Vorwurf: sexistische Äußerungen – Schulleiter bleibt zwangsbeurlaubt

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KOBLENZ. Nach mutmaßlichen sexistischen Äußerungen bleibt der Leiter des Koblenz-Kollegs vorerst von seinen Funktionen entbunden. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz wies nach Mitteilung vom Mittwoch seinen Eilantrag dagegen in der Sache zurück (Az.: 2 B 11504/20.OVG). Schon vorher war der Schulleiter vor dem Verwaltungsgericht Koblenz gescheitert. Dieses sah hier von vorneherein kein Rechtsschutzbedürfnis.

Das Gericht hat den Eilantrag zurückgewiesen. Foto: Shutterstock

Die OVG-Richter stuften nun in ihrem rechtskräftigen Beschluss das vorläufige «Dienstgeschäftsführungsverbot» der Schulaufsicht für den Schulleiter als gerechtfertigt an. Damit solle der Schulfrieden gewahrt werden und eine geordnete Prüfung der Vorwürfe im laufenden Disziplinarverfahren gewährleistet sein. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier erklärte als Schulaufsicht, vorerst könne sie nicht mitteilen, wie sich der Mann zu den Vorwürfen äußere, weil es sich um ein internes Verfahren handele.

Nach Aussage zahlreicher jetziger und ehemaliger Schülerinnen des Koblenz-Kollegs soll der Leiter sie über Jahre hinweg mit sexistischen Äußerungen belästigt haben. In der staatlichen Einrichtung machen vor allem jüngere Erwachsene das Abitur nach.

Im vergangenen Jahr hatte die ADD allgemein mitgeteilt: «Mögliche Sanktionen in einem Disziplinarverfahren sind Verweis, Geldbuße, Gehaltskürzung, Zurückstufung und Entfernung aus dem Dienst.» Es gebe auch Fälle grundloser Beschuldigungen, deshalb werde sehr sorgfältig geprüft. Der Fall war 2020 auch Thema im Bildungsausschuss des Landtags in Mainz. dpa

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4 KOMMENTARE

  1. Das sind so die Halbinformationen: Angeblich gab es sexistische Äußerungen, aber wie die genau lauteten, wird nicht mitgeteilt. Inzwischen gilt es ja schon als sexistisch, wenn jemand meint, diese oder jene Frau habe ihren höheren Posten nur bekommen, weil sie eine Frau sei (also nicht wegen ihrer Qualifikation). Frau Chebli klagte dagegen. Angesichts von Frauen-Quoten ist das aber gar nicht so absurd.

  2. Dummes Geschwätz, Herr Carsten. Und diese Art der Begründung und des Herstellens von scheinbaren Zusammenhängen ist frech.

  3. Ich finde, die Zeit ist überreif, dass erwachsene Menschen für ihr sexistisches Verhalten insbesondere rechtlich zur Rechenschaft gezogen werden. Die vielen Vorfälle und Nachfolgen einer solchen menschenverachtenden Haltung sprengen das erträgliche Maß. Ich kenne die einzelnen Übergriffe des Herrn Schulleiters nicht. Aber aufgrund der vielen Anschuldigungen gehe ich davon aus, dass er als Mensch und in seiner Funktion als Pädagoge versagt hat und sein Verhalten – nicht nur für die Betroffenen – umgehend juristisch hinterfragt werden sollte. Es geht nicht ‚nur‘ um Moral oder ‚Verdachtsfälle‘, es geht um Menschenwürde und Verletzungen mit Langzeitfolgen.

    Wenn Menschen solche Übergriffe verharmlosen oder von vorne herein in Frage stellen, missachten Sie nicht nur rechtliche Grenzen, sondern schädigen alle vom Sexismus betroffenen Menschen immer und immer wieder. Gerade im Kontext mit Schutzbefohlenen haben m. E. solche Haltungen keinen Platz.

    @Carsten60: Stellen Sie sich vor, Ihr Kind müsste sich im Bildungskontext solchen Umständen aussetzen. Würden Sie dann immer noch von Generalverdacht sprechen? Wie würden Sie das Verhalten des Schulleiters bewerten? Könnten Sie sich dann noch mit den ‚Quotenfrauen’ aus der Verantwortung als Vater retten?

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