MINT-Fächer: Lehramt schönt die Studierendenzahlen und der „Nerd“ schreckt Frauen ab

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ULM. Der Geschlechterforscher Yves Jeanrenaud hat sich für den Gleichstellungsbericht der Bundesregierung mit der Frage befasst, warum Frauen im MINT-Bereich noch immer unterrepräsentiert sind. Dabei spielen offenbar kulturelle Barrieren wie MINT-bezogene Geschlechter-Stereotype, Rollen- und Berufsbilder eine große Rolle.

Noch immer ist der Frauenanteil unter den MINT-Studierenden in Deutschland mit etwa einem Drittel im internationalen Vergleich recht niedrig. Noch vielsagender ist der Anteil der weiblichen Beschäftigten in MINT-Berufen: Er beträgt gerade einmal ein Sechstel. Und das, obwohl im Zuge der Digitalisierung die Berufsaussichten und Karrierechancen insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) besser sind denn je.

Die meisten MINT-Berufe sind noch immer männlich konnotiert. Foto: TeeFarm / Pixabay (P. L.)

Nach wie vor ist noch immer das Klischee vom „Nerd“ weit verbreitet. „Denk‘ ich an Computertechnik, denk‘ ich an männliche Freaks ohne Sozialleben – abgesehen von der täglichen Begegnung mit dem Pizza-Boten“ diesen Satz würden wohl immer noch viele unterschreiben. Gerade in den Medien wird noch gern auf die Vorstellung vom Nerd zurückgegriffen oder zumindest referenziert.

Es ist nicht zuletzt dieses Bild vom männlichen Computer-Freak, das Frauen vom Informatik-Studium abhält. Zu dieser Einschätzung kommt nun Dr. Yves Jeanrenaud, derzeit Gastprofessor an der Universität Ulm. Für den Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung hat er jüngst eine Expertise verfasst, die sich der Frage widmet, warum Frauen im MINT-Bereich noch immer unterrepräsentiert sind. In einer rund fünfzigseitigen Studie hat Jeanrenaud herausgearbeitet, welche kulturellen und strukturellen Faktoren Frauen davon abhalten, ein MINT-Studium aufzunehmen. Darin präsentiert er zudem einen Überblick über bestehende Fördermaßnahmen und gibt weitere Handlungsempfehlungen, wie der Frauenanteil im MINT-Bereich langfristig gesteigert werden kann.

Diese Stereotypen und Rollenbilder wirken sich auf die Berufswahl auf, erläutert Jeanrenaud: „Berufsbilder wie Ingenieur oder Informatiker sind noch immer männlich konnotiert. Insbesondere klischeehafte Rollenbilder wie die des Nerds werden so gut wie ausschließlich für junge Männer gebraucht. Viele Frauen fürchten sich davor, von ihrer `Weiblichkeit´ einzubüßen, wenn sie sich auf dieses männlich besetzte Terrain vorwagen. Sie entscheiden sich dann nicht selten gegen ein Informatik-Studium, obwohl sie ein gewisses Interesse dafür durchaus mitbringen“, so der Soziologe.

Warum das so ist? Von Kindesbeinen an mache der Mensch geschlechtsspezifische Sozialisationserfahrungen und internalisiere damit bestimmte Erwartungen, die an sein Geschlecht gebunden sind. „Passt die verinnerlichte Geschlechterrolle nicht zum geläufigen Berufsbild oder einer bestimmten Fächerkultur, droht die Abkehr“, expliziert Jeanrenau. Dies gelte „für Männer in Pflegeberufen genauso wie für Frauen in den Ingenieurwissenschaften oder Informatik“. Einen weiteren Gender-Effekt sieht Jeanrenaud im sogenannten MINT-Fähigkeitsselbstkonzept, das dazu führe, dass Mädchen ihre Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften ganz anders einschätzen als Jungen, selbst wenn diese gleich ausgeprägt sind.

Außerdem orientierten sich Mädchen beziehungsweise Frauen bei der Berufswahl oft noch an bestimmten sozialen Mustern und wünschten sich berufliche Tätigkeiten, bei denen sie mit anderen Menschen zu tun haben oder das Gefühl haben, etwas Sinnstiftendes zu tun. Vielen MINT-Berufen hafte allerdings noch immer das Image der isolierten Beschäftigung mit Dingen statt mit Menschen an. Dazu komme, dass viele Schülerinnen und Schüler nur vage oder gar keine Vorstellungen von vielen Technik-Berufen haben. Der Ulmer Wissenschaftler hält es daher für ratsam, die gesellschaftliche Bedeutung solcher Berufe stärker hervorzuheben und auch zu hinterfragen, ob nicht vielleicht auch sehr männlich geprägte Fachkulturen oder ein bestimmter Berufshabitus eine abschreckende Wirkung auf Frauen haben.

Eltern und Lehrern kommt nach Meinung des Gender-Forschers in diesem Zusammenhang die Rolle von entscheidenden „Gatekeepern“ zu, die einen großen Einfluss darauf hätten, welchen Weg die Kinder später einmal beruflich einschlagen werden. Wichtig seien auch positive Rollenmodelle, die Mädchen darin bestärken, MINT-Interessen zu entwickeln und selbstbewusst nachzugehen.

Immerhin stiegen die Frauenanteile in MINT-Studiengängen und -berufen dank umfangreicher Fördermaßnahmen vonseiten der Politik, der Wirtschaft und der Bildungsträger kontinuierlich an, stellt Jeanrenaud fest. Doch blieben die Zahlen teils noch immer weit unter den Erwartungen. So gebe es zwar im Studien-Fach Mathematik ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis, doch liege dies wahrscheinlich am hohen Anteil der Lehramtsstudentinnen in diesem Fach. Ein ähnlicher Effekt lasse sich in den Naturwissenschaften beobachten, wo ebenfalls dank entsprechender Lehramtsstudiengänge die Zahl von männlichen und weiblichen Studierenden so gut wie ausgeglichen sei. In den Technik-Fächern hingegen sehe dies mit einem Frauenanteil von 26,3 Prozent schon wieder ganz anders aus. Das Schlusslicht mache hier die Informatik mit einem Anteil an weiblichen Studierenden von 22 Prozent.

„Wir brauchen hier auf jeden Fall mehr weibliche Vorbilder und positive Rollenmodelle!“, fordert Jeanrenaud. Das müssten keine „nerdy Superheldinnen“ sein, wie die schwedische Hackerin Lisbeth Salander – und auch keine Mathe-Genies. Nach Meinung des MINT-Experten wird Mathematik im Informatik-Studium mitunter etwas überbetont. „Wir müssen gerade auch die normal begabten Schülerinnen für ein Informatik- oder Technik-Studium begeistern“, meint der Gender-Forscher. (zab, pm)

Die Expertise steht im Angebot der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht zum Download zur Verfügung: „MINT. Warum nicht? Zur Unterrepräsentation von Frauen in MINT, speziell IKT, deren Ursachen, Wirksamkeit bestehender Maßnahmen und Handlungsempfehlungen“

https://www.dritter-gleichstellungsbericht.de/de/article/251.mint-warum-nicht-zur-unterrepr%C3%A4sentation-von-frauen-in-mint-speziell-ikt-deren-ursachen-wirksamkeit-bestehender-ma%C3%9Fnahmen-und-handlungsempfehlungen.html

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18 KOMMENTARE

  1. Irgendwie war da ja klar. Mathematik ist beispielsweise für das Grundschullehramt Pflicht. In vielen Bundesländern muss auch beim Lehramt für HR ein Hauptfach gewählt werden (D, E, F oder eben M). Auch beim Gymnasiallehramt gibt es oft ähnliche Vorgaben. Da scheint es nicht verwunderlich, dass in Mathe der Frauenanteil sehr hoch ist, wenn die Lehrämtler mit eingerechnet werden, da Lehramt inzwischen fast ausschließlich von Frauen studiert wird. Das hat sich in den letzte Jahren noch einmal ganz massiv verstärkt.
    Der Beruf als Mathematiker hingegen zieht wieder eher Männer an, sodass die Anteil von schätzungsweise 80% Frauen im Mathe-Lehramt wieder „ausgeglichen“ wird.
    Diese geschlechtsspezifischen Tendenzen sind durchaus für SchülerInnen, die sich im Berufswahlprozess befinden, problematisch. Hier konkret hieße das: Mathematiker/Informatiker, das ist doch nichts für Mädchen bzw. analog dazu: Lehrerin, das ist doch nichts für Jungen.

  2. Wieso wollen diese Genderleute immer und immer wieder Frauen einreden, was sie zu tun, lassen und denken haben? Die Hochschulen schließen Frauen definitiv nicht aus, müssen sie dank Quotenregelung sogar bevorzugen.

  3. Zitat: „Nach Meinung des MINT-Experten wird Mathematik im Informatik-Studium mitunter etwas überbetont.“

    Herr Jeanrenaud hat eine Professur für Gender-Studies. Warum wird er dann im Artikel als „MINT-Experte“ bezeichnet?
    Und woher will er wissen, ob Mathematik überbetont ist? Er hat weder Mathematik noch Informatik studiert.

    Oder ist es heutzutage völlig legitim, sich über Fachdisziplinen auszulassen, von denen man nichts versteht? Falls das so ist: Gender-Studies sind meiner Meinung nach völlig überbetont in der Gesellschaft.

    Und seine Lösung, um mehr Frauen für MINT zu begeistern ist: „Senkt die Anforderungen, damit auch Frauen durch das Studium kommen.“

    Da kann ich ihn nur beruhigen: Das passiert schon von ganz allein seit mehreren Jahren. Die Quittung für diese Entwicklung werden wir alle als Gesellschaft in einigen Jahren noch erhalten.

  4. Woher kommt nur dieses Streben nach Gleichverteilung 50 : 50 zwischen den Geschlechtern bei allem und jedem? Bei den Grundschullehrern ist das Verhältnis 90 : 10 zugunsten der Frauen, warum soll es in anderen Disziplinen nicht umgekehrt sein? Die Leute studieren nach dem Abitur nicht das, was die „Gender-Forscher“ gern in der Statistik sähen, sondern das, wofür sie sich interessieren, alles aufgrund individueller Entscheidungen. Die Planwirtschaft gab’s in der DDR. Und da steht oben richtig was von „beruflichen Tätigkeiten, bei denen sie mit anderen Menschen zu tun haben …“. Umgekehrt streben manche „Nerds“ eben das Gegenteil an, also etwas, wo sie nur mit Formeln, Strukturen und Computern zu tun haben. Jede(r) macht das, von dem er/sie meint, dass es passt. Eine falsche Studienfachwahl haben wir dennoch schon oft genug. Falsche Reklame kann auch mehr Studienabbrecher zur Folge haben.

  5. Das Problem ist doch schlicht, dass besonders im Lehramt GS das Studienfach Informatik an einer Stelle ansetzt, an der nur noch Menschen mitkommen, die vorher schon nur am PC saßen.
    Ich habe ein Semester Informatik im Zusatzstudium belegt (vor Jahren, mag sein, dass es heute anders ist) und es gab keine Einsteigerkurse. Die zugegebenen sehr nerdigen Kommilitonen (Frauen waren keine da) sprachen eine unbekannte Sprache der Abkürzungen. Natürlich wird man dann abgeschreckt, wenn man das Gefühl hat, mit einer anderen Sprache konfrontiert zu werden die man einfach verstehen soll, ohne die Grundstruktur zu kennen. Programmieren fand ich spannend und hätte gerne etwas mehr dazugelernt, doch mir fehlte schlicht die Anleitung an der richtigen Stelle. Auch in der Schule könnte man die MINT Fächer für Mädchen interessanter machen, doch die haben einfach eine andere Herangehensweise und benötigten vielleicht eigene Kurse, in denen sie sich nicht von den Jungs herabsetzten lassen müssen.

    • Vermutlich haben sie ein Studium mit einer Weiterbildung verwechselt. Ich bin der Meinung, dass in einem Studium, auch wenn es sich nur um ein Zusatzstudium handelt, das akademische Niveau gewahrt bleiben sollte.

      PS: „Auch in der Schule könnte man die MINT Fächer für Mädchen interessanter machen, doch die haben einfach eine andere Herangehensweise und benötigten vielleicht eigene Kurse“

      Wollen sie etwa sagen, dass Mädchen und Frauen dümmer und weniger leistungsfähiger als Männer und Jungs sind? Die brauchen/bekommen solche Extrawürste nämlich nicht, da wird noch nicht einmal Derartiges (wie selbstverständlich) gefordert.

  6. „Nach Meinung des MINT-Experten wird Mathematik im Informatik-Studium mitunter etwas überbetont. „Wir müssen gerade auch die normal begabten Schülerinnen für ein Informatik- oder Technik-Studium begeistern“, meint der Gender-Forscher. (zab, pm)“

    Was ist das bitteschön für ein „Experte“?!

    Informatik lebt, wie Physik, von der Mathematik als wissenschaftliche Sprache. Wer nicht wenigstens ein wenig mit Buchstaben und abstrakten Konstruktionen umgehen kann, der hat in der Mathematik, Physik oder Informatik NICHTS verloren – höchstens zu verlieren, nämlich Lebenszeit und ggf. Selbstwertgefühl.

    Jeanr. spricht von „normalbegabung“. Ja, aber normalbegabt sind jene, die mit Abgang nach Klasse 12 oder 13 ein Geubdverständnis von Mathenatik haben und wissen, das es nicht mehr nur um Zahlen geht. Leider wurden die Anforderungen an das Abitur so weit heruntergesenkt, dass Brückenkurse inzwischen bei der Prozentrechnung anfangen und Kommilitonen zum Teil darüber gestaunt haben, das man selbstständig ein Binom erkannt hat. Das sind Leute, die haben dort nichts verloren.

    Es wäre Hilfreich, wenn das Abitur endlich wieder die Wertigkeit erreicht, die es mal hatte. Dann würden sich solche blödsinnigen Fragen nach der Abschwächung der „überbetonung“ der Mathematik gar nicht stellen.

    Indes hat der Experte dort recht, wo es um den Frauenanteil geht: die Lehränter halten in den Mint-Fächern den Frauenanteil hoch. Das habe ich regelmäßig auf Fachschaftspartys erlebt. Aber auch die Cross-Over Studiengänge tragen ihren Teil dazu bei.

    • Auf jeden Fall ist das kein „MINT-Experte“, wie oben im Artikel angegeben. Laut seiner Homepage hat er Soziologie, Gender Studies und Medienwissenschaft studiert. Warum hat er denn kein MINT-Fach studiert? Aus ähnlichen Gründen wollen viele Mädchen nach dem Abitur kein MINT-Fach studieren: andere Fächer sind bequemer, jede(r) kann leichter mitreden, und die Gefahr, dass andere deutlich besser sind, ist geringer. Das letztere wirkt doch nur frustrierend. Es gibt aber immer auch Leute, die mehrere Talente haben, aber nur eines davon kann man zum Beruf machen.

  7. Wieso können manche Menschen in ihrem widernatürlichen Genderwahn einfach nicht akzeptieren, dass die meisten Mädchen und Jungen schon als Babys von Natur aus unterschiedliche Interessen haben?

    Selbst wenn man ihnen absolut die Wahl lässt und sämtliche Möglichkeiten an Spielzeug in beide Richtungen sowie technischen Gerätschaften und Nerd-Spielzeug im Haus sind.

    Warum wohl stehen 2-jährige Jungs trotz des pinken Barbie- und Elsakrams der großen Schwester (mit dem sie jederzeit spielen könnten, es aber nicht tun) mit leuchtenden Augen vor jeder Baustelle und wünschen sich als 5-jährige Werkzeug oder dass Papa mit ihnen werkelt?

    Und einige Mädchen kriegen zwar Lego Boost oder einen Elektronikbaukasten geschenkt, zeigen aber wenig bis keine Begeisterung! Akzeptiert das doch einfach mal.

    Hört endlich auf, die natürlichen Interessen der Kinder umkrempeln zu wollen und lasst sie so sein, wie sie sein wollen! Dieser ständige Genderwahn ist bei einigen schon eine richtige Zwangsstörung.

    Und ja, ich bin absolut dafür, dass Mädchen gefördert werden, wenn sie MINT-Interessen zeigen. Aber erst dann, wenn sie das selber wollen und nicht mit der Brechstange allen Mädels überstülpen oder umgekehrt einen Wettbewerb draus machen, welcher Kindergartenknirps am niedlichsten mit Mädchenkleidung aussieht damit man als Erwachsener bei den linken Genderfreunden gut ankommt!

  8. Unsere Abiturientinnen sind selbstbewusst und machen die Ausbildungen oder studieren die Fächer, welche sie interessieren. Viele gehen mit 12 – 15 Punkten in Mathe aus der Schule, und ich kann ihnen zureden, wie ich will – sie wollen lieber Tierärztin als Informatik-ingenieurin werden. Hat die Schule versagt?

    • Genau so ist es! Die Vorlieben sind sehr individuell. Und noch eins kommt hinzu: Eine promovierte Frau in einem anwendungsorientierten MINT-Fach (mit viel Computer-Einsatz) erklärte mir mal, sie wolle auf keinen Fall Gruppenleiterin in ihrer Firma werden. Das sei ein schlechtes Geschäft: 20 % mehr Gehalt, aber 50 % mehr Arbeit. Auch die Balance zwischen Beruf und Privatleben sollte man nicht unterschätzen, auch schon im Studium.

    • Ich kann den Unsinn nicht mehr hoeren.
      Sollen die Frauen doch Lehrerin werden.
      Kaum einer in der Wirtschaft hat mein Nettogehalt ( Endstufe A13 ).
      Die sind froh, 2500 netto zu haben. Lehrer, wacht auf !!!!
      Wenn die Deutschen wissen wuerden, wie hoch die Gehaelter der Beamten sind, gaebe es einen Volksaufstand.
      Und unendliche Lohnfortzahlung im Krankheitsfall!!! Und Wegbefoerderungen!!!!
      Wenn ich schlecht bin, werde ich wegbefoerdert!!
      Glaubt den Maerchen der angeblichen Grossverdiener aus der Wirtschaft nicht, das sind ganz wenige im Vorstand von DAX Unternehmen.
      Fuer den Rest gilt : Wenn die abends ihre Anzuege ausziehen, liegt das Vermoegen am Boden.
      Abiturientinnen, werdet Lehrerin!!!

      • Na, Sie scheinen auch nicht in der Lage zu sein, die Entgelttabellen verschiedener Branchen zu vergleichen.
        Darüber hinaus sind Ihnen die Kriterien für die Einstufung in die Entgeltgruppen vermutlich nicht klar.

  9. Leuten wie dem „Geschlechterforscher“ Yves Jeanrenaud spreche ich jegliche Wissenschaftlichkeit ab. Solche Leute sind es, die den Geisteswissenschaften ihren (nicht zu unrecht) miesen Ruf bescheren. Pardon, aber der Typ hat wirklich absolut gar keine Ahnung worüber er spricht. Das muss ich als jemand sagen, der genau solche MINT-(Lehramts)Studiengänge durchlitten hat.

    Und alleine dieser Satz „Wir müssen gerade auch die normal begabten Schülerinnen für ein Informatik- oder Technik-Studium begeistern“ zeigt, wieder einmal, wohin die Reise gehen soll: Absenken von Qualitätsstandards, um die Quoten erfüllen zu können. Nein, sage ich dazu, die Sozial- und Geisteswissenschaften sollten da als mahnendes Beispiel dienen… aus einer einst geachteten Wissenschaft eines Descartes, Kant, Machiavelli, Leibniz wurde eine Esoterik gemacht.

    Ja, ein Informatikstudium ist schwer. In den Lehramtsfächern übersteht das teilweise überhaupt kein Lehramtsstudent (Quelle1), egal ob Mann oder Frau, weil es inhaltlich anspruchsvoll ist. Das hat aber auch seinen Grund, denn Flugzeuge fliegen nicht ohne Mathematik und Krankenhäuser sind vollgestopft mit Technik, an denen Leben hängen – und das alles auch noch in einem globalen Wettbewerb, in dem es darum geht mit den wenigsten Mitteln das Meiste herauszuholen.

    Sollen diese Leute ruhig ihre eigene „Wissenschaft“ ruinieren, aber ja die Finger von den Echten lassen.

    Und wenn der Herr „Geschlechterforscher“ über Gleichstellung reden will, warum freut er sich darüber, dass ausgerechnet in den wenigen Lehrämtern, wo es überhaupt noch Männer gibt, die Männeranteile sinken? Warum besorgt es ihn nicht eher die exorbitanten Frauenanteile in „weiblichen Fächern“ und in Grundschulen (10% männlich (Quelle2) ) zu senken, pardon, den Anstieg des Männeranteils dort zu fördern?

    Tut mir leid, falls der Ton in diesem Kommentar unpassend war, aber „ich hab echt Puls bekommen“.

    Quelle1 https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/83-prozent-der-studenten-brechen-lehramts-studium-ab-1942109401.html

    Quelle2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1129852/umfrage/frauenanteil-unter-den-lehrkraeften-in-deutschland-nach-schulart

  10. Und warum regt sich jetzt niemand über die geringe Frauenquote bei Kanalreinigern auf?

    Wer btw hat denn das Klischee vom „Nerd“ für den der Satz gilt:

    „Denk‘ ich an Computertechnik, denk‘ ich an männliche Freaks ohne Sozialleben – abgesehen von der täglichen Begegnung mit dem Pizza-Boten“ geprägt? Männliche Computerexperten waren das vermutlich nicht. Wenn aber so wenige Frauen in diesem Metier arbeiten, sind sie bei der Zahl derjenigen, die dieses Klischee prägen, doch rechnerisch in der Überzahl.

    Der Spruch „Karo-Hemd und Samenstau – denn ich studier Maschinenbau“ kommt vermutlich auch nicht von den Studierenden dieser Fachrichtung.

    Wer fordert eigentlich die Quote bei den Geburtshelfern?

  11. Mann und Frau sind nicht das Gleiche. Es gibt eindeutige biologische Unterschiede. Männer interessieren sich im Durchschnitt mehr für Sachen, Frauen mehr für Menschen. Doch diese wichtigste Ursache lässt er natürlich unbeachtet bei seiner „Forschung“. Das beweist letztlich auch seine Pseudowissenschaftlichkeit.
    Die Gender-Ideologie ist wahnhafter Müll.

  12. Selbstverständlich sind die Lösungsansätze, die Herr Jeanrenaud parat hat, mehr als fragwürdig. Auf keinen Fall dürfen die hohen Standards des Universitätsstudiums abgesenkt werden.
    Aber es ist doch grundsätzlich ein Problem, dass Mädchen Lehrerin oder Ärztin werden wollen und Jungen Ingenieure oder Mathematiker. Das ist nämlich nicht angeboren, sondern ein Produkt der Gesellschaft. Ich bin niemand, der grundsätzlich sagt, alle sind gleich, aber die Berufsorientierung und Studienentscheidungen sind ein produkt der gesellschaftlichen Einwirkungen. Es ist mehr als schade, dass zahlreiche gute Physik-LKlerinnen oder Chemie-LKlerinnen dann trotz grundsätzlichen Interesses eben nicht diese Fächer studieren, weil sie als zu männlich gelten bzw. ein guter Pädagogik-LKler nicht Erziehungswissenschaften, weil das als zu weiblich gilt. Und das ist de facto gerade auch in den Nicht-Großstädten immer noch ein Thema. Die Botschaft muss doch sein: „Niemand wird gezwungen, als Junge EW bzw. als Mädchen Physik zu studieren, aber es sollte genauso normal und respektiert sein, wie wenn ein Abiturient des anderen Geschlechts sich dazu entscheidet.

  13. Das eigentliche Problem liegt doch bei den Arbeitsbedingungen nach dem Studium. Wenn sie zum Beispiel Chemie studieren, erwartet sie danach die bittere Wirklichkeit. Nein so viele Fachkräfte werden in Deutschland, im Mint-Bereich, garnicht gebraucht wie an den Unis heran gezogen werden. Und wenn man dann Kinder bekommt, ist die Karriere sowieso dierekt vorbei und man kann umschwenken auf Lehramt oder eine Ausbildung in einem Bereich machen, der wirklich gebraucht wird. Viele Frauen informieren sich vielleicht vor einem Studium und setzen Prioritäten.

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