Kinderärzte trommeln massiv gegen Einschränkungen beim Schulbetrieb – mit teils haarsträubenden Argumenten. Eine Entgegnung

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Von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek

MÜNCHEN. „Schulen sind keine Infektionstreiber – Entwarnung“ – „Corona-Gefahr an Schulen wird überschätzt“ – „Infektionsrisiko auf SARS-CoV-2 in Kitas und Schulen gering“: So lauten aktuelle Schlagzeilen. Der Anlass: Im Vorfeld des Gipfels der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Süddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin massiv Stimmung gegen Einschränkungen beim Schulbetrieb gemacht. Dass die Kinderärzte damit medial eine bundesweite Resonanz erreichten, ist für uns Grund genug, die  präsentierten Befunde mal genauer zu betrachten. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Die Kinderärzte-Verbände reklamieren für sich, die Interessen der Kinder zu vertreten – sie vertreten aber durchaus auch eigene Interessen. Foto: Shutterstock

Das Infektionsrisiko von Kindern in Kita und Schule ist vergleichsweise gering – behaupten jedenfalls Ärzte nach einer Datenerhebung an bundesweit mehr als 100 Kinderkliniken. Bis Mitte November seien rund 116.000 Kinder und Jugendliche in den Krankenhäusern teils routinemäßig auf Sars-CoV-2 getestet worden, bei 0,53 Prozent fiel der Test positiv aus, wie Kinder- und Jugendmediziner bei einer Online-Pressekonferenz berichten. Eine Studie sei das nicht, so räumen die Mediziner ein. Wissenschaftlichen Krititerien entsprechen die Erhebung und insbesondere die vorgetragene Interpretation also keineswegs.

Die Kinderärzte sprechen sich dafür aus, die Schulen offen zu halten – obwohl Schulschließungen gar nicht erwogen werden

Macht aber nichts: Die Initiatoren sprechen sich aufgrund ihrer Ergebnisse eindringlich dafür aus, die Schulen offen zu halten (…obwohl tatsächlich Schulschließungen in der Fläche politisch gar nicht erwogen werden. Es geht beim anstehenden Bund-Länder-Gipfel um kleinere Lerngruppen im Wechselunterricht, wie sie das Robert-Koch-Institut empfiehlt. Entweder die Ärzte haben das nicht verstanden – oder sie wollen bewusst polarisieren.)

Eine Dunkelziffer von infizierten Kindern halten die Kinderärzte aufgrund der erhobenen Stichprobe für unwahrscheinlich. Dabei war eine Studie des Helmholtz Zentrums München erst vor wenigen Wochen zu dem Ergebnis gekommen, dass sechsmal mehr Kinder in Bayern mit dem Coronavirus infiziert waren als offiziell gemeldet. (News4teachers berichtete groß über die Studie zur Dunkelziffer von Corona-Infektionen bei Kindern.)

Zwischen Januar 2020 und Juli 2020 hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums knapp 12.000 Blutproben von Kindern in Bayern im Alter zwischen 1 und 18 Jahren (Teilnehmende der Fr1da-Studie) auf SARS-CoV-2-Antikörper. Zwischen April und Juli wiesen im Schnitt 0,87 Prozent der Kinder Antikörper auf (zweifach-positiv). Im Vergleich zu den vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Ernährung (LGL) gemeldeten Fällen von Kindern in Bayern (zwischen 0 und 18 Jahren), die zwischen April und Juli positiv auf das Virus getestet wurden, war die Antikörperhäufigkeit damit sechsmal höher.

«Die Hauptquelle der Infektion bei Kindern und Jugendlichen ist außerhalb der Schule»

Wie erklären die Kinderärzte den Widerspruch zu ihrer Behauptung? Das Testverhalten Kindern und Jugendlichen gegenüber habe sich verändert, beteuern sie. Werden Schüler also seit August so umfangreich in Deutschland getestet, dass eine Dunkelziffer nicht mehr zu erwarten ist? Die Nationalakademie Leopoldina sieht dafür keine Hinweise. „Bei Schülerinnen und Schülern hat die Inzidenz in allen Altersgruppen in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Der Schwellenwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen ist deutlich überschritten, besonders deutlich bei den 10-19jährigen. Selbst die Inzidenz der Grundschülerinnen und Grundschüler ist mit einem Wert von 88,8 in Kalenderwoche 45 überaus hoch. Dabei ist eine hohe Dunkelziffer zu beachten, d.h., de facto dürften die Inzidenzen deutlich höher sein“, so heißt es in einer aktuellen Stellungnahme.

Wissenschaftlicher Streit hin oder her: «Bildung ist die Zukunft für unsere Kinder», unterstreicht der Generalsekretär des Verbands der leitenden Kinderärzte und Kinderchirurgen Deutschlands, Prof. Dr. Wolfgang Kölfen, lieber. (Man möchte ergänzen: Gesundheit auch.) «Die Hauptquelle der Infektion bei Kindern und Jugendlichen ist außerhalb der Schule», behauptet Prof. Dr. Matthias Keller vom Vorstand der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (ohne dies allerdings belegen zu können).

Nur acht von mehr als 600 infizierten Kindern und Jugendlichen hätten sich in der Schule angesteckt, sagt Michael Kabesch von der Universitätskinderklinik Regensburg. Seine Beweisführung: In der Schule würden Corona-Maßnahmen eingehalten – während dies im privaten Umfeld nicht unbedingt der Fall sei. (Welche Corona-Maßnahmen, so möchte man zurückfragen: Im Klassenraum gilt keine Abstandsregel, die Maskenpflicht nur sporadisch und mit der Hygiene ist es allzu oft auch nicht weit her. Zu Hause sitzen dagegen äußerst selten 30 Kinder in einem Raum über Stunden zusammen.)

Die Sicherheit, mit der die Ärzte die Ansteckungsorte identifiziert haben wollen, verblüfft auch noch aus einem anderen Grund: Seit Oktober ist bekannt, dass die Gesundheitsämter in Deutschland drei von vier Infektionsketten gar nicht mehr nachvollziehen können. Erstaunlich, dass dies von den Krankenhäusern aus besser gelingen soll.

Seit Oktober stellen die Ärzte einen Anstieg der Infektionen unter Kinder und Jugendlichen fest

Wie in der Gesamtbevölkerung seien die Infektionen bei den Kindern in den Kliniken seit Oktober allerdings deutlich angestiegen auf 1,3 Prozent, so müssen die Mediziner einräumen. Warum wohl? Alles deute darauf hin, dass sich bei den steigenden Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen der Anstieg der allgemeinen Zahlen spiegele, sagt Prof. Dr. Johannes Hübner von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (Aha). Es müsse gelingen, die Ausbreitung des Virus insgesamt einzudämmen – damit sei auch Schulproblematik in den Griff zu bekommen (Ach so).

Könnte nicht der Schulbetrieb selbst womöglich ursächlich für den drastischen Anstieg der Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen sein, den auch das Robert-Koch-Institut beobachtet? «Es gibt einen internationalen Konsens, dass Schulen nicht das Hauptrisiko bei der Verbreitung von Sars-CoV-2 sind», behauptet Hübner. Den gibt es keineswegs: Deutschlands Nachbarn Polen und Österreich beispielsweise haben ihren Schulbetrieb mittlerweile wieder komplett auf Fernunterricht umgestellt.

Tatsächlich werden auch in Deutschland immer mehr Corona-Ausbrüche an Kitas und Schulen festgestellt (News4teachers berichtet ausführlich über die großen Ausbrüche in Schulen der vergangenen Tage). Die bisherige Haltung der Bundesländer, dass Schulen generell keine Treiber der Pandemie seien, sei «nicht mehr haltbar», hatte deshalb auch der Direktor des virologischen Universitätsinstituts in Düsseldorf, Prof. Dr. Jörg Timm, am Wochenende festgestellt. Kleinere Kinder steckten sich zwar seltener mit dem Virus an, könnten es aber weitergeben. Kinder ab zwölf seien «genauso ansteckungsfähig wie Erwachsene.» Timm: «Daher spielen Schulkinder definitiv eine Rolle.»

«Das Schließen von Schulen hat katastrophale Langzeitfolgen»

Die Kinderärzte ficht das nicht an. Schulschließungen seien für Kinder schwerwiegend, warnt nun Hübner. «Das Schließen von Schulen hat katastrophale Langzeitfolgen.» Etwa habe sich gezeigt, dass häusliche Gewalt steige. Richtig ist: Die häusliche Gewalt hat Studien zufolge während des Lockdowns im Frühjahr tatsächlich zugenommen. Dass die Schulschließungen dafür ursächlich sind, dafür gibt es allerdings keine Belege. Eine wesentliche Ursache könnte auch darin liegen, dass die Jugendämter in Deutschland die Besuche von Familien in prekären Situationen während der ersten Welle der Pandemie eingestellt hatten.

Die Mediziner verweisen auf Daten aus Österreich, nach denen die Infektionszahlen in einer bestimmten Altersgruppe junger Menschen bei Schulschließungen sogar eher angestiegen seien. (Der angebliche Befund hat Kanzler Sebastian Kurz am vorvergangenen Wochenende nicht daran gehindert, die erneuten Schulschließungen in Österreich zu verkünden.) In den Niederlanden gebe es wiederum Zahlen, nach denen sich Lehrer seltener infiziert hätten als der Durchschnitt der Bevölkerung, behauptet Keller. Fakt ist: In Deutschland sind nach Daten des Robert-Koch-Instituts mittlerweile zehn Erzieher/Lehrer an Covid-19 verstorben. Einen wissenschaftlich fundierten Vergleich von Corona-Risiken verschiedener Berufsgruppen gibt es bislang nicht.

Die Mediziner sehen auch die Behauptung bestätigt, dass Kinder und Jugendliche sich weniger leicht anstecken als Erwachsene. Die Gründe dafür seien nicht vollständig geklärt, wahrscheinlich seien es mehrere Faktoren verantwortlich, sagt Hübner. Vielleicht würde ein Blick in den Covid-19-Steckbrief des Robert-Koch-Instituts helfen: „In Studien, in denen Kontaktpersonen von infektiösen Personen untersucht wurden, zeigte sich bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen meist eine geringere Empfänglichkeit“, so heißt es dort. Aber: „Die Ansteckungsrate durch Kinder war in Studien ähnlich hoch wie bei erwachsenen Primärfällen. Studien zur Viruslast bei Kindern zeigen keinen wesentlichen Unterschied zu Erwachsenen.“

«Lieber Maske auf als Schule zu», meint Dominik Ewald, Vorstand des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Bayerns. Es müsse in der Schule Abstands- und Hygieneregeln geben (die es aber eben nicht gibt). Wichtig sei auch, dass die Regeln ebenfalls auf dem Schulweg eingehalten würden (was in den überfüllten Schulbussen eben nicht geschieht).

Ein andere Kinderärzte-Organisation fordert die Einhaltung der AHA-L-Regeln in der Schule

Am vergangenen Freitag hatte sich die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) in einer Stellungnahme dafür stark gemacht, Abstandsregel und eine generelle Maskenpflicht im Unterricht einzuführen – in den angeblich sicheren Schulen also. „Auch unter hohen SARS-CoV-2 Infektionszahlen können Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche geöffnet bleiben, wenn die Hygieneregeln (AHA-L) eingehalten werden“, so heißt es wörtlich.

Dass das in der Praxis nicht der Fall ist, haben die in der DAKJ organisierten Kinderärzte – anders offenbar als ihre oben zitierten Kollegen – mittlerweile wahrgenommen. „Wenn im Sekundarschulbereich wegen Platzmangel nicht alle Schüler gleichzeitig unter Einhaltung der AHA-L-Regeln unterrichtet werden können, ist es dennoch wichtig, dass alle Schüler jeden Schultag in der Schule sind, damit der Tag strukturiert wird und kontinuierlich persönliche Kontakte gepflegt werden“, so stellt die DAKJ fest.

Heißt: Wenn Unterricht in kleinen Lerngruppen in Schichten stattfinden muss – wie das Robert-Koch-Institut empfiehlt -, dann bitte so, dass der Wechsel am gleichen Tag stattfindet. Darüber lässt sich wenigstens diskutieren. News4teachers / mit Material der dpa

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Mehr Informationen dazu – gibt es hier.

Corona? „Gehört zum alltäglichen Risiko.“ Wie eine Ärzte-Lobby politischen Druck macht, Schulen ohne Einschränkungen zu öffnen

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94 KOMMENTARE

  1. Ich verstehe nicht warum den Wissenschaftler gerade nicht ernstgenommen werden. Selbstgebastelten „Studien“ sind Müll. Americanische Sprichwort: Garbage in garbage out.

    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.5694/mja2.50823

    „Detecting paediatric cases may be particularly difficult because of the high prevalence of asymptomatic infection in children. In a prospective seroprevalence study of the children of health care workers in the United Kingdom, 50% of infections were asymptomatic. In a study of paediatric cases largely identified via contact tracing in South Korea, 66% of symptomatic children had symptoms which had been mild enough to go unrecognised, and only 9% were diagnosed at the time of symptom onset.“

    „Schools are clearly neither inherently safe nor unsafe. The risk associated with these settings depends on the level of community transmission and must be continuously evaluated. Schools must not remain open for face‐to‐face teaching in the setting of substantial community transmission. In regions where community transmission is low, risk reduction strategies should be implemented in schools as a matter of urgency.“

    • Komisch.Plötzlich will die KMK eine „Studie zum Infektionsgeschehen an Schulen“ von Wissenschaftlern anfertigen lassen(www.n-tv.de). Verstehe ich nicht, da es an Schulen doch gar kein Infektionsgeschehen gibt, wie uns seit Monaten vorgebetet wird! Was sollen die Wissenschaftler da bloß untersuchen? Sie sagen auch, dass sie dann Aussagen über die bereits erfolgten „Maßnahmen“ machen können. Aha.
      Heißt für mich: Die geben eine Studie in Auftrag, deren Ergebnis wohl erst irgendwann im nächsten Jahr kommt. Bis dahin können sie keine Aussagen treffen und haben eine schöne Ausrede weiterhin garnix zu tun und auf Voll-Präsenzunterricht zu pochen.
      Traurig, aber ganz schön clever. Die hätten Versicherungsvertreter oder Gebrauchtwagenhändler werden sollen…

  2. emma
    @Redaktion
    Schade, dass dieser Artikel nicht bei ntv oder Zeit online oder sonst wo erscheinen.
    Wir hatten schon nach Quellen gesucht, da wir den Artikel vom Bund der Kinderärzte mehr als fragwürdig fanden.
    Ich bin selber seit gestern in Quarantäne, da ich einen Erstkontakt mit einem Schüler aus einer 6. Klasse hatte. Das betreffende Kind war die ganze Woche in der Schule, da es „nur“ Kopfschmerzen hatte. Erst als Geruchs- und Geschmacksstörung dazu kam, wurde es getestet. Und es sind etliche Kinder in der Schule, die über Kopf- oder Bauchweh klagen. Getestet wird kaum bis gar nicht. So kann man Zahlen auch verfälschen.
    Danke für diesen Artikel.

  3. „Nur acht von mehr als 600 infizierten Kindern und Jugendlichen hätten sich in der Schule angesteckt, behauptet Michael Kabesch von der Universitätskinderklinik Regensburg. “

    Woher hat der Herr Kabesch den diese Informationen???
    War er live dabei und hat für diese Kinder, deren Familien und deren digitale Familienalben sowie für weitere „Studien“ mit seiner Handycam dokumentiert, wie der Virus in wechselnden schrillen Farben (so sieht es auf Bildern immer aus) auftauchte und über die Kinder herfiel???

    Oha! (Nicht umsonst sagt man den Kindern in der Schule, sie sollten ihre Aufgabenlösungen am Ende noch einmal kontrollieren – da kann man schon selber noch so manchen Fehler korrigieren.)

    Irre, was alles geht!
    Man konnte in den letzten Monaten mehr lernen als in 13 Jahren Schule. Die neue A-Sozialform „hemmungsloses Rumstrunzen“ muss recht bald in den Curricula festgeschrieben werden. Man kann diese Kern-Kompetenz alleine, in variablen Kohortenstärken, aber auch in den schon oft erprobten festen 16er-Gruppen ausüben.

    (in einem „ARD-moma“-Beitrag von heute) Zu einem Teilaspekt des Themas „Kinder und Jugendliche“ sagt Michael Schulte-Markwordt, Kinder-und Jugendpsychologe: Er befürchtet keine seelischen Langzeitfolgen bei dieser Altersgruppe.
    Ob so ein Standpunkt mal Eingang findet in die Diskussionen?

    Michael Müller (derzeitiger Vorsitzender der Ministerkonferenz und Berliner OB) räumte kurz nach 7 Uhr im „ARD moma“-Interview ein, dass es unterschiedliche Infektionszahlen (je nach Schule, auch nach Jahrgängen) geben würde. Da hat er diese oben im Artikel genannte „Studie“ von Herrn Kabesch wohl noch nicht in der Hauspost gehabt? 😉
    Eine Maskenpflicht – auch in Grundschulen – würde nun empfohlen, sei aber nicht nötig … Das klingt jetzt auch nicht so vollkommen nachvollziehbar, oder?
    Der Wechselunterricht/Hybridunterricht solle schon ein Thema sein am Mittwoch. – Da sagte der moma-Reporter dann am Ende des Interviews sinngemäß „Mal sehen was davon im Ergebnis morgen übrigbleibt.“

  4. Darum geht es doch überhaupt gar nicht im Moment…Der einzig wichtige Faktor beim Gesamtthema Schule ist: die Aussetzung der Präsenzpflicht! Bildung i s t wichtig, kein Zweifel! Aber: die Risikogruppen bzw. die Angehörigen von Risikopatienten sollten endlich das Recht auf stärkeren Schutz zugebilligt bekommen.

  5. Der aktuelle Großversuch beweist doch, dass das kompletter Unfug ist. Die Schulen sind in DE der einzige Ort, an dem die Empfehlungen des RKI in keiner Weise befolgt werden. Alles andere ist entweder geschlossen oder es gibt strenge Vorschriften. Trotzdem stagnieren die Infektionszahlen auf sehr hohem Niveau. Dazu kommt die veränderte Teststrategie, so dass die Zahlen in Wahrheit vermutlich weiter steigen. Ob das wirklich so ist, werden die Sterbezahlen der nächsten Wochen zeigen.

    Die Kinderärzte sollten lernen, langfristiger zu denken. Was schadet den Kindern wohl mehr?

    A) Monatelanges Hin und her mit ständig drohender Quarantäne und der Angst, die Eltern zu verlieren

    B) Drei bis vier Wochen komplett ohne Präsenzschule

    Ich fürchte, dass auch auf Seiten der Kinderärzte ein rein wirtschaftliches Argument dahintersteht. Wenn die Schulen für so einen Zeitraum komplett dicht sind, dann wird das auch die Anzahl „normaler“ Krankheiten deutlich senken und somit die Arztbesuche reduzieren.

  6. Meine Tochter ( 13Jh.) hat dieses Jahr das Fach Politik bekommen. Sie soll die Nachrichten verfolgen, was grundsätzlich gut ist.
    Da das Thema Corona-Pandemie dabei unumgänglich ist, beginnt sie mittlerweile Angst zu bekommen. Steigende Infektionszahlen, überlastete Krankenhäuser, Langzeitschäden, Todesopfer,… Zu erklären, dass sie in der Schule anscheinend recht sicher ist, warum sie dort die gepredigten AHA-REGELN nicht einhalten müssen, ist nicht möglich, denn es widerspricht sich aus reinem logischen Menschenverstand. Sie ging mit einem schlechten Bauchgefühl zur Schule. Auch mir bereitet es als Mutter mehr als große Sorgen. Nun ist sie, von einem auf den anderen Tag, ohne Vorankündigung, in den Wechselunterricht gestartet. (Keine Transparenz, keine Planungssicherheit für Eltern mit jüngeren Kindern… .) Sie ist erleichtert, der Unterricht macht wieder Spaß, sie ist fröhlicher! Sie will nicht wieder in die volle Klassenstärke zurück.
    Meine Tochter geht es nicht schlecht, wenn sie in den Wechselunterricht geht, sie leidet nicht unter fehlenden sozialen Kontakten, sie LEIDET unter den von den KULTUSMINISTERIEN unterlassenen , fehlenden Gesundheitsschutz an den Schulen und den dadurch geschürten Ängsten. Ja, diese Kinder gibt auch, werden aber ignoriert!
    Vielen Dank dafür ): ich bin nur noch wütend und enttäuscht.

    • Unser Sohn geht von je her nicht gerne in die Schule, da ihm das zu viele Menschen sind und alles zu laut ist. Jetzt artet der morgendliche Schulweg in unendlich zermürbende Diskussionen aus. Er lernt gerne am Stück zu Hause in seinem Tempo und liest tatsächlich auch mal die eine oder andere Info mehr. Ihn stoeren die Kinder in der. Viel zu großen Klasse. Jetzt ohne Abstand etc. Hat er nur Angst. Didaktisch die. Besten Voraussetzungen für das Lerrnen, wenn das unter Angst passiert.
      Den Schultransport übernehmen wir selbst, da von den versprochenen Bussen keiner bei uns angekommen ist. Ein Schulzentrum mit 5 Schulen und rund 5000 Schülern, die sich jeden Tag dicht an dicht ohne Masken draengen. Es ist eine Zumutung. Schon ohne Corona gewesen. Ich weiss gar nicht, wo der Irrglaube her kommt, dass Schule der alleinig gluecklich machende Ort ist? Wir habenn Lehrer, welche sehr guten digitalen Unterricht machen und waren vor den Sommerferien mit allen Inhalten komplett durch. Die Schule besteht nicht nur aus Kindern aus Brennpunktfamilien und Kindern mit Lernproblemen. Auch das Bild wundert mich sehr und damit das undifferenzierte Herangehen an die Situation.
      Wir haben als Eltern Anzeige bei den Behörden für Arbeitssicherheit erstattet. Ein Weg, der auch den Kindern frei steht. Vielleicht mal mit ein paar Bildern spicken aus dem Treppenhaus, Bus, der Pause….

        • ….und Lehrkräfte! Alle Organisationsteilnehmer müssen geschützt werden. Und da gäbe es noch X Maßnahmen, welche man vor Wechselmodellen etc. ergreifen könnte, wenn man denn den Schulen die Kompetenz gäbe.
          So wie das an den meisten Schulen gehandhabt wird, ist das eher ein Drama und ich weiß nicht was besser ist – geregeltes Trennen von Klassen oder nicht kalkulierbarer Unterrichtsausfall und die Gefährdung von mir anvertrauten Minderjährigen und Mitarbeitern.
          Was die Länder beschließen, erinnert mich an einen trotzigen 5-Jährigen, der nicht machen will, was Mutti sagt. Selber keinen Plan haben, aber Hauptsache Kontra.

      • Es wäre für uns alle sehr interessant, wie sich die Sache mit der Anzeige weiterentwickelt. Ich finde das sehr mutig und es wäre wohl ideal, wenn diesen Weg mehr Eltern an möglichst allen Schulen gehen würden!
        Gibt es bei Ihnen einen Blog oder Ähnliches, wo man „Mäuschen spielen“ kann?

  7. Boa, ich glaub es einfach nicht!!!!
    Bekommen die Kinderaerzte jetzt auch einen Bonus, das so etwas der Oeffentlichkeit praesentiert wird????
    Das Thema der haeuslichen Gewalt in bestimmten Zielgruppen gibt es auch ohne Hybrid-, Digitalunterricht und es ist ein lange bekanntes Problem, was jedoch JETZT!!! nicht als Argument gelten kann, allen der Gesundheitsgefahr auszusetzen!!!!

    Werte Kinderaerzte, warum gibt es denn jetzt immer mehr Hotspots in Schulen/Kitas, wenn die Schulen soooo sicher sind?????
    Und noch eine wichtige Frage:Warum bekommt man keinen Termin beim Kinderarzt und/oder nur nach ewigen Diskussionen und in etlichen Wochen????

    Andere Laender sind schon schlau geworden, als die Zahlen explodiert sind und haben in Bezug auf die Bildungseinrichtungen reagiert.
    Warum geht das in Deutschland nicht????

    • Die Kinderärzte sind ein Treiber der Corona-Leugner kann man nur passend zusammenfassen.

      Man recherchiere nur mal im Bereich der Corona-Leugner im Internet wie viele Ärzte und besonders Kinderärzte sich da tummeln. Tja, die Frage ist warum?
      Ich habe keine Antwort.

    • Weil in Deutschland das Funktionieren der Wirtschaft-sprich die Präsenz am Arbeitsplatz wichtiger ist, als die Gesundheit von Schülern, Lehrern und Erzieher/innen!
      Dank unseren tollen 16 Kultusminister/innen und Ministerpräsident/innen.

  8. Was für ein Dummheit jeden Tag stribt einer die denken ist Spaß Grad an Schulen Kita ist Risiko jedes Mal Kinder krank mit fiber und das ist gut oder was wollen die warten bist Kinder auch jeden Tag sterben Dan was machen die was im Fersen zeigt man nicht das jeden Tag einer tot ist 20 Jahre 20 Jahre 37 Jahre jeden Tag

  9. „obwohl Schulschließungen gar nicht erwogen werden“….? Offiziell nicht- aber inoffiziell haben alle Firmen in Deutschland schon im Sommer die Info bekommen, das Sommer- wie Winterferien 2 Wochen vor- und 2 Wochen nachgezogen werden! Ich weis es, weil ich unter anderem in der Lebensmittel Branche tätig bin. Warum schenkt man Ärzten Plötzlich keinen Glauben?? Was ist mit Schweden? Warum läuft dort alles normal ab? Es trägt nur der eine Maske, der sich freiwillig schützen möchte! Es schließt nur der seinen Laden, wer es freiwillig möchte! Warum berichtet ihr so wenig über Schweden? Oder wieviele Demonstranten TATSÄCHLICH demonstrieren! IN ALLEN LÄNDERN! Was ist mit Polen? Kein Wort darüber, wieviele Demos es dort deshalb gab… das alles bekommt man nur in ausländischen Medien mit- aber in DE wird alles verschwiegen und nur eine Seite gezeigt. Seit einem Jahr, hören wir nichts anderes mehr! Jeden Tag! Jede Stunde! Nur Corona! Gehirnwäsche pur! Was ist mit all den anderen Problemen die wir vorher hatten?? Sie werden verschwiegen! Die Bauern z.B. dürfen nicht mehr protestieren, weil Demos verboten wurden… was ist mit dem Kinderschänderproblem? Warum können wir dort nicht so hart und schnell durchgreifen??!! Es bringt der Regierung kein Geld… schon klar.. wir sollen also nur Arbeiten gehen, einkaufen dürfen wir auch noch zum Glück… damit der Staat davon leben kann-aber Familien und Freunde treffen dürfen wir nicht. Klingelts??

    • Sorry, das ist Blödsinn – wir sind auch „eine Firma“ und haben selbstverständlich keine Information bekommen, dass die Schulen wieder schließen sollen. Von wem denn, bitteschön? Glauben Sie ernsthaft, eine geheime staatliche Institution verteilt unter der Hand Informationen an ausgesuchte Empfänger?

      Was mit Polen ist, lesen Sie im Beitrag oben. Schweden verschärft gerade seine Maßnahmen zum Corona-Schutz, weil die Infektionen dort mit dem bisherigen lockeren Kurs nicht in den Griff zu bekommen sind. Und was jetzt Kinderschänder in diesem Themenfeld zu suchen haben, erschließt sich uns überhaupt nicht.

      Fundierte Hintergründe zum morgigen Bund-Länder-Gipfel und zur Debatte um die Schulen gibt es hier: https://www.news4teachers.de/2020/11/vor-dem-gipfel-merkel-macht-druck-auf-die-laender-die-lerngruppen-zu-halbieren-und-maskenpflicht-im-unterricht-durchgaengig-zu-erlassen/

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

    • @Miss N: Wenn alles verboten würde müsste diese Art von Geschreibsel, wie Sie es hier abliefern, schon lange verboten sein. Ich schlage vor, Sie informieren sich erst einmal anhand normaler Recherche, wie es jeder normal intelligente Mensch macht, um für sich, anhand mehrerer Quellen, eine Meinung zu bilden. Das wäre allemal besser, als sinnloses, von Querdenkern und Aluhut Trägern unausgegorenes Gelaber nachzuplappern.
      Menschen die hier schreiben haben echte Probleme und Sorgen-und wenig Lust, infantile Beiträge wie den Ihren, auch noch ertragen zu müssen!

  10. Nur Leute verarschen. Eine Studie in Ferienzeiten durchführen, die halten die Leute alle für blöd. Geht raus in die Schulen und Kitas und testet alle durch und dann schauen wir mal. Jeden Tag stehen Fälle von Grundschulen, Schulen und Kitas in der Zeitung. Aber traurig, wenn die Schulleiter gezwungen werden Fälle zu unterdrücken. Die feigen und verlogenen Säcke, glauben alle die Leute seien alle blöd. Warum sterben dann täglich an die 250 Leute daran. Auch Kinder können schwer erkranken oder später können Langzeitfolgen auftreten. Dann hat wieder keiner Schuld oder das kommt nicht von Corona. Tag ein Tag aus werden wir belogen.

    • Kinderärzte?
      Sind das die, die niemanden ohne Voranmeldung mehr in die Praxis lassen?
      Sind das die, die Kinder gar nicht mehr testen wollen?
      Sind das die, die nach der neuesten „Ad Hoc- Analyse von Routinedaten“, eine Infektion bei 0,5 % der getesteten (überwiegend symptomlosen) Kinder als niedrig einstufen? Irgendwie scheint das mit den Prozenten schon immer schwierig zu sein… Denn das Ergebnis bedeutet ja nichts anderes, als dass im Durchschnitt an jeder Schule mit 1000 Schülern 5 meistens unerkannt infizierte Kinder herumlaufen/herumrennen/herumschreien. Da schrillen bei mir eher alle Alarmglocken! Mir wäre eine Infektionsquote von 0,05 % wesentlich sympatischer gewesen! (Da könnte ich mir wenigsten noch einreden, dass das eine unentdeckte Kind vielleicht gerade durch eine andere Schule tobt…;))
      Auch die andere angeführte Studie aus Österreich („…10.000 Tests an Lehrern und Schülern lediglich [sic!] 40 Tests (0,4%) positiv…“) beruhigt mich überhaupt nicht, eher im Gegenteil! Auch das heißt nämlich nichts anderes, als dass an meiner Schule (durchschnittlich) gerade 4 positive Lehrer/Schüler herumlaufen und das selbst wahrscheinlich nicht wissen…

      • Toller Beitrag. Ich möchte Sie aber bisschen beruhigen. Maximal 10% der Corona Toten sind AN Corona gestorben. Bleiben sie gesund.

        • Wie wäre es denn, nicht einfach nur Unsinn nachzuplappern, sondern sich selbst mal bei seriösen Quellen zu informieren?

          Wer lesen kann, ist hier klar im Vorteil.

          „….Aufgrund dieser spezifischen Befunde konnte die Erkrankung bei 82 % der Obduzierten als wesentliche bzw. alleinige Todesursache festgestellt werden. Diese Patienten starben nicht mit, sondern AN ­COVID-19….“

          Nachzulesen unter folgendem Link: (dafür muss man aber schon mal bis zum Schluss des Artikels durchhalten….)

          https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/die-meisten-sterben-an-corona-nicht-mit/

          • Liebe Hasskappe,
            ich glaube, Beleidigungen des IQ eines anderen ist nicht zielführend. Ein sehr kluger Mann hat einmal zu mir gesagt: „Das mit den Thesen und Belegen ist immer so eine Sache. Man stellt eine These auf und dann sucht man nach Belegen, die diese These unterstützen – selten sucht man gezielt nach Belegen dagegen.“
            Das ist im Augenblick, denke ich, der Kern. Jeder sucht sich die Seiten im Netz, die seine Meinung unterstützen. An Meinungen und „Untersuchungen“ in jedem Bereich mangelt es ja kaum.
            Ich persönlich wäre froh, wenn es mal eine Studien dazu gäbe, wie willkürlich Regeln, die vom Ministerium herausgegeben werden, von Lehrern umgesetzt werden. Ein Lehrer an unserer Schule hat zu den Kindern gesagt: „Es ist mir scheißegal, ob ihr alle krank werdet. Das Fenster bleibt auf.“ A) Wie vulgär B) Wie schön, dass diesem Menschen die Verantwortung für kleine Menschen übertragen ist, die sich nicht wehren können. Wer bei 2 Grad Celsius ALLE Fenster eines Klassensaales die komplette Unterrichtszeit (auch in Doppelstunden) ganz öffnet, sodass der Raum auskühlt und auch die Kinder, die darin sitzen, ist meiner Meinung nach ….. Ich erwäge ernsthaft, die Lehrer anzuzeigen.
            Es ist nicht so, dass ich nicht verstehe WARUM die das so machen. Sie stellen ihr Bedürfnis nach Sicherheit über das Wohl des Kindes. Eine Freundin von mir arbeitet auf einer Covid-Intensivstation. Wenn die ins Zimmer geht, weiß sie, was auf sie zukommt und kann sich entsprechend schützen. Das ist Lehrern und Schülern leider verwehrt. Mit halben Klassen, wäre das Problem auch nur halb so groß. Ich kann das wirklich verstehen und stehe in dieser Hinsicht vollkommen hinter allen Lehrern, die am Nachmittag nach Hause gehen, zu den eigenen Kindern, Eltern….
            Aber die Egoschiene auf Kosten der Kinder zu fahren, geht einfach gar nicht!!!!!! Die sind nicht freiwillig da und werden auch nicht freiwillig geschickt!!!
            Ich sehe keinen Sinn darin, das Immunsystem in diesen Zeiten bewusst zu schwächen. Vielleicht hat ihr Lungenarzt im Netz auch dazu etwas beizusteuern???

  11. Der Landkreis Passau (Prof. Matthias Keller, Chefarzt der Passauer Kinderklinik) hat eine aktuelle Inzidenzzahl von 311,43 mit steigender Tendenz und belegt in der bundesdeutschen Hitliste Platz 6.
    Passauer Presse am 18.11.2020: Die Ausfälle in den Schulen durch Corona häufen sich zunehmend. Im Pressebericht wird erstmals darauf verzichtet, die Zahl der betroffenen Schüler explizit zu benennen.

    Da würde ich gerne mal eine plausible Erklärung zu hören.

    • Das Verschweigen scheint Methode zu haben, es wäre ja noch schöner, wenn das ganze Ausmaß an betroffenen Schulen bekannt wäre.
      Unsere Schule ist komplett in Quarantäne, aber auf der Karte mit betroffenen Schulen auf der Webseite vom Kultus tauchen wir (und mindestens zwei weitere Schulen) erst gar nicht auf.

    • Dt. Kinderärzte können das leider so sehen, Ihr Klientel verstirbt durch Corona selten, im Gegensatz zu den anderen ärztlichen Disziplinen. Die Gynäkologen, Internisten mit allen Fachrichtungen und die Hausärzte müssen sich mit dem Chaos und den Folgen hingegen auseinandersetzen.

  12. Das Thema „häusliche Gewalt“ hat mit der Pandemie rein garnichts zu tun und wird hier nur vorgeschoben, weil es gerade gut in den Kram passt. Dieses Thema ist natürlich dennoch sehr ernst zu nehmen. Als „Totschlagargument“ gegen Hybridunterricht darf es aber keinesfalls missbraucht werden. Wer denkt an diese armen Kinder an Wochenenden, Feiertagen oder in den Ferien? Die MP und KM jedenfalls nicht! Es besteht außerdem jederzeit die Gefahr, dass komplette Klassen oder ganze Schulen in Quarantäne müssen.
    Hybridunterricht kann viele Leben retten und vor Spätfolgen einer Coronainfektion schützen – bei Schülern, Lehrern, Angehörigen und Mitinsassen vollgestopfter Busse. Ist das weniger wert als zwanghafter Voll-Präsenzunterricht, bei dem mittlerweile eh fast die Hälfte nur noch aus sinnlosen Vertetungsstunden mit Videovorführung oder Spazierengehen besteht? Was bloß, gibt es da noch zu Überlegen?
    Die derzeit „arbeitslosen“ Sportlehrer könnten für Härtefälle locker die Notbetreuung sicherstellen und, zumindest in den unteren Klassen, auch Hilfestellungen bei den „Home-Aufgaben“ in der Schule geben. Damit müssten doch eigentlich alle sicher und zufrieden bis zu den Weihnachtsferien kommen.

    • Häusliche Gewalt, Armut und Misshandlung, diese Themen haben bis zur Pandemie eine marginale Rolle in der Politik gespielt und werden plötzlich als Argument für offene Schulen hervorgeholt. Für wie dumm hält man die Bevölkerung?
      Diese Bereiche sind seit Jahren völlig unterfinanziert und unterbesetzt. Gewalt in Familien sollte auch weniger Sache von Sozialarbeitern als Aufgabe der Polizei sein.

  13. Es ist schwierig, wenn in einem Artikel auf der einen Seite die mangelnde Transparenz bzgl. des Ansteckungsortes bei Schülern in der Kommunikation durch die Ärzteschaft kritisiert wird, andererseits in diesem Artikel bei den bedauernswerten 5 an Covid verstorbenen Lehrern aber ebensowenig erwähnt wird, wo sie sich infiziert haben.
    Ebensowenig wurde die Behauptung aufgestellt, dass im Frühjahr die zu Hause gebliebenen Schüler ursächlich für die Zunahme häuslicher Gewalt waren. Sie waren der aber selbstverständlich verstärkt ausgesetzt, darüber sollte wohl Konsens bestehen.

    Es sollte außer Frage stehen, dass der Dienstherr Lehrern gegenüber eine Fürsorgepflicht hat. Das betrifft Lehrer wie auch alle anderen Berufsgruppen. Ob Lehrer einen vergleichbaren Risiko ausgesetzt sind wir z. B. Pfleger, Ärzte oder Fahrschullehrer, kann man sicher bestreiten.
    Die Rechte von Kindern sollten aber nicht geringer gewertet. Und die Folgen für Kinder, wenn Präsenzunterricht nicht stattfinden kann, sind sowohl bildungstechnisch als auch sozial noch überhaupt nicht absehbar. Positiv werden sie sicher nicht sein…

    • Niemand weiß, wo sich die zehn an Covid-19 verstorbenen Lehrer/Erzieher angesteckt haben – woher auch? Das Robert-Koch-Institut listet die Todesfälle auf, und zwar hier: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Nov_2020/2020-11-23-de.pdf?__blob=publicationFile

      „Ob Lehrer einen vergleichbaren Risiko ausgesetzt sind wie z. B. Pfleger, Ärzte oder Fahrschullehrer, kann man sicher bestreiten“, schreiben Sie. Man kann alles bestreiten. Die Frage ist, wie überzeugend das ist – angesichts des Settings im Unterricht mit 30 Kindern plus Lehrkraft (bzw. 15 Kindern samt Erzieher) über Stunden weitgehend ungeschützt in einem Klassenraum. Unter solchen Bedingungen, die in keiner Weise dem geltenden Arbeitsschutz entsprechen, muss keine andere Berufsgruppe arbeiten.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • Ich denke, dass an einem nicht unbeträchtlichen Teil der Arbeitsplätze das Infektionsrisiko nicht geringer ist als in der Schule. Bei uns jedenfalls werden Hygienemaßnahmen groß geschrieben; die Kinder sitzen z. B. mit größtmöglichem Abstand – auch zum Lehrer, es gibt strikten Frontalunterricht, ständig werden die Hände desinfiziert, gewaschen, Unterricht findet seit geraumer Zeit nur mit Masken statt (im gesamten Innen- und Außenbereich Pflicht) , gelüftet wird auch sehr häufig und in Kürze werden noch Luftfilter eingesetzt, Elternsprechtage werden online durchgeführt, Schwangere und Lehrer mit Vorerkrankungen werden konsequent von der Präsenzpflicht befreit.

        Obwohl wir uns in einer Gegend mit hohen Infektionszahlen befinden, gab es bei uns an der Schule und im Hort noch keinen einzigen Fall.
        Von solchen Zuständen – und konsequentem Einhalten der Auflagen – können Verkäufer, Taxifahrer, Personal im Gesundheitswesen, Polizisten, aber auch viele Büroamgestellte nur träumen.

        Ich habe selbst mehrere Lehrer im engsten Familienkreis und bekomme schon mit, dass es Unterschiede gibt. Gestern war ich auch überrascht, in einer Aufnahme aus Neukölln in der ARD die Schüler einer geteilten Klasse dicht bei dicht sitzen zu sehen. Aber in solch einem Fall sollte dann auch der Lehrer einschreiten (können) .
        Insgesamt sehe ich die Lehrer bei uns recht gut geschützt. Die Fälle der positiven Lehrer im Umkreis sind auch laut Tagespresse eher auf Infektionsquellen außerhalb der Schule zurückzuführen.

        • 3Kindmutter
          Dann haben Sie verdammtes Glück, dass das an Ihrer Schule so gehandhabt wird.
          Ich kann meine SUS nicht auseinandersetzen- kleiner Raum mit voller Klassenstärke.
          Ich kann daher keinen Sicherheitsabstand halten. Laut dem, CO2 Messgerät, das ich mir privat gekauft habe, blinkt nach 10 Minuten der Alarm. Die Temperatur beträgt dauerhaft 16°C wenn die Außentemperatur 10°C beträgt.
          7 Tages Inzidenz liegt bei uns seit Wochen rund um 200.
          Daher FINDEN Sie vielleicht, dass Lehrkräfte gut geschützt werden.
          Fakt ist, dass es auf die meisten Schulen nicht zutrifft.( und alleine in meiner Kernfamilie habe ich täglich 3 Schulen als Grund für meine Aussage ).

        • @3Kindmutter. Träum weiter. Die Realität in der Schule sieht sicherlich anders aus. Wir verkaufen das Hygienekonzept auch an Eltern. Leider ist die Wahrheit das Gegenteil.

  14. Die Inkonsistenz der Regelungen sowie die Inkompetenz des Kultusministeriums grenzt an Wahnsinn. Wenn man so etwas liest kann man durchaus nachvollziehen warum einige Teile der Bevölkerung dem „Querdenken“ verfallen.

    Wenigstens stehen wir am Ende der Amtsperiode und nicht am Anfang. Ich bin gespannt auf die nächsten Wahlergebnisse mm…

    • Also WEN soll man denn da bitte wählen können? Diese Frage ist sachlich und ernstgemeint. RLP Stefanie Hubig ist SPD, wählt sowieso keiner. In NRW ist FDP, wählt ja auch keiner. Soweit ich überflogen habe, sind die Kultusministerien in folgenden Parteien: CDU, SPD, FDP und Linke. Bleiben höchstens noch die Grünen, denn die AFD ist eine Außenseiterpartei.

  15. Die Meinungen der Kinderärzte und Allgemeinärzte zu diesem Thema werden leider häufig überbewertet. Das ist so, als wenn ich einen Handwerker bitten würde, eine verlässliche Aussage über die Statik eines Hauses zu machen. Dafür fragt man besser den Architekten.

    Ärzte sind Profis in der täglichen Behandlung von Patienten, sind in der Regel aber nicht ausreichend qualifiziert dazu, ein Infektionsgeschehen objektiv in ihrer Ganzheit zu verstehen und zu bewerten. Dazu haben sie auch gar nicht die Ausbildung und ihre persönliche Einschätzung beruht auf einer subjektiven Wahrnehmung aus ihrer täglichen Praxis. Hier sollte man lieber den Virologen oder den Mikrobiologen zu Rate ziehen, der auf diesem Bereich forscht und die entsprechende Kernkompetenz mitbringt. Auch da ist natürlich nicht alles Gold, was gesagt wird, aber in der Regel werden die Daten fundierter und strukturierter, eben wissenschaftlich korrekter, erhoben.

    Versteht mich nicht falsch: Ärzte leisten – unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit – einen beeindruckenden Beitrag in dieser Pandemie (Lehrer und Erzieher auch, by the way), aber eben auf einem anderen Gebiet, nämlich bei der Diagnose und Behandlung der Covid-Erkrankten.

    Und zu den Kinderpsychologen: Ich kann mir nicht ganz vorstellen, dass Kinder im Homeschooling psychologisch so großartig leiden, nur weil sie ihre Schulkameraden mal ein paar Wochen lang nicht täglich sehen. WARUM? Weil sonst aufgrund der jährlichen 6-wöchigen Sommerferien unsere Kinder längst pychologische Langzeitschäden hätten. Klar, sie sind dann ja mit der Familie im Urlaub, bei Verwandten auf Besuch usw., aber eben trotzdem sehr lange ohne Kontakt zu Mitschülern.

    • Architekt und Statik – zwei Welten begnen sich. Statiker sind Bau-Igwl, und bei denen ist die statik auch in besseren Händen.

      • Danke, korrekt. Wenn ich meinen Eintrag editieren könnte, würde ich die Begriffe jetzt noch austauschen.

        Aber man versteht hoffentlich, worauf ich hinaus will.

  16. Besonders fatal finde ich es, Schlussfolgerungen aus Reihenuntersuchungen (das ist keine Studie) lautstark und pressewirksam zu kommunizieren – ohne die zugrundeliegenden Daten zu veröffentlichen.
    Das verspricht Herr Prof. Keller seit gestern, mal sehen, wann es soweit ist.
    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das genau so minutiös geplant war wie die Veröffentlichung der „Gemeinsamen Stellungnahme“ von Gassen, Streeck usw., die dann im Nachhinein gar nicht so gemeinsam war. Der Termin war sicherlich nicht zufällig!

  17. Wir haben auch so einen „Kinderarzt“ – der meinem 100% behinderten Kind mit Pflegegrad 4 eine Schulbefreiung wegen Corona nicht geben möchte, da die Sozialkontakte SO WICHTIG seien. Dieses Land gibt einem immer mehr das Gefühl, ein unfreier Mensch zu sein.

    • Ein ehemaliger Kinderarzt hat mir mal allen Ernstes erzählt, er hätte seine Kinder (als sie kleiner waren) auch im Winter (!) barfuß in den Kindergarten geschickt wenn sie morgens beim Anziehen Theater gemacht hätten. Und unser Rektor würde seine Grundschulkinder auch (Magen-Darm-)krank mal für ne halbe Stunde alleine zuhause lassen.

      Mein Glaube an die Intelligenz, gesunden Menschenverstand und artgerechte Kinderhaltung von studierten „Leistungsträgern“ ist inzwischen restlos erschüttert.

      Und unsereins muss sich als Helimom beschimpfen lassen wenn man einfach nur versucht, seine Zwerge (und sich selber) wenigstens halbwegs unbeschadet am Leben zu erhalten bis sie erwachsen sind.

  18. Ich hab mir heute den A….. abgefroren.
    Wie soll das weitergehen?

    Der November ist noch recht mild. Ab nächster Woche stürzen die Temperaturen in die Tiefe!
    Das hält doch kein Mensch aus!

  19. Liebe Kinderärzte, liebe Politiker, liebe Journalisten (diejenigen die gemeint sind werden es schon merken, natürlich sind nicht alle gemeint),

    meine Kinder feiern keine Parties heimlich nach der Schule, meine Schüler auch nicht. Meine Kinder und meine Schüler wollen alles richtig machen, denn sie haben verstanden, dass am Ende der Infektionsketten, die auch unbemerkt über sie laufen können, Eltern und Großeltern sterben können. Meine Kinder und meine Schüler sind bei Verstand und erkennen, dass der wahrscheinlichste Ort, an dem sie sich anstecken könnten, der Klassenraum ist, mit 30 Schülern, ohne Mindestabstand, mal mit, mal ohne Masken. Aber dort sind sie nicht infektiös, nie. Kaum stellen sie sich aber außerhalb der Schule mit oder ohne Maske IM FREIEN zu mehr als zweit auf, kommt eine Polizeistreife vorbei und erklärt ihnen, dass sie mit schuld sind, wenn alles noch länger zu bleibt.
    Nein, so nicht. Meine Kinder und meine Schüler sind unsere Zukunft. Hört auf sie zu veräppeln, hört auf ihnen Schuld einzureden. (Und, nebenbei bemerkt, hört auf so zu tun, als würdet ihr euch außerhalb dieser Corona-Zeiten für missbrauchte und geschlagene Kinder interessieren.) IHR missbraucht gerade unsere Kinder und Jugendlichen, indem ihr ihnen Verantwortung für etwas aufbürdet, für das IHR die Verantwortung tragt.
    Wenn das Infektionsgeschehen sich nicht abschwächt und Eltern und Großeltern sterben, liegt es nicht an meinen Kindern und nicht an meinen Schülern, sondern an EUCH und euren schwachsinnigen und egoistischen Empfehlungen und Entscheidungen.

    Ich hoffe es wird nach dieser Zeit ein paar Untersuchungen geben, wann welche Entscheidung wie unsinnig war und was welche Entscheidung gebracht oder nicht gebracht hat. Und wer hier seine Kompetenzen überschritten hat. Ein Arzt ist kein Virologe oder Epidemiologe, eine Kultusministerin keine Kinderpsychologin, eine Journalistin keine Statistikerin usw.. Seid ihr von allen guten Geistern verlassen? Schaut doch einfach mal in andere Länder und nicht nur auf euren Kontostand. Hört auf die Experten. Wie wir alle seid auch ihr verpflichtet, eure Arbeit bestmöglich zu tun. Also fangt mal damit an.

    • Schade, dass solche Texte wahrscheinlich nie an der richtigen Stelle „ankommen“ und von denjenigen Personen gelesen werden, die es betrifft! Ob diese Personen dann auch verstehen würden, um was es wirklich geht, ist aber ohnehin fraglich-zu groß sind Verblendung und eigene Interessen (selbst wenn es nur die Angst ist zugeben zu müssen, dass man Unrecht hatte und hat – auch eine Form von Trumpismus in kleinen Persönlichkeiten). Diese Kultur der Ehrlichkeit muss irgendwann verloren gegangen sein…
      Trotzdem Danke.

  20. Hygiene Regeln und Abstand Regeln sind wichtig. Genug Toiletten und Putzkraefte muessen virhanden sein. Hybrid Klassen zulaessig. Verlaengerung der Weihnachtsferien durchaus eine gute Idee.
    Filter fuer Schulklassen eine Ueberlegung wert.

  21. Ich finde es erstaunlich, dass beim Thema Schule und Corona jeder Hinz und Kunz schlagartig zum anerkannten Virologen und Experten mutiert.
    Beinhaltet eine Studium der Kindermedizin auch eine fundierte statistische Ausbildung die es ermöglicht statistisch aussagekräftige Studien zu erstellen? Oder wollten die Herren sich aufgrund ihres Medizinstudiums nur auch mal zu einem Thema äußern, dass ihren Fachbereich nur rudimentär betrifft.
    Wenn es Personen gibt die man zum Thema Schulen und Corona fragen könnte dann Infektiologen die Ahnung von Corona und anderen Pandemien haben und Lehrer die die Schule und ihre Abläufe kennen.
    Und was passiert?
    Die Meinungen der meisten Infektiologen werden ignoriert.
    Die Lehrer erhalten Maulkörbe und werden nach außen von den den Kultusministern vertreten. Traurigerweise muss man dazu sagen, das die Kultusminister diese Ministerien aufgrund ihrer politischen Tätigkeit besetzen. Von Schule haben die keine Ahnung. Weder als Lehrer, geschweige denn als Schulleiter. Der letzte reale Schulkontakt war wohl der eigene Schulbesuch vor 30-40 Jahren.
    Wie das in der Politik so ist, funktioniert das Ganze dann nach dem Pipi-Langstrumpfprinzip „Ich mache mir die Welt wide wide wie sie mir gefällt“.
    Wenn die Infektiologen das nicht stützen dann werden eben die Kinderärzte zu Experten befördert.
    Am Ende führen dann die Blinden die Sehbehinderten durch die Krise.
    Wäre mir eigentlich egal, wenn die Folgen dieses Schwachsinns auch die Kultusminister und die Kinderärzte treffen würden. Leider bin ich der menschliche Schutzschild der trotz Gefahr für Leben und Gesundheit in überfüllten Räumen mit offenem Fenster die Bildungsgerechtigkeit hoch hält.
    Hab mir vorgenommen, wenn es mich trifft werde ich ins Ministerium fahren und einem möglichst hohen Mitarbeiter des Ministeriums, nach einem ausgiebigen Hände-Schütteln, meinen positiven Testbescheid persönlich in die Hand drücken. So einen wichtigen Vorgang kann man schließlich nicht der Post überlassen.

  22. Ob dann Ihre möglicherweise im DezemberJanuar folgende Lungentzündung ein Arbeitsunfall wäre? Oder, falls Coronavirus auf den geschwächten Organismus trifft und schwere lebenslange Folgen hinterließe? Ärzte und Pfleger haben es warm, sie haben Schutzkleidung und sie halten sich jeweils nur wenige Minuten in Gegenwart der Infizierten auf

  23. Diese Lehrerjammerseite ist einfach nur unerträglich!
    Wahrscheinlich packt mich einfach immer die schiere Sensationsgier und führt dann dazu, dass ich immer wieder reinschschaue.
    Bald ist sicherlich auch eine Fraktion der fleißigen Schreiberlinge dieser Seite bei den einschlägigen Demos zu finden.
    Was sollen nur alle anderen Berufe sagen, die jeden Tag Ihre Gesundheit für uns alle aufs Spiel setzen und nicht die Hälfte verdienen. Schulische Spielräume in NRW sind riesig.
    Tretet Euren Schulleitern in den Hintern und sorgt auch selber mal dafür, dass schulische Hygienekonzepte eingehalten werden. Wer, wenn nicht w(ihr)?
    Ich bin übrigens selber Lehrer an einer Schule mit über 2000 Schülerinnen und Schülern.
    Wir haben bisher keine nachgewiesene Infektion im Schulbetrieb. Seit heute den ersten covidpositiven Lehrer obwohl wir uns alle regelmäßig testen lassen.
    Bei unserern SuS das selbe Bild.
    4 Positive!
    Ach ja, die lassen sich ja alle nicht testen.

    • Welche Hygienekonzepte? Händewaschen und Stoßlüften? Im Schulhaus nur noch in eine Richtung laufen? Das ist kein Konzept, das ist eine Vollkatastrophe! Ein Konzept würde Arbeitsschutzbestimmungen beachten und die Zahl der sich in einem Raum aufhaltenden Personen drastisch reduzieren. Das wollen aber die KuMis nicht, weil ihnen dann die Eltern aufs Dach steigen. Und selbst wenn SL dies umsetzen wollten, werden sie zurückgepfipffen ( siehe Solingen).
      „Ach ja, die lassen sich ja alle nicht testen.“ Falsch, die werden einfach nicht getestet, weil es die Kinderärzte und Gesundheitsämter verweigern. Das ist ein großer Unterschied.

    • Olaf,
      wenn es an Ihrer Schule noch keine Infektion gab, können Sie von Glück sprechen. Dank Berufsschulen ist es über Azubis in einem Werk angekommen. Wen darf das Unternehmen dafür haftbar machen? Sollte sich die Infektion ausbreiten, sprechen wir von mehrstelligen Millionenverlusten! So weit denken aber Lehrer wie Sie nicht. Es geht nicht um Jammerei, sondern u.a. auch um berufliche Schulen, die Infektionen in Betriebe, Praxen und Altenheime tragen. Oder Eltern von Schülern, die dort arbeiten und sich bei ihren Kindern infizieren. Zusammenhänge denken und verstehen würde in dieser Pandemie mehr helfen als stupide Diskussionen über Ferientage oder Böller. Die Stimmung in der Industrie wird kippen, wenn die Infektionen weiter steigen.

  24. „ Wir haben bisher keine nachgewiesene Infektion im Schulbetrieb. Seit heute den ersten covidpositiven Lehrer obwohl wir uns alle regelmäßig testen lassen.
    Bei unserern SuS das selbe Bild.
    4 Positive!“

    Hä?

  25. Mit der angeblichen Studie der Kinderärzte wird doch wieder nur die selbe Zahlenakrobatik betrieben, wie sie die Kultusministerien auch gerne präsentieren. Dabei führen sie die Leute an der Nase herum. 0,53 % Infektionen unter den Kindern hört sich ja richtig wenig an. Also Schulen auf, Normalbetrieb.
    Mit diesem Argument könnte man alle Coronaschutzmaßnahmen sofort beenden, denn gemessen an der Gesamtbevölkerung haben sich, nach Überschlagsrechnung, nur 0,31 % der Menschen in Deutschland angesteckt. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass die Infektionsrate unter den untersuchten Kinder wesentlich höher ist, als unter der Gesamtbevölkerung.
    Fazit: Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast!

  26. Traue keiner Statistik / Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast!
    Das scheint das Motto dieser Tage zu sein. Man biegt sich die Zahlen hin, wie man sie braucht. Man gibt nun eine Studie in Auftrag, deren Ergebnis – meiner Meinung nach – schon in Stein gemeißelt ist. Man ignoriert die Meldungen, Brandbriefe und Kommentare der Betroffenen (Schüler, Eltern und Lehrer).
    Ich habe heute einen guten Beitrag zum Thema bei t-online gelesen. Tenor: Es ist schlichtweg Realitätsverweigerung aus ideologischen Gründen, was die Kultusminister betreiben.
    Hat schon einmal einer dieser Herr- und Damenschaften auch nur einen Tag in einer Schule unter Corona-Bedingungen verbracht? Ich wage mich, zu behaupten: Nein.
    Der Sommer wurde verschlafen, da war alles nicht so schlimm. Und unerwarteterweise kam dann der Herbst mit – o Wunder – steigenden Zahlen. Ach, wie denn das?
    Abstand halten ist nicht möglich, ich weiß es aus eigener Erfahrung, da kann ich mich noch so bemühen. Viele SuS desinfizieren ihre Hände nicht. Manche ältere SuS nehmen es mit den Masken nicht so genau. Man lässt uns mit 30 Kindern aus 30 Haushalten tagtäglich aufeinandertreffen. Die jüngeren Kinder, Klasse 5 bis 7, daddeln in den Pausen am Handy und stecken dabei die Köpfe dicht zusammen. Rechts zu gehen, fällt vielen schwer, lieber geht man zu zweit oder zu dritt nebeneinander. Auch das Lüften ist ein Witz (und wir hatten bis jetzt eigentlich Glück mit den Temperaturen).

    Warum will die Politik nicht endlich reagieren? Klar, die Kinder müssen in die Schule, damit die Eltern arbeiten können und so Geld erwirtschaftet wird. Wir sind eine Solidargemeinschaft und sollen es auch bleiben, ich verstehe und befolge vieles. Aber warum lässt man es immer noch zu, dass die SuS sich allmorgendlich in die Schulbusse quetschen müssen? Sinnvolle Vorschläge zur Beseitigung der Missstände gibt es, aber sie werdeen geflissentlich ignoriert.

    Es ist einfach frustrierend.

  27. Anderer Ansatz zur Deutung der 0,53%.
    Es wird nur bei Symptomen getestet. Da Kinder und Jugendlichemeist keine Symptome haben wird in dieser gruppe also wenig getestet. Also sollte eine entsprechende Dunkelziffer bestehen. Sagen wir mal auf eine entdeckte Infektion, 5 unentdeckte Infektionen bei Kindern.
    Dann wären 3 % der Kinder infiziert. Klingt immer noch nicht viel.
    3 % bedeutet 1 Schüler von 33 ist im Durchschnitt infiziert. Den Kontakt zu 33 Schülern schaffe ich täglich von Montag bis Freitag bis zur zweiten Pause locker.
    Also täglich etwa einen bis zwei Kontakt von 90 Minuten Dauer zu einer infizierten Person.
    Laut Risikorechner liegt hier die Gefahr, dass ich trotz Masken und offenem Fenster infiziert werde bei 0,26% (für Mitschüler übrigens durch die größere Nähe bei etwa 6%).
    40 Tage bis Weihnachten, 25 Tage bis Fasching, 30 tage bis Ostern. Hoffen wir mal das es dann im Frühling besser wird und geimpft wird. Macht 95 Schultage im Winter.
    1,5 Kontakte x 95Tage x 0,26% Risiko macht etwa 37%.
    Trotz Masken und lüften hätte jeder Lehrer dann eine 37% Chance sich zu infizieren. Wenn er aber den Abstand zu Schülern nicht einhält und mal individuell erklärt oder ein vertrauliches Schülergespräch führt, dann steigt das Risiko natürlich.
    Aber auch so ist es beunruhigend, in Kollegien mit 60 Kollegen werden bis zum Frühling also mehr als 20 Lehrer eine Infektion bekommen.
    Bei der durchschnittlichen Altersstruktur der Kollegien dürfte das nicht bei allen ohne Folgen bleiben.
    Die Überlegung basiert übrigens auf einer so genauen Datenbasis und Auswertung wie die Untersuchung der Kinderärzte. Sie besteht als aus reinen Vermutungen und Schätzungen. 🙂

  28. Ein paar Schlaglichter des heutigen Tages:

    – Es scheint auch anders denkende Kinderärzte zu geben. Unserer schreibt mein Kind z.Zt. gerne und großzügig krank (wofür ich sehr dankbar bin).
    – Meine Hausärztin fand gerade auch nur Unverständnis und Kopfschütteln über das, was in Schulen abgeht und die Stellungnahmen der kinderärztlichen Vereinigungen.
    – Unsere Schüler finden keine Praktikumsplätze, weil man sich Corona nicht in die Betriebe holen will. Wie kommt man wohl zu dieser Einschätzung? Offenbar wurde dort das Mantra der KM nicht verinnerlicht.
    – Von infizierten Schülern an der Schule erfährt man nur zufällig über den Flurfunk. (Vertrauensbildung sieht anders aus)
    – Und zum Thema gelingende Hygienekonzepte in Schulen: heute meinten einige Schüler provozieren zu müssen, indem sie mit Mehreren aus derselben Flasche getrunken haben. Na dann Prost!

    • … einige Medizinstudenten geben den Statistik-Teil samt Berechnung der Standardfehler-Abweichung für die Anfertigung ihrer Promotion lieber ‚außer Haus‘, um diese dann nach Fertigstellung in ihr Werk einzubauen!

      Hätten die Ärtzte für ihren Artikel auch lieber die Fachleute befragt 😉

  29. Solange (wie in Hessen) jedes Elternteil selbst entscheiden kann, ob das Kind Corona hat oder nicht (Handlungsanweisung für Eltern: „Wenn ihr Kind krank ist und keine ärztliche Hilfe benötigt, lassen sie es einfach zu Hause, bis es 48h lang wieder gesund war“) wird jede Statistik geschönt. Auch Kollegen die krank sind werden nicht getestet, sondern von Hausärzten als „ist ja nicht so schlimm, wird schon ne Erkältung sein“ eingestuft. Auch hier: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast ‍♀️

  30. Was ist das hier eigentlich? Verein der Lehrer gegen den Rest der Welt?
    Die Schulen sind kein Hot Spot! Die Kinderärzte haben Recht. Habe das Gefühl, dass die Lehrer hier gegen jeden schießen. Ja warum taucht denn das Thema immer wieder auf? Weil die Lehrer ständig morgen, also nicht alle, aber wenn man das hier so liest… unglaublich, dass diese Leute Kindern was beibringen sollen!

    Und was ist jetzt neu – Ferien verlängern damit wir Silvester ordentlich feiern können. Wer leidet, – Mal wieder die Kinder!
    Lasst die Schulen einfach offen, Maske auf ab Klasse 7 und gut ist. Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung und so lange der Profifußball spielt, die großen Unternehmen nicht mal ansatzweise versuchen Home Office anzubieten oder Geschäftsreisen möglich sind, so lange sind Schulen auch keine Hotspots.

    • Du solltest dich in Pippi Langstrumpf umbennen Anne Marie.
      Solange der Profi Fussball spielt, sind Schulen keine Hotspots. Das nenne ich mal wirklich überzeugend. Mal gespannt, wann der erste Kultusminister dein Argument aufgreift. Denen ist ja auch nichts zu blöd.
      Und was kommt als nächstes?
      Solange es Klopapier gibt, sind Schulen keine Hotspots?
      Solange die Sonne morgens aufgeht, sind Schulen keine Hotspots?
      Gehen Sie doch in die Politik, das Zeug dazu scheinen sie zu haben.

      • Genauso sehe ich das auch Anne Marie. Ich lese und bin viel auf diversen Homepagen unterwegs um mich zu informieren. Aber die Kommentare hier sind das interessanteste. Nur in diesen Foren wird über jede Berufsgruppe geschimpft und gehetzt. Sei es Handwerker, Politiker, Ingenieure, Bundeswehr, Kurzarbeiter, Ärzte aller Bereiche, Kranklenhauspersonal und alles was mit Dienstleistung zu tun hat. Es sind nicht alle zu dumm um Lehramt zu studieren und andere Berufe sind auch wichtig in unserer Gesellschaft.
        Es gibt auch Foren von anderen Berufsgruppen, aber dort wird nicht über Lehrer geschimpft. Auch wird dort nicht so aggressiv über die Vorgesetzten und Chefs hergezogen, wie hier die Kultusminister angegangen werden ist schon sehr zweifelhaft und geht weit unter die Gürtellinie. Es macht schon den Eindruck, dass Lehrer alles besser wissen und überall benachteiligt werden. Bitte halten Sie sich doch etwas zurück. Das ist der Grund des ganzen Lehrer-Bashings und es wird ganz sicher nicht besser.

        • Könnte die Kritik der Lehrkräfte auf dieser Seite damit zu tun haben, dass ihre Arbeitgeber sich einen Teufel um den Arbeitsschutz kümmern, der für andere Berufsgruppen selbstverständlich (und auch einklagbar) ist?

          Und könnte die Kritik der Lehrkräfte auch damit zu tun haben, dass sie sich auch für Ihre Schülerinnen und Schüler sowie deren Familien verantwortlich fühlen, die ebenfalls ohne den überall sonst geltenden Arbeitsschutz auskommen müssen?

          • Das stimmt natürlich ist auch legitim und übrigens die Pflicht eines JEDEN Arbeitnehmers dies einzufordern. Wenn dieses Wissen bei Lehrern nicht vorhanden ist, dann finde ich das schon sehr bedenklich.
            Nur warum lassen Sie sich dann über die anderen Berufsgruppen so aus? Die können nichts dafür, wenn bei Ihnen nicht alles rund läuft. Übrigens für Arbeitssicherheit ist auch jeder grösstenteils selbst verantwortlich, es wird niemandem alles nach seinen persönlichen Vorlieben serviert. Ein Teil Selbstinitiative gehört von jedem dazu und kann auch verlangt werden.

          • Schön theoretisiert. Sollen Lehrer denn selbst zur Tat schreiten, um die Abstandsregel im Unterricht einhalten zu können – und die Hälfte ihrer Klasse auf dem Schulhof verteilen? Oder sollen sie eine Maskenpflicht aus eigener Hoheit verhängen? Da muss ein Lehrer vermutlich nicht lange auf die erste Dienstaufsichtsbeschwerde warten.

            Dass sich hier irgendjemamd über andere Berufsgruppen auslässt, kann ich nicht feststellen. Wo denn, bitteschön? Außer natürlich über Kinderärzte, deren Verbände aktiv in die Politik eingreifen – das hat also gute Gründe (siehe Beitrag oben).

          • Ich werde meine Meinung über die Handwerker so lange und so oft sagen, wie mir das passt. Die schimpfen genauso über uns. Und ganz besonders Ingenieure die so viel Geld verdienen und schlecht in der Schule waren. Warum sollte ich mich von einem Handwerker kritisieren lassen obwohl er nicht studiert hat? Ausserdem lesen die ganz sicher nicht in diesem Akademiker-Forum mit.

  31. Ich bin Schulleitungsmitglied und finde die Arbeit der Kultusministerien in Coronazeiten mehr schlecht als recht. Dennoch muss ich als Mathelehrerin auch sagen, dass ich Prozentwerte von Coronafällen um 5% absolut nicht erschreckend oder beängstigend finde. Wir sind mit 0,6 % momentan weit darunter. Aber es sind ja nicht zu jeder Zeit SuS oder KuK positiv getestet. Bei uns sind es seit März 4 Fälle bei 700 SuS. Ich bin froh über jeden Tag, den wir im Präsenzunterricht haben, viele meiner Kollegen an der Schule sehen es genauso. Den meisten Kindern geht es genauso.Trotzdem sind wir vorsichtig und schicken auch Kinder, die nur Kontaktperson Kat 2 sind, ins Homeschooling. Im Verhältnis zu anderen Todesursachen in Deutschland sind die Coronatoten noch nicht so viele, S. Andere Krankheiten oder Krankenhauskeime. Das fällt unter den Tisch. Natürlich ist es für jede betroffene Familie tragisch, aber wir leben nun mal nicht unter einer Glasglocke. Das Leben ist riskant. Das sollte sich jeder immer wieder mal bewusst machen. Wenn wir über die Straße gehen, denkt auch keiner, dass man sterben kann, aber es gibt täglich Verkehrstote in Deutschland. Mein 80 jähriger Vater meint, er kann auch täglich an einem Verkehrsunfalls, Herzinfakt oder Schlaganfall sterben. Da möchte er von der Politik keine Beschränkungen haben, die den Alltag mit anderen Menschen fast unmöglich machen. Soziale Kontakte sind wichtiger als Gesundheit. Freunde und Familie sind da, wenn es einem gut geht, aber noch entscheidender ist es, dass sie da sind – sein dürfen,falls es einem schlecht geht, egal aus welchen Gründen. Eine weiße Aussage-meiner Meinung nach!!!!

    • Realist,
      erschreckend, welche Menschen Schulleitungen stellen. Soziale Kontakte wichtiger als Gesundheit? Kann man bitte alle Querdenker Pfosten in einen Ethik Kurs schicken? Für manche Schulleitungen wäre das angebrachter als der xte Leadership Kurs.

    • Wenn es einem richtig schlecht geht, nämlich auf der Intensivstation, vielleicht sogar mit Beatmung, dann ist niemand mehr da. Da muss man dann allein durch. Ich glaube, niemand möchte auf diese Weise einen Angehörigen verlieren. Schon gar nicht, nachdem man denjenigen vielleicht sogar selbst angesteckt hat, weil man sich zwar privat extrem vorsichtig verhält, in der Schule aber gezwungen ist, faktisch ohne Infektionsschutz zu arbeiten. Selbst ffp2 Masken dürften bei vielen Aerosolen im Raum an ihre Grenzen stoßen.

    • https://de.statista.com/infografik/22496/anzahl-der-gesamten-positiven-corona-tests-und-positivenrate/
      Leider sollte der mathematische Fokus nicht nur auf den Prozentzahlen der Infizierten liegen.
      Ein Blick auf die Prozentzahl der Positivtestrate der durchgeführten Corona-Tests, die laut RKI von Woche zu Woche steigt – auch bei fallender absoluter Anzahl der Corona-Tests – sollte bedenklich stimmen.

      Denn ab einer Positivrate – der durchgeführten Corona-Tests – von 5% ist nach WHO das Infektionsgeschehen dieses Landes außer Kontrolle.
      “Less than 5% of samples positive for COVID-19, at least for the last 2 weeks, assuming that surveillance for suspected cases is comprehensive.”
      https://ourworldindata.org/coronavirus-testing

      Die Grafik von Statista ist von KW 46, mittlerweile bewegen sich die Positivrate Richtung 10%.
      http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/118682/Corona-PCR-Tests-Neuer-Hoechstwert-bei-der-Positivrate

      Wer sich wie die Fußballprofis in einer Blase glaubt, dem hilft tatsächlich nur der GLAUBE!

    • @Realist:

      Mathematik und Prozentrechnung allein reicht leider nicht, wenn man die Zahlen nicht in den richtigen Kontext setzen kann. Schauen wir uns das doch mal an ein paar Beispielen an, die Sie selber anführen:

      1) Sie bringen die Verkehrstoten ins Spiel und hebeln damit Ihre eigene Argumentation aus. 2019 gab es 3059 Verkehrstote in Deutschland. Aktuell sterben jeden Tag hunderte von Menschen an Corona und wir sind bereits im fünfstelligen Bereich angekommen.

      2) Was an Ihrem Vergleich ebenfalls hinkt ist, dass man im Verkehr durch eigene Achtsamkeit sein Todesrisiko durchaus senken kann. Im (unrealistischen) Extremfall bleibe ich ganz zuhause und habe damit ein 0% Risiko oder wechsle auf Öffentliche Verkehrsmittel, bei denen das Risiko zu sterben ebenfalls massiv niedriger ist.

      Übertragen auf Corona kann ich dies im Schulkontext nur bedingt, weil a) habe ich Mitschüler und Kollegen, die sich ggf. nicht an den Hygieneschutz halten und b) gibt es Rahmenbedingungen, die durch die Kultusminister vorgegeben werden und die fast nichts zum meinem Schutz beitragen. Außerdem gibt es eine Teilnahmepflicht, der ich in den allermeisten Fällen nicht umgehen kann. Ich Nuss mich also dem Risiko aussetzen.

      Übertragen auf den Straßenverkehr hieße das in etwa folgendes: die Gefahr zu sterben steigt für Sie plötzlich um das 5-10 fache an, wenn Sie weiterhin mit dem Auto zur Arbeit fahren. Sie überlegen sich, was Sie daran ändern können, fahren vielleicht selbst etwas langsamer, möchten gern diesem Risiko ganz aus dem Weg gehen. Aber Sie dürfen nicht. Sie müssen weiterhin Auto fahren und um Sie herum fahren alle genauso schnell wie vorher weiter.

      3) Bezüglich der Annahme, dass es viele Krankheiten gibt, an denen mehr Menschen pro Jahr sterben als an Corona, liegen Sie leider auch daneben. Bei der aktuell vorherrschenden täglichen Todesrate werden wir voraussichtlich bis zum Ende des Jahre die 20000 Toten noch erreichen. Sie müßten mir jetzt einzelne Erreger oder Krankheiten benennen, die diese Quote übertreffen, um Ihre Behauptung weiter anführen zu dürfen. Die Betonung liegt hier auf „einzelnen Erregern“, d.h. einen speziellen Virus, Bakterium oder anderer einzelner Krankheit. Pauschalisierungen wie z.B. „Krebs“ fallen da weg, da die Onkologie ein riesiges Feld an extrem unterschiedlichen Krebsarten umfasst. Und natürlich fallen diese Todesursachen nicht einfach „unter den Tisch“ wie Sie behaupten, sondern es wird ernsthaft etwas dagegen unternommen und geforscht.

      Zu guter letzt noch: ihr ehrenwerter Vater hat natürlich recht, dass er jederzeit auch an anderen Dingen sterben kann. Allerdings würde er bei einem Schlaganfall nicht das Leben anderer Mitmenschen riskieren. Auch das ist bei Corona anders. Hier kann die Todesursache (die Erkrankung an Covid19) eine Gefahr für die Mitmenschen darstellen und ein leichtfertiger Umgang damit ist fahrlässig. Das vergessen leider viele.

      Also, mein gut gemeinter Ratschlag an Sie: verlassen Sie Ihre eigene Glasglocke doch auch einmal und setzen Ihre Zahlen in den richtigen Kontext.

    • @Realist

      Mit Ihrem Beitrag empfehlen Sie sich als KM/SchulmisterIn in spe.

      Bitte benutzen Sie Ihren Nickname auf allen Wahlkampfplakaten, Talente wollen (wieder-)erkannt werden.
      Aus Fehlern kann/wird gelernt werden – das gehört zum Lernprozess, wie jede Lehrkraft weiß. Darum muss spätestens auf den Wahlkampfplakaten aus dem „Realist“ eine „Realistin“ werden, wenn Sie – wie Sie oben angaben – MathematiklehrerIN sind.

  32. Wäre nett, wenn hier mal über Italien berichtet würde, wo die Schüler gerade für Präsenzunterricht demonstrieren.

    Die Politiker dort geloben auch schon Besserung, prima!

  33. Über 400 Tote heute! Langsam sollten alle aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen. Wechselunterricht wird es nicht mehr richten. Das zu glauben, ist naiv.

  34. Vom 25.11.2020 gibt es einen neuen NDR-Podcast samt Transkript – ein Interview mit Christian Drosten – unter anderem zu der ‚Auswertung der Corona-Tests an Kinderkliniken‘,

    – Wie stellt sich die Situation an den Schulen dar?
    – Wie aussagekräftig ist die Sachsen-Studie über die Rolle von Schulen in der Pandemie?
    – Taugt das Aufnahme-Screening in Krankenhäusern als Indikator für das Infektionsgesche-hen?

    http://www.ndr.de/nachrichten/info/66-Coronavirus-Update-Die-Stunde-der-Antigen-Tests,podcastcoronavirus266.html#Schulen

  35. Die Kinderärzte wollen sich ihre Patienten sichern. Wenn alle im Fernunterricht sind, dann wird keiner mehr der Kinderkrankheit und folglich bleiben ihre Praxen leer.
    Wie immer in Deutschland geht es meist nur ums Geld. Dieses Land wird stark von Lobbyisten regiert.

  36. Übrigens: In einem Geschäft dürfen pro 20 m² 1 Person anwesend sein – wurde eben beschlossen. Erkläre man mir die Verhältnismäßigkeit zu Schulklassen und deren Größe… Ich raff das nicht mehr.

    • @Reichtlangsam

      Vielleicht ist es ein Hinweis darauf, dass die Herrschaften, die die Beschlüsse fassen, weder SuS noch LuL als „Personen“ betrachten wollen?

      Dann würden die Regeln für „Personen“ automatisch in Schulen keine Gültigkeit oder auch nur Relevanz haben.
      Man kann also beliebig viele SuS und LuL in beliebig kleine Räume pferchen – es kann (!) doch gar nichts passieren.
      Das ist dann schon fast eine „Studie“ – besonders wenn man noch einen Kinderarzt an der Schule vorbeilaufen lässt.
      😉

    • @Reichtlangsam:
      Der Unterschied besteht in der Tatsache, dass die Kunden im Geschäft vor Infektion geschützt werden sollen… ?
      Warum haben Schüler und Lehrer eigentlich keine Lobby? Selbst wenn alle Entscheidungsträger Lehrerhasser wären – Familien haben diese Menschen doch, oder? Der Wunsch nach einem Besuch vom Karma wurde hier schon einmal geäußert, ich kann’s nachvollziehen.

  37. Es ist erstaunlich wie hier bewusst falsche Informationen wiedergegeben werden. Der Autor war offensichtlich im Pressegespräch. Dort wurde ausführlich die Helmholtzstudie diskutiert. Es ist beschämend wie auch in Deutschland mit FakeNews gearbeitet wird und dies bei einem
    solch wichtigen Thema. Hier werden Lehrer gegen Ärzte mit falschen Informationen aufgewiegelt.
    Zur Erläuterung:
    Die Helmholtzstudie untersuchte einen Zeitraum, in dem nur kranke Kinder getestet wurden und hat eine Dunkelziffer nachgewiesen, die im übrigen bei Kindern genauso groß ist wie bei Kindern.
    Diese Studie wird auch jetzt noch herangezogen, um auf eine die Dunkelziffer bei Kindern jetzt in der Pandemie zu schließen. Fakt ist aber und das ist die Kernaussage der Datenerhebung, dass sich das Testverhalten komplett geändert hat und auch in hoher Anzahl asymptomatische Kinder getestet werden und deshalb die Daten der Helmholtzstudie nicht mit den Daten von damals verglichen werden können.

    • Es ist korrekt, dass auf die Helmholtz-Studie von den Kinderärzten Bezug genommen wurde – wir haben den Beitrag entsprechend korrigiert. Wir bitten die Fehlinformation zu entschuldigen. Herzliche Grüße Die Redaktion

  38. Vielleicht habe ich einen blinden Fleck. Aber in der Passage, in der die Behauptung als unrichtig angeprangert wird, dass die Infektionen vor allem von außerhalb in die Schulklassen kommen, steht mit keinem Wor erwähnt, wie oft Lehrer, die von Reisen zurückkehrten, für Schließungen von Schulklassen gesorgt haben. Ehe man für eine Ausschaltung des Präsenzunterrichts plädiert, sollte man doch überlegen, ob nicht das eigene nachlässige Verhalten das Risiko viel eher erhöht. Erst danach kann über die Risiken gesprochen werden, die sich in den Räumen ergeben könnten. Aber letztlich waren es sehr häufig Lehrer in verschiedenen Bundesländern/ Städten, die das Virus in die Klasse gebracht haben. Wenn man ein wenig die Medien verfolgt haben sollte, … und es mal bekannt wurde.

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