Meidinger kritisiert Kultusministerien für schlechte Schulplattformen

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BERLIN. Nach den zahlreichen Pannen bei digitalen Lernplattformen für den Distanzunterricht von Schulen hat der Lehrerverband kritisiert, dass jedes Land sein eigenes System hat. «Ich verstehe bis heute auch nicht, warum jedes Land hier das Rad neu erfinden muss. Da hätte es eigentlich einer gemeinsamen Anstrengung bedurft», sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem ZDF-«Morgenmagazin».

Kritisch: Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Foto: Deutscher Lehrerverband

In kaum einem Bundesland gebe es derzeit eine wirklich funktionierende Lernplattform. «Es ist auch leider im letzten halben Jahr wenig dafür getan worden, dass diese Lernplattformen dann entsprechend aufgerüstet werden, und das rächt sich jetzt.»

Die Politik habe nicht erkannt, wie wichtig Digitalisierung von Schulen sei. Sie habe eher auf die Wirtschaft als auf die Schulen geschaut und ausgeblendet, dass wieder eine Phase des Distanzlernens kommen könne. An 60 Prozent der Schulen gebe es nach wie vor kein schnelles Internet, monierte Meidinger. Er sieht durch den ersten Lockdown nach wie vor Wissenslücken bei den Schülern. «Deswegen fordern wir von allen Schulministerien, dass jetzt ein Masterplan entwickelt wird, wie man langfristig tatsächlich das Bildungsniveau sichert.» Es gehe dabei um die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen, betonte Meidinger.

In mehreren Ländern hatte es seit Beginn des neuerlichen Lockdowns Ausfälle bei den Plattformen gegeben. Dies betraf etwa das bayerische System Mebis sowie Lernraum Berlin. Auch bei der sächsischen Lernplattform Lernsax hatte es Störungen sowie einen Hackerangriff gegeben. dpa

Hinter den Zusammenbrüchen der Schulplattformen steckt ein Systemfehler: Ministerien als IT-Entwickler? Das kann nur scheitern

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6 Kommentare
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Defence
1 Jahr zuvor

Der Arme! Der kommt ja aus dem Kritisieren und Fordern gar nicht mehr raus! Piep, piep!

Gibt es da nicht einen gescheiten Mann, der mal ordentlich auf den Tisch hauen kann. Der alle Mittel nutzt (Gewerkschaft, Gerichte, Medien, Vernetzung), um die Verantwortlichen in Bewegung und damit unter Druck zu setzen?!

Chorleiterin
1 Jahr zuvor

Was soll man dazu noch sagen? Es ist einfach nur lächerlich und peinlich….und motivierend für Schüler und Lehrer schon gar nicht….

Chorleiterin
1 Jahr zuvor

Was soll man dazu sagen? Es ist einfach nur lächerlich und peinlich, und motivierend für Schüler und Lehrer schon gar nicht…

Lehrer
1 Jahr zuvor

In Hessen hat es durchgehend funktioniert.

Open Source und ein dezentraler Ansatz macht es möglich!

Wutwichtel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lehrer

Nichts hat hier funktioniert. Lanis war auf die Kernmodule reduziert. Das Nachrichten Tool zählt nicht dazu. So kann man dann leider nicht mit den Kids kommunizieren.

Kritischer Dad*NRW
1 Jahr zuvor

Bildung: „Das ist es uns wert“
Schweden investiert 7,05 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Bildung.
Mehr als jede andere Nation in Europa.
Deutschland gibt lediglich 4,52 Prozent des BIP dafür aus.
(Die Bundesländer tragen 70 Prozent der öffentlichen Bildungsausgaben. Im Jahr 2018 stellten sie insgesamt 97,8 Milliarden Euro bereit.)

Damit doch so ziemlich alles geklärt, oder Fragen?
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https://www.zeit.de/2020/05/bildung-schulsystem-kosten-kita-schule-studium?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F