Inzidenzwert von knapp 400: Thüringer Landkreis schließt alle Schulen und Kitas

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HILDBURGHAUSEN. Im Landkreis Hildburghausen im südlichen Thüringen droht die Corona-Pandemie aus dem Ruder zu laufen. Der Kreis gehört bundesweit zu den absoluten Hotspots. Nun werden alle Kitas und Schulen geschlossen. Der Kreis plant Massentests.

Das Coronavirus sorgt nach wie vor für Wirbel im Schulbetrieb. Foto: Shutterstock

Nach besonders hohen Corona-Infektionszahlen binnen einer Woche werden ab Mittwoch im thüringischen Landkreis Hildburghausen alle Schulen und Kitas geschlossen. Darauf verständigte sich der Kreis mit der Thüringer Landesregierung, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag sagte. Zuvor hatte der MDR berichtet. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner erreichte am Montag den Stand von 396. In keinem anderen Landkreis in Deutschland war die Sieben-Tagen-Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) höher.

Wie der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums sagte, sei geplant, dass alle Kinder und Schüler sowie das pädagogische Personal nach fünf Tagen bei Schnelltests auf eine Infektion mit dem Corona-Virus getestet werden. Dafür habe das Ministerium bereits 11.000 Antigen-Schnelltests organisiert. Für die Testungen habe die Bundeswehr Unterstützung zugesagt, hieß es.

Der Landrat hatte schon länger gefordert, Schulen und Kitas zu schließen

Landrat Thomas Müller (CDU) ging am Montag davon aus, dass die Infektionslage sich weiter verschärfen wird. «Wir werden jetzt Richtung 500 marschieren», sagte er mit Blick auf die 7-Tage-Inzidenz. Müller hatte schon länger gefordert, die Schulen und Kitas zu schließen. Insgesamt sei die Lage so, dass sich kaum mehr klare Infektionsherde ausmachen ließen. «Das geht querbeet durch alle Altersschichten», sagte der Landrat.

Nach Ministeriumsangaben sei für Kinder in dem Landkreis die Betreuung abgesichert. Für den gesamten Landkreis sei eine neue Verordnung geplant, die unter anderem auch strengere Kontaktbeschränkungen enthalte, sagte der Sprecher. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. „sei für Kinder in dem Landkreis die Betreuung abgesichert.“

    Man fragt sich ob Betreuung besser ist wie Unterricht.
    Im Unterricht sitzen Kinder meisten auf ein Platz und bewegt sich nicht viel.
    In der Betreuung können die Kinder sich frei bewegen = mischen.

    Im beide fälle sind sie mit viele andere Kinder zusammen.

  2. Es wird langsam bizarr – wenn es demnächst innerhalb UND außerhalb von Kitas und Schulen dieselben Inzidenzzahlen geben wird, dann kann doch die Schließung nichts mehr bringen.
    Wenn es aber eine echte Chance gibt, den Innenbereich so gut kontrollierbar gestalten zu können, wie es ein effektiver Infektionsschutz braucht – dann ist der Aufenthalt dort für alle Beteiligten richtig.
    Kitas und Schulen können das – die Konzepte liegen vor! Was fehlt, ist der politische Wille, wenigstens im Pandemiefall die bisherigen Systemgrenzen >RaumprogrammStellenplan< befristet zu überschreiten. Es entsteht der Eindruck, dass sich insgeheim bei Trägern und Mitfinanzierern auf Landesebene die Panik ausbreitet, unter dem Deckmantel der Pandemie würden teure Schulentwicklungsprojekte lanciert – wie zB. den Jahrzehnteskandal der CO2-Belastung in der Raumluft abstellen.

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