei Ihrem Text zwar löblich, dass Sie für sich selber einstehen. Allerdings WIE Sie die Kritik weitergeben ist nicht gerade das größte „Sozial-Kommmunikations-Vorbild“.

          UPS, jetzt bin ich doch tatsächlich in die „DU-Botschaft“ verrutscht….
          Ich bitte ernsthaft um Entschuldigung meines Fehlverhaltens und möchte den Leser bitten, doch mit dem „Sach-Ohr“ die Sachinformation herauszulesen.

    • Bei uns in der Schule war es so: Für besonders sorgfältig erledigte Hausaufgaben, gab es ein Sternchen. Bei zehn Sternchen brauchte man/frau einmal keine Hausaufgaben zu machen.

      Heute wüsste ich nicht, welchen Nutzen die damals heißersehnten Sternchen mir bringen sollten.

      Danke für den Artikel, Angelika!

  5. Wer bei BMW einen Schraubendreher unfallfrei halten kann verdient doppelt so viel wie eine Erzieherin – das ist das komische in unserer Gesellschaft.

  6. Ich habe die Jammereien der Erzieherinnen langsam echt satt. Wer fängt nach seiner Ausbildung mit ca 3000 Euro Brutto an wie eine Erzieherin? Ich denke manch ein Familienvater im Niedringlohnbereich wäre froh 3000 Euro Brutto zu verdienen. Und auch die Arbeitskonditionen sind um ein vieles weniger schlimm wie sie immer dargestellt werden.

    • Die Erzieherinnen haben es auch satt, Gründe zum Jammern zu haben. Und bitte: Wir brauchen kein Ranking: Wer verdient noch weniger?
      Die Erhöhung des Einkommens der Berufsanfänger war „das Leckerli“ um mehr Nachwuchs zu „rekrutieren“, aber so recht hat es nicht geklappt. Zumal die Gehaltskurve im TVöD SuE nicht so ansteigt wie in anderen Berufen.

      Sehr viele Menschen in unserer Gesellschaft werden leider für ihre Arbeitsleistung nicht angemessen bezahlt. Für mich fühlt es sich nicht gut an, dass wir durch die Betreuung der Kinder in zu großen Gruppen, durch die Betreuung kranker Kinder, die besser zu Hause geblieben wären, mit dazu beitragen, dass der Druck der Arbeitgeber auf Eltern weiterhin erhöht wird. Lasst uns doch einfach mal die Notbremse sein.

      Wir brauchen eine Qualitätsoffensive. Und was das Geld angeht, möchte ich Kommentator Pit (siehe oben) danken für seinen Hinweis auf das „moralische Feindesland“.

    • Ob der Familienvater auch 4-5 Jahre Fachschulausbildung erfolgreich absolviert hat, erfahren wir leider nicht,
      ob er Verantwortung für 25 Kinder und deren Bildung trägt, auch nicht.

    • Ich arbeite seit diesem Jahr in Kindertageseinrichtungen, seit September in einer Kindergartengruppe. Ich weiß, wie die Arbeit dort ist. Und Ihnen würde ich gerne für diesen Kommentar, vor allem für den letzten Satz, frei nach Klaus Kinski, direkt eins „in die Fresse hauen, Du dumme Sau“. Zwinkersmiley.

    • WER bekommt genauer 3000,- brutto nach der Ausbildung?

      Es geht auch weniger um das Gehalt….
      ES GEHT UM DIE RAHMENBEDINGUNGEN!
      Das WOHL ALLER KINDER! Fürsorge und Betreuung…. noch nicht mal das kann den Kids mit 25 in der Gruppe gegeben werden! Es ist noch nicht mal Betreuung…es ist Verwahrung….

  7. Erzieher jammern wegen zu wenig Geld und der schlechten Arbeitsbedingungen und dies obwohl sie fast alle in Teilzeit arbeiten immer höchstens 5Tage/Woche zu normalen Zeiten zwischen 7Uhr – 16Uhr und in den zwei Stunden wo die Kinder Mittagsruhe halten über die Eltern der Kinder lästern. Sorry, aber da hab ich null Verständnis.
    Jetzt ist der Aufschrei der Erzieher bestimmt groß, weil es natürlich mega anstrengend ist mit 20 lauten Kinder in einem Raum, aber den Beruf haben sie sich selbst ausgesucht und da waren die Bedingungen nicht schlechter als jetzt.

    • Wer Teilzeit arbeitet erhält auch nur dafür sein Gehalt.
      ErzieherInnen sprechen zu Recht die Missstände in ihrem Beruf an, die letztlich auch zu Lasten der Kinder gehen, die zu betreuen sind.
      Wegen Corona geschlossene KiTas bringen Eltern auf, weil sie ihre eigenen Kinder beaufsichtigen müssen, für eine gute Ausstattung der KiTa will man dann aber nicht eintreten? Das verstehe ich nicht. Würden Sie Ihr Kind auch auf einer Müllkippe abgeben?

      ErzieherInnen fordern auch zu Recht angemessenen Lohn. Warum man die, die offenbar systemrelevant sind, die benötigt werden, damit viele Eltern arbeiten gehen können UND damit der für die KiTa gesetzte Bildungsauftrag umgesetzt wird, nicht besonders gut vergütet, verstehe ich auch nicht.
      Dann waren die Schließungen im Frühjahr wohl doch nicht so schlimm und es macht nichts, wenn sie wegen Streiks oder Quarantäne noch ein bisschen geschlossen bleiben müssen.

    • @Katharina

      „aber den Beruf haben sie sich selbst ausgesucht und da waren die Bedingungen nicht schlechter als jetzt …“

      Welch cleveres Argument!

      Retoure Nummer 1:
      Haben Sie sich nicht ausgesucht, selber (wenigstens) ein Kind in diese Welt zu setzen?
      Wenn dieses Kind aktuell noch die Kita besucht kann es noch nicht sehr alt sein … Da kannten Sie doch auch die Bedingungen für Eltern?

      Retoure Nummer 2:
      Warum eigentlich besucht Ihr Kind die Kita?
      Wollen Sie es jetzt – wenigstens stundenweise – nicht mehr? Etwa weil es natürlich mega anstrengend ist mit 1 lauten Kind in einem Raum?

      Wie Sie sehen, kann man auf unseriöse Argumtente und Angriffe mühelos kontern.

      Angelika Mauel macht sich jedoch die Mühe, sachlich zu informieren und seriös zu argumentieren.

      Liebe Katharina,
      mögen Sie das vielleicht auch einmal ausprobieren?

      Wenn Ihnen das in diesem Forum zu anonym und unpersönlich ist, verstehe ich das gut. Allemal wäre es sinnvoller und erfolgversprechender, wenn Sie die von Ihnen dargestellten Probleme, die Ihnen sicher aus guten Gründen persönlich zu schaffen machen, direkt und persönlich mit den ErzieherInnen Ihres Kindes besprechen, ebenso freundlich wie hier geschehen.

      Die Probleme existieren vor Ort.
      Vor Ort müssen sie auch besprochen werden um eine Lösung begünstigen zu können.

  8. @“Lucson

    Bitte mach mal eine Woche Dienst in einer Kita im sozialen Brennpunkt mit wenig Personal a mit vllt 25 Kindern alleine zu betreuen.. Und dann frage ich Sie nochmal, ob 3000€ Brutto angemessen sind.. Was ja noch nicht mal korrekt ist..Ausserdem sollen in den ersten 6 Jahren die Grundbausteine für Bildung gesetzt werden… Diese Verantwortung kann nur mit verbesserten Rahmenbedingungen geleistet werden. Dank vieler angagierter Erzieherinnen mit schlechten Arbeitsbedingungen, wird trotzdem versucht dies umzusetzen… Leider gehen uns diese angagierten Fachkräfte aus… Aufgrund der schlechten Bezahlung und der schlechten Arbeitsbedingungen…

  9. Ich stelle gerade fest, es gibt nicht nur Lehrerbashing, sondern auch Erzieherbashing. Ich wünsche drn Erziehern und Erzieherinnen viel Erfolg!

  10. Ich persönlich würde auf eine weitere Tariferhöhung verzichten, wenn mal andere wichtige Themen wie der Personalschlüssel, Arbeitsschutz oder sogar ein früherer Renteintritt auf den Tisch kämen.

    Warum gibt es kein Mehr-Personal mehr, wenn man Kinder ab 2 Jahren aufnimmt? Warum ist kein Geld da, um Erziehern einen Erwachsenenstuhl zu ermöglichen? Ist es realistisch das ein Erzieher mit 65 oder 67 Jahren dem forderndem Beruf unter Umständen noch gerecht werden kann?
    Nur um ein paar grobe Punkte anzusprechen.

    Mir geht es nicht um Geld!!!
    Mehr Geld zu verdienen entlastet meine Kollegen nicht oder verbessert die Rahmenbedingungen der pädagogischen Arbeit. Es ist eine Motivation, aber nicht in jedem Fall die Lösung der eigentlichen Problematiken.

    P.s.:
    Wer von Herzen gerne Erzieher ist, nimmt nicht unter Umständen 5 Jahre Ausbildung auf sich um anschließend sein Geld einzusacken und bis zur Rente Kaffee zu trinken!
    Wir sind Erzieher, weil wir Kinder zum Staunen bringen wollen, ihnen ermöglicht möchten an sich und den Herausforderungen des Alltags zu wachsen. Schwarze Schafe gibt es in jedem Beruf, aber schert sie nicht über einen Kam mit denen, die sich engagieren und versuchen trotz Engpässen, dass Beste für die Kid’s rauszuholen!

  11. Es ist schon eine absolute Unverschämtheit, dass Beschäftigte überhaupt auf die Idee kommen, ein Entgelt erhalten zu wollen.

    Und warum soll dringend benötigte Arbeit, wie z.B. die im Bereich Erziehung und Schule sowie im Bereich der Gesundheits- und Altenpflege überhaupt bezahlt werden, ist sie ehedem auch nicht, als sie überwiegend von Nonnen und Patres sowie Diakonissen für ein „Vergelt’s Gott“ erledigt worden ist.

    Dann doch lieber die Mitarbeiter*innen von kriminellen Vereinigungen auch OEM genannt für die Fertigung von nicht mehr zeitgemäßen Produkten, die auf Halde landen übertariflich zulasten der Verbraucher vergüten. Der ungelernte oder umgeschulte Montagehelfer am Band ist eben mehr Wert als staatlich anerkannte Erzieher*innen oder examinierte Pflegekräfte.
    Das, was eine GS-lehrkraft mit niedriger Erfahrungsstufe netto nach ahuse trägt, bewegt so manchen FAcharbeiter im Metallbereich nicht einmal aus dem Bett, weil leistung sich ja auch lohnen muss.

  12. Ich kann nachvollziehen wie grausam das sein muss für die Eltern wenn Ihre Kita des Vertrauens geschlossen hat mir geht es seit Tagen ähnlich da meine Mülltonnen überfüllt sind und Ratten sich daran laben.

  13. Nur zur Info mir wird als Pädagoge in der Kindertagesstätte seit Ausbruch von C19 aus pädagogischen Gründen ein Tragen einer Nasen-Mund Schutzmaske untersagt obwohl in meinem Arbeitsumfeld mehr als 50zig Menschen in nahem Kontakt miteinander ohne den geforderten 1,5meter Sicherheitsabstand nicht einhaltbar vorgesehen ist.unsere Gewerkschaft GEW hat einen Test für alle Mitarbeiter im Kitabereich erkämpft mit den Arbeitgebern unserer Stadt.Seit vielen Monaten hat sich kein Betriebsarzt keine Gesundheitsbehörde hier blicken lassen. Auch hier erkenne ich das unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft Eltern und Kinder nicht stattfindet auf politischer Seite. Ich warte nur noch darauf das auch in meiner Kita einer der vielen Menschen den Virus völlig unbewusst verbreitet. Wer sorgt für uns alle die sich im öffentlichen Bereich wie KITA und Schule täglich begegnen müssen,dürfen oder können?Muss erst ein Kind also vielleicht auch ihr Kind in den Brunnen fallen bevor unser KITA Hotspot Gesellschaftlich als wertvoll erkannt wird?

  14. Wir Pädagogen in all den vielen staatlichen Einrichtungen des Landes helfen Euch Eltern und euren Liebsten gerne sogar mit Herz und Freude damit ihr Euch voll auf euren Beruf konzentrieren könnt am Tage, zum Finanziellen Wohle eure Familie.Dies ist auch unser Bestreben für unsere Liebsten unsere Familie gelingt uns aber nicht solange Wir nicht auch finanziell ebenbürtig gesellschaftlich anerkannt und politisch als genauso wertvoll wie Ihr behandelt werden.

  15. Liebe Erzieherinnen und liebe Erzieher.
    Ebenso liebe Lehrer und Lehrerinnen.
    Bitte,bitte gebt nicht auf.
    Ihr seid so wichtig!
    Ihr stellt so wichtige Grundsteine für unsere Kinder und den meisten Eltern ist das so bewusst.
    In diesen Zeiten läuft alles so quer und macht Angst.
    Statt sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben,sollten wir lieber alle zusammenhalten, …Eltern,Erzieher und Lehrer.Nur so können wir etwas bewirken.
    Ich stehe komplett hinter Ihnen. Sie haben viel mehr Wertschätzung verdient.
    Sowohl dem Beruf der Erzieher als auch dem der Lehrer gebührt der grösste Respekt in meinen Augen.
    Sie legen zusammen mit uns Eltern den Grundstock des Lebens unserer Kinder.Welch Verantwortung!Oft unter schwierigen Bedingungen.Sowohl in Kita als auch in der Schule.
    Und das muss entsprechend gewürdigt werden
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

  16. Danke Angelika!

    Vielen lieben Dank!

    Danke Claudia! Ich wünschte, es gäbe jemanden in Bayern, der einen Verband macht… Ich selber würde mitarbeiten… aber alleine macht das keinen Sinn!

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