Polizei beendet Party in Kita: Arbeitgeber prüft Schritte gegen Mitarbeiter

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DORTMUND. Nach einer von der Polizei aufgelösten Party in einer städtischen Kita in Dortmund prüft die Stadt arbeitsrechtliche Schritte gegen die Feiernden. Ihr Verhalten stehe «im klaren Widerspruch zu den geltenden Regeln zur Eindämmung der Pandemie», teilte Daniel Kunstleben, Geschäftsführer des städtischen Kita-Trägers Fabido, am Montag auf Anfrage mit. Gerade die Pädagogen und Pädagoginnen hätten eine besondere Vorbildfunktion.

Die Polizei war vor Ort. Foto: pxhere

Die Kita sei nach Schnelltests der Betroffenen mit negativem Ergebnis geöffnet, hieß es weiter bei der Stadt. Die Testung soll aber sicherheitshalber wiederholt werden. Zuvor hatte die «WAZ» über die Reaktion der Stadt berichtet.

Am Sonntag hatte die Polizei ihr Einschreiten vom Freitagabend öffentlich gemacht: Nach Anwohnerbeschwerden über eine Ruhestörung hatten die Beamten eine Feier mit 14 Beschäftigten in einem Raum der Kita aufgelöst. Bei verschlossenen Fenstern und ohne Alltagsmasken hätten sie dicht an dicht zusammengesessen und gefeiert, hieß es. Wegen der lauten Musik, eines Büffets und Alkohol sprach die Polizei von einer «Party».

Die Stadt erklärte am Montag, eine Dienstbesprechung habe sich hingezogen und sei «spontan in einen lockeren, privaten Teil» übergegangen. Bei dem «Zusammensein» seien die Abstands- und Hygieneregeln missachtet worden. Das Team habe den Abend bei einem gemeinsamen Essen und einer geringen Menge Alkohol fortgesetzt. «Die Mitarbeiter*innen bereuen ihr unbedachtes Verhalten zutiefst», sagte Kunstleben. dpa

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17 KOMMENTARE

  1. Vielleicht liegt es einfach daran, dass diese Kita-Mitarbeiter/innen in ihrem Berufsleben jeden Tag genau das erleben, was ihnen vorgeworfen wird: Missachtung von Abstands- und Hygieneregeln. Irgendwann stumpft man dann eventuell ab.

    • Wenn die Arbeitgeber so schon einen Sch…..e…..i…..s……s auf irgendwelche sinvollen Hygieneregeln geben, dann sollten man hier mit einem gewissen schlechten Gewissen sich mal nicht so anstellen. Die Leute dort sind es, die die Krise wuppen, nicht die Oberen, die sich gerade daran wichtig machen wollen.
      Mal die Kirche im Dorf lassen. Gott im Himmel

  2. Das rechtfertigt das Verhalten jedoch nicht!
    Und welche Dienstplanbesprechung am Freitag geht den bis in die Abendstunden so das um 23 Uhr noch MA anwesend sind? Inc Buffet und Alk. Für mich klingt das nach Betriebsweihnachtsfeier und das währe ein NoGo!

    • Wieso, an Schulen und in Kitas ist es üblich Weihnachtsfeiern im Rahmen von Dienstbesprechungen anzusetzen. Das ist übliche Verwaltungspraxis.

    • Stefan
      „Für mich klingt das nach Betriebsweihnachtsfeier und das währe ein NoGo!“

      Lieber Stefan,

      für mich auch.

      Für meine SuS allerdings nicht. Die haben mir munter erzählt, auf welchen Weihnachtsfeiern sie mit Eltern und Geschwistern waren und wie sie und wo sie Weihnachten und Silvester zu verbringen gedenken. Weihnachten Berlin bei dem Rest der Familie, Silvester in B oder NRW, das habe ich vergessen, weil mir schon schlecht genug war.

      Aber – man rutscht als Mensch trotz des Berufes und der Vorbildfunktion in alte Gewohnheiten zurück. Gerade, wenn man das gesellige Beisammensein mit gleichaltrigen vermisst. Ich habe täglich bis zu 150 Schuler um mich herum, würde mich aber auch gerne mal wieder mit Erwachsenen treffen. Geht nicht, versteh ich, mach ich nicht. Doch der Wunsch ist da.

      und dickebank hat Recht – auch wir haben immer im Anschluss an eine Dienstversammlung unsere Weihnachtsfeier gemacht. Die gingen nur nicht so lang und waren ohne Alkohol, manchmal mit Essen.

      Trotzdem ist es unbedacht und in der jetzigen Situation nicht angemessen.

    • Hier bin ich mal echt böse:
      Schulen und KiTas sind sicher. Was soll da schon passieren?!
      Vielleicht alle Anhänger von Oka? Wo ist die eigentlich?

  3. Spätestens wenn beim zweiten Test nach ein paar Tagen ein Positivergebnis rauskommt, dann sollten ALLE (außer Infizierter) in Beobachtungsquarantäne gesteckt werden – aber IN der KITA, auch über Nacht – für 7 Tage. Tagsüber werden die Gruppenräume geteilt und je Teilgruppe 1 Erwachsene zugeordnet – nur Hör- und Blickkontakt auf Abstand für Erwachsene, nix mit Teambesprechung inkl. >Ausklang<.
    SO regelt man nicht nur die Seite Arbeitsrecht, sondern – aktuell viel wichtiger – den Virenschutz – ök?

  4. Hallo Redaktion – das mit der Beobachtungs-Quarantäne IN der Kita hat schon seinen Sinn: die Leutchen dort haben ganz offensichtlich NICHT auf dem Schirm, dass sie auch i n n e r h a l b der Einrichtung Ausbreitungsgrenzen setzen müssen – im Team, und zusammen mit ihrer Kindergruppe.
    Und bei einem Infektionsfall ist tatsächlich Beobachtungs-Quarantäne angesagt, hier könnte sie verbunden werden mit der Einübung des richtigen Binnenverhaltens – virologisch hoch effektiv, wenn die Leute während der 7 Tage nicht zuhause sind, sondern in der KITA ( = ein „anderer geeigneter Ort“: InfSG). Das Wegerisiko und das von Begegnungen nach Feierabendbegegnungen wäre zusätzlich reduziert….
    Was ist daran grenzüberschreitend und löschungswürdig?

  5. Obwohl der Vorfall in einer Kita stattfand, habe ich den Eindruck, dass die Coronaregeln in der Nachmittagsbetreuung der Schulen besonders schlecht von der Erwachsenen und Schülern eingehalten werden.
    Der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass in der OGS auch viele Laien arbeiten und einige der Künstler, insbesondere Musiker, die zur brotlosen Kunst hinzuverdienen müssen, sympathisieren mit den Querdenkern und lassen ihre Maske lieber unter der Nase oder gar unterm Kinn hängen.
    Schade, dass die Erzieher Yvonne Gebauer keine Selfies geschickt haben. Das wäre immerhin mal ein aussagestarkes Statement gewesen.

    Ich muss zugeben dass ich ein bisschen viel Verständnis für die feiernden Erzieher habe. Trotzdem war es verantwortungslos.

  6. Wow, ich arbeite zwar in einer Firma, die finanziell gut da steht und sich manches Zuckerl auch richtig was kosten lässt. Aber eine Dienstbesprechung um diese Zeit mit Buffet und alkoholischen Getränken ist doch sehr utopisch. Das zusammen mit Nichteinhaltung der Hygieneregeln rechtfertigt eine fristlose Freisetzung. Also ist doch noch ausreichend Geld vorhanden, nur wird es nicht eingesetzt wo es hin gehört. Bei der Arbeit mit den Schülern. Ich glaube da gibt es wohl eher nichts zu jammern. Aber gut zu wissen…

    • Lieber Andreas,
      obwohl ich das Verhalten auch verwerflich finde… Aber mit der Verteilung der schulischen Geldmittel hat das garantiert nichts zu tun. Im öffentlichen Dienst werden irgendwelche Feiern niemals vom Arbeitgeber oder aus anderen schulischen Mitteln bezahlt. Das haben die Feiernden schon selbst gewuppt. Wie schon immer!!! Also diesbezüglich keine falschen Schlüsse ziehen!

      • War ja abgesehen davon auch nicht Schule sondern KiTa. Aber abgesehen davon: Lehrer müssen sogar das Büromaterial für die Arbeit selbst bezahlen, denen spendiert keiner eine Weihnachrsfeier

  7. Und,es geht noch weiter, ich nutze meinen privaten Rechner, meinen Drucker, rufe die Kinder ,wie nun gefordert ,zweimal die Woche vom privaten Telefon an. Ein Vater hat mir sogar vorgeschlagen, ich könne mir doch ein Flipchart ins Wohnzimmer stellen, um so per Video Unterricht abzuhalten. Ungeachtet dessen haben nicht Mal alle Schüler ein eigenes Endgerät zum Arbeiten.

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