Untersuchung: Sinti und Roma beklagen Diskriminierung – auch durch Lehrer

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BERLIN. Zehn Jahre nach einer Studie zu Bildungschancen von Sinti und Roma scheint sich bei deren Akzeptanz wenig getan zu haben. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Untersuchung. „Die Studie offenbart die großen Defizite bei der Bildungsteilhabe deutscher Sinti und Roma. Trotz aller Fortschritte erreichen immer noch viele Sinti und Roma keinen Bildungsabschluss. Auch der Übergang von Schulabschluss in eine Ausbildung gelingt häufig nicht“, sagt Jens Brandenburg, Bildungspolitiker der FDP-Bundestagsfraktion.

Roma und Sinti kritisieren, dass ihre Kinder in der Schule benachteiligt werden. Foto: Shutterstock / Gonzalo Bell

Bei der schulischen und gesellschaftlichen Integration der Sinti und Roma liegt in Deutschland liegt laut einer Befragung noch vieles im Argen. Trotzdem weigere sich die Bundesregierung, den Minderheiten mit gezielten Förderprogrammen zu helfen, teilten die Autoren der RomnoKher-Bildungsstudie 2021 mit. Die RomnoKher gGmbH ist eine Selbstorganisation der Sinti und Roma.

Für die Studie wurden 614 deutschlandweit geführte Interviews ausgewertet. 40 Prozent der Befragten mit Kindern gaben an, dass diese benachteiligt worden seien. Die Fälle seien zu 40 Prozent im Unterricht vorgekommen, zu einem Drittel durch Lehrkräfte. Im Vergleich zu einer Untersuchung aus dem Jahr 2011 habe sich nicht viel verändert, hieß es am Mittwoch bei der Online-Vorstellung der Studie.

Bei den Schulabschlüssen habe sich die Lage verbessert. Aber unter den 30-Jährigen liege der Anteil derjenigen ohne Schulabschluss immer noch bei 15 Prozent; der Wert beträgt in der Gesamtbevölkerung knapp fünf Prozent. Auch bei der akademischen Laufbahn ist die Minderheit unterrepräsentiert: Über vier Prozent erlangen einen Hochschulabschluss – obwohl mehr als zehn Prozent ein Abitur haben.

„Erzieher, Lehrer und Eltern sollten sensibilisiert werden für den Umgang mit Menschen unterschiedlicher Kulturen“

Die Sprache der Minderheit, Romanes, wird von 85 Prozent der Befragten gesprochen und gepflegt. Fast 80 Prozent bringen sie ihren Kindern bei. Knapp ein Viertel spricht mindestens drei Sprachen. Die Minderheiten müssen laut Studie dabei unterstützt werden, eine «Gegenöffentlichkeit» zu dominanten Stereotypen zu entwickeln. In den Bildungseinrichtungen sollten Mitarbeiter und Eltern sensibilisiert werden für den Umgang mit Menschen unterschiedlicher Kulturen. Die Geschichte der Sinti und Roma gehöre in die Lehrpläne.

Kürzlich war das Thema Antiziganismus im Südwesten virulent, nachdem vier junge Männer versucht hatten, mit einer brennenden Fackel Roma-Familien aus ihrer Kleinstadt zu vertreiben. In einem anderen Fall hatte die Staatsanwaltschaft Konstanz Ermittlungen eingeleitet nach Vorwürfen des Landesverbandes der Sinti und Roma, die Polizei habe ein Kind in Singen in Handschellen abgeführt.

„Unter mangelnden Bildungschancen früherer Generationen leiden also auch Kinder und Jugendliche heute“

„Sinti und Roma waren im deutschen Bildungssystem jahrzehntelang benachteiligt“, sagt Jens Brandenburg, Bildungspolitiker der FDP-Bundestagsfraktion. „Die schlechteren Startchancen setzen sich fort: Der Bildungserfolg hängt in Deutschland überdurchschnittlich stark vom Bildungsgrad der Eltern ab. Unter mangelnden Bildungschancen früherer Generationen leiden also auch Kinder und Jugendliche heute. Sie brauchen mehr Unterstützung. Spezifische Beratungsangebote, Stipendien und Mentorenprogramme wären gute Ansätze.“ Aber die fehlten.

Brandenburg betont: „Wir brauchen eine engagierte Debatte über die Bildungschancen junger Sinti und Roma. Ohne die Bereitschaft zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme wird das nicht gelingen. Die neue Studie bietet dazu eine gute Möglichkeit.“ News4teachers / mit Material der dpa

Musiker, Tänzer und ungewaschene Kinder: Über Roma finden sich in Schulbüchern fast nur Stereotype

 

 

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54 KOMMENTARE

  1. Unterstützung muss aber auch angenommen werden. Habe, trotz vielfachen Bemühungens, leider die Erfahrung machen müssen, dass das wirklich niedriegschwellige Angebot nicht verlässlich angenommen wurde. Es gab wohlwollende Angebote und Aufforderungen verschiedener Stellen. Der Wille zur Mitarbeit wurde immer wieder wortreich bekundet, aber wenig umgesetzt. Die Fachberatung teilte mir offen mit, dass dieses Problem bekannt sei. Natürlich sollte diese Erfahrung, wie immer, nicht verallgemeinernd werden. Aber es muss eine ehrliche Analyse der Sozialisationserfahrungen innerhalb der Familien erfolgen, um zu erkennen, weshalb es vielen Mitgliedern der Roma und Sinti schwer zu fallen scheint, im Bildungsbereich erfolgreich zu sein. Es gibt vielfältige Unterstützungs-, Beratungs- und Teilhabemöglichkeiten im Bereich Schule, Jugend-und Sozialhilfe.

  2. Es ist leider auch so, dass bei einer bestimmten Klientel jede Zurechweisung durch den Lehrer oder die schlechte Note schnell als „Rassismus“ ausgelegt wird.

  3. Ja, der Rassismus ist so ein Todschlagargument.
    Wir haben nur 2 Geschwisterkinder einer Sinti- und Romafamilie an der Schule. Wir haben die Eltern aufgesucht und gebeten, die Kinder in die Notbetreuung zu schicken.
    Auch da gab es sofort Vorbehalte: Wir würden wohl meinen, die Kinder seien „doof“. Wir seien ja wohl „Rassisten“.
    Es war sehr schwierig den Eltern zu erklären, dass wir uns einfach nur kümmern wollten, da jeder Versuch, uns mit Hilfe des Telefons oder per E-Mail oder per Lernplattform mit der Familie in Verbindung setzen zu wollen, gescheitert war. Die Kinder waren nicht zu erreichen.
    Mein Beispiel ist sicherlich nich repräsentativ, zeigt aber auch die Schwierigkeiten auf, mit denen wir Lehrer uns auseinander setzen müssen.
    Übrigens, die Kinder sind dann doch hin und wieder in die Notbetreuung gekommen….

  4. Die Bildungsbenachteiligung durch die Familie ist ein großer Faktor.

    Wenn Kinder nicht regelmäßig zur Schule geschickt werden und auch das Jugendamt verzweifelt, niemand eine Handhabe hat und keine Konsequenzen daraus erfolgen, sorry, da hilft auch kein Stipendium.

    Für solche Fälle bräuchte man häufig ein Internat um richtige Rahmenbedingungen zu schaffen.

    Ich habe schon Schüler aus sehr vielen verschiedenen Kulturkreisen unterrichtet und egal woher sie stammen oder wie sie leben gilt:
    Wer sich anstrengt verbessert sich, wer sich keine Mühe gibt, der nicht.

    Es gibt in Deutschland unzählige kostenlose Hilfsangebote, die jeder Schüler nutzen kann.
    Das ganze Paket zur Bildungsteilhabe von unentgeltlicher Schulbuchausleihe, Sprachkursen, Nachhilfe und Betreuungsangeboten steht zur Verfügung.
    Später gibt es Bafög, teils ohne Rückzahlungspflicht.

    Diese Angebote muss man dann aber auch nutzen.

  5. Vielleicht sollte man sich mal fragen, an welchen Ursachen innerhalb der betroffenen Familien das hier liegt: „Trotz aller Fortschritte erreichen immer noch viele Sinti und Roma keinen Bildungsabschluss.“
    Aber lieber mit der Rassismuskeule um sich schlagen. Wer sich kooperativ zeigt, dessen Kinder haben gute Chancen auf einen guten Bildungsabschluss!

  6. Interessant ist, das – wie immer – auch hier das gängige Muster von Rassismusdebatten erkennbar wird: Nicht-Betroffene von Rassismus erklären Betroffenen, warum sie nicht betroffen sind.

    „Treffen sich fünf Menschen im Fernsehen. Sagt der eine Weiße: „Wir haben größere Probleme als Rassismus!” Sagen die anderen Weißen: „Finden wir auch.” Sagt der Schwarze: Nix, es ist ja keiner da. Finden Sie nicht witzig? Ist es auch nicht, sondern die Kurzfassung der WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“, die am Freitagabend erneut gesendet wurde.“

    Quelle: https://uebermedien.de/57204/treffen-sich-fuenf-weisse-menschen-im-wdr-fernsehen/

    Hintergrund: In der Sendung erklärten fünf weiße deutschstämmige Menschen, dass Sie kein Problem mit Begriffen wie Zigeunerschnitzel hätten.

    Hier läuft’s genauso. Statt Betroffene ernst zu nehmen, werden implizit sämtliche Ressentiments rausgehauen und Verallgemeinerungen geäußert, dass die Zigeunersauce nur so spritzt.

    • Was verleitet Sie zu der Annahme, dass die Betroffenen nicht ernstgenommen werden.
      Menschen, die im Jugendhilfebereich (auch in Schulen und Kindergärten) und sonstigen Einrichtungen arbeiten, die das Ziel sozialer Teilhabe haben, nehmen die Klienten sehr ernst. Es geht immer um den einzelnen Menschen und somit aber auch um seinen sozialen Hintergrund, egal ob Sinti, Iraker, Däne oder Deutscher. Wir sind alle kulturell geprägt. Dies zu analysieren ist kein Rassismus. Das ist eine kultursensibele Auseinandersetzung. (Natürlich fließen auch noch andere Faktoren in die Analyse ein)
      Es gibt starke Bemühungen zu verstehen, warum Bildungsangebote nicht angenommen werde. Die Verantwortung für mangelnden Erfolg alleine beim Bildungsanbieter zu verorten, ist jedoch zu kurz gegriffen.

      Mit dem Schlagwort „Rassismus “ erstickt mittlerweile jede Diskussion und der Versuch, einander auch zu verstehen im Keim. Damit kann man es sich auch einfach machen. Die Welt ist nicht schwarz oder weiß, gut oder böse. Ich glaube kaum, dass diese moralisierende Rangehensweise wirklichen Rassismus ausbremsen kann. Vielmehr schwehlt er dann unter der Oberfläche, was ich für gefährlicher halte. Wir müssen miteinander ehrlich reden können, auch über negative Erfahrungen, nur das kann zu einem echten Verständnis und Miteinander führen!

    • Ein Vergleich mit dieser Talkshow (so was schaue ich grundsätzlich nicht) ist ja nun doch etwas unglücklich. Wenn Schüler respektlos sind, sich nicht an Regeln halten oder den Unterricht stören, werden sie zurecht gewiesen, egal welcher Herkunft. Sie werden doch nicht behaupten, dass ein Lehrer da Unterschiede macht. Die Reaktionen sind unterschiedlich, und danach wird der Schüler beurteilt. Betroffene nicht ernst nehmen? Woher ziehen Sie diese Schlüsse? Nur weil man eben nicht rassistiisch denkt oder Negatives verbindet, wenn man einen bestimmten Begriff wie Mohrenkopf verwendet, weil man als Kind schon so gesagt hat und auch dabei keine abfälligen Konnotationen hatte? Sind es nicht gerade diejenigen, die permanent auf diesen Begrifflichkeiten herumreiten, die Rassismus befeuern? Ich sehe das jedenfalls so.
      Jedenfalls ist es ein Unding, hier einigen Kommentatoren Rassismus zu unterstellen, das grenzt an Rufschädigung. Ich habe in meiner ganzen Lehrerlaufbahn noch keine Ausländer-Diskriminierung in der Schule erlebt, im Gegenteil, da gibt es eher mehr Nachsicht. Man sollte doch wirklich die Kirche, oder die Moschee, oder die Synagoge im Dorf lassen und nicht überall und an jeder Ecke Rassismus wittern. Es kommt immer noch auf das Verhalten der Schüler an. Sollte es wirklich zu rassistischen Äußerungen kommen, dann muss man natürlich aktiv werden.

    • Woher wollen Sie denn wissen, welche Herkunft die anderen Kommentatoren hier haben?
      Ist Ihnen denn gar nicht in den Sinn gekommen, dass in diesem Jahrhundert auch Menschen mit anderer Hautfarbe oder Muttersprache Lehrer werden können, oder vielleicht manche Lehrerinnen und Lehrer in kulturell gemischten Familien leben und somit selbst Kinder mit Migrationshintergrund haben?

      Oder passt das nicht zu Ihren Vorurteilen?

      • Es sind definitiv keine Sinti und Roma.

        Überhaupt sind Migrantinnen und Migranten in der Lehrerschaft deutlich unterrepräsentiert. Hat vielleicht auch etwas mit den hier gezeigten Haltungen zu tun…

    • @Bernd
      – Woher wissen sie, dass die hier Kommentierenden „Nicht-Betroffene“ sind?

      – Ist es nicht eher anmaßend durch sie, dass sie als „Nicht-Betroffener“ (oder hat jemand mit dem Namen „Bernd“ einen entsprechenden Hintergrund?) meinen ungefragt für andere Menschen zu sprechen? Finden sie es gut diese zu marginalisieren, indem sie sie für unmündig erklären? Wie sieht es da mit ihren Ressentiments gegenüber diesen Volksgruppen aus?

      – Und ich als Betroffener im doppelten Sinne (als 1. einziger Deutscher in einer 2. orientalischen Familie (und daher auch im entsprechenden orientalischen Umfeld) ) sage ihnen mal eines: wenn sie wüssten, wie die Menschen mit diesem Hintergrund über ihre Landsleute reden und was man mit ihnen anstellen sollte (und das wird auch bei den Sinti u. Roma (wobei, alleine das ist schon diskriminierend, denn es gibt nicht nur diese zwei, sondern auch noch die Calé) nicht anders sein), die, wie es der Artikel andeutet, für gewisse Problematiken anfällig sind, dann würden ihnen die Ohren schlackern, aber ganz gewaltig.

  7. Es ist schon sehr bezeichnend, dass sämtliche Kommentare sich genau durch den im Artikel angesprochenen Rassismus auszeichnen.
    Es wird geleugnet ( Rassismuskeule ) oder aber behauptet, die sind halt zu doof, unsere tollen Angebote anzunehmen. Das ihr Lehrer seid, ist wirklich traurig! Ihr wisst garnicht, was Rassismus ist. Leute wie ihr, gehören nicht in Schulen.

    • Gehts noch dramatischer? Glauben sie wirklich es liegt immer am Lehrer? Der gemeinsame Nenner bei Problemen mit Sinti und Roma sind also immer die Lehrer? Oder könnte es doch andere Gründe haben? Schonmal mit Schülern aus der Gruppe Kontakt gehabt?
      Auf Lehrer wieder zu schimpfen ist zu einfach

      • Der Rassimus fängt da an, wo Sie einen „gemeinsamen Nenner bei Problemen mit Sinti und Roma“ zu erkennen glauben. Gibt’s den auch bei deutschstämmigen Kindern? Oder gilt das, wie ich vermuten würde, immer nur für ethnische Minderheiten?

        • Glauben sie jeder Mensch ist universell? Muss ich sie enttäuschen. Wir sind das Produkt unserer Gesellschaft. Trotz vieler Unterschiede, haben wir gemeinsame Werte, oft Grundsätze und Verhaltensweisen.
          Es ist ja nunmal so, dass aus Osteuropa nicht unbedingt die Gewinner der Gesellschaft zu uns wandern. Entsprechend gibt es hier vermehrt Probleme mit dieser Bevölkerungsgruppe. Fragen sie mal in Duisburg nach. Orte mit hoher Zuwanderung aus Rumänien oder Bulgarien klagen über die gleichen Probleme, die gesellschaftlich bedingt sind. Stichwort Müll, Bürokratie, Sauberkeit und Schule.

          Es mag ihnen nicht gefallen, aber auch Sinti und Roma besitzen kulturelle Werte, Normen, Traditionen. Gute und schlechte. Und ich hatte schon Kontakt mit vielen Sinti und Roma. Konnte manchen helfen. Es gibt auch gute Leute. Aber auch mehrheitlich negative Fälle mit immee den gleichen Problemen. Schule und Staat strecken viele Hände meist aus, die aber nicht angenomnen werden wollen

          • Getroffene Hunde bellen Marc.
            Rechtfertigungen helfen garnix. Und daß du schon Kontakt hattest heißt garnix. Deine Denke ist das Problem. Solange du das nicht erkennst, kann dir keine helfen. Du redest über sie, du solltest Mal ernsthaft mit ihnen reden. Vielleicht hilft dir das.

          • Wenn man über Erfahrungen spricht, sollte man vielleicht darauf achten, nicht alle über einen Kamm zu scheren. Denn das ist Rassismus. Aber genau das macht Marc nicht.

            In meinen Klassen waren es auch die Kinder aus Rumänien, Serbien oder dem Kosovo, die man in Zeiten des Fernunterrichts nicht erreichen konnte. In den anderen Klassen war das ähnlich.

            Ja, man darf nicht alle Migranten über einen Kamm scheren.. allerdings lässt sich schon eine starke Tendenz erkennen.. Das ist KEIN Rassismus, sondern Erfahrungen.

            Aber bei Menschen wie „Unfassbar“ ist es das wahrscheinlich schon.

  8. die hier zum teil demonstrierte abspaltung im sinne von „wir“ u n d „die anderen“ ist ein perfektes paradigma für eine haltung, die auf primitive ausgrenzung abzielt.

    wie schade, dass es offensichtlich einfacher zu sein scheint, sich frei von verinnerlichten , rassistischen strukturen zu wähnen, anstatt diesen selbstkritisch entgegen treten zu können.

    • Guter Kommentar. Ich habe auch den Eindruck, nach einigen ursprünglich noch sachlichen und diskutablen Posts sind wir hier mittlerweile an einem Punkt, wo fast nur noch pauschalisierend und ad hominem argumentiert wird. „Die“ Sinti und Roma, die (fast) alle so und so sind (was man ja weiß, weil man schon drei in der Schule hatte), treffen auf Lehrer, die „alle Rassisten“ sind, auch wenn sie nur feststellen, dass die Studie, so wie sie hier vorgestellt wurde, doch einige blinde Flecken zu haben scheint.

      Wenn zwischen all dem Schwarz und Weiß kein Platz mehr für Sachlichkeit ist, dann macht die Debatte keinen Sinn mehr, zumal die eigentliche Frage ja völlig in den Hintergrund geraten ist. Anstatt sich gegenseitig Schuld zuzuweisen, sollte man doch wohl überlegen, ob es wohl Dinge gibt, die man besser machen könnte. Persönlich hätte ich diese Frage ursprünglich mit „nein“ beantwortet, so weit es die Lehrer betrifft. Aber wenn die hiesigen Kommentare wirklich alle von KollegInnen stammen, dann müssen wir uns wohl doch nochmal über Rassismus in unseren Reihen unterhalten, auch wenn ich nicht glaube, dass einzelne schwarze Schafe wirklich hauptursächlich für schwache Bildungserfolge einer ganzen Bevölkerungsgruppe sein können.

  9. „In den Bildungseinrichtungen sollten Mitarbeiter und Eltern sensibilisiert werden für den Umgang mit Menschen unterschiedlicher Kulturen.“
    Und was genau sollen die Bildungseinrichtungen jetzt im Bezug auf Sinti und Roma besser machen?
    Würde gerne noch mehr dazulernen, aber außer einer allgemeinen Klage über angeblichen Rassismus auch durch Lehrkräfte steht hier nichts.
    Kann den Spruch mit dem Pferd, das man nur zur Tränke führen kann usw. aber vielfach bestätigen. Meine Erfahrungen beziehen sich auf S.u.R. aus Bulgarien, Rumänien, Portugal und Spanien.

    • Was Beschäftigte in Bildungseinrichtungen machen sollen? Sich, wenn sie mit Sinti- und Roma-Kindern zu tun bekommen, zunächst mal professionell mit den Hintergründen und den Möglichkeiten beschäftigen – hier zum Beispiel: https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/fachbriefe_berlin/sinti_und_roma/fachbrief_sinti_roma_01.pdf

      Klar ist aber auch, dass manche Probleme die Kapazitäten einzelner Lehrkräfte eindeutig übersteigen – hier ist die Schule als Institution gefordert. Da hat der im Beitrag zitierte FDP-Abgeordnete ja durchaus gute Anregungen parat: spezifische Beratungsangebote, Stipendien, Mentorenprogramme …

      Als allererstes jedoch braucht es Problembewusstsein. Wenn Lehrkräfte – wie hier – meinen, es gäbe gar kein Problem (außer die Menschen selbst), dann ändert sich auch nichts.

      • Ich habe Ihren Link gelesen und mich informiert.
        Das meiste ist mir gar nicht neu.
        Frage: Was tue ich, wenn sich trotzdem nichts ändert? Mich weiter informieren?
        Btw: An unserer Schule gibt es eine enge Kooperation mit der örtlichen Roma-Hilfe.
        Die zuständige Mitarbeiterin, selbst Roma, hat zugegeben, dass auch ihre eigene Unterstützung seit Jahren nicht in einem einzigen Fall zu irgendeiner Veränderung geführt hat.
        Frage: Soll sie sich besser informieren?

          • Oder das Klientel wechseln. Hui, Rassismus oder Erfahrungen? Man sollte ein Quiz draus machen, wenn es nicht so traurig wäre.

  10. Bei uns heißt es täglich: Sinti da oder Sinti nicht da. Aber solange Reisen geduldet wird es dann im März heißt: Kommen nach den Herbstferien wieder muss sich keiner wundern. Und nein. Das ist keine Ausnahme bei uns an der Schule.

  11. Stern: Bezeichnung „Sinti und Roma“ ist falsch

    https://www.stern.de/panorama/sinti-und-roma–darf-man-heutzutage-zigeuner-sagen–6188408.html

    Integration sagt sich leicht aber …

    Erster Satz: „Unterscheidung deutsche Sinti und Roma –ausländische Roma“ („Zuwanderer“)
    Nachzulesen hier:

    „EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020-
    Integrierte Maßnahmenpakete zur Integration und Teilhabe der Sinti und Roma in Deutschland“

    https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/themen/heimat-integration/minderheiten/umsetzung-2013-strategie-integration-roma.pdf?__blob=publicationFile&v=4

  12. Ich finde es merkwürdig, dass heutzutage jede Abweichung bei Prozentzahlen gleich als Benachteiligung gedeutet wird. Da steht nun oben, 10 % hätten ein Abitur, aber nur 4 % einen Hochschulabschluss. Abgesehen von der zeitlichen Verschiebung (der Hochschulabschluss liegt etliche Jahre nach dem Abitur, und die Abschlüsse wachsen von unten nach oben) besagt das per se keine Benachteiligung. Man müsste schon wissen, wie gut diese Abiture waren. Wer heute nur ein schwaches Abitur erreicht, ist kaum studierfähig. Im übrigen wissen viele nach dem Abitur nicht, was sie denn studieren sollen. Auch das könnte sich bei kulturellen Minderheiten stärker auswirken als im Durchschnitt. Dafür kann aber die Schule nichts.
    90 % der Grundschullehrkräfte sind Frauen, werden da nun die Männer benachteiligt? Wenn in einer Sparte aber 90 % der Ingenieure Männer sind, heißt es, die Frauen würden benachteiligt. Und wenn in einer Statistik die Katholiken unterrepräsentiert sind, werden dann Katholiken benachteiligt?
    Woher weiß man eigentlich, wer nun Sinti oder Roma ist? Sieht man das von außen? Könnte der abgebildete Junge nicht ein ganz normaler Portugiese sein? Oder ein Südamerikaner? Oder aus dem Iran stammen? Das, was immer Rassismus genannt wird, entsteht auch durch die Selbstausgrenzung, durch die Betonung des Andersseins. Wenn die äußerlichen Unterschiede sich verwischen, ist der Anlass weg. Die Religion beispielsweise sieht man nie von außen, es sei denn, sie wird bewusst durch Äußerliches betont. Schwarzafrikaner können dem nicht entfliehen, aber viele andere könnten, wenn sie nur wollten. Die geforderte Hilfe zur besseren Integration ist verfehlt, wenn sie die Betonung des Andersseins noch verstärkt. Ein banales Beispiel: Jahrzehntelang wurde der Unterschied zwischen Protestanten und Katholiken in der Grundschule durch die Trennung in unterschiedliche Gruppen beim Religionsunterricht betont, ja geradezu erst erzeugt. Die Kinder selbst wussten gar nichts über die Unterschiede und hätten sie wohl eher ignoriert. Dieses „wir hier und ihr dort“ durchzieht die gesamte Gesellschaft. Und da kann nicht immer nur die eine Seite ursächlich sein. Da wird auch einiges von den Eltern ausgehen, aber auf beiden Seiten. Wie mögen zum Beispiel die Sinti und Roma untereinander über die „normalen“ Deutschen reden? Wie mögen sie über Schulabschlüsse und Karriere reden, über konsequentes Lernen unter Verzicht auf anderes? Auch das könnte mal untersucht werden, statt nur mit Prozentzahlen zu argumentieren.
    Noch eins: Die berüchtigten „Umerziehungslager“ für MInderheiten gibt es bei uns nicht, wohl aber in China unter der Herrschaft einer kommunistischen Partei („… die Internationale erkämpft das Menschenrecht …“).

  13. Genauso vorhersehbar wie die Rassismuskeule ist allerdings auch das Gutmenschengeheule, wenn man mal auf unbequeme Tatsachen hinweist.

    • Klar, das Rechtsaußengeprolle fehlt hier jetzt auch noch: Jeder, der sich für nachhaltige gesellschaftliche Lösungen einsetzt, muss ein „Gutmensch“ aka Idiot sein, Kritik an bestehenden Verhältnissen ist eine „Keule“ oder „Geheule“ – und „unbequeme Tatsachen“ sind dann wohl, dass bestimmte Menschengruppen genetisch und/oder kulturell schlicht minderwertig sind.

      Das klärt die Fronten hier.

      • Sorry aber am meisten keifen Sie hier unter jedem Beitrag unerträglich rum und unterstellen den Leuten direkt wieder irgendeine Gesinnung.
        Ist ja immer super einfach, dass immer alle anderen Schuld sein sollen. Und dass ein Lehrer bewusst Leistung von Schülern aufgrund ihrer Herkunft bremst oder schlicht ignoriert, ist mir in meiner jahrelangen Tätigkeit noch nie vorgekommen.

        Dabei ist eines allerdings seit Jahren Konsens: Dass besonders in der GS das Engagement der Eltern und deren Fähigkeiten maßgeblich beim Bildungserfolg sind.
        Es wird ihnen wieder nicht gefallen was ich sage, aber meistens sind die Eltern selbst schlecht gebildet und nicht willens oder in dee Lage dem Kind zu helfen.
        All die Sinti und Roma mit denen ich Kontakt hatte, haben immer die gleichen Probleme gehabt. Unabhängig voneinander. Meist hohe Fehlzeiten, mangelnde Erziehung, mangelnde Sprachkenntnisse, kaum Vorwissen und Lebenserfahrung. Ich habe viel gekämpft um an Eltern ran zu kommen, Gespräche geführt, Integrationshelfer beauftragt…..
        Aber was soll man am Ende tun? Wegen Empörten wie Ihnen alle eine Gymnasialempfehlung geben? Sonst ist man ein Rassist?
        In manchen Fällen konnte ich durch hohe Intelligenz der Kids TROTZ der Eltern tolle Fortschritte erzielen. Das war aber die Ausnahme.
        Wie ich bereits geschrieben habe, haben viele Städte immer die gleichdn Probleme mit dem Kulturkreis. Es kommt ja auch nicht gerade die Elite der Länder zu uns. Zu glauben, dass Leute, die selbsr in Rumänien keine Schulen besucht haben, bei uns genauso häufig Ärzte oder Anwälte werden, ist schlicht naiv. Das wird so nicht klappen. Außer durch Quoten natürlich auf Biegen und Brechen…

        • 1. „Es wird ihnen wieder nicht gefallen was ich sage, aber meistens sind die Eltern selbst schlecht gebildet und nicht willens oder in dem Lage dem Kind zu helfen.“ Das ist eines der Kernprobleme in Deutschland – nämlich dass das Schulsystem in Deutschland nicht in der Lage ist, Kindern aus einer familiären Bildungsarmut herauszuhelfen. In die falsche Familie geboren – verloren. Steht auch im Beitrag oben so.

          2. Worüber reden wir denn hier? Wir reden über deutsche Sinti und Roma, nicht über frisch Eingewanderte ohne Sprachkenntnisse – das ist ein ganz anderes Thema (nämlich: Armutseinwanderung und die Folgen). Befragt wurden Deutsche, keine Rumänen oder Bulgaren.

          3. „Viele Städte immer die gleichdn Probleme mit dem Kulturkreis. Es kommt ja auch nicht gerade die Elite der Länder zu uns.“ Sinti und Roma leben seit Jahrhunderten in Deutschland. Die Menschen, die Sie beschreiben, sind arm, entwurzelt und abgehängt – und frisch eingewandert. Das ist ein soziales Phänomen, kein Kulturmerkmal.

          4. „Aber was soll man am Ende tun? Wegen Empörten wie Ihnen alle eine Gymnasialempfehlung geben? Sonst ist man ein Rassist?“ Was für ein Blödsinn – niemand fordert sowas. Was nötig ist, beschreiben Sie doch selbst: „In manchen Fällen konnte ich durch hohe Intelligenz der Kids TROTZ der Eltern tolle Fortschritte erzielen. Das war aber die Ausnahme.“ (Mit ein bisschen weniger Hybris klänge das noch besser – die Kinder haben Fortschritte erzielt, nicht Sie, gerne auch mit Ihrer Hilfe.)

          5. Ob Kinder Forschritte erzielen, darf nun aber nicht vom persönlichen Einsatz einzelner Lehrkräfte abhängen – da ist mehr gefordert: nämlich staatliche Ressourcen. Darum geht’s im Beitrag oben.

          Fazit: Sie vermischen hier unterschiedlichste Probleme – und landen am Ende bei rassistischen Stereotypen. Und damit tragen Sie dazu bei, dass sich auch keine politischen Lösungen (in Form von Ressourcen) ergeben werden – warum auch? Es ist ja „der Kulturkreis“.

          • „In die falsche Familie geboren — verloren“
            Aber wieso ist das ein „Problem unseres Schulsystems“? Ist es nicht eher ein Problem unseres Art. 6 GG, der den Eltern ALLE Rechte an ihren Kindern gibt? Wenn die Eltern nicht wollen, dass die Kinder Deutsch sprechen, dann sprechen sie halt nicht Deutsch. Der Staat darf da nicht eingreifen, er darf nur freiwillige ANGEBOTE machen. Und dann heißt es, Schule könne nur IN VERTRAUENSVOLLER ZUSAMMENARBEIT mit den Eltern gelingen. Also kann GEGEN die Eltern nie was durchgesetzt werden. Aber diese Eltern selbst sollen immer geschont werden, so als könnten die nie für irgendetwas. Sie gelten immer nur als die armen willenlosen Opfer.

      • Bernd, wenn die Argumente ausgehen, dann schlägt man blind um sich. Das wird jetzt langsam peinlich. Könnten Sie mal deutlich erläutern, woher Sie Ihre Anschuldigungen haben, wie Sie Ihre Unterstellungen rechtfertigen und was Sie damit bezwecken? Oder wollen Sie einfach nur provozieren?

        • Es geht hier nicht um Unterstellungen – es geht um eine wissenschaftliche Untersuchung, deren Ergebnisse hier ignorant abgetan werden. „Sie werden doch nicht behaupten, dass ein Lehrer da Unterschiede macht“, schreiben Sie.

          Das behaupte nicht ich. Das ist Ergebnis der Studie.

          Dort heißt es:

          „Sinti und Roma häufig mit Diskriminierung in der Schule konfrontiert: Über alle Altersgruppen hinweg gab eine Mehrheit (durchschnittlich 62 Prozent) an, wegen ihrer ethnischen Herkunft gemobbt worden zu sein. Mehr als 50 Prozent berichteten, körperliche Gewalt erlebt zu haben. Ein Viertel der Befragten gab an, dass sie sogar von Lehr- und anderem Schulpersonal diskriminiert worden seien.

          Der Forscher Scherr stellte diesbezüglich fest, dass dazu nicht nur direkt antiziganistische Beleidigungen gehören, sondern auch eher indirekte Formen der Diskriminierung. ‚Wir wissen aus der einschlägigen Forschung sehr klar, dass die Erwartungen von Lehrkräften sehr starke Effekte auf das tatsächliche Leistungsvermögen von SchülerInnen haben. Das heißt, wir brauchen als LehrerInnen gar keine direkt beschimpfende Äußerungen zu machen, um diskriminierende Effekte zu erzielen‘, erklärte er.“

          Quelle: https://www.euractiv.de/section/antidiskriminierung/news/sinti-und-roma-im-deutschen-bildungssystem/

          Aberwitzitig ist übrigens Ihre Aussage: „Sind es nicht gerade diejenigen, die permanent auf diesen Begrifflichkeiten herumreiten, die Rassismus befeuern?“ Diskriminierte, die sich gegen Diskriminierung wehren, befeuern diese also dadurch.

          Man könnte ebensogut sagen: Ohne Opfer gäb’s auch keine Täter – selbst schuld.

          • Und sie selbst bringen keinen Gegenbeweis, denn in ihrem zitierten Text heißt es lediglich: „Über alle Altersgruppen hinweg gab eine Mehrheit (…) an“, was also nichts anderes bedeutet als Aussage gegen Aussage und da gibt es eine Seite, die halte ich für glaubwürdiger und das ist nicht ihre.

          • Vielleicht sollte man sich einfach mal beide Seiten anhören. In Ihrer Quelle wurden nur ca. 600 Sinti und Roma befragt. Wie sahen denn die Diskriminierungen aus? Schlechte Noten?

        • Lieber Andi,
          grundsätzlich teile ich gewisse Bedenken bezüglich der Methodik dieser Studie und sicherlich ist es auch berechtigt, die Schlussfolgerungen zu hinterfragen, wenn es recht einseitig heißt, nun sollten die Schulen wieder die Gesellschaft in Ordnung bringen. Andererseits bin ich auch erschrocken, wie einseitig hier Position gegen Bernd als „Nestbeschmutzer“ bezogen wird, während Floskeln aus der untersten Schublade des Rechtsradikalen wie „Rassismuskeule“ und „Gutmenschengeheule“ hier völlig unwidersprochen stehen bleiben, ja wie viele Kommentatoren sich damit, ohne sie explizit zu benennen, doch inhaltlich völlig gemein machen.
          Dass Lehrer nicht per Berufsethos immun gegen Rechtsextremismus sind, wissen wir spätestens seit Björn Höcke. Welche Formen auch die ganz normalen Alltagsvorurteile bei Lehrern annehmen können, die ja letztlich auch ein Teil der Gesamtgesellschaft sind, habe ich feststellen müssen, als ich jahrelang kämpfen musste, um unserer Schule das Siegel „Schule gegen Rassismus“ zu ermöglichen. Nicht gegen Bedenken von Schülern oder Eltern, sondern gegen den massiven Widerstand von Kollegen, nicht zuletzt, was mich besonders schockierte, die Fachschaft Geschichte und einen Kollegen aus der Philosophie, die sich in hanebüchene Argumentationen versteigerten wie „man könne ja nicht immer nur dagegen sein“, „Rassismus ist so ein diffuses Wort geworden“ und „viele Ausländer sind doch selbst Antisemiten“. Mal ganz zu schweigen von dem Kollegen, der aus einschlägigen Internetseiten dann die Diffamierungskampagne reproduzierte, dass der Verein „Schule gegen Rassismus“ eigentlich linksextrem sei (so wie sich dann natürlich automatisch jeder, der sich diesbezüglich engagiert, gleich mitverdächtig wurde).
          Angesichts dessen, was hier in der Kommentarspalte an Rassismen und Täter-Opfer-Umkehr publiziert wird, offenbar ja auch von KollegInnen, stellen sich mir da erneut die Haare zu Berge. Die Studie zu kritisieren ist nämlich das eine, aber hier völlig unsachlich andere Kommentatoren anzugehen und ganze Volksgruppen pauschal über einen (betont negativen) Kamm zu scheren, doch etwas völlig anderes.

          • Fragt sich, wer hier wen pauschal über einen Kamm schert, wenn man bei Meinungsverschiedenheiten sofort in die rechte Ecke gestellt wird. Ich denke, jeder hat da seine Erfahrungswerte, und es ist nicht nur eine Meinung allgemeingültig. Kein Mensch hat gesagt, dass an der Studie nichts dran ist, aber es gibt wahrhaftig mehrheitlich andere Entwicklungen, vor allem in der Schule. Und das muss vielleicht auch mal betont werden.
            Reflexartige Unterstellungen sind kontraproduktiv.

          • Ich muss leider mehrfach widersprechen.

            Zunächst ist Kritik am Projekt Schule ohne Rassismus nicht an den Haaren herbei gezogen. Auf Wikipedia sind einige Kontroversen sogar benannt. Häufig im Zusammenhang mit muslimischen Antisemitismus, der zu wenig Beachtung findet, oder gar ignoriert wird. Wenn ein Kollege also einwendet, dass dieses Programm sich zu einseitig positioniert, dann ist das meiner Meinung nach doch ein legitimer Einwand. Da muss einem nicht direkt das Nackenhaar zu Berge stehen…….
            Dann beschweren sie sich als linksextrem verdächtigt zu werden, schieben aber selbst Kritiker in eine Ecke. Nicht sehr einleuchtend für mich.

            Weiterhin konnte ich hier nirgends etwss lesen wo jemand pauschal alle Sinti und Roma Attribute zuschreibt. Hier erzählt jeder von seinen eigenen Erfahrungen, woraus sich ein Bild ergibt. Als Lehrer sollte ihnen Mengenlehre eventuell bekannt sein:
            Nicht alle Sinti und Roma haben Probleme in der Schule, doch viele Probleme in der Schule sind mit Sinti ubd Roma. Zumindest wenn man den Studien und Kollegen in deren Berichten glaubt.
            Das Festzustellen ist auch kein Rassismus. Und Leuten die täglich versuchen den Kids zu helfen, ist es eine Frechheit, dann mit sowas anzukommen.

          • @Teacher Andi
            „Fragt sich, wer hier wen pauschal über einen Kamm schert, wenn man bei Meinungsverschiedenheiten sofort in die rechte Ecke gestellt wird.“
            Wenn man einerseits über die klassischen Feindbilder der Rechtsaußen herzieht, indem man sich klassisch rassistischer Argumentationsmuster bedient (Ausgrenzung, Abwertung, einseitige Schuldzuweisung) und dann teilweise, siehe „Bruno“, auch noch das entsprechende Vokabular mitliefert, bzw. dieses, wie im weiteren Verlauf ebendieses Threads, unwidersprochen stehen lässt, dann muss man sich dem Vorwurf der rechten Ecke zumindest mal argumentativ stellen, statt sich (ebenso klassisch) in die Opferrolle zu begeben und die bekannten Forderungen nach „das wird man ja wohl noch sagen dürfen, das ist ja nur meine Meinung“ zu repetieren.
            Das ist keine Unterstellung, das ist die Bitte an Sie, mal wieder sachlich zu diskutieren, statt auf Facebookniveau zu pöbeln.

            „es gibt wahrhaftig mehrheitlich andere Entwicklungen, vor allem in der Schule“
            Das wissen Sie aufgrund welcher empirisch verwertbaren Daten?

            „Reflexartige Unterstellungen sind kontraproduktiv.“
            Meine Rede. Das gilt aber für alle Seiten!

            @Marc:
            Ob die Kritik an einem ganzen Verein mit mehreren Tausend beteiligten Schulen, der ausgerechnet vom Bundesministerium für Bildung und der Bundeszentrale für politische Bildung aus guten Gründen gefördert wird, berechtigt ist, nur weil bei ein oder zwei Gelegenheiten pubertierende Schüler argumentativ über die Grenzen gegangen sind, darf mal diskutiert werden, das will ich aber hier nicht tun. Nur so viel: wer diese Kritik legitim findet, der dürfte konsequenterweise auch nichts dagegen haben, wenn man die gesamte Fußballbundesliga als Sammelbecken von Rechtsradikalen ablehnt, schließlich sind da auch immer wieder Nazis prominent im Stadion.

            Interessant finde ich vielmehr, wie Sie sich anmaßen, die Situation, die ich erlebt habe, ohne jede Kenntnis von Fakten zu beurteilen und mir zu erklären, warum ich falsch liege, wenn sich (übrigens nicht nur mir, sondern auch etlichen anderen im Kollegium, die Schulleitung eingeschlossen), wenn Kollegen in der Lehrerkonferenz wörtlich von Internetseiten zitieren, die der Jungen Freiheit und dem Kopp-Verlag nahestehen, um damit ihre Meinung zu begründen.
            Genau diese Haltung ist es, die hier auch von anderen Kommentatoren kritisiert wird. Eine geistige Einstellung, in der Sie und einige andere meinen, bar jeder Kenntnis der Sachlage und völlig konträr zu den Ihnen vorgestellten Fakten wildfremden Menschen erklären zu können und zu müssen, was die falsch machen, wenn sie gesellschaftliche Missstände benennen, die offenbar nicht in Ihren ideologischen Horizont passen.
            So unterstellen Sie mir zum Beispiel, ich würde „Kritiker in eine Ecke“ stellen. Woher Sie diese Behauptung nehmen, ist mir wiederum nicht einleuchtend, denn bis zu Ihrem Kommentar gab es hier überhaupt niemanden, der mich kritisiert hätte.

            „Weiterhin konnte ich hier nirgends etwss lesen wo jemand pauschal alle Sinti und Roma Attribute zuschreibt.“
            Schönes Strohmannargument. Natürlich, hier erzählt jeder nur von seinen Erfahrungen. Dass das, bis zu den Kommentaren derjenigen, die jetzt, wie ich, sofort von Ihnen in die linke Ecke gedrängt werden sollen (s.o.), nahezu ausschließlich negative Erfahrungen waren, in denen man sich dann schön gegenseitig auf die Schulter geklopft hat, hat natürlich nichts mit Rassismus zu tun. Auch nicht, dass das immer wieder die bekannten negativen Stereotype waren. Alles ja Fakten, „wenn man den Studien und Kollegen in deren Berichten glaubt“, nur dass es eben keine Studien waren und dass bei all dem vergessen wurde, dass es ja zunächst mal eine tatsächlich wissenschaftliche Studie gibt, die das Gegenteil behauptet. Sei’s drum, wir lästern alle gern mal und sicherlich gibt es da einen wahren Kern. Wenn aber Vokabeln wie „Gutmenschengeheule“ und „Rassismuskeule“ fallen, sobald mal jemand sich kritisch äußert und dann all die jovialen Altherren „Hahaha, wir kennen’s ja aus der Praxis besser als die Eierköpfe von der Uni“ plötzlich nur noch in der Rotte auf jeden verbal eindreschen können, der es wagt, die Verallgemeinerbarkeit solcher Erfahrungen zu hinterfragen, damit sie sich nur ja nicht argumentativ mit der Möglichkeit auseinandersetzen müssen, dass die Studie recht hat und genau solche Haltung ein Teil des Problems sein könnte, dann fällt mir das doch sehr ungut auf.

            Wenn Sie sich dann aus Ihrem „Ich bin kein Rassist, sowas wird man ja wohl noch sagen dürfen“-Opferreflex befreien können, schaffen Sie es vielleicht zu akzeptieren, dass ich weder Ihnen noch irgendjemand anderem hier irgendetwas persönliches unterstellt habe, sondern dass ich schlicht auf den sehr schlechten Stil der Debatte hingewiesen habe, der in Ihrem Fall leider mittlerweile nicht mehr besser ist als bei „Bernd“ oder „Unfassbar“.

          • @Tacheles
            Bewundernswert, wie gut Sie die Welt verstehen und es beherrschen, die anderen Dummerchen zurecht zu weisen.
            Es ist unglaublich, Sie werfen hier Kommentatoren schlechten Stil vor, beschimpfen Sie aber im selben Atemzug als Facebook Pöbler. Und ja, sachliche Argumentation gilt für alle Seiten, Ihre ist aber sehr einseitig. Ich würde vorschlagen, Sie lehnen sich erstmal ruhig zurück, lesen was Sie geschrieben haben nochmal ganz genau. Allein das Wort „Feindbild“ hier anzubirngen ist mehr als impertinent. Und legen Sie bitte Ihre Arroganz ab. Das ist keine gute Diskussionsgrundlage.

          • Das macht so keinen Sinn mit Ihnen zu reden.
            Sie würgen Kritik an dem Projekt Schule ohne Rassismus direkt als lächerlich ab und stellen ihre Kollegen in eine Ecke weil sie „Junge Freiheit“ zitieren. Ok. Kannte das Magazin nicht. Wirkt eher konservativ bis rechts. Quasi die Taz der anderen Seite. Muss man nicht gut finden. Aber sie wären kein Kollege den ich gerne hätte. Muss man sich ja hüten die richtigen Zeitschriften zu lesen…

            Strohmannargument kannte ich auch nicht. Aber auch Ihrer Wortwahl zu urteilen, führen sie solche Diskussionen anscheinend öfter. Wundert mich nicht.
            Ich gebe auf jedenfall gerne meine Eindrücke wieder und werde das weiterhin unverfälscht tun. Und andere auch. Auch wenn ihnen die Ergebnisse nicht passen.

            Achja und warum einseitige Schuldzuweisung jetzt eine Rechtsextreme Masche sein soll wüsste ich auch gerne. Wenn es nunmal an manchen Fällen an der anderen Seite liegt???? Ist das zu benennen dann rechtsextrem?
            Ich persönlich glaube hier trifft leider Realität wieder auf Ideologie. Und das erzeugt bei vielen reflexartig Verteidungsbemühungen und Diffamierungen. Gut ist dss nicht.
            Zumal hier eigentlich alle sachlich bleiben, aber auch mal Zusammenhänge benennen.
            Nochmal: Ich selbst helfe jedem Kind nach bestem Wissen und Gewissen. Reiße mir den Hintern auf um sozial schwachem zu helfen. Aber ich erkenne auch Probleme bei gewissen Kulturkreisen. Und wegen Leuten wie Ihnen werde ich nicht aufhören sie zu benennen. Und wenn sie einen Dialog begrüßen, sollten sie zunächst mal im Kollegium damit anfangen Leute nicht so anzugehem wenn sie falsche Zeitungen leswn oder manche Projekte kritisieren

  14. Ein Beispiel zur (Sprach-)Kultur des Romanes:

    Fast in allen europäischen Sprachen hat sich die Anzahl der Fälle in den letzen Jahrhunderten vermindert zugunsten von Umschreibungen (Bsp. Deutsch: Nominativ: der Wolf, Genitiv: des Wolf(es), Dativ: dem Wolf, Akkusativ: den Wolf; favorisiert wird aber die Umschreibung: von dem Wolf, so fällt der Genitiv weg, vielleicht für immer).
    Die Ausnahme: Romanes wird von Millionen von Romas gesprochen. Vor 5000 Jahren in Indien hatte die Sprache 7 Fälle, diese reduzierten sich auf 3 Fälle, um dann im 11. Jhd., als der Zug gen Westen begann, auf 8 Fälle zu steigen. Dies hält sich auch heute noch relativ stabil. Warum dies? Weil sich die Anhängsel (vgl. von dem Wolf) in die Wörter ‚festgebissen‘ hatten und so zur Verständigung neue Fälle gebildet werden mussten. Wer mehr zu dem Thema Sprachen wissen will: vgl. Dorren 2018, Ullstein).

    Was will ich damit sagen: Jede Kultur hat ihre Eigenart. Durch die Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonventionen von1989 durch die Bundesregierung sollte Diskriminierung nicht mehr als ‚Nebenschauplatz‘ im Bildungskontext betrachtet werden. Damit meine ich auch, dass sprachsensibles Handeln die Tagesordnung sein sollte (‚Mohrenkopf‘ mag zwar früher ein Wort gewesen sein, was im Duden stand, heute nicht mehr. Wenn jemand nicht weiß ist, versteht sich auch, warum).

    Die Frage, ob eine Kultur nicht so will, wie die (lehrer*innen-)eigene stellt sich nicht mehr seit der Inklusion. Es geht vielmehr darum, die Individualität (an-)zu erkennen. Das ist nicht einfach – zumal sie nicht zu vielen Haltungen passt, die aber wiederum sehr gut in das laufende System passen.

    Eine Möglichkeit die Situation zu entspannen, könnte in der Öffnung der Schulen liegen. Damit meine ich nicht, dass die Schule ihre Handlungs- und Entscheidungshoheit abgibt, sondern, dass beispielsweise Hierarchie- und Funktionsbarrieren abgebaut werden. Somit Eltern, Jugendämter, Kommunen, Schulen, Vereine, Gerichte, Privatpersonen, öffentliche Institutionen etc. nicht nur enger vertrauensvoll zusammenarbeiten, sondern auch Verantwortung mit übernehmen. Es kommt immer auf die Menschen an, im Einzefall auf jeden einzelnen Menschen.

    Ich achte an dieser Stelle die Erfahrungen meiner Vorredner*innen und hoffe, dass Erfahrungen auch hier Haltungen generieren, die an der Spitze eines gedachten didaktischen Tedraeders (Lehrer*innen, Schüler*innen, Wissensvermittlung) alle Kulturen wertschätzen und den gleichen Respekt ihren Mitgliedern gegenüber haben, den sie auch für sich einfordern.

    Damit ich hier nicht von etwas erzähle, von dem ich keine Ahnung habe, zum Schluss eine kleine Anektode:

    Ich spielte Fußball in einer Damenmannschaft und unsere Torfrau war eine Roma: Jedes Training und auch Punktspiel war mit der Frage verbunden: Kommt sie nun oder kommt sie nicht? Sie war sehr gut und nicht ersetzbar – eine der Besten. Ihre von Männern beherrschte Umgebung ließ wenig Hoffnung für uns, dass sich dieser Zustand ändern würde. Ich weiß noch, als ich das erste Mal durch die von Wohnwagen und selbstgebauten Hütten gesäumte Straße zu ihrer Unterkunft fuhr, um sie abzuholen. Ich hatte Angst und Zweifel daran, dass alles gut ging. Aber es ging gut, auch für unsere Mannschaft. Manchmal braucht es Überwindung, aber es ist möglich.

    Die Politik soll zusammen mit der KMK dafür sorgen, dass die Menschen in unserem Land den Mut finden, zusammen zu kommen. Dafür braucht es nicht nur Studien, Geld und Programme, sondern auch das Bewusstsein um die Schwierigkeiten und das Vertrauen in die Akteure.

    • Ich finde es aber mutig, die Inklusion mit zu guten Teilen archaischen Kulturen zu vergleichen. Im Übrigen hat Ihre Geschichte nur anekdotische Evidenz, die zeigt, dass auch Sie die gleichen Vorbehalte oder Vorurteile hatten wie die von Bernd (mal wieder) als Rechtsaußen oder Rassisten titulierten Mitkommentierenden.

      Insgesamt geht es um die Diskrepanz von Norm, also dem Mindestanspruch der Mehrheitsgesellschaft an die Sinti und Roma, der für ein funktionierendes Miteinander in der Mehrheitsgesellschaft erforderlich ist, und dem Durchschnitt, also dem Verhalten, das die Sinti und Roma im Durchschnitt zeigen. Die 10% Abiturienten und 4% Hochschulabsolventen genügen eher der Norm, ebenso wie die Männer aus Susis Geschichte eher dem Durchschnitt genügen. Wohnwagen und selbstgebaute Hütten weichen auch deutlich von der Norm ab und behindern das funktionierende Miteinander.

      Fazit: Anstatt über einen (angeblichen) Rassismus zu jammern, soll die RomnoKher gGmbH eher auf die Annäherung des Durchschnitts an die Norm hinwirken, wozu insbesondere die Rolle der Frau, die der Bildung und die eines sozialversicherungspflichtigen Einkommens gehören. Aber vermutlich sind Forderungen an die Gastgeber leichter zu versilbern als Arbeit gegen die Widerstände oder Bequemlichkeiten in der eigenen Gruppe.

      • Mit anderen Worten: Steinzeitmenschen, die nur unsere Kohle wollen.

        Aber mit Rassimus hat das nix zu tun, iwo… das ist Erfahrungswissen – seit Jahrhunderten.

        Würden Sie so etwas eigentlich auch über Juden schreiben? Fun Facts: 1938 wurde eine „Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens“ eingerichtet. Im Dezember diesen Jahres erließ SS-Chef Heinrich Himmler einen Erlass zur „Bekämpfung der Zigeunerplage“. Es wird geschätzt, dass in Europa zwischen 220.000 und 500.000 Sinti und Roma von den Nazis in Konzentrationslagern ermordet wurden. Und: Bis 1963 war ein Urteil des Bundesgerichtshofs in Kraft, welches die Deportation der Sinti und Roma nicht als Verbrechen, sondern als eine „präventive Verbrechensbekämpfung“ interpretierte. Auch in der DDR setzte sich die Ausgrenzung fort: Die Volkspolizei hatte die von den Nazis angelegten „Zigeunerpersonalakten“ weitergeführt.

        Aber das hat alles mit Rassismus ja gar nichts zu tun. „Anstatt über einen (angeblichen) Rassismus zu jammern, soll die RomnoKher gGmbH eher auf die Annäherung des Durchschnitts an die Norm hinwirken“, schreiben Sie.

        Alles klar.

        Quelle: https://www.mdr.de/zeitreise/sinti-und-roma-wie-die-nazis-zigeuner-vernichtet-haben-100.html

    • @ Susi: Die Geschichte über Ihre Torfrau ist ja sehr nett, aber Sie merken doch selbst, wie bescheiden Sie dabei sind, fast schon unterwürfig. Würden Sie diese ständige Unzuverlässigkeit allen anderen auch durchgehen lassen, so locker mit der Bemerkung „jede Kultur hat ihre Eigenart“? Wären Sie da auch zufrieden und erleichtert, wenn Sie beim Versuch, die Torfrau abzuholen, nicht verprügelt werden und keiner Feindseligkeit begegnen? Welche Ansprüche haben wir eigentlich an das, was immer „Integration“ heißt? Sie schreiben was von der Herrschaft der Männer, ist die nun widerspruchslos hinzunehmen oder nicht? Ich dachte, die Frauen begehren heute gegen sowas auf, aber sowie eine „Kultur mit ihrer Eigenart“ im Spiel ist, dann gilt das offenbar nicht mehr, vielleicht aus Angst vor dem Rassismus-Vorwurf. So manche „Kultur“ ist bei näherem Hinsehen aber eher eine „Unkultur“, und statt „‚Integration“ haben wir dann eben „Desintegration“. Unsere gesamte sog. Integrationspolitik hat Angst, unsere Regeln und Gesetze zum Maßstab zu machen und das auch durchzusetzen. Stattdessen schleichen sich andere Regeln und Gesetze ein, und die sind nicht immer vom Geist unseres Grundgesetzes durchdrungen und würden vor dem Verfassungsgericht nicht bestehen.

  15. Ich bin ein wenig erstaunt, über die da angegeben Zahlen. Tatsächlich beenden nicht 5% unserer Schüler die Schule ohne Abschluss, sondern 22%. Dieser Wert wird nicht offiziell erhoben, da sind es „nur“ 13%, weil die Förderschüler, deren IQ einen Abschluss ermöglicht, sowie die Schüler, die gar nicht bis zur 9. Klasse durchhalten, gar nicht erfasst werden.

    Dieser Wert ist absolut inakzeptabel, genau wie die Tatsache, dass es immer noch sowohl in Schulen, als auch in Kitas „Fachkräfte“ gibt, die Kinder aus den verschiedensten Gründen nicht so unterstützen, wie es wünschenswert wäre. Aber dies ist keine reine Rassismus Debatte, wer sich darauf reduziert, übersieht das Gesamtbild. Da gibt es cholerische Lehrer, die unliebsame Schüler vor der ganzen Klasse psychisch fertig machen, Kinder von Allleinerziehenden, die in kirchlichen Einrichtungen wegen des unchristlichen Lebenswandels der unverheirateten Mutter leiden, Pädagogen, die mit dem Einen oder dem anderen Geschlecht Probleme haben usw.
    Dass diese Menschen primär ein Problem mit sich selber haben und ihnen die Pädagogik nicht wirklich in die Wiege gelegt wurde, steht wohl außer Frage.

    Wir haben Kinder aller soziokukterreller Schichten, die definitiv Unterstützung brauchen, ob es nun an mangelnden Sprachfähigkeiten, Überforderung der Eltern oder anderen Faktoren liegt, ist dabei vollkommen egal. Und obwohl ich an sich kein Fan von Ganztagsbetreuung bin, da Familie mehr bedeuten sollte, als Kinder morgens zu wecken und abends ins Bett zu bringen, brauchen wir diese für diese Kinder und zwar verpflichtend.

    Kinder sind zu jung, um zu wissen, welche Auswirkungen ihre schulischen Leistungen auf ihr ganzes Leben haben werden, aber das ändert nichts an der Tatsache.
    So ungern ich dies sehe, so ist es doch Fakt und man sollte darüber nachdenken, ob da das Recht der Eltern vor dem Recht der Kinder auf eine Zukunft steht, in der sie glücklich das machen können, was sie wollen.
    Aber dazu gehören natürlich auch die „Pädagogen“, die dies verhindern außer Dienst gestellt, unabhängig davon, ob sie nach über 10 Jahren im öffentlichen Dienst als unkündbar gelten oder nicht.

    Ein Wort der Versöhnung. Es geht nicht darum, ob ich mit allen Unterrichtsmethoden der Lehrer einverstanden bin oder es selbst anders machen würde. Es geht darum, Kindern ihren Wissendurst zu erhalten und Lernfreude zu schaffen. Das ist meiner Meinung nach ein Grundrecht, für das Elterm und Pädagogen gemeinsam einstehen müssen.

    • Woher kommen denn Ihre Prozentzahlen? Wenn ich sie wörtlich nehme, machen 22 von 100 Kindern keinen Schulabschluss bei gleichzeitig an die 50 Abiturienten. Das finde ich wenig plausibel.

  16. Wenn ein Angehöriger einer Minderheit eine 5 in Mathe geschrieben hat, kann das natürlich nur der rassistische Lehrer schuld sein.

  17. Seit 2014 gibt es spezielle „Bildungsberater“ für die Sinti in Schleswig-Holstein (wurde auch bei news4teachers berichtet). Nur leider hört man nichts über die Erfolge davon, im Internet ist praktisch nichts zu finden. Hier
    https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/III/Presse/PI/2020/August_2020/III_Sinti.html
    steht, dass das weiter verlängert wird. Da steht auch, dass die Berater vom Land bezahlt werden, aber irgendwie dem Landesverband der Sinti und Roma unterstehen. Es heißt in dem Link, diese Berater „versuchen die Eltern … von einem regelmäßigen Schulbesuch zu überzeugen“. Ich finde, das klingt aber reichlich schlapp, um nicht zu sagen: nach Schönreden. Bei nicht regelmäßigem Schulbesuch (Corona-Lockdown mal ausgenommen) besteht kein Recht, über mangelnde Bildungserfolge in Form von Abschlüssen zu jammern. Aber gewiefte Lobbyisten wissen eben auch solche Dinge der Mehrheits-Gesellschaft als „Rassismus“ anzulasten. Die Schulschwänzer brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, nein, die Lehrer sollen ein schlechtes Gewissen haben.

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